Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 466 (10.5.1920)
- Date
- 1920-05-10
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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^töe 2 Wien, Montag . ->»«- »>.MDI»»«»' I -«!■■■" Französtschsarabische Kampfe. Loatzon» 9. Mai. (Korr.°Bur.) „Weekly Dispatchmeldet aus Jerusalem: 4000 Araber mit 21 Maschinengewehren und zwei Geschützen haben die Fran- Zvsen im Banjas-Di strikt angegriffen Die Franzosen standen einer zehnfachen Uebermacht gegenüber. Die Verluste auf beiden Seiten sind schwer. Rücktritt Masavhks? Prag, S. Mai. Nach einer Meldung der „Bohemia* wird Präsident Masaryk nach Eröffnung' des Parlaments von seinem Posten zurücktreten, damit die verfassungsmäßige Neuwahl des Präsidenten der Republik vorgenommen werden kann. Sir Strrart Samuels Bericht über Polen vor dem Völkerbund. London, 8. Mai. (Privat.) Nus eine Anfrage des .Trpuäirierr R. McL a v t u im englische» UuterhauZ erwiderte UMrrstaalssekretär H a r m Z w o r t b wie folgt: ./Drr Bericht Srr Stuart S a m u r l s betreffs seiner Mrsiron in «Polen wurde sowohl bezüglich der Tatsachen als auch der Vorschläge hinsichtlich der Minorüätstlauseln des zwischen den Alliierten rmd Polen geschlossenen Friedensvertrages gepräst. Sache des Völkerbundes, welchem die Ueberwachnng der strikien Einhaltung dicker Bestimmungen obliegt, ist es, daß die angeführten Verletzungen ihm. als der zuständigen Stelle, zur Kenntnis gebracht werden. Sr. Majestät Regierung, beabsichtigt Lader in Uebereinstimmnng mit den im Friedensvertrage vorgesehenen Zesiirnmungen, ihren Vertreter im Rate des Völkerbmides m beaustragen, den Bericht Sir Stuart Samuels am Bötkerbundrate in nächster Zeit zu unterbreite»." (Aus dieser von uns bereits kurz mitgeteilten Erklärung geht hervor, daß der Völkerbund den Schutz der nationalen oder konfessionellen Minderheiten übernommen hat. Es wird dafür gesorgt werden müssen, daß auch die ungarischen Iudenmörder und die Wiener ond Berliner Hetzer vor das höchste Gericht gestellt werde». Die Redaktion.) Die Ausfuhr aus Jugoslawien. Belgrad» S. Mai. (Südstaw. Preßbur.) Laut einem Beschluß des Minlsterratts können Ausfuhrzölle nur in folgenden fremden Valuten entrichtet werden: In Dollar, englischen Pfund, schweizer, fram.ystfchrn und belgischen Franken, spanischen Pesetas, hollaadischen Gulden, italienischen Lire und griechischen Drachmen. Die fremden Valuten können jedoch nur in Schecks, nicht aber i» Effektivgeld erlegt werden. Ber der Ausfuhr von Marmelade und gedörrtenPflaumen kann dev Aus» fnhrzoll bi§ zum Werte von 1000 französischen Franken yusnahmsweise in Dinars, deutsche« Mark und tschecho-slowakischen Kronen gezahlt werden. Inland. Die Neuwahlen für die Nationalversammlung. Aus parlamentarischen Kreisen wird der Korre" respondenz Herzog mitgeteilt: Die Neuwahlen für die Nationalversammlung dürsten aller Wahrscheinlichkeit im Oktober d. I. stattfmderr, da dieser Termin sowohl für die städtischen als auch für die ländlichen Wühler der angezeigtefte wäre. Der Belgrader Besuch des Staatskauzlers. Wie wir aus Kreisen der jugoslawischen Gesandtschaft erfahren, gilt es im Gegensatz zu der gestern Der Hausarzt. Redigiert von Dr. Sasel Beer. . WtUt Kergiftintykn. Unter Vergiftung versteht man im allgemeinen Schädigungen des Körpers durch Stoffe verschiedener Art. die meist in geringer Menge dem Organismus von büßen zrrgefiibrt werden. Im Uebermaß genossen, wirken schon die meisten Nahrungs- und Genußmittel schädlich. Die zur Vergiftung nötige Menge ist sehr verschieden: sie hängt davon ab. ob das Gift in den leerer» oder gesnslten Magen gelangt, ob ein Teil bitrd) Erbrechen entleert und rechtzeitig Hilfe gebracht wird. Dazu kommen noch individuelle Verschiedenheiten der Empfänglichkeit, die aus der täglichen Erfahrung im" Veralten gegen Tabak, Alkohol, Kaffee bekannt sind. Durch Gewöhnung kann ein gewisser Schutz gegen das Gift erreicht werden. Bisweilen-wirkt eine kleina. Dosis unschädlich, erst bei fortdauerndem Gebrauch entstehen durch die anfangs unwirksame Menge Vergiftungs- «rrfcheinungen. Verschieden ist auch das Krankheitsbild, je nachdem früS Gift auf einmal in größerer Menge oder längere Zeit knridurch in kleineren Dosen ausgenommen wurde, so daß einmal eine akute, ein" anderes Mal eine chronische Vergiftung entsteht. Es gibt Gifte, die rein örtliche Wirkungen hervorrufen smie die Aehgiste der Säuren und Alkalien), andere üben ihre Sckpdigungen an entfernten Stellen und an bestimmten Organen aus (Herz-, Nieren-, Vlut-!?if tc>- . Meist handelt es sich um akute Vergiftungen, die Plötzlich aus bestem Wohlbefinden heraus austreten. Es zeigt sich Erbrechen, Durchfall, Unregelmäßigkeit des Pulses. Schwächegefüh! und Ohnmacht. Ueber die Art der Vergiftung klären den Arzt oft die vorhandenen Aetzschorse im Gesicht, der Geruch der Atemluft oder des Erbrochenen, bisweilen die in der Umgebung gefundenen Giftreste, auf. Viel schwieriger ist die Wiener Morgetrzeitrrug Deutsch-Westungarn. Da Westrmgar» auch nach dem ungarischen Fviedeirvertraq nunmehr endgültig Oesterreich zugesprochen erscheint, wird die Uebernahme der Verwaltung Weftungarns in einem voraussichtlich kehr nahen Zeitpunkt erfolgen. Die Vorbereitungen hiezu, die Sektionschef Davh leitet, find so gut wie abgeschloffen. Wie wir erfahren, wird an die Spitze der Verwartring Westungarns zunächst Sektionsrat Nenge b a u e r gestellt werden, der gegenwärtig im Verein mit Legationssekretär Hauens ch i l d als unser Vertreter bei der internationalen Kommission in Oedenbnrg fungiert. Dre Anrnhen in Oberschlesien. Ein Altlmatirrn der tschechischen' Bergarbeiter. — 48stündiger polnischer Generalstreik. Mährffch-Ostrair, 9. Mai. (Priv.-Tel.) Die Demonstrationsversammlung der tschech'scheu Bergarbeiter in Orlau, an welcher auch die BergleutevonDombrowa, PoreMba, Bazy, Sucha und Hetevswalb terlnahmen, richtete an d ie Internat io nale Kommission in Teschen ein mit 14 Tagen befristetes U ltima tu M, in welchem für den Fall, als die Muhe »und Sicherheit her Bevölkere die von den polnischen Terroristen.mit GoMben u. s. w. gefährdet wird. N'chL, gewahrleiffef wird, die gesamte Arbeiterschaft des'schltfischen Sohlen.revieres den Generalstreik zu proklamieren droht. Brir, 9.-Mar. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" meldet aus Beuthen: Am Montag beginnt der 48stündige p olnische Generalstreik im 0b<vschlesischen Abstimmungsgebiet wegen Nichterfüllung der am 26. April ausgestellten Forderungen. Der Streik droht f'ck» länger ouszudehnen. Das deutsche Plebiszit-Kommissariat Warnt in einem Aufruf die deutschen Arbeiter und Angestellten vor einer Beteiligung am Generalstreik.. B^u hen, 8. War. (Wolfs.) Unter-dem Vorwände, die Deutschen beabsichtigten morgen Kundgebungen zu veranstalten und die poln schm Geschä't: zu zerstören, fordert dir „GaMa Ludowa" in Kattowitz die Polen auf, den Deutschen' -zuvorzukommen Und die Ostdeutsche Morgenpost" in Beuthen, die .Mttowitzrr Zeitung", den „Oberschlesischen Wanderer" in Gleiwitz und den Kurier" in Königshütte zuvernichten. erschienenen Blattermeldung als ausgeschloffen, daß Staatskanzler Dr. Renner sich in den allernächsten Tagen nach Belgrad begibt, und zwar vor ayem aus dem Grunde, weil Trumbic in der nächsten Zeit nach Italien reist, um dort die Verhandlungen über die Adriafrage zu führen. Keine Anschlußverhandlungen mit Bayer«. Wie uns von informierter Seite mitgeteilt wird, bezweckten die in den letzte» Tagen sin Rosenheim stattqefvndenen Verhandlungen Zwischen den Vertretern Bayerns, Salzburgs, Tirols und Vorarlbergs hauptsächlich gewisse Erleichterunchronischer Vergiftungen mit ihren unklaren Krankhettsbildern. Die Behandlung eines Vergifteten hat die Aufgabe, das im Körper befindliche Gift zu entfernen oder unschädlich zu machen, zweitens' die Beschwerden oder .Schmerzen zu lindern. Zur Entfernung der Gifte, die sich meist im Verdauungstrakt befinden, verwendet man Brechmittel (Kitzeln des Gaumens), Magenspülungen und Abführmittel (Salze, Rizinusöl). Aber auch Lurch Schwitzen, Aderlaß, häufige Harnentleerung kann eine Ausscheidung des Giftes beschleunigt werden.- Bei Säuren verwendet man Alkalien zur Utischsidlichmachung des Giftes, und umgekehrt, bei Metallgiften Eiweitzwasser. Man gebraucht überhaupt Mittel, deren Beschaffung am wenigsten zeitraubend ist, so Essig, Milch, Kreide, Zitronensaft und dergleichen. Zur Besserung der Herztätigkeit und Atmung führt man dem Kranken heißen Lee, Kaffee, Alkohol zu, legt warme Senfteige auf und wendet Hautreize an. Die Mittel, mit denen sich die Menschen vergiften,- unterliegen auch der Mode. Das hängt jeweilig von der . leichteren oder schwereren Beschaffungsmöglichkeit der Gifte ab. Früher waren die Phosphoroergiftungen durch Zündhölzer an der Tagesordnung, heute vergiftet man sich vielfach mit Lysol, das leicht erhältlich ist. AerMche Winke. Ueber Mmrdatmung. Die Nase als Luftweg hat die dreifache Aufgabe,^ erstens die zu atmende Luft vorzuwärmen, sie mit Feuchtigkeit zu sättigen, sie von anhaftenden körperlichen Elementen (Ruß, Staub) und von bakteriellen. Beimengungen zu reinigen. Ist infolge irgendwelcher Krankheitsveränderungen das Naseninnere verlegt, der Patient also gezwungen, Lauernd oder zeitweise (während des Schlafes oder bei körperlicher Anstrengung) durch "den Mund zu ointen, Jo werden gewisse schädliche Folgen nicht nur für die Luftwege, sondern auch für den ganzen Organismus sich bemerkbar machen. Tie Gefahr .dauernder Mundatmung ist beit). Mai vm Nr. 465 gen im Gretizverkeh r zu schaff««. Zu diesem Schritte sah man sich deshalb veranlaßt, weil vor einiger Zeit die bayrische Regierung die Verfügung getroffen halte. daß nur jenen österreichische« Staatsbürger» ein Paßvisum erteilt werden dürfte di« auch eine Ausenthaltsbewilligung in Bayern erlangt hatten. Darauf hin würde das gleiche von unserer Regierung verfügt. Die Folge war nun, daß sich im Grenzverkehr zwischen den genannten Ländern große Schwierigkeiten zeigte«. Bei den Verhandlungen iu Rosenheim ist es nun gelungen, die Angelegenheit zu bereinigen. Die Meldung, daß es hiebet zu Verei«- barnngen über die Anschlußsrage gekommen sei, entspricht nicht den Tatsachen. _ Tagesbericht. Monte Carlo in der Hinterbrühl. In Mödling haben vor kurzer Zeit einige Franzose«, Engländer und Amerikaner — zum Teil Offiziere — einen Klub ins Leben gerufen, der, wie ein Mitglied dieses Klubs uns mitteilt, in erster Linie der Sportausübung und Geselligkeit nnd erst in letzter Linie deck Spiel galt. Der Klub hatte bei der Station Klausen die Villa R vbsi tsch ek gepachtet und sich dort vor einigen Tage« etabliert. Als die Mitglieder des Klubs in der Nacht von Samstag auf den Sonntag wieder einmal „ein Spielchen arrangierten", drangen plötzlich nt» zwei Uhr morgen- Organe der Mödlingcr Polizei durch die F ett ft e « in die Klubräume ein. in denen sich zu dieser Zeit u. a. die Herren (Gras) C o l l o r e d o, Conte Lud o l f f, Madame M o r d o, Bankier Berger, Dr. R a st i u«d Fabrikant L a b i n befanden. Die Polizisten stellten die Namen der Anwesenden fest und beschlagnahmten daß Spielgerat. Die Mitglieder de8 Klubs in der Billa Rodilschet sind ob dieses Ueberfalls der Polizei besonders erregt und entrüstet, und zwar aus dem Grunde, weil sie in Erfahrung gebracht haben, daß ein bereits seit längerer Zeit bestehender und im H o t e l Rade tzky in der Hinterbrühl etablierter Spielklub eine Konzession seitens der Gemeindevorstehung Hinterbrübl erhalten und mit dem dortige« Bürgermeister einen Vertrag geschlossen hat, demgemäß einem zweiten Spielklub in der HiuterbrÜhl eine Konzessio» nicht erteilt werden darf. Aus dem Wortlaut des am 6. März 1920 abgeschlossenen. mit dem feierlichen Siegel derGeMeinde H i n t e r b r ü h l versehenen Vertrages, geschloffen zwische» den Herren „Julius Dornzweig, amerikanischem 'Staatsbürger, wohnhaft in Mödling, Dehmelgaffe 3, und Adolf Frank, österreichischem Staatsbürger, wohnhaft Bördervrühl, Hotel .Zwei Raben", einerseits und der ^Gemeinde Hinterbrühl anderseits", der «ns vmegelegt wurde, feien die folgenden intereffanten Bestimmungen hervorgehoben: „Die genannten Herren beabsichtigen in der Hinterbrühl einen Fremdenklub mit Spielgelegenheik zu errichten und in geschloffenem GesellschastSkreiS das Spielyergnügen zu genießen. Die Klubleitung verpflichtet sich. Einheimische des Ortes und der Umgebung des Mödlinger Bezirkes als Klubmitglieder nicht aufzunehmen «nd zum Spiel nicht zuzulasfen. Die Gemeinde si chert der Ktubleitnng auch sicherheitspolizeilichen Schütz zu. Die Gemeinde- > vorstehung betrachtet diese dem Fremdenklub erteilte sonders 'für den jugendlichen Körper nicht zu unter« schätzen. .Alle, Lehrer, Schul- und Hausärzte müssen immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, daß .die Wundatmung ein gbnormaler Zustand ist und glS solcher behandelt werden mrttz.. Kurzsichtigkeit der Kinder - ' Ein Leiden, für das die Schule verantwortlich §«* i macht wird, ist die Kurzsichtigkeit. Tatsache ist, daß die Zahl der Kurzsichtigen und der Grad der Kurzsichtigkeit 'in der Schule von Jahr zu Jahr, von niederer zu höherer Schule^ zünimmt. Nicht nur der Unterricht, sondern auch die häuslick)e Arbeit für die Schule, das viele Lesen schlechtgedruckter Bücher bis in die Abendstunden, bei künstlichem Licht, auf der Straße im Gehe« usw. sind in hohem Grade mitschuldig. Das ist ohneweitörZ klar, -daß diesen Schädlichkeiten entgegengearbeitet werden muß: sistdoch der Kurzsichtige im Lebenskampf, viel .schlechter gestellt als der Normalfichtige. Abgesehen davon, daß der Schwachsichtige sich nicht für jeden Beruf eignet Und dem Jntelligenzproletariat verfällt, ist er ein. hilfloser Mensch, wenn er seine Brille verliert oder bricht. Vicht sriihzeftig genug kann den kurzsichtigen Kindern' eine Brille verschrieben werden, weil bei aufwachsenden Kurzsichtigen sogar eine Besserung der Sehschärfe beobachtet wurde, wenn ihnen rechtzeitig durch Trugen von Gläsetn das-Sehen in die Ferne ermöglicht wurde. - Asrztttcher Fragekaste«. Gtuldent. Waffcrmannsche Untersuchung per RkckrümaxkS» ' ftäfftgtöt ift ebenfalls noiwendig. *— Mart« Brunnen. Empfehle sirkntzst.'S Embalten drr dreistiindlgen Nablungsponft beim Sä»ksimg..7- Sonnenanbeter Du unbeschränkte, platt», lose Sonnrnkur iü e n moderner Unfug. Alles schickt sich nicht. für alle.-Streupsie Jndwiduaüsiernnfl und ärzibche KynUvsie dringend nvlwendig. um sich vor Schädigungen zu bewahren. r~r Gelbfncht. Die Karlsbader Kur kann man auch r« Wen durch-- sichrem aber ein Arzt soll sie gucherße«, nicht sich selbst orvimerrn. — Winter. Du teuren kosmetischen Mittel sind meist wertlos.- Mas gut ist. bedarfkemer schonen Ausmachung. K. M. Z. Impfschutz dauert S bis? Jahre, allo Aredev-r impfung.