Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 463 (7.5.1920)
- Date
- 1920-05-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seile 6 WiÄt>"Freitüg 7 Tormann Ko hn bildet eine vorzügliche Verstärkung der Mannschaft und arbeitete an beiden Tagest'.sicher.- In der Verteidigung hatte Frei borg er I einen sehr guten Tag und war ein schwer zu umgehendes Hindernis; auch Meßner arbeitete fehlerlos. 'Als Mittelläufer brillierte wieder-Golden zweig, er" wurde von seinen beiden Kameraden Weih n e r, und Glesin ger vortresfl'ch unterstützt. - Derbisherige Mittelläufer Bernhard spielte als Mittelstürmer und vollbrachte auf diesem Posten erststlhassig-e. Leistungen. Sein Zug zum To re-und seine Ballverteilung erregten vft den Beifall der zahlreichen Zuseher. Die beiden Verbinder Adler und Gettelheim bildeten mit ihm zusammen ein slinkeZ und für die Gegner sehr gefährliches Junentrio. L i ch te n ste i n bot seine bisher beste Leistung, seine Flügelläufe und Centerbälle waren vorbildlich. Der, schwächste Teil war an Heiden Tagen der linke Flügel. Die Mannschaft wird in dieser Zusammenstellung in den nächsten schweren Meisterschaftsspielen zeigen, daß ein unüberwindlicher Sitges- Wille in ihr herrscht. Wettspielverlauf: E r st er Tag: Hakoah erz'elt in der zwanzigsten Minute durch einen Kopsstoß-Bernhards das erste Goal, welches die W'encr aus einem Durchbruch ausgleicheu. Durchwegs offener Kampfdie Grazer mehr im Angriff. Nach Seitenwechsel dasselbe Bild, bis es den Gästen gelingt, durch Kumba die Führung zu erringen. Hakoah hält das Spiel auch weiterhin offen, kann jedoch nicht ausgleichen. Zweiter Tag: S-fort nach Anstoß beginnen die He'mifchen ein unheimliches Tempo vorzulegen und find in der zehnten und dreißigsten Minute' durch Bettelheim und Adler erfolgreich. Hakoah ist derart überlegen, daß die Gäste kaum über die eigene.Spiethälfte Vorkommen. Gis Mitte der zweiten Halbzeit offenes Spiel, ohne daß an dem Resultat etwas geändert wird. Die Wiener beginnen nun ein rohes Spiel vorzuführen, unter dem die körperlich schwächeren Hakoahner schwer zu leiden haben; so gelingt den Güsten nach Verletzung mehrerer Grazer auch der Ausgleich. Durch zwei Elfmeterstöße erringen die Wiener hen Sieg. Die letzten zehn Minuten sind die Hakoahner wieder im Angriff, können jedoch infolge Schußpech und Nichtanerkennung eines ihnen rechtmäßig gebührenden Elfmeterstoßes (Tormann arbeitet mit Ohrfeigen) am Resultat nichts mehr ändern. Sams'ag spielte die Reservemannschaft derH.r-koah ein Meisters6)af sipiel gegen Germänia-R. serven, 4 : 4. Bei Hakoah ze'chneten sich besonders Freiberger II (im Tor), Weichselbaum, Katz und Rosen aus. Die Olympiade 1920 gefährdet. Genf, 9. Mai. (Telegramm der ^Wiener Morgcnzeitüng"? Die Abhaltung der Olymp.schen Spiele, die näch einem Beschlüße des Zentralausschusses m Paris Ende Juni oder anfangs. Juli in Antwerpen stattfindcn sollen, ift durch die Haltung der- Französin stark in Frage gestellt. Bekanntlich wurde in Parts der Beschluß gefaßt, daß die Nationen der Mltrelstaaten auch in dies m Jahre von dem internalwnalen Wettbewerb auSzwchließen seien. Dieser Beschluß hat in den Sporlkrnsen der neutralen, ganz besonders aber der fkandinavi'chen Staaten die schärfste Miß» billigung erfahren. Der größte Teil der skandinavischen Organisationen hat denn auch bereits beschlossen, bei Auirechterhalkung des Pariser BrschlusscH, an der Olympiade nicht Uilzunehmen» Die englische Meisterschaft« Am 1. Mai wurde die englische FM.illmeisicrschast zu Ende geführt. Sieger in der ersten Aga blieb W e st B r 0 m v i ch A l b i 0 n. der von 42 ansgetragenrn Spielen 24 gewann, Zum Abstieg in' die zweite Liga sind die Vereine Sheffield W,e d n e s d a y und N 0 t t s E 0 u n t y verurteilt, die mit den beiden Erstplaciertrn der zweiten Aga Tottenham Hotsvurs und Huddersfreld die Plätze tauschen. Der letztere Verein gelangte auch in d e Cup- Entscheidung!^ in der er von A st 0 n D r l l a erst rm Nachsprel l;0 geschlagen wurde. Die Wettspiele des Sonntags. Der Sonntag steht wieder ganz im Reichen der Meisterschaft. Es stnden folgende Spiele statt: 1 Klaffe: Admira—W. A F-, W. A. C.—Simmering. Wacker—Sertba. Sportklub - Floridsdorf. Amateure—Bienna, Rapid—Rudolfshügel. — H. Klaffe: Ger mania—Nußdoxt, Donaustadl—Sportfreunde. Cricket—Osim:nk. Vorwärts-Red Star, Bewegungstpieler—Blue Star, Slovan—Sturm. Hakoah—Red Star. Das Meisterschaftsspiel Hakoah— Red Siar^ war urivrünglich für den t. Mai ausgclost worden- Mit Rücksicht auf die Veranstaltungen im Rahmen her Maifeier wurden ianttlicfjc Sviele dieies Tages auf den 13. Mar verschoben. Da die Hakoah aber an diesem Termin >m Cup gegen Sturm svielt. mußte das Meisterfcha'ts'vrc! neuerlich verschoben werden. Runrnchr findet das Treffen am Donnerstag den 20. Mai,, einem Wochentage, auf dem Red Star-Platze statt. Die Hockeymannschast der Hakoah svielt, dm 2Z. und 24. d. M. in Mähnsch-Ostrau szegm den dortigen Sportklub, den ste vor kurzem rn Wien 2:1 bezwungen hak. Tennisfebtion der Hakoah. Training (für Anhänger, Spieler) täglich auf den eiaenen Tennisplätzen. XlX.. Aidcsdorfgaffe 6 bis 10 <An>e 38 oder 39). Saffvnbe trag K 200.—. Leihgebühr für 2/mnsbiille pio Saison 100.-. Reuanmeldungen durch das Sekretariat, l-, Werdenorgaffe b, Cafs Cuy. Gerichlssaal. Ein bemerkenswerter Freispruch -er Wiener Geschwvrnen. Die Eltern der 21jährigen Retouchourin Margarete Blau wollten das Liebesverhältnis ihrer Tochter zu dem Volkswehrlm nant Ernst Bauer nicht dulden. Es kam zu heftigen Zerwürsn'ssen, die T-ch.er verließ das Elternhaus und mietete sich bei. der Privaten Charlotte Fr,chö in der HanS Sachsgaffe ein. Frau Wiener Morgenzeitung chützet Euer Heim gegen Einbrüche V lEinbruchsichepeh Tfipyensohluß mit Do’dpcb'-m ScIiIops nnd von beiden Türseller» sperrbarem Verschluss* riegi‘1. der beide TfirflÜ-rol sperrt nnd von r»i°ssn unsichtbar ist. Oesterr. Patent angempldet. B158 Ne-tetlnnpen in der ... iülliuelel stiMck» KMMöMWM Wien, Hl. Aposlelea=pe 39 oder in, Jtidischon Gewerbförderungsamt, II., Tabor^rasse 20 a (Tft'ephon 4t-6-30i Fuchs widmete sich völlig der Pflege ihres kranken Sohnes in Baden und überließ der Mieterin ganz die Wohnung. Letztere war bestrebt,',ihrem.Geliebten eine gew'sfe Wohlhabenheit porzutäufchen. und verschaffte - sich' dadurch- Geld, haß sie die Wohnung der Frau Fuchs fast ganz ahsplütcherde^un-.' ganze,' Gürderoben, Wäschegarnituren und Künstgegenstände verp.fändete . oder . verkaufte., Als nichts.rnehrzu stehlen war, nahm sie bei der Privaten. Therese N,apre t Quartier und plünderte auch diese aus. Durch Briefe einer Nachbarin wurde die Näpret auf die' Mieterin und auch daraus aufmerksam gemacht, daß der Volkswe'.rleutnant Dauer die Ä- Hnung mit Margarete Blau teile. Dies führte zur Verhaftung der letzteren, und heutze hatte sich Margarete, Blau .vor dem Schwurgericht wegen zw''fachen DirbstahhZ'mit einer S.>aienssutnme von über 160000 Kronen sowie wegen ver-. suchter Verleitung zur falsch'n Zeugenaussage zu verantworten. weil sie ihre Mütter während der Untersuchungshaft durch einen aus der Zelle, g schmuggelten Brief zu leeinstusfen suchte. Die von. Dr. Max Körner verteidigte Atigeklagte war heute im vollen Umfang der Diebstähle geständig. — P-r s'hender Oherla'rdesgerichtsrat Doktor Jacob: Was hat Sic veranlaßt, zu stehlen? — Äst- - geklag'e: Der Leutnant hat immer G'.ld gebraucht und ich wollte ihm helfen. Volkswehrleutnant ^Bauer hatte der gerichtl'chen Ladung nicht Folge geleistet.. Wie der Vorsitzende" mitteilte, ist, er ' h;eg.en.. .,tzje;er^ Htrassache in militärischer Untersuchung:' Die^Pjrch'a'er.bezeschiAen die Angeklagte als Willensschwäche, stark ncurc.sthenische Pers'n, die, von ihrer L'ebeslctdenschäft beherrscht, die Vc.brechen vollführt habe. ..... .... Die Geschwvrnen beantworteten die Schuldsragen mit 4 St'mmeni-)-Ja" und 8 iStinünen „Nein", worauf , der Vorsitzende den, Freispruch der Angeklagten verkündete. ■ , Eine Klage gegen die israeMische K:ütn§sgememde. ■: Vor demE nzelrichter res ZwillonvrSgevch'cs Obe> ländesge-' richtsrat Dr. Klang fand Heu edieBuhandlung über cuie Klage von 13 Kran k e n p f i e g e r in n e-a des Nothfchüd' Spitalrs und der Versorgungsanstal' der Israeli tische n Kultusgemeinde gegen diese statt. Die Organisation der Vereinigung. des Wiener Spiwlspfl'gevtrsonals bat. .der KulruSgcmeinde, verschiedene Forderungen überreicht; bezüglich der,- Gepalter, der diplomierten' Kratrkenprli'grrmnen. 'heißt 'eö: Monatsgehalt X 300, .und anschließend daran: „Pfl'gcrnmm. welche schonseit dem- I. Mai 1910 dienen, fiub' den d r p lo mr eri en Krankenpflegerinnen i n \ e d t r . Hinsicht . gleichzuhalten." Und zum- Schluffe des. von der Organffat'on ausgearbklte'en und der Kultusgememde vorgelegten KollekovvertrageS: Den diplomierten Schwestern tft auch die Straßenkle i d und anszurolgen. In dem von der Kultusgememde verfaßten und der Organisation zur Unterschrift vorgelegirn Kollektivvertrag wurden die drei Wörtchen »in jeder Hinsicht" gestrichen, weshalb die Kultusgemeinde dre AuS'vkgung der Straßenkleidnng an. jene Mlegeriun-'M die feit zehn Jahren dienen, vrrwegert. D,e Kultusgemeinde steht, nämlich auf den Standpunkt, daß sich durch den Wegfall der drer Worte die Glnchstellnng nur aui d e Gehaltsb,e Messung brziedt. Bei der Verl,andlung bemerkte die Vertreterin des Sprtalspllegepersonals. das; Verhandlungen über den Kolleknvve, trag stattgrsunden hätten nnd daß das Bestreben der Olganisation dahmging, eine v o l l st ä n d , g e Gleichstellung der bereits zehn Jahre dienenden Pflekleschwestern mit den d plomierten Krankenp'leger-.tmm m erreichen. wie dies auch bei den Krankenanstalten des Krankenanstaltenfonds bereits geschehen ist. Bei der Besprechung wurde seitens der Kultusgemeinde nicht bervorgehoben. daß ste eme Streichung der drei Worte beabstcht'ge. An dre Besprechung schloß sich eine kurze, etwa eine Biertelstunde währende Sitzung, bet welcher der von der Kultusgememde verfaßte Kollektivvertrag ohne die Worte: «in jeder Hmstchl^ verlesen und der Organisation zur Untersckrrst vorgelegt wurde. Wie die Zeugin angibt, habe ste den Kollektwvertrag unterschrieben, ohne in der furzen Zeit gleich zu bemerken, daß die drei Worte schllen. — Nachdem der Brzeprastdent der Kultusgemeinde Hoirat Doktor N a p p a p o r t und der Sekretär Emil Engel als Zeugen ihre Aussagen abgelegt, verkündigte der Rrchter, daß der Klage st a t tz u g e b e n und die Kultusgememde zur Lieferung der Strgßenkkeider für die seit zehn Jahren dienenden Pllegerinnen vervstichtet sei. In der Begründung bemerkte der Vorsitzende, das; die Beklagte von der Streichung der drei Worte der Organisation halte ausdrücklich M-kicilrilig machen müssen. Die Organisation konnte bet der ged'ängten Zeit diesen Ausfall nicht sofort demetken. Die Kuliusgemeinde bat dadurch eine Nnkla-heit im Vertrage g' chasß«. dre nur ihr zur Last gelegt weiden und deren Fowm sie, tragen muß. 7. Mai L92Y Nr. 46S Der Volkswirt. (Sitte Krone -- 2.60 Centimes Geld, 2.65 Ware. \ . Gestern stellte sich in Zürich dir pstet-rrlchische Krone Geld auf . . . 3.60 ( 8.65 am 5. Mast die Lsterre'chische Kryne Ware aus. . . 8.70 ( 3.75 am 5. Matz me östepr.-gestempelte Krone Geld aus . 2.70 ( 3.80 am 5. Mail die östery. - gestempelte Krone Ware auf. 3.10 t 3.— am 5. Mast dir tschechische Krone auf .,« . . .'9.10 ' 8.80 am 5. Mai) die Mark auf. ....... . . .10.65 (10.30 am 5. Mast Agram .... . . ... ...» .8-40 ( 3.80 am 5. Mast Warschau ............ .2.80 t 280 am 5. Mast Budapest »»»»,»». ».»», 2,40 (2,40 am 5» Ä!ast Der tfchecho-slowakische Ledermarkt, Vön unserom Vrunner L. 8.-BerrchLerstatter. - Im Zusammenhang mit der neuerlich bevorstehenden Einschränkung der' freien^ Erzeugung und des Handels mit Leder d.nrch den Staat beherrscht' den Markt eine flau« Stimmung, die in nächster Zeit in Anbetracht des allgemeinen Häutemangels und der durch die ungeheuren Löderpreise hcrvorgerufenen Käußünlüst' beiiN Publikum zur' vollkommenen Stagnation führen dürfte. R i n d s h ä ü t e, an denen infolge des/geringen Gefälles ein empfindlicher Mangel herrscht, sind nur rn sehr 'beschrankten Mengen erhältlich, und die Preise bewegen sich für Haute on bioc um 60 tschechische Kronen herum, für Rkemenleder um 140 tschechische ,Kranen pro Kilo« gramm. Rechnet man hiezu-die fast täglich wächsetiden Regie, aüskagen und Materialpreise sowie die ins Schwmdclhafbe steigenden Arbeitslöhne, so stellt sich, heute der Lederpreis im Inland weit über den heutigen Weltmarktpreis, der in Deutsch,!and mit 220 Mark ^für -?öas Kilogramm fixiert D. Der H ä u t e i m p o r t. ist äußerst gering, da fast cmS« schließlich im Kompensationswege.eingekauft wird. So kam vor einigen Monaten reichsdeutsches Leder, und zwar sowohl Sohlen» wie Feinleder,. trotz des dort herrschenden Leder» mangels'zu uns; ebenso wurden-größere Mengen italieni» scher und französischer 'Ware eingeführt,, die schon - damals zu enormen Preisen notierte, so daß der. ausländische Markt an Rohware ziemlich anzog. In letzter Zeit sind die Exportpreise tu Deutschland ungeheuer gestiegen, was hauptsächlich dem Umstand zuzuschreiben ist, daß die reichsdeutschen Fabriken in schweizerischer, französischer und englischer Valuta Zahlung derlgrigcn, so daß sich daT Kilogramm deutsches Leder heute auf ungefähr 220 tschechische Kronen, Fcinleder pro Quadrat»! fuß auf 126 tschechische Kronen stellt. Für Prager Rechnung kamen gleichfalls größere Zuweisungen von- RindShäuten-aus Üngarn z,t;m niedrigen Preise , von 48 tschechischen Kronen für daZ Kilogramm, doch.hat jetzt die ungarische Regierung infolge des eingetre-tencn Häutemangels einen Ausfuhrzoll aus Häute gelegt, so daß gegenwärtig-die Ausfuhr aus Ungarn wegen der hohen Preise unmöglich-geworden ist. Ueberseetsche - Häute (ausschließlich trockene Bare, die über. Holland bezogen - wird)- können wegen. deS hohen Preises von 80 tschechischen Kronen für das Kilogramm, nur in. beschränktem Maße ein, geführt werden.- ---- Die zur Gerberei benötigen Gerbstoffe für Sohlenleder (Fichten- und. Eichenrinde.) erzeugt die tschecho-slowakische Re, -publik tn-rgroßen Mengentm Inland, so doitz der-Bedarf än diesen-Materialien'gedeckt erscheint. Außerdem wurde auf Grund eines StaatskompcnsatronsgeschafteS'Fichtenlohe gu annehmbaren Preisen aus Deutschösterreich importiert und da die Kammschalung in diesem "Jahre, noch nicht erflogte, ist ein neues ' Kömpensattonsgeschäft in Aussicht genommen. Seit Auflöfunq der staatlichen Bewirtschaftung sind die Rinden» preise auf das Doppelte der damaligen Höhe hinäufgeschnellt und es werden diese Gerbstoffe zumeist',int Kompensation?» Wege gegen fertiges Leder eingekauft, um das Risiko abzuwälzert. - > ' " .« ' - - Da Extrakte im Inland nicht erzeugt werden, sind wir unbedingt auf die Einfuhr dieser für die Ledererzeugung so wichtigen Stoffe angewiesen; Kastanien- und Eichenextrakte werden aus Jugoslawien bezogen, während überseeische Extrakte (argentinischer Quebrachöyolzextrakt) meist über Holland eingeführt werden, wobei sich heute das Gerbstoff». Prozent. bei den jugoslawischen Bezügen infolge der verbesserten Batuta zwischen 30 und 36 tschechischen Krönest, bei den überseeischen Extrakten zwischen 88 und 40 tschechischen Kronen bewegt. In den letzten Lagen wurden von.hiesigen chemischen Fabriken Kompensationsgeschäfte von Fichtennädelextraki gegen Leimledex angetragen, doch konnten diese Ge< schäfte meistenteils nicht zum . Abschluß gelangen, da infolge des allgenteinen Röhmaterkalmangels ein ganz minimales Angebot an Liesen' GerbuNgsabfallen besteht. Knoppern werden bet uns nur spärlich in einzelnen Teilen der Slowakei geerntet und müssen zum größten Teil aus, Rumänien und Jugoslawien zu sehr hohen Preisen eingeführt werden. Valonea wurde in letzter Zeit viel über Italien aus der Levante importiert, dör Preis schwankt heute rücksichtlich des Liresturzes unter dem verbesserten Stand unserer Krone zwischen 400 und 800 tschechischen Kronen für 100 Kilo- ' gramm, während er sich noch vor wen.igeu Wochen auf 600 'bis 800 tschechische Kronen stellte. Von chemischen Hilfsmaterialien, die die,, Lederindustrie -benötigt, macht sich vor allem in Soda ein fühlbarer.Mangel , geltend. Dieser bei der Gerbung. für Bleichzwecke so wichtige Stoff ist trotz staatlicher Bewirtschaftung fast nicht zu er» j halten, überdies stehen die Nestomitzer Sodawerke wegen Roh»! Materialmangels tn diesem Jahre,bereits zum dritten Male und! die Zuweisungen aus hiesigen chemischen Fabriken kommen 1' für die Lederindustrie in letzter Linie in Betracht,