Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 463 (7.5.1920)
- Date
- 1920-05-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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' 9t* 463 Men. freito« Wiener Morgenzeitung —1. ■ ■>, ... >■■ ■ - '■■■■ ■ ■-*„ ■■ 7. Mül 1920 Seue ly Wie bekannt, mußten im Oktober v. I, auf Grund eines Erlasses des Ministeriums für Bolksbeklerduüg von.den einielnerr Fabriken sowohl Vorräte als auch in Arbeit befind» Lche Mare bei der Lederzentrale in Prag ongemeldet werden, tatsächlich wurden damals ungefähr SO Prozent sämtlicher ponote für Vosksbekleidungszwecke zurückbehalten. Diese Lkgabe erfolgt auch heute noch zu verhältnismäßig niedrigen streifen. Natürlich entsteht dadurch für die meisten Fabriken tfn bedeutender Schaden, weshalb die Kosten auf die anderen Naterialien aufgeschlagen werden. Die Preise der für Volksiekleidung bestimmten Ledersorten lind wie folgt festgelegt: Ternleder ' zu 28,48 tschechische Kronen pro Kilogramm, Lrard sohle nieder im ganzen zu 26,45 tschechische Kronen, örandsohlenobfall zu 22 tschechische Krönen, Fleckabfall zu M) tschechische Kronen pro Kilogramm (alle ohne Rücksicht tuf den Einkaufspreis der Rohware). Die NiemenledererzeuguNg ist infolge des herrschenden Fettmangels (Talg, Paraffin, Stearin, Ceresin) ungeheuer behindert und außerstande, den Bedarf' an Treibriemen zu decken, trotzdem diese Lederbestandteile für sämtliche Jndu> jtrien (Textil», Eisen-, Dierindustrie üsw.) von außerordentlicher Wichtigkeit sind. So droht trotz staatlicher Bewirtschaftung dev oken angeführten Fettstoffe die vollständige Lahmlegung fieser Erzeugung, was bei der Wichtigkeit dieser Artikel von sehr nachteiligen wirtschaftlichen Folgen begleitet sein dürfte. Die Riemenpreise. stellen sich für einfach genähte auf 185 tschechische Kronen, für doppelt genähte, breite Riemen ruf ungefähr 200 tschechische Kronen. Da sowohl im Schleichhandel als auch im Jmporttyege für Riemen nicht einkalkulierhare Preise verlangt werdeu/ist an eine Niemenausfuhr schon wegen der Exportsperre überhaupt nicht zu denken. , Die Schuhfabrikation findet im Inland äußerst geringen stbsatz, da der Privatkonsum infolge der hohen Preise absolut keine Kauflust an den Tag legt, Daher ist auch der Großhandel nicht in der Lage, seine Vorräte abzusetzen. An e.inen 'Export kann nur unter Kompensationsbedingungen gedacht nerben (fertige Schuhe gegen Rohhäute), wenn auch diese Geschäfte infolge der ins Maßlose steigenden Eisenbahndiebjtähle nicht wirksam erscheinen. Totzdem sind wir noch immer Anstande, weit billiger als das Ausland zu produzieren und dahet Schuhe zu Preisen zu'erzeugen, die uns am Markte konkurrenzfähig machen (Exportpreis für tschechische Schuhe 10 holländische Gulden gegen holländischen Erzeugungspreis von 12 bis 15 holländischen Gulden). ' Wie bereits anfangs erwähnt, verlautet aus den Kreisen her Ledermdustriellen, daß im Laufe des Monats Mai neuerlich die staatliche Bewirtschaftung der Rohhäute und des Leders eingeführt werden soll, und zwar auf Grundlage von 80 tschechischen Kronen Rohhäutepreis in Kompensation gegen v 5$edMc Kronen für fertiges Leder. Natürlich ist hauptsächlich diesem llrnständ die momentane Abflaunng in der MichfraM (sowohl irl RöhhäuteN wie auch in Leder) zuzufchreiben. Aber auch Zeitungsberichte über die letzte Rohißäuteäuküon in Kassel und die durch Regierungsverordnung gewaltsame Herabdrückung ber. Preise um 50 Prozent veranlassen den Ledcrmarkt zu reservierter Haltung. Gleichtzöitig^ erfährt man aber von der Rohhäuteauktion in Leipzig, daß die Rohyäutepreise bei dieser Auktion um 6 bis 10 Prozent gestiegen seien, s " Die Zollzuschläge auf 1900% erhöht. Wie wir erfahren^ toabcn die bisherigen Zuschläge von 50C°/o bei der Entrichtung von Zöllen in Bgnknotem in nächster Zeit auf 1900°/, erhöht werden, so daß ste das Zwanz''gwche des Grunbzölles betragen werden. Dwie Erhöhung wird natürlich wieder m den gesteigerten Warenpreisen zum Ausdruck komme» und von dem Verbraucher zu tragen sein. tzandelsnachrichten aus der Tschechoslowakei. Prag» 5. Mäi. lPrivat.) Aus dem Programm der sür den 16. Mai an beraumten ordentlichen Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Kreditbank für Böhmen befindet sich Unter ändnenr ein Anttag de8 VcrwaltüngSiates auf Erhöhung des Akteukavaals von 40 auf 80 Millionen Kronen. DaS genannte Institut hat in dielern Jahre bereits zweimal Kavitaiserböhungen dnrchge^ühit, und nvar wurden um Mitte Jänner und um Mitte Fcwuar je fite 10 Millionen neue Äklien emittiert, wodurch das Kapital ans 40 Millionen erhöht wurde. In der Generalvers.rmmlnng der Koliner K n n st° düngerfabrrk wurde beschlossen, dm Aktiencoupon mit K 30.— einzulvien. W 't-"s wu>de der Beschluß gefaßt, das Kapital von 5 auf 10 Millionen Kronen m erböbrn; d'e neuen Mitiel sollen auch zur Einsüh'ung neuer Erzenanisfe Verwendung finden. Der Geschäslsberrcht we st aus die Piovnkl'vnsschwierigkeiten der chemischen Industrie hnr. Ber der Erzeugung von Kunstdünger bleibe man auf die geringe Menge des ln-muschen Robmale'ials ^Knochen) beschränkt, auch fehle es an Kohle- Die PcSeker Fabrik müsse oster ihren Betrieb unterbrachen, wo,unter e>ne Reibe anderer industrieller Unlernebmiingen zu leiden habe. Alle diesbezüglichen Jntcivenliomn bleiben iruchtlos. In der Gene^alveuammlnoq der A-G. Odkolrk. Dawpsmüble und Brotfabrik rn BisioLan. wnrde ans dem >m Jahre 1919 erzielten Re nrewinn von kl 992.367 die Verteilung einer D vidende von K 30.— (int Vorjahre K 25.-—) beschlossen. Der Antrag aut Erhöhung des Aktienkapitals von 3 auf 5 Millionen Kronen wnrde genehmigt. D i e E r st e Brunner Maschinenfabrik bi'ankraat d'e Erhöhung des Akrenkapitals von.20 Millionen auf 40 M'llionen Kronen. Für 191^ werden von der K a b e l i a b r i k - A k t i enfl e i e 11 s ch a f r in Preßlnng 60 tschechische Kronen und sür 1919 72 tschechische Kronen Dividende verteilt. Unter Mitwirkung der Zivnobank und der Mährischen Agrar- und Jiidullr albrrnk wurden die Firmen F. CenSk >n JmoinSk, Fr. Howubek ui Nusle, Joh Oubinek rr. Eobn in Lieden und d>e .Monovott'-Kelzen- und Sei eniabnk in Juugdunllau in rin Unternehmen vernuigt. welches sirnneren wird: »S a v o n » a. vrremgte tichichuche Reifen- und Kenen- »abriken in Prag* Hiezu erfülut der „Utl?. Oznam.", daß das Kapital 10 Mlllionen Kronen betragen werde. Bankrrotettumlairf 61.8 MiMarden. Dem testen Wochenausweis ber Ocstcnelchisch-nngan'schen Bank zufolge ist der Banknotmumlans um ^44 M-ll onen auf 61.8 Milliarden gestiegen, wovon aus Oesterreich 15.5 Milliarden entfallen. ' Semperit A G. Die ^niter dem Vorsitz des Präsidenten Direktor Hugo Marcus äbgehalieue ordentliche G ncralveisinuvtlnng dcr Sempeiit ösrcn'eichsich-amerlkani'che Gummi- - wecke A. G. beschloß die B-'Ueilung einer Dividende von K 34.— pro Aktie. Sänttliche anS'cheid''Nden Vcrwaltnngsläte wurden wieder und die Heuen Camillo C a st i g l i o n e und Paul G o l d st e i n neu in den Verwaltungsrat gewählt. Wiener Gewerbe- «nd Genossenschaftsbank M. G. Die videntllme Generalversammlung beschloßdie Veiteilnna einer ' 6°/yigen Dividende und wählte rn die Dirck.'ion d-e Heuen! Ludwig B l a ch. Anton E b r n f r i e d und Anton Harpke wieder und Herrn Adolf A n d e r l neu. 1 Valirtenkmrse. Jin gestrigen freien Verkehr waren vg»' den fremden Zahlunasmittrl R u b el n ö l en und tz.vstu r Markn oten begehrt und wcsentlch höher. ES notiertent Leinoten K 3.86, Nubelno 1 en K 3.13 itotö K 3.24; Marknotengrün K 4.33, 8 i r e K 11.10. D o 11 ä r> K 237.—, Schweizer Noten K 41.—, Pfunds 930.—/ ts ch e ch i s ch e N o t e n 3.63, Auszahlung P r a g; kl 3.60, Auszahlung Berlin K 4.36 und u» g est em pelle Noten 86°/ü. . "i Nothafenladungen. Orsterreichische Eigner von Warm ans den bei Kriegshegmn in Nothafen gelegenen deutschen Dampfern „Hoeidc". ,Klüst". „Scandia", „Sithonia", «Bahia Laura". ,Negada" und ..NliodoviS" wollen sich unverzüglich mit dem Abrechmmgsam'e, W en. S ubrmmg 8. in Verbindung setzen, falls ste v«n den Reedereien noch keine Nachrichten llher den Verbleib der Warm erhalten haben. Wien7r Börse. Mangels einer kräftigen Anregung bekundeke die Spekulation an der gestrigen Börse Zurückhaltung, wom auch noch die von B.'rlm vorgelegenen niedr'ae,eir No terungen und die bevorstehende Versorgung vielfach b'igetragen haben. Die Knrle beweaten sich zumeist aut ermäßigtem Niveau, bis ' aut Skoda- Aktien. w kche nach einer aniänalichen Abschwägung reger begehrt und höher warm infolge von Käufen für tranzvst'che Rechnung. Mlt einer Steigerung wmden ferner dieIktien der Unionbank bedacht, da gerüchtweise vcrlaut-te, ein Teil des Bcstyes der Beit»chcr Magnesii-Aktren sei zum Verkaufe gelangt. Die Südbahnwerte litten unter der Meldung von S chmierigke.ten m den Verhandlungen der Südb.ihn mit der jirgoslawischen Regierung, doch wachten dese Wme im Veilame des Verkehrs einen großen Teil ihres Bcrtnstcs wieder he,ein. Auch im Schranken war Abgabelust vviherrschcnd. Lediglich Pciroleumweite und einzelne Mafchrnemai'riksakilen w elen Besfernngen auf. Bis znm Schluß konnte der .Bertehr an Ausdehnung nicht gew nnem Nenren lagen ebenfalls schwäch r, b s ans ungarische Goldrente, welche 4"/« höher gehalten war. Im übrigen verweisen wir auf nachstehende Schlnßkuise: Industrie-Unternehmungen. Allaemeine Baugesell» 'chast —(-Unionbail 729— (— 19 —) Wien» Baugesellschist 820.— (--- —.—), Königshofer Zement —- -Perlmooser Zemen« 2895 — (— —.—), Wienerberger Ziegel 19*20 — i— 80.—), Lresinger Brauerei 1490.— (— 10.—), Sarajevo 2500. — C+ 100.—), Aussig Chem. 7850.— (+ 100.—), Brosche Spiritus 2900.— (— —Carborundnm 3392.— ‘4* 42 —). Clorhilvc 2305.— (+ 25.—). A. E G. Union Elektr, 1697.— <— 3.—', Vereinigte Elektrische 1242.— (4- 17.-*), Siemens Schlicken 1651.— .-Atmne 4l25.— (—35.—). Berg- und Hüitenwerke 9860.— (— 100.-?, Austria Email 4370-— r— 30.— \ Eaydier —.— {-EnzcZtckder2tl5.— (4- 105.—), Felten & Gn'lleaume —(— —Greinitz Eisen 2400.— (—100.—), Hutker & Schrany 1540.— (4* 10.—), Krnvv A.'G 1450.— {+ 10.-'. Boldihülte 2880.— (+ 50.—), Prager Ellen 7400.—(— 175.—). Rrmamurany 3485.—(4* 45.—), Skoda werke 2890.— 55.—;, Wastsniabrrk 8700.— (— 55.—V Brüxer Kohlen —(— —>, Glau» Szascharer 2875.— t— —.—), Nordung. Kohlen 2540.-7- — —.—), Obcrung.Hütten 4960.— 1+ 155—).Rossitzev —.r- '-Calgv'Tarjaner 6940.— (4- 20—', Trisailec Kohlen 3570l- 75.—), Ung. Allg. Kohlen 85l0.— (— -7-.—).Uritanh 4850.— (4- 50.—),VeltscherMagnesit 15.400.— -l- 150.—), Westböhm S925.— t— 175.—0, Donek' Maschinen 243b.— s— 5.—), Brünner Mafckimen 3298.— (4-103.—), Daimler Mororen 1415.— (--10.-), Fiaiwerke .15^7Y.-^ (— 15.—), Herd Maschinen 11"5.— (4- 15—), Hosherr & Schrantz 11BB.— (— 10.—1, Sigl Lokomotiv 1380.— (— -*-.—), Anston 2130— k-k- 85.—), Simmeriitger 1280.— (— 5.—), Elbemühl 2910.- (4-10.-'. Leylanr-Josetsklialer 2302.- (4* 8.—), Lkeusiedler lO.OOO.— (4- 2V—). Apollo 3950.— (-, Fants 15.300.— (4* 400.—), Karvaihcn 10 550.— (—450.—©flUjta 14 480.— (4- 240.—). S chodnica 11.000.— (--.—), CoSmano- 3900.— (-Fczfabrlken 4775.— (-1- 25.—), Schveller tz einig ist Stadt und UM in der MMssung ™ dass Eo$a»leibe als sicheres tfitlasepapi« 'Plllftiteh Id^l mit 6eivimiau$sici)i unbedingt zu ««icftntn i$i Jl(tlllil9t4 LL* illitl ly&Vl Die Widerspenstige. Aus dem Jüdischen des A. Weißenberg. (Cchsuß? Ein Schlu-chien durchbebt ihren Körper und wie ich mich auch mühe, sie streichelnd und kosend zu beruhigen, ich schluchze nur mit. Und ich suche mich selbst zw schützen: „Steht's so? Was tut man 3a?'- -„Du sagst, was man tun muß", sagt sie schlirch^nd. „Sag' das!" bitte ich sie wieder. . ' „Tu.' mit mir, was du willst." „Du, ist die H'ch'^eit schon festgesetzt?" "„Ja. Auf den Sabbat nach.Sch4vuoth» .Doch als ich wegen der Hast zu weinen anfing, häbeü sie sie für den Sabbat Nachmu — den Sabbat des Trostes — bestimnlt." „Still nur", sage ich, „das ginge schon an,.da kann man noch etwas unternehmen. Ich n-ehme dich zu mir, verstehst du, in die ganz fremde Stadt nach — stach Kaluschin zu meiner Mutter. Mut! Gott wirf schon Helfen." „Warte nicht, mein Jossel," fleht sie kosend. „Warte nicht, Ich Hab' so Angst." „Ser ohne Angst", sage ich und ich streichle ihr das weiche .pciä-Vr „es wird schon altes werden." „Nein, Jcfsel, neink Nimm mich gleich, gleich au' der Stelle und wär's zu dir ms Haus", sagt sie'ver- Da bleibe ich verwirrt stehe». Dumme G sch'chte. Ern Eiirfall von eincin Mädel! Nünm sie nach Hau§! Gut. Ich würde es so. machen. Ich käme, in später Nacht ö-aheim au, klopfe gegen die Fensterladen. „Mamme, macht aus." Das Kettchen knarrt und ich Uttd Deborah kommen ' 'rein. „Willkommen!" Meine Mutter ist eine klage Frau und begreift schnell. Frag: so zum Anfang, wie um ihr auf den Zahn zu suhlen: „Deborah, was machst du Gut?S?" - . Hecht vremcden Kochk vom Bett und guckt sich verwundert um, bald zu mir. bald u Deborah, als wollte sie sagen: Feine Geschichte! „Für. seine ältere Schwester sorgt er nich.! Geschäfte hat er. Na ja!" Aber das ist noch gar nichts. Kleinigkeiten. Und am Sabbat! Da/Wird's nur so regn"n von Sticheleien. Unsere Brüder" haben em loses Maul. Ja,, wär's nicht so gekommen? Ich mußte doch daran denken, wenn ich ihr den Willen tun wollte, und so schlage ich ihr vor: „Höre nur, Deborah, du s-richst wie ein Kind. Deine Mütter wirdüdir nachausen bis in die Stadt und der Rabbi wird bald s inen Diener schicken."' „Du fürchtest dich vor dem Rebben? (undsie schüttelt ihren Kopf). Du fürchtest dich? Und ich?, Glaub' mir, mein Jcssele, ich kenne nicht Furcht und acht den Tod, wenn nur du willst! Doch willst du e.wa. daß ich mich fürchten soll?" Das sind böse Worte, denk' ich mir und laut sage ch: „Glaub'^nir, Deborah, ich wi'l dir folgen, wohin iinmer, und mein Herz ist bei dir. Aber die Menschen!" Da wurde sie still. Sie' hatte verstanden. Könnt, sie mir ganz unrecht geben? Ich fühlte, daß mir das )erz zerspringen wollte. Aber was war zu tun. Man nutzte eben warben. Keiner wagte, ein Wort zu sprechen. Und versonnen saßen wir im Grase. Ihr Kopf liegt an meiner Brust. Ostseufzt sie und ihr ganzer Körper bebt. So saßen wir, bis der Morgenstern aufging. Da standen wir auf. küßten und umschlangen uns. Sie fing heim, und ich blickt« ihr nach, wie sie mit loichten^ surtigeu Schritten fortlief. Ich blickte ihr nach, bis ich den Riegel an ihrer Tür knarren hörte. - Ich hatte mein' Pferd wieder angespannt. Kaum ivkeoer auf dem Wagen,, da höre ich die Türe von Deborahs Haus wieder gehen und sehe das Mädchen auf der Schwelle. Sie steht still da. regungslos, ohne Wort., ohne Zeichen. Und wir wird so bang ums. Herz, daß es mich nicht fortfahren laßt. Was sollte'ich nuH un? Mitnehmen — nicht mitnehmen. Ich sehe keine«- Weg. So.ist's schlecht und.anders auch. Sie aber regt sich nicht. Ich werfe die Zügel wieder kia und' steige: vom Wagen. . Ich fasse ihre Hand-und sage: „Deborah, sei-nicht' traurig, meine. Deborah. Gott wird, helfen. Pach: . Schewuoth wird alles werdeni". ' . . f\. i Sie hat kein Wort geantwortet, blickte mich mup' starr und weinend au. Und als.ich sie wieder itrttsj' wieder küßte, preßte sie sich dicht an mich, und iE suhlte küssend das Beben ihres jungen Leibes, l .. Wir nahmen Absch'ed, still und -lieb. -Ichsprang. - auf meinen Wagen. Sie aber blickte mir Nach, bis- > ich weit auf der Chaussee verschwand'. Und sin i^ren Augen lag-die Klage: „Das letzte. Mal". . * Wirk.ich — »das letzte Mal. Die .Mutter hatte ihr vorgeredet, daß die Hochzeit auf Sabbat Nachmw verschoben sei. Vielleicht könnte dieser fromme Tag' die Tränen hemmen in Deborahs Angeu. Als', aber. Schewuoth vorüber war, den Freitag daraus, hatte oie Mutter zehn Männer herl>e'.geruf-n. Vier hatten, das Tuch des TrckUhimmels gehalten und d'.s Geschich^ war fer ig. — Aas!" Ter Himme^ wurde bleich und bleicher, das Sterns gefuil'tel wurde matt und verlcsch wie ein Iahrzeitlicht. Der 9Rond senkte sich tief zur Erde herab und rät, als wäre er trunken vom Blute, guckte die eine Hälfte über den Horizoitt hervor und warf einen letzten traurigen iBlick auf das Haus, vor. dem wir hielten. Ich blickte Jossel an, der versonnen dastand und sagte: „Was wollen wir. hier' noch länger stehen?" > Er antwortet: „Sie haben recht." Und er setzte seinen Fus; auf das Vorderrad. „Sie häbeu recht. Ich habe hier gar nichts mehr -zu suchen. — . Vorwärts, ntciit f' r rl)'t! Hoppst< Q übe,