Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 457 (30.4.1920)
- Date
- 1920-04-30
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 /Men» Freitag v n i. ■ ■■Vwr<iirnirtnrr,iAr,iiw**i wii^ä»Mi»ipfi.. < , .-...... ' t ftutfS Recht. Dann führen Sie aber diesen Kampf' ehrl'ch, lagen Sie gerade heran-, was Sre wollen. Ater verprügeln Sie nicht Mische Studentinnen, um diesem Ziel näher' zu kpmmen. Wollen Sic Ihren Kapp- und Horthy-Thron aufbaucn, bitte schön, Sie haben die weite deutsche Erde! Aber der jüdische Rücken ist nicht dazu da! Wir verbieten es uns; entschieden, daß die untereinander streitenden Kapp- und Horthy-Helden sich aüf Kosten des jüdischen Voltes im Anti, semltiSmuS eine gemeinsame Plattform, schaffen, weil sie sich doch nicht gleich gegenseitig anfallen wollen. Und weiters muß ich auch noch gegen dis Unaufrichtigkeit protestieren, welche in dem Worte -? „Ostjudenfrage" liegt. Es heißt, »gegen die Ostjuden" und' man bedient sich sogar desArgumentes,datz die anständigen und vernünftigenWestjuden auch ecr Ansicht sind, daß man mit diesen Ostjuden aufräumcn soll. Ich weiß nicht, ob ich in "Ihren Augen ein vernünftiger und anständiger Westjude bin, aber eines kann ich Ihnen versichern: Ich falle Ihnen auf diesen Schwindel nicht hinein. Um waS geht es Ihnen? Hier klagen Sie immer in beweglichen Worten: Die Juden vergiften als Uniberntätsprofcfforen und Lehrer unsere Jugend, das jüdische Groß-' kapital, seine Direktoren beherrschen unser Wirtschaftsleben, die jüdischen Redakteure der großen Zeitungen verseuchen unsere Dresse. Die Schaudliteratur — und cS gibt eine solche Schandliterotur (So ist es!)' — diese jüdischen Operettenfabrikanten, Filmfabrikanten, Erzeugervon schweinischen Romanen (Sehr richtig!), die. müsien hinaus! Aber seien Sie doch aufrichtig. Sind diese Leute Ostjuden? Forschen Sie doch nach, in welc^r Himmelsgegend diese Juden geboren sind! Und um diese achts. Schützen Sie nicht immer den Begriff Ostjuden eor. Die Ostjuden sind genau solche Menschen, wie die Westjuden. Sie sind nur unter etwas anderen Verhältnissen ausgewachsen und manche tragen Merkmale, Makel an sich, die. aber keine jüdischen sind. Meine Herren» tnele dein Ihnen sind im alten österreichischen Parlament gesessen. und wissen, daß unter der- Herrschaft des Polerrklzrbs v alles, gleichgültig ob Christ oder Jude, korrumpiert werden mußte, jeder in dieser Atmosphäre zu leben genötigt war. Wie oft hat man an dieses Haus cwvelliert: Um Gottes 'Willen, fällt doch diesen Leuten in den Arm, gebet doch nicht zu, daß Millionen seelisch vergiftet und verdorben werden! Aber hier in Wien hat man sich mit dem Polenklub sehr gut vertragen und hat ruhig mitangesehen, wie der Misthaufen im Osten immer höher und höher gewachsen ist. Ich fühle nicht solidarisch mit jüdischen Gaunern und Schwindlern aus dem Osten und dem Westen. Verfolgen Sie sie, stellen Sie sie vor ihre Gerichte und Behörden, ihre Bestrafung wird mein?» Wumwe mcbr entsprechen, als dem Ihren. Für Sie sind-ja jüdische Schlechtigkeiten schließlich eine ganz gute Agitation?- - fache. Aber für mich sind jüdische Schlechtigkeiten -eine Krankheit, die am Körper meines Volkes wuchert, und ich bin der letzte, der sic vor Bloßlegung schützen würde. Fassen Sie die west- und ostjüdischen Schwindler und Verbrecher, aber für mich gibt es nur einjüdisches Vokl.ich fühle mich solidarisch mit allen Jrchen, ob sie aus dem Osten oder Westen komtnen. Ich ’ reflektiere nicht auf eine Duldung, die sich darin ausdröckt, daß man erklärt: Ja, Westjuden, sind ganz anständige: Menschen, aber die Ostjuden! Ebensowenig wie ich darauf reflektiere, daß mir die Herren Antisemiten, wie sie das in persönlichen Verkehr mit Juden so gerne tun, sagen: Ja, sie per-; fönlich sind ein achtbarer Jude! Leider Gottes sind viele; Juden dazu erzogen, das als eine Schmeichelei aufzufassen. - Ich fasse es als die 'größte Frechheit und Impertinenz aus,; wenn man mich in einen Gegensatz zu anLeren Westjudeüoder - zu den Ostjuden stellen und damit schmeicheln will. j In. -er Behandlung der Judenfrage, auch, was die Zul kassung, jüdischer Hörer zu den Hochschulen betrifft, ist jetzt ein neuer Weg vorgezeichnet. Wir. Jüdischnationale irr Oesterreich wenden uns vorerst an Sie als die Führer und verlangen von Ihnen eine gerechte - Behandlung des Problems. Wr verlangen das auch von der Regierung. Es wurde ünS gestern in der »Arbeiter-Zeitung" der Vorwurf gemacht, daß die Jüdischnationalen anläßlich'dieser Vorfälle zu den fremden Missionen gegangen sind, um bei ihnen Schutz und Hilfe zu suchen. Ich erkläre Ihnen, daß diese Angabe absolut unrichtig ist. Ich verbürge Ihnen mit Meiner Person, daß von uns!ciit derartiger Echrit unternommen wurde. Es hat sich etwas anderes ergeben. Ich habe. Ihnen bereits 'mitgeteilt, die zer-' störten Küchen wurden von fremden Missionen eingerichtet und die- Dertreter der Missionen , sind selbst hingegangen und haben sich eben die Sache angesehen. Wir haben niemand gerufen. Ich erkläre das nicht, weil ich mich vor der Beschuldigung furchte.. sondern um der Wahrheit willen. Wir leben in diesem Staate, wir wollen zu seinem Gedeihen beitragen und in ihm unser Recht ohne fremde Vermittlung finden. Wenn uns dieses Recht verweigert wird, dann stehe ich nicht an. Ihnen zu sagen, daß für uns der deutschnationale Hochschulausschuß oder das Rektorat der Wiener Universität nicht die letzte Jnstaüz find, wo wir das Recht für unser Volk, unser Menschenrecht, suchen. Nein, dann appellieren wir an die gesittete Menschheit und wir tun damit nur das, was Sie für sich in Anspruch nehmen. Hier von dieser Stelle hat der Herr Vertreter der Großdeutschen Partei erklärt: Wir müssen für unsere Volksgenossen draußen, für die Minoritäten ein Komitee schaffen, welches streng aarüber wacht, daß , die Bestimmungen deS Friedensvertrages diesen Minoritäten gegenüber eingehakten werden. Meine Herren, glauben Sie nicht, daß der Friedensvertrag' ein Buch ist, dessen Lektüre und dessen Benützung nur den» deutschen Volke gestattet ist. Sie ist auch uns Juden gestattet. Gleiches Recht für alle! Ich möchte Sie auch bitten, nicht zu glauben, daßwie ehedem, die Behandlung der jüdischen Frage eine interne Sache der betreffenden Länder und Völker ist. Ueber dieses Stadiums daß nämlich die Juden dort, wo sie wohnen, eme von der ganzen Umwelt isolierte Masse darstellen, so eine'Art Ansammlung von Hausjuden, mit denen man sich verträgt oder mit denen man sich herumschlägt, über dieses Stadium sind wir glücklich hinaus. Nein, 1 wir Juden sind ein Bierzehn-Millionenvol?. Hier in diesem Hause hat der Slaatskanzler erklärt, daß eS noch nrcht feststehe, ob wir ein Volk sind oder nicht. Den Herrn Staatskanzter in allen Ehren, aber wichtigere Faktoren haben diese Frage bereits entschieden. Erstens der wichtigste. Faktor, das j ü d r s ch Volk, und zweitens der Völkerbund. Vor wenigen Tagen konnten Sie lesen, daß der Oberste Rat das Land Palästina de« jüdischen Ration als Eigentum übergeben hat, unbeschadet der Rechte der Juden, dieaußerhalb Palästinas leben. Es war em großer geschichtlicher Moment, und er hat hier in diesem Hause nur einen ganz kleinen Widerhall hervorgerufen. Der Herr Heini von der chnstlichsozialcn Parier hat nämlich während der Abstimmung über die Wettrerinsteuer gerufen: Hoch Zion! Das war der Widerhall. . . iZwischenruf.) Sie werden zugcben müssen, Haß es sich hier mindestens um euren in der Geschichte einzig- /Wiener Morgenzertrmg .. ... |», :-- — - -- -i ■ ■-!— - Die täglichen Morde. U»s B ü d a pe'st werden uns neue Mitteilung«» über die Großtaten der weißen Offiziere gemacht, die wir der Ausmer'samkeii: der englischen Regierung empfehlen müssen, da sie immer wieder auf die Informationen ihrer mit den Budapesber Machthabern verschwägerten Vertreter sich beruft. '-- ■ " > Moriz Groß, - Grundhes'tzer in JakabszallaD, wurde des Nachtsaus seinem Bette gerissen und in der Nähe seines Bes'tzes ermordet. Seift einziges Verbrechen war, daß er Jude war. Moriz Fon ho, eiu 70jähriger Reisender und sein Sohn Elemer, waren verschwunden. Nun hat die Donau ihre Leichen bei Dunaföldvar ans Lcknd gespült. Sie waren Juden. Beide sind erwiesenermaßen Opfer der im Hotel Brikania in Budapest hausenden Os fl - LersbrachMforMlion. Stephan Werner wurde .in HajiNasker interniert. Es war bekannt, daß -er. 20.000 Kronen bei sich trug. ÄHer vom Transpprtwagen stieg und einige Schritte vorwärts gin^ schätz ihn der mit dem Transports betraute Oberleutnant nieder .undraubte ihn aus. In der Meldung an das Kommando findet sich, die stereotype Behauptung: »Her Jude trollte flüchten und mußte miedergeschossen.werden". In einem Budapester Hotel hatte ein galizischcr Kaufmann, nameus Gelb er, gtzrade den Meldezettel ausfüllen wollen, als er von einem Brachialoffizier be'feite gerufen und zur Ausweisleistung aufgefordert wurde. Nach d'cser Prozedur wurde Gelber abgeführt und seitdem fehlt jede Spur, von ihm. In unmittelbarer Nähe der Helenfö^der Kaserne, neben dem E settbahndamm, wurden letzten Donnerstag frühmorgens drei männliche Leichname gesunden, Ihre Jndentität konnte bis heute nicht festgestelltt werden. ' Von dem ans'der Gemeinde J'sak im Pester Komitate anläßlich der Osterpogrome vergebenen und mißhandelten Juden ist ein Mann namens Groß .seinen Verletzungen erlegen und die Frau des Kovacs-Kohn infolge der mrsgestaridenenSchrecken dem Wahnsinn verfallen. artigen Moment handelt, wenn nach sechstausendjähriger Eristenz, nach, dreitausendjähriger Zerstreuung ein Volk wieder seine Heimat bekommt. Und Sie werden es lernen müssen, darauf anders zu reagieren, als mit einem ironischen „Hoch Zion!" während der Debatte über die Wettrennsteuern in Oesterreich! Ich fordere diese Ihre Aufmerksamkeit gar nicht so sehr im Interesse meines Volkes. Vierzehn Millionen Juden mit einer Heimat sind eim F/aftürundniemand wird schlecht daran tun, mit diesem Äolse, -wenn auch nicht jn ein Verhältnis der Liebe, so dochd em Verhältnis der Achtung und der gegenseitigen MrpändmlMg M treten. ' Als Schlagwort dieser' Krawalle an der Universität wird die Behauptung gewählt, daß ' - zu viel Juden aii der Universität sind. Ja, meine Herren, es sind zu viel Juden an der Universität. Sie können die Uebcrprodüktion an geistigem Proletariat seitens der Juden gar Nrcht so beklagen und-bedauern, wie wir sie bedauern. Aber ich bitte Sie/ doch freundlichst zu beachten, wieso es zu dieser Hypertrophie gekommen jst. Wreso es dazu gekommen ist, daß wir geistig und wirtschaftlich so verkrüppelt' dastehen, daß wir fast gar keine Gewerbetreibende haben, hingegen Handels- und Jntellrgeuzberufe bei uns überfüllt siftd — glauben Sie nicht, daß dies vorbedacht geschaffen wurde. Sie sagen immer, wir Juden gehen aufs Verdienen, dorthin, wo Reichtum. blüht. ' Gar weit sind wir mcht gekommen! Betrachten. Sie'nur die Friedhofstatistik der Wiener israelitischen Kultusgemeinbe. Bei einem Sott: von Kapitalisten und Reichgewordenen, muß es doch sehr sonderbar berühren, daß 80 Prozent aller Leichenbegängnisse Armenleichenbegängnisse sind. Wir leiden an dem. Nebel, daß der jüdische: Reichtum. fabelhaft bemerkt wird. Er multipliziert sich beim Ansehen. Ich will nicht, daß Sie Brillen, anziehen sollen, um. das besser zu sehen. Ich möchte nur konstatieren,- daß wir1 Juden selbst diesem bestehenden Zustand ein Ende bereiten wollen. Ich muß aber nochmals feststellen, daß nicht wir diesen Zustand herbeigeführt haben. Wer hat üns in den Wucher Hineingetrieben? Sie wissen, wie man uns'.alle Zünfte verschlossen, wie man uns vom Boden serngehalten hat. Wohin sollten wir gehen? Wir sind in diese Oede des Wuchers und der. Ueberintelligenz von Ihnen hineingedrängt worden; gepreßt hat man uns. Und was mqn früher mit Gewalt schlecht' gemacht hat, kann man jetzt mit Gewalt nicht gutmachen. Glauben Sie nicht, daß Sie durch Ausschreitungen und-durch Schaffung von Ausnahmsgesetzen, die Sie vor der gesitteten Welt nie würden verantworten können, diesem Zustand ein Ende machen können. SSKt Jstden wissen, wie zu Helsen wäre; nur durch die systematische Umschichtung des jüdische« Volkes; und. wir Haben, bereits damit begonnen,, hier in Wien. Dre Herren haben schon einmal ungläubig gelacht, als ich erzählte, daß viele Hundert jüdische junge Burschen von uns auf das Land geschickt wurden, wo sie als Landarbeiter schwere Arbeit leisten. DaS Staatsamt für soziale Verwaltung hat Beamte.hinausgeschickt, die sich überzeugt haben, daß das svahr, ist. Wir haben jetzt in Wien Werkstätten eingerichtet, wo Söhne von Rabbinern am Schraubstock stehen, wir haben Lehr- und Handwerkskurse errichtet. Wir wollen, nicht Ihnen zu Gefallen,'sondern uns zum Nutzen und uns zur Ehre, das jüdische Volk bernflich umschichten und umgestalten. Da müssen auch Sie den Hebel einsetzen, wenn Sie die Juden anders haben wollen. Da müssen Sie uns helfen und ich appelliere an die Staatsregierlmg, an das Unterrichtsaint, es möge -uns beistehen ber der Durchführung dieser großen Aufgaben. Noch einmal: Mit Gewalt werden Sie nichts ausvichten. Unser Volk hat sechs Jahrtausenden der Gewalt getrotzt, Und die Gewalt hat sich schwächer erwiesen als die Kraft eines Volkes, von dem die Geschichte anscheinend eS wollte, daß es existiere.-' -Helfen Sie uns, dieses Volk von seinen Schlacken zu befreien! 30; AprU 1920 Nr. 487 Eine Iudcndebatte i» der Nationalversammlung. Bo» unserem Parlamentsberichterstatter. Die Naiionalvrrlammluug batte gestern die lange erwartet» Judendebattr. D'e antisemitische Ästehrheit, hie sich auS Äroßdeutschen und Chrisilicbsozialen zusammensetzt, ist hicbei sinniallkg in Erscheinung getreten, GroßbriUsche und chrisilirbsozale Redner btmüktcn sich, ssir die Roheitsrxzesse in der jüdische blsne» »eailemies dm Jüdin dke Schuld Müschan^en. Die Ausführungen des Abgeordnetm S tri ck-e^r wurden ruhig angehort, was ihm die Antisemiten enkgegneten, war eine Sammlung von Verdrehungen und Nntersiellungm. Der großdeutsche U r s t. n vrrstieg sich sogar zu der bei den Haaren herbeigezogenen Behauptung.- jiid'sche Studenten hatten dir in der jüdischen Mensa Nachschau hallenden Dentschnationalen nnt Tellern und Messern beworsen. Was sonst zur Judenirage vorgebracht wurde, zeigte einen bedauerl.chen Tiefstand und eine llnbelehrbarkett, die nnr erklärlich werden, aus dem maßlosen Judenhaß, ,n dem sich alle diese Siegsriedler, nachdem ihnen durch den Zusammenbruch ihre Frlle weggeschwymmen sind, hinelngrfceffcn haben. Das Objekt ib^rs Unmutes ist darum der Jrrde, an ihn wollen sie sich für ihre enttäuschten Hoffnungen schadlos halte». In der Sitzung der Nationalversammlung wurden zunächst daS. Diätengesetz und die Rennwettsteuerno v e ll e in dnttrr Lesung angenommen. , Dann wurde die Debatte über die Kapitel Inneres, Untei-«? richt und Kultus des Staaisvoranschlages begonnen. Der Ber ichierstatter V f u t h ti t r bedauert den Vorfall der österreichischen Hochschulen. Die Nn versität werde nu' vö» dem Standpunkte aus beurteilt, ob dort Krawalle stattfinde» ober nicht. Abgeordneter Müller-Guttenbrunn lGroß« dentscher) führte Beschwerde, daß an den Wiener Hochschulen Studenten aus den ehemals »u Oesterre.ch aehörrgen Pioorttze» sowie'ans Ungarn als'Ausländer behandelt und nicht zur Inskription rnflklasscn werden; man zwinge io Deutsche aus Ungar» sich in Bud-p-st insknbreren zu -lassen, was gleichbedeutend. mit rhrer Ernreihung m die Hor hy-Armee sei. Hierauf sprach Abgeordneter Stricker, dessen sstede wir an anderer Stelle bringen. Die Jude» an de« Wiener Hochschule». Abgeordneter Paul» (Groüdeuvch) las eme. endlose Statissik vor, aus der hervorgehen soll, daä an den Wiener Hochschulen zu vrelc Juden als Professoren und Assistentm wirken nnd als Hörer inskribiert seien an der medizinischen Fakultät sei das arische Element berens >n die Minderheit gedrängt. In der jüdischen Mensa bekommen bte Beiuekm ihr M'ttag» und Abendessen für kl 5. —, während die deutsche mit den größte» Schwierigkeiten kämpken muß, um unseren deutsche» Studenten em dürfttges Essen um K 7.70 verabre chen zu können. Unsere Bevölkerung sollte sich auf diesem Gebiete das Judentum zum Muster n>-bmen. x i Die Forderung nach b't E i n f L h r u n g d es nu«j m « r u a c 1 a u a u «, daß auf Grund des Prozentsatzes der- Bevölkerung den Inden die Anstal'en zur Berttiaung gestellt-, werden, sei eine berech igle unv werbe nicht von der Tagesordnung^ verschwinden. I Abgeorducte S ch. l esi n.,g e r sSozialdechokratin) .stelltedie Forderung auf, daß der Staat, da er heme nicht m der Lage/ ist. so viele M ä d ch e n m i t t e l s ch u l e n zu'errichirn. ülS notwendig ist, alle bestehenden SlaatSanstalttu den Mädchen er^ öffne. '$* Abgeordneter ©r. Urft« bezeichuete als Ursache der- Krawalle an der Umversttät das Auftreten deS , Dr. L a st in? der Schweizer CtudcntknhlliSakl'on. Ohne Vorwisscn des Hoch» schulaussckusscs sejen kleine Sludcutengruppen zur jüdischen Mensa gezogen. Als sie hingekommen waren, seien sie mit Teller-,- Messer- und Gade^würfen empfangen worden, bevor sie noch die- Mensa überhaupt deireten hätten. , .! Abgeordneter Witteruigg: Was hatten die deutsche»! Studenten dort zu suchen? . ., > Abgeordneter Dr. Urs in: Warum sollen sie mchk hingehen? . ,! Wir betrachten die Juden nicht als gier ch» berechtigt. Eie haben ihr Gastrecht mißbraucht und .wir machen nur von unserem HauSreckt Gebrauch, wenn wir saaen:. Bis hieher und n cht weiter! Nach der Kundgebung der dru schrn Studmkenkchaft wurde der Hoch'chulauSschuß rusammenberufe» und rm Elnverständnis mit dem Senat der Universität die Einstellung der Demonftratio» beschlossen. Die deutscharische Studentenschaft bat her Weisung d e an sie gerichtet wurde, auch Folge aeleister weil sie sich nrcht d e« Maschingewehren der BolkSwehr auSsetze» wollen. Hcrne hat der HochschulausHuß der deutscharische» Studentenschaft den begreiflrchen Beschluß gefaßt, den suuuertta ol&as»« zu fordern. Redner stellte folaenden B e s chl u ß a n t r a g: »Die Regierung wird ausgesordert, der Rat-onalversammlung ei» Gesetz zu untrrbreitcn. wonach Ausländ e'r, soweit sie nicht dentimer Nationalität sind, nur rn beschränktem Maße zum Studium an den ö sterretchrscke» Hochschulen zugel-assen. Ostjuden aber grundsätzlich v o m S t nd i u m an d en ö st erreich i s ch e n Schulen f-rngchalten werden und von. de» »n Oesterreich gebotenen, noch Oesterreich z« ständige» Juden nur eine dem Zah len Verhältnis der Juden zur Gesamtbevölkerung enl-' sprechende Anzahlanden 8 st erreich ri che» Hochschulenrnskrrdrertwerdendarf. Abgeordneter K u n s ch a k (christsichsozial) machte die O st j u d e ü für die Nniv-rsiiätSkrawalle verantwortlich. Denke» Sie sich in bte Stimmung der Stubl'nlen hinein, blödelt dieser Kerl,, w^nn Sie sehen, wenn der ostgalizische Jude, der die ganze Woche von Wucher und Betrug gelebt hat, am Sonntag noch mrt keiner aufgedonnerten Kalle die Atmosphäre des Wiener Heurige» vervesiet. Das Staatsamt für Inneres sollte die Ostjuden a u s w e r s e n k Wir könnten die Juden vor die Wahl stellen, entweder freiwillig a u s z » w a n d e r n. oder a b er i n d i e K o n z e n t r a t i o n S -r lag er arsteckt gu werde». Sind die Jude» e,n eigenes Volk, so sind sie bei uns Ausländer und haben nur Anspruch auf jene Reckte» die ihnen durch den Minorltätenschütz grmäh'.leissrt werden. Wir verlangen daher» daß in der National Versammlung eirt Gesetz beschlossen werde, welches die Rechtsverhältnisse der Juden als ausländisches Minoritatsvoll in Oesterreich M Regelung bringt. . Es sprachen hierauf noch der Großdeu sche Dr. Anger er und der Doz'akdemokrat Dr. H a r t m a n n. worauf dre Verhandlung abgebrochen wurde. * Nächste Sitzung: DrenStag dm 11. Mai, 3 Uhr nach« mittags. - - ...