Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 451 (24.4.1920)
- Date
- 1920-04-24
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Artigen Jiidontum Unheilbar^ Wunden geschlagen hat. Vir wbllen nicht warten, bis drese Strömung auch Nach Oesterreich hinüberspült. Mb wissen, daß es allerorten m Oesterreich Leute gibt, die eine politische Reaktion auf ">em Wege über jüdische Massengräber herbeiführen und — etwas mehr realistisch als die Jugend des Deutschen stciches — ihrem Geldmangel durch einen GrrM in jüdische' Taschen abhelfen wollen. Die .ganze große Scharder lii'rn) die politische Entwicklung aus ihrer Sonnenhöhe nid ans ihrer Machtposition Herabgestürzten will jetzt hr Mütchen am jüdischen Volke kühlen und sich-in die wtige Stimmung versetzen, utn dann durch ihre Schweißmuhe -^-.wie sie diese nützlichen Apostel selbst nennest — ipn Kampf etwas weiter links tragen zu könnet:. Wir v oarnen rechtzeitig vor einer Fortsetzung dieses Treibens rud finden es für'ganZ in der Ordnung, daß die Entente m die Entwaffuug Deutschlands schreitet. Was uns beaifft, so werden wir den Hakenkreuzrittern das Hand-., verk legen, wenn sie sich hierzulande an das Judentum vagen wollen. ■ N PoMsche^Rnndsch<m< Die Iahre^konserenz der südslawischen zroniftischen OrganifaLiow Für den 28. bis 27. April wurde nach Z a g reb He nesjährige Jahreskonferenz einberufen. Wenn' mast, vie üblich, die Ergebnisse der Sammeltätigkeit für den jüdischen Nationalfonds als Maßstab für die - Entwickmug des Zionismus betrachtet, könnte die südslawische Organisation mit einer gewissen Befriedigung die Er- 'olge des vergangenen Jahres betrachten.. Der prözestwelle Fortschrtt ist bedeutend großer als bei' allen ■ mderen zionistischen Organisationen, da auf dem.Gebiete Jugoslawiens nur ung-fähr 1V0.A>0 Juden wohnen, Trotz dieser Fortschritte ist für die Verbreitung des Zionismus nicht als geschehen und die Zahl der orga- Merten Anhänger ist gegenüber 1918 zurückgegangen. Allerdings. stand die Beteiligung an der vorjährigen Konferenz -gewissermaßen unter dem erhebenden Einfluß' rer Wirkung der Bal.'vnrschen Deklaatw'-. D^r '^.nsturz elbst, die Ungewißheit der' politischen Verhältnisse hat in sielen Fallen die Stimmung beeinflußt, Leute ms zionistische Lager geführt, die keine gefestigte Ueberzeugung hatten. Ausweisungen und andere Umstände haben im versoffenen Jahre eine gedrückke. Stimmung hervörgerufen und damit die Werbetätigkeit gehemmt. Es war weiters nichtgüt möglich, .die neu erworbenen Gebiete entsprechend zu bearbeiten, da wegen der' ungeklärten politischen Verhältnisse, 'der- Verkehrs- -und mderen Schwierigkeiten wegen die'Verbindung Nicht hergestellt werden konnte. Viele vorhandene Ansätze konnten, und wurden nicht ausgebaut. Wie bei . intensiver Arbeit gut^ Erfolge erzielt nerden können, bewiesen die Gemeind erstts - nahlen für die Landeshauptstadt Zagreb (Agram), wo über 60 Prozent der jüdischen Stimmen stuf die Listst her Jüdischnationalen entfielen, so daß. zwei Mandate .'rrungen wurden. Daß der Vorsteher' der jüdischen Kültusgemeinde nicht auf der > jüdischen Liste stand und?r beinahe durchgefallen wäre, sei der Pikanterie wegen hier bemerkt. . , / .7. Unerfreulich sind die Verhältnifle in Bosnien, hauptsächlich in Sarajevo, wo der überwiegende Teil der sephardrschen und aschkenasifchest Juden -des- Landes wohnt. Ein äußerst günstiges Arbeitsterräin liegt brach, , weil die unleugbar vorhandene hervorragend^, sichh iüdischnationül gebende Jntelligeirz politisch auf. Abwegen wandelt und so, statt eine Zusammenfassung der Kräfte, eine Zersplitterung hervorruft.. - - . | Die diesjährige Konferenz hat vieles unh. Entscheidendes zu schassen. Die Organisation mutz ausgeüc^ut werden und die Arbeit muh sich auf alle Gebiete des.Königreiches von S. H. S. erstrecken. In der.Erreichung des Zieles, in der Arbeit müssen alle einig sein. Das Ziel muh über allen -persönlichen ünd Lokalrückfichten stehen. ' ’ , J-h. M.; Die Wahlen in der Tschecho-Stowakei. Die t,Arl^iker-Z:'t mg" berichtet nach > sozmldemokrärischen Quell?», daß sich unter den Juden, die der anlisemitschen Wahlgemcinschaft dgman-Gruppe) - ■’ r-th gespendet haben, auch btt Zionist Herr Ernst Bechert in Teplitz befind/t. Das Blatt schreibt wörtlich: „Als Zion'st kandidiert er, aber als Fabrikant nai er, wie er in einer- Verfaurmlung selbst' zügeben mußte, für den Wahlfonds der ,antisemitischen Wahl- .-.emeinschasll sehr vi?t gespendet. Der Jndustriellenorrüand Hai den Fabrikanten vorgeschriebe», daß. sie. für. den Wahlfonds her Ausbeuterpartei' so vielmal >'hn tschecho-slowakifch? Kronen zahlen sollen/.als Arlei'.er b . i ihnen beschäftigt sind. Aber der'.Herr Bechert : at sich in der Versammlung gerühmt, daß er. so oft .reißig Kronen gegeben hat, 'als er Arbe'ter hat, und er hat dao richtig daiuit vegründet, daß doch die nntilemit.ii'che Wahlgemeinschaft für feine Interessen als.. ilabrilantcn eintrete." " .' .; Wir möchten daran, erinnern, daß auch die Partei /er „Arbei'.er-Z.iUmg" nicht sehr penibel in der Wahl iljrer Geldanellen ist. Aber in dem zitierten Fall jst •yco. Ar um'.entaLion durchaus richtig. Wenn cs wahr .st, daß Herr Bechert — was wir einstweilen bezweifeln — für,.einen an.is.mtischen Fonds in welcher Absicht und uns welchem Gedanü'Ngang immer. Gelb gegeben bot. r'ütdeu aM »m diesnicht, mit. der jüdischen. Löndya-W^Aprll. (Privat.) „Daily Mail" meldet aus'Saü Römst, M sei, vorderhyrch nichts Bestimmtes bekannt, ob bei den.Vereinbaryngen über den türkischen /Frieden mich die/hpitischen Angelegenheiten nn P a l äfti'na gesprochen wuroen. Obgleich diese, Sache nicht unmittelbar -den türkischen Vertrag betrifft, so -ist es außer Zweifel, daß eine klare Feststellung bezüglich der Z. u k u n ft des Z i o n i s m u s. -von den Juden der gesamten Welt, insbesondere von den britischen, lebhaft begrüßt worden wgre. Ihr lebhaftes/Interesse an dieser Frage erhellt ans. den zahlreichen Telegrammen der jüdischen Organisationen, die die britische Delega-" tion in'San Remo erhielt>und in denen das britische 'Mandat in Palästina , als Ayerlätzliche Voraussetzung für .die.ErrHt«ng'LmstsMdifchen, Staates, verlangt wird. —> „Daily Newß" Misten unterdem -19:?d/ M stuS Kan Nemo: Bisher wurden keine endgültigen Beschlüsse Über den Schutz derzionistischen und arabischen Rechte in P a l a st i n a gefaßt../ Im Zusammenhang mit dieser Frage wird hier die Ankunft Dr. W e i z m cvn n s stündlich erwartet.- Es verlautet, daß er nachdrücklichst für die Annullierung des Syke's-Picot-Abkommens vom Jahre 1916 eintreteü wird,, da sonst Palästina seiner Wasser-.' kräste beraubt' würde und dadurch die Basis für eine industrielle Expansion verlieren ' müsse. Diese. Spezialfrage über derOBesitz des Hermon- und des Litanieflusses ist einest jener Streitfragen, Über welche' die Experten vielleicht, erst nach langen Monaten werden Übereinkommen ' können.Der. Spezialkorrespondent dyr „Times" meldet unter demselben Datum: )Die Friedenskonferenz hielt ihre erste Sitzung ab, und begann ihre Arbeit, über den türkischen Fnedensvertrag. In San Remo sind zahlreiche-inoffizielle Delegierte -bingetroffen, unter deüen die Zionisten E rührigsten auftreten. Telegramme' der zionistischen Ortzanisationen in Amerika und England, hie an Llbyd- George und feine Sekretäre in - Menge einlaufen, verlangen stas britische Mandat über .Palästina. Herbert Samuel ist auf öer Rückfahrt.aus Palästina hier eingetroffen ünd hat dem Premierminister über seine Üm Lande'getvdünenen Eindrücke Bericht erstattet.'.^ ' -st' '; : '' .• 'Di^ Valforrr-DeAürMvn blrlbr W Kraft. London, 23. Apriü '(PrittaL.) Im Unterhaus richtete . Kapitän T'e r'r e'l l/ Mit- Rücksicht aufdie letzten Vorgange in Palästina, an/die- Regiexung öie Anfrage, welche "Politik die e n g-l if ch e N e g i e tttit g heute bezüglich' »der künftigen S t e l l un g d e rstJ u b e h i n P a l ä- Schreckliches ist gescheh'nl Man höre nur: .Der Oberrabbister von S'egedin habe Üor einem holländischen Jou'?nLllsL?n" älfstl ige U uß-rWgen über Ungarn gemacht. Die, -H-orthy-.E -ünd '■ -Frkdrich-L'ausbMrschett, die eineunga/ifche NationalvLr,'ammlnng vor stellen, sind vom Lie-stM' christsichnatiönalen En.'f tzen-befa len. Der , Komödiant Simoüyi-Semadam «^rttärr, er 'bürg« für strenge Ahndung. Das „Haus"'ist in Unruhe -- die unerhöelestou .Korruptiotrsgeschäfbe d?r Minister, die hlmmcflchreiend^n Verbrechen der Soldat-rscä hüben es kalt gelassen, aber.die unverbürgte Meldung eipeS Spuckblattes ivird zum Anlaß einer Haupt- und Staatsaktion, Es. bcstcht gar kein Zweifel» baß b?r Szegediner Oberrabbiner in einem Land?, woselbst die Gedanlenfreihei.t' aufgehoben ist, keine derartigen Aeuße» ru'wen gemichk- Hak, obw chl Mf abfälligen A?uß?run-¬ Gefinnüng' vereinbar. Uns« politisches - lieben wtzllen wir denn doch reinhalten. Dessen kann d'.e „Arbeiter- Zeitung" sicher sein. Wir. hoffen, daß Herr ßöechert dieser Erzählung bald entgegent.eien wird. Die S?naL-ü-ahlen in der ischechifchenRepnvNr. Preßburg, 23. April. (Privat.) Das Zentralkomitee ..der jüdischen Parteley, verjendet einen Stufe.. stina vertrete. Namens des Auswärtigen Amtes antwortete Ha'rmSworth, daß die Politik der englischen -Regierung auch heute noch dieselbe serunb leib e, wie sie semerzeil in der B al fou r - D ek laration festgelegt wurde. Harmsworth gab ferner die'' Erklärung ab, daß die'Militärbehörden in Palästina auftragsgemäß alle erforderlichen und möglichen Mahnahmen treffen werden, .um die W i e d e r h o l ü n g d e r jüngstest Vorfälle, zu verhindern und div gyfgeregten Rasfengegensätze zu besänftigen. Die endgültige Einrichtung der Zukunft vcht Palästina bleibt, naturgemäß der. Friedenskonferenz Vorbehalten. Di« antiZionistischon Forderungen der ara.» buchen Agitatoren. London, 23. April. (Privat.) Ein Teil der englischen Presse hat die Mitteilung gebracht, daß die englische Verwaltungsbehörde ' in Palästna .das, Memorandum einer arabischen Delegation, in welchem die Unterdrückung der zionistischen Kommission in Palästina und' die.Vertreibung der zionistischen Führer gefordert wurde, zustimmenü übernommen und an General Allenby westrrllefördert habe. In einem Reuter-Telegramm wird nun Gewicht darauf gelegt, festzustellen, daß diese Darstellung, unrichtig/sei und. daß ■ die englische Zidilverwaltung das Memorandum über Wunsch rer arabischen Deputation bloß zu dem Zwecke übernommen habe, um es an General Allenby, an den es gerichtet.war, gelangen zu lassen. Der Chef'^er englischen Verwaltung in Palästina hat sich jedoch mit den Wünschen.der Araber nicht einverstanden erklärt. Die Ärrtglieder des Selbstschutzkorps lv Zernfalem m Zwangsarbeit verurteilt. London, 23. April. (Privat.) Laut eines von der zionistischen Kommission in Jerusalem an die Zionistische Zentrale in London gelangten Telegrammes wurden 20 Mitglieder jenes Selbstschutzkorps, welches nach Ausbruch der gegen die Juden gerichteten arabischen Uebersälle am 4., 5. und 6. April sich, nachdem die arabische Gendarmerie mitplünderte und.die englischen, Behörden aus bisher noch unaufgeklärten Gründen der Situation nicht Hexr werden konnten, den arabischen Massen zum Schutz des jüdschen Lebens und jüdischen Eigentums entgegeugestellt'hätten, zu mehrjähriger Zwangsarbeit verurteilt, und zwar Jabot in sky zu 15 Jahren und die weiteren 19 Mitglieder des .Selbstschutzkorvs zu je. drei Jahren. rischen Kerker, unter her Grjßsk der bkutbcrauschten Henker, wird kein Laut beS Entsrhrns kund. Gi« schweigen, die Märtyrer, aber ihr todeSbangeS Schwaigen ist den Henkern furchtbarer als Empörung« Und eine gefä kige Journai l: m-findet Äußerungen« ein christlichnationaler Lump schlägt an die grcße Glocke und S monhi-Semadam von Horthhs Gnaden verspricht telegraphische Verfügungen und „Ahndung". < Was derzeit in der magyarischen Hölle uüim dem Firnis von G. s tzlichkeit und Nationalchristentum verbrochen, wie die Menschheit stünd ich geschändet, wieviel Blut vergossen wird, scheints kaum faßoar. Nicht daS verführte ungarische Volk ist strafbar -— seine Peiniger, die Horthy Friedrich-Simonyi-Ga» disten ünd ihr räuberischer Anhang gehören vor daß Gericht der Welt-. . . v ruf, in welchem es die jüdischen Wähler, auf die eminente Wichtigkeit aufmerksam macht, die einer geschlossene?! Abstimmung bei den SenatSwMen für die Bereinigte 1 jüdischen Parteien zukommt. Alle jüdischen Wähler oh»: Unterschied der Parteizugebörigkelt werden ermahnt, b den Senatswahlen am Sonntag für die Liste der ' cingtcn jüdischen Parteien zu stimmena. tzeite'2 Menu'Samstag er Movgenzeitttns 24. AM TW IM. *5 Die MnMschen Forderungen vor der San Remo-Konferenz. M M Wige äer boM-Süden. l Der „Vaterlandsverrat" des Szegedkner Oberrabbiners. B ü d a - e st, 23. April. (Kon.-Bur.) In, Fortsetzung der ZndemnitätSdebatte ergreift Abgeorddeter Boz s i U (chriftlichnalional) das Wort und VefchSftigt'fich HauptsLchttch mU wirtschaftlichen Fragen. Zum Schlüsse seiner Rede verliest der Abgeordnete unter grotzep U Ä r u h e d e s g a u je n Hu« f e s einen heute im e m j e t i A j f a g" erschienenen Bericht, demzufolge der O b e r rud b i n e r bon Szegediu I m m/rnuel L ö w vor einem hollLndischeu Journalisten über Angar» die u d» fall i g ste n Aentzernnge « getan und d i e s e m L a » d e ü b e r h an ptz \ e d e B e r e chti gn n g d e S V e.ft a n d e s a b g es p roch e » h ä t Redner fordert, datz gegen Oberrabbiner LSw das Verfuhren wegen V ut e r 1 a » dg« v e r r a t e s eiugsleitet werde. MinisterprSfident S i m o n y i - S e m a d a m erklärte, er werde sofort tele« graphische Verfügungen treffen, damit der Tatbestaud in dieser Affäre einwandfrei festgestellt werde. Wenn die verlesenen Mitteilungen wahr seien, so übernehme der MinisterprÜstdent die Bürgschaft, daß die streu g ft e A h d nun g nicht unobleibe« werde. <B eisul? i m g g p z e n. tz'a n s e.) reich ich O und vorhai b:n wäre. Doch m unge«