Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 450 (23.4.1920)
- Date
- 1920-04-23
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«fc 450 Bkn»'KeSas --...— Azabo (christlichnationaO mit der Judenfrages (Was er gesagt hat, teilt das Ung. Tel.-Korr.-Bur. nicht mit. War seine Rede der- Regierung etwa unangenehm? Die Red.) Er macht sodann dem Abgeordneten Fried, rich den Vorwurf, daß er anfänglich nur eine nationale Politik machen wollte und das Schlagwort einer christlichen Politik erst auf Betreiben der Christlichsozialen aufgeworfen habe. Redner kritisiert unter lckbhiKm Widerspruch der Friedrich-Gruppe das Vorgehen Fried'- richS, der von der Regierung abgefallen und in die Opposition gegangen sei, angeblich, um eiste intransigenter« christliche Politik zu verfolgen. Abgeordneter Friedrich weist in persönlicher Sache die Angriffe zurück, worauf die Verhandlung abgebrochen und aus morgen vertagt wird. Skr «euer Hntz-esimg. Basel» A. AvrL. Die »Nottt«rzriN«s* bpstchtet arS Pudeprst: Der Lerbttd W» Schutz d« Integrität tzeS Mgarischeu Territoriums hat jSa-st em PreiSauS sch re ibv » z« Erlr,tzimg einer Red»» ch eh tz « » e «lassen. Bä der Imp liesen IßS Gedichte er», von bene« jckmch kchres prets» gchldnt wurde, da sie alle ans in» elegisch« To» des Verzichts gestttdurt feie» «ch den gewÜnschie» Trotz ««»er kriegerischer Veaer-mmg vermissen ließe». Der Wettdenerb ««de daher erneu ert, •; ge-e» JndemmterdrLckmrg — i« RumÄeie«- Aüuich» 32. April- Die »Nem Zürich« Zeitmrgk läßt sich «chtt im drlannte» tz-Zeich» aus Budapest bericht« : Nachdem d« «aganschen Regien«« derichltt »mrde, daß RumLaie» i» de» Ersetzte« Eiebrsdürg« alle Jude», die »ach t»lv Ach in Siebm- GSrgeu rusassig gemacht haben, ab« keine «nachLesitzer si»dj auSjaewtcke« hat, und im Deig««»g»fall a»ch der» Güter zü segne» Kritre» «rordnrte, ferner die Beamte» israelitisch« Aovftsüp», 1«str» sie »aiiaer als stnftebv DrenAjahre mtn, mit drei- Mjwatta« GehaLtSzahlunnrllasie. hat sich das « » garis ch « Mm-erimn mit emer scharf« P r v t t ft * * t < «» die alliiert« Nifstmn» i» BibapeA gevaudt. Obzwar «rr W» tz-Meldung«. btt «» ge«rsiex Graf Bol t o l t»l u» »»ftrage der Agence Centrale w»d der ckaaharisch» Mordre?r«m>g verbreitet, mißtraue», halt« wir H doch »icht fir ansgeschlosia,, daß Ungar» und RamS««» nge»^ em« StreN aaf de» Rücken der Jaden a«Straz<n. Telegramme. Minister Lord Mttner U-er Oesterreich. :_ÄWwi, 31. April. (Reuter.) Im Oberhaus wirs ■ Wmisisv Lord Milner in einer Rede, mit der er die, zweite Lesung der Frisbensvertrage mit O.esterreictz und Bulgarien einleitote, auf die ansehnliche Zahl der! useiit deutschen Bevölkerung hin, dm duvch die neue Grenze: zwischen Tirol und Italien unter Ualieni-* i fche Herrschaft gestellt werde. Es sei dies die Unvermeidliche Folge des im AuAnblick des Eintrittes Italiens^ ht den Krieg geschlossenen Vertrages. Redner .betonte, daß die zwischen den einKrlnen neugeschassene» kleinen Staaten aufgerichteten wirtschaftlichen Schranken einer her Nachteile der Zerstückelung des österreichischsnl Kaiserreiches sei. Großbritannien werde sich hinsichtlich' der Durchführung der wirtschaftlichen Bedingungen des. Frtedensvertrages mit Oesterreich stets von großem Gerechtigkeitssinne leiten lassen. Heftige Angriffe der Bolschewiken an der p olnrsche» Front. I Warschau. 22. April. (Firnkspruch.) Im Abschnitt iPvdvlien Mrtilleriekämpfe auf beiden Seiten... In her Rvrdpolesie hat der Feind bei S trachv wirze mit bemerkenswerter Härtnääigjpit seine Angriffe/ er- Mnert. Nene bvlschewikische Divisionen wurden, feftjgestellt. Dank des zähen Widerstandes unftver Truppen scheiterten alle Angriffe unter überaus blutigen Verlusten. Auf den übrigen Frontteilen ist die Lage unverändert- Ventfche NstionaLbsrs<mrMl«rrg. Verksi^ 22. April.Aus der Tagesordnung, .der heutigen Sitzung der Nationalversammlung stand die. zweite. Lesung des Reichswahlgesetzes. Der VerfassungS-- Nusschuß hat den abgeänderten Entwurf einstimmig angenommen. Darnach wird ttsn 60.600 abgegebenen Stimmen ein Abgeordneter zu wählen sein. Die . Wahlkreise decken sich in den meisten Fällen mit den bisherigen Wahlkreisen, die geographisch oder geschichtlich zusammengehören und sind zu WahlverbaWeii zusammengefaßt. Innerhalb eines Wahlkreises können Vorschläge für verbunden erklärt werden, sofern sic sich derselben Reichswahlliste zurechnen. Ueberzähttge Stimmen «aus den Wahlkreisen werden bei Listenverbindungen imWW,- .kreis derjenigen Liste zugesellt, die die meisten /überzähligen Stimmen hat; alle weiteren Reste gehen, auf die Reichsliste. Hat eine Liste innerhalb eines Wahlkreisvarbandes in keinem Wahlkreis 30.000 stimmen erzielt, so form dieser auch infolge der Listenverbindung kein örtlicher Abgeordneter zugebeilt wer'>2«. ' Die Stimmen gehen vielmehr auf die Reichsliste. Auf Grund der Reichsliste aber darf keine Gruppx >rn<Hr Sitze ungeteilt erhalten, als sie insgesamt in den einzelnen Wahlkreisen erhalten hat. Dadurch wird verhindert, daß kleine Gruppen, die nirgends im Reich über eine größer Zahl von .Anhängern versüß«, in den ReW.hra^. kvNMVN, Wlenen MrwKenzettnnK WMons Bruch mit d»»r Alliierte«. Paris,. 22. April. (Korr.-Bm.) Wie die „Times" aus Rew-Dor? berichtet, sei infolge der Weigerung der Konferenz oo« San Remo. in der türkischen Frage de» Standpunkt Wilsons zu verAckfichtige«, vom Weiße» Hanfe eine Erklärung erfolgt, daß der Präsident seine Anftchten über politische Fragen de» Alliierte« nicht mehr Mitteilen werde, bevor nicht der Senat den Friedens- Vertrag ratifiziert habe. Veakn» 22. April. In der Nationalvrrfmmnlusg ««de hacke das Gesetz Lber die Wahl des ReiHSpräfid«t« r» twriter «d brittrr Lrsrmg aAtzeuom»««. Bredereck verhaftet. BrEn, SS. Apnl. (Lorr.-Vuul Rach ei»«r RckioMg em« BrrlÜW Korrespondenz ist brr ehemalige Preßches der Kapp-- Negierung, Rechtsa»valt Bredereck, in der Ratze vou Potsdam, wo rr sich rmt« dem Ramm «veS Ing. Karl Schuldig m* quartiert hatte, frstgrnounneu worden. SpartaLnS rLftet. Bw'in,22, April. Das„Berliue Dags^rtt" m V ti aus Essen: Aus dem BergischLn Land werden jetzt Einzelheiten gemeldet, aus denen hervorgehen soll, baß dort in der Tat eine neue spartakistische Bewegung vorbereitet wird. In eingeweihten Kreisen ist man überzeugt, daß die Vorbereitungen zur Bildung einer neuen Koten $xm«£ betrieben werden.. > Z^eorganifativ« der Post- und Telegraphenverbindnuge« Mitteleuropas. Paria, 21. April. (HavoS.) Äebrr Borschlag b« stauzösischtn Regi«c«lg beschloß die Botschasterkonfrrrm. «m« Kommission mit der Revrgamsiervng dev Post- und Telegraphenvrrbinduugen mit Mwelmropa z« betrave». Deutschland, Oesterreich rud Anzar» wurden eintzrladen, Delegierte zu eutsendar. Tnsar mit der Nenbildnng des Kabinetts betraut. Kvag, 22. April. „Ceske Slovo" meldet, Mmistcrpräsiderrt Tu sar habe in der gestrigen Obmämwr- Konferenz die MitteilMg gemacht, daß er vom Presidenten der Republik beauftragt worden sei, mit dsn> Parteien über die Bildung der neuerr Iiegierung zu verhandeln. Der' Ministerpräsident erklärte weiters, daß er diesen Auftrag im Laufe der nächsten WochenachLümmen werde. Zugleich teilte er mit, daß es möglich erscheine, Las Parlament für Mi t te Ma i cinzuberufen. BiS dahin dürfte auch die Adaptierung des Rudolphinums. beendet sein. . ValntageschLfte in Karlsbad. Prag, 22. April. (Tck.-KoLw-) Das Knegswüchrrcrart m Prag hat grmrmsam mit de» FinaLMmisterim» errre UrrtrrsachMkg i» Angelegenheit von BalLtageschaften i» Karlsbad, Eg« und GrasÜtz durchgefShrt. Es wurde festgesteLt, daß Karlsbad der Mittelpunkt dieser Geschäfte war, wo durch üue W i»111 h ö t f c TravSaktlovrn m fremder Valuta im Betrage von vielen Millionen durchgrführt wurden. Bei emevr Gastwirt und Flerfchhauer m Gwslitz wurde frrmdr Valuta im Werte vou vielen Hunderttanfende« beschlagnahmt. Die Geschäfte wurden Lauptsächlich von der Karlsbader Anteilbank dnrchgrsührt. tzliuka entastet. Prag, 82. April. (Tschecho-slvw. Preßbär.) Wie die Matter ttckdeu, wurde der zum AdgeordneLen gewählte Pater Hlmla aus fteien Fuß gesetzt. Generalftrekk in Elf atz-Lothringen. Metz» 22. April. (Havas.) Heute wurde dir Parole zum Gennalstreck ausgegede«. Sie hat jedoch nnr vo« seiten der Buchdruck« Beachtung gesunden, die die Arbeit sofort viederlegten. I» den industriellen Nuternchwungen wird gearödttef. Straßenbahn, Eisenbahn und Elektrizitätswerke sind weiter in Brtrirb. Tagesbericht. Arr rensere Leser! Mit Nückficht ans die antzerst Knappe Papierbettefevung Kann die heutige Nummer nur im Amfange von 6 Seiten erscheinen. . Ä7ApÄ 1920 /wsns . ■■■— »7,.,.«»«».> WIII 1 ,■■..■,,1^^ unser Volk zu opfern. Run gaben sie nach jWlsckHer Arbeit auch' ihr jüdisches Leben. LÄnk ihnen, daß sie uns aufrütte.ln, uns nicht in den Fragen dos Dage^ zu verlieren, ssrebern «ns auf Palästina als uufepe zend trala Aufgabe Zu konzentrieren. Dx. Egon Zweiß ermahnte die Bersammelben, sich' durch dir Bvrgangtz von Tel-Chai und Jerusalem nicht beirren zu lassen^ Der ,Maad Hazirim" in Jerusalem habe schon bis Parole ausgegeben: Me Zurück, und ebenso halte eg unsere Jugend, bk heute stärker als je nach Palästinp dränge. Wir bleiben auch' bei unseren Vorsatz, mit dev Arabern, in Frieden zu leben, doch! sind Byranssstzung hieM klare politische Verhältnisse im Lande. Di« Sitzung des großen zionistischen Aktionskomitees in Ärndsn am 9. Mai werbe dies zweifellos von den Großmächten stordern. Das Ereignis bst Versammlung Mr eine jüdische Rede deS Rabbiners Nathan Milejkvwski aus Lod z, Mitglied -es zionistischen Zentralkomitees für Pvlen> der sich' auf der Reise nach Palästina gerade! in Wien aufhäÜ. Er riei, die Jrrden würden verdienen^ naÄ Polen Zurückgrschrckt zu werden, damit sie sich dort weiter pie Bärte schneiden lassen, wenn sie sich durch Angriffe arabischer Banden kopfscheu «acha« ließen/ Der Zionismus habe ärgere Feinde z« Lchj kämpfen gehabt pnd besiegt: die Araber in der jüd« scheu Gasse, die Rein»ck, Lueiau Wolf, bk DiÄ ste/in, Nathanson, die Dr. Alfred Stern «M Genossen. Er schätze die Juden Wiens glücklich, da» sie uns aus ihrer Mitte den Mann stellten, H>rzä der' diesen göttlichen Sieg in die Wege geleitet haM Ein von Oberkantor He ller ergreifend vorgettagmuSy El Mole Rachamim schloß die Veranstaltung /owie ejv^ SäMinlung für die Jahrzeitsstifuug. aus. Dame». dW gefallenen Mischen Helden.. Freizügigkeit irr Oesterreich. Aus Mondsee wird geschrieben: Der Gemeinde« aüsschuß Mondsee hat sich für den Fremdenverkehr rmteq folgenden Bedingungen ausgesprochen: 1. AufeathaltS-H beivistigungen werden nur für die Zeit vom 1. Juli bÄ 31..August insoweit erteilt, als dadurch die Lebensmittels Versorgung der einheimischen Bevölkerung nicht gefährde^ wird. 2. Um unliebsame Vorgänge wie im Vorjahr^ die zur Ausweisung der Sommergäste führten, za rneiden. werden im Interesse der Aufrechterhaltung Ruhe und Ordnung Aufenthaltsbewillrgungen nur sonen erteilt, die in bezüglichen Ansuchen a» die Ge-j »rreinde ihre arische Abstammung Nachweisen. 3. Be der Einhebung einer Kopfsteuer wird abgesehen.' Als Abgabe kommt nur ein lOprozentiger Mietzins-! obschlag an die Gemeinde in Betracht. 4. Bei Gefahrdüng der Ernährung der einheimischen Bevölkerung kö.nnen die erteilten Bewilligungen widerrufen werden^ Mondsee scheint auf dem Mond zu liegen und, Mwck Telle wenigstens, von Mondkälbern bewohnt zu werde«.! Unsere „westliche" Orientierung wird .immer luftiger^ Die Streiks. Die Zimmer- und Fensterpatzer.! Die Gehilfen der Zimmerputzer und Reinig^ngZ^ anstalten traten gestern in den Streik, weil die Untre-- nehrusr deren Lohnforderungen äbgslshnt haben. kominen bei diesem Streik 180 Betriebe in Bstracht^ j _ ^Dre Gast- und KnsiechausangestrMetl-Beweguug H lMt bereits im vorhinein das Ergebnis gezeitigt, die. Preise in Lrn KaffeehLusern wieder hevLusArsetztj wurden. Gert gestern kostet der „Türkische" bereits Kr. 6.--, ein Gefrorenes Kr. 12.—. Die' betpegung wird diese Preise zlveifelsohne noch höher! -schrauben. Die Jndustrieangestellten. / Gestern «m 10 Ahr vormittags sind die arrMvellwu in Wien in den Ausstaud getreten. Der, Streik in den Provinzstädten beginnt heute. Es gibt,', in. Oesterreich etwa 70.000 Jndustricängestellte, die., sich auf rund 20.000 Betriebe verteilen. Die lebens-.' wichtigen Industrien sirld vorläufig vom Streike nicht betroffen. \ : >' s' - Die Gewerkfchaftskommifsösn 'hat dem Bund der .Jndustrieangestellken ihre JntervLNtron zugunsten der. Einleitung von Untrrljaiwlnngen angebotcu. Die Streilleitung hat sich ^gen diese Intervention nicht ablehnend verhalten. Ei« Wieüer Kind ht Trieft nsrfchwm1S<.:n. Wie wir aus dem Parlanrent erfahren, wird heute wegen Stockung der Papierzufuhr eine amtliche Neuregelung bezüglich des Verbrauches von Rotalionspapier erscheinen, derzufolge die Tageszeitungen bis auf weiteres nur in beschranktem Umfang erftheinen dürfen. Transeferee zn Ehren der Mffchen Opfer PaLLstLnaS. Zur Ehrung der in Tal-Chai jüngst gefallenen Helden veranstaltete der Jugend verein „Erez Israel" am letzten Sonntag im großen Saale dcs Hotel Post eine wohlbrsuchte Versammlung. Dx. Cbaim Tarta-- kower führte in hebräischer Sprackze aus, rs sei' kein Zufall, daß dir Gefallenen gerade Arbeiter waren. Sind sir ja nach Palästina geZLNgrn,. um sich, dort für. Tie Korrespondenz Herzog meldet aus Triest: „Lavoratore" berichtet nunmehr ausführlich über .das Verschwinden eines Wiener Kindes in Triest. Es handelt sich um die neunjährige Agnes Po!tack, die .bei* Frau Ursula Settornini in Monfalcone zur -Wege, andertraut worden war. Der Entführer ist der 30jährige Mechaniker I e s e I n i g, der auch ein anderes Michaltriges Kind, Marie Jeselnig, das er für seine Mchte ausgab, wiederholt zur Frau Settomini mti> Wchte, da auch die Marie tz'eselnig deutsch sprach. Die cherben Mädchen schlossen bald FreundstiMft und tzesel- .'mg ging wiederholt aberrds mit den Mädchen spazieren, Pguste ihnen Süßigkeiten usw. Am 8. d. M. ging Jesel* ..nißf mit den beiden Mädchen wieder spazieren, brachte .jedoch keines der beiden .Kinder wieder.zurück. Frau .Settomini forschte sofort' nach dem Verschwinden der Agnes Pollack nach, konnte jedoch in der Werste, iw Mtttcnsxm