Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 449 (22.4.1920)
- Date
- 1920-04-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Men. Donnerstag Giujcrfieii ist dieser Fall des Massenmordes nicht. Im Kriege s-n-d uns trotz der Zensur.Tausende solcher Falle zu Ohren gek^,!-.:nen. Nnd was habest"die Herren mit den zarten Nerven oninals gesagt? Nun ja, es ist nicht in der Ordnung,' Y::z in dieser allgemeinen. Aufregung, dem Feinde gegen« i.: wcrnt mo.it das hohe Ziel vor Augen hat, Müssen Opfer i. . '.(ichc werden. Da waren die Herren zur Bringung von Cvi-rn jederzeit bereit.- Plötzlich find sie so empfindlich und s» nervös geworden. - - - Weil ick schon diesen Fäll des kroatischen Generäls er« iir habe, möchte ich bei dieser Gelegenheit konstatieren, datz -». Urteil, ivelcheS dieseit General freigesproHen hat, ein Schandurteil " rar. (Bravo! Bravo!) Aber ist mutz auch sogen, hätte mast i General verurteilt, wäre ich auch nicht befriedigt gewesen, murt? Einen ganz unbedeutenden General hat man da •"v'-üg berausgegriffen. und, an ihm hätte Man ein Exernpel -' -iert. Für mich ist dieser kroatische General nichts.anderes .. ein Produkt seiner Zeit. Ich möchte abraten, in Hinkunft \ >:( i,’ Vrozcise zu führen. Sie werden alle gleichaus fallen, dasselbe Resultat haben. Der Gerechtigkeit wird nicht ge«, - sein, unser. Gefühl wird empört sein, wir werden LyS -s'-digt fühlen und das Ausland wird über uns eine ganz i : ^cvfioro Meitnmg bekonrinen. Drlaben im Deutschen Reichs -non mit diesen Untersuchungsausschüssen und Gerichten reine guten Erfahrungen gemacht. Lassen wir das end-- ' .w. machen wir einen Strich darunter^ Alle können wir nicht .ir Verantwortung ziehen und, einzelne herausgreifen, ist -gerecht. Ich mache aber eipe Einschränkung. Es ge- 'h''^ Leute, die ich gerne verurteilt sehen wurde,.aber nicht 'i.lemgcn, die im Verlaufe des Krieges in dieses System, li'.'.cingeraten sind und ihm gedient haben, sondern die, welchen r >! ^wiesen w-'dcn kann, datz sie diesen Krieg in frivoler e^ise verursacht haben. Ich bin dm Feind der Todesstrafe. '.'t! er wenn ich einen dieser Schurken^ wie den Grase» Berchtold, e'7 durch Lügen, durch die Erfindung des Gefechtes von mes-Kubin, das nie stattgefunden hat, den alten Monarchen .?'?gen hat, baumeln sehen würde, ich würde den Strick nicht. o!-schneiden, an dem er hängt. Aber sonst sollen wir mit diesen protzen Abrechnungen Schluß machen und nicht daran denken, Vergangenes zu sühnen, sondern die Zukunft zu gestalten. Ich habe der Regierung mein Vertrauen' ausgedrückt, ich habe ihren guten Willen anerkannt. Wenn ich nun Kritik, übe, so ist sie gewiß loyal und ehrlich. Ich möchte in. erster darum bitten, in unsere auswärtige Politik einen anderen -3 hincinzubringen. Es wurde von einigen Seiteru mit, Recht ocrügr, das; die österreichische Republik tatsächlichbis jetzt, :<\ht dahin geengt ist, ausreichende Auslandsvertretungen zu ü.affen. Sie worden es ja alle wissen — ich hake es ja selbst .ir mri.:er Anwesenheit im Auslände empfunden — fsir ' Tierreich sind Sympathien, große Sympathien vorhanden,- ' - müssen nur durch geeignete Organe der Republik aus- - > .ützt werden. Es ist sehr zu beklagen, datz wir diesen Dienst .Äser nicht eingerichtet Haben. Der erste Grund dieses .isengels ist in der -Art, und Weise gelegen —"ich habe von' ro.-'er Stelle schon darüber gesprochen — wie die Anschluß« b. ocgung an das Deutsche Reich betrieben würde. Ich als i'-ugdhorigcr eines Volkes, das selbst nach-' Zusammenfassung/ noch Konsolidierung aller Volkskräste ringt, hin der letzte, der - im deutschen Volke sein Recht auf Zusammenschluß absprechest .'ürde. Ich habe nur seinerzeit erklärt, datz mir-die ge«' wählte Methode nicht richtig scheint,' nämlich cm Stelle leben«! -.'.er Tatsachen einfach einen trockenen Beschluß der deulsch« .'rrrichischcn Nationalversammlung zu setzen. Ich habe . gesagt, daß dieser Beschluß wird revidiert werdest nnücn, und so geschah es auch. Während eineinhalb Jahren baden wir auf jede selbständige Vertretung im Ausland ver« ' zi-.-.'tet, haben erklärt, daß wir nur ' durch das Deutschs Reich - -treten sein wollen, und haben aus diese Werfe kostbare, Zeit' r crloren. -- Was unsere äußere Politik 'selbst betrifft, [ kann ihr 'ü'tes Ziel nur die Aufnahme in den Völkerbund' '-tu. Mir können imd dürfen keine. .VundeSpolitik reiben. Wir können uns nicht den LuxuL erlauben,- mit .rinem oder dem anderen Staat anzubandeln öder gar unsere Atvekulation auf Mißhelligkeiten, welche zwischen anderen Staaten derzeit bestehen, gründen. Da würden wir. unS ümer verrechnen und diesen Rechenfehler auch schwer büßen in Aren. Wir müssen trachten und mit dollen Kräften dahin» : - eilen, , - . . , . h . - in den Völkerbund ausgenommen zu werden - > d von dort aps für die Konsolidierung unserer Republik c intreten. (Beifall.) * Bezüglich der Finanzfrage ist zu konstatieren, datz Ausgaben für die Beamtenschaft die (wußte Budgetpost . rüellen. Es wurde seitens einiger Herren versucht, die große; -hl unserer Beamten zu rechtfertigen. Auch der Herr Staats« i .retär hat uns erklärt, daß die Geschäfte sich komplizieren ::b auch nach mehr Beamte notwendig sind, Wer trägt dieser Komplikation.schuld? Eben der Umstand, daß wir ■ •.). b i c I Beamte haben. Daraus kann keinem Beamten iebtlübijcn ein Vorwurf gemacht werden. Wir können ja von iuem Beamten verlangen, daß er sich selber alS über« süissiges Wewik auf Gottes Erdboden bezeichnet. Unsere ''amten befanden sich in der Situation von etwa sechs - .-rgarbeitern, die. in einem Stollen arbeiten sollen, der nur-; ir drei Platz bietet, An einem-solchen Fall können eben, alle ' chs nicht arbeiten. ES. ist eine sehr teure Sache, ArbeiiS« . ia<-' durch überflüssige Beamte verstellen zu lassen. Jch^ ■ '-intrage daher nochnials, einen Teil der Beamtest - mit - vollen Bezügen zu beurlaubest unter Wahrung Wiener Morgknzpitnug, der Rechtes der "Staatsverwaltung auf Rückberufung. Uh bin überzeugt, -dichVIüß gMte,'jSetT dieser beurlaubten Beamten ins produktive Leben - eintreten wird. (Zustimmung.) .Ich möchte auch die Frage der SachdemobMsierung ganz kurz , anschneiden. Sie haben unlängst einen Ausschuß gewählt,- der die Gebarung von früher nachprü^cn soll, der wieder Untersuchungsausschüsse eiNsetzen soll. uns i*ie Gerichte werden gewiß wieder mit einzelnen Müsctätern beschäftigt -werden. Da bin ich wieder der Ansicht: Lassen Sie die ganzeAÜntersucherei, eS wird, nicht»' her-"tSkö»nmen. Trachten Sie liebaß) daß es in Hinkunft anders wwd, DaS- Grundübel der Sachdemobilisierung liegt darin, daß bis jetzt kein allgemein zugängliches Inventar, aufgestellt worden ist. Der Herr Abgeordnete Friedmann hat erllart: Ja, man kann nicht mit dem. Verkauf warten, bis das Inventar fertig ist. -Schön,, das hat vielleicht eine beschränkte Berechtigung gehabt für die erste Zeit nach dem; Umsturz. Heute ist da6 absolut nicht mehr anzuerkennen. Worin liegt denn der Witz der Schiebereien und Schwindeleien bet den Gegen» stäichcn derA Sachdemobilisierung? Ein anständiger Mensch weiß nämlich'sticht, chaS in der Sachdemobilifterungorm ist odex, nicht: Der Fall^.ist: esn ganz norpnalcr: ES sind Leute zu mir gekommen. Einer hat mir gesagt: Ich wollte eine Drehbank kaufen und es wurde mir gesägt, Drehbänke sind nicht, mehr da. Vierzehn' Tage später ist cm anderer -zu . mir .'gekommenjs«- -fttgte' mir: ^ch habe zwanzig Drehbänke gekauft. Aus dem Inventar wird ein Geschäftsgeheimnis gemacht,. dcks heiht,^ es kommt überhaupt nur tn dazu, bet Beziehungen hat.-, Uyd ^welcher Art dsese Dezwhungen find, können Sie'sich leW borstellen. ES mag ja sehr interessant sein, sich wieder eine Aaststecsammlung (Heiterkeit) zusammenzustellen, ich lege keinen Wert darauf. Man muß der Sache auf den Grund gehen, , sie in Hinkunft verhindern, und ich bitte daher de» Ausschuß, der von unsgewählt wetden soll, dieser Sache nachzugehen und sein ganzes Augenmerk nicht auf die Vergangenheit, sondern gefälligst aus die Zukunft zu richtest. Zum Schluß «lochte ich erklären, -daß auch ich. eS für unbedingt notwendig ansehe, daß diese Republik möglichst bald ihre geordnete Verfassung bekomme (Beifall) -und'ich möchte schon heutei den. Wünsch auSdrücken, daß de Per« fassung so aussehest möge, daß die nächste Ratton.tlversamm« lung ein anderes Bild bietet alS diese. Ich stelle'qjcht in Abrede, daß eS nicht zur Bildung' großerParteien kommen muß. ich sage nur, eS müssen Möglichkeiten geschaffen - werden, ■ daß - kleinere Parteien, einz elue PersonIichkeiten, die im ganzen Lande Anhänger haben, in dieses Haus hrneinkornmen. Es würde dies nicht zum Schaden der großen Parteien stutz, nicht zum Schaden der Repubük-'Oesterreich sein. WaS ich will, ist, daß. «tast mit tef LLnhl.kr^isgievmetr.t.e aufhöre, daß das gleiche,^irekie undproportronelle Wahlrecht nicht gestört werde durch die WahlkrerSdinteilung. Gteierryark hat bielleicht estr Interesse an der Schaffung eines steirischen Wahlkreises, ebenso Nrederösterreich, aber 'dakann ich nicht anerkennest, daß Gumvendarf andere-Interessen haben soll als der Neubau, daß man Wahlkreise, nach wnhlgeomeirischen Grustdsätzen zerschneidet Ich betlange, daß in der neuen Verfassung große, kinhcitttche Wahlkreise gebildet werden, so daß den Minoritäten.jeder Art do- Recht auf Vertretung gewahrt niird. . Ich spreche diesen Wünsch auch aus als D e r t r e t e r d e S j ü b i s che n Volkes: Auch wir erheben den Ansprüch, daß man uns die Möglichkeit gibt, unsere Wähler zu rallüeren. ES wäre-gar kein Schade« für diese Republik, für diesest Staat,- wenn durch Entsendung geeigneter! Vertreter dev jüdischen Lölkes Gelegenheit zu offensr iSusspvache ist der Dude ns rüg« gegeben wäre. Ich-.sage:' offene. und ehrliche Aussprache Ich bitte Sie, betrachten -.Tie die Judenftage mtf' der «imti Seite nicht als nebensächliche Frage, über die m<m qm besten zur Tagesordnung -übergeht, auf der anderen D'ttr - nicht als Frage, die man nicht anders alS mit Haß und Hohn betrachten kann. Wenn Sie sich nur die Mühe gebest wpllten,. auf die Psyche der'Juden Und auf dte Blw^onge, die sich im Judentum abspielen, einzügehen, so würden' Sie »ngeben, daß es besser ist, wenn es ein freies und offenes Judentum gibt. Sie sagen, Ihre Ration, habe so oft bttwr unter den Ausstrahlungen-jüdischen Geistes gelitten. Ja, sie hat gelitten, aber nicht unter dein, Geist des aufrechten und braven Judentums, sondern Sl e sind infiziert worden durch den Geist deS kranken Judentum». ' Das durch Druck und Äerfolgung sich von n«S loS^ gerisM hat, ist auf Ihren Körper übergegangest und hat Sie infiziert. .Int -alten Oeftevretch .haben Sie sorgsam darüber gewachv/datz um Gottewillen kein Jude.Briefträger wird'. DaS könnte den Körper der deutschen Nation schädigen. In dem Moment aber, tvo es ein Jude getroffen hat, frech zu sein, da konnte er Ihr Herr werdet Vor dem S ieghavt - ist dieses Destetreich dreißig Jcihrv auf dach Bauch gelegen. .Ein Renegat hat dieses.Oesterreich beherrscht aber kein- Jirde konnte! Briefträger Werben! Und 'noch heute . beherrscht er Sie, noch hente Ist er übest, or kauft Heltuttgen zlrs am men, wirb Prä s H ent bet gr 5 ß it u Ban in st t tu.tze,. schiebt * hin und her. (Zustimmung.) Unser Volk macht jetzt seine größte geschichtliche Periode niit. Wir stehen vor der Wiederaus r i ch t n n 6 ust.serech .Nationalen Zentrums. Große Nationen, große, Staaten nehmen daran Interesse. Als ich -vor einigen Wochen' bei dea Sitzungen unserer Organisation in, Lonvon wae. sind -r-, ich.jage etz nicht au- Protzereh 22. Aprü l92ll , Rr. 44» für meine Partei — Begrüßungen vom ganzen mglische« Mrnisterium, Lloyb George an der Spitze, vomPrästdenten Wilson und änderest eingetrosfen; sie haben es für wichtig gefunden, sich wit dieser großen Beivegung zst besassim. Si« -(zu den Parteien gewendet) befasse« sich nichtdamit und sagen höchstens: „Der-Zionismus ist gut, denn dann werdest wir endlich etttmal die .Inden los." Ich appelliere an Sie, unterstützen Sie unsere Desirebuugen mit Verständnis, eS wird nicht nur meinem Volke zugute kommen, sondern' auch dem Ihrigen! (Lebhäster Beifall.) . . Aus der jüdischen Gemeinde. Die Vahlen in den llviener Kultnsvorstand. > Das vor mehr als Jahresfrist beschlossene Wahl» ftotut der . Wiener Kultnsgemeinde hat nunmehr. die behördliche Genehmigung erhalten und der sofortigen Ausschreibung der Kultuswahlen steht nichts mehr. hinderlich im Wege. Daß das Wahlftatut genehmigt und nur wegen der in Oesterreich althergebrachten -Langwierigkeit der Ausfertigung und Zustellung des Aktes nicht schon früher an den Kultusvorständ heräbgelangt ist, mußte dem, geschüftsfuhrenden Bizepräsidentell bekannt gewestzn sein und er hätte, vollauf. Zeit, die Wählerlisten ünfertigen zu lassen. Gesetzlich und technisch hindert rhu heute nichts mehr, die Wahlen für den , Monat Juni zur, Ausarbeitung zu bringen. Mschantz kann ihn daran' hinderndenn die'Wahlausschreibüng' ist, da ein Präsident nicht vorhanden ist, seist ausschließliches Recht. Hingegen zwingt ihn daS moralische Rechtsgefirhl, mit -er sofortigen Ausschreibung der Wahlen vorzügehen, Seit mehr, als Jahresfrist ist die KultuZgemeinde ohne Präsidenten und seit mehreren Monaten ohne zweiten Vizepräsidenten; im Kültusvorstastd sitzt heute kein, ein? Ziger Vorsteher, dessen MandatSdäuer nicht schon längst abtzelaufett 'wäre, haftir, führest heute in der Gemeinde Vorsteher und Vertreter das große . Wort, die von > beu WWern überhaupt kein Mandat erhielten, sondern durch Äopption hereingebracht wurden. - Die '.kulturellen, wirtlchaftlichen und sozialen Einrichtungen der Gemeinde leiden.unter diesen anarchischen Zuständen Ui ungeheurem Maße und mit jeden: Tag steigt das Chaos, nimmt der Verfall der Gemeinde an Umfang zu. Gewissenhaftigkeit und Verantwortlichkeitsgefühl diktieren eS geradezu, diesen unhaltbaren, den völligen Ruin der Gemeinde herbeiführenden Zuständen so rasch als möglich ein Ende zu . machen, indem die Wähler angerufen werden, eine klare Situation zu schassen. . Und dennoch, heißt es, daß die Ausschreibung der - Wahlen bis-zum Herbst verschoben werden soll, i Warum- Wem soll es nützen, datz diese Gemeinde noch um die lehten Reste ihres--Ansehens im und Ausland! gebracht werde- Wem kann es froimnen, das zweit«, größte jüdische Gemeinwesen in Europa noch um weitere Monate in der Möglichkeit zu verkürzen, an die Durchführung der ihrer harrenden großen Arbeiten für daS - jüdische . Volk zu schreiten- .Kein anderer ist eS alS der bewährte Wahljchlachtön«, Verlierer Siegfried Kleischer, der sich an' diese letzte ihm dargebotene Konjunktur mit allen Krallen klammert, um aus ihr so lange und so viel für sich herauSzuschlagen, als sich mit. Hilfe einer Gruppe von betörten, und verbissenen Feinden einer bejvußtjüdischeit Volksentwicklung herausschlagen läßt. Siegfried Fleischer hat noch nicht genug verdient, btzStzalb nmß die Wiener Kultusgemeinde, noch weiter Monate hindurch von Stufe zu .Stufe sinken; Siegfried Fleischer hat noch niemals eine Wahl gemacht, Um Prinzipien zum siZiege zu verhelfen, sondern um selbst zu gewinnen. Weil aber immer nur seine Hand und nicht sein Herzen der Arbeit ist, hat Siegfried Fleischer bisher noch jeden Kandidaten, der sich ihm anvertraut hat, aufs tiefste ksmpronättiert und ihn in die Niederlage geführt. Das alles wissen sowohl die „Union* wie auch das sogenannte Wahlkomitee dev „nichtnationalen* Parteien und auch der KpltuSvorstand, der jetzt unter sein Kommando gestellt werden soll.! Aber die Jüdischnationalea, die mit deni Eintritt in den KultuSwahlkampf auch die unerläßliche Purist« zierung deS jüdischen öffentlichen -Lebens von unlauteren, unehrlichen und unfähigen Elementen auf sich nehmen» sind nicht gewillt, zu, dulden, daß die Gestaltung deS Schicksals der Wiener Budengemeinde von einem Siegfried Fleischer dirigiert lverde. Siegftieb Fleischer muß endlich von der Oberfläche des jüdischen öffentlichen Lebens verschwinden! Ein Mensch, der ebenso für den jüdischen Nationalismus zu haben »var wie für ^Hofrat Hock undBaürat-Melcher, die allerdings ihm ihre Mißersolge zu danken haben, ein Hann, der als . verantwortungsvoller Beamter der /Union" bei Gericht zugeben muhte, daß er die ganzen Jahre hindurch »für die Bergebmrg von Druckarbeiten sich mrt ^Provisionen bestechen ließ,,dessentwegen Maximilian Paü 1 - Schiss die Präsidentensteüe in der „Union* niederlegte; ei« Mensch, der in seinmn Haß gegen alles Fudrsche und um sich bei allen, die eS gerne hören, beliebt 3» machen, gegen die Ostjuden hetzt und sie beschimpft: em solcher Mensch, ein solcher Siegfried Fleischer, darf nirgends geduldet werden, wo ehrliche politisch,:' Arbeit geleistet lverden soll. Aus diesem Grunde hat das zionistische L<indeS< komitee beschlossen.-die jüdischnationalen Mandatare zu beauftragen, alles aufzubtoten, daß der Termin für die Wahlen in den Kulturvorstand für den Monat Fünf festgesetzt werde. Dieser Wahltermiu muß erzwungen werden!, - - '