Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 444 (17.4.1920)
- Date
- 1920-04-17
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 85% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979522--03924-2989608- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Sette ‘ V Wien, Dcnnstnq Cmrgesend^ eine - nnßverständliche Auffassung zurückzusühren sei, denn die Forderungen der Südbahüer seien j<x eigent- M bereirs längst bewi ligt. Gegen Mittag ist ein Sonderzug von Wiener-Neustadt abgefahren, der die Vertrauensmänner nach Wien bringt, 'die zu Verhandlungen mit der Regierung entsendet wurden. - „'Abeirds wird uns aus dem Parla.m'ent'. gemeldet: Nach^6 '1Lhr abends fanden Verhandlungen mit den Vertretern' der Eisenbahnewrganisatiou und Vertrauensmännern der Südbahner im Salon des Staatskanzlers statt, an denen auch Abg. Tomschik teilnahm. Nach, langwierigen Auseinandersetzungen erklärte sich dir Regierung bereit, sämtlichen Eisenbahnern ohne Unterschied der Kategorie einen Vorschuß von ck 0 0 Kronen mit. vorläufig unb. stimmtem Rückzahlungstermin zu gewähren. Die kritische Finanzlage mache darüber hinausgehende Verpflichtungen unmög-. lich.-An die Eisenbahner würde die Bitte.gerichtet, im Interesse der Allgemeinheit den Streik einzustellen, insbesondere keine Verzögerung der Lebensmitteltransporte ei «treten zu lassen. Die Vertreter der Eisenbahner nahmen den Vorschlag, den -sie als unzureichend bezeichneten, zur Kenntnis und fuhren nach Wickner-Neustadt, um den Streikenden Bericht zu erstatten. ' < Graz, 16; Avril. - .(Tel.-Komp.) Die Versammlung von Eisenbahnern, aller Kategorien hat-heute beschlossen, nicht in den Assstand zir treten. Es werden die Weisungen der Wiener Zevtralorganisation abgewartet. Laibach» 16. April., (Privat.) In Jugoslawien ist auf allen'Lmien der Ausiiand der Angestellten ausgebrochen. Wie vert imsl, ist der Ausstand daraus zurückznführen, daß die Angesirlürn von den nmrn Bestimmungen der Brsoldungsiiücrgaugsrcfc'rm sehr entläuscht sind.. . Die vielfach verbreiteten Gerüchte, daß der Äusüand auf euren Gegensatz zwischen der slowakischen und der serbischen Anschaauug zuiüänrsührm sei, findet m>oi bisherigen Meldungen mia Iagl'ilawicn keinerlei Erwähnung, wohl aber hat die Bervcoirng einen stark republikanischen Einschlag. Der Ausstand soll b's nach Serbien reichen. ______ * Professor Moritz Benedikt gestorben. Mittwoch m -hier der weitbekannte Necoenarzr Prosessor Dr.,M o r i tz Benedikt im 83. Lebensjahre gesioi berr. Benedikt war ein Gelehrter von Weltruf, der auf dem Gebiete der Medizin und der Naturwissenschaft e-ne überaus vreltnüge Tätigkeit entfaltete. Er war Ehrenmitglied fast aller euroväischen ärztlichen Gesellfu'asten von Bedcunmg und bat in zahlreichen wissenschaftlichen Nnblu'mionm den Ruf der Wiener medizinischen Schule mitb'grüudet. Seine anthrovologrschrn Fdrlchungcn, seine Besuche in .Kerkern und Schädelmessungen an Verbrechern.waren allbekannt. Doj! seltener geistiger Frische war Benedikt bis in seine letzte Zeit lueransch tätig and interessierte sich in seinen letzten Jahren ncmentüch für die Emanatwus^ und Wünschelrutenforschung. * Tr. Markus Spitzer. Gestern nachmittags wurde die ncische Hülle des verblichenen Landesschulrates Dr. Markus Snitzer zu Grabe getragen. Nachdem Oberlantvr Morgenftern w Gesänge des Rituales' vorgetragen, '.nahm Rabbiner, Dr. Grüuwald mit einer kurzen.Trauerrede Abschied von cem ^o.en. Nack -ihm svrach der Vizepräsident der Gemeinde Ho! ra» Dr. Rappop ort. Die Beisetzung erfolgte im Ehrengrabt- , ä ' . , , Eine Gedenkfeier für di« gefallene« Palästina-' piouiere. Der Verein «Erez Israel" veranstaltet Sonntag dm .16. April, 10 Uhr vormittags, im Festsaale des Hotel »Post*, Fle'ichmartt» eine große Gedenkfeier für dir in Palästina im K-.mp;,' '5,c dir indische Ehre gefallenen Pwuiere. Saale'.ösftmng - :0 Nbr-vormittags. ' - - '* Bibliothek der jüdischen Gemeinde Wien. Der /'orjanl der- Bibliothek ist ab 15. d. ffl. täglich von 3 bis 7 Uhr -j-unag'-und Tonnt rg von 9 brs l Uhr) geössM. Enllehnungen 'iu. von :> ()u< 7, beziehungsweise 11 b;§ 1 Uhr. * Zionistische Bezirkssektion „Leopordstadt". -E-auwag dm 18, April, ’/,10 Uhr vormittags, findet im Saale üßfäntt MMgeMMks des Hotel »Stephanie". Ist Taborstraße IS, eine Wähle rv e r s a m m l'u n g statt, in der über die Tätigkeit der lüdrschnatlvnalen Mandatare in den verschiedenen Bertfeümgskörperu berichreu werden: Abgeordneter Ingenieur Robert Stricker, Gemeinderat Dr. Leopold Plaschfes. Bezirksrat Dr. Otto A b e l e s und Armenrat Michael Reiter. * Hundfertigbeitskurse. Der Verein „Jüd'sche Kinderfreunde" eröffnet in allen seinen Heimstätten:!l. Obere Donau' strafte 91; H.. Prater Wilbelmslaserne;!X. Grüne Torgaste?; X. Haseugasse 7 und XVII.' Hauptstraße 73, unentgeltlich e Handfertig! e.itsfurse für Erwachs e n e. Anmeldungen tm Sekretariat, II. Obere Donanstraße 91, H. Stiege, 1. Stock zwi'chen 3 und 6.Uhr. * Verband für jüdische Jugendfürsorge in Deutsch- Lsterreich. Dw trvstloseAr e der in offentlcher Wohlfahrtspflege. stehenden Kinder und die Unmöglichkeit der einzelnen Jugendfürsorgevereine, der kmmer stärker anwachsenden Not zu steu-r». haben den Verband kür iüdische Jugendfürsorge, dem 65 Jugendfmsorgevece'me avgehören. zu .dem L Schlüsse veranlaßt, in der l e tz t e n M,a t w o ch e einen . S a m m e lt a g zu veränstalkeu, . der in großzügigster' Weise , gedacht ist. Die Sammlrmg . wird b e 'z irk s w e i 's e vorgenommen werden. Es haben sich schon viele Gruppen« leitungkn in den einzelnen Bezirk«-« gebildet, doch ist »och rmmer eine große Zahl von fle tiu i!liaen Mitarbeit.e ru nötig. Wenn alle, Sammler nnd Spender, ihre Pflicht erfüllen, dann wird es gelingen, solche Beträge heremzUbringen. daß Ernnchtimoe'n geschaffen werden können, durch die die Kinder und Jugendlichen darwrnd der Not und dem Elend entrissen unb zu arbeitsamen Menschen heräugebildet werden. Darum anS Werk! Schriftliche Anmeldungen a'u -den Verband für iüdlschc Jvgrndsürsorge in Deutschüsterreich, ll., Praterstraße 17. *'Die Streiks. Der Streik der Frisemgehilfen dauert fort. Die' Zugeständnisse, zu denen sich die Meister bereit erkärten, werden von den Gehilien als' u n a n n e h m b o r bezeichnet. .Sie beharren nach wie vor auf einer 75vrozentigen Lohnerhöhung und dem freien Tag. B>s aus die großen Betriebe haben alle Meister ihre Läden geöffnet. —. Der Bund der Industrie« angestellten hat vor Wochen a» den Hauplverband der Industrie eine Reihe von Forderungen gestellt, die eine Ablehnung erfahre« haben. Es wurden unter anderem eure Rangsklässeneintellung wie im Staatsbetrieb verlangt, wobei Gehalte tür die Anfänger bis zu K 7ö.noo.— m Betracht kämen. Die Arbeiterschaft hat dielen Punkt ab gelehnt, würde sich also einem eventuellen Streik der zrrka 40/ 09 Angestellten, der möglicherweise heute beschlossen werden dürfte, nicht anschließen. * Ein Mordversuch an der Geliebten. Furchtbar zugerichtet hat gestern 'früh der Arbeiter der Banknotenpresse der Oesterreich sch-ungarrschen Bank Franz Pfleger seine Geliebte, die Banknotenarberterm dieser Bank. Mane B a u m a n». XVII. Haymcrlrgasse 2 wohnhaft. Das Motiv ist ^'Eifersucht. Pfleger unterhielt mit der Baumann nn Liebesverhältnis. Er .glaubte Grund zum Verdacht zu baden, daß sie es auch mit anderen.jungen Leuten halte. Gestern früh gegen 4 Uhr lauerte er ihr m der Nähe ihres Wohnhauses, auf und tatsächlich kam die Baumann mit einem Arbetter der Bank nach Hause. Als sie sich von dem Manne empfohlen hatte, trat Pfleger aus seinem Versteck hervor und schlevvte sie mck Gewalt m seine Wohnung, XVI. Habtcherqasse 15. Dort machte er ihr Borwürfe. Pfleger umarmte sie fchembar. In der Hand hafte er aber et» Rasierm es s e r. Mit.diesem .fchnrtt er dem Mädchen nnarrshörlich lies ms Ncrsch. Die Uebersallene, die aus vielen Wundm , blutete, stürzte blutüberströmt zusammen.. Pfleger bchauptete, er hätte der Baumann ^nür" einen Denkzett«^. geben wolle«. * Marken «m Hunderttausende gestohle». ES wurde kurz-berichtet, daß einer, ausländischen Persönttchkett kürzlich rize Serien von Marken im Werte von X Z00.0L0.—bis 400.090.-7gestohlen worden sind. Der Bestohlene ,ist der ehemalige Mmrster eine» fremden Staates, der Dieb sein Leibjager Arvad T u r tz e r. Seine Velfolgung ist eingeleitet. * Die gestohlene Wohnungseinrichtung. Die Firma F. S ch ft. a b, I., Grünangergasse 4. erstattete die Anzeige, daß eine' Wohnungseinrichtung im Werte von X 100.000.—. die brr ihr eingelagert war, gestoblcu worden rst. Cs wurde scstgestellt, daß die Eheleute Joses und Aloisia W a w r a, -die im Hause Grünangergaffe 4 als Hausbesorger angestellt sind, den Diebstahl begangen haben. * Das erhöhte Kollegieugeld. Mit dieser Tagesordnung fttibct Montag den 19. d. M. um .10 Uhr vormittags in. der Volkshalle des neuen Rathauses eine Versammlung sämtlicher Hochschüler Wiens statt. * Falscher Kriminalbeamter. Der Jda Wilder, II., Mbsstraße 35 wohnhaft, hat am 2d.M. ein etwa 24jähr,ger Mann, groß, mit gestutztem blonden Schnurbart, als angeblicher Kriminalbeamter eine goldene Kette mrt 6 Brillanten, eme goldene Damenuhr. vier goldene Ringe unt bunten Steinen nüd sieben Meter Pchitazephlr im Gesamtwerte von X 20.000 beschlagnahmt. * Selbstmordversuch eines Amerikaners. Gestern tachmittags hat sich der 24jährige Jnianterist der amerikanischen Mion Charles Zuniga m seiner Wohnung, VI. Laimgrubengasse 14, aus einem Revolver eme Kugel in vre linke Brustseite gejagt und sich schwer verletzt. Die Ursache der Tat ist unglückuche Lrebe * Die Schlosierlirhrrverkstatte des Jüdischen Dewerbeförderungsamtes übernimmt alle Arbeiten auf dem SOEBEN ERSCHIENEN Nr. 14 der U 99 AT1S DEH INHAITj Unruhe im Orient. — Die Emigrationsfrage. —- Die Aufgabe des Jüd. Nationalfonds in Palästina (Schluss). — Im „Fünfer-Palast“. -- Kleines Feuilleton (Humorist.) — Weltkonferenz: Hagoel-Hazair — Zeire-Zion, Prag. Von Ost und West: Gegen die ungarischen Pogrome. — DieWahlbewegung In der Tschechoslowakei; — Jüdische Aktion“. ,— Kulturterror im Hortby-Ungam. — Das militärische Hakenkreuz. — Waad Haörazoth. — Derjüdische Handwerkerstand in Warschau. — Wiederaufbauarbcit in Ütauen. — Das jüdische Leben in Sibirien. — Der „notleidende“ Schnitzler. Aus den Gemeinden: Palästina. —^Vsreiinsnach.rlchtan. — Austritte aus dem Judentutn. —Jüdischer. Nationalfonds. Preis der Nummer Kl.—. Ir: allen Trlifiken, ßuchhandluug R. Lrtwit, 1-, Rolantura- “trusse 22. undin der Administration der ,jiddischen Zeitung“, II,, Taborstrasan 1—3, : L7. Ap M WM . mrm Gebiete der Kunst- und Bauschlosserei (Nenansertignngen nnd Reparaturen). Garantiert beste Ausführung. Aufträge sind, zu richten an das Iiidi'che Gewerbefördnungsamt, II. Taborstraße 20» (Televhon 41-6-30) oder direkt an die Werlstätte, Ul. Avvstelgasse 39. « „Metallmn Gold" — (mit dem Regenbogen) dir yntbewährte Taschenlampenbatterie. Dereinsnachrichte». (Nackrichten v o n B e r ei« en ersch einen aus» n a h « 8 lo s n u r a m T a g e d er v era « sta ltung.) Heute: Hebräischer K o n v e r f «t i ojt § f! ix 5. 7 Uhr abends Vortrag: Thema Vorbehalten. Ort: Bereinigung . jüdischer Handelshoch chüler, TI., Taborstrasse 1. — Jugend» g r u pp« der ztonistisckenBezirksf eit t o n Brigittenau. Um 2 Uhr nachmittags hebräischer - Konversationszirkel. Hebrärschsprechrnde willkommen. . E nschreiUngen täglich von ^bis 3 lchr tm Dereinslvkale, Karl ' MciSlstraße 5. — Dre z r v n ist i s ch e 6 « Utö »' f ftr die west lich en B e f t r t e . beruft für D i t n'S t a 6 den 20. April 1920, ^8 Uhr abend-, m den großen Saal des . Restaurants zur Glocke, VII.. Neabanaasse 5. ein« grosse Versammlung ein. Von jüdischnatwnaler Seite werden sprechen: Gcmemderat Dr, Plüsch! 18, BezirkSrat Dr. Jmmerzlück, Architekt Otto Kollftch. Sektionsleiter Dr. Oskar Kantor» SekttonSlener Dr. Adolf Brand, SektronSleiter Emrl Grätzer. — I u gen d v e t e i n JL h a w ath Zio nm> W te tu Hebr ä i s ch e K u-r f « ab «orge» m der Wilhelt^- Kaferne, U., Vorgärtenstraße. Der hafte angesagte Heimabend entfällt. — Jüdisch« B o l k s b i d l i o t h « k »8 i a n*. 7 Uhr Veremslokal, N., Glockengasse 30. AuSfchnH«' sttzung. — I L d i f ch-a k a bewtf cheBerbin düng „Her * l“, Um V«3 Uhr Generalversammlung ich Lokale der . jüdischen Kmderfreunde, H., Obere Donaustraße 91. - Verein ,.E r t % Israe l". Wien,!!.. Prater Hauptällee ly. '/,5 Uhr nachmittags im Lokale der VokkSbibhothe? ^Zion", Wren, Glockenpasse 80. Bortrag von Dr. C h a i « T a r t a k o w e r. Thema: Der gegenwärtige Moment na tjioni-mus.Gastewrlltommen. — Rede «ndLeckehat!« 1 ü b i fcherHoch sich ü l e r, TürkenstraßeS. Zusammen» kunft um 6 Uhr abends. Besprechung des - Buches H i o b : Emle tmg: Kurt Saxl — P a l äst i n a - S^« 'k 1 i o ». Z u s a m m e n k « u f t. Taaesordnvng: 1. Palästina- Seminar: Kolonssativnsprobleme Palästinas. (Landarbeiterfrage.) Referent Dr. Leo Gvldbammer. Anschließend Disknssion. 2. Pleßreferat: Referent M. U. C. Reisner. — I üd i s chakademischer .P h. i l o s o v H e u - B e r e i n,. IX. Asserstraße 88. Um 3 Uhr nachmittags findet in unsere« Festsaale die ordeMche Plenarversammlnng für da§ Sommersemesrer 1920 statt. Wolf Wir erhielten für die „Adolf Sland-Sl'ftung" der „Wiener . Morgmzeitnng" X 500.— von „Leon und Perla W e ch s l e r - am Tage ihrer Vermahlung m treuer Erinnerung an den unvergeßl.chru Freund Adolf Stand". Bisher eingeläusen X 27.612.—. DriefLafte» der Redaktio«. H. Botknecht. Sie müssen neu« Petroleumkarte» erhaQttk. „Korej Jo«i." Es ist der Unterschied zwischen dem ' bankulaßigeu DeyismüöerweisungSvetkehr nnd dem effektive» - Gcllckauf. ^' "• ' : Wiener Gemrinderat. . SH« neue Ge«elnderefor« anAem»yim««. - In der gestrigen Sitzung wurde die GeneraLebattL Mer Gemeinderesorm zu Ende geführt. Bürgermeister Reurn'ann trat in warmer Weife für die neue Refor« ein, indem er einer,ettö auf die bisberi-re, im Statut be-- gründete saloppe, schleppende Geschäftsführung, andererseitß auf . die hohe ethische Bedeutung verwies, welche die neue . Reform mit sich bringe, die wen freigewAhlten Vertretern ein ' grotzeres.Arbeitsfeld.biete, als es. bisher geschehen. Der .. Bürgermeister bestreitet, daß das neue Statut den Bürger- .meistertseiner Machtfülle entkleidet und daß eine. Oligarchie - - aufgerichtet werden soll. Im Gegenteil, durch die neue Re« form .werden ' die Berwaltungsgeschäfte der Stadt Wien schneller, abgewickelt weckten. Bei seinen weiteren Ausführungen greift er wiederholt die christlichsoziale' Partei an, der er' nur sehr geringes Verständnis für die wahre Demokratie vorwirft. Der Gemerftderat Kunschak weist diese Angriffe Unter dem Beifall seiner.Parleiienossen zurück. Der. Tscheche Sirotek schließt sich den gestrigen Äusführungen . fernes. Parteigenossen K lim es an und spricht gegen viq Vorlage. Die Debatte wurde mit einer Rede des Gemeindevfteß Dr. Ehrlich eröffnet, der. unter großer Aufmerksamkeit des Haufts einige Äbänderungsanträge vockbringt' und sonff . für die Bockage eintritt. Seine Ausführungen über die anti» ' semitischen Exzesse an der Grazer und Wiener Universität .bewirken bei dem Christlichsozialen Gemeinderat Schmitz eine solche Errequng, daß er. als er zu Worte kommt, die' jüdischen Hochschüler der Pfljchwerletzung beschuldigt. Für diese niedrige Verdächtigung wird ihm durch Dr. Plaschkech eine wohlverdiente Abfuhr zuteil. j Die Rebe des Gemelnderates Dr. Ehrlich. c {1 Gemrinderat Dr. Ehrlich führte n.nter anderem!' folgendes aus: ES ist außerordentlich viel von Demokratie , gesprochen worden. 'Die Referate und Expertenerklärungcg '* waren eine ständige Verbeugung vor den Gründsätzen der Demokra-ie. Avep Borau^sev-mg ' einer Öcetti*afi,äbeit' Bcr- . sassung ist vor allem ein demokratisches Wahlrecht. Und unser'Wahlrecht entspricht durchaus nicht den Grundsätzen der Delnotratie, da es den Minoritäten nicht gerecht wird und es geradezu mit Absicht verhindert, daß die Minoritäten sich durchsetzen. Heute ist es ein Unikum in Mitteleuropa, dass eine Stadt, die Anspruch daraus erhebt, demokraüsch tobtV waltet zu werden, ein Wahlrecht besitzt, das die Stadt i* Wahlbezirke zerlegt. . Redner begründet weiters die Nachteile dieses Systemnnd sagt: . Ksch werde den Antrag stellen, daß 8 6 der Gemeinde* Wahlordnung dahin abgemwert wird, daß bei den Ge« meindepatswahlen Wie« einen Wahlsprengel zu bilde« hat. - Auch /unsere Partei, ist außerordentlich peinlich davon he» rührt, daß die Frage der Stellung der Stadt Wien in der neuen Verfassung noch gar nicht geklärt ist. Ich erkläre schö» , heute, dgß wir uns.gegen sehen Plan.wenden werden, de, Wien wieder in Zusammenhalt mit einem Landtag bringe« und dieser Stadt wieder Opfer anferlegen wird, wie sie nur schon allzulange gebracht wurden. Jedenfalls aber müssen wr, darauf dringcnr. daß diese Frage im Wiener Gemeinderat ebestcnö. erörtert und nicht in Linz oder i« Lalzbnrg, sondern in Wie« entschieden wird.