Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 443 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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-kr. E Men. FreWs Mener MörgenzeMM K. um * Die Einstellung des „Morgen-. Dir Redaktion drS JSRorpen" zeigt heute an der Spitze des Blattes an, daß im" Erscheinen dis „Morgen" eine NnterbreÄung eint«.itt. Als Grund biefür wird die maßlose Verteuerung des Z-itttugstototiouspapieres. lüc die in den Einnahmen bc§‘ DlätttS ' ein Ersatz nicht mehr gefunden werden kann, angegeben. * LohnbeevegunK der Südbahnbediensteten. Unter dt«. Personal'der -SÜdbayn das-sich durch d'e Durchführung, der BMdungsresorm verkürzt^ sülittr, ist eine Lohnbewegung entstanden. Für den Fall der Nichtbewilligung der Forderungen wurde-der Ausstand angekiiudigf. Es gelang den Streik zu vermelden,^ indemzynqchst dem Personals auf der Lakalstrecke bis Wiener-Nenstadt «ine Zulage gewahrt, wurde. Für das Personal Xr Fernstrecke werden die Bechaudlungev fortgesetzt. . * De« .Streik der Frisenrgehilfen. In der Lohnbewegung der Fristtrrgehilfeu ist keine Äenderung emgetreteu. Die Aeineren Meister» die ohne Gehilfe» arbeiten körineu» haben ob gestern schon sehr zeitlich ihre Läden-geöffnet. -- - Die Tätigkeit des Metter KrregSrvucheramte«. «W der Reche der wahrend der abtzelaufenen Wochevom Wiener Kriegswucheramte -..darchgeführten ' zahlreichen Amtshandlungen. «egeu.Uebertretnnge« der Bevzmspnrmchnahmen.aus Anlaß von Autofahrten sind, folgende Bestrafungen erwähnenswerte Der' Mitruhaber der Firma S ch ü! 1 e t & & o m v., Vll., Ziegler-- löffe tO, mit K 5000, der Direktor Theodor Abel mann, HL Gartnergasse 1, mit K 5000, der Industrielle Wose Perchas 5 a r.z rlai, Ho.te^ Metropole, mit X 2000, der Inhaber der, Frrmä Lustig & Komp.,' Mednch Kalma v?. DX., KaMrabengaffe Nr.l 12. mit;K- 5CÖ0, der Schuhfabrikaut Friedrich D i a m a m t, VL Kopernikusaaffe 7, mit K 6000 und »er Fabrikant Mvriz Ruh m an n, l. Lourcnzerbcrg 4, mit 6 5000., SDet* Gastwirt Johann P o l l a k. XX. Iägerstraße 88, lreß eine Kuh und ein Kajb m feinem Stalle schlachten und verkaufte das' Fleisch zn Echleichhandrlspreifen. Pollak wurde mit merzeh» Tagen Arnst bestraft. Aus gleichem Anlasse wurde der Flelchhauev Friedrich S ch mutze r. X. Favoriienstraße 145, in tme Geldstrafe von X 4OOV verfallt.— lieber 'die Gemischtzivareyhyndlerin . Ernestine K r L st, V. Schonbruuner-- straße 32, wurde wegen MarktpreisÜdekfchrritlmg und EntfernnNg der PreiSvignetten. eine' Arreststrafe in . der Dauer rirer Wöcke verhängt. — Der Kaufmann Karl Weiß, si, Sterngaffe 6, wurde wegen Handels mit Arzneimitteln mit * 9000.— bestrast. — Der-. Fuhrwerkkunter-nthmer Adolf Rosenberger, XX., BLuerleaaffe 20," wurde wegen DchlrichhandelS mst Mchl in ein« Meldstrase von X 1O0O.— »«fallt. —clleberdevÄuckerbäckevRüdolf L a <r s. XI.. Schweiuertzyöchlg'en Arreststräfe voraeMngen, -Ml sie die Hochstpreise-Aberschrutenhatte. -^.DerFleifchhauer Georg.Hütirr, XX, Popperchümzafftz).58,." der keine- Auskünfte erteilt hatte^ .wurde.mit X -2O0O.—. Wräst» --- Drr .Kaufmouy Joachim "T i. s.ch l.e r, IX , Georg Siglgäffe 3, .würde aus demselben Grunde zu. eitler Arreststrafe bonM'ei Monaieü and' einer Gclbsttafe von X 500Y.- verurteilt. — Wegen Untrrlaffimg . der vorgeschricbenen Anmeldung .'von vohvvrrLhm-wuchm bestraft; Der Holchändlev Lows F r i e d- " Me.?, M^'Vwmgaffes, M't der Bevollmächtigte d« Vaterländischest BaügeseÜschafi, Hans S ü s s.rr..: I.,' Wildürettstürkt L E iL stOgv.— und der -Disponent Kr Fniüa Dskar Weiß/ HemM So f e»; 'IX.»- GstngdM l4> mrt X SöOOi-. Wegen: H.öchWrk^pberschreitMKbeiMA-usschaüs von Bier, würden iolgeude Gastwirtemit fe einer Woche. Arrest bestraft: Stephan Su.l-.o,,xE Hub«gaff« IO, Me L i p v. e r.t. XXJ., Mager-- Kö|e-10, Mauz W a i d r in g e r, XN.,. NerMcheMKr-' maße-OS, Franz -B r u chn e r^ - M., /Trubclgaffe 1, Karl N 0>wo h-nv,. E,. -Marokkanergaffe 5, -Helme F. t t sch k a. X., Landgutgassr.L, ..Karl-.N-e.m «c, XVI-.- Grundstemaasse 3» , Anton N e w z a s. XVI., Brunnrngaffe 48, Florian S t e iar n g e r, XlX., Gatterburgaafse 165, Friedrich Sch a u bei t, XXI.,.. .Brünnerstraße 188, Karl.^R r.e ß. XXI.. SchloßhofergaffeW Wenzel K l e n m a.-h e r, Vl.^ Hvsmüblgciffe 11, August B a sti r t's'ch, XXI., Leopvldäuerstrage 6, Michael Sch r a u-f, XXü>, HauMraße. 45, Michael Schob er/ XXI., Michael Dretmgnngasse 2, Josef S a n d r n s ch i. tz, XI., Hauffgasse 18s Robert. W. e i ß, VI.. Mollardgafse 14, Ignaz,St. e.l «St, W, Rudolf B i n d e r, XIX., Hutweidmgasse 47. Wegen' Verdachtes, des ^vbesügtm V a l u t e n h a n d e l s wurden der- Finan> ■. bedörd'e an gezeigt: Der Höi er der .Hochschule für Wel «Handel Dr. Salomon W e i n s a f t, .Sanatorium.Low wohnhaft, und unabdÄngig hievon der beschäfligungslofe Artur H a m m e r l e aus Horarlbetg. .. ^DeuLschösteirerchischeLandmirLschafLsgefellschaft. v)tt d'er.kiirslrch ffaitgefilndeurn Jahresoersanimlung der deutschösirrreichischey-LandwwtsckLfk.SgkseLfchäft-sagte.PMvenl Ehrenf ebS'mItlvem TätigketSb'nchw: Nur ,durch eigene' Arbeit können wir wieder in bie Höhe kommen. Aber statt Arbeitssrcudigfeit-.-.fchem wir wilde. P> 0fitgier, Preistreiberei, Krbeüs- «nlust,. iund,. Lo.hnlrcibr.rei, .C.trc füift. Aufflaitern kommunistischer Interesse des Staates und i>cs Ständrs an die Bertretcr-der?audwirischüfr drn, Appell, all^s zu tun. um die landwiltichäftliche Produktion' zn heben. De Ländwirrschmtsgesellsch.rft^ jlvebe ^tne Brrurtiaung mit oi'dereu Körperschaftrrr und m t-den forstwirti.chasl^.chch-Organisationen an, serüer die Schaffung ^riner kauf- »iläuttisch getiihrtc« Or'gamfatioN in Beistindung Mit. tilikNr'Gcld- . .das vorn Staate m-t einer besöndercn- Prärogative Mis» a<tstaM''zu''sein -Han. Rediier betonteziun Schluffe-^dir' NotrvziudUcit des Auchörens der -ZmanWviitschaft nnd . der Wji'chruttg des fre.eil Verkehrs. , . ' ■ . Reisen «ach ,V kyern. Die hiesrae D'Nische PtMellc d»rknach-- Miwgangem» Bestimmungen das Bnnm-zur. E-umfe nach Baycln auch, der.einer ÄMentyaltSkauer von weniger-.als fiebkn^Kage'n' künftignur dann ausstcllm. wenn 'M.dre i'sumMen.khmignngder' ,1Ürden Ämcuthaltsoit Zuständigen bayrricheu Bezirkspolizeibehörde vorgtlegl wird. Diese-Zuzugs- >^i>chmlguug muß der Reisende auch der bayrischen GreüzHützsrelle brr der Einreise vorweiiev. . : Die Bölkschehvist S&jjejt. 1 17. ,b. M. wlirden anS der Mannfcha.it her -B'olkstyrhr"Wi^«S, die stch'"für -b'chneuc -- 8tzrhlWchkA»ge«chdet.hat.-^s'-e 'ch--s-M:t h--r»m ach r -^. n'f g ntr t c a B t c i (-u-.n-fl efötirf ert. . . > Papiers in einenkrisenhaften Zustand gei Papierzentralc ist gezwungen, für ein Kilogramm schwedischen Papiers 70'bis 80 Kronen zu bezahlen, kann aber diesen Preis, nicht akzeptieren, we.il. sonst die. Eiuzelexeittplare der 'Zeitungen auf 7 bis 8 Kronen erhöht werden mufften. Die ZeitungSherauögeber 'haben , nunden -.Beschluß. g^aßt, die Zeitungen lieber völlig' ernLustellclr» * Glue anmutige Kino-Blüte. In den Inseraten der BaSler Blätter lesen wir folgende Kino-Anzeige: „Die Welt »st ein Theater. Großes Abentemer-brama in sechs Akten. - Nach dem bekannten gleichnamigen Roman des berühmten englischen S ch r i f t st e 11 e t fl. SB. S h a k e s p e,a v r." Wir hoffen im Jntereffe der künstlerischen Ernehttng und Belehrung des österreichische.« Publikums, daß diese Kinobearbcitung des neuenideckten Shakespeare-Werkes recht bald nach Wien importiert wird. f> Sin herzloser Vater. Der Z^lährigr Handelsangcstellie Franz H ambö ck, XlV., Rauchfangkehrergaße 27 wohnhaft, wurde am 14. d. M. wegen schwerer körperlicher Beschädigung seines außerehelichen Kindes, des 3^°jähngen Franz Marfchak, verhaftet und dem Landesgerichte emgeliesert. Das vor dem Emgehm' der Ehe geborene Kmd wurde vom Vater wiederholt schwer.mißhandelt. Am 14.: fc. Mwurde der Knabe mit einem von «in« solchen.' Mißhandlung herrühreüden Bruch drs linken Oberarmes Und rnü Quekschungen der linken Rippmgegeud in da8 St. Anna-Kinderkpital Mracht. 's Große.DIeWLHle!rn MMärvetPftegSmasa^t« .Dem SichezcheitbureM^-kamen, vertrauliche Mitteilungen zu, -daß -im MilitärberpflegSmagazin umfangreiche Diebstähle, von Mehl Vorkommen. Kriminalbeamte stellten : durch > .längere Zeit Ueberwachungen an, die schließlich zum Erfolge führten, indem große Hinterziehungen aufgedeckt wurden, die nicht allein Mehl betrafen. Der. 28jahrige Magazineur des Militärberpflegsmagazins,, Rudolf. K 0 l a r, wurde dabei betreten, als er Mehl, das aus dem Magazinentwendet war, dem 42jahrigen Kaufmann -Moses Lindemann überbrachte. Lindemann und -per 37jährige Osiach Wachs,- her als SubagentHei ihm in-Verwendung steht, wurden verhaftet. Ebenso wurden - zehn - ArLerter des-Magazins in - Haft genommen. Es wurde festgestellt, daß Lindemann schon seit dem Jahre 1917 auf diese Weise Mehl, Zucker, Marmelade und andere Waren, die die Arbeiter des Militärverpflegsmagazins gestohlen hatten, bezogen hat. - -v . .... . . . . * Defnmdarrtbr »nd Gpirk«. Bor einiger Zeit erstattete - der Uhrmacher Markus W erst,- 7. Bezirk,- Apolkogasse - Nr. .12, im . Sicherhettsbureau - die - Anzeige, daß . er - seiner . Derkänferr^ der 24jahrigen Martha 'Schwarz, einer Mschiedenen Frau, die tn 'der Belvederegasse Nr. 8 wohnte, Schmuck im Werte von 200.000 - Kronen züm koinmissions» ^weisen^- Berkauf^. zßbergeben' -.Habe. - Frau .Schwärz,- teilte 'Weiß .mit,, Habe den , Schmuch. veruntreut, .Kriminalbeamte suchten lange ii.itb vergebens nach ihr'und' konnten' sie in deN letzwn' Tagen verhaften. Sir -war in - Gesellschaft des als Spieler . polize'ibelanntLN 28jährigen / Technikers Sascha Be.r« kl au .ans. Lemberg. Den Schmück hatte FtaN Schwarz schon veräußert. ' Bon" dem Erlös hatte sie mit dem Spieler Bernllau den Lebensunterhalt gefristet. Einen Ring im Werte von 140.000 Krogen hat Frau Schwarz Lee der Firma ,-Jrrsperlerr"> in - der Kärntner»- ßraße (Jrihrbex Franz ArieMer) um 80,000'-Kronen veräußert., .,3lZer Weg „wurde Mstarrdegebrycht.' Die': Schwarz Kitb ' BerNklau 'wuchen ^dem '^^^esgMHE eMeliefwck. - Lerche»ft°l«r ^für den- Mad!sh»Hman« ^Demes. Als -das elfte: Opfer Lveuestsr PflichterMung .ausden.Reihen der SicherheiiS-' und Stadtschußwache. sE'hen/'ZÄgwr. des November -1918würde gestern unter großeb- Dellnähme der SLadtschutzwachmann Heinrich-Ä) eine l, der äin frühen Morgen' des . 11, -d. M. von Morderhand -gefallen^ ist, z,i Grabe getragen. ' .'^ * Er» verhafteter mrgarischrr Lockspitzel. Am 12. d. M. wurde der österreichische Staatsangehörigs Walter Dietrich, welcher derzeit. als Leutnant' in ungarischen Diensten. steht und bet der ungarischen Grenzbewachung eingeteilt ist, in einem Kaffeehause zur Ausweisleistung angehälten. Er hat sich in den. letzten Wochen wiederholt mit auf falschen Namen üauteirden -Äusweispapieren in,- Wien aufgrhalten. Er steht -auch im Verdachte, an dem Bersuck), Bela Zun aus Stockerau zu entführen, mitgewirkt.zu habrn. Walter Dietrich wurde dem La-ndeSgericht eingeliefert? Falsche Kommifsionoü. ^Einetwa 28jähriger, glattrasierter, großer starker Maun. mit blondem Haar uitb schwarzem Lederroch hat am 31. vorigen MonatZ bei Leon L ö f.f. el st.i e l, Licchtmsteiustraße: 3kr. 83, -eine. Hausdurchsuchuug vorgenommen und ihm. eine> alte braünlederne. Brieftasche mit S-parfassebüchern 'h«s Wiener 'Bankvereins ent- . lockt. — Zwei' Männ«r gabüw -sich ' vor Wigerer Zeit dem Osias Weihart, Bäuerlegassä-Nr.'9 wohnhaft, vor dem Hotel. Contülenial als Amtsorgarre ans, erklärten, ihn zur Polizei führen' zu' müssen, wollten aber gegen Zahlung von 2000 Kronen - davon abftehen.- 'Sie' flüchteten aber dann, ehe' sie das Geld erhi-eltLn^ * Gefälschte Banknvtcnstempel. Das Sicherheitöbureair gelangte stur Kenntnis, daß-sich zwei Brüder Franke! aus Stryj "mrt der ZÜbstempelung 'österreichischer Banknoten '.zu 1000; Kronen und: mit der Verbreitung.der solcherart hergestellten Noten befassen.. Am 9. d. M. wurde in der Wohnung der Verdächtigen eine Untersuchung vorgenommen; es wurde ein Geldbetrag -von 30.000 Kronen, hauptsächlich in österreichischen äbgcstempelten Bayknoten, gefunden und beschlagnahmt. Die Brüder. Frankl, die sichals Rabbinatskandidaten anögebon, wurden in Verwahrungshaft genommen. Die Prüfung der beschlagnahmten Noten ergab, daß sich unter den Noten fünfzehn Stück Noten zu 1000 Kranen mit falschen österreichischen Stempeln befanden.- Bei seiner Einvernahme behauptete.. Hermann Fräukl> ec habe die. Noterc von einem fremden Mann tiu Cafe Habsburg erhalten. Am Vormittag, an dem die Amtshandlung vorgenommen würde, haben Bewohner des HaüfeS Glockengaffe hl und des Nachbirrhaufes Glockengasse da, in der Dachrinne deS . letztbezeichneten Hauses in ein'Tischtuch gewickelt, erne'abgeftcmpelte Banknote zu 10.000 Kronen und. 33 abgestempeltc Banknoten zu je 1000-Kronen gefunden. Bei ihrer Prüfung würden sämtliche StempÄ der Noten alsgefälscht erkannt. .Nach der Lage der Ocrtlichkeit kann das Päckchen-mit den Banknotenaus einem Zimmer der Fränkischen Wohnung ans. das Dach 'geworfen worden sein. Es ist, zwar ausgeschlossen, daß die Bbüder'.Früchkl sich auf, dies^ Weise des. Päckchens - zeit-. . welligenüedigt - haLwn da sie vom Beginn.der'-polizellrcheu Amtshandlungan,' inrunterbrochen unter- AuffiM waren. Hoch - rst der merkwürdige Fund nur Migrzei) .d'eü gegen'sie dorliegevd.cn. Verdacht der Verausgabung falsch ÜLgestempeltec Banknoten od^c des Handels'mit solchen nur «u bestärken. Die beiden Brüder wurden dem Landesgericht eingeliefert. . Driqsüaften der Redsktkötn.' '° | 5«de. Dr^ ist jüblscher Adlünft, er stlbst ist 1 nicht Jude» X Größte Äuswahll Billigste Presse! Leopold Steinhart, Wien, Biberstraße stl Dereinsnachrichten. (Nachrichten vonBereinen^r scheine na hm§lssnuramTagederVera«st a Heute: B e r e i n M a ch s i k e H a d a th. Das Sekeeranat ist Montag. Dienstag, Mittwoch und Domrnslag von 10 fris; 13 Uhr vormittags geöffnet. Kommunales Wiener Gemeiu-erat. Die Beratung Ädec die »ene GemelndereforM. i In der gestrigen Sitzung gelangte die Bovkage übeo die neue Gemeinderefornr zur Beratung. Wrr habenbereits : die wesentlichen Punkte derselben veröffentlicht.. Die gestrige« - Redner, Tschechen, Deutschnationale und Cristlichsoziale, - sprachen sich gegen die Vorlage aus. Die Debatte wurde sachlich und ruhig geführt. Heute findet die Fortsetzung der , Debatte statt und dürfte die Spezraldebatte abgeführt werde«. Bor Eingehen in die Tagesordnung beantwortete der Bürgermeister eine Anfrage des. Gemeinderates. Dr. E h r! i ch und Gwwssen wegen ungebührlichen und gesetzwidrigen.Benehmens eines SriNatsbersitzers beim Mretamt des 7. Btz« girkes. Hier der Bericht: Stadtrat Dr. Danneberg begrübet in einem eingehenden Referat-die geplante Verwaltungsreform und betont eingangs feiner Ausführungen, daß das Statut wohl häufig Gegenstand kleinerer Aenderungen gewesen ser, daß -aber große entscheidende Aenderungen, welche die Gmnwstüge der ganzen Verfassung berühren, nur fetten gemacht worden sind. Wenn man die heutige Stadtverfaffung'prüfe, so' muffe man sagen, daß sie den Ger^inderäten wenig MoglichrM der Mitwirkung biete. Neben dem allmächtrgen Bstrgermeisfirr stehe seit 30 Jahren der Stadtrat, der ei« aristokratisches Elemeüt in der Verfassung der Stadt Wien bildet« Der Krieg mchdie . Not des KrregeS haben eine ungeheure Ausdehnung der Geschäfte der Stadt gezeitigt, aber dieser Ausdehnung. ijj£- nicht nur keine Äenderung der kommunalen VerfaffunK gefolgt, sondern es hat sich auch ebensowenig. an der, Konträre dieser wachsenden Geschäfte geändert. Es sei. asss gerechtfertigt, daß die . Gemeinde Wien daran gehe, ihre Verfassung 3a ändern, sie den Forderungen der Zeit anzupaffe». Es -herrsche ein unhaltbarer Zustarw, well der Gemeiüdedär eine völlig einflußlose Körperschaft sei und ferne Tchtigkeit an. den allmächtigen Bürgermeister weitergebe. Deshalb ist: die heutrge Verfassung nicht mehr haltbar. Der Referent erörtert - die Details der Vorlage - dtä;f<?8ti es sei von einer Derpolitisiernn.g'der Biexw aitu ng durch die neue Reform gesprochen -worden,, aber Partecherrschast mutz, noch keine parteiische Herrschaft... sein>. es bedeutet nur, daß eine Partei der'* Verwaltung eine bestimmte soziale Richtung' gibt, entsprechend den' DepPkerungsschichten und Klaffen, welche diese Partei vor allem zu vertreten hat. Auch,-eine Deklassierung der Deamteü. finde "durch die Reform nicht statt. Der Referent wendet.sich nun gegen den Sinwechd, dah die Reform unzeitgemäß ützd unnütz sei, weil die Gemeinde vrelleicht in kurzer. Zeit sich neuerlich mit BerfaffungS, fragen zu beschäftigen haben werde. . Die Sozialdemokraten beabsichtigen durchaus nicht, der Erledigung der VerfaffungSftage - irgendwelche Schwierigkeiten zu bereiten, «w Gegenteil, ein Beschluß der sozialdemokratischen ReichSkonfsrettz habe erst vor einigen Wochen von der Regierung verlangt, daß sie. den Verfassungsentwurf von DeütschäfterrÄch schleunigst vorlege. Was die Trennungsfrage anlairgi, muffe diese separat behandelt werde«. Zum Schlüffe verlangte der Referent die Annahme der Vorlage im Interesse der Bevölkerung. Die Tschechen gegen die Ssrlage. - , . Gememderat Kltmesch erklärt im Namen seist«: Partei, gegen die Vorlage zu stimmen, weil sic crüs dem alten Statut die Bestimmung über den deutschen Charakter: Wiens und die Festlegung der deutschen Vcrhnadttmgssprache nrit herübergenommen habe. Das sei eme Vergewaltigung der Tschechen, die sich an den Deutschen in Böhmen rachs» tverdtz. Die Sozialdemokraten feien von deutschem 'Chauvinismus erfüllt, von einer Jnternationalität bei ihnen fei keine Rede mehr. Sie werden es noch erleben, daß dtzr Tschechen eines Tages einen allgemeinen Auszug ans Wien ' vecänstaltcn werden. Gemeinderat Prohaska-(deutschnational): So gehe» Sie doch schon! ' ' . Gemeinderat KNmesch: Sie, Herr Proh«8ka,-werdkv dann der erste sein, der in zerrissenen Hosen heruLigehLN 'wird!- / Auch die Christlichsozialen gegen die Bmlage. i - - Die Christlichsozralen Dr. Kienböck und B a u g'y i n ^rÜKen -noch einer scharfen Kritik der Vorlage mfi» PylechA gegen die sozraldemokratische Verwaltung, gegen die Vorlage zii-r Gänze stimmen zu müssen. : Ihnen schließen sich der Deutschnationale Prohatzka -und -der bürgerliche Demokrat - Dr. S ch w a r z - H i l l e r «iß worauf die Sitzung abgebrochen würde, -7-. tzeute Lackmittags»