Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 440 (13.4.1920)
- Date
- 1920-04-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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WUntt «rsrgenzeitL«ft 13 Apr« ItoQ M. M .. ÄmMA . —• i -—-.rmtiini^rmni-fMt'-T- —■ - - -■ ■•- 1 — - 1 ■ " ■■■—■■ — — - - -■ Der mrgarische Friedensvertrag. Pari«, 12. Apoll iHavab.V -Die Botschafferlomerenr ps* «ch«il,tr ocn WölÜaül des EntwmfkS des B^/e'tsch:ribens zur Antwort auf die Bemerkungen der u n g a 1t1 a; 0 it gf 11 e i c t» fi b t It. g a t r s tt bi* auf einen Em;elpnnl!. bw ty Schwebe blled^ Vier Todesurteile in Budapest. tchudapeft, is. April. <Privat.> Der seit drei Ta-en stattfindende Prozeß gegen dicjen'gen. die sich vorgenommen hatten, gegen H 0 r 1 h h ein Attentat zu verüben und mehrere öffentliche Nebäude in die Lust?,m sprengen, ist heute zu Ende geführt ivordtti. Die, vier Angeklagten wurden wegen Aufwieglung und »eS Versuches,zu einem Morde znmT ode verurteilt. Es sich dies dir Angeklagten: Josef S t r a s n y, Stephan Mautner, Josef K 0 d y l e k und Marcell F e l d rn a r. DaS Gericht, har sich nach Beeküi digung des Urteils zmückzejogen, vm über das Gnadengesuch zu beraten. Tagesbericht. Die Reitukirchrier Affäre. Aus dam LandeSgerichte wird uns gemeldet: Gestern mittags vrrrdebereiteiner von den in Neunkrrchen und in Ternitz verhaftete» Arbeitern, AloiS P r a f ch l, nachdem der mit der Angelegenheit betraute Richter LandrSgerichtstat Dr. Wetz di« Untersuchung gegen ihn für abgeschlossen erklärte, auf freien Fuß gesetzt Untrrsrrchimgsrichter Landesgericht^rat Dr. Wetz fuhr Han« »ach Nermkirchen, wo er b-S Freitag verbleibt, am die Untersuchung so rusch als möglich zu Ende za sichren. Er hofft. b,S Freitag mittags m t der ganzen Unterlvchvng fertig zu.sein. Samstag kehrt Dr. Wetz nach Wien. Mkch Bon dem Ausgange der gerichtlichen Untersuchung in Remrkircheu und Ternitz wud es abhängcn, ob die in der .vergangenen Woche dem Landesgmcht eingeliefeUen sieben - Personen gleich Praschl aus freien Fuß gesetzt werden oder weiter in Haft verbleiben. Zu bemerkeu ist »och, daß außer den sieben in Brrwahrungshaft befindlichen Personen noch wertere 87 Personen, bie auf freiem Fnße find, in Untersuchung stehen. In die Verteidigung sämtlicher Angeklagte« teilen sich Dr. Gustav H a r p n e r und Dr. Valentin R 0 s r n f e l d. Gch«ellzitgverbr«-ung Wien—Passa»—Ostende —£ottbütt und Wien—Paffan^Köln—Holland. Böm Id. April an gelangen, werden m der Strecke Wien lWestbahnhost—Pasiau—Nürnberg—Fi ank'urt—Köln—Brüssel— Ostende (London) mit einer Abzweigung Köln—Amsterdam intty Rotterdam—Haag neue Schnellzüge (D-Züge) in Berlebr gesetz werden. Die wichtigsten Verkehrszeiten sind folgende: Wien ad 8 Uhr 26 Min. früh, Possau an 2 Ubr nachmittags, Regensburg an 8 Uhr 48 Min., Nürnberg an 5 Uhr 48 Min. nachmittags, Arank'mt an 11 Uhr 14 Mrn. abends. Wiesbaden an 19 Uhr 25 Mm. nachts, Köln an 3 Uhr 46 Min. früh, Brussel an 11 Uhr SOlui. vormittags. Ostende an 2 Uhr 5 Mm. nachmittags. London an 9 Uhr abends. Amsterdam an 12 Uhr 46 Min. nachmittags, Rotterdam an 12Uhr'16 Mim nachmittags. Gegenrichtung Rotterdam ab 5 Ulfi 6 Min. nachmittags, Amsterdam ab 5 Uhr- 60 Min. nachigittags, London ab 8 Ubr 45 Min. früh, Ostende ab S Uhr 30 Min. nachm ttigs. Brüssel ab 6 Uhr 15 Min. abends, Köln ab 12 Uhr 54 Dkm. nachts, Wiesbaden ab 4 Uhr 80 Min. siüh, Frankfurt ab ö Ubr 42 Min. früh, Nürnberg ab 11 Uhr 32 Mrn. vormittags. RepenSburg ab 1 Uhr 85 Min. nachmittags, Paffau ab'5 Uhr 80 M'.n. nachmittags. Wien an 10 Uhr 5ö Mmi ab nds. Diese Schnellzüge werden täglich einschließlich der Sonntage verkehren,und aus der östeircichlschen Strecke in den Stationen Amstetten, L'nz und Wels Aufenthalt nehmen. Sie führen durchlaufende Werken l. und U. Klasse Wien—Ostende, Wien—Aruslertwm und Wien- Haag sowie Schlafwagen Dürzburg— Köln, Würzbnrg—Amsterdam «nd einen Speisewagen Wien—Würzburg.' Als Dcforden'mngSprciS iür Personen. Hunde. Reisegepäck und Expreßgut werden die Schtrehzuaspie.se in I'/Zsacher Höhe kinge'hoben, rmd?war stellen sich die Fahrpreise ab W.en wi folgt : Nach Ämstchen 1. Klaffe ll 421.20, II. Klasse K 210 60! "ach Än; I. Klasie K ßlffso, II. Klaffe K 307.80: nach Wels I. Klaffe ll 712.80, II. Klaffe K 356.40; nach Passau I. Klaffe kl 972.—, II. Klaffe ll 480.—. Die Fahrkarten werden in Verbindung mir Platzkarten in Wien in den Zweigstellen des Zsterr. Verkchrsbureaus, l. Kärntnerr.ng 11 und l. Stockäm-Effenplatz.'3—4. .ifrühestens zwei Tage .vor dem Tage des Zag" abganges.an,.Wochentagen in der. Zech von 8 Uhr vormittags bis 12 Uhr 30 Min. nachmittags und vyn 1 Uhr 30 Min. nachmit° tags,bis ö Uhr nachmittaaA und an Souutagrn in der Zeit von S Uhr vormittags dis. 12 Uhr mittags ausgegeben. Am Absahrts,^ tage.selbst findet.eine Fayrkarienausgabe nicht mehr statt. Abfertigung von Hunden, Reisegepäck und Erprcßgut ab Wien weitestens bis Paffau in Wlen-Westbahnk?os. Die Streiks m Wien vor de,c Veendigrmg. Irr den Gerichtskauzleien. Die Kanzleibeamten des Zivrllandeügerichtcs und jette des StraflandesgerichteZ haben den Dienst wieder angetritten. Desgleichen die weiblichen Hilfskräfte. Der JUvfc«':re«.a*jst<ond-i^ de« ^WäsLhereie«. 'Die.Arbeiterschaft der Wäschereien nnd Pn^creien haben LohnÄhohnngen gefordert/-', deren: AuSmc/si von den Unternehmungen nicht -bemilügt würde/ weshalb seit Freitag einige hruwert'?lrb>itta'lnner'diesbr B. .ebe {mviji UHn(>- liche) streiken, dvö» sietn aucl> dieser Streit vor einer g st d kick) en Beilegung. ES werden künftiigbin losten: Herrenhemd -' 18 Kronen, B ü g c Ifjcrab 10 Kronen 50 Heller, Kragen ' 3 Krenrn, lA a :i s di >: t. ton 1 Sl reuen. ' a m c n Hemd | 7 Kronen» Leint üch c r. und T i seht st ch e r 0' streuen. Dl« saure vat-handel«. Dia gestern statigefunlu-nen tl>-chand'nnqcn ew-nsMer» Friseuren und Gehilfen werden beute nachmiltags fortgrs"fft. Im Laufe der gestmgcn Vehandlungen wurde jedoch eine gänzlrch neue Grundlage gefunden, auf der, wie man erwartet, eine Einigung zustande kommen wird. Es soll nämlich perzentuelle Beteiligung der O.whilsen am Gewinn des Betriebes eingeführt werden. Die neuen BezugsklaffenderWrener städtischen VenMLenfchKfL. Wie bei der letzien Regulierung, sind die städtischen Beamten auch diesmal m ein Grupvcuschema mü neun BezugSklaffen eingrtelt. Es erhält die erste Bemasklaffe: Magckralsdirektor K 61600 bis 68.000; S. BezusiSklaffe: Obermagrstratsrale, Baudlrektoren, Oberphysikus K 51600 bis 60.000; 3. Bezugsklaffer Mag'stratsräte, Direstoren der städtischen Aemtrr L 37.600 bis 41.800; 4. Brzugsklasse: K 28.800 big 87.600; 6. Bezugsklasse: K 24.000 bis 29.60'; 6. Bezugsklaffe: K 2,.6"0 bis 25.800; 7. Bezugsklaffe: K 19 200 bis 23,400; 8. Bezugsklaffe: K 16.800 bis 21.000; 9. Dczngsklaffe: K 14.400 bis 18.800 Iahresgebalt. _ * Dle ostgalkzische Amerika-Komisstoa in New-sNsrk ein. getroffeu. Der Pressedienst der Delegation des Jüdischen NotionalrateS für Lstgalizien meldet: Aus Ncw-Aork wird uns gedrahtet: „Die oftgalizische Amerim - K unnnssion, bestehend aus den Herren Dir. Eisler, Red. F r 0 st i g. Dr. P a ch t m 0 it-it und Dr. Tencnbaum, ist am 1. Apr-l wohlauf in New-Aork eingetroffen. Die Kommission wurde im Hafen von zahlreichen Vertretern der dortigen Judenheit mit Jubel begrüßt.' Man hofft, daß ihre Tätigkeit für den Wiederaufbau Oftgaliziens Erfolg haben wird." * Verband jüdischrr Handelsaugestellter und Privatbeamten Deutschösterreichs, Wrm, H., Obere Donau-- siraße 65/4. Miwlic-er, die die Absicht haben, an einer streng ntmll oelühilm Gememschastsküche teilmnehmen, werden ersucht, sich raschest in unserem Vi-rbandslokol, ll., Obere Donanstraße 65, zw'fchen 4 und 6 Nhr abends zu melden. Nähere Auökiintte nur mündlich. * Spende. Fmu Esther Rappavort--Mieses übermittelte uns zum Andenken an ihrem Vater Jakob Ostas Mieses. Piumpsl: Für das jüdische Waisenhaus K 800.—, jüdisches Siechenhans 800.—, jüdlsches > S v i t a l ktz 800, jüdische Taubstummenanstalt ll 200.—, jüdische Arme der Stadt Wi e n ll 200.—, christliche Arme der Stadt Wienll 200.—, zusammen ll 3000.—. * Bom Jüdischen Nationalfonds. Der Jüdische Nationalionds. Zenlralstelle Oesterreich, Wim, ll., Zirkusgasie 33. hat in der Zeit vom 28. März b>s 10. d. M. ll 25.179.24 verkinnahmt. Die Einnahmen ver:e len sich au» einzelne Spendenganungen, w e folgt: Allgemeine Spenden ll 7795.10, Banmsvenden ll 5940.—, Selbstbrsteuerung ll 5531.95. Golden-Buch ll 3565.—, Büchsen L 1097.19 und sonstige Spenden ll 1250.—. Es parmivrert dre Prov'nz mit ll 5115.25, der Nest von ll 20.068.99 entfällt aus Wien. Die Spende.isnmme betrug 1920 b'sh-r ll 247 660.80. * Der geplante Verkauf des StaatSgebäudeS am Jubenplatz. Auf die Nachrrcht hin, daß der Palast am Judenplah, in dem das StaatSamt für Inneres nntergebracht ist, an die Tschecyo-Slowakei verkauft werden soll, wurde eine dringende Vorstellung an den Staatskanzler gerichtet, welche von den Profefforen Redlich, Schwind u:rd Hellmer gezeichnet ist. Wie verlautet, sind für die nächsten Tage Kundgebungen airderer Körperschaften gegen den geplanten Verkauf zu erwartem *■ Reue Lohnbewegung in den Metallindustrie. Die Metallarbeiterverbände verlangen eine Erhöhung der gleitenden Zulagen von 53 auf 100 Prozent. Die diesbezüglichen Verbandlungeu mit den: Bund der Industriellen fyOfcc.'u bisher zzr. leinet Einigung -geführt. Gleichzeitig hat auch der Brmd der Jndustrieangestellten neue Forderungen erhoben, die eine angemessenL Entlohnung bc-- iressen, sowie die Gewährung von vierteljährigen Anschafsungsbeiirägeil in der Höhe eines Monatsgehaltes. Die Industrieangestetlien haben ein Ultimatum gestellt, das gestern ablief. Es ist möglich, daß die großen Betriebe der Metallindustrie! zum Stillstand geo'.vnngen werden. * Die Preiserhöhungen der Rauchwaren. Mit dem geftrigerr Tage trat die in der »Wiener Zeitung" publizierte neue Preiserhöhung der Zigarren und sonstigen Rauchmaterialierr in K'raft. Wie die Tabaktrafikantinnen Mitteilen, ist heute für die kleinste Wochensaffung der rahonierten Rauchmatcrialien für den Trafikanten nahezu ein Betrag von 8000 bis 10.000 Llronen notwendig. Da eine große Zahl solcher Trasilantcn, besonders Witwen, über. einen so hohen Fassungsbetrag nicht verfügt, waren diese schon bisher genötigt, sich größere Beträge anszuleihen, um ihre Fassung für die Raucher beheben zu können. Angesichts der neuen gewaltig gesteigerten Höhe dieser Beträge wird unter ihnen nun der Wunsch nach mindestens wöchentlicher Kreditgewährung der Ware Lurch den Staat gegen Siü)erstellung laut. Schoi: gestern wurde in einigen Trafiken mii der Ausgabe der verteuerten Rauchmarerialien begonnen, und es ist bezeichnend, daß fast alle erschienenen Raucher nur die billigsten Sorten verlangten: .Kurze, Virginier, Portoriko und Kuba, Sportzigaretlen sowie ungarische und Damenzigaretten. * Liebesgabenverteilnrig tut 6. Bezirk. An Pfründner, die noch nie beteilt wurden, werden am Freitag von halb 3^ bis halb 5 Uhr im Frauenarbeitskomitee, Amerlingsiraße Ar. 6, Liebesgaben aus Dollarpaketen und aus Spenden der Ferlchilfe verteilt. — Mittwoch von halb 3 bis halb 5 llhr erhalten vom. Frauenarteitskomiiee Arbeiterwitwen deS 3. Bezirkes mit Kindern unter 14 Jahren argenfinisches Mehl. Mitbringcn. Eintaufscheiit, Kürsorgeblatt, Totenschein und 2lrbeitsbuch drs Gatten, Heimatschein. * Verein der pensionierten Beamten der Gemeinde I Wir«. Am 15. d. M. um 9 Uhr vormittags findet im ehe° maligen Gemelttderacsi'^nngssaal, 1. Bezirk, Wipplingerftraße 5, eine Vollversammlung statt.! * Helfet den Kriegsgefangenen; Wie begannt, werden mit 17. 0. M. i.»t den Straßen Wiens Geldjanunlnngen! mranslalwt' werden, deren Erträgnis dazu dienen soll, die | H üiitchr der 71 och immer in Kriegsgerangenschaft'schmachtenden! Dvs>.:r de) Weltkrieges zu rrmögüch-cn. ' Es handett sich I n!n^ diy.i 3000 Dentübästrrri-tcher. davon ungefähr dir Hälfte ( Sssiziere, die tit ehtigen Woche,r ihren F.uniiien und der! Heivmt >rch't<rge.gellen trrrden . Zur. HextnirklichwU «*» t sulsHireik- Größte Auswahl'. BiUrgstr Preise I ei» 1 1 1 caauiD Ttciülwri, Wie», I^Biberstraße 9. ---4>S,8<> .- . ■■ dieser Aktion wird aber Geld benötigt. Der 17. April, wird hosfenilich betveisen. dos; das wellbernhmte „goldene Aieucr Herz" noch schlägt. Ater noch ein Zweites ist znni Gelingen des alOwineinen -Ov'ertagcs erfoeaerlich: zumch^ln' sammeln der Spenden bcnöiich doS K»mim: dringend HilfS* krästo. Herren, die sich daran beteiligen wollen, mögen bis 14. 2kpril, 12 Uhr mittags, ihren Namen, Adresse und auch den einer gewählten Tc.iiu: an die Vereinigung der durch Kriegsgefangenschaft 9: •jfjcneit Bcrnssmilitärgagisten Österreichs und deren Angehörigen, Eien, 1. Bezirk, Anno»- gafsa 7, Telephon Nr. 1548, belanntgeben. Die Herren und Damcn werden gebeten, sich am 14. d. M. um 3 Uhr nachmittags im großen Saale des Militärtasmos. 1. Bezirk, Schwarzenbergvlatz 1, zu einer, Besprechung einzufinden. Legitimationen znm Sammeltag werden ÄnnagÄsse 7, 2. Stoch, ausgestellt. * Die MllchpvekserhLhung tit ffiten* Dke Wien« Milchproduzenten haben der Regierung bekanntgegeben, daß sie um die Genehmigung einer den Verhältnissen entsprechendst Erhöhung der Preise (auf 13 bis 14 Krone« Pr» Liter) ansuche« müssmr, andernfalls sie gezwungen wären, ihre Betriebe zu schließen. Für gestern ist nun die Genossenschaft der Milchmewr von der Landesregierung zu einer Kon streit z ein geladen worden. * Speerkrone — statt Sperrsechstrl? Die HausbLsorgei. forderten bekanntlich zwei Kronen. Nun heißt eS, daß sü> sich mit der Landesregierung, die die Bewilligung für diese Abgabe zu erteilen hat, auf ein Sperrgeld von einen Krone einigen wollen und daß als Entgelt für die AuKfolgung eiites HauStorfchlüsstls der Betrag von 13 Kronvir üio n flt l t ch festgesetzt werden soll. * Angebliches Verbot des DommerveekehrS in OberSstrv. reich. Wic man uns aus Linz meldet, plant die oberösterreichische Landesregierung, den diesjährigen Sommerverkehr ausnahmslos zu verbieten und bloß dreitägige. Aufenthalte im ganzen Lande zu gestatten. ES sollen strenge Pontrollmatznahmen hinsichtlich der Einreisebewilligungen Platz greifen. * Ein Betrag mit 1,600.000 ftnate« Gchakbe». Des gegentv artig in Wien weilende Kaufmann Giuseppe Zov zetto hat angezeigt, daß ihm der Kaufmann Franco Co«< .belli-Martinez einen Betrag von 1,600.000 Kronen entlockt hat. Corbclli dürfte sich nach Warschau geweubei haben. * Falsche BanknotenstempÄwarLr«. Am 9. b. M. erschien in der Oesterretchlschmngarischen Bank «in Angestellter eines Wiener Bankinstitutes, um dort 380.000 Kronen irr abgestetnpelten österreichischen Noten zu 1000 Krone» 4» solche zu je 10.000 Kronen umzuwechseln. MS man bfe Noten besichtigte, erwies es sich, daß auf allen der Stempelaufdruck „Deutschösterreich" gefälscht war. Der Beamtk. der Bank, Mendel Jwnicki, wurde verhaftet. Gr will mehrmals von einem ihm unbekannten Manne im CafL „AiarienbrückL", Lilienbrunngasse 2, deutsche Reichsmark gekauft haben, um sie. mit Gewinn weiter zu veräußern. Dies will Jwnicki auch am 8. d. M. getan haben, und auf diese Weise will er in den Besitz der 380 Banknoten 1000 Kronen mit dem gefälschten Stempel gelangt sei». * Lc-enswittelfälschrrngc«. Das Marktamt bei: Stadt. Wien veröffsntlicht einen Bericht üb?r seine Tätigkeit auf dem Gebiete der Bekämpfung der Preistreibe re i und der Lebensmittelpolizri. Der Milchverschleißer Johann Schwarzmeier. 13. Bez., Hütteldvrfer^ straße 195, verkaufte Milch mit 36 Prozent Wasser und ergab die Analyse außerdenr, daß in seinem Betriebe sanitär bedenkliches Wasser zur Derlvendung gelangte. Ignaz Kirschenhofer, 10. Bez., Sicvardsburg^ gasse 28. verkaufte sogar Milch mit 54 Prozent Wasser. Der Wassergehalt von Käseforten betrug nicht selten 72 bis 76 Prozent und Kartoffelbrei war sft in reichlicher Menge enthalten. Rudolf Feldschnh, 17. Bez.. Hormayrgassc 22, brachte einen „Rahmkäse" in Ver^ kehr, der einen Wassergehalt von 74 Pvaz-rnt and' einen Fettgehalt von 0'12 bis 0*40 Prozent hatte; dieser „Rahmkäse" war sonach nur' verfälschter Magere milchtopfen. Bei der Mi!chindustrie-A.---G., 13. 3&;., Rosenhügelstraße 9, wurde Topfen mit zu hohem Wassergehalt. (68'17 Prozent) beanstärrdet. Guido Hobler, 2. Bez., Taborstraße 29, verkaufte „Schafkäse", der mit aus entrahmter Kuhmilch hergestelltem Topfen der-- fälscht war. Der Gemischtwarenverschloißar Albin Hinde, 2. Bez.. Taborstraße 4, verkaufte „stingahackst- Krakanerwurft", die einer solchen nicht im entferntesten entsprach. Bei dem Fbeischselcher Walbert Turfa, 2. Bez., Zirkusgafse 34, wurde fchwarzgefärbte „Tiroler- Wurst" mit reichlichem, nicht deklariertem Stärkemehl" zusatz vorgefunden. Minder artige Krauterlikövr al^ „Altvater-Likör" wurden von Jakob Goldberg, 2. Bez., Untere Augarsinstraße 26, in Verkehr gebracht. Franz Müller, 1. Bez., Walfifchgasse 6, verkaufte ein stark gestrecktes Weindestillat als »Flognak St. Borges"; Julius Schick, 2. Bez., Czerninplatz 4, einen Kunst'-- kognak als „Medizinal-Kognak" und Karl Fr-schmann, 2. Bezirk, Pratcrstrahe 74. aestreckic^ Weindestillat als „Medizinal-Kognak". Jguaz Mser. 17. Bez., Ottakringerstraße 83, verkaufte ganz minderwertigen Kunstrnln sowie einen gnvöhnlichen Trinkbranntrvein als „Cognac-vieux". Minderwertiger, mit Tccrfarbe gefärbter' Rottveiu kam als „Ruster-DLsserttoein" (Wein groß Handlung M. Reich, 2. M;., Große Mohrengasse 37i in den- Handel. Der Obstweinhändler I. Weißenb-erger, 15. Bez.. Dingelstedtgasst I. verkaufte stark gewässerten Obstwein. Habe» Sie alte falsche Zähne? H'usür höchsik Prrifc, auch für Plan», Gold, Silber, zahlt C-j-eriasist ff c i l - LLü-budff^ 11!. ll. Hliege, ff.