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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-13 · Heft 440 (13.4.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 440 (13.4.1920)
Date
1920-04-13
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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wunytoc «ML'MMff' . •iäTum i tfüktfütt aasaw jtt ’ter Kaserne ergangen ist. Sein K'Mper war ft' fchtvarz, wie Min Rock. MeweMNA.)..,//// K:i?r-Menfth' und M Wenigsten sin Jüdd ist sn Vndapcst süne§ Lebens sicher. Ich -crknnüre an »die fei den Redak teu re de r „Nepszav a". (Ruf: lLks macht die Entente?) Die Untersuchung in.der Äfftice ^i.'sev beiden Erntvrdetrn wurde den Zibilbehör- - -oft autjöKn und der Militärbehörde übergeben. Das rvaren rwei Nichtjuden. Aber für die siebenhundert I üben, die verschwunden sind» die keine Redakteure Kanm, hat sich bis heute noch kein Gericht interessiert, wie sind nun die Kulturzustände in 'Budapest? Sie jvifftn. was an der Universität vorgeht» Die jvirflich bedeutenden führenden Männer d^r ungarischen stünst und Literatur sind Juden und alle diese werden sü> der Oeffemlichkeit entfernt. ES ist eine Schande für dre WeUkuttme, «nenn. solche Zustände tolerierwerden. Die Lkienle schicke eine Un t,erfu ch u n g s k o mm if sion njch Ungarn, die mit den weitestgehenden Rechten pusgestattet werden muß und die die Regierung für das Schicksal eines jeden Juden, verantwortlich macht, der irgeicheine Klage oder Beschwerde vorbrtngt. Herr hv r t h h hat kürzlich die sozialistischen Arbeiter Englands gnd Italiens aufgefordert, nach Ungarn zu kommen und da» Jnternlertenlo-n in Hajmasker v zu besichtigen. Dieses Lager ist ei,ps Hölle, in der sich II ch t h u n d er t Juden und nichtjüdische Kommunisten befinden.' Dort werden, wenn die Engländer und Italiener kommen, die schönsten Potemkinschen Dörfer jgebautwerden. Die Ertztmte muß eine Immission schicken ober erklcren, daß sie mit ekner Regkernng nicht vekhnnbekn könne, die eine derartige Rechtsunsicherh» it duldet. EL ist nicht allein im Interesse der Juden, sondern auch im Interesse Ungarns gelegen, daß. endlich einmal diese Räuberhöhle im Herzen Europas-zu existieren aufhört! (Stürmischer Beifall und Hnnde- *brtfchen.) . * Dr. Schalit; v f. " Man muß fast verzweifeln, wenn Man die Berichte ftus Ungarn hört, aber so wie es heute ist, so war es immer und die Stellung des jüdischen Volkes war immer unabhängig von dem Aufstieg Her anderen! Bö.ker zu höheren Stuft« menschlicher Gesittung. Die o u r s che De klara ttv « gibt pnS erst eine andere Position. (Stürmischer Beifall.) Wir appellieren nicht -an. Mitleid oder Schutz, sonderu wir. verlangen Gr.-echti.^cit. Die Judenschaft der ganzen Welt hat m klärt» daß sie mit dem Bolschewismus nichts zu tun hat. Es ist eine Lüge, wenn sich die Horthhschen Banden bei ihrer Mensrhenschlächterei auf die jüdischen Mitglieder der Räteregierung berufe«. In welcher Ecke der ungarischen Nationalität stehen denn die vielen Tausende jüdischer Soldaten, die.für hie Ehre Ungarns geblutet haben? Wo steht Vainbery, der di« Verbindung UrzgarnS mit der Kuliurwelt hergestellt hat? Man schreit m Ungar« vom Mr-'chen Hochverrat. DaZ hat auch der Pharao, getan, als die Juden sich d^iri Osiriskult Nicht fügen wolljen, daS haben die Reaktionären der ganzen Welt «och immer gesagt, wenn'die Juden bei ihren Plänen nicht, mit tun wollten. In den ungarischen Juden ist alles zusaunnengebrochen und die tiefste Berztveiflnng htz.t -'sich ihrer bemächtigt, so daß sie gegey die Pogrome bft weiften Garden teilten Widerstand leisten. Sie haben nicht gelernt, aus der eigenen großen Geschichte ihres Volkes Mut und Kraft zu schöpfen und die Wiyiilationspolitik der ungarischen Juden, trägt viel Schuld' an diesem tragischen Zusammenbruch. (Lebhafte Zustimmung.) > , Kultur. Es wird dafür gesorgt werben, baß bas Europa ' Ungarn. steht heute außerhalb der menschlichen von heute, das sticht mehr das Europa von gestern ist, die Wahrheit über Ungarn \ «vfthrt. Die Kulturwelt hat sich einmal zusammengüsnnbeu, um die asiatischen Massenseuchen, wie Pest. rnpd Eholetcr, zu bekämpfen. Sie muß sich jetzt gegen die Seuche des Mordes und des Raubes zur Wehr fotzen und den.Pestherd in Ungarn verschütten. (Sürmbcher Beifall.) Gemrinderat Dr. Leopold KlaschkeS: Hsrthy und seine Söldner Händen, die heute die m . ige ungarische Stephanskroue hüten, verfahren nach iuii: alten Prinzip des zaristischen Rußland, bas ein i ict der Juden zur Tauft zwingen, ein Drittel er--, nwrdeu .und ein Drittel austreiösn wyllte. Dieses' Unuzip ist "an der Gesamtheit des Judentums zerfallt. Die heutigen Machthaber Ungarns bemühen °?U. ganze Arbtit zu leisten. Hunderte von' Juden - Und verschwüstdon. huttßert« von Frauen und Mäsdiw'u sind entehrt worden Und Tausende Juden sterben in den Kerftrii. Did Prönay und Osztenburg 1','ibrtk sich in bau große» Städten niedergelassen, weil man dort mehr mordön Und plündern kann..Wir. wollen daii Wcltgewissen aufrütteln und unseren Brüdern in Uugarrr die reickM. Wie wollön ihrreit sagen, büßwir als Brüder, ob auch Einzelne es nicht vor- Iteui haben, vor dech Forum Europas das Wort führen wollen. Wir müsse» die» tu« .im Name» der t'-tzra der r>cjüvtlcherr Ooli^L. (MÜrmi- *<a*r mmi Bolschewikische Offensive in der Polesie. War sch a u» 12. April. (Funkspmch.) Die Angriffe der Bolschewiken haben auf dev ganzen Frar^ den Charakter einer Offensive angenv rrmen. Die K8r pfe bei Kueza, Strnga ui.d Zwankowee waren sehr heftig. Die Bolschewiken haben za h lreiche Artillerie und Panzerautomobile eingesetzt. Rack blutigen Kümpfe« ist ihr Angriff an unserer ganzen Verteidigungslinie zusammen gebrochen. Unsere Truppe» haben ihre Stellungen an der ganzen Front gehalten. Unsere Luftaufklärung hat festgestellt, daß die Bolschewiken von Hömel he» neue Truppe« ins Gefecht bringe«. .. Der Rückzug Frankreichs. Baldiges Zurüikzlehen der franzöfischen Truppe«. Paris, 12. April. Die Agence Havas meldet: Lord Derby hat, nachdem er dem Ministerpräsidenten M i l l e r a n d die Antwort der britischen Regierung übergeben hatte, von ihm genaue Angaben über die Ab« sichten der französischen Regierung verlangt. Millerand hat sie sofort geliefert und - Lord Derbh wird sie nach London übermitteln. Es scheint, ,daß drS Verlangen DentschlaudS, den Beginn der Abrüstung um drei Monate zu verschieben, bcu Gegenstand der ersten Berat rnge« in. San Remv bilden Werpe und daß wahrscheinlich die französische Regierung, beseelt hon dem Wunsche, bei den Beschlüssen der Alliiertin nicht weiter zu verharren, sich bemühen werde, die Besetzung der Mainstädte zu beschränken, und sich geneigt zeigen werde, die Truppen zurückzuziehen, sobald, die deutschen Truppeubestände im Ruhrgebiet wieder normal geworden sein werden. Man kann daher die Erörternng zwischen Pari« und London als im Wesen abgeschlossen betrachten. Morgen werden Bonar Law im Unterhaus« und Millerand in der Kammer Erklärungen über die diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Lander« abgeben. ' Wir glauben zu wissen, daß die französischen T r u p p e n, sobald sie F r a n k f u r t und Dar m. st ad t'verlassen werden, gleichzeitig Ho mburg nnd Hanau räumen wÄ-yn,. Mt kennen dft G2schichte ver J'S^nv7''.^li->nngett. Der Grund hat immer gewechselt, . I? i \ . . -ft. Httzk Lftibt. Man verfolgt uns als Monarchisten oder als Republikaner, als Kommunisten oder-Bourgeoisie; wir haben —7 so sagt man — den Krieg verhindern wollen Md bann sagt man, wir hätten ihn geführt. E.s gibt Lausend Möglichkeiten für die Anstiftung von 'Judenverfolgungen. Jeder Jude hat das Recht, Mch seiner WirtschaEtlichen, geijHge« oder politischen Richtung das zu sein, was er will (stürmischer Beifall), solange er im' Rahmen des Gesetzes bleibt.' Daraus darf ihm kein Borwurf gemacht werden und der Gesamtheit' des Judentums schon gar nicht. Unsere Übelberatenen Brüder in Ungarn haben. an Knechtseligkeit und Selbstentäußerung das Größte geleistet. Eine dünne Oberschicht unter ihnen hat sich ßu einem Chauvinismus . herab gewürdigt» der den magyarischen noch weit übertrofftn hat. Aber trotzdem sagen wir, daß die Judenverfolgungen keine innere Angelegenheit Ungarns sind^ Der AuSrottuugslan'pf. gegen die Juden ist - ein Teil des jüdischen Weltproblems. Eine Erlösung aus diesem Schimpf und .Ms di^'ftr Schande gibt es nur durch eine Lösung-her gesamten jüdischen Frage im nationalen Sinn. Was uns aber am schärfsten berührt, jft dieses für ch t b a r e Schweigen. Unter de» Nichtjuden in Ungyrn gibt es so viele, die von jüdischem Gell» und von jüdischen Stimmen geleht haben. Warum sprechen die-nicht für die Juden Ungarns, die zum Schweigen verurteilt sind?, Warum schweigt die ungarische Presse? Warum stellt sie die Morde in den Kasernen als Selbstmorde der Juden hin? Könnt Ihr nicht die Wahrheit schreiben, so schweiget im N a m e n E u r e r e i g e n e n E h r e! (Stürmischer Beifall.) chnpörend aber ist die Infamie der österreichischen Judenpresse, die .sich nicht einmal auf ein Zensur verbot ausreden kann. Freilich, wir haben jetzt eine jüdische Presse, die seit Woihen und Monaten die ungarischen Schandtaten der' Welt bekauntgibt, wir haben die „Wiener jM'orgenzeitün.g", die in Ungarn verboten ist, mit sie die Wahrheit spricht unddie ganze 'Judenfchast über die Leiden unseres Dolk?8 wischen Donau und Theiß -unterrichtet. Diese Auflärung hat den Brief des Graftn Apponyi. hetboxgetuftn. . Die: Brftnpeste Gaukler, die die Welt irreführen» haben mm ^erkundet, daß sie die Mion gegen das Judentum bis nach der Unterzeichnung des FriedenZ. Vertrages Verlagen. Wir machen rechtzeitig darauf aufmerksam. damit die Ententediplomaten m Budapest sich nickt batr'sigen lassen und ,«,* wmr. .awrafi fttt Lloyd George falsche «eNmnge» schicke«. Dir ungarischen Pogrome sind' rin Lell per WM judenftage. Gelingt eS uns, unser Heim in Polästtnch aufzürichten und da» Selbstbestimmung«rechß des jüdischen Volkes zu erlangen, dann werdet wir uns als selbständiges Volk mit 4en anderen Völkerm auseinandersetzen und dann kann die Kraftwelle de« Judenverfolgungen schwinden. Bis dahin aber mutz sicff LaS Vierzehnmillionenvolk der Juden zusammenschlietzen^ nm den bedrohten Volksteilen eine ExisLensmöglichksit zu schaffen. (Stürmischer Beifall.^ Dr. Kiew» bespricht als Vertreter der jüdische« HochschulauKschusft» die Vorgänge an der Budapester Universität, wo di«' jüdischen Hörer durch die Brachialgewalt in der' empörendsten Weise mißhandelt und vom Besuch dieser Bildungsstätte ausgeschlossen werden. Wir protestieren als Menschen gegen dieses Barbarentum und gegen die Vergewaltigung der Wissenschaft. Da» jüdische Volköffnet diesen unglücklichen Söhnen seine Arme, (Lebhafter Beifall.) (J Der Vorsitzende Abgeordneter 'Gtrs'cker .verliest sodann die Resolution, in welcher vor der gesamten gesitteten Welt und vor dem Fonrm des Völkerbundes Protest gegen die Juden-; Verfolgungen erhoben wird. Die zivilisierte Menschheit! darf nicht dulden, datz eine grauenvolle Feme zu eine«^ Regierungssystem werde. Wer schweigend zu«! sieht, wird mitschuldig. Im Namen unsere^! Brüder, deren Mund verschlossen ist, fordem wir dorr Europa, sie aus dieser Hölle zu befreien. (Stürmisch^ Beifall und Händeklatschen.) Der Vorsitzende erklärt die Resolution ftlp -WM nvmmen und schließt die Versammlung. . , :;4 Das Meeting verlief in vollster Würbe und' Nrchr. Der Ordnungsdienst wurde von Studenten und Mit?' gliedern der Verbindung der zionistischen Mittelschüler in musterhafter Weise geleistet. Die Versammlung war um viertel 1 Uhr zu Ende. Die zahlreich aufgebote^' Polizei hatte nirgends Grund zum Einschreiten- PottlifcheNundscha«. Neue Anruhe« in Jerusalem. Der Bürgermeister als stkustister. y . London» 12. April. (Funffprnch.) Nach einer Melduug aus Jerusalem ist es «ich« z« schwerm A U fchreitunge« ge ge« die jüdische §5e»; v ö lternng gekommen. 60 jüdische Läden wurde« geplüudech «nd über 206 Juden verwundet, von denen einer bereits seines Wunde« erlegen ist. Die arabische Gendrrmerir verhielt sich tit& tätig; die jüdische Gendarmerie war vorher .ortfenrt worder^ Britische Truppen sind emgeschritte». > ES wurde wiederum der Belagerungszustand verhängt. Die Jude« verlange» die Eut^ lasiung de» Bürgermeisters, den sie als Havptanstistee der Unruhen bezeichnen, die Destraftms d« Schuldige»'' nvd Schadtnersatz. Beirut» io. April. (Priv.) Die NLsschreiümgeu m Jerusalem dauetten d r e i T a g e. Zahlreiche Personen sind verwundet, s e ch § t o t. Zwei Synagogen wurden «iÄergchranm- Berlin» IL. Äpril. Die ^Freiheit" meldet ans Uytsterdam: Dem ^Temps^ zufolge sind dfe Rädelsführer der jüsgKen Unruhe» m Jerusalem verhaftet worden. Dir Stadt ist ruhig. Dir Bankm »nd Geschäfte sind wieder geöMct. :>’,v ‘ - - Wir habe» bereits am Sonntag berichtet, daß der jüdische Stadtrat von Jerusalem in einer Eingabe an den Bürgermeister gerügt hatte, daß dieser' kern moralisches Recht hatte/ an den- Demonstrationen einer anfgehetzten Minderheit reilzunehmen. Die Mehrheit der Einwohner Jerusalnus ist jüdisch und alle jüdi-. lchen Parteien sind einig m der Forderung einer jüdischen Henn" statte. An der endliche« ErsMnug dieses PostnlntS werden dre i Vpn ausländischem Geld gespeisten Nnnchen nichts ändem. De. Renner für eine europäische Amon. Keine Donanföderatiou. R«m, 13. April. Die BürhandluttISn^ in dLN rtalienischsn Ministerien wurden Sonntag vormittags und nachmittags bis in die späten Abcndstnnden fori- Sefttzt. Staatskanzlev Dr. Renne r stattete im Lauft des gestrigen Tages dem Kardinal ft r ü Hw ir >t, der österr-eichischer Staatsbürger ist. einen Besuch . ab. Abends sprach der Präsident, d'-^s Bundes dev iiatirni-- schen Industriellen mit einer Abororuing b-uin S-.aats.^ kanzlev vor, um ihn im Ranwn de« 'zu de-, grüßen. Er drückte den Wunsch utrd die aus eine gedeihliche Znsamnrrparbul mit d-'r »v.'l?dekanurew österretchischrm Industrie' aus und pal c..'r>. Staats^ kanzler, dies dev österrcich.schrn J.:5r jr.rc zu üüer^ . intt-ivln.^ '-Der''StLcktKkanittrsvrnu, friwcü w.iu-msteu/ Dank aus und teilte mit, n >.-n o:r italienischen Industriellen au bit Iu dustrie weiterlerten werde, wobei ^/htuzusüg^. daß die österftichischm Industriellen in tnrftr Zeir die Zu'- sam'menarbeit mit den irc.l?':"!'ckeit Indrtstri'klew 'anfnehmeu und »rach Italien wmruen werde.r. In eimr. Unterredung Mir dem der Europea^ erklärte' der Gtao ier m >w.r da ft M.in rp -rpräslbeut Mttt als erster uu^x -e«- t VTöunpnt Europas.

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