Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 440 (13.4.1920)
- Date
- 1920-04-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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L Xßien, Dienstag — - —- ■— ■ —.— “.. ‘ufetten Versammlungen ungarisch und bedient sich in dieser seiner ungarisch-deutschen 'Parteiexpositur etlicher | M'berischer jüdischer Assimilanten und einiger sagemnnter ortdodorer Führers hinter denen jedoch keine Geführten stehen. Die Orthodoren, die vor einiger Zeit >ine Art Landeskanzlei nach Budapester Muster eri sichtet haben, sind von ihrem früheren Kainpfe gegen 1 ne .Vereinigten jüdischen Parteien" ahgegangen und n ihren Anhängern ihr Vorhalten bei den Wahlen; igegeben. Daß die offizielle Orthodoxie bisher nicht üe Konsequenz aufgebracht hat, sich entschlossen zum irdischen Programm zu.bekennen, bleibt umsomehr be« bäuerlich, als in Preßburg eine anerkannte orthodoxe .-^röße. Rabbiner Reich an? Verbo, als Listenführer kandidiert, dieser letzte Schritt ist jedoch nur eine Frage w Zeit. Srobar selbst ist als abgetane Größe zu beromten, er hat überall ausgespielt und dürfte nach den üdien verschwinden. In der Slowakei machen ihm die 'nka-Leiite das Leben sauer und in Prag ist er den V >ren Angriffen ausgesetzt. Die Ungarn der Slo- , ' i fteftcn, soweit sie nicht mit Hlinka gehen, großenwi s zmri Programm, des „christlichen" Ungarn, und usieht vielfach Wahlaufrufe, welche' nach Budapester )s si mit eijtcw großen Kreuz geziert sind, vor welchem siidische Iobberfiguren mit goldgefüllten Säcken in?o.rischer Angst die Flucht ergreifen, während auf der Ui deren Seite das christliche Volk huldigend steht. x Die „Vereinigten jüdischen Parteien" arbeiten sehr rührig; sie sind überall gut organisiert, der jüdische i'olksgedanke, der durch den „Volksverband der Juden ffdie Slowakei" in die Massen getragen wurde, hat iurrall Wurzel gefaßt, so daß man mit Ausnahme von -;wei Wahlkreisen,Banska-Vistrica und Lipto-Szt.-Miklos, die beide wenig jüdische Wähler aufweisen und wo dje Behörden einer rechtzeitig einsetzenden Arbeit Schwierigkeiten machten, auf einen durchschlagenden Erfolg rechnet. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die gesamte Judenschaft der Slowakei hinter dem Jüdischen Volksverband steht. Schon die Tatsache, daß durch ditz Ausstellung jüdischer Kandidaturen die jüdische Wählerschaft dem Kampfe der einander befehdenden Parteien .mtrückt ist, verdient als ein bedeutender moralischer Erfolg verzeichnet zu werden und die jüdische Würde' hat eine bedeutende Erhöhung erfahren, seit man sich gewöhnt hat, die Juden als politischen Faktor anzu, sebeu. Das schädliche Treiben etlicher Außenseiter findet auch unter den Orthodoxen keinerlei Anklang, man gr, kennt allenthalben, daß .es jenen nur um egoistische Machtinteressen zu tun ist, und wendet sich aus natürlichinstinktivem Empfindenvon ihnen ab. Die Tatsachen werden die -Herren bald-belehren, daß die Zeiten vorüber find, da sich die jüdische Bevölkerung fürs volksfremde Interessen zu einer entwürdigenden Politik mißbrauchen ließ. Das slowakische Judentum hat entschieden die Bahn der jüdischen Volkspolitik beschritten und an seinem einmütigen Entschluß werden alle Versuche zuschanden werden, einen Keil in die junge jüdische Einheit -zu treiben. # _ Inland. Aus der Nationalversammlung. Da Swatskanzler Dr. R e n n t t erst Donnerstag fiuS A o hi hier emtresien nmb, nwei'en sich die Heringen Sitzmrgen der Nativnalveiscin'mümfl und des HuiprauS'chnsses. du zur Entgegennahme des Berichtes des Slaatssanzlrrs. den matt ickon iür heute rurückuw.aaet hatte, als ziemlich gegenstandslos. Hauwausichuft rotifc es rnlwrecherrd den geänderten Rn!rditposwcmen des Kanzlerobliegen, Tay und Stunde der Hausntzurrg und eoenrueü der Sitzung des Ausschusses Hk AentzeeeS leifau* l etzet in denen der Staa's'arnler das Ei g.bnis ferner italienischen Reise milteilcn wird. Die Clnistlich'ouglm tun jetzt sehr geräntt, weil üe von der e rnaermahen plötzlich angetretenen Roynrire des Kanzlers so ü'oerrajcht wurden, d-ß es rkrnen nicht mehr Mötzlich war. em chrislllchsvziales Negretungsnilttzlrrd dem Dr.Rs.NN er als Ueberwachungsorgan mtmoeden. Pis zum Freitag, ha Dr. R e n n e r wieder vor der ''Ratjonalversammlung ersclninen wird, wird sich die Erregung im chrrsstichsozialen Lager sicherlich schon gelegt haben. . In der heutigen Sitzung der Nationalversammlung wud also kaum mehr als die für alle Fälle bereits pargrsehcne Perlegenheitstagesordnnng verhandelt werden, die Mer qnderem folgende Punk:e umlaßt Mitwrkung der Nationalversammlung an der Regelung der Eisenbahn-, Poll- und Telrgraphrntarife. sie Teueruna-zu'chiiffe zu den Invrlidenrentcn, Verstaatlichung der Salzkammergal-Lokalbahn und ankere mehr. Der Kampf der Länder geqen den Stflüt. Dis Staatskanzlei hat am 10. v. M. Helm Vor« fasiunflZgerrchtshof die Anfechtung wegen Verfassungswidrig.;ctt des Gesetzesbeschlusses vom 14. Februar 1620 seitens des Salzburger Landtages, betreffend die Anforderung von HorzVorräte, eingebracht. Der Gesetzesbeschlütz restsinmt unter anderem im § 1: «Die Landesregierung fang auf Grund eines Beschlußes des Landesrates zur Wahrung öffentlicher Landesrnteressen im Lande vorhandene Hoszhor» rate jeder Gattung von Waldbesihern, Holzhändlern, Sägowerksbesitzern und Inhabern holzverarbeitender Gewerbe oder sonstigen Personen jederzeit anfordorn. Die HwalSregierung erklärt, daß dies in den Wirkungskreis der National» Versammlung und nicht des Landtages fällt. Der Beschluß steht in Widerspruch mit dem Gesetz über' die Sicherstellung ausländischer Lebensmittel- und siiohstofflredste durch Holzausfuhr und Verpfändung von Forftbefih. Die Staatstanzlei stellt namens der Staatsregierung den Antrag, der Verfassungsgerichtshof «volle den bezeichneten Gosötzesbeschlutz deS Landtages von Salzburg «wegen Vörfassungschjdrtgkvit für nichtig erklären". — Die Landesregierung hateino Gegenschrift nicht erstattet; die Verhandlung findet am 1Ü. b. M. vor oem Vrfassungsge.richtshof statt. Wiener Morgenzcitung / 13 April 1929 Rr. 440 Segen A ungarischen Pogrome. Die jüdische Massenversammlung im Komödkenhaus. Di ' vielen T-'.uj'.'nde jüdischer Frauen und Männer, dr: -am Sonntag zu h -r Versammlung im Komödlenhaus strömten, waren einig in dem Gefühl der Empörung und Her zornigen Entrüstung über bas Treib?« der Weißen Garden in Ungarn. Per Protest, der hon dieser Versammlung beschlossen wurde, wird seine Wirkung tun. Die. europäisch? OefftntlillMt ist bisher tzrurch verschiedene Umstände irre geführt worden und konnte von den Zuständenwie sie sich in Ungarst herausgebildet haben, nicht die' gebührende Kenntnis erhallen. Da? unga sich:.Judentum ist zum Schweigen verurteilt, die Presse durch Zensur geknebelt utrd die Vertreter der «uropäschen Möchte, die.in Hphapest sick, befinden,- sind in ihrem Urteil befangen und durch den ständigen Verkehr mit den Schü'digen daran ge- Lindertx. einer pbjeftiv und subjektiv richtigen Aussassuny dev Dings 8N gelangen. Nunmehy Ist vor hex breitsten O:sf:nt'icMit pyy berussnen Gprtzchexn des '- jüdischen Vvlkes in Wien eine Anklage erhoben und so scharf formuliert worden, d-gß der Völkerbund sich mit diesen Skandalen wird beschäftigen müssen. Die V.rsammlung wupds um 10 Wr pvrmittsigS voll dem Ssicker eröffnet, der mit großem Brifall begrüßt wurde und der den Zweck der Versammlung dahin kennzrichnete: Das zjorststische Lander kr rnitee für L);stsrxeich hat Sie hieherge laden, um Ihnen und "dem jüdischen Volke Gelasenheit zu gehen, gegey hie ungeheuerlichsn Vorgänge, welche sich m Ungarn abspleleg, wr dtzv ganzen .ge'st trfL.l Ucnschhrit zu protestieren. Wir hoffen, daß die einmütigen Ku ndgebungen unseres Volkes in allen Teilen dßv EM endlich dazu führen wsphsn, daß den Machthabern in Ungarn k acgrmgcht tvixd, haß etz nicht angeht, sich ständig, täglich und stündlich >^m Geiste der Meusthlichkeit zu versündigen. , OL^r.aÄb^rr Dr. Chaj:'s r Es ist für uns Juhan in. Wien eine hohe Be- 'ftiedigung, sagen zu kölrnsn, daß wir unseren Brüdern in den Ländern der Sklaverei gezeigt haben, daß wir mit all unseren Kräften, mit all unserem Fühlen, Denken und Handeln bei ihnen sind. Und wir dürfen auch mit Befriedigung' sag-tzn, haß die Tätigkeit, die wir zugunsten unserer hctzrückwn Brüder in allen Ländern, ihres Leidens entfaltet haben, doch nicht ganzohna WoW.gtzbliMdist- M W ^unssre Pflicht,^die Aufmerksamkeit der Welt auf die Zustände in Ungarn zu lenken, und zwar deswegen, weil es unseren Brüdern in, Ungarn Unmöglich ist, ihre Stimme zu erheben. In Polen, in Rumänien, in dev Ukraine, hatten die Opfer dev Judsnschlächtereien doch dis Mötz« ^ichk.it gehabt, bssi den höhLvstehendsn Mitgliedern jie verfolgenden Nationen und bei den anwesend-sn ^'vtr'tern der gesitteten Welt ihre Klagen vorzu'.'rmgen. <Ä» y anders ist es in Ungarn. Auch der mutigste hat nicht die-Möglichkeit, vor dem Forum seiner Oesfentkichkeit und vor den Vertretern der Entent» in Budapest zu sprechen. Jeder Jude, her mit einer Klage oder Beschwerde sich an irgendeine Stelle tvendet, die auf Ungarn einen Einflus; üben kann verschwindet Len nächsten Tag und kein Mensch weiß, wo er gehlleben ist. (Bewegung.) Es liegt uns ganz fern, Utzgarn irgendwie schädigen zu wollen. Wir wissen, daß mit diesen Machenschaften einer kleinen Gruppe vyn Mnschrn das. ungarische Volk nicht solidarisch erklärt werden darf. Das ungartsche Land blutet, jetzt aus tausend Munden und es ist nicht jüdische Art, einem > SchwerverwuMtrn den..Gnaden^ stoß zu geben. Wir sind der. Ansicht, daß, wenn wir der Welt von den Missetaten, gegen, dw Inden sin Bild geben, wir Ungarn nicht schädigen, sondtzyn mur nßtzm. Denn ein Land, das üp Herzen. Europas ex'hat ein Interesse daran, daß die. Männe^» die es -' jetzt tyrannisleven, nicht langer an der Regierung bleiben. Die Richtung, die jetzt in Ungarn herrscht, nennt sich christkichnatitzstar. Wir ft?hen auf dem Standpunkt der Selbstkestimmnng. der Völker, Ist dqs ungarische Volk der Ansicht, daß seine Regarung christlich, national, natioualistljch sein' fall, so ist.das seine Sache. Wr wollen uns nicht, darein Mengen. Wir Wörden aber verlangen künn.'n.' daß die Rechte der Minderheiten, die nicht christlich und nicht chauvinistisch , sich, .gewahptwerden. W gibt Vertreter des Christentums, die ii« Nächstenliebe üben, es gfht Vertreter hsg EhrlstöirturpA, die Vertreter der Jncittis'.tion, der Hsxeüpwzesse und der Rache sich. Es gibt ein Christentum hetz Genfer Noten Kreuzes und ein Christentum des mittslalterllchen HexeuaberglaubenS- In den Verfassungen aller zjvilllierlen Völker ist aiksgcsprcchen, daß das Glaubensbelenn'nis' frei ist. i.,s.llange. die ösfenüiche Stttlichk it nicht verletzt wiro. Das Christentum, wi» G icht dur.ß die Mqchttiaüer in Ungarn vertreten wird, ist ein solches, dqs die ii,,<ntliche Sittttchkett zerstört uch der-Morali ins Gesicht schlägt. (Slürusischer Beifall.) Und da'-sich allmählich ein europäisches, ja ein Aettgewisseu hsrauszchsiden beginnt, so ist es unsere Aufgabe, aus düse Art von Christentum die Ausmexk. . I.amreit der Well ru lenk-eu. Wir haben nach dem Zusammenbruch der roten Regierung bei den Ententevertretern Vorgesprächen »Nh erreichten dank hem damaligen italienischen Vertreter in Budapest, - . jv-^'s>lent«ant RomanM, dem die Jüd-rnheit Budapests zu großem Dank derpflich'.et ist (lebhafter Beifall), daß in den srstrn TaM/ der neuen ungarischen Regierung Pogvomn st'.chh eingetreten sind. Wir haben aber nicht erwarten ksnn?W,. daß dann späler die Pogrome zu einer datrerndrn Einrichtung und zu einem Bestandteil d«S ungarischen Ragierungsprogramnls werden. Wir haben sein Kom.ites' bei her Par'sor Friedenskonferenz, tv^lch's feit.M^naden verlangt, es möge ein Vertreter dxr ungürischsn Juden^ heit nach Paris kommen, um' Authentisches Über die Vorgänge in Ungarn zu berichten. Das konnte biß zur» heutigen Tage picht ermöglicht we.den. Aber doch liegt ^in gewisser Erfolg dieser B.'strebungm in dem Brief des Grafen Appontzi an tzie ungarische R'qürung, der alles das zugegeben hat, was gegen die heutige Regierung viit Ungarn gesagt Werden kann. Aber wo es keinen Kläger gibt, gibt es k.ünen Angeklagten und hie Judenschast Ungarns kann nicht als Kläger austreten' Der oberst: Vertreter der gwtz'N jüdischm Äohltätigkettsovganlsalion Amerikas, Herr. Dr. Goldman, Generaldivsktor des Joint, der gegenwärtig in EnrsP» weilt, hat sich nach Budapest hegeben, um auch dort eilte Hilfsaktion zu inaugurieren. Wir haben ihn darauf aufmerksam gemacht, daß.die. Vorgänge in Budapest nicht als politische Fragen, sondern als Fragen der elementarsten Menschlichkeit zu werten sind. H:rr Dost-or Goldman, der diK Brutalitäten, hie wir schilderten, nicht für möglich gehalten, hat, ist innerlich-skrWnuud bedrückt aus Budapest zürückgekommen. Er hat' uns erklär^ daß unsere Berichte durch die Wirklichleit troffen werden. Es ist begreiflich, dsh man alle diejenigen zur Verantwortung zieht, die mit dem kommunisti,Ken <A ,stSU in Verbindung standen, daß man sie verhaftet Und ihnen den Prozeß macht. Aber auch die Opf:r dieser Tendenzen berichten, daß, soweit es sich um den Rechts-! weg handelt, Müschen hetroffrn wurden, denen mcru irgendwie helfen kann, denen MSN., einen Verteidiger gestellt hat. Aber es gibt auch eine andere - Ger-ichtshnrkeit, hie der geheime« Feme der weißen Osfizißpe in Budapest. Jeder Mensch in Budapest kennt hie neun Lager dieser Offiziersgrnppen. Wieviese Rtchijuhtzn und wieviele Inden spurlos verschwunden sind, wissen wir nicht. Wir wissen nur von siebenhundert. Juden, über deren Verpwib nnd Schicksal nichts W* .zustellen ist. (Bewegung ) Go ist der 64 Jqhxe.M Kantor.einer yrthodoxen Gynagvge in Ofen NM weihen Offizieren, in der Nacht aus seiner Wohnung gehyljt worden, weil er nach, der Aussage «itte* eben aus dem Irrenhaus entlassenen Frau angeblich Bynrben versteckt hielt, Der Mann ist, verschwunden. Durch d'.e Jn^L vention eines christlichen Advokaten bei Horthh'konnte sestgestrllt werden, daß der Mann von drei Offizieren des Oszlen-Detachements in ihre Kaserne verschleppt . wurde, Mitev konnte nichts eruiert werden^ bis man iir der Nähe der Kaserne die Leiche dieses Unglücklichen aufgefunden hat. Ich betone, daß es sich' bei ^n siebenhundert Verschwundenen um ungar.sHe Juden gehandelt hat; die gasizischen und russischen Juden sind überhaupt FrelwiÜrl Die ungarische und auch die hiesige Presse findet eS für nötig, diese Ding: zu verschtveigen. Aber H werden auch österrrlchifche Vtaatsüürger sowie Angehörige anderer Staawn, wenn sie Juden ssich, in Ungarn mißhandelt, was man ja aus den Daten der Hsztenburg-,L)fsizieve in Konrorrr weiß. In L^edenburg ist im Ddzember des vergangenen FahreH, ein belgischer Flüchtling, der aus dem Osten durch!' Ungarn durchreiste, aus dem Zuge weg perhaftet unp in dev sürchlerltchstön Weise mißhandelt worden- Man hat -ihm die Stirn den Davidstern und darunter das Hort „GchNchh.ändler" tätowiert und es wir rade kein Künstlerk der diesen Auftrag ausgeführt hat, (Bewegung.) NatWich hrt man diesem Manne auch seine Barschast ustd österreichische- Kriegsanlrihe, die' er hei. sich hatte, ahgenymlttsn. Ein jüdischer KMfmann, tschechischer GlWisbürger, der im Auftrag Gesellschsst nach Ungarn fuhr, hat in Komorn di« Mißhandlung eines andern Inden n-gei.'hsn und dar, über Bemerknngen gemacht. Er wurde verhaftet und in ein« Kaserne ab ge sühvt'. Die tschechische Vertretung' in Budapest, dis von per Sach: erfuhr, hat der ungarischen Re.si:rungt gewissesmqsieu ein Ultimatum gchlltj und die sofortige Freisassuirg des Mannes ges^ch-skt, Die Vexhastnng erfolgte um 8 Uhr abends, vie Freilassung am nächsten Tag um 4 Uhr nachmittags. Der Mann war bereits irrsinnitz und mußte in ein« Irrenanstalt bei Brünn Mvrqcht werhsn, in der er jedesmal, wenn ein Bcsücher,ftin Zimmer betritt, unter den Tisch kriecht- Man kann sich also eine gewisse Vorstellung davon machen wie es ihm