Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 431 (3.4.1920)
- Date
- 1920-04-03
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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9tf. 431 Wien. Tamsrag_ 1>ctt Fleitz jüdischer Bienen keinen Tag und keine Stunde ein -itzLneS Leben führen könnte, dieses Land, dessen Pharao ein schwankeneS Rohr -wie der PapyruS ist, der..morgen nicht tut, phs er gestern gewollt hat, dieses Land, dessen Jugend-im Misg verkommt oder inden Städten in allen -Lastern der» .divkt, dieses Land, das die Priesterfaste in ihren krummen Fingern hält, dieses Landes Bevölkerung ist dumm 'genug, , nicht! seine wahren Feinde zu sehen' und redetalldenen nach dem Münde,-die flch erfrechen, die-Juden zu schmähen Nichts/ gär-Nichts trifft dieses Volk aus eigener Kraft. Stet? ist. ihm jüdisches Denken vonnöten, stets dient ihm der jüdische Stab. a!S Stütze, Wer - es dankt uns dadurch, daß es aus uns vev» achtete Sklaven gemacht hat. Ihre Paläste, die wir: bauen, strotzen und prunken in Gold und Glanz. Unsere Wohnungen! höhlen wir uns im Nikschlamm. -Wir ziehen ihnen ihre Straßen, ’ auf denen wir dann nicht gehen dürfen, wir zimmern ihre Darren,. auf denen wir nicht fahren dürfe«. Und-jetzt hat der-Pharao, von schlauen Männern beraten, ein ReueS ersonnen: Juden durch Juden zu verderben. Er bestellt jüdische Vögte, die das Achclzeichen trage« dürfen und deshalb stolz find m»d deshalb ihre-jüdischen -Brüder arger peinigen als der ärflste Kuschtte. Und er hat befohlen, daß die jüdischen' Knaben ihrer Mutter nach der Geburt weggenommen werden. Würde man sie' in den Nil werfen, den Krokodilen zur Spnse, so hätten diese Kinder wenigstens dieses Leben der Schande nicht gesehen. Mer man sagt nur, daß man Pies tun wolle, und "ian hat zwei Gründe dafür. Man will sehen, ob denn diese jüdischen Sklaven auch ihre Brut nicht verteidigen, und man will diese jüdischen Kinder für sich, für Aegypten, erziehen. Sie kommen in die Tempel des Ra und des Anubis, sie werden für HoruS und Typhon erzogen, sie werden von den Priestern gelehrt und geschult, als Aegypter Aegypten zu dienen, euch zu Haffen und zu-verachten. Sie wisse» nicht, 'daß .sie aus jüdischem Samen stammen, sie dürfen dies nicht wissen, und sind bestimmt, Aegyptens Führer und Lehrer zu werden, weil das ägyptische Volk in seinem Hochmut r verdorrt und verdummt. Und die Priester haben erkannt daß ihr Volk zugrundegehen muß. «ettn"lhm nicht jüdische Führung wird. Deshalb stehlen sie unseren Müttern die Söhne, deshalb erziehen sie jüdische Kinder zu Feinden der Juden, legen sie all ihren Hatz-in die junge jüdische Seele. Ich weiß eS, denn ich bin selbst ein solch gestohlenes jüdisches Krnd. Auch mich hat man euch, nein, unS Haffen gelernt, auch mir hat man die Seele verkrüppeln wollen. Und erst als ich in die Wüste ging und zu der Nacht und zu den Sternen sprach, erst da erkannte ich, dätz ich zum Volke der Juden gehöre für immer und allezeit. Und deshalb habe ich gefühlt, datz mein Volk zum Tier und zum Gewürm der Straße werden mutz, weil es seinen Stolz verloren hat, weil es feine Vergangenheit vergessen hat, weil es die Ketten zu den Ahnen zerrissen-hat. Auch das jüdische Volk kennt den Josef nicht mehr, es ist nicht gebrochen, aber tief gebeugt, feine Seele ist ihm genommen worden. Volk aus dem' Lande der Sonne! Kinder JakoVS! Eure Stzele ist zurückgeblieben in dem Land am Jordan, aus dem khr stammt. Eure Seele, da's ist' der Ruf der Mütter Josefs, ist dS Weinen NahelZ, die in Ranna liegt und im Grab nicht Ruhe findet, weil die Kinder in der Ferne sind. Unser Vater Jakob hat euch gesegnet. Er hat euch einen jungen Löwen genannt, der in der Sonne liegt und schläft. Wer wagt es, ihn zu wecken? Der Aegypter hat es gewagt. Er hat jungen Löwen vor' seinem eigenen Karren gespannt, er hat aus ihm sein . Arbeitstier gemacht, dem er mit der Peitsche blutige Striemen kn die Haut schreibt. Die diebische Elster ist das Zeichen dieses Staates, der raubende Habicht, der auf wehrlose Tauben stößt, da8 Wappentier des Pharao. So zerreiße, junger Löwe, die Stricke, die dich, halten, erkenne deine Kraft! Ein Pranken» schlag — und du bist frei und gehst in deine Heimat/die du nie hättest verlassen sollend. Ganz still war eS, als MofeS schloß. Gin tiefes Aufseufzen war die Antwort der Männer, die mit geballten Fäusten um ihn standen. In der nächsten Nacht aber, m der Nacht der Dache, da schlugen die jüdischen Sklaven den Pharao und sein Heer in Trümmer. Rosse und Reiter rasten ins Meer. Und das Meer war voll Blut und eS heißt seither daS Rote Meer. ' Eliahu ha-nabi. . , (Eine Pchsch-Erinnerung aus der Kinderzrit von Dr. Samuel Skappavort.) Hat jemand von euch schon den Propheten Eliahu mst eigenen Augen gesehen? Ich glaube kaum. Nur einen hat eS gegeben, der Eliahu geschaut, und dieser Glückliche war ich. .■ Wie sich dies zugetragen hat, will ich im folgenden erzählen. Schon lange, sehr lange ist eS her. Ich' war dazumal ein etwa achtjähriger Bachur, der nicht nur in der Bibel, sondern auch schon im Talmud ziemlich gut Bescheid wußte. ES war kurz vor dem Peßachfeste. Mein Sinnen und Trachten galt dem herannahendsn schönen Feste und ganz besonders den wonnevollen, von unbeschreiblicher Freudigkeit und heiliger Erhabenheit getragenen Sederabenden. Wer einen solche» Geber in einem frommen, nach alter Sitte und Art lebenden Elternhaus in seiner Kindheit miterledt, weiß, wie unauslöschlich er sich * ihm einprägt. Wie ein heiliger Zauber aus fernem Märchenlands lebt er noch in des Mannes Seele mich in-späteren Jahren Und selbst in andersartige« Lebens» Verhältnissen immer fort. ' Die nahenden Sederabenbe füllten mein Innenleben ganz ans. Jeder derselben barg in sich einen stillen, geheimnisvollen Wunsch, den ich tief in meinem Herzen trug, de« meinest Eltern mktzuteUen ich mich jedoch schämte. Es war dies nichts geringeres M ß&famh Mahn. hg-gM M eigenen Augen M Wiener Morgenzett«»-' Cr s n e r fch i ff. Von Ivffrf Iedthtah Rsrmi. , Nachdichtung (aus drm Hebräischen) von Mvlr Wiener. Alle ergreifen die Huderllangrn.. der Steuermann. der Rapikän, Des Schiffes Segel blähen sich auf den Missen Babylons. - 1 : > *' /!»>&! -.! Bedrängt ist dieses Schiff von vrrhalkrnrn Magen» Nein Freud rnlsut auf drm unheimlich schweigenden Fluh, Es fahren dir Scharen des. gemordeten Volkes Mik Sünden schwer, beladen welk dahin. * ' . Sie wimmern leise über die Mutter und die Fürsten: wehe lwrhr! Aufgvackerk ist die Mauer durch dir schwere Fahndung. Wehr. Sünde loht, Feuer voll Schuld und Verbreche», Doch loht sie ahne Lrchk und Glut, diese Frurrbrunst. Tränen smnmrttrn sich px einem großen Meer, Skrurrloser Nachen wird umhrrgewvrfrn, schlpchft im Linrmwiud. Rakarakke Vluk, rvke Skrudrl fallen in dieses Meer, Füllen es raufchend von allen Setten der Welk» Wen vermag sufgewühttrs Her; |u beschwichtigen? Des^Schluchxens sich enthalten, wenn sin Esel brüllt An der Stelle de» heiligen Gesänge«, in dem Garten, Den der llrstirr sich erkor pr seiner Weide? Doch eine Hoststung: I« verhohlener Netten Ende Wird mir erwachsen eine geheim» Iaakobslrttrr» Dir wird leuchten von Anfang bi« End» der Wett — Allein den Hridrnkindrrn wütende«, kehrendes Feuer! — Damals rm Frrudsnfrhiss aufdrm Meer des Landes Iissrarl, Wird sich Schmerz in Freude wandeln, Hals sich recken. Mein bekränzte« Haupt unter de« Himmel« Baldachin — Und erblüh« wird Scharons Glan; im Gottrskanz. Damals - alle Andermänner, der Steuermann und Kapitän Werden nicht mehr traurig segeln auf den Flüssen Babylon«. sehen. Ich wußte eS genau, daß Eliahu während des SederS, sobald man die Tür. vor „Schfoch chamoschn" weit öffnet, in jedes jüdische Haus kommt, von'dem für ihn bereitstehenden Becher trinkt und, nachdem er die Anwesende» gesegnet,,- das HauS wieder verläßt. Schon in früheren Jahren hatte ich alle möglichen Anstalten getroffen, Eliahu zu sehen. Am Tage vor dem Sederabende hatte ich — nach alter Tradition — mich schlafen gelegt, damit ich' am Abend während des ganzen Seders wach, bleiben und Eliahu kommen sehen könne. Am Seder hatte ich auf dem „Hessebett" zu Füßen meines Vaters, der Tür gegenüber, Platz genommen, um ja Eliahu bei seinem Eintreten beobachten zu können, meine schon halbschläfrigsn Augen im geeigneten Momente scharf nach der weit geöffneten Türe gerichtet, aber gesehen habe ich-ihn dennoch nicht. Wohl glaubte ich, etwas wie einen Schatten vorbeihuschen gesehen zu haben, ja ich meinte sogar bemerkt zit hüben, daß der Spiegel des Weines im Eliahu-Becher, der bis an den Rand gefüllt war, sich ein wenig gesenkt hätte, ein untrügliches Zeichen, daß Eliahu von' demselben genippt. Allein mein sehnsüchtiger Wunsch ging nicht in Erfüllung, ich konnte mir nicht sagen, daß ich Eliahu geschaut. Mein' Vater sagte mir, daß nur denr vor Gott Würdigen Eliahu sichtbar sei, alle anderen sehen ihn nicht, obwohl er in ihrer Nähe erscheint. Ich nahm mir vor, gut und fromm und thyrabeslissen zu sein, bannt ich im nächsten Jahre wert sei, Eliahu zu sehen. Nun kam der denkwürdige * Seder, von dem ich hier erzählen will. ' Es war ettvst zwei Tage vor dein Peßachfeste, als mein Großvater bei unI erschien und verlangte, ich solle bei ihm den ersten Sedcrabend zubringen. Mein Großvater war nicht nur durch seine außerordentliche Frömmigkeit, sondern auch durch seine tiefgründige talmudische Gelehrsamkeit rmd bedeutendes Wissen auf dem Gebiete der Kabbalah weit und breit verehrt. Die Eltern schlugen den: Großvater natürlich die Bitte nicht ab. Mir jedoch erschien diese Einladung: nicht sehr verlockend. Ich mochte den schönen, frohen, von süßen Gesängen getragenen und von größerer Famllienzahl gefeierten Seder im elterlichen Hause gegen den vielleicht uninteressanten bei den Großeltern, bei dem nur Großvater und Großmütter teilnehmen, nicht gerne eintauschen. Ich schwieg. Dem scharfen Auge meines Großvaters aber schienen die Beweggründe meines Schweigens, nicht entgangen zu sein. Nun warf er mir ein Lockmittel hin, daS unfehlbar fangen mußte. ,Merm du zu mir zum Seder kommst" —- rief er mir zu — „sollst du etwas sehen, was btt gewiß bis. heule nicht gesehen hast: Cliahu ha-nabi." Mein stiller Widerstand war gebrochen. Ich war gefangen. „Ist eS dein .Ernst?" fragte ich den Großvater mit weit auf»- gerissen«: Astgen. „Wie ich gefaßt" — antwortete er — „wenn du zu mir zum Seder kommst, sollst du Eliahu sehen." „Gut, ich komme", gab ich freudig zur Antwort. Ein Fingerzeig GotteS» ich solle Eliahu sehen, schien dieses Ereignis für mich zu sein. Unter höherer Eingebung schien mein Großvater für diesen Sederabend nach mir verlangt zu haben. Mit Ungeduld erwartete ich schon den großen verheißungsvollen Moment.. Am Abend konnte ich lein Auge schließen. Daß ich Eliahu sehe« werbe, unterlag für mich keinem Zweifel. Eine Sorge jedoch ließ mir feine Ruhe: Wenn Eliahu mich wird „verhören" wollen? Werde ich ihm in Ruhe Red« .stehen können und nicht, waS Gott verhüten möge, besangen durch Aufregung, ohne richtig zu antworten, unwürdig und unwissend vor ihm erscheinen? Mit solch quälenden Gedanken wälzte ich mich den ganzen Abend aus meinem Laaer >vd i-hlles erst bei Tagesanbruch ein. s. gpm ms__ tarn tmt ich «tageMbfai, als mich schon tat Sätet aetBtj rasch aufzustehen, zu beten, um «och rechtzeitig daS letzt» „Ehumez"°Mahl einzunehmen, da bald alles „Gesäuerte" auL dem Hause weggeschafst werden müsse. Nach'dem ich mich rasch erhoben, gebetet, in Elle daß Frühstück genommen, half ich, alles, waS am Peßach nicht ins Zlr gehört, wegräumen, den „Ehumez" verbrennen und nacht ich von der Mutter gebadet und gewaschen worben warj legte ich die nagelneue, für Peßach vorbereitete Kleidung und Wäsche an. Zu den herrlichen Traditionen drS schön« PeßachfesteS gehört auch diese, daß es fast in jedem.jüdisch« Hause neue Kleider den Kindern bringt, waS nicht wenig zwi Freudigkeit deS Festes beiträgt. Ein neues Kleid liegt unter unbenützt. monatelang,Hdamit es erst am Peßach zun< ersten Male angelegt werde. Wie die Statur fall auch den Jude am Frühlings- und Freiheitsfeste im. neuen Kewaub^ prangen .. . ' J Kaum hatte ich meine neuen Kleiber angelegt, als ia zu den ^Großeltern hinrannte. Wie ein Magnet zog elf mich dorthin, wo heute nacht meiner.etwas Großes Harris Im Hause der Großeltern schien alles wie verändert. Eq waren dieselben Zimmer, dieselben alten Möbel und doch trug alles im Hause ein frisches, fast jugendlicher Nesich^ Der weißgedeckte Tisch, die schönen, für Pdßach bestimmt« Gläser, Porzellangeschirre und sonsttger Hausrat verkündeten^ baß das Fest in dieser HauS bereits feinen Einzug gehalten. Wie ein betäubender Bltitenduft schlug es mir entgegen. Groß< Vater und Großmutter waren schon festlich getteibet und be«l grüßten mich fteudig, als ich mich in meine« nagelneu« Kleidern ihnen vvrgesteM. Großmutter war in der Küchq vollauf beschäftigt. Großvater schien zu einer anscheinend^ sehr wichtigen Arbeit Vorbereitungen zu Greffen. Auf ein« mit großen Papterböge» .bedeckte« Tisch legt« er Hammel und Zange hin itqb verschwand für eine Welle aus dem Zimmer. Nach kurzer Pause erschien er Leuchend wi«b«>j eine große Kiste tragend, der bald eine, zweite folgte, «pW stellte sie nebeneinander auf de» Tisch. , Staunend fragte ich den Großvater, waS denn elg bi« Kisten enthalten, doch schien er meine Frage nicht hören. Mit leuchteitden Augen und geröteten Wangen, wie verträumt, hantierte er an dem Oeffnen der Kisten, was aber^ da sie fest vernagelt waren, nicht so leicht gelingen wo! Still, wie um den Großvater im heiligen Werke nicht stören, raunte mir die Großmutter ins Öhr: Die SMftatij kommen von sehr, sehr wett her, nämlich a«S Erex Israel, und bergen allerlei Köstlichkeiten vom helligen Lande, diel Frermbe und Verehrer des Großvaters für Peßach BereUül und ihm geschickt. Mtt Aufnurkfamkeit folgte ich der vor sich gehende» Arbeit und erwartete gespannt, was ans de» seltsamen Kisten ans Tageslicht nun komme» wird. Kaum war ein Teil eines Deckels gesprengt, als ein weißer Staub emporquoll und sich auf dem Tisch ausbreitete. Behutsam samnrelte der Großvater, bevor er an die weitere Arbeit ging, den verstreuten Staub in ein Glas, baß ja nicht ein Atoch davon auf den Fußboden falle. Auf meine Frage, waS dies zu bedeuten habe, erllärte mir,» die Großmutter, eS jek bieS heilige Erde aus Erez Israel, die auf. nngeweihdya! Boden nicht fallen dürfe. .! > j Kaum waren die Deckel geöffnet, als Großvater tzlückj strahlend die in den Kisten enthaltenen Schätze hob. waren dies: Blechdosen, die SBein, Oel, Honig (aus preßtem Bockshorn) enthielten, ferner Pakte mit Mar Rosinen und lleinen eigenarttgeu „Evez Israel-Nüssen", lichs Flasche» und Pakete waren mit weißen Zettelche« der sehen, die die Aufschrift,Koscher schel Peßach" trugen, übrig gebliebene leere Raum in den Kisten - war .mit weiß^ grauer Palästinaerde angeMt. Waren die sonstigen Kös lichkeiten für den Genuß im irdischen Dasein bestimmt, st war die heilig« Erde ein Geschenk auf die Reise in fcid Ewigkeit. Mit dieser Erde bestreut und mit einem Häuflei« derfelben in einem weißen Säckchen, als Kopfkissen", unters dem Haupte, wurde mein guter Großvater alsdanK zums ewigen Schlafe gebettet.! ' ' ■ \ Nachdem der Großvater mit der Arbeit, die Üßt; «bm1 . scheinend nicht wenig ermüdet hatte, fertig geworden, allvq geordnet und auf seinen Platz gestellt, ließ er sich auf sttnvq großen Stuhl nieder, zog mich liebevoll zu.sich und setztä mich äui feine Knie. Schwärmerisch und begeistert erzähl er mir von der Herrlichkett Erez Israels, wohev diese Köf! lichkeiten gekommen, von jenem schönen Stammlande uns Volkes, aus dem uns der Zorn Gottes vertrieben wohin unS aber die göttliche Gnade, wie uns feierlich schworen, ganz bestimmt zurückbringen wird. ,Heute nachts — sag.« der Großvater •— „zum Seder wird Eliahu twnj diesem Erez Jsrael-Weiu bei »ns trinken, auch du sollst^ davon für deine ,Lojso^ bekommen; nun sollst du waÄ essen und dich bald schlafen legen, damit du den ganzens Seder durch wach bleibst und Eliahu dich nicht schlafendt antrifft." I Ich hatte den besten Vorsatz, zu schlafe», zumal idjj: 1» der letzten Nacht zumeist wachgeblieben war. Ich wurde,! in ein separates Zimmer geführt, damit ich im Schlafe nichtj . gestört werde, und zu Bett gebracht. Es »var mein heißest; Wunsch, einzuschlafen. Ich schloß bald die Augen, abeq zum Unglück wollte kein Schlaf kommen. Ich wiederholt«' unzählige Male den für schnelles Einschlafen erprobten Bibel-, satz „Thorah siwah lanu Moscheh", aber vergebens! Ei»-j schlafen konnte ich doch nicht. Unzählige^ Gedanken uud^ Bilder,, in deren Mitte Eliahu stand, schwirrten mir durM den Kopf und machten ein Einschlafen vollends unmöglich^ So vergingen mehr als drei Stunden. Wie eine Erlösung empfand ich es, als der Großvater leist auf den Zehew« spitzen daS Zimmer betrat, um nach mir zu fchaueu. Ich' lag mit offenen Augen dal „Run" — sagte der Großvater — „bist du für den Seder gut ansgeschlastn. Jetzt wasch' dich und Neids dich an. de»« bald wttd es Leit Mtzj. Abendgebet."