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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-01 · Heft 429 (1.4.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 429 (1.4.1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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i . Mette 4 Mei^ Dbimersläg - A^iene« MövgSttzeMtvs Erhebungen Über die sanitären Aüstände der sKdische» Veoölkerung in Minsk. - r Au? Minsk wird uns geschrieben: Um den trostlosen sanitären Verhältnissen der jüdischen Bevölkerung ün Minsker Rayon erfolgreich entgegentreten zu können,, hat das Joint Distribution Committee Dr. Spiwak und eine Reihe von Spezialärzten und Hygienikern rntsandt, um genaue Erhebungen über die sanitäre Lage drr jüdischen Bevölkerung in den Schulen, Wohnungen Und sozialen Juftituteu von Minsk und Umgebung zu pflegen. Nach dein Abschluß dieser Erhebungen, soll ' eine intensive Hilfsaktion zur Besserung der sanitären Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung eingeleitet werden. Es wäre zu ivünschen, daß eine solche Aktion nicht .lokal beschränkt bleibt. Die sanitären Verhältnisse der jüdischen Bevölkerung, besonders in dm europäischen Großstädten, bedürfen eines energischen Eingreifens, wenn nicht zum Untergang durch Not und Eiend auch der durch verheerende Krankheiten treten jott. Mord und Selbstmord aus Hunger. Die T<?t riner armen Mntter. Ein entsetzliches Drama hat sich gestern vormittags km Hause Nr. 152. der Marzstratze abgespielt. Dort womit der Schlossergehilfe Gottlieb Kad.letz mit seiner Gattin, -der 30jährigen Marie Kadletz, und seinem Kinde, dem am 22. August v. J. geborenen Rudolf Kadletz. Gestern mittags wollte die Mutter des Kadletz, Marie Kadletz, wie gewöhnlich ihre Schwiegertochter besuchen. Als ihr nicht geöffnet wurde, wurde ein Schlosser geaalt, und man öffnete die Tür gewaltsam. Man fand im Zimmer Frau Kadletz und ihr Söhnchen.im Bette, das von Blut Liberströmt war, tritt durchschnittenem Halse tot auf. Die Frau hatte ihrem Kinde und sich ben Hals durchschnitten. Beide waren verblutet,' ehe man sie ausfand. Die unglückliche Frau hätte ein Schreiben hinterlassen, in dem sie mitteilt, daß. sie dje Tat desbalb ausgeführt hat, weil sie für das. arme Kind nicht genug Nahrung bekommen konnte. ' * Vermählung. Der Direktor der wiener.ANe'sünst« des American Jo ut Diünbuüon Cvmmiltte Herr Leon W chiler hat sich am VS. März mü sfröulein Berte Andern verinälitt.. Dr. Hugo Bergmann, erster Sekrctädes Erpeöunos- und Kulwrdevo'' men's der z'onnt'.schen Oroonisation m London, iibcrüebelt noch Palöftna, wo vdas Amt eines Bibboibekars der Nanonaliubl'ochek in Jnu alem übe,n mmt. * Englischer Abend. Hute um.6 U'ir abends perensialtel Pwi ssor ' Leo llllc Caul - S mp t b t von der Cambr-dflk-Univer situ' im llc.r eu .tkomkrt« u jial rine Vorlesilng aus Werken Dsca>- Wildes m enpli'cher Sprache. Äänrnwn der Konrerrhauslasse und lei Keblendo'^er, * Monlsteabund in Oeste: r.ich (Saal des Neuen Frauenklub, I., Tuchlaubrn N . 1kl Ut)r ab'nds, U. T a r t yr u g a über das Thema: „Ter Mensch als mag sckes Zentrum". * Die KinderrnilchtrinkhaLsn dcA Joint. Trotz de? bestehenden Sckw'.er'c'kerten hat sich die Wiener Abteiluna des Io:nt Dlüntmion Commor-'e cnlfd loHcn, die Milchüir thallcn für die rüuell cizo^nen K ''der niciu für d e sanre Däner des Passahfcstcs zu schl-enen. D e A'wabe von v rsiahkoscherer Milch, die tür den 2., 3. und 4. Apnl eingestellt ist. wird am 5. April Kuder amgenommen. ■ . * HindendurgS Erinnerungen. Das »Berliner Taae» blat:" meldet aus vrm Haag: Donncrstaa tea nnl »Daily, Telegraph" mir der Bcrosiensiict-unp der Erinneinneen des FeldmarschaÜs von H r n d en b n.r g. In dem'Ducke sind . längere Aussührungen über die innere nnd äußere Politik Deutschlands und der mit ihm vcrbündctcn Mächte enthalten * Der Begründer der Universal - Bibliothek' gestorben. Aus B.e r l i n. 3l. Mär», wird uns tckegravh en: Hans Heinrich Reclam, der mck seinem Vatrr Philipp Reclam ' im Jahre 1867 die llniversal-Biblioihek gründete, rst mr Alter von 80 Jahren geüorben. * Aufhebung der R auch erst arte? Wie in informierten Kreisen verlautet, soll die R a u ch e r k a r t e. i m Monat Juni bereits auf gelassen werden. Durch die Anpaüuug der Tab.rp-.eve an den Weltmarltpreis. weiche bekanntlich bereits vom 12. d. M. an dnrchaeführt wird »nd den Import von Tabak in jeder Menge ermöglicht, erscheint» das' Fortbestehen der Rayonierung gegen das Interesse des Staates. Der zweifellos durch die hohen Taxpreise zu erwartende Ausfall soll durch Fr«"pabe des Verkaufes, die den ünrrnge'chrankten Tabakgenuß ermöglicht, wettgemacht werden. 9H sich die Tabakregie nicht einer Täuschung hingibt, bleibt abzuwartm. . , « Ziont frisches Landeslromitee für Deutschöster- . deich. Die für heule 6 Uhr abends anberaumtr Sitzung dcS Landeskamiises enriällt. . * Wiederaufnahme des Nahverkehrs grr Sonntage«. Wre verlautet, wird ab 18. d. M. auf den W i e n er L o i ö I ft 11 cf e tt em beschränkter Personenzügsverkehr .an Sonntagen ausgenommen werden. * Bekleidungsaktion der VernnigMg indischer Hörer s:u der Hochschule für Welthandtl rn Wim, ll., Taborstiaße I.- Jcne Kollegen, welche um Kleidurosstücke zu ermäßigtem Preise 4ngesucht haben, wollen sich im eigenen Inleresie am Montag, 0. d. 3 Uhr nachmittags, rm Heim cinnnden. Wechsel in der Leitung des Haupttelegraphenamtes. Mn gestrigem Tage ist der langjährige Leiter des HanprrelegraphknamreL Negierungsrar G u n d l m den Ruhestand getreten. D?e provisorische Leitung des Haupttelegraphenamtes Äöeruimmt Postamts-Vizedirekior Anton A l s ch e r. * Beim Kabeldiebstahl erschösse«. Der I8jährig^ Metallschleiier Jvseb M a ch, ll!., Schimmelgasie 7 wohnhaft, wurde m der Nähe von Schwechat heim Kabcldicbstahl ertappt und von dem ihn ^erfolgenden Bolkswchrmann durch einen Kopfschuß getötet. * Di« großen Diebstähle im Arsenal. Auf verftaulickem Wege gelangte das Sicherheitsbureäu zur Kenntnis, haß seit Monaten aus der Landwehrzrugsanstalt die gegenwärtig olS- Tabaksabnk adaptiert rst. Materialverschleppungen ,n größerem Umfange durch dort beschäftigte Orgine v rübt werden. @r> wurde ermittelt, bn»j di: Verschleppungen von Holz» landesübliche Troßvagen, Wagenrädern ‘ und Elektromvivren schon am Monate xariiSrüchm und nach und nach dis auf die letzten Tage fortgesetzt worden sind. Dre Führer der Diebe waren der 37jährige Wagnergrhilse Andreas Spazier, ehemaliger Betriebsrat mt Lg»d«ehcje«ssamteL bcc Lljährrge Ä c b t i tcj n a t uul> EinZesendet. Brillanten, Platin, Münzen Perlen Uhren, falsche Zähne, alle Silbergseenstände verkaufen Sie am besten diekt dem luwelier und Goldarbeiter S. Holzapfel Wien, VI., Mariahilferstrasse 79 oder . Werkstätte: I., Wollzeile 17/13. ' »ot L»ottLSoU»toL're1«»,S»rarslv»o«gr«r«»doltsose Juwelier Setter TU., 2Kan&hi!f»rstrasM 98. — Telephon 32009. EXISTKA-XTP. VUEKAUB Täglloh Uolepronhe!tek&nfoi Merken Sie sich fl die Adlergasse Nr. Ji Dort können Sie Ihre Juwelen gratis einschätzen lassen. Für Rrallon Perlen, Gold, Silber, Platin,falsche Dmidmen Zähne zähle die höchsten Preise. Ein- und Verkauf von Schreib Maschinen. . 108 Lande. SchmiedcicHilfe Andreas R o ll e r und der 84jähr ge Werkmeister Tnäw Höhn c.,, Der Schaden betrögt etwa K. lOO.OtX). Die Drche wurden,verhaftet, ' - .V * Brand des Gasthoscs Lu.eg am Wotfggngse«. Aus S a l z b u r g/wi'd gemeldet; Jy hem bckannem. Gasthos Lüeg am Wo! gamzste. brach heute,m tlagS ei» Großftner aus, daß die Nebengebäude und oen angren enden Wala ergriff. Nachmntags konnte der Biand des Hotels und d S'Waldes eingedämrtit'werden. Der pste Stock des Hotels sowre die Stallgebäude sind vvlMndig Meder gebrannt. W gen des herrschenden Orkans war der Ort Sankt Gilgen durch Flnpftuer fe&r fte»' - iäbrdet D> e Er Ist' hur gsnri a che des Brandeist bisher nicht br«' kamf Dst' ' ’ ficvufrb ' * Se'be um 1MÜ.0W Kronen sestvhlen. In der Nacht Pom 7. auf den 8. März wurde im 'Hauptzollamt ein Waggon erbrorhen,/in Kem' sich zwei Kisten'mit Seidenwaren, Eigentum dpr Firma Agnaz Bltkmann^,1..Beztrk,/KärntneLstraß'e 13, befanden.. Die Kisten,' 'die, einen. Wert 'von.' 1,306 00g Kronen haben, wurden gestohlen. Das Sicherhei^bnreau erhob, daß die Verschieber Franz Räuber und Johann .Krauß in Kloster». neuburg wohnhaft, den Einbruch verübt Haben. Zu ihnen kamen der Lokomotivführer Otmar Krisch, der Heizer Schütz und der Verschieber Emmerich Kaitzler, die auch ihpen Anteil haben wollten. Die -Beute wurde b‘crf ' 'n ist ^»"annt, datz die Anteile, die pflichtvergessene Euenbahner an solchen Diebstählen haben, in ihren Kreisen den Namen „Baksckischerl" Wren. Die Untersuchung zog immer weitere Kreise und bis. jetzt sind fünfundzwanzig Personen wegen Diebstahls, Hehlerei. ,urtb bedenklichen Ankaufes.angegcft.t. Seide im. Werte von 400.000 Kronen und ein' Barke'trag in der Höhe von 132.700 Kronen aus dem Erlöse/der verkauften Bente sind. Mera-'siellt. Die Erhebungm werden fortgesetzt. Sieben der ,Haupttäter würden dem Landesgerrcht eingeliefert. * „Metallvm — Gold* kDie Batterie mit dein Regen-« bög-n 'dre beste Momrntbclcüchhmg.' ' Dereinsnachrichte». N a ch r i ch t e n v o ne r e i n e n e r i ch.ei neu a «-- « a h m s los « u c a m Tag e d er Veraast a ltnng.) H euttz: ' - Z i o n i st i s ch e S e k t i o n s Ä r d i e w est l i ch r n Bezirke W i e n s. V,7 Uhr ° abends mt Verbandshcim 'VI., Amrrlingstraße 19), Vortrag.des H-rrn A^olf Pollak vom Nauonol ondshanprbureau im Haag : ^Der jüdvche Nationalronds". Gast«' willkommkn. - I ü.d is ch er Hochschnla.cks schuß. Die Hörer werden benachr-chtigt. daß heute kerne V o r l e s u n g von Herrn Adolf B ö h m stattsindet. — Pal ä ft i n a- S e,k t i o n pe s q k a d. B e r e r n e S j ü d. M e d i z r n e t, Samstaa. den 3. d. M.' um y>i Uhr nachmitiags. Zusammenkunft. Tagesordnung: Palästina-?ewmar: Kolon sationsv-obl me Palästmaß. Ausckl'.eßend D'sfussion. Referent Dr. Leo Gvldhammer. — Jüdischer Tu r n v t r t i n ßR a tt a b t II. Sämtliche Turner, w'lcke an dem zu Pfingsten "siattsindenden Wetlurnen^ teilnehmen wollen, haben sich^ irden Rkontag und Donnerstag um 6 Uhr abends zum Training auf dem Turnplätze, U.,.Lcopoldsgasie 33. einzusinden. Kommunales. Die Sleuerdebatte im Gemeinderat. . Die Reden der Gemeinderäte Dr. Plafchkes «nd ■ , Är. Ehrlich. Wie wir in unserem gestrigen Bericht über die Gemeinderatssitzung am Mittwoch mitleiiteu, ergriffen in der Debatte über die neuen Gemeindesteuern und die Ge'jallsregulierung der Beamten auch hie Genteinderäte Dr. Plafchkes und Dr. Ehrlich "das. Wort, um den Standpunkt der Jüdischnationalen zu kennzeichnen.. Im folgenden tragen stvir die Ibeiden Reden nach: ü Gemeinderat Dr. Plafchkes: Es darf uns nicht wundern, wenn hei dieser Sturmflut von neuen Abgaben und vorgeschlagenen Erhöhungen, welche uns aus 'den Darstellungen des Finanzreserenten ^entgegenstürzt, ein großer Teil der Bevölkerung in Wut gerat und schreit, es sei ein höchst einfaches. Mittet, die notwendigen 30 0 Millionen aus d en Bewohnern heraus zu-, pressen, man erhöht' den einen Teil der,Abgaben und ersinnt ein paar neue Steuern, damit ist die Sache erledigt. Doch so einfach scheint die Geschichte doch nicht zu sein! Trotz aller Bemühungen klafft noch ein Loch von 77 Millionen Kronen und es wird Aufgabe der S adtverwaltung sein, diese Riesensumme auch noch irgendwie zu decken. Wir glauben, daß in di.'ser Beziehung der vernünftigste Ausweg geschaffen werden köMte, lvenn der Staat M entMießen würde« ' A'. 'ÄPttr IW : ,,;; ■ . „ 9Ct 4L» von dem.«Erfordernis der vorletzten GehaltsregulierunA ' ebenfalls wie diesmal 7 0 Prozent zu.übernehmen in An"rkennung des S/anbpMkteK„ daß.die Versorgung der städtischen Angestellten, nicht bloß eine Angelegenheit WienÄ ist, sondern, auch vie ganze Republik in hohem Maße betrifft und daß ^>er Staat im allgemeinen Nolstand Eingreifen muß. ' / - V Die wahnsinnigr Bertm rung aller Lebensbedürfnisse hat dazu geführt, daß die Ge-.? meindeangestellten mit den bisherigen Bezügen daK. Leben nicht mehr fristen können und daß f'.e, Wenn sie sich schon einschränken müssen, wenigstens' das zum Leben Notwendige erhalten wollten. Di» Allgemeinheit muß eben die Mittel hierfür a-uspringen, und deshalb müssen wir uns mit den Vorlagen a-b sin den.. Jedolh für die BeÄmtengehälter stimmen und sich absolut gegen die Bedeckung aussprechen, wäre unwürdig. -Bo» diesem Mc sichtspünkt aus norden wir im wesentlichrn für die Borlagm «ttttret^n und glauben nur, ohne vieles' Lizitieren einige ÄÄändsrüngsanträge stellen zu sollen. Ich spreche mich zunächst für die Einhebüng erhöhter Ge-, meindeabgaben von alkohvliscben Getrstnken aus und bemerke zu dieser Vorlage folgendesr Was hie Trunksucht an der Volksgesundheit sündigt, wird heulö' allgemein anerkannt.. Hoffentlich bewirk t b i e Erhöhung der Gebühre ns ätz e ei« weiteres Nachlassen des Alkoholismus. Daß man die Schaumweingelüste der alten und neuen R ichen ganz besonders unterstreichen und im Gebühr««-- satz zum Ausdruck bringen mußte, ist selbstverstärchlich. Vielleicht wird so das ekelhafte Treiben in den Nachtlokalen eingedämmt werden. (Zwischenruf: Zusperren!) G'wiß, zusperren ist besser als unter den heutigen Bedingungen offenhalien. («GR. UnterMüller: Ä» werden dann Ihre Leute hingehen?) Ob dort Jude«! oder Nichtjüden sind, bleibt sich gleich. Ihre Leuten Herr U w ter müller, besuchen die Lokale fthr Mhl» reich, tz- ° •••/!'. GR. Un ter Müller: Dort findet man M«U jüiische Namen! 7 Dr. Plasch kes:. Wenn jüdische Name«. Habel find, sind wir vollkommen einverstanden, daß dies» Juden an dem Besuch , ebenso gehindert werde« Witz die Christen. Dies«. Erklärung wirb Ihnen genügen., - Bezüglich der . - / LustbarreitSabgabe konstatieren wir mit Vergnügen, daß Aufführungen, welche der- Pflege wahrer Bildung und edler KnM bienen, durch Herabsetzung der Abgabe begünstigt wüvden, bemängeln jedoch, daß Opiteten, welche heute die ödeste .Produktion auf geistigem Gedieh darstellen, in moralischer und literarisch-musikalischer Hinsicht einen Tiefstand sondergleichen darbiete»> nurmit einer lOprozentigen Abgabe belegt werden. Witz, beantragen für Operettentheaterdies« Volksverdum* mungsstätten, deren Besuch leider noch immer gefördert wird, eine ISprozentige Abgabe. Wir müssen bas Publikum nach Kräften davor bewahren, diese peinliche«» Zoten der leider gangbaren Wiener Operette, welche die großen Traditionen schnöde verlassen hat, in sich aufzunehmen. * Außerdem sind wir der Minung, daß für Rauch« theater usw., wo sich die Herrschaften, die sichP leisten können, bei Speise und Trank sowie nicht immer geschmackvollen Darbietungen vergnügen, die Abgabe auf 20 Prozent zu steigern ist. Ich bin der Meinung, daß »es klüger wäre, die Operetten schärfer hevanzuziehen und bei Sportunternehryungen von 8 KrozM auf 6 Prozent herabzugehen. Die Abgabe von . . Pftrderenn.'« sollte eigentlich aus der Vorlage ausgeschaltet werde«, und zwar mit Rücksicht auf die Annahme des Antrages Stricker in der Nationalversammlung. Daß alle vov» geörachten Gründe für die-Bekämpfung des Luxus tausendfach auf die .Wettrennen zutreffen, und daß dieses, die öffentliche Moral untergrabende Spiel völlig ßn verbieten ist, kann nicht bestritten werden. Zu Punkt 2 des § 3 meine ich, daß die Stüfen der.Pauschalabgabe zwischen 200 und 300 aus 260, zwischen 300 und 500 auf 400, zwischen 500 «und 1000 auf 650 Und 809 erhöht werden sollen. "Sehr erfreut bin ich auch (Zwischenruf des Gemeinderates Baugom), gewiß, ich bin auch sehr erfreu^ Herr Vaugoin, daß aus den Erträgnissen der Lustbarkeitssteuer auch für die sportlichen Korporationenetwas getan werden soll. Wir hoffen, daß die Gemein-« Wien die Gelegenheit wahrnehmen wird, die Mischen Sportvereine zu fürder», insbesondere unsere „Hakoah", welche sich die Pflege des Mischen Sportes und die Regeneration der Mi» schen Bevölkerung angelegen sein lassen. (Zwischenrnfr Wo ist der jüdische Sport?) Jüdischen Sport wollen Sie sehen? Kommen Sie zu den gwßen sportliche« Veranstaltungen der ,Hakoah" und der anderen zahlreichen jüdischen Sportvereine, der tüchtigen jüdischen Turnvereine „Makkabi", die aberkannt das Beste in ganz Wi^n leisten. (Gemeinderat Untermüller steckt M* . Dauinen in die Aermellöcher und macht einen Zwischenruf.) Das ist Ihr Sport, Herr Untermüller. daS sieht Ihnen ähnlich, iM ist ober nicht Mische lSstzoLt. Ws

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