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Wiener Morgenzeitung · 1920-04-01 · Heft 429 (1.4.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 429 (1.4.1920)
Date
1920-04-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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tBlen, Donnerstag Ürund dieser Tatsache wurde mit großer Mehrheit beschlossen, einstweilen von einem Generalstreik abzusehen und das Ergebnis dieser Verhandlungen in Münster ab- '»uwarten. . NerchsK-nkersnz dsr Sozialdemokraten eiuberufeu. .. > / Berlin, 81. März. Der „Vorwärts" meldet: Einem Beschluß des Partciausschusses entsprechend wird nach Abschluß der Verhandlungeil der Nationalversammlung eine Reichs Konferenz her Sozialdemokratie einberuferr werden. Von der Einberufung eines außssj> ordentlichen Parteitages wurde Abstand genommen, um nicht allzuvicle Kräfte vom Wahlkampf abzuziehen. Die allgemeine Aussprache des Parteiausschusses ergab, daß die Partei einig ist in dem Entschluß, den Wahlkampf gegen, die militärische, volitische und' wirtschaftliche Reaktion mit der größten Entschiedenheit zu führen und, soweit es an ihr liegt, jede Zersplitterung der geschlossenen Arbeterfront zu vermeiden. VklPrlu: HLerLL ri Hoklaud. Paris, 31. März. (Korr.-Bur.) Die Agence Havas verbreitet eine Nachricht der „Daily Mail" aus Amster» * danr. die alliierten Regierungen hätten die letzte Note Lollands über den Aufenthalt Kaiser Wilhelms angenommen. Holland übernehme die Verantwortung dafür, zu verhindern, daß Kaiser Wilhelm eine Bedrohung der Sicherheit Europas werde. Als Aufenthaltsort werde dem Kaiser der von ihm erworbene Besitz in Doorn ssvsmtttet. _ PMÜsche Rrmdschlm. Kruftitmerende V^rsammlurrg der Inden in Palästina. Aus Jerusalem wird berichtet: Der Waad Aazmani hot den Beschluß gefaßt, nunmehr an die. Wahlen für die L o n st i t u i e r e n d e V e rj a m m! u n a der Juden in Palästina zu schreiten. Die Wahlen sollen bereits am 1. Jjar f!9. April) jtottfinben und die Tröstung der Nationalversammlung Ist für Lag-baomer (6. Mai) in Aussicht genommen/ Die ganze Aktion wird mit Zustimmung UsstschLintzeführt. der auch das Einverständnis Weizmanns in stchero Aussicht stellte. Die Tefcherr-r Frage» Abstimmung vor dem IS. S8ai. P.-.rra, 31. März. lFunüpruch? Das ^Journal ' t» T'/ws' ruetdet: Die Tesrbmrr Frage ist in em Eistkeidenbes rrrnctku. Tie mlerallürrte Kommission bat ihre ArbeittN he.ndrt. DnS Adsummungsrewt wurde allen Einwohnern ein» £r:a;nn\ die um 1. Jänner 1919 das 20. Lebensjahr erreicht und am?. August 1914 ihren Anftntl,altsort im Abstmmmngszcbftte l,?.tien, denjenigen P'eriomn. die dauernd an das Land gcbunden fu:i, mö dcnstnigtu. dre am 1. August 1914 zwar adwelend waren, aber m irgendeiner der alliierten Armem dienen. Die Wahlliste muß vor dem 20. April d. I. serüflgestellt sein. Die Abstimmung wird spälestms am 15. Mar statchnden. ' Wiener Morgenz« Der Friede mit >ia ei. GleichberechttgANg für -Ik 1 Öt'u reit. Paris, 81. Marz. (Funkspruch.) Hlixrst.L 5 v hat gestern über die wirtschaftlichen Bedin, -r : JiMfc IVaf-tv \ mit der Türkei beraten und grundfählrö^. vt' ö kvsien, bc - alle Nationen in den Teilen des früheren - -'MN ■ ReiKr? i solle Gleichberechtigung genießen werden. - eher internationalisiert noch unter interne i> i usuchr keilt werden, sondern allen Schiffen aller < -stgärryZr;■? fein. lZn manchen Häfen werden Freizonen i -! ' „©^celfiot" teilt hierzu mit, das; f,*k* i't auf keines ihrer Rechte' auch bezüglich, detru ionischen W..3?•; der griechischen .Gebiete! verzichten, auSger m bin Fef rnnfcn ^Smyrna und die Proportionelle Beteilig e > <; « Jii und Armeniens an der ottomänischen. Schul- / . Die Ailfsrsftmg Arve i Inland. kch.'» ,1?- -tbh, m» <cht. .eiben Die Wahrbswagnttg in der Tscheche-Skowatei. Aus Prag wird uns geschrieben: Je naher der Wahltag hsranrückl. desto deutlicher zeigt es sich, daß die Ausstellung jüdischer Listen dem Bedürfnis weitester jüdischer Kreise entsprach. Schon die Präludien des Mahlaktes, zum .He'spiel die Legalisierung der Unterschriften nuf den Kandidationslisten, lösten einmütige Kegeist:rung und starke Beteiligung der jüdischen Volks- Massen aus. An dem für diesen Akt bestimmten Tage konnte man zum Beispiel in Prsßburg Scharen der Prengst vrchodoxen Juden (Männer mit langm Schläfenlocken, Frauen mit „Scheitel") zum Legali- ./ierungslokal pilgern sehen,, um ihre Pflicht gegenüb I dem jüdische Volke zu' erfüllen. Diese starke Anteilnahme der orthodoxen Massen ist umso erfreulicher, die sogenannte ,/orthodoxe Landeskanzlei^ es nicht 'für notig hält, aus ihrer Reserve hervorzutrebsn. ,,Jnoffiziell" prvllamiert sie „wohlwollende Neutralität gegenüber den, jüdischen Wahlen mit der seltsamen Begründung, das; sie „nicht das Odium auf sich nehmen wolle, die Wahl jüdischer Delegierter verhindert zu haben". , Dabei muß matt den heutigen Standpunkt der Landeskanzlei, so flau er ist. doch für einen Fortschritt halten. Zu «Beginn der Wahlbüvegung machte sie dämlich Miene, durch ihren Präsidenten, den Oberrabbiner Weber (Pistytrn), Stimmung gege>n die jüdischen Wahlen?,u machen. Natürlich auch dies nur „inoffiziell". Die ' zahlreichen Begeisterungskundgebungen der orthodoxen Massen für die jüdischen Wahlen zeigten aber den- Führern bald, daß sie diesrnal ans das falsche Pferd gewettet hatten. So entschlossen sie sich zumindest zur Neutralität. Nicht viel, v.ber es freut einen doch. ^lüülicherwe''i: ist die Orthodoxie selbst viel instinkisichecer und aktiver als ihre Preßburg-er Ftthrercliaue. In allen Wahlkomitees der einzelnen slowakischen Kreise arbeiten die Führer orthodoxer Gemeinden neben Zionisten und Neologen, lind in Prctzburg, in einem der aussichtsreichsten Wahlbezirke, kandidiert Oberrabbiner Reich aus Verüou, eine anerkennte Autorität der Orthodoxie. Wie wir hören, wird Oberabbince Reich an erster Stelle für das zweit« Mrutinium ausgestellt,, so daß bei günstigem Wahl- .Washington, 31. Marz. lFunkft departemeni hat gestern die Note-der -- die dieser ln der -türkischen Frage" am -zösischen Botschafters Jusserand übermitr Darin wird auIgeführt: p DieBeweggrLi der Türkei inKoystantinopol Icien verständlich, aber die da« gegen sprechenden Grnde-noch ausschlaggebender. Wenn die als Südgrenze der Türkei angegebene Linie tatsächlich nach ethnographischen Grenzen gezeichnet worden sein sollt«, werden einige Berichtigungen notwendig sein. Mit besonderer Befriedigung -sei zur Kenntnis genommen worden, daß für die Verwaltung von , ' Könstantinopek und der Meerengen auch die Mitwirkung der russischen Negierung vorgesehen sei, jedoch können diese Bestimmungen so lange nicht als-feststehend angesehen werden, als nicht eine russische Regierung, die Anspruch aus allgemeine Anerkennung' machen kann, ihre Wünsche und Forderungen in diesen Punkte», die für sie von äußerstem Interesse sind, bekanntgegeben haben werde. Was > Thrazien anlange, erscheine es als richtig, daß ein Teil Ostthrazien-, außerhalb des für Konstantinopel bestimmten GebreteS,^ Griechenland zugewrefen werde. Der Norbteil dieser Provinz sei "jedoch ausgesprochen bulgarisch, daher erfordere eS die Gerechtigkeit, daß Ädrianopel, Kirkilisia und das Umgebungsgebiet zu Bulgarien kommen müßten. Betreffs Ärmenien» habe die amerikanische Regierung kein Sonderinteresse, jedoch verlange die ganze zivilisierte Welt die liberalste Behandlung dieses unglücklichen Landes. Dse Grenzen sollen so gezogen werden, daß alle berechtgen Ansprüche erfüllt werden, besonders, daß ÄünLnieD ei»eM HÄ!sn puntzs ununterbrochenen Ausgang zur See. erhalte. ' Was den Verzicht der TüMi auf ihre Rechte, betreffend Mesopotamien, Arabien, Syrien, Palästina und die Insel« anlange, so halte eS die amerikanische Regierung für richtig das Muster dcS österreichischen Frieden-Verträge- »ächz»- ahmen, so daß die Türkei zugunsten der Mächte verzichte, die dann darüber entscheiden. ' In der , H . Smyrnafrage fei die amerlkanische Regierung nicht in der Lage, ihre Ansicht .-bekanntzugeben, weil die Auskünfte zu unvo^ständig feien und auch die Gründe für die vorgeschlagene Art der Regelung nicht bekannt waren. Schließlich ist die Regierung der Vereinigte« Staaten der Ansicht, daß welche territoriale Aenderungen auch immer auf dem Gebiete des früheren ottomänischen Reiches statt» finden sollten, die amerikanischen Gesellschaften und Staats» . bürger oder -is Gesellschaften und Staatsbürger irgendeineandere» Landes kn keiner Weife durch die Vereinbarungen de- Vertragetn ein« weniger günstige Lage versetzt werden dürfe« als -die Gesellschaften oder Borger der Staaten, die <m der Abschlietzung des Vertrages teklnehmen. auSgang die Ovthsdoxie in dev jüdischen Delegation würdig vevtreten sein wird. — In einem andeven entscheidenden Wahlbezirk (EperieS) kandidiert her ty. kannte Zionistenführer Dr. Karl Ferbstein. Für Prag stehen Dr. Ludwig Singer und Max Br ad, für Brünn Dri Feld mann, für Südmähren Doktor G o ld stein auf der Liste.Um die Organisationsarbert rn der Slowakei haben sich besonders Doktor S. H a j d u und Sekretär Emil W a l d ft e i n große Verdienste erworben. __ Kein Msbreiten des BorschswttMAD. Paris, Sl. März. ^Funb'vruch.) AuS Warschau wird flkmeldet, daß die in den letzten Tapen verbreiteten Nachrichten über die AMrertung der hplschmMschen Bewegung in Men jeder Grundlage «ntbeüreu. Alle ÄvSstände der letzten Zeit halst« einen lediglich bnu'lichen Charakter und senn Überdies beendet. Nirgends sei die Ordnung gestört worden, das wütschastlich« Lebm sei in vallem Äusschwung. . * Ein italienischer General als Spion verhaftet. Bertt», 31. März. Die „Voffische Zeitung" meldet aus Lugano, daß in Ravemra der itattenische General d e l l a N o c c a unter der A n k l a g c der Spionage festgenommen worden sei. In der ehemaligen österreichisch-ungarischen Nachnchtenftelle in Polen sei nämlich ein Brief desGenerals aufgefunden worden, aus welchem keworyehe» daß er int Dienste Oe st erreich-Ungarns militärische Nachrichten geliefert habe. Zur Droler A»schl«hfrage. Staatskanzler Dr. Clttuicv St»r II« vrrzettl-« A««i» firbtslostgsteit der Anichluft-ropaganva. Die Abordnung drk Sande-wteS und der «gierung von Tirol hat gestern beim StaatSlanzler Vorgv» fprochen und ihm die Resolutionen de- LandeSrateS unter» breitet, worin zur lleberwindung des Ernährungsnotstandes wenigstender wirischafttiche Anschluß Tirolan da» Deutsch« Reich gefordert wird, Der Staatskanzler erklärt«, die Lage Tirol» zu kennen und zu würdigen. Eben jetzt haben die Pe r einig t« n Staaten in hochherziger Weise eine Getreide««»- Hilfe beschlossen, welche unseren Mehlbedarf bi» »um Herbfst srcherstelle. Italien und die Schweiz leisten auf diese Aushilfe Vvschüsie. Allerdings reiche da», was Rstzer geschehen, ~ '){ au§) - " Republik Oesterdeich febensfähig zu machen, und dieses Problem harre noch seiner Lösung. Zurzeit aber ist die Republik an den Frieden von Saint-Germain gebunden und nicht wir allein, sondern auch die Mächte selbst haftdn sich' strikte an dessen Bestimmungen. Ein Vertrag, der von den fünf Hauptnrächten und nahezu 70 Staaten unterzeichnet sei, könne nicht einseitig aufgehoben werden. Rach der Ueberzeuflimg des Staatskanzlers ist zurzeit «ine Bewegung zur Revision des Friedens von Saint-Germain .vömg aussichtslos und ebenso «uSgeschlossen erschernL ihm, daß dieser Friede oder einzelne durch ihn «mfgerichwtk Schranken durch einen Teil der Republik auf eigene Faust durchbrochen werden könnten. Aydererseitt werde da» Deutsche Reich durch unzeitgemäße Kungebungen dieser Art nur in Verlegenheit gebracht und seine PoMtk werde Mißdeutungen auSgesetzt, welche da» deutsche Volk jenseits und bw Grenzen nur schädigen können. Der Kanzler rnüff« daher di« ernste Mahnung an alle Bürger der Republlk richten, die Dag« Oesterreich» wie de» Deutschen Reicher durch eigenmächtige und vorschnelle Kundgebungen nicht noch mehr zu erschweren, zumal für keinen Teil aus Synderbestrebungrn irgendein Nutzen erwachsen könne. Die Mitglieder der Abordnung behielte» sich vor, ihre Forderungen r'telbar d"i 'Bertetern'doc h-ih— Mächte zn unterbreiten. Drr Gw^t4k««.kke* erklärte, er könne sie daran nicht hindern, aber eine« suchen Schritt bei seiner Kenntnis der internastonaken Lage auch sticht ermutige«. Pr werde die Beschlüße^ de» LandeSrate» in einer besonderen Rote der Pariser Dotschafterkonferenz unterbreiten und diese Mer die Lage im Lande Tirol gewissenhaft unterrichten.. Me berkaulet, haben Mitglieder der/Mordung bei den fremden Missionen .Wege«, eines Empfanges ««gefragt, ohne indeffen eine Antwort zu erhalten. / > Me M«de-kv«sevEPz. I« d» Zeit vom 18. M5 1^. Avril werden' t« Ät? i: » dft in SMnrg begonrrnkn Brrairmge« dsr Ländestkv«» f e r««r fortgesetzt. Nach dem Anträge drS Bürgermeiiter» Reumann im Stadiratt wurden zu diesen Veratvngm dw' sclben Dklegiertkv dir Gemeinde die dereitS in SalOwg an drr Kouseren» ttcknahmev, entsendet. Gine Konfere«z der NatiLNalftaLc n. Tvien, Sl.Märr. Dü die .Böttcrbnndkorrrstzondcm" rnel-ek, findet im Lauf« de-April eme Kynsrr«»z sämtlicher N a t i »nal Kasten statt, deren Hanpigegenstand di, O V t i » «' - k < a « f e l und dir Frage drr S f « «I »» bürgert chait üb rbaupt bildrn werden, tue dvrch Ärvaradverlräge geregelt werden müssen. Rakmgemaß w»d dir GAegenhrit nicht mgtnützt blechrn, «m rme wirtschaftliche %*» näher»«» zwischen den Nachiolgestaate» anmbadnrN; es wird sich hiebei bauptsachlich um den Abba« der Beefthr-- schwierigkeiten. Grierchteinngete im Grer^verkebr »sw, handln« Als O r t der Konferrnz rst W i, y v d r r P rag i« Uu-stcht genommen. ___ / Telegramme. Wilfo« gegen eine« Geparatfrieve« mit Deutschland. Amsterdam, 31. März. Die „TimeS^ melden Ms Washington, daß Wilson der demokratifch-n Partei im Repräsentantenhaus zu erkennrn gLgeben habe, daß et dir Entschließung, die die Wiederherstellung , des FriedenSzustandeS zwischen Deutschland und den Bereinigten Staaten bestimmt, ab lehne. Sollte biefe Entschließung angenommen werden, so würde sich Wilson weigern, den Friedenszustand zu proklamieren. Eine Luternationate Anleihe a« Dentschlemd. Berlin. 31. März. DaS ^S-Uhr-Abendblatt" meldet aus Basel: Der „Corriepe della Sera" Meldet aus London, daß die Beratungen über die Gewährung einer internationalen Anleihe an Deutschland in der ersten Äprilwoche ausgenommen werde». Die internationale Valutaüsnferenz wird am 9. April ihre Beratungen in London wieder aufwhmen. Die Sodranjewahleu. .Säfta, Lsi. März. Sonntag badm die durch du Lu>lö^ng d«: Eodrame notwendig gewordent« Wahlen m die gesetzgebend,. Brriammlung stattpesimden. Rach de« ersten eingeivngu« Aachr'.chten rst rrnr l-.ni-rstrertbLrr Mrhcheck Munsten der gegenwärrige» Regirrunst msichm; doch schien noch gcmme Angabe». 1; i

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