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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-28 · Heft 425 (28.3.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 425 (28.3.1920)
Date
1920-03-28
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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M '«LV Wien, Sonntag.' ' AnterarrSschvtz zur Borbersttnng der Vers «Sgensabgabr. - In der gestrigen Sitzung dds Änteraukschuffes'wurde die Spezialdebatte fortgesetzt. § 28, Absatz 2, dev Regierungsvorlage (Btzwerchung 'des KapitalveryrögeW' würde "in' folgender Fassung beschlossen: . '.- - i Andere inländische und ausländische Wertpapiere sind, Ivenn sie an der Wiener Börse/'notjert sind, nach den Steuer« Kursen, sonst nach den Steuerwerten zu berechnen. i Die der Beratung durch einen Referenten und einen Korreferenten zugewiesenen §§' 34,' 87 bis 39, 49 bis 62, 65 bis M endlich 83 und 84 der Regierungsvorlage -wuxden^iMMM^ ULlAnLcage der Abgeordneten Dr. Bauer und-Dr. Gürtler mit einigen Zusätzen'und Minderungen in.der Fassung der? Regierungsvorlage genehmigt. 7*' ’' - Insbesondere wurde zu §- 88> --Absatz 2, der Regierungsvorlage beschlossen, daß Haö daselbst vorgesehene Verbot» Schulden vor Einbeikennung ' durch den' Gläubiger zu berichtigen, auf laufende Geschäftsverbindlichkeiteü kLin'e ^AWendüng ftndet. -; | I , Der Unterausschuß beschloß fernerhie Mn'fügüng>nachpöhender Paragraphe: Z 82 a '.ZuschkaKfrojheit^tzert--/8^. rnögenSabgabe. * Eine / Verschreibung der Vermögensabgabe für Zwecke der Bemessung von Zuschlägen der autonomen Körperschaften ünd-"der Berechnung von Beiträgen an solche hat nichtfftattßufinden. . - - Da der Unterausschuß hiermit die Vorberatung des Gesetzentwurfes beendigt" haitz>. wuÄ>ß - hseder Bestellung eines Referenten für den Finanzausschuß in Diskussion gezegyr. Abgeordneter Dr. Bauer erklärte, daß keines L>er dem Unterausschuß angehörigen Mitglieder der sozialdemokratischen Partei in "der Lage sei, die Berichterstattung zu Übernehmen, da die Mehrheit des Unterausschusses .in-, einigen wichtigen Punkten, besonders in der Frage der Zahlungsfrist, gegen die Anträge der sozialdemokratischen Mitglieder des. Unterausschusses entschieden hat.-Nach-dieser Erklärung wurde Abgeordneter Professor st)r. Gürtler zum Berichterstatter W 8im Finanzausschuß bestellt. Endlich beschloß der Unterausschuß die nachstehende Resolution: . »Der Staatssekretär für Finanzen wird . aufgefordert, für eine baldigste Aufarbeitung der Rückstände in' der Bechefsung der Steuer und für. eine gleichmäßige Durchführung Afes und der übrigen Steuergesetze." Deutsch-arlsch-christliche Moral. .../Die christlichsoziale Partei hat es sich zur Ausgabe gemacht, den überwirchernden Materialismus, den Drang tzrach mühelosem Erwerb, die Spiel- und Spekulativnssucht DÜ. bekämpfen und die Mensche^.. M/reineo dem schriftlichen -entsprechende» LebensssihrNng M verhalten.*/'Das^ be--" '|$ignt die christlichsozialeu Parteiführer 'beständig, , sw be- MtySxen es> in Vevsammluugesi «nd>^Veir^es'-^/'Äeitüngsu.. chrftkel» protzig hervor. Sie fügen auch immer hinzu, daß deü allmächtige Judaismus, der Einflußjüdischer - Politiker -Journalisten die Entsittlichung der christlichen Massen bewirkt hat, daß daher vor allem , die Juden als .Träger der verwerflichsten Spekulation.. rücksichtslos bekämpft werden müssen. Die Alldeutschen tun desgleichen, nur sprechen sie in ihrem Jargon nicht von deutsch-christlicher, sondern von deutsch-arischer Moral. Wie ehrlich aber die Herrschaften e§/meinen, konnte man in der letzten Sitzung der österreichischen Nationalversammlung erkennen. Ein Christlichsozialer, also ein deutsch-arisch-christlicher Moralist, stellte den Antrag,, die Rennwettsteuer herabzusetzey, weil sonst dem Publikum die Möglichkeit benommen würde, zu spielen. Der Zionist »■■nfr»..-... ... ■■■■ —.11— . - i ' .... '■■■ ■ . Wiener Moraerrzettunq 28 MLrz tv2A BMI -r---:-------- ' --;-....-- ■■■ ■■»■■■ » Telegrümme. Stricker abör gsib' seiner Enkrüstustg über den Antrag Ausdruck, forderte dtp BeUunpsirng' der Svielseuche, eriünerte die Antisemiten am ihr: ».christliches" Programm und beantragt«, der Spiel- und Ztzetistriche ein Ende zu machen. Sein Appell' nach rechts war aber vergebens. Sein Antrag wurde wohl angenommen, aber gegen die christlichsozialen und alldeutschen Stimmen. Katholische Priester, wirkliche echte katholische Priester, haben für das Spiellgster gestimmt und mit ihnen der - ganze Troß der antisemitischen, Unentwegten Christen und'' Teulontzir. Die christlich soziale „Neichspost" hatte aber den Mut, am nächsten Tage die Sozialdemokraten zu verhöhnen und sie förmlich mit dem christlichen Äolkszvnr zu bedrohen, weil sie dem „Jrrden" Stricker beigest, lichtet haben. Am nächsten Tage gab es auch einen KathoMenkongreß und die Vorlämpser für den „jüdischen" Spiel- und Wettschwindel von gestern hielten gewaltige Reden gegen'die „semitische" Moral. Es geht eben nichts über die deutsch-arisch-christliche Moral und die jüdische Sittenlosigkeit. In Graz wurde eine.Deutsch-arische.Bank gegründet, die „Steirerbank". Die Einberufer hoben hervor, baß die Gründutlg den'Zweck habe, das deutsche Volk: endlich aus den Klckuen des jüdischen Kapitals zu. befreien. Redner waren der ,christlichsoziale- Landeshauptmann von Steiermark, sein ebensolcher Stellvertreter.und .schließlich derneugebackene Antisemit und Christ Staatssekretär a. D. Schumpeter, bis vor' kurzem eifrigster Besucher und Mitesser bei'Festessen in . Kreisen der Wiener jüdischen-Hautefinance, Nachdem r dre Herren .sobrav gesprochen hatten, wurden sie vom glücklich aus Judenklauen befreiten teutschen Volkes zu Präsidenten und -Direktoren. der- Bank ernannt. Daß aberdie neue Bank -in.-Wirklichkeit... von .£ei-. Wiener Unionbank finanziert wird, also von fast -ausschließlich jüdischem Kapital, haben die vorsichtigen Retter der deutsch-arischen -Steiermark nicht, erzählt. Es geht eben nichts über die deutsch-arischchristliche Moral usw. Wss geht in Graz vor? ' Graz, 27. Marz. Mit Rückücht au'' die gestrigen Vorfälle: in der Burg hat die Landestrgierung heute eine Kundgebung erlassen, m Welcher das gewaltsame Emdtingcn in die - Burg und. die tätlichen Angriffe ans gewählte F u n k t i o n a r e der L a n d e s r e g i e r n n g schärsstens veimte lt und daraüf h ngewieseir wird) daß ein solches Treiben miverännvorrl'cher- Elemente nur die Lebensmitucknöt verschärft «nd untergräbt. Die Landesregierung hat die - erfoidnlichcn Vorkehrungen getroffen, dgßderartige Ausschreitungen in Zulunst unmöglich sind. Es wurde ferner angeordnet, daß, um'die Landesregierung < und das Landhaus vor g e-w a l -t s a m e u U e b e r.s ä l l e it z u schütz e n, r n H i tt.f u n,{ t B o l k s m a s send e r Z u t r 111. i « dasLa n d h a u s u n d in d t c B u r g M i ch t m echr^g.e w.a h> r t Kfxde unÜ,Mp Abürdnurtgeu bis zu 12 'Personen eütpsangen w«-rKstn ^Gegen die Hnsdniük^Äelches «.sich der AüsschrtituNgcn ..schuldig machlen, wusdr 'd'D. Sirasye'r^ 'fahren'eingelertet.', ---- -- , -. .^i«. Nrylevs ÄnschlMb.ewegungr"' > . Jmrshruck, 27. März. Wre der „Allgemeine .DroleL Anzeiger" utelret, reist am. 2S^d> M. eine aus ie einem Vcrt"ter der drn politffchcn Parteien des.-Landes zitsimmrenaesetzte Abordnung nach W:en,. um. die Lregietungmüfzusor drrn. die -geeigneten Schritte zur A u i h e b u n g d c s A n f dt l u ß- Verbotes zu unternehmen sowie der Abordnung den Ün-' mittelbaren Zmrttt zu der Entenickommosion zu e> möglichen!. ..'.Die.Linzer 'LL-kVerkonferepK. . Linz, 87. März. W-e die «Tagfsposi" meldet,^ soll die L nzer Ländcrkonscrcnz am 13. April begmneU und, drei Tage taue'.n. ' Für. die Versorgung V rsterreichs mit Lebens- Mitteln. Eindringlich« Weisung der Entente an die Ratiyualr staaten. Paris, 27. März. „Chicago Tribüne" meldet ans Loudon: Tschechen, Jugoslawe« und Rnma. neu hätten von den Alliierten die dringliche Weis ü n g e r h alten, s o g l eich den n o t l e i d e n.!> ech Gebieten mit Lebens mittel» aus zu. 1 elfen. Sogar Zwangsmatzregeln seien im Weigerungsfälle in Aussicht gestellt» Die furcht, bare Lage in Wien, die zur Hungersnot selbst in wohl« habenden Kreisen geführt habe, sei der Anlaß dieser Maßnahme der Alliierten gewesen. Die Weltkonferenz des „Hapoel-Hazair" in Drag. Prag, 26. Marz. (Privat.) Die Weltkonferenz foeH H-üvoel-H-azair wurde in Anwesenheit von mehr alt vierzig Delegierten aus Palästina, Polen, der, U k tu in e, Litauen, Weißrußland, Deut M k.and, Oefterreich und der Tschccho»Slowakei sowie vor. mehreren hundert Gästen eröffnet. Die Er« öWüngspede über die.Aufgaben der Konferenz hrell Sprin'zak im Namen des einberufenden Komitees. D?r. Redner sprach von der Notwendigkeit des Zn samrnenfchsusfes der verfchiedsnen Gruppen und gedachte der gefallenen Arbeiter von Galiläa. Hierauf hielt ’ der bekannte Führer des palästinensischen Hapoel-Hazair A- D, Go r d v n eine mit großem Beifall ausgenommen Ansprache.. Nach den Begrüßungen der Vertreter deL böWi'ch-zionistiichen Zentralkomitees, des Distrikts- ' koniit-ep. und des. Jüdischen Nationalrates für di« Tschecho-Slowakei sprachen Arnstein für das Lokalkoniitce des Hapoel-Hazair (tschechisch), Kaplan für die Zeire-Zion ((iddisch) und W e l t s ch, Berlin (deutsch). Begrüßungstelegramme sind unter anderem von der Leitung des Has'vel-Hazair aus Palästina, vor U s s i f ch k i n f.'wie aus Amerika, Belgien und Jugoslackien eingebauten. Dis Verzögerung des Friedens mit der Türkei' England wird Mesopotamien nicht ranmen. . London, 27. März. (Funsprüch.) Lloyd George führte in seiner außenpolitischen Rede in Beantwortung der An-> fragen Asquiths und Clhnes weiter aus, daß seine Er» - k.lärüng sich nicht nur auf die britische, sondern auch auf die Polisik. der Verbündeten -beziehe. Die Verzögerung des Friedens mit der Türkei sei bedauerlich, aber unser den vor» waltenden Uinständen nicht anders möglich gewesen. Die Ver» bündeten hatten gehofft, daß die Vereinigten Staaten das Mantzar über die Türkei übernehmen würden, konnte» daher best! Vertrag solange nicht fertigstellen, als siei nicht die Ansicht des Präsidenten Wilson er» fahren, hatten, der wieder zunächst mit dem Senate habe Rücksprache nehmen müssen. Eine Aufteilung der Türkei'vor Eintreffen der amerikanischen Willensmeinung fei daher nicht möglich. Solange die Ansicht der amerikanischen Negierung nicht amtlich bekanntgemacht sei, seien die Ber« bündeten gezwungen, den Abschluß des Vertrages weiter hinaüszuschieben. Die Besetzung von Konstantinopel habe bezüglich der armenischen Angelegenheiten sehr gute Wirkung gehabt. Amerika beabsichttge anscheinend nicht, das Mandai über Armenien zu übernehmen. Es sei zu hoffen, daß Frank» reich das Mandat übernehmen werde. Es dürfte vorteilhafte« Was Theater in Alt-Judäa. Bo» S. MeifelS. ' Nicht der Zionshügel war der Lieblingssitz Thaliens, sondern der Gipfel des Helikon. Nicht aus den rauschenden Waffern deS Jordan trank sich Thalia Begeisterung und Schöpferkraft, sondern aus den sprudelnden Quellen der Hip^-okrene. Das Theater — im weitesten Sinne — ist ein stännniger ÖiJürn, der unter, dem südlichen Himmel Griechenlands emporwüchs und die herrlichsten Fruchte trug. Auf dem Pöden Palästinas konnte er nie recht heimisch werden. In Ält-Judaa. zoh hs viele' Kultstätten^ heilige Gräber, Versammlungsorte, Bergnugungslokäle, Tanzgärten, aber ' keine ''Theater;'.keine DVMbelüstiMngen und "Schaustellungen. Äie festen Religiönsformen, die gleich eisernen' Reifen daS ganze Leben um-- xivkelten, ließen ein Bedürfnis nach ähnlichen Dingen gar nri^t eufkommen." : 1,1 . '; ° ' - ' Und doch war Jerusalem nichts welliger als eine TÄen- Ktbh in der alles pulsierende Leben erstickt, jede Freude^ »Mannt und jede Lust ausgemevzt ist. Wir wissen' vielmehr, »aß man auch in Jerusalem die Schönheit des Weibes zu schätzen^ verstand, dem: Gesang; in ausgiebigster -Mise? huldigte und vom Wein die richtige Erkenntnis hatte, daß er des-Menschen Gemüt erheitere. Es gab dort Volksfeste) aus denen eS sehr lustig guging. Die Martentänze am -fünfzehnten Sb„ die zum Zwecke der „Brautschau" veranstaltet wurden, varen . von einer echten, reinen Heiterkeit, die den Aarchg- ».alien fehlte. Selbst das Weinlaub im Haar gehörte dort nicht zu den Seltenheiten. Aber die Religion setzt: jeder Bedzstigung einen Dämpferauf. Fast möchte ich sa^en, die ^tzden in Judäa freuten sich mit Ueberlegung; sie kannwn Mau die Grenzen, wo die Begeisterung aufhört und der keusch Tv^nni, wo die Freude von der Ausgelassenheit ab» 0 Pölöst wird. Und sie hüteten sich, die Grenzlinie, zu Über, schreiten. Zudem waren sie die -Verstandesmenschen, die ge» PWE. Zwecksucher, die. LnhaltspehantLNi demgemäß war. ihnen-jede äußere Form belanglos, sobald sienicht einen wertvollen Inhalt enthielt oder einem. höheren Zweck diente. Der Schönheit der Schönheit wögen eder der Freude -der- Freude wegen rraend welchen Wert beizumessen, wäre ihnen nie in den Sinn gekommen. ./. ' . : Gerade, eine entgegengesetzte Wesensart besäßen die' Griechen. Die Juden hatten Propheten, die Griechen Poeten; die- Juden hatten Prediger, ., d^-Griechen Mednech die Juden Hütten heilige. Festtage, die Griechen diorlyfische Fest-, spiele. ... --- - Aus den Dionysiün - ist -die griechische Schauspielkunst hervorgegangen; aus dein (Dithyrambos hat nch das Drama, entwickelt. Alsodas Theater, das Drama,, die schönste aller griechischen Künste, ist aus dem Schoße des orgiasiischen alt-; griechischen Götzendienstes, geboren —■ dieser Umstand genügte für die Juden in Palästinavollständig, die Wirkung/ mit der Ursache zu verwechseln und das Theater, an 'sich: als etwas Heidnisches, Unerlaubtes, mit der Ethik des Juden- ' tums Unvereinbares, zu betrachten. Mit dem Siegeszug 'Alexanders des Großen durch - Asien begasin sich das Griechenwesen auch in Palästina ein-' zubürgern. Eine maßlose Schwärmerei für - alles Griechische ■ bemächtigte sich der jüngeren Elemente und der Hellenismus - nahm im Laufe der Zeit gerädezu bedenkliche Dimensionen an.' Unter der syrischen Herrschaft des Atztiochus' Epiphanes,' der eine Bckdsaule Jupiters. im Tempel zu Jerusalem aufstellün ließ, errichtete der Hellenist und Hohepriester Jason in Jerusalem Turnschulen nach griechischem Muster und führte die Kampfspiele ein. Das erste Theater in Jerusalem wurde durch den baulustigen Herodes' den Großen errichtet; er ließ auch in der Nähe Jerusalems ein Amphitheater erbauen, ebenso Schaubühnen in Cäsarea, TiberiaS und in anderen Großstädten seines-Königreichs. Die Herodäer scheinen eifrige Theaterbesucher gewesen zu sein: gegen HcrodeS den Ersten planten Verschwörer einen Ucbcrfall im Theater; HerodeS Agrippa starb eines plötzlichen Todes im. Theater zu Cäsarea. In Alexandrien, wo sich die Verschmelzung des jüdischen Geistes mit dem griechischen Kulturelement unter weit normaleren Verhältnissen vollzog, traj zum erstenmal ein jüdischer Dramatiker namens Ezekielos auf, der ein den Auszug aus Aegypten, behandelndes Drama schrieb. Hüben und drüben widmeten sich jüdische Jünglinge der Schauspielkunst. Kein Buch meldet von ihren Leistungen, kein Watt verzeichnet ihre Namen. Bekannt ist nur, daß der jüdische Schauspieler Alithros der Liebling des Kaisers .Nero und seiner Gemahlin Poppäa war. (Josephus erzählt in seiner, Lebensbeschriebung Kap. 8.,' er ' habe in Puteoli einefc gewissen Alityrus, einen Juden, kennen gelernt, der als Mime beim Kaiser Nero in großer Gunst stand. Durch diesen Mthrü.s wurde Josephus der Gemahlin des Kaisers, der Poppäa,. empfohlen.) . Ferner soll es im Altertum eine jüdische Schauspielerin oder- Tänzerin namens Faustrna gegeben haben. In der Dl.tertatio de lar-'s scenicis des Franciscus FicoroniuS findet sich nämlich die Abbildung des Deckels einer Graburne, der mit drei szenischen Larven geschmückt ist. Die Abbildung, läßt deutlich erkennen, daß die Larven ein weibliches Gesicht darstellen. „Der Deckel bildet ein längliches Oval, auf dessen rechter Seite eine viereckige Tafel angebracht ist; auf der Tafel liest man (in - griechischer Sprache) die Inschrift: „Hier liegt Fäustina." Darunter befindet sich das Wort Schalom in hebräischen Buchstaben und das Bild eines PalmzweigeL, des sicbenarmigen Leuchters und des Salbhorns. Daß die '. Verstorbene eine Schauspielerin' oder Tänzerin gewesen sei, läßt.-sich aus dem Embleme der Schauspielkunst, den szenischen La^ - 'n, nicht-bezweifeln, und daß sie eine Jüdin, gewesen,- zeigt das.Wort Schakom und die dabei stehenden Symbole offenbar. Wer aber sonst die Faustina gewesen, wann sie gelebt,- davon wissen wir nichts." * Die Geseheslehrer in Judäa führten einen erbitterten Kalypfgegen den Hcllenisluus. Es war keine Antikultur- - strömung, vielmehr ein Kampf zweier Kulturen: der Kampf der einheimisch-jüdischen.gegen die fremde griechische, in bcir die GesLdeslebrer eine Gerabr. iü* dsL.^lv-^ui».

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