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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-21 · Heft 418 (21.3.1920) · p. Seite 7

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 418 (21.3.1920)
Date
1920-03-21
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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«r^41» SäBie«; Wmifäff mr Größte Auswahl! Billigste Preise! S40 Leopold Steinhart, Wien, I., Biberstraße 9. -—-: 478/80 * Pathologkeder Juden, Uebet Einladung derPalästinL- Sektion des Jüdischen Medlziuervereines hielt gestern Poktor Lanel Beer einen interessanten Bortrag überdie gegenvärtigchr Erscheinungen der Nervosität beim jüdischen Volke. Cfec neurotische Zug ist ein Zeichen der Zeit, führte der tfotttüßettbe aus." Der Krieg hat nicht nur die Anomalien des, Geistes und der Seele vermehrt, söndern ist^ selbst daS Produkt des pathologischen Geistes -der Menschheit.' Die Mischen Verwundungen, denen ' der Jribe seit fast' zwei Jahrtausenden ausgesetzt ist, der seelische Konflikt, der seinesgleichen nicht hat, verbunden mit den unnatürlichen Lebensiehingungen, der bestehender^ rechtlichen und sozialen Stellung, H ein freies Ausleben des Inden -unmöglich machtj sind .Wache, der häufigen nervös 'MÄämkustg ''der^!Kind«r . . Israels. Nicht eine auf anatomischer oder physiologischer Kyundlage fußende ethnische Eigenart ist verantwortlich, Nur ftint einer radikalen Aenderung. der- Stellung der.Juden dW. anderen Völkem gegenüber ist. eine: Genesung desjüdischen Geistes zu erwarten. Die Lösung des Problems kann »t»r in zionistischem Sinn« erfolgen, Der von jüdischen Händen. - Gearbeitete Boden Palästinas 'wird nicht bloß Spekulanten und Doktoren aller ' Falitltätcn hervorbrintzen, sondern 'glu produktiven Berufen zürückfühten, /in denen. das körperlich und seelisch kranke Volk die Möglichkeit zur Gesundung finden wird. Au die -jüdischen' Eltern' richtete Doktor Wv. die Mahnung/ für eine Erftärkuug der Jugend zu^ sargen und'das häufige Hochschulstudium der Kinder, das geistigen Kräften aller entfppkcht, einzuschranken. 's.* BeHoind Wischer Kriegsveterrmeu in Amerika. In AMMahü sich «in »Hevbaud jüdischer^ Kviegsveteranen, g^- bWet, dessen Zweck es ist, neben? dem Schutze der amerikanischen Flagge und der Verfassung den jüdischen Namen reinzu halten und ihn gegen ungerechte Angriffe, von welcher LeW -Und - zu welcher Zeit -immer es versucht werdest sollte, »uz wKrteidigen. An der Spitze dev Organisation stehen sühifche Offiziere, die sich, -im Krieg« ausgezeichnet haben, Wie Maurice - S i rn in o n s-, [ Hanptmünn N. Tay l ö i * D h'i li p -p s,- Oberste Isidor I s r a e s und ° Oberst Samuel Kopetzky. Das Komitee erließ einen Aufruf, in welchem erklärt, wird, daß der Schutz der Juden gegen antisemitische ' Wgriffe niemals durch ^religiöse Körperschaften, so wirksam MM-werden^ Hme,/ wie durch die 200.006 jüdischen SokWen/ die' an dem Kriege teilgenommew und sich als' veÄWtch...sind.. pslMtveu wrwiesen^ haHM Dies .zeigte sich, ««^HiN^WkeH^W M MMMt 4'stnd Imposanten -Demon^ krirtiön. gegen 'die 'Bdgiiön Pöl,em und.. in, der Ukraine, bei istelcher hie jüdischen .Veteranen geschlossen guFmarschierben. " - - - " , Saatbvhtten und Erbsen für Kleingärtner. In der Mgatzesielle XIV., Zollrrnipergaasse 8, werden ab Momaa außer Anderen GemUesämerchen Saardyhncn zum Preise van K 12.~ pra % Kilogramm und Saalrrbsm zum Preise von X 15.- vro V,''Küogkanim an Kknigärtuer abgegeben» Borzuwerirn Miifstledskarte dts Verbandes der Schreberaartenve» eine oder einer onstrgrn Schtcoergärtncrvrganisalion (Pychrvertrag). - ^.Aewiverda." Vom 21. bis 27. Marz an Rahoweiie pro-'Kops % Kilogramm Medl- K 4.20, 12 Tekaaramm Ma ga- Vcrdandsniilglieder: Graf-Supp:uwihr^eC holländischer Klimmet »nd, Sr.. Stefan-Dovvelmal-bier.In der Abaabrstelle VIll., SchMngci platz 5, täglich vdn 2 bis 6 Uhr gegen Legi'iniaiion die 'bereits angekündigien Waren. " « Nue offene Briefs «ach Ungar». Im Verkehre nach Ungarn sind aewohnlicke imd eingeschriebene Briefe bis.auf weiteres nur o f s e 'n zügrlassen. ' . > ' .■ . W«s Alois Liechtenstein. JmBefind'n des Prinzen Alor? Liechtenstein »st keine Besserung kmgctrctcn. Der Zustand ist sehr ernst. >. „Metall««-Gold". /Die Batterie mit dem Regentogen) die beste Mömevlbrleuchiung. - Steuerfragekasteff. -B a n l b e a m t e r. Beim Mebreinlommen, das. zur Krre'gsüeuer heraugezogen wwd, werden d-e steuerst enn Dienste bezüge vrovortionell ermittelt. . A. K. 23. Für das Jahr 1919 ist in Deutschöst^reich keine Kriegssteuer zu entrichten. ''.Umsatzsteuer. Das Kriegssteuergesetz ist in der tschecho-stowakischcn R publik bcrri.s längrre Zeit in Kiaft. 6000 Kr. Bei einem E t>agniS von K 6(HÖ’— ftttb K 127 'Emkommenstemr. Besoldrmgsstcuer rst von X 6100— an m entrichten. - / Kr I.. Kau f in a n n. Es muß rin offenbarer Irrtum vorlitgen. Klären S-e Ihren Steuerreferenten hierüber auf. Vereinsnachrichten. (R,a ch r i ch t e n v 0 n B e r c i n e n e r i ch e i p r n a u S- « a h.m S l 0 S n u r a m T a g e d er B e r a n st a!tun,g.) . Heute;. B io it t ft i f ch e B e z irks f ekti 0 n Brigittenau r/B7 Uhr abends Plenarversammlung des Betbausvercinrs „Anfcktz Dar.wazedet". XX. Trmnfelsgasse 3. Tag'esvidnung: Bericht der zouistlschen B^ukssekiivn. Rei.'rtnrm: Berk Waktmanu. S. Drckstrin und. S Picker. — Organisation des »ft c di 0 l ti %" Heute um 8 Uh'' nachmittags findet im lokale, HX., Karl MeiMra're 5/1; eine X r a u -> r v e r s a m m l» n g 'ZU Ehren des Auderkens der jüngst,n Opfer in Palästina statt, «sprechen werden die Gaste aus E r e z I f r a e l.. Adolf Stand-Stiftung. Für die Adolf Stand'-Silftung bet „W>ener Morgen -i nng" nh« lteu wir von: P-rfon-'l >5vedilionsii>ma Adol -rtern, l„ K41O.— aulä lch der T-anung des Cliels H irn Adoli Stern'mi. Früulem Lola Mvwbers. Bisher emmwutev L-2S^SL Wiener Morgenzeikung Bis ErMhrung. Der Marktbericht. Stürmische Szenen in der Großmarkthalle. In der G r 0 ß m a r k t h a l l e kam es gestern, nachdem der Bcrkack des Rauchfleisches, zu dem ein riesiger Andrang derrschte, beendet war, zu stürmt sche n S.z e n e ti. weil btt Verbraucher, die Wests Fleisch, das - bekannt! ch X 7^'.—pro Kilogramm kostet?. «,cht mehr erhaben konnten, bemerkt halten. dah.be'zwr» Standen ein großer Teil des ihnen libergedenen Rauchfleisches beistitcge'chafft worden war. . Die Besitzer der - beiden Stände Berg l a s^ nnd S t e i n e r, muhten sich fluchtartig vor der Wnt des Publisums rn Sicherheit bringen. Der Bertanf dieser Menge wurde dann durch ein .Organ des .Marktam'es vorgenommen, dock konnte nur rin kleiner Teil der L'erausgeaangenen 'envrs erhalten, -da die zum Verkauf auspebcne Menge von 24.0 y Kilogramm eben für den Bedarf viel zu gering war. Sonst gab es noch teures Rindfleisch, Würste. PstrdeflelschkbnserveN nnd Corned-Beef. . Der F i s ch ma r k t vetsÜgte nur über gesalzene Schellflsche. gewäffrte .Klippstsche und. ftcr-nge in. Dostn.. - Der G e f l ü g e l m a r k t war ganz ohne Zufuhren, geblieben., , - . , k.. - ... . Auiben Grün y». a re n m 8 r.k t e n waren die Zufuhren an GärrmrgnnUst z.'cinlich reichlich, dockt richtete' «sich trotzdem d e Hauptnachfrage nrch Sauerkraut, da das Fri'chg'mme infolge der Koben .Preise für dir breiten Maßen unerschwinglich ist.--Der Verkauf von Sau e-r k r a u t fand .unter Anstellungen 'statt. Auf dcm N.rschmarkt kommen auch heute Sonntag -stttrische Aepfel uud Sauerkraul zum Verkauf. Gierzögerirng der Mehlausgabe. Jstsolge nicht recktlzriligen Eirilangens der Metzstufchübe austz Triest und - der TräH-portschw^rigkeiren auf dem nördlichen Zu-. suhrswege werden bei Ausgabe der Kochmehlrat,on in der Woche voni ' 21. bis 28. März V e t z o g e r u n g e n eintreten. Da die erforderlichen Mchlmengen bereits aus dem Wege von Triest 'm Anrollen sind, werden jedoch bis znm Ende der Woche alle .Verbrmichrr ihre Mchlwtion erhalten können. > . - .»M.achstke ,zu"- unentgel-'-lichen- Anssp-isling armer jüd'schi'r Norbedürftiger, Wien, ll, Schiffamtsgaffe 20. Nach schwnen Bemühungen ist es dem-Bereinegelikiigm. Bfl-mzen- »eit st, eng koscher zu d-kommen und wird -Nn stden zum Preise von kl,599.— pro Kilvgrvmm grgcn vorhertge Anmeldung und .Baibezabluiig täglich rn den Amtsstunden von 4 b s 7 Uhr nachmachm'ttaos, Sonntag von 9 bis »2 Ubr und 2 l'td 6 Uhr a!>- gsgeben., Diejenigen, die das F^tt bezahlt haben, können es ab Dienstag demLtz. d. M. abholcn. Kinderzubußen.-Ab Mit'wvch den 2& b. M. werden bei ixm städtüchen Abgabestellett " für Näh»rnirt>-lzubuß.'n und bei den BerschleMell'U der Korrsumeriltnorgavksat'one» an jedes Kind > bis zum 'vollendeten 'zweiien ,Jahre 1, Kilogramm. Frinmedl rum Prüfe -von & 1l.2>> p.o Kilopr>mkm und tm jedes Kchd i rn Alter von zweib-s' sechs J-.thren Kilogramm Teunvaren zum Preise . von. K 21.50 pro Kitogrämm g gen Vorweisung - der . Meblbezu-'sk.nte und Abtrennung des Abschnitts ,.53",der sprechenden.Milchkai.te abgegegen. Die Leirunaen der Konsumenten-' Organisationen wollen sich, wegen Zuweisung des Bedarfes an das Be.irkswntichaf.samt, Stelle 2. wenden. Mnrgarrneabgade. Vom?t. bis 27. März werden beiden städtischen Butteradgabcstellen p>o P.'rwn iS Dekagramm Marganne zum Preise von X 12.72 gegen- Abtrennung des „tt"-Abschnitt-s Nr. .184 und der beiden Abfchn.tie Nr. 184 für mchtiatzomerlcs Fett drr Fetttarl'e'auZgegebcn. Literatur u. WUeuschaft. Heinrich Loews: Schelme und Narre» mit jüdischen Kappen. (Dre Weltbiicher, Band 8.1 Weltve, lag. Berlin >920. Em lustiges Büchlein, daZ von Euleriipiegeleren, Scbelmen- und Narrcustrerchen im jnd scheu Osten erzählt, von d-'n jiid.scheu Schildbürgern in Chelm und and rwärks. Herschele Ostrovolier, ein jüdischer Vetter Eulenspreg ls, übt feine Stterche. Ist mit flitstem Witz ber der Hand. C o wenn er emem armen Jescki wah jünger wünscht, Gott möge ihm eine Kille nut drei'guten' E>gen»' schäften schicken: schon, reich und me'chlge.. »Wozu auch noch meschige?" — fragt d'v Boches »Harr, wenn sie schon und reich ist und dch ninnltt, rst sie sicher-me'-chigcf — anitvörtet Herschele. Und tnfft damit einen iüdischrn soz alen Miüstaud ins Herz, Die He, Vorhebung der gesellschaftskrUrscheu Tat'gke«tdieser Schelme iowre der B-.idschonim von - der Art G»ajdikers. - die nicht ohne Wirkung blieb, dätle v elle-cht dem Büchlein mehr Rerz gegeben als die wohltv.ollend gelebrtgewichtigcn Hinweis' am die Beziehungen zur -Weltrchwankliteratur Dam't wäre auch mehr jüdisch-vrigmrllrs Schwankmater'al m dos BuMcrn gekdmm'n als jetzt darin »st Doch wrrd auch m dem Wenigen viel KÜitliches geboten und --- »ras dankbarst anerkannt sei — gut nachrrzählt. und wer stch einwcnlg der jeingeichltsscn kaustischen Art des echten jüdischen Humors freuen will, komm: hier oft auf seine Kosten. 7tz. — Dr. Oskar Donath: „Ans Lh. G. Mafarykö Lebr»." Mit Proben ans seinen Werken. Brünn. Polygraphia. In die'er GelegenheitSschrist r.um 70. Gebmisiag Masartzks eniwirck der Berfaßrr unter ZugrundelegNiig des lschrchrschen. Wertes von Dr. I.' D o 1 e z a 1, ^Masarvks VebenSweg", ein liebevoll gezeichnetes V,ld die>er sinaulareu Per'ölrlichkeir, welches chic ver-ch.ebenen Seuen semes Wesens.dieses vielie t'geu und doch innerlich so geschloßerien Mannes ins rechte L cht rück. Proben aus Mmaryks Schriften ergänzen dre Darstellung in dankenswerter Weue. Das Büchlein wird dem jüdischen Leser über 'Ma'a'pls sittliche und. meuschl'che Periönlichkeit vrele Älusichlüsse geben, zu bedaue:n ist nur der holie Prets (10 tschechische Krönen), der erner weiteren Verbreitung nicht eben fvrderlrch sein dürste. - — Lu. Jakob Schaffner» Die Weisheit der Liebe. Leipzig, Grethlein & Cv., 1919. Wie Bernd" oder ..Der Engel'virt" von Emil Slrauü rst auch das vorliegende Huch erne Ehebruchsgeschrchte. d.r zwrschen drei braven Menschen spielt, unter denen die verratene, echt mir'te'l'cde Frau der wertvollste rst.- Ab-r Schaffner, dem wir schon manche schöne G ihe danken, komplimrt sich die zwischen b ffc'en Berliner Arber ern vorgchrnde Handlung, indem er den drei Menschen, die zu lieben wißen, eine zwecke Nicht m nder auständige Famck e grgenübrstellt. die daran zugrunde geht, daß rhr diese »Weisde t der Liebe" mangelt. Mit liebevoller Kle nmckerei vcr'enkt stch kenn auch der Dich'rr in d e Seclen seiner Periouen. d e gar nicht so e nfckch »iid geratl'N'g stad, als man bet ifjrr Bilduuas'ch chi vo aus ctzen n-vchte. ja. er stkbt w t vrelle ckst. etwas, zu v >1 deuteii? 'in Elltä stab beftänd g n-cki u ihn n, um nur i-r kern M'i^ver nän n s austvmimi» zu laßen- In, üamrn mr eutschiedru wertvolles BuL. N. m.mMvm' «Brr Or. Salo Baron: Dia Jadenfrage auf dem Wiener Köngres«, nk.M.it. geb. M. J4 Böda (6r. Fritz Lü.fmer): Ecce Ego, Gedichte, geh. M. 3 Max Srod: Soxiaiisimis im Zionismus, geh. M. 7, ged. A. 10 . Brune Frei:-Jüdisches Elend in Wien, geh M. 9 Israel TunW": Der jüdische Pionier in Erez Israel, geh. M. 1.-40 ■ MeTr WUner: Messias, drei Dichtungen, geh. M. S, geh. M. 10 7093 B J/»wit Verla^Wi'en, ].,FIeiscIimarkt 1 ere neuen Bücher 1 m i» 1 TiiTi iTi mTmi1 in 1 nTin in im'im iiTT 1 luTTfiTTmuit iuiiuiuiu» Zur Verbreitung des richtigen Verständnisses für jüdische Musik beabsichtige ich, -einen diesbezüglichen KÜKS' zu eröffnen. Reflektanten, wollen sich zwischen 3-6 Uhr nachmittags in meiner Wohnung melden. Honorar gering. HERMANN EHRLICH, Musiki Professor, Wien, II., Krumbaumgasse Nr. 10—14 Bühne und Kunst. Deraattsemitifche Psttzuer. Hctns Pf'itzner, dessen Oper „Palestrma" auf wertvollere menschliche Gesinnung ihres Verfassers schließen ließ, als sie eben jetzt zutage tritt. Hat vor kurzem eine Schrift veröffentlicht, die unter dem Titel »Die neue Aesthetik der musikalischen Impotenz" ' maßlose Beschimpfungen gegen die Vertreter der modernen.Richtung in der Musik schleudert/ Ju'sbesonders Paul B e k H r, der Musikreferent der »Frankfurter»Zeitung" hat die Ungnade Pfitzners zu spüren 6e«" kommen. Gegen das bedauerliche Pamphlet hat sich nun-der Angegriffene in den ,,Musikblättern des Anbruch" zur-Wehr gesetzt und wir geben nachstehend jenen -Teil dxr Gegenschrift wieder, die -. sich mit den' antisemitischen AeußerrrNgen^. Pfitzners befaßt. Man sieht daraus, daß'selbst in der Debatte', ' über Kunstfcagen der JudLnpunkt noch immer eine "RöLtzspielt, wenn alle anderen Kampfmittel' versagen. Kaul/ B e k k e r schreibt: . »Seine (Pfitzners). Beweisführung beschränkt' sich auf einige, hie und da eingestreute unflätige Schimpfworte '-^urrd. gipfelt in dem schonen Satz: «Wer das nihilistische Geseires seiner (das' heißt also .meiner ..Frankfurter ZeiLnngs"-Lieü» . lrnge für die 'legitime Nachfolge der Werke Beethovens und. Wagners halt, der kann geschissen nicht von gemalt unterscheiden." Das ist sozusagen das' Wesentliche, in. ebenso.,, plastischem wie anmutigem Ausdruck gegeben,. - Doch auch dies ist. noch nicht 'alles. Die. Beschmutzuntz . ungenannter, . nur zuerahnend.cr Künstlernamen -ist eins-' heroische Kraftpose von zweifelhaftem Wert, Also greift man ■ zur politischen. Verdächtigung, denn damit ist -im heutigen Deutschland der sicherste Effekt/zu erzielen. Und-so. schreibt? Hans Pfitzner: «In der. Schmach und dem Frevel der Revotution erlebten wir mit Trauer, daß deutsche Arbeiter, deutsches Volk sich von russisch-jüdischen Verbrechern anführen ließen und ihnen eine Begeisterung zollten, wie sie sie noch ietneiu ihrer deutschen Helden: und Wohltäter gönnten.. In der, Kunst erleben wir, daß ein deutscher Mann aus best Volke, von.so scharfem Verstände und reichem.Wissen, wie Herr Bekker, der wohl geeignet wäre, einem sozialen Institute, als künstlerisch-organisatorischer Leiter borzustehen, die> inter» national-jüdische Bewegung in der Kunst leitet". Ich bin ihm, also> eine/ Art musikkritischer Rade! und „leite" eine international-jüdische Bewegung. Wie diese Bewegung eigentlich aussieht, auf wen sie sich stützt, bas . zu sagen, hat ein. Hans. Pfitzner nicht nötig, die Verdächtigung als solche genügt. Unter den von mir propagiertert Musikern sind vorwiegend Deutsche, darunter allerdings zwei "Juden: Mahler und Schönberg» daneben aber auch zwei Nichtjuden: Bruckner sind Schreker. Indessen: Jude oder Nichtjude, das ist einerlei. Der Aesthe» tikcr der musiialischen «Potenz" hat über diesen Punkt ganz besondere Artsichten. «Der,Grenzstrich der Scheidung in Deutschland geht nicht zwischen Jude und Nichtjüde, sorcdern zwischen deutschnational empfindend und international emp--. findend." Also: der Jude ist Nichtjude, sofern -er deutschnational empfindet, der Nichtjüde ist Jude,-sofern er,-nicht deutschnaiional empfindet. Herr Professor. Hans Pfitzner aber allein hat das Patent'-für deutschnationales Empfinden. Woher? Törichte Frage! Er hat es'eben, er sagte es ja selbst! Daß über dieser pfiffigen Sophistik die ganze Rassentheorie elend in die Brüche geht, macht nichts. Hauptsache 'ist, ' daß tnan mit dem Wort ^.jüdisch" jetzt ein neues» deklassierendes' Schimpfwort gewonnen hat, das man jedem entgegenfchwudern darf, der nicht »deutschnational" im Pfitzner-Stil empfindet. - y Es ist wirklich weit gekommen mit uns, wenn ein «rrtst» Hafter Mann und Künstler mit solchen grotesken Ausführungen an die Oeffentlichkeit zu treten wagen darf, ohne ein allgemeines Gelächter befürchten zu müssen. Jüdischinternational ist also jetzt nur noch. Gesinnung^skennz eichen. Nun gut, ich nehme diese Gesinnungscharakteristik an, denn ich weiß mich nicht nur von dem engbrüstig hysterischen Nationalismus Pfitzners iveit entfernt — ich weiß mich auch mit meinem «jüdischen JnternationaliZmus" in! sehr guter Gesellschaft, in weit besserer, als Pfitzner sie Mir j jemals zu bieten vermag. Der «jüdische Internationalismus", 1 für den ich in meiner Kunstkritik eiutrete — und auf cti&emi

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