Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 418 (21.3.1920)
- Date
- 1920-03-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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C 'fistelt, eurnttttf' -... — Tagesbericht. r Marge« Wiederaufnahme des Dahn» »erkehrs. Die Staatskorrespondettz verlautetr Bo» Montag den 22. März an wird der Personen- und Gepäksverkehr auf den österreichische« Eisenbahnen in dem gleichen AuS» «atz wie vor der Verkehrssperre wieder aus- »nfgenommen. PersonenzugSverkehr auf der West« und Kranz Josefsbahn. Die Staatsbakmdirclüon Wien teilt mit: Jeden Montag db 92. März verkehrt von 8Hren-Westbahnbsi bis Salzburg rin Frrnvtrionrnzug mit Äl'fahlt von Wicn« Wcsibahnhos um 7 llbr früh und iN der Gegrnnck tnng jedcn Dirnsrag ab 23. d. M. rin Frlvverson Nmg mit Ankunft m Wic«-A?estbahnhof um 9 Übt 45 Min. abends. Wlenetz ErgenzENA«^ Eingesendet. SADONä und Werkstätten für MODERNE DAMEN- U. 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' Der Jüdische Rationalrat für Orsterre.ch versendet folgenden »Ufrnf: DaS Mische Volk, bas nach ssinet Vektreibünl Nus feiner historischen Heimat immer mehr vom Boden des Handwerkes und der Landwirtschaft ab- und in den Handel «nd die freien Berufe hineittgedrängt wurde, steht heute mchezu außerhalb deS Produktionsprozesses und ist nicht zum mindesten aus diesem Grunde Objekt des leidenschaftlichsten HasseS. Die Erkenntnis dieser Lage Und ihrer Ursachen hat den Jüdischen Nationalrat Deutschösterreichs bet« »»laßt, das Uebel bei der Wurzel zu Packen und mit den Ursachen auch die Wirkungen zu beseitigen. Neben seinem Schulamte, dem sozialen Organisationsamte» schuf er daS . Mische Gewrrb.fö drrunzSaWt, besten Aufgabe es ist, im Wege der Berufs Umschichtung bis Juden in Deutschösterreich allen Gewerben zuzuführen. Zur Erreichung diese- Zieles erteilt das Amt in seiner Bern fsberatungsstelle Rat bei der Wahl eines Kerufes mit Rücksicht auf angeborne und angeeignete Kenntnisse und Fähigkeiten, materielle Aussichten und nicht ßvletzt im Hinblicke auf die Bedürfnisse Palästinas als der oufzubauenden Heimstätte der Inden. Nicht mit Rat und Aufklärung allein begnügt sich daS Amt, es vermittelt auch nnentgeltlüh zwischen arbeitgebenden und arbeitsuchemden Stellen und sein Arbcitsimchweis hat sich schon in vielen hunderten Fällen ganz ausgezeichnet ikwährt. Vorausfchung für alle diese Arbeiten ist die organisatorische Erfassung aller jüdischen Gewerbetveibenden und Industriellen. Zu diesem Zwecke wurde ein Verusskataster angelegt, der bereits mehr als £2,000 jüdische Handwerker, Ingenieure, Industrielle und Techniker, überhaupt alle jene Berufe umfaßt, die ünmittelbar der Produktion dienen. DaS Amt hat ei ne A b- Heilung für technisches und landwirtschaftliches Bildungswesen eingerichtet, welches technische Kurse einrichtet und Lehrwerkstätten gründet. Die erste Lehrwerkstätte, dieSchlosferwerkstät te imdrttte » Bezir k e, ist bereits eröffnet, die Vorarbeiten für die Eröffnung der Werkstätten für Elektrotechnik und Nechan ik sind geleistet. Kultusgemeiride Wien hegt für Statistik offenbar keine Vorliebe. Denn eS gibt in diesem Amt '**• das fei hier nach feem Buche von Frei mit Vergnügen festgesteltt Überhaupt keine Statistik Über die Wiener Judenschaft. Man begnügt sich mit den Stcueramt-Nachweifen, die nicht steuerfähige Judenschaft scheint „höheren Ortes" nicht zu interessieren. Wohl verlautet, daß die Schaffung eines statistische« Amtes in Erwägung gezogen werde — aber Gottes Mühle« mahlen tangsakn, auch in der Seitenstettengasse. Dieser Umstand allein beweist, wie gering das Verständnis für eine moderne Sozialfürsorge bei der Kultusgemeinbe ist. Andere Maßnahme« bestätigen diesen Mangel. Die Armennnstalt der Kultusgemeinbe hatte im Jahre 1918 an Einheimischdurchschnittliche Unterstützungen von 16 lkrottöN pro Falk, an Fremde von 6 Kronen 40 Heller, verteilt. Das heißt Menschen zu Bettlern hetübwärdigen, übe« nicht Fürsorge üben. Natürlich darf man de« „Nutzen" eine- AncheS vom jüdischen Elend nicht überschätzen. Man heilt die große Krankheit nicht mit Rosenduft und Moschus. . . Man heilt sie auch nicht mit wilden. Angriffen auf alles Bestehende und mit noch so gut gemeinten Warnungen und Mahnungen. Aber ein ernstes Merkzeichen kan» daS Buch werben und als solches verdient es, feines redlichen ernsten Wollenhalber auch gewertet zu werden.! Freilich — die, die es siMtttch angeht, werden daS Buch nicht lcsen. Alle die Lauen und Stumpfen, die Gleichgültigen und unentwegt Znsrtedrnen, die werden vom Glend bet Juden, bas sie umgibt, wie von allem Übrige» Glend auch nichts lesen wollen, Sie geben dem „blinden Bettler t» bcc Produktenbörs:" lieber einen ZwanZkghekler-SchStn, statt sich darum zu bekümmern, in welcher Höhle er haust, fjlftb find hochbefriedigt von der eigene» Vortrefflichksit. i Klara Rautnsr. Merken Sie sich H die Adlergasse Nr. 4 Dort können Sie Ihre Juwelen gratis elnschäteen lasse«. Fflr RrilltlflPerlen, Gold, Silber, Platin, falsche U1 112 & 11 IC 11 Zahne ralüs die höchsten Preise. Ein* ufid Verkauf von I #» w* #41 Schreibmaschinen. *#» L^cHIQv» Zahnarzt Dr. M. Doller ord.niert IV., Paul An e ga*«e 8, Me*atnm vis-a-vis der l’attlanerkirche Sprechslunden 9—12 und 8-6 Uhr ffi Telephon 68*1*88 Grete Weizmann geb. Löff Urtg. Hradisch Josef Weizmann Wien ^mpfeh!?ii sich als! Vermählte Wien, im Mir» 1920 $it «Ktd&rtg fftt mtdtctrfltfiw grünbet Urbeiterheime und schafft den Arbeiter» bessckp moralische und materielle Arbeitsbedingungen. Die Abteilung für LchrlingSfÜrforge führt «Ne jüdischen Lehrlinge evident, sorgt für deren UttfctV Bringung bet Meistern und für berufliche und moralisch« Weiterbildung, gründet Lehrlingsheime und sucht den Lehrlingen günstige Üebensbebingungrn zu bieten. AS ist selbstverständlich, daß ein jüdisches Gewerbe« förberungsamt Rücksicht nehmen muß auf dt« Probleme der vrfledlüng Palästinas. Gerade in dieser Richtung kommt diesem Amte eine ungeheure Bedeutung zu. Wien ist auS psychologischen Gründen Und infolge seiner geographischen Lage ein Anziehungspunkt für die Juden de« östlichen Länder und wirb — was sich schon heute zeigt *** in hohem Maß die Durchzugsstation für die Auswanderer nach Palästina fei«. Der dadurch sich ergebende freiwillige oder Unfreiwillige Aufenthalt der Auswanderer soll auSgefÜllt worden mit de« Erlernung irgendeines tn Palästina notwendigen Handwerkes, so baß die von hier nach Palästina Wetterzteheüden als geschulte produktive Arbeiter nach Palästina komme» werbe«. Soll baS jüdische GewetbesöederungSamt baS ihm gesteckte hohe Zi«l erreichen, fo ist Mitwirkung der breitesten jüdische» Oeffentlichkeit unbedingtes Erfordernis. Darum ergeht der Ruf an alle Juden, denen bas Schicksal deS jüdischen TotteS am Herzen liegt, bis Bestrebungen de» Amtes zu fördern. Jü. Ische Etter«! Führet «ne fchulentivachsenon Sinder mehr als bisher de» manuelle» produktive» Berufe» z» und Sicht allein de« geistige« Berufe« oder dom Handel! Schicket eure S'uder zu unserer Berufsrnutnngsstekke! Jüdische Handwerker und Jttbustrislle! Gebet »- soweit ihr es «och nicht getan habt «*- eure Adressen bekannt und bedient euch unseres Arbeitsnachp WeiseS! Gebet alle durch Beistettunz der Geldmittel dem Amte die Möglichkeit, seine hohe» Ausgabsn. zu erfüllen, die groß» Zahl der jÜbischenAeöeit 81 osenproduk» trven Berufe» zuzuführe», de« Sfjentktchen und private» Wohltätl gkott zn entziehe» u«d die gegenwärtige abnskmale wirtschaftliche Struktur des jüdischen Bökkes eine« Ge» sundung znzuführen, dt« nicht zum wenigsten auf das Berhältnls der Jude» zu ihre« nichtjüdische» Umgebung wohltuend wirken wird, Für da« Präsidium de- Jüdischen Rationalrateßt Dr. Adolf Brand. Abg. Robert Stricket, Jür die Leitung des GewerbesärberungSamteS: ^ierunLäraL Ing. JosLf Löwtz, t\. Wtft) 1920 M «» Spenden sind an da- Gewerdes-rberungSamt des Jüdischen Nationalrates, Eie», $, Bezirk, Laborstraße Nr. 20 a, zu. richten r Die Schlosserlehrwerkstätto des jüdische« UmtU» fSrdetungSamtes übernimmt alle Arte» von Schloffevarbeiten (Neuanfertigungen und Reparaturen). Aufträge sind zu richten an das jüdische Gewerbesördernngsamt, Me«, 2. Bezirk, Taborstraße Nr. 20«, Telephon ät-6-80, oder direkt an bin Wertstätte, 3. Bezirk, Apostelgasse Nr. 33. Bestochene Ofstziete. Schied««,e» bei« li,«itzieee«dea L0l»1fchaft»stad EiMSnir», Ans Ersuchen der liquidierenden Kriegsmintst«riümS werden vom DicherheitSbureau seit einiget Zcit Erhebungen Übdr die TLtigteLt der österreichischungart.'chkn Abteilung bcS liquidierende« DirtschaftSstabe- Rumünien in Berlin gepflogen, welche eegabrn, daß seitens einzelner Organe Unregelmäßigkeiten vorgekommen, beziehungsweise, daß Bestechungsgelde« bet Geschäfte« des Wirtschaft-- stades Numäni n mit einzelnen Firmen 1« Rumänien Und b?i Liquidierung von Forderungen -sterreichischun^arl.cher Gläubiger empfangen worden sind. Auk Grund dieser Erhebungen, welch« auch in München und Berlin fortgesetzt wurden, wurde» verhaftet: Der Mililät-Untrrinentbant,Kranz Zack«, de« seit Jänner t I. in München eine Giellung als FabrtkSdLrekwr angenomm::r hatte» der ehemalige Leutnant Max Ko dar. Vertreter, der seit End« Dezember v. I. Leiter dev österreichisch-ungarischen Abteilung in Berlin war, der ehemalige Oberleutnant Richard Keil, Kaufmann, 9. Bez., Glaserga'se L, zuletzt Leiter der Exposituv Wien d«S liquidierenden Wirtfcha-tSstabeS, der gewesen« Hauptmain Kurt Brot merket, Ingenieur, S. Bez., Strcichsrqafse ü wohnhaft, der ehemalige Oberleuinant Paul Loh mann, Kaufmann, 4. B.'z.» Guhhaustraße Nr. 83. Die Erhebungen ergaben weiter, daß der Bankier Alfred Rubin stein teilweise durch Devmt t"ung sein.'S GchwagsrS Wilhelm Kux, P.ivatier, 7. Bez.» Badhausgaf.'e 82, größer« Bestechung-gelber an Zacke, Feil und Brvtmer'el bezahlt hatte. Kux wurde? daher auch verhaftet und dem Landesgericht« singeliesert; desgleichen der Kaufmann Samuel Pol tat» tm Hotel Graben wohnhaft, der Geschäfte mit denv WirtsrhaitSstab Rumänien abgeschlösfe» und dom Zacke und Brotmerket Geld gegeben hatte. Bei de« genannten Personen wurden Barbeträg« und Guthaben im Werte von mehreren Million«« teils beschlagnahmt, teils sichergestellt. Äeichsstvnferenz de- Jüdischen Natlonaffonds. Auf yeranlaffung de» Hauptbureau» deS Jüdisch« Nationalfondim H a a g wird für Sonntag den 3^ 2R<h$, präzise 9 Uhr vormittag», eine ReichSkonferenz de« Vertrauensmänner und Kommissäre de» Jüdischen NattonalfondS fü« Deutschösterreich einberufen. Di« Konferenz wird im Gltzungksante de» Jüdischen Nationalfonds-Bureaus» Wien, Zirlusgaffe 83, ftatifinden. Tagesordnung: t. Bericht Über die NattonalfondSarbeit in Oesteerelch im Jahre 1919: Generalsekretär Dr. Egon Zweig. S. Die Aufgabe« des Jüdischen Nationalfond» in Palästina: Adolf Böhm. S. Orga« nisation und Propaganda: Adolf Polkak, Sekretär de» Hauptbureau» des Jüdischen Nationalsonds im Haag, 4. Kontingentierung und Budget für 1920: Sekretär Ing. Samuel Nußbaum. 6. Eventueller. Die großen Aufgaben, welche dem Jüdische« Nationakfond» unmittelbar bevorstehen, erfordern eine gründliche Um- und Ausgestaltung der gefamtew Werbe- und Sammeltätigkeit. Diesem Zweck dienen nachfolgende Thesen, welche der Konferenz zur Beratung und Beschlußfassung voegelegt werden sogen. Weiter« Anträge sind bi» zum 26. d. M. hier einlagend einzureichen. Die Lichtig-- felt der Tagung erfordert unbedingt di« Teilnahme aller maßgebenden Funktionäre des Jüdischen Nation «lfonds. Orte, die im Jahre 1919 mehr al» 100b Kronen fit» den Jüdischen Nationalfonb» abyrführt haben, find berechtigt, je zwei Vertreter zu entsenden. Da» Direktorium, beztebung»- weise Hauptbureau deS Jüdische« KattonalfondS hat einen eigene» Vertreter aus Haag zur Reichskonferenz delegiert. Anmeldungen zue Anteilnahme an dieser Reichskonferenz infoferne nicht direkte Einladungen «gangen sind --- nimmt dis Zentrale de» Jüdischen NatiünalfondS für Oesterreich» Wien, 2. Bez., ZirkuSgasse 33, entgegen. Mdischer Frementstz In Pvag, Äm IS. und 1ä. Mörz sank» tn Prag bk erst« Wägung beS Verbandes jüdischer tzraue» in der Tschecho-Slomakei statt. Referat hielt«» Krällksin Bertck Püppenheim, di« Präsidentin des Verlader für jüdische Ftauvtt in Detrt'chland, welche über bis fvztälttr Aufgabe der jüdischen Krau sprach, wsjterS «fecteri« Mist Gerberbing englisch Über KittdMr.'org» und 9fmu Irma Pvttak Über Ausgabe» der jüdischen Feaw SilS den «istü'iete« LLtigkeitSbettchttn ist zu entnehme«. Hi tinrnentttch Ste Bkünner Ortsgruppe sehr aktiv ist. Gl« hat bereit- S00 Kinder» den Aufenthalt auf dem Lanbe ermöglicht,, «ine WSemestube eröffnet und vka»L die Schaffung einer ÄrdeltsnachwetSstette für lidjsche Mädchen, di« Errichtung von Schrebergärten, bi« Gtüildustg tmb Jugenbh«im«S ufto. Mch auf dem GeLlste det Erziehung betätigt sich die DeÜnner Frauen, vrtögruppe mit Erfolg. Weniger erfreulich kautet der Prager Bericht. Hervorgehoben sei der Beschluß, eine landwirtschaftkich« Mädchenschule zu grüw den.. Lran .Cnael,. Krag, bcLonte £& LLvem Nieral