Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 410 (13.3.1920)
- Date
- 1920-03-13
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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M. 410 Dien, Slnnrlag Ävisner Morgen,erenng iS. MSrz 1920 majrtjtnf n Größte Auswahl! Billigste Preise! Leopold Steinhart, Wie», I., Viberstraße 9. v i —-—■ -«.yri/HO -. -- -- — «widerte Gemeinderat Dr. Plasch!es diesem antisemitichen Hetzer. , .> Als , Mitglied der Kommission zur Ueberwachung der tädtischen Wohltätigkeitsanstalten habe ich die traurige Ge» egenheit gehabt, mir das Kinderheim in der Siebenbrunnenpsse anzusehen, die notwendigen Verbesserungen festzustellen, md deshalb kann ich das, was der Herr Referent hier gesagt lat* nut unterstreichen und aus tiefstem Herzen wünschen, »ist alles, waS künftighin in unserer Stadt für arme Kinder ßschieht, in der. vorzüglichsten Weise gemacht wird, daß die' jluSstattung des neuen Heims, das an die Stelle des Zentral» tndertzeimS treten soll, . so gut »st, wie, dies bei unserer xaurigen finanziellen Situation möglich erscheint. Ins- «sondere sind die Beträge, welche, für die Inneneinrichtung ingesprochen werden, durchaus gerechtfertigt. Für unsere zinder ist das Beste gerade gut genug. 'Denn es geht gewiß nicht an, Waisenkindern, Kindern, Ae ganz verlassen sind, irgend etwas abzuzwacken. Deshalb rrkläre ich, eS ist die unerhörteste Tat, öffentliche Einrichtun- ,en, die für Waisenkinder welcher Art immer bestimmt fittb, Heft zum Gegenstand einer politischen, einer antisemitischen ttede zu machen und so das Niveau der christlichsozialen Partei heben zu wallen. So kommt man auf den Hund!, Gr» neinderät Glasauer hat, wie ich gehört habe, bezüglich der vaumgartner Baracken erwähnt, daß dort jüdische Waisen- ÜNder angesiedelt werden sollen und daß die Bevölkerung fieser Bezirksteile den jüdischen Waisenkindern nicht grün lst. Ich glaube, die Bevölkerung von Hietzing und Unter- Meidling ist christlicher, jedenfalls anständiger als her christlichsoziale Gemeinderat. Jüdische Waisenkinder find durch Mittel des jüdischen amerikanischen Hilfskomitees so unterjlehracht, daß Vizebürgermeister Wfnter anläßlich einer Besichtigung die Anlage und Einrichtung der Kinderbaräcken in Saümgärten gerades als'tadellos, mustergültig, hervorragend gezeichnet und der Leiterin innigst gedankt hat. Da rrksthnt sich ein Dr. Glasauer angesichts solcher Tatsachen, eine antisemitische Brandrede zu halten, der Christ, der die llindlein zu sich kommen lassen sollse! Er hat die jugoslawischen Judenausweisungen, die Bela Kün und die jüdischen Waisenkinder in einem Atem genannt. Die Vertretung,, die rr dev Hietzinger Bevölkerung in. dieser Form angedeihen ließ, wird den Beifall seiner anständigen Wähler nicht finden. Man muß auch über die. Verweigerung von Gewerbeschernen an jüdische Gewerbetreibende durch den Laibacher Stadtmagistrat sprechen, aberals anständiger Mensch gleichmehMtrachtig wie jeder, andere Stadtmagisträt, der dieselbe Praxis befolgt, unL^ diese " Handlungsweise der Wiener Gemeinde empfMen zu -wollen, ist:eine kiMsche Böswilligkeit, die, Herrn Glasauer ganz ähnlich sieht. Wir verlangen ber Kew^rhMvleihungen gewiß keine Bevorzugung von Juden, ober.. .bsnachteiligev lassen wir unsere Volksgenossen nicht! §in^Schände sondergleichen, nicht bloß 'ein. Bruch des Staatsgrundgesetzes und des Friedensvertrages wäre es, im Ernst beantragen zu wollen, Juden als Gewerbetreibende zu beeinträchtigen, mcht weil ihnen gesetzliche Vorbedingungen mangln* soydem nur weil sie Juden sind: Das wird auch ein gerechter .Christ nichtdulden. Solche Dinge zu reden, war Herry "Glasauer Vorbehalten, der jede mögliche und unmögliche Gelegenheit benützt und in jeder Baracke hermnschnüffelt, um.semen Antisemitismus zu betätigen, von dem wir übrigens gär nicht wissen, ob er durchdie Ahnenprobe gerechtfertigt ist, ob er mit der Llhnengalerie und mit dem Aussehen 'des Redners übereinstimmt. (Stürmische Heiterkeit links,'Zwischenrufe rechts.) Ja, ja! Auf diesen antisemitischen Klotz gehört ein grober jüdischer Keil,, und Herr Glasauer, der eben im Wirtshaus sitzt,, soll erfahren, wie man über seine Heldentaten denkt. Gott sei dank,, da ist er ja, der Herr, der einen Zusammenhang zwischen den jüdischen Waisenkindern in Baumgarten, den, Judenverfolgungen in Jugoslawien und Bela Kun herstellt und an jeder Baracke fernen Antisemitismus befestigt. Diese Unanständigkeiten : müssen wir sestnageln. t- Jm übrigen werden wir für den Referentenantrag stimmen. (Lebhafter Beifall.) Ihm erwiderte Dr. Glasauer: Ich möchte darauf verweisen, daß Herr Dr. Plaschkes eigen „Dreh" gemacht hat. Ich habe.mich mcht dagegen ausgesprochen, daß jüdische Waisenkinder nach Baumgarten kommen. (Gcmeinderat Doktor PlaschkeS: Aber gcngan S'. Jüdische Waisenkinder sollen dorthin' nicht gegeben werden, weil ihnen die Bevölkerung nicht grün rst! Co steht eS im Protokoll.) Ich möchte Herrn Dr. Plaschkes zu seiner Beruhigung sagen, das -ist auch der Wunsch der Wiener jüdischen Bevölkerung. Ich könnte mit Namen dienen, mit Namen von Hiehinger Juden, aic mir gesagt haben, warum lassen Sie sich das gefallen. (Gemeinderat Dr. Plaschkes: Das. sind ebenso gute Juden, wie Sie ein guter Christ sind, und wert, von Ihnen vertreten zu werden. Wenn man sich an Sie wendet, kommt man schon an den Richtigen! .Heiterkeit.) Es gibt also auch Juden, die soviel Einsicht haben. (Gcmcmdcrat Dr. Plaschkes: Denn die Dummheit macht leider nicht bei Ihnen halt!) Ich mochte noch etwas Vorbringen. Herr Dr. Plaschkes hat auch gemeint, daß meine Abstammung vielleicht nicht ganz rein ist. Nun. die Ahnenprobe ist ein überwundener Standpunkt. .aber in den Pfarrbücheru von Obcr-St. Veit steht es seit Jabrhundcrten. daß mir Glasauer nicht aus dem Tempel find. (Gemeinderat Dr. Plaschkes: Aber. Pfarrbücher spielen doch keine Rolle, das Aussehen ist die Hauptsache.) Doktor Plaschkes wird nicht beweisen können, daß ich nicht in die Reihen der Antisemiten, sondern in die Reihe der Zionisten gehöre. (Gemeinderat Dr. Plaschkes: Nach dem Aussehen gehören Sie zu uns, nach dem Verstand nicht!) Das wollte ich nur persönlich bemerken. (Gemeinderät Dr. Plaschkes: Aber die Nase!) Plattfüße habe ich keine. (Gcmeinderat Dr. Plaschkes: Von den Plattfüßen weiß ich momentan noch nichts, aber das mit der Rase steht fest! Stürmische Heiterkeit.) Für mein Anssehen kann ich nichts. (Gemeinderat Dr. Plaschkes: Aber doch hetzen Sie gegen, die Juden! Wenn wir zwei nebeneinander stehen, wer weiß, wer da für den Christlichsozialen angesehen wird. Erneute stürnirsche Heiterkeit-) , Eine Jat-rpeklatto« der Jnd'schnattonalcn weg« Beeweigrrr ig von F-ahrtbegünsitgungen für Kriegsblindc. Zu Beginn de« Sitzung brachten die Gemeinderäte Dr. Ehrlich und Genossen wegen Verweigerung von Fahrtbegünstigungen für Kriegsblinde auf den städtischen Straßenbahnen folgende Interpellation ein: Vier Kriegsblinde, die im ' Krlegsblindenheim, 19. Bezirk, Rudolsinergasse 22, das Korbflechten, erlernen,, haben um Bewilligung von Fahrpreisbegünstigungen auf den städtischen Straßenbahnen angesucht, welche Bitte von der Direktion der städtischen Straßenbahnen unter Hinweis auf einen Stadtratsbeschluß abschlägig beschuhen wurde, weil die vier Kriegsblinden polnische Staatsangehörige seien. ... Es ist wohl richtig, daß nach dem zitierten Stadtratsbeschluß Fahrprcisbegünstigungen im allgemeinen an Ausländer nicht erteilt werden und daß auch bet Kriegsbeschädigten im allgemeinen die gleichen Richtlinien anzuwenden sind. Dis Fassung des Stadtratsbeschlusses, ist jedoch eine solche, daß sie ohne weiters billige Ausnahmen von den aufgestellten Regeln .zuläht, und wir haltendes deshalb für ein schweres Unrecht, wenn das Ansuchen von vier Kriegsblinden, die einü Invalidenrente von drei Kronen ltäglich beziehen und denen bei ihren gewiß seltenen Fahrten die. unantgeltliche Benützungder- Straßenbahn zu vergönnen ist, unter Hinweis auf diesen Stahtratsbeschluß abschlägig beschieden wird. Indem wir noch darauf verweisen, dass dieser Standpunkt in einer Zeit,/in welcher das Ausland, sich unserer Armen mit -soviel rühmenswerter Menschlichkeit .annimmt» sich durchaus nicht rechtfertigen läßt, stellen wir an den Herrn Bürgermeister die Anfrage, ob er geneigt ist, zu veranlassen, baß den 'vier unglücklichen Bittstellern, die im Kriegsdienst für Oesterreich erblindet sind, die angesuchte Fahrpreisbegünstigung erteilt wird. Bürgermeister Reumann erwidert, er werbe diese Anfrage als Antrag behandeln. Er habe vom Staatsamt für soziale Fürsorge, verlangt, daß dP 'Staat der Gemeinde für die - Verteilung von Freikarten an Kriegsbeschädigte eine Entschädigung leiste. , , . . Die Sitzung Ivurdem spater Nachtstunde geschlossen. Die Emährunst. heit zu fassen sind, werden alle Genossenschafter drin; eingeladen, bestimmt zu erscheinen. Montag den 15. und Dienstag de» 16. März Fortsehrmj der Ausgabe der neuen Emkausvücher, und zwar Montag voi 3 bis 4 Uhr Nummer 181 b's 2HV, von 4 bis & Uhr Numme 231 d,s 280, Dienstag von 3 b:S 4 Uhr Nummet 281 biS Sk von 4 bis 0 Uhr Nummer 38! 'bis 380. Mitzubringen sind das Einkanfbnch, die Meldezettel uni die Emlansscheine. . Persönliches Erscheinen der Genossenschaft« erforderlich. Brs zum Abschlüsse der Abgabe der neuen Einkambvche t findet d e Warenabgabe nur aus Grund der alten Einkauf —— -4 bücher statt. SOEBEN ERSCHIEN EN t MAX BROD Sozialismus im Zionismus - geheftet Hark 7 ° gebunden Hark Io R. LÖWIT VERLAG, Wien, I. Fleischmarfet i Der Marktbericht. Tiotz des schlechten Wrtte's aesialtete sich der Be-kchr auf den Märkten gestern etwas lebbüter. Besonders, stark war die diachsiage auf den Fischmär kt e n. wo. au'er gewässerten Klippfischen und gcränche tem Lachs lebende und tote Karpfen zum Kilogramme is von 66— re ssenden Absatz fanden DleRachliage nach Rindfleisch und Würsten war in der G^oßmarkchalle schwach. Heute gelangt in der Gross m. a r k t b a l l e als Zubusse Nauchfielch mm Preise von K 70.- wo Kilogramm gegen den Abschnitt 3l des Einknusscheines zur Ausgabe. Auf den G r ü n w a r e n m 8 r k t e n herrschte wieder e m p f m, b 11 dj e K n.äp vdeit in frischem Gärtneraemüse. An Rüben niede'östeireichi'cher uud anlländ'scher Hki tunil war lein Mangel. Aepsel, Südfrüchte und Mer fehlten voWud>g. ' Echvhnng der KleinverktlNfsPreise srir Kondensmilch. De bisherigen Kle-.nverlan^preise für Kondensmilch in Wien von K 7.— pro Dose für die Mindestbemitrelten vnd von K 10.80 für. die übrige Bevölkerung setzen einen Abgabepreis ssitenS der Molteieiproduktenges'll'chLfl pro K ste für die billigere Milch von K 803.40 nud für die teuere Wt'lch von 484.80 voraus. Dwse reldtiv niedr'gen Prelle war«-» bislang möglich, weil noch immer gewisse Mengen von der seinerzeit seitens der lnterastl'erten Mrtscha'tskomm'sfion gelieferten Kondensmilch vorhanden waren, deren Piers mit dem Preise der freihändig ge« kauften t U'ren'Mltch gemischt werden konnte.^ Derzkl' kehlt eS schon vollkommen an debitierter Mssch rmd es kommen für die Ausgabe rn der nächsten Zeit zweierlei Posten von Kondensmilch rn Betracht. Die eine, dre schon lagert oder wenigstens rollend ist. kostet pi o Kiste zum Teile kl 30t.—, zum Teste K 730.—4 die'andere beinhaltet neuere Käuse, bet denen sich dre Kiste an- K 28!)^.— b S nahezu ll Sr)0v.— stellt. Die b hertgen P.coe können daher nrcht mehr aufrechterhalterr werden. Tie hiernach notwendig werdende Pt.eiSsteigerung soll aber Vorläufig nickt m vollem Um'an ge in Erscheinung tteten. Es w rd rn:wischen bloss m>t der erwähnten lagernden und rollenden billrgeu Ware gerechnet, bei der sich e n KlemvirkaufSprers m Wien von K 10.— für die Mindestbemitrelten und von 8 15.— für die übt'ße B Völkerung ergibt. Dies« neue Preis tritt am 14. d. M. in Kraft. Aulklämng zu d m erwähn >n KrstenvreiS von ll 2800.— bis kl 3300-—: Die Koste Konkensmllch koste'« zur Ze>r deS'Kaufab'chknss-? nach Wren gestellt, urnd 10 Dollar, Der Dollarkurs nrrrd L0:>.—. W. I. W. Sonnfag den 14. d. M.. L Uhr vormitlalls, aufter« ordentliche Generalversammlung ün Ingenieur- und Architektenvereln. Da Beschlüsse mit qualifizierter Mehr- Bühne und Kunst. Komödienhaus. Zum erstenmal: „Die Gabe Gottes", komische Tragödie irr drei Aufzügen von Moritz Gold st ein. ij Moritz Goldstein hat vor acht Jahren im ),Kunst-- wart" einen sehr bemerkenswerten Aussatz „Deutschjüdischer Parnaß" veröffentlicht, der (in diesem Falle ist das oft mitzbrailchte Wort am Platz) mit Herzblut geschrieben war, gewaltiges Atrfiehen machte und eine leidenschaftliche Diskussion hervorrief. Es standen darin Satze wie dieser: „Wir Juden verlangen endlich Ehrlichkeit, und die Zeit ist hoffentlich nicht mehr fern, wo ein Jude den Schurken vor seine Klinge fordern wird, der es wagt, gegen ihn ,tolerant' zu sein. Er behandelte mit Leidenschaft das heikle Thema, daß „die deutschen. Juden den geistigen Besitz eines Volkes! verwalten, daS ihnen, die Berechtigung und die Fähigkeit dazu abspricht-^.. besprach das Vorherrschen des jüdischen Elementes int Theater, in der Presse, insbesondere in der Kritik, empörte sich über das Versteckenspielen dieser Theater-. Kunst- und Literaturjuden und rechnete also mit ihnen ab: „Merkst du nichts von diesem Haß, von dieser unüberwindlichen Abneigung um dich her, so bist dn darnach. Merkst du es und inachst du dich nur nichts wissen, so bist du noch schlimmer. Am schlimmsten aber, wenn du dich damit tröstest, daß die Abneigung jenen anderen gelte, die das Oestlich-Mzuöstliche nicht ablegen können. Du irrst, mein Freund, du selber bist gemeint!^. * i Aus dem feurigen Jüngling ist inzwischen ein Dichter geworden. Sein Buhnenwerk „Die Gabe Gottes" ist ein Bauerndrama und Goldstern, der deutsche Juhe, hat es wohl deshalb aus französischer Scholl« spielen lassen, weil er (siehe oben) sich nicht für berufe» erachtete, ein erdgewachsenes deutsches Volksstück zu schreiben. Störend wirkt von Anbeginn die unheimliche Aehnlichkeit des Vorwurfes mit jenem von Schönherrs „Erde", ja, inr ersten Akt glaubt man dem alten Gruz leibhaftig zu begegnen. Bei dem Geschmack, der nicht gewohnlichen Begabung und der sonstigen Haltung "des Autors, muß man auf einen Zufall schließen. Ein knorriger, urwüchsiger Bauer, der seine siebzig Jahre am Buckel hat und zeitlebens Knecht war, schickt sich gm Fahrt ins Jenseits an, erfährt im letzten Abschiednehmen von dieser Welt, daß er Erbe des prächtigen Gutes „Di« Gabe Gottes" geworden ist, auf dem er als Diener geschuftet hat, und will vom Sterben nichts mehr wissen. Er erklärt dem Geistlichen, der kam, um ihm die letzte« Tröstungen zu spenden, er werde ihn demnächst zu einer Höchzeit laden und pünktlich neun Monate später zu einer Taufe. Leben will er, und einen Sohn mit einem schonen jungen Weib will er zeugen. Und der Me macht Ernstdamit. Holt sich im Schlitte«, eine frische Wirtstochtet aufs Gut und rüstet das Hochzeitsmahl. Aber da schnapp! er auch schon zusammen, aus der Brautnacht wirdnichts. die gefreite Wirtstochter wird lachende Erbin auf der „Gabe Gottes" und ein kerngesunder, grober Jungknechi lacht sich ins Fäustchen. „Komische Tragödie" nennt der Autor sein Stück. Dieser Perigault bleibt nämlich mit überlegeirem Bauernwitz bis zuM letzten Augenblick Her, der Situation und erlaubt sich noch zu guterletzt den Spatz zum Schrecken-der eingekauften berechnenden Gattin, ihrer Sipfie und des ganzen Hofgesindes das Gut dem letzte», versoffenen Knecht zu vermachen. Nur daß ihn dn Schlagfluß verhindert, die Unterschrift unter das Dokument zu setzen. Egon Brecher schuf in der Hauptrolle eine voll« saftiges humorvolle Gestalt. Die ausgezeichnete Maske brachte die gutartige Verschmitztheit und UeberlegenheL dieses Bauernschadels trefflich zum Ausdruck. Von des Mitwirkenden sind Arpad Kramer, Karl Kneidiw g er und Otto M a r x zu loben, während für die michtigi Rolle'der Wirtstochter Fräulein Sorrent nicht hiw reichte. Tie Neuheit wurde — insbesondere nach dem setz, lebendigen zweiten Akt — mit' starkem Beifall aufg» nommcn. Moritz Goldsteins erstes -Drama hat O«a!» täten und man darf auf feine weitere Entwicklung g« Itzannt stm. .-jö, jy /