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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-13 · Heft 410 (13.3.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 410 (13.3.1920)
Date
1920-03-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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" Seite 6 Wien. Samstag Wiener Morgenzeititnff rs. MSr, rsM ' ' /St«9 Hebräisches Konzert. (Sin Liederabend Jakob Seidels, der moderne Lieder und Arien mir unterlegten hebräischen Texten zum Programm hatte, vermied es, sich, den Anstrich zu geben, als handle es sich dabei um eine große Kulturtat, um die Gewinnung jüdischen Neulands. Insofern konnte man, da keine Tendenz aufdringlich, zur Schau getragen, über die Tatsache hinweggehen, daß unserem Galuihpublikum ein zum größten Teil unverständliches Idiom in sehr verständlichem musikalischem Gewände zu Gehör gebracht wurde. .Man mochte sich in ein künftiges Palästina versetzt fühlen, wo musikalische Handelsbeflissenheit schon ihren Einzug gehalten hat. Wünschenswerter wäre es allerdings, daß die hebräische Sprache auch ihre eigene Musik gefunden hätte und nicht dazu mißbraucht werden müßte, beliebte Gesangspiecen in einen künstlichen Zusammenhang mit Zionismus zü bringen. Der Uebersetzer der Texte, Isaak Herzberg, chat seine anfechtbare Idee jedenfalls geschickt zur Ausführung gebracht. Die Verse schmiegen sich der musikalischen Phrase klaglos an und den Bedürfnissen der Deklamation wie des Gesanges wird mit vollem Verständnis Genüge geleistet. Herr Seidel sang sich zu schöner Stimmentfaltung frei und erntete mit seinem sein abgestuften Dortrag reichen Beifall. Auch die verdienstvoll mitwirkende Klaviervirtuosin Marie K o g a n iah ihr brillantes Spiel von vollem Erfolge begleitet. , Dr. K. M. Aus den Theatern. Spielvlan des Burgtheate r.S. Sonnt ig km 14. b. M.. U6v abends. ,Die Tragodrr bcS (SumeiuS*; Montag den 15., 725 Uhr abends. „Macb.tl,"; Dirndkaa dm 16., '/,6 Uhr abmds, ^Doktor Klaus"; Mckttvoch den 17, V26 Uhr Idcnds. Komnl": Donnerstag de« 18.. 6 Ukir abends, .Die Nri'e in d-e Mad-l enzeU"; Freilaa den IS.. V*6 Uhr abends, »Die Tropödie des Eumcnes"; Samstag den 20., '/,5 Uhr. abcnjS, ,Macbelh"; Sonntag den 21., Vr7 Uhr abends, „Ein Neschlcchr". DasBurgtheaterbeiRonacher. Donnersden 18. d. M.» Uhr nachmittags, findet an der Künstler« bühne Roniicher eine Vorstellung, zugunsten drr Fmsorkusielle des Vereines „Hcilanftali A l l a n d" statt. Unter der Regie des Direfiois des Burgcheatcrs. Heine, und unter seiner Mitwirkung rvwd Max Halbes „Jugend" aufgeführt. Im Burgtheater gelangt heute Verhört Haupt- »avns Minchrndrama »Die versunkene Glocke" zur Aufjühiüng. Im Operntheater kommt heute „DaS Rhcinaold" r« Aufrührung. Anfang 6 Uhr. Im Carl-Theater gelangt Samstag den 27. d M. >m 2 Uhr nachmittags als zweite Veianfial una im Fei'tzyllus rer Wr'.lscha'tlich-kulturrUen Gesellschaft „Dre Ftcd rmaue* zur Lmiübrung. Die Haupt.ollen find mit den Damen Kittel (OvM, Rantzau (Volksoper und Rußka und den Herren Zeska (Burgrheaicr), Malst tOvert, Marilchka, Brandt. Steck und R0U6 »rirtzt. D«e künstlerische Leitung hat Gcheimrüt Rainer Simoüs übernommen. Dje Kartenausgabe hat an den Kassen des Carl- Theaters bereits begonnen. Am 15. d. M. findet im A k ademretheater eine Vorstellung zugunsten der Rcichsanstalt für Mutter- und Säugtlngsfmsorgr statt. Zur Aufführung gelangt „Eine störenlivische Tragödie'' von Oskar Wilde. Adolf US?eiffe spielt zum rrsten Male m Wien die Nolle des Simone, Anuemär e Hegncr ^ie Bianca. Alfred Lmdt, welcher auch die Regie führt, den Vmdo Bardi. Wochen spielplander Renen Wiener N L b n e. Sonntag den 11. d. M„ abends *,y> Uhr: „Dokror btregltz" nachmilkügS V-3 Uhr zurrmairgten Preisen): „Hanncles H minellahrt". „Dvs Vermächtnis": Montag den!&., abendS '/«6 Ubr: „HanneleS -Himmellalnt", „Das Vl-i-mächtn's"; DicnStag den l<t.. abends '/,<» Uhr: „Dok'or St^gliv": M ttwoch den 17.. abends V.7 Uh-: „U Jonr der Doktor Sl egl-p" zugnvsten des ^malkov-t-s der Mitglieder; Donnerstaa den 18. bis instusivr Sonntag den 21, abends ‘'„6 Uhr: ^Doktor Sl'egl'v"; Sonntag den 2!.. nachmtiaoS ^/«S Udr 'zu ermäßigten Preiun): „Der lebend?' Leiebnam": Mon'aa den 82.. abends Uhr: „Hanncles Himmelfahtl*, „D S Vermächtnis". - „Musikalischer Kurier", Wochenschrift fflr MM und Theater, 'Wien. l., H mmelplortaasie ist. Hcrausgkbrr Pro^fior Dr. Mar Graf. — Hell S enthält Aulläse von Max Graf. Jeuh M ilmicch Gustav Schur. — Schattermfie. — Musikbrref aus Bcrl'n. — Volksöpcr. — Over und Komert. — Personalien. Vermischtes. — Llteratur. — Instrumentenbau. „Musikblatter des Anbruch." Das Febrnarbrstbringt ttn^ek andrem eUren wertvollen AlkfsaS von Eaon W e l 11 f rf): ..Vom De en der orrentalischm Mufik". ein Referat Paul B e k k e r ß über die Frankfurter Aullübrung des »Schatz« arkbe-s" von Schreker und eine Besprechung der «tuen Oper von Aladar S § t n b r e i auS der Feder Max s t e t n i | e f S. Sport. Sngttsch-franZSstfcheS A "e^atch. Harts, IS. März. In dem Men, stallgefimdenen' großen Fußballmal^ch zwischen der Mannschaft der französti'chen und der englischen Armee, dem auch Präsident Deschanel beiwohnte, trug die französische Mannschaft mit iS gegen 6 Punkten dm Sieg davon., ' Der Mvo es Athletikai Tlub» der Dudapcster Brnderverein der Hakoah besitzt eine komplette erstklassige Mannschaft, die. für die Meisinichaft n cht spielbercchtigt ,st. Wie bekannt, meldeten sich m der Zeit vom, 1. b?S 15. Dezember eine große Anzahl eisikla iiger Spieler beim B. Ä. C, an. Diese dürfen aber erst' in der nächsten Mcisterschast Mitwirken. Um diese Spieler m beschäitigcn, unternimmt drr B. A. C. im Frühjahr eine WettspiElrerse, die ihn nach Wien, Graz, Prag und Eielitz führen wird. Der Autsmobtttsmus in Dänemark siebt auf Haber Stufe. Es ^nt äüt dort aut 343 Einwohner rm Wagen. Den Kern der dänischen Automobilisten bilden die Aerzte, Handelsreisende, Handwerker und Industriearbeiter. Im abgelautenen Jahre betrug dre Einfuhr 6-V0 Wagen, diese dürfte jedoch infolge der Valu'.aschwankungen fallen. Man hat tft Dänema'k eine Automobrksteuer eingelührt, welche, obwohl klein, für die starken 2i'agen doch recht unangenehm rst. da sie nach den Pferdekräflen berechnet ist. * Autopreise. ÄuS der Zeit vor dem Kriege wissen wir, daß dre amkrikanischen Automob le durch rkre Preu'e eine große ■ Konlurrern für alle Markte warelr. Diese. Gefahr ist für längere Zert auch iür Länder mi^besfcr>'r Valnta als das nmcre beieit-gt. Wenn wrr die durchschnittlichen Preue von über 160 amenkanüchrn Fabriken zum Vergleiche heranueben, so. erzielt man einen Durchschniiisp'.eis von 4?i00 Dollar. Drr billigste amerikanische Wagen kostet 295 Dollar, ein Fordwagen 525 Dollar, drr teueiste amerikanische. Wagen „Vokomobrle" 11506 Dollar. Man sieht, daß vorläufig bei dem heutigen Stande der Valuta für die hermilche Erzeugung keine Gefahr Kesteht. Nachtslug von Folllestone nach Köln in drei Stunden. E n Flugzeug der engli'chcn Marme hat einen Nachtstug von Folkestone nach Köln in drei Stunden ausgelührt. Das mit drer Oisizierrn befehle Flugzeug legte in diefrr Znt ungefähr 300 englische Meilen zurück trotz eines starken Gegenwindes. Hockeysektion des Sportklubs Hakoah» Sonntag den 14. Marz Wettiviel gegen V. f. B. mrt zwei Mannichafren IN Hernals. Rosenst-.ingasie <8 Uhr und 10 Uhr vormittags). Aufstellung: Dr. Kolrsch. Kaufmann. Sir-ner. Kars E. Klimt, Kurzmagn, Spitzer, Weinwurm. F. Klimt, Noillq H, Landeswann: sianger, Koch. Heller, Berger. Rossig!, Nevmamh Nudolter, Naschitz, Wen graf. Well, Klimt. Das diessährige Hahoah-KoWm»Kr8n»che» findet am Mit'woch den \1. d. M. m den Soffeniak-st statt. Demielbei wrrd aroßes Jnieresie entgegengedracht und n>>rd rS. wie brSh« alle Hakoaboeranstal unoen. einen schönen Veckanf nehme«. Rach» dem keine Abentkasse eröffnet wird, empfiehlt es sich, die Kaue« rechtzeiirg .im Sekreta'laie.Werdertorgaffe 3 (Cafs City. zv lösen, woselbst auch flogen gegen Erlag von & 50.— in Vor« merkung genommen werden. Sportklub Hakoah. Morgen den 14^ März «ach de« Wlltsviel gesellige Lusammenknnft der Miiglieder in de» Mame» des KlubhrintS. Gerichtsfaal. Einfuhrverbot auf amerikanische LeLensmltte^ Ein Art'ttthandel mit amerikanische Waren, die dem HandelSangestellken Emil Volk auS Ncw-Nork gesendet worden waren, lag deüte dem Einzelr-chter LandeSgerichlSrat Doktor B a r s ch zur Emsche'drmg vor. Mrt Bott warm weiter angeklagt der. Kaukmon» Norbert Gei erhob«, der Ageot EliaS L e w y'. der Kaufmann Isidor Glück» der Bvdaprster Kaufmann Rudolf H 0 r v a t h, die Prokmistm Hugo David und Ignaz Morgan und der Kaufmann Friedrich Schöna«. Für Bott waren 516 K.sten Kondensmilch, 166 Säcke Rei- und 18 Fäsier Fett in Triest ringrlangt, die Einfuhrbewilligung nach Oesterreich wurde ihm aber nicht erteilt, weil es sich n« staatlich bewirtschaftete Artikel handelte. Er wandte stch nun an den Kaufmann Schönau, der «iHj Einkäufern der ungarischen Regierung in Verbindung stand. ] Und nun begann — wie der Strafantrag augsührt — der Kettenhandel. Die anderen Beschuldigten solle« te lS als Käufer, teils als Vermittler an dem Geschäft beteiligt gewesen sei«. Die Angeklagten erklärten, rtz habe sich um ein normaleg Geschäft gchandelt; wäre die Einfuhr bewilligt worden,, hätte sich das Geschäft ohne Vermittlung anderer Personen abwickeür können. . Nach durchgeführter Verhandlung wurden alle Angeklagte» f r e r g e s v r 0 ch e n, da drr Nicht:r als erwiesen aunahm» daß es den Beschuldigten wirklich darum m Inn war, die mit. dem E nsuhrverbote belegten Waren nach Ungarn auszufÜhrr«, ein Kettenhandel aber auch nach dm Ergcknissm deS Bewt^-j Verfahrens Nicht vorliege. Einbruchsdiebsiahl in tinßnt Tempel. Das Wiener Okerlandesgericht verhandelte gestern unter; Vorsitz des H?)frates Dr. Ko sch in über di« Berufung ta Kultusgemeinde in OderSerg gegen bas Urteil des WienMi Handelsgerichtes, mit welchem deren Klage gegen di« Erst« österreichische DersicherungS-GeseNs chasß gegen Einbruch in Wien auf Zahlung eine- Hafb» betrages von 4257 Kronen abgewiesen worden war. Es. handelt sich um die prinzipielle Frage der Haftung aus Einbrüchen, die nicht zu Zwecken des Dieb stähle-, sonder« zu Zwecken der Zerstörung Und V e t^n ich t u n g verübt werden, ber denen also die Zerstörung Hauptztveck, den Diebstahl nur Nebenzweck ist. In der Nacht vom IS. auf den 20. Juni 1917 war eine Anzahl Diebe durch daD Parterrefenster deisraelitischen Tempels in Oderberg-Dahnhof, eingestiegen und hat in dem Gotteshaus« in geradezu vandalischer Weise gehaust. Sie erbrachen die versperrten Behältnisse und eigneten sich die dort befindlichen kleine« Beträge an, st« zerschlugen einen Wandspiegel, zerrissen dlo Tahare, die Altardecken, die Gardinen vor der BundeSlade, beschädigten die Pulte, zerschnitten die Vorhänge usw. Dabet Reb Uscher! Ihr müßt wissen" — sagt er — „baß . Menachem Mendel. Eilt Briefwechsel. He u?ii grben von Scholem-Aleschem. Aus dnn Jüdischen Lbcrlragen von Sregsrird Schmitz.' F L n f t e S B u ch: GS geht nicht zusammen. <46. Fortse'-zung.) Jch sage: „Wunderliches Weib! Was geht d<ss Euch an? Man sagt Euch acht, also sind' es acht" Wie wir so reden, kommt mein ReL Uscher herein, fällt mir um den Hals und küßt mich ab wie der eigene Vater: „Das Herz hat es mir gesagt" sagt er — >,daß. ich Euch da treffen werde lm „Odes'aer Restaurant!" „Gibt es da" — sagt er — „einen kleinen Imbiß?" — „Soeben" — sage ich — .,habe ich ein Nachtmahl für acht , Personen bei der Wirtin bestellt." — „Was geht mich das Nachtmahl cm?" — sagt er — „Das ist eine Sache für sich. Doch his die Gesellschaft von beiden Seiten sich zusammenklanbt. sind wir" -- sagt er — „doch nicht verpflichte^ zu fasten. Ich sehe" — sagt er „baß Ihr da guL bekannt seid; seid so freundlich, laßt für uns etwas Eßbares vorlereilen und inzwischen «in Fläschchen Schnaps und dazu «in Stückchen Fleisch altz Imbiß geben. Cs ist mir schon schwach ums Herz" — sagt er — „vor Au'regung." So sagt Reb Uscher, macht nicht viel Geschichten, geht in die Küche sich waschen, schließt Bekanntschaft mit der Wirtin, läßt, auftischen, .was da ist und wir setzen uns beide gemütlich zürn Festmahl. Vabrend des Essens erzählt mir Reb Uscher Romane und Wunder, wie ek dis Sache ein-gLsüdelt chat^, das Milde Meer cet.'ilt und mit Müh' und Not bei seinem Edelmann durchgesetzt hat, daß er drettau'end gibt, .Was heißt dreitausend?" -- sage ich — „Wir hab-rn doch von wenigstens viertausend gesprochen^ ,$ux langsam" — sagte er — „nur langem, Reb MeNachem Mendel: ich weiß, was ich zu tun habe: Ich heiße mein Edelmann überhaupt im Sinn hatte, Null mit Null zu geben; er ist doch — so sagte er — von' vornehmster Abkunft und seine Frau noch vornehmer. Und wenn ich. so sagt er, mit Gott weiß wem sich verschwägern wolle, man würde ihm noch, wie er sagt, zuzahlen . . . Kurz und gut, ich habe" — sagt er — „genug gearbcttet.Jvie ein Holzhackrr, daß er sich herbeiläßt, alles in altem zweitausend zu geben." „Was soll das heißen" — sage ich — „zweitausend? Ihr habt doch so^.ben^ — sage ich — „ von dreitausend gesprochen?" — Wieder 'sagt, er: „Nur' langsam, Reb Menachem Mendel, ich hin ein älterer Schadchen als Ihr und heiße Reh Uscher. Laßt nur hie beiden Partien ankommen und Bräutigam und Braut einander zu Gesicht kriegen, da wird sich! schon — so Gott will — alles in Freude und Wonne lösen; wegen, lumpiger tausend Fetzen geht bet mir" — sagt er — „kein- Heirat flöten..Ich heiße Neb Uscher, versteht Ihr? Eine Kleinigkeit" .— sagt er — „freilich drückt mich noch." ,.WaS drückt Euch eigentlich?^ - sag« ich — Mich 'drückt —. sagt er — „die Assentierung. Ich habe" — sagt er — „meinem Mann ein'geredet, daß Euer Möjsche Nifsel ein blutjunges, /milchgesichtiges Bürschchen hat. doch daß er sich den Teufel um die Assentierung kümmert, daß er sie schon los ist" ,. . . „PaS plappert.Ihr, Reb Uscher?" — fahre ich auf meinendKonchagyon los — „was für eine Assentierung? Wo hat dje Katze den Schwanz?" — Wieder sagt er: „Nur langsam, Reb Menachem Mendel, ich heiße Reb Uscher!" „Meinetwegen könnt Ihr achtzehn Mal Neb Uscher heißen" — sage ich — „deswegm verstehe ich noch immer nicht, was Ihr wollt; Ihr schnattert unaufhörlich: „Assentierung", „Spassontierung"; woher kc-mnu zu meinem Mojsche Nissel eine Asssntisrung? Haben denn Weiber auch schon Assentierung^ . . . Neb Uscher fragt: „Was hrißt Weiber? Und wo Eure? Mojsche N.'sel S. hu?" .. „Wann hat Mossche Nt'sel" — sage ich — einen Sohn brkSmwen, . wen« er einzig und allst« eine Toch ter st in Etgeu nennt, ein einziges Kind, also eines und nicht ntthr?^ „Das hcißt also" — sagt er „daß b«t Euch auchi ei«l Mädel da ist? Aber wir haben doch" — sagt er „sortwährend über einen Bräutigam geredet!"..^ „Natüilick" — sage ich — „Über einen Bräutigam'- Ich habe aber fest darauf gerechnet" sage ich — „daß Ihr des Bräutigams Schadchen seid!" .. . „Wo ist das ausgemacht worden" — sagt er — „daß des Bräutigams Schadchen -- ich bin?^ . . . „Wo ist das ansgemacht worden" — sage ich -- '„daß d«S Bräutigams Schadchen — i ch bin?" .. . „Warum" — sagt, er — i„habt Ihr mir nicht verraten, daß Ihr «in Mädel habt?" . . l Draus ich: „Habt Ihr mir vielleicht verraten, daß Ihr ein Mädel habt?" ... . Er wird wütend und schreit mich an: „Wißt Ihr, was ich! Euch sagen werde, Menachem Mendel? Ihr seid so ein Schadchen, wie ich ein Row!" Drauf ich: „ttntt Ihr seid so ein Schadchen, wie ich eine Rebbezen!" Ein Wort gibt das andere; er zu mir: „Melamed!" Ich zu ihm: „Lügner!" Er zu mir: „Unmensch!" Ich! zu ihm: „Saufboldk" . . . Das ärgert ihn und er' geht auf mich mit einer gewal igen Ohrfeige los; ich! nicht faul, fahre ihm in den Bart — ein Skandal, daß Gotr behü!en und' bewahren möge ... Begreifst Du? Soviel Kosten, Zeit und Mühe. Und dazu di« Schande! Die ganze Stadt ist zusammengelaufen, um die Schadchöulm anzuschauen, welche daS Kunststück fertiggebracht haben, zwei Mädchen zur Beschau zu bringen. Der Uscher ist aber schnell auf und davon (in die Hölle möge er geraten) und hat mich allein zurückgelassen; so konnte Ich der Wirtin das Nachtmahl für acht Personen bezahlen. Zum Glück konnte ich mich noch losmachen, ehe noch die Sippen mit-, den zwei Bräuten nach Schmerinka gekontiuen sind. Was zu ischen ihnen sich begeben hat, das weiß ick nicht. Ich kann mir aber das Gespött vorstelkrn!. ... Also ' bin ich ein Prophet, kann ich wissen, baß der Schadchen Uscher — auZge.'öscht werde fein Name! — ein Luftikus und Windbeutel ist; der Teufel hole ihn.' Der redet und rennt. Wrt »nd fliegt, depeschiert und!

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