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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-13 · Heft 410 (13.3.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 410 (13.3.1920)
Date
1920-03-13
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 Wien. Samstag Wiener Eorgenzeitung 115. März 1920 9fc 410 schrkmaarligen ©ettRicijaftcn, die nunmehr Friedrich Mterftehen, scnhril zu dirigieren. An seinem Arrangement kann ser ungarischen Negierung nur um io mehr gelegen sein, als sie im Falle irgendeiner Enthüllung ruhig die Verantwortung auf nichtamtliche Personen abwälzcn kann. Friedrich hat mit reiner neuen Tätigkeit bereits begonnen und die in Wien und Umgebung m den letzten Tagen mit größerer Häufigkeit ausgetretenen Fälle von .individuellen Aktionen" sind bereits auf das neue Regime zurückzuführen und es .kann auch kein Zweifel rarüber besieht«, daß der Versuch, Bela Kun aus Stöcker au m entehren, Fried rich zum geistigenUrheb'er -atte. ' Eine StudenLendemonstration vor dem Auterrichtsamte. Wege» -er Erhöh»«- der Kollegrengelder. Gestern mittags fand vorr dem Gebäude der Unterrichts- »erwaltung ein Demonstrationsbnmmel von Hochschülern statt« Line Abordnung begab sich zum Umerstaatssrkretär G l ö ck r l, rm von ihm die Herabsetzung der Kollegienr eld e r zu erwirken. Die Studenten begaben sich sodann in8 Rathaus. Bmgermcisier Reumann empfing die Abordnung, selche chm em Ersuchen um Verbilligung der Straßenbahnfahrten für d i e S t u d e nt r n -wrlegte.- Sir wiesen darauf bin, daß viele Studenten än der Peripherie der Stadt wohnen, und daß mau nur mrt Mühe und großen Kosten die Nnterrichtsanstnlten erreichen könne. Der Bürgermeister sagte die wohlwollendste Prüsung der Angelegen-' heit zu. __ Eine Anzeige der italienischen Militarmiffion ge§en den Kommunisten Thomann. Der Wiener Berichterstatter des „Az Est" meldet seinenr Blatt: vom 10. d. M Als vor einem Monat: ser sozialistisch« Bürgermeistervon Mailand, Cal< dar« wegen Uebernahme Wiener Kinder zur Erholung Ln Italien in Wien weilte, erhielt er vom Staatssekretär für Inneres die Erlaubnis, Bela Kun in Karlstein zu besuchen. In Begleitung des Bürgermeisters befanden sich zwei Italiener und ein Dritter, der italienische Miiitärunisorm trug, jedoch dem Kommandanten der zur Bewachung der Kommunisten beorderten Gendarmerieabteilung verdächtig erschien. Der Ncndarmerie-Oberleutnant forderte Thomann zur Ausweisleistnng auf, der schließlich feinen wahren Namen ttngestand. Ueber Intervention des Bürgermeisters Caldara hat Staatssekretär Eldersch, dem der Vorfall berichtet wurde, gestattet, daß A)omann beidem Desi'che in Karlstein anwesend bleibe. Die italienische Mission in Wien habe nun, um Verdacht nicht auf- Lo^rmen zu lassen als ob Thomann im Einverständnisse mit der italienischen Militärmission sich nach Karlstein tzeschmnggelt habe, bei der Polizeidirektion gegen Thvmann die Anzeige wegen Mißbrauches der italienischen Mission erstattet und darüber Beschwerde geführt, daß Bicttiefefretm Eldersch. twfybtm ihm dieser Mißbrauch bekannt gewesen sei, Thomann das Verbleiben in Karli|ein gestattete.; •_ ■ * Jüdische« Volksfest in Palästina. Die zionistische Fesirlssekrion Alsergrund veranstaltet Montag den iü. d. M.,? Uh? abends, im Hotel Comrnen?al. H. Taborstraße, ein K o ß fi'tti f ränzchen. Karten find im Zion stischeu Bureau, ll., Zlrkusgasie 33, rm Jüdischen Natronalrat, H.. Taborstraße 20 a, md bei der Zionistischen Bezutsseküon Alsergrund, IX., Llechtenstcin- Kraße 11/13, zu haben. . . * Eine neue jüdische wissenschaftliche Zeitschrift. Sui kurzem erscheint tn Amerika etne neue Zeitschrift: ^lournsl »l levisv duv »vä?dliosopd7" l^Zeilschrifl für jüdisches Jesetz und Philosophie). Herausgeber und Schriftleiter 'ist der t»s Gaiiz en stammende Prozessor an der Jndi'chcn Hochschule « Cincinali, Dr. Tavid Nenmark, der Berfaffer zahlreicher pmndlegene'er philosophischer Werke in hebräischer, demjchec wd mglitcher Sprache. - * Senator Samuel Marx gestorben. In Johann e 8- »vrg nt vor kurzem Samuel M a r r. einer der reichsten Goldgruben befiyer «n Sudan>ka, g e si o r v e n. Er war ein persönlicher Freund des ehemaligen Präsidenten der Republik Transvaal. Paul Krüger, und har dre .nnabbängige Regierung von Transvaal mrt einer großen Anleibe «estützt. Dafür er hielt er »ann nach der Entdeckung der Goldguibm m Transvaal proße SLurskonzessionen und eiwarb dadurch ein unoeheures Vermögen. Nuf Mar? Besitzung Weremisong wurden im Jahre 19i>2 iie Frirdensunicrhandlungm zwischen England und den besieg'rn Lmenrcpubl-ken geiuhrt und znm Abschluß gebracht. Marx war rin eigewai dertcr rnffrfdjc r I n d e und hat stets für die Ldtschen Gemeinden Südafrikas viel getan. * Spenden. Für den armm Jnvaldrn ksiebe Notiz dom 1. Marz) erhielten »r K 10.— von S. F. B'shcr X 450.—. FürBeilis : Gcsammclt bei Barmiz nach Reitma « » durch Herrn I. K o l f l e r X 110.—. * Gaste auS Palästina. Sonntag den 14. März um 5 Nhr findet im lokale des H a p o e l 'H a z a i r, H. Prater- A aße 9. eine Aussprache des Hapoel Hazair undHechalnz im Bcisem der Gäste aus Palästina A. G o r d o n. Z. J eh ud a. I. Rabinowicz, I. Bloch. Levinsohn und Joffe statt. * „Die Reichsorganlsation der Steuertra-er" »eranstaliet am 14. d. M. um 12 Uhi. mittags >m Feftiaale rer Benrlsv.rtrewng. U., Karmclte gaffe 9, ferner Mittwoch rrn 17. d. M.. 7S6 Uhr abends, tm F st'aale der Bezicksverretnna. Vkl.. Hcrmanngaffe 24, givße Versammlungen zwecks Srellungnahme zu den neu-n Steueivorlagen. * Kinder nach Schwede« Die A'lahtt der Kinder %tt Aston ^Kinder nach Schweden" er'olgr Samstag Eden IS. d. M. um 2 Uhr 25 Min. nachmittags vom Rordwestbahnhose aus. * „Metall,rm — Gold- /Die, Batterie mit dem Regen- Logen) dre beste Mom rikb l uchtung. " * Ein neuer Schiffsverkehr Wien—Budapest? Nus B u d a p e st wnd bet d t t: Ter G nrrattir stör der üngaiischen Flui'- und Sketchmabrlpeseslschafk, Ministtrialrar D o m o n y erklärt >m I)lz Uj'ag. d-e Ge ellschatt werde Aniang Avitt einen d rUieu Cchisisverlchr 'wäcken Budapest und V t e u eröffn-n und einen, rcgllmämeeu Vkilrhr .zwischen Regensburg und Basa an nehmen.' Die Tarrstrage Lüdet noch den Gegenstand, von VerhanLluugeu. SOEBEN ERSCHIENEN Nr. lO der - -tt AUS DEM INHALT* Nach der Tagung. Die Sitzung des Grossen zionistischen Aktionskomitees. (Schluss.) " Masaryk. Ans der DeniWnschen Hölle. Die amerikanische Hilfstätigkeit fflr die jüdischen Kriegsopfer in Eitropa. Jüdischer Nationalrat für die tschecho-slöwakische Republik. Palästina. Die Ghamischa-Assar-Feler ln Jaffa. . Die Frage der palästinensischen .Nordgrenze. Die Entwicklung des Zionismus ln Siebenbürgen. Die Wiener Dezirkssektion des Jüd. Nationalrates. Vom jüdischen Nationalfonds. Austritte aus dem Judentum. Preis der Nummer K 1—. In allen Trafiken, Buchliandlunß R. Löwit, I., Rotenturm« strasse 83, und in der Administration der „Jüdischen Zeitung“, XL, Taborstrasse 1—3. sei Skandalszeneir im W iener Gemeinderat. Ein kräftige Abfuhr der Antisemiten durch Gemeinde* * rat Dr. Plaschkes. Die Wiener Gemeindestube wtrd jetzt immer mehr z«N Tummelplatz wüster Szenen und sachliche Beratungen werden! immer seltener. Die zwei großen Parteien, SozialdemokOteul und Christlichsoziale, stehen sich wie Wasser und Feuer gegen« über. Auch in der gestrigen Sitzung kam dieser Gegend fatz .wieder^ zum! kcäfügen Durchbruch. Es stand das Referat über Aenderung des Wasserversorgungsgesetzes für die Stadt Wien zur Beratung; zür Beschlußfassung über diese- Geschäftsftüdf ist die Anwesenheit von 100 Mitgliedern erforderlich, von denen mindestens 80 dafür stimmen müssen. Bet der Abstimmung kam es nun zu den turbulenten Szenen, weil Bürgermeister Reumann^ die Annahme des Gesetzeenunziert hatte. Die. Christlichsszialenbegannen nun ein; fen^tes Geschrei und verlangten die Auszählung. Minuiew» Lang dauerten diese Szenen. Gin Pultdeckelkonzert begann. Rufe, wie „Nuszählen", ,Mr lassen uns nicht vergewaltigen", wurden laut. Bürgermeister Reumann aber saß ruhig auf seinem Sitze und ließ die Herren weiter toben. Da der Lärm kem Ende nahm, ließ der Bürgermeister doch die Auszählung des HauseS vornehmen: Da ergab sich, daß nur 68 Mitglieder für dar Referat stimmten. Unter großem Beifall der Christlich sozialen erllärte nun der Bürgermeister, daß das Referat in,der nächsten Sitzung neuerlich zur Abstimmung kommen werde. - * Altnenland. Der Jüdisch? HochschulauSsckmß teilt mit t .-Jn jÜraster -Zeit nebmen wir Ausrufe wahr, die von einem «Hockichüler-Llusschuß". „A l t n e u l a n d* gezeichnet werden. Wir stellen fest, daß die Bereinigung „Alkneuland" bei unS nicht organisiert ist und daß w r mit derselben weder identisch find, noch m irgend welchen Beziehungen zu derselben stehen. * Postgebühren tm DerKehre mit der Tichecho- Slowakei. Mit Wirksamkeit vom 15. d. M. wird die Tschecbo- Sldwakei im Verkehre nut allen Nachbarstaaten, nach denen gegenwärt'g die dortigen Jnkandsgebühren gelten, die Gebühren für den Verkkhr mrt Heu, Mäudern des Weltoostoereines einsühren. Infolgedessen müssen auch imBeikchre nach derTichecho-Slowakei an Stelle unserer Jnkandsgebühren die WeltpostvereinsgebÜbren angewcndetwerden. Für d;e Blindendrucksachen, Pakete und Zeitungen hleiben dre für das Inland sestgesetz'en Beförderungs^ gedühien bis aus weiteres äu'recht. Dringende Pakete aus Oesterreich nach ,der. Tscheckw-Slowakei bleiben wie bisher.zulässig. Gin Streik im Stratzenbahnhof Favoriten. Gestern bei Betrikbsbepmn setzte im Sttaßenbahnhof Favoriten ein Streik des Fahrper^miales ein. Als Ursache des Ausstandes wurde angegeben, daß das P e r s o n a l m r t d e r F a h re i n t r i l u n g . n r ch t zufrieden und. daß namentlich d e Mttggspaule zu ungünstig eingestellt sei. Durch,diesen.Ausstand wurden die Bewohner von Favoriten, die die Linien 66, 67, 13. 3 und 0 benützen, betroffen. Es wurden Verhandlungen e»ngeleitet und gegen V-.10 Uhr vormittags der Streik in der Weise beigelegt, daß dem Personal zugesagt wurde, die Fabreinteiln.ng nochmals zu.überprüfen und. den gerechtfeitigten Beschwerden Rechnung -u tragen. . * Verschlechterung bet Kohleneinläufe. Die Kohlen- -uschübe aus, allen Änlieferungsg-bielen haben sich in den letzten Taaen wieder bedeutend verschlechtert. Au8 O st r a u aber ist gkstern g a r n ich t>s....grlommen..wa8 als Folge des Osiramr Stie'ts an'U'ehen rs^ Auch das Elektrizitätswerk muß jetzt schon durch zwei Tage hindurch aus semcm Vorrat,zusetzen. * Eine diebische Wachmannschaft. In dem Bericht der Polr-eckoirespondenz über die Schleppungen im Landwebl^ monturdepot in der Svenge»gasse war ein Jrrlum enthalten. Der in Haft genommene und fälschlich als Vollswehilemnant beie'chnele Gustav Web e r war n i ch t Leutnant, sondern.ein' Bolkswehrmann. . V ‘ ‘ , ' ' . * Unter dem Verdachte des Betruges. Gegenden Metallhändler He nrich S ch l a ch e t, Gefchästssühi er, dcr Laaeimetall-Bet'.iebsgescllschait m. t/'H.. H.. Große Mohrengasse Nr. 29 wohnhaft, bat das Snchcrßeitsburcau auf Anzeige der lem chöstire-chischen Mitallstelle. Kamgafie Nr. 1. Erhebungen wegen Verdachtes des Betruges, eventuell auch wrgrni P^rittreiberei emgik'tet. Der Anzeige zu olge hat Schlachet unter dem Vorwände, einen Waggon Zinn aus Deutschland aussühruei besi Mn zu können, von der anzeigenden Stelle zehn Waggons Me'singhiillen samt Ausfuhrbrwillignng kihalten; er«, hat aber nach Abl'ettrung des Me fines bte Kompensatiorsware nicht g'eliefe r t. wodurch die F rnia um mindestens K 84-'v0:0 — g''chäd gt eikcheint. Schlachet wurde am 10. d. M. dem t?andcsgenchte e'Ngellefeit. * Ein gefährlicher Brand im Arsenal. Bor einer großen Katastrophe. ist .gkslem abends dmch das I ehe"de @m» greifen der städt'cken Feirerivehr das Arsenal bewahrt Warden. Gegen 9 Uhr abends war ein Holzschupscn. der vor dem Objekt XVII links vom Hanpikingang. des Aisennls steht, aus bisher unbekannter Ursache m Brand geiaten. Es bestand die große Gitabr. daß die Flammen durch die Fenster, die Kngvp dahinter find, in daS Objekt XVII selbst dringen könnten. Nun find in diesem Bau M u n i t i o i<"S v e r s ch lag e in großer Menge untngebracht. E'n Utbergrrifen der ^lawm:n m diese Lager" räume häkle unabsehbare Folgen haben könueii. In sehr kurzer Zeit wardre.H.auprwacke Favoriten :«r Stelle und es gelang ,» ganz kurzer Arik, dre Gefahr zu banne«.. » Dereinsnachrichten. (N a ch r i ch t e n v o n B e r e i n e n e r i ch e r uenanSaahmSlosuuramTagederVe raust altuttj.) Hen11: ZioüistilcheBezirkss eftto nLeopoldstadt. 6 Uhr abends im Vokale.der Volksb blivthet „Zion", u. Glocken» aasse 39, Aron Schwer^finger: ^Ist die Bibel ein modernes Wert' H e b rö k s ch eS S e k r r t a r i a t 2 Ubi nachmittags bebrälicher Konvrisalionszrk''l. 8 Uhr nach' mi t»gs hebräischer Ta'mudkurs. Lei er Dr. N. Goidst''in. im Vokale des Hapoc! Hazair,. lk.. Prttnstraße-9/4. — Jugend» gruppe der z i v n i st i t ch e n B e z i r k Ss e k t i o n B r^i g i 111 tt a u. 2 Uhr nachmittags Beginn des hebräischen KonveisationSirrkelS Lctt.r Herr N. Wundermann. — Jugend» verein ^Ahawath Z,o n". Wien. 5 Uhr nachmittags Dr. Rudol Glanr: „Dir Lage der iüdnchen Jugend ,n Wien". — Vereinigung jüdischer Hörer an der- H v ch s ch n l e f ii r W % \ t h n it b e 1. 1 *3 U!,r nachm itapö Mi me. 11.. Taborstraßc 1. Dr. Höi mann K a o i s.ch .: „Äli - gabki! der jiibi’djrii od-i«e". will'owM!',,. Jüdische' B o 1 k ts b '. b 1 i o t li c f „ft t o n" AmalnnNiibt. 6 llbv ,ab nbs l tz'e Probe von „Ur><1 Aeo a". — R rc und Lese» h n l l e i ü d i s ch e r H o ch s ch ü l e r. Dr. Weuhnmer: Das . Mysterium des Judentums. <Si«e Jnterpella'lo» der Jüdlfchmrttonalm Wege« 9m Weigerung von Schrebergärten und Spielplätzen an jMsthe Organisationen. Die Gemeinderäte Dr. PlaschkeS und GenvffeM richteten folgende Anfrage an den Bürgermeister: ' Die zionistischen Bezirkssettionen Leopoldstabt «n8 Brigit^nau sowie der Verein jüdische Kindersreunde" bewerben sich beim städtischen LanbwirtschastSamt vergeblich um die Zuweisung von Schrebergärten, beziehungsweise Spiels Plätzen für ihre armen Mischen Kinder. Interventionen bei« städtischen Landwirtschastsamt brachten daS traurige Ergebnis, es stehe für Kleingärten und Spielplätze in der Leopoldstadt und Brigittenau kein Platz zur Verfügung, man könne für die -Einschreiter nichts tun, zumal auch etwa 1400 Einzel» anfuchen, darunter solche von Kriegerwitwen und Invaliden^ unerledigt seien. Auf die Frage, was denn mit dem Prater und dem Augarten sei, erwiderte der Beamte, in derkrieart sei kein Platz, da sie für die Anlage einer Hindernisr ennbahn und mehrerer Reitalleen fast zur Gänze reserviert bleiben müsse. Die Flächen rechts von der Hauptallee feien hofärarifcheS Eigentum; dort dürfen Zuweisungen über das bisherige Maß nicht gemacht werden, da weder^baS Hofärar, noch Bizebürgermeister Dinier znstimmen. Der Augarten fei Wohl derzeit unauSgenÜtzt, stehe aber zur Verfügung des städtischen Jugendamtes. Die Geferttgteu glauben, daß die Gesundheit tote Kindern über alles geht, daß auch die Selbstversorgung von armen Invaliden, Kriegerwitwen und Kriegerwäifen/iveiL. wichtiger ist, als Vergnügung«: von Leuten, die Rennplätze benötigen, und. fragen an, ob der-Herr Bürgermeister ton diesen Dinge« Kenntnis hat und geneigt ist, das städttschü Landwirtschaftsamt arizuweisen, 1. für Schrebergärten und Spielplätze in der Leopold« stadt und Brigittenau unvertveilt geeignete Plätze ausfindig zu machen, insbesondere de» Augarten in Benützung ga nehmen; 2t die Krieau zum überwiegenden Teile für Schrebergärten zuzuweisen; 3. mit den ehemaligen hofärarischen Behörden weg«« Ueberlassung sämtlicher noch unbenützter Gründe rechts vou von der Hauptallee behufs Anlage von Schrebergärten und Spielplätzen sofort in Verbindung zu treten. Bürgermeister: Ich habe die Ehre, folgende wort zu erteilen: 1 Zu 1. Mit Rücksicht auf die große Anzahl von Ansuchen um Kleingärten aus dem 2. und 80. Bezirk hat das Landwirtschaftsamt bereits alle in Betracht kommenden Flächen des Bezirkes für Anbauzwecke in Benützung gezogen. Hingegen können Teile des Augartens für Spiel- und Anbau« zwecke herangezogen werden und'werde ich das Landwirts^iaftsamt anweisen, in dieser Richtung mit den beteiligten Faktoren Fühlung zu nehmen. Zu 8. DaS LandwirtschafiSami hat bereits wiederholt um Freigabe der Krieau für Kleingärten und Kinderspielplätze ersucht. Die Erledigung» dieser Frage hängt aber vornehmlich davon ab, ob daS Projekt einer Hindernisrennbahn zur Durchführung gelangt. Eine Entscheidung hierüber ist noch nicht getroffen und steht nicht mir, sondern dem Stadt» und Gemerndr tt zu. Zu 8. DaS Landwirtschaftsamt bemüht' sich fett mehr als einem Jahre, von feiten der hofararischen Behörden außer den Teilen der Wasserwiese noch weitere Flächen de» Praters für die vom Herrn Interpellanten angeführten Zwecke zu erlangen. Alle Bemühungen sind jedoch bisher gescheitert. Auf Grund einer Besprechung der zwischenstaaisamtlichen Kommission wurde bestimmt, daß eine Arrondierung, beziehungsweise Erwerbung der derzeitgen Kleingartenanlage im Prater nicht' mehr erfolgen dürfe. Eine Abfuhr der Antisemiten durch &emeltAetai Dr. Plaschkes» Gemeinderat Dr. G.lasauer sprach bei der: Pr>ft „Einrichtung des SlinderheimS in Unter-Meidling" gegen dir Zuweisung von Baracken in Baumgärten, a» jüdische Waisenkinder, die man. in, Wien nicht anpflanzen solle, da! die Bevölkerung ihnen nicht grün sei und schon an Bela Ku» i genug Hube. Im übrigen solle man gegen jüdische Konkurrenz so. Vorgehen, wie der Laibacher Stadtmagistrai,! nämlich 6Te Gewerbescheine entziehen. I Unter lebhaftem, oft stürmischem Beifall der Unken 1 Gkitc und vereinzelten Proteltrusen der ^KrisUicksozialen

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