Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 409 (12.3.1920)
- Date
- 1920-03-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 Wen, Freitag_ Auftav Weber, dem Herrschaftsdiener. Karl Blaschek und k>em dienstführenden Feldwebel Max Sobotka ausgegangen. Die Volktzwehrleute wurden dem Garnisonsarrest eingeliefert. _ Sü, Fondvon LO.vvy Dollar für jüdische Handwerker und Kleinhändler in Polen. Warschau, S März. (Prvat.) Doktor Bogen, der;ur Reorganisation des ame,ikan'lchen Hiliswerkes in Warschau weilt, hat ein Teleorainm aus New Jork rrlialien, daß das Jom! Distribution C Mlnitt'c beschlossen habe,2Ä».A!0 Dollar für produktive Hüte in Polen aus uwrftn. Dieser Fonds wiid dam henüvt werden, Anleihen an Handwerker und Klernhäu-ler durch sie schon bestehenden Sparkassen und andere Jnilüute zu ge' währen. D e ÄnSarbenung des Planes für diese Anleihen wurde Dr. Goldman übertraaen. * Eine RclchSkonferenz der NationalfoadSkomMission Oesterreichs. Bei der letzten Sitzung der Wiener Beziriskommissäre des Jüdischen Nationalfonds, die am Samötagunter Karfitz des Dr. Zweig stattfand, referierte Ing. Nußbaum uw* me Purimwerbung. Sie ergab bisher in Wien 25.000 Kronen, an sich ein lächerlicher Betrag, doch in Hinblickauf die agitatorische Werbung für die Zukunft bedeutsam. Rührend war die Hingabe der jugendlichen Sammler, denen leider nicht genug Sammelbüchsen berertgestellt werden konnten. In der Debatte kam die einmütige Meinung hervor, alle firart zunächst auf die Nusgeftalrung der Bezirkskommissiynen und auf die Propagierung der Selbstbestenerung zu konzentrieren. Auf Anregung des vom Nationalfonds-Hauptbureau im Haag entsendeten Herrn Adolf P o l l a? wurde ferner be» schlossen, schon in allernächster Zeit eine Reichskonf e r e n z aller Nationalfonds-Kommissäre Oesterreichs nach Wien einzuberufen, urn. durch Klarlegung der Richtlinien den Sammlungen für unseren Volksschatz jenen Aufschwung zu sichern, welcher allein der Große feiner Aufgaben, entspricht. * Vom Jüdischen SraLtonalfondS. Im Anschluß an den Bericht in Nummer 407 vom 10. d. M. betreffend dm Vortragsabend der zionistischen Bessrtssektion X/Xl am 8. d. M. ftt noch nachgetragen, baS im Nimm der Bezirkssektion deren Vorstandsmitglied Herr Heinrich Weiß eine mit großem Beifall oufgenömmrne Rede über den Jüdischen NaironalfondS hielt. Als Resultat seiner Ausführungen sowie auch der erst kürzlich erfolgten Konstnuierung einer aus ''amtlichen jüdischen Richtungen bestehenden Jriorichen National'ondS-Kommrsfion X/Xl (Vorsitzender Herr Rabb'ner Dr. A. 8 M a n d e l ist zu verzeichnen, daß bisher seit 1. Jänner d. I. über X 16 000 an. den Jüdischen Nationalfonts crbgeführl wurde. Es wurde daher in neun Wochen des Jadres J920 mehr als zehnmal so viel für den Jüdischen Nat onalfouds gespendet als rm ganzen Jahre 1919^ das nur K 1604.— ergab. * Beerdigungen vom heutigen Tage: Alter Friedhof: (israelitische Abteilung) 9 Uhr Jsak Schwarz. II., Balericstraße 92; 11 llbr Joses Ciebemckiein. XIII., Elßlcrgasie 26. — Neuer -Friedhof: (rsraelttüche Abteilung.) $ Uhr Moritz Singer. V!., Stumpcrgaste 40; 9 Uhr 20 Mm. Simon Crec-owiezka. H., Nuevpgasse 7; 9 Uhr 40 Min. Cäcilie Schneid, XX.. Wintergaste 16; 10 4% Mirjam Sucher. VI., Brücktngasie 2: 10 Uhr 20 Min. Ferdinand Reif, U., Grcdlersiraßr 3; 10 Uhr 4<> Min. Arnold Rack, II., Blumauergasse 18; 12 Uhr Sicgmmld Gartenberg. IX., Servitengasse 4. * * Jüdische Flüchtlinge an« SLdrutzland in Siumänien. D:e »Ägence des Balkans" meldet: Die rumänische Regierung hat einer großen Anzahl Juden, die vor den Bolschewiken aus Siidrußlaud geflüchtet sind, das Uebertreten der rumänischen Grenzege st artet nnd veranlaßt, daß die Flüchtlinge in verschiedenen Teilen Beßarabiens Unterkunft finden. Gleichzeitig hat dir rumänische Regierung zur Verhütung etwaiger schädlicher finanzieller Folgen, Lre durch eine gleichzeitige Zuströmung vou Rudeln ou-Z Odessa und Südrußland sich ergeben könnten, die entsprechenden Maßnahmen gerroffen. — (<$5 wäre von Interesse zu eriabren, welcher Ark dieie Maßnahmen find, ob nicht etwa dre Flüchtlinge, die inte letzte Habe aus die Flucht Mitnahmen, im gastkreundlichen Ramäruen aus finanzvolmschen Gründen auch dieser letzten Mittel beraubt wurden. Di: Red.) * Dir Regelung der Bezüge der Gemeinbearzte. Der Landtag hat gestern übi.r Antrag des Landesrates Dr. Nep u st i l ein Gesetz über die provisorische Regelung der Tienstes- und Ruhebezüge der niederösterreichischen Ge« vreindearztr und deren Hinterbliebenen beschlossen. Dieses Gesetz sieht im 8 1 eine Mindestentlohnung für Gemeindeärzte im ^Betrage von jährlich 2460 Kronen vor. Durch die im § 2 festgesetzte Einrcchnung der Kriegsdienstzeit werden die Gemeindeärzte in dieser Beziehung den übrigen Kategorien öffentlicher Angestellter gleichgestellt. Im Interesse der Aer.zte besonders zu begrüßen find die -im § 8 enthaltenen Bestimmungen über die Ruhegehälter, die vom 1. Jänner 1920 an mit 4800 Kronen, beziehungsweise für Altpensionisten mit 3700 Kronen festgesetzt Ascheinen. Ein gleichzeitig gefaßter Beschluß des Landtages sieht eine Erhöhung der Unterstützungen für solche gewesene Gemeindeärzte nnd deren Hinterbliebene vor, die vor Inkrafttreten des Gesetzes nicht pensionsberechtigt waren. Derartige Unterstützungen können nunmehr bis zum Höchstbetrage von 200 Kronen gewährt werden. 0 Srn Februar 22.634 Kinder aus Wie«/abges reist. D:e Geschäuch'telle „Kinder ins Ausland*' (Wien. l.. Hof» gartenstraße 3. VolksgtsundhntsamN teilt m t: Im Monate Februar 1920 sind 22.634 Kmder gegen 17.900 im Vormonate) ins Ausland abgegangen. und mar nach Deutschland 9220 Kinder, in die Schweir 5150, nach Holland 6030, Schweden 1120, Italien 951, Dänemark 569, Norwegen 600. * Israelitische Militärseelsorge. Die Kanzlei deS »Israelitischen MatnLrnamlrs" »itr Angehörige, des ehemaligen gemeinsamen Heeres lftüßere «Israelitische Mtlitärseelsorge") ist von der Roßauklkasernr nach IX., Lalschkagasse 7 überfiedelt. Dre Sprechstunden dcs.^eite:s lFeldrabdrners Dr. Fravkfutteri find täglich von 3 b's 4 Ähr. * Stonftatttin Noske gestorben. Gestern nachts ist in, seiner Wohnung, 1. Bezirk, Dörsegasse 10, der Generalsekretär des Fabriken-Nückverstcherungsverbandes Konstantin Noske, «inst ein sehr bekannter Politiker, tm Alter von 72 Jahren, plötzlich gestorben. Noske war in Wien im Jahr 1848 geboren. Er trat im Jahre 1366 rn die Wechselstube F. Sch eh ein und übernahm im Jahre 1860 die Generalsekretärstelle bei der Generalrepräscntanz der «Franco-Hongroise". Er gehörte als Politiker der altliberalen Richtung an, wurde Gernernderat, Stadtrat und Abgeordneter im Landtag und Reichsrat. In allen drei Körperschaften erwies er sich als schneidiger Debatten und als tüchtige Arbeitskraft. Er mar einer der energischesten Kämpfer gegen dre christlichsoziale Partei und ist ihr mit seiner hohen Rednergabe immer rücksichtslos entgegcngetreten. Auch der Leitung des Vereines zut Abwehr des AutzsemitismuS hat Noske angehört und rn dieser unfruchtbaren Körperschaft viel Arbeit geleistet. SeLr^roL und dauernd sind Iciiic SictbicnÜß um die Bovu- Wiener MorgenzeiruwH Ew^esendet. LrManien. Platin. lVttlnren perlen Vliren, falsche Zähne, alle Silbergegenstände verkaufen Sie am besten direkt dem Juweller und Goldarbeiter 8 Holzapfel Wien, VI-, Mariahlberstrasse 79 oder Werkstätte: L, WoUzeile 17jl3. so» Zahlth8oh«toProlae,aafttr»lnen«V®r»rb«itnnjp larifierung der Gabelsberger-Stenographie in Oesterreich. Jahrzehnte lang leitete er den hresigen GabelSberger-Stenographen-Zentralverein. Seit Jahren hat NoSke dem öffentlichen politischen Leben entsagt. /. « Der Budapester Oberrabbiner gestoeben. Der Oberrabbinrr der Budavcster lfiacltischcn Kulfirsgemriude, Dr. Samuel Kohu, ist gestern >m 79. LcbenLjahle gestorben. * Di« Grrnze« Palästinas. Das Organ deS British Palestine Commitles, „Pale,'fine", stellt fest, daß die Friedenskonferenz die Frage der künftigen Grenzen Palästinas bereits lesprochrn hat und daß die ganze Ängelecenhcit nunmehr einem euglisch-franzSsischen S a ch v e r st ä n d t g e n a u s | ch u ß zur Berichierstaltung Überantwor!et wurde. Nunmehr habe.Millerand, der wieder nach Frankreich zurückgekehrt ist, daß letzte Wort in dieser Frage. * Falsche jugoslawische Banknotenstempel. Auf Grund einer vertraulichen Mitteilung hat daS SicherheitSbureau festgestellt, daß sich hier eine größere Menge jugoslawischer Banknoten zu je 1000 5dronen in gefälschter Ausführung in Umlauf befinden, sollen. Am 3. d. M. wurde nun unter dem Perdachte, den Verkauf solcher Banknoten vermittelt zu haben, der 41jährige Privatbeamte Georg Schreiber, 2. Bezirk, Castellezgasse Nr. 16 wohnhaft, angehalten. Es stellte sich heraus, daß er der. Vermittler für den 40jahrigcn Beamten Armin Krißhaber war.Dieser hatte durch einen Bankgeschästsinhaber 306 Stück solcher gefälschter jugoslawischer Banknoten zu je 1000 Kronen unter der Annal-me, sie seien echt, verkauft. Mit Krißhaber stand der 44jährige Sollizitator Josef Kominik, 18. Bezirk, Wegelergasse Nr. 3 wohnhaft, in Verbindung. Die 206 falschen jugoslawischen Tausenbkronennoten wurden zustandegebracht und der Staatsanwaltschaft übermittelt. Georg Schreiber, Krißhaber und Kominik wurden dem Lande^- gerichte eingeliesert. * Der Zwölftnillionenkosfer. Di« Hauptbeschuldigten in der Angelegenheit des vertauschten und bestohlenen LederkofferS mit den 12 Millionen, sind gestern dem Landesgerichte/ eingeliefert worden, nachdem schon vorher das gestohlene Geld größtenteils in Raggendorf zustandegebracht worden ist. Eingeliefert wurden der 24jährige Hörer der Philosophie Vilim Francis, der 36jährige Viktor O blak, zuletzt Feldwebel bei der jugoslawischen Militärmission in Krakau und. der 32jährige absolvierte Jurist und frühere Ober»- leutnant in der Reserve der jugoslawischen Mission Ivan Kärkovic. Unter dem dringenden Verdachte der.Mitschuld an der Veruntreuung wurde gleichzeitig auch der 28jährige'Zahntechniker Franz Gutmann, Prater,- Jlkplatz Nr. 7 wohnhaft, dem Strafgerichte übergeben. Die Verfolgung der beiden Täter, die den Koffer vertauschten, des Privaten Maczell Dolragovic, der sich auch des falschen Namens Marcell Kotos bedienen soll, und des Architekten Erwin Barth wird fortgesetzt. Jüdische Kinder Unter' den von dcr K o m m u n e W i tn nach Italien gesandten Kmdern gibt eS eine Anzahl von jüdischen Kindern, die meist in chnstlichen Häusern untcrgebracht find. Jüdische Familien, die ein Ämd m Görz haben und es der Juden unter gebracht sehen möchten, moaen eine dahin lautende Erklärung au die jüdische Gemeinde in Görz gelangen lasse». * Die unterbliebene englische Nationalspende an Marsch all Fach. Wie rrinncrilch. hat die englische Regie, ung dem MarschaU Lord H a r g m Anerkennung sern r großen Verdienste als Feldherr eine Narionalspende von JOo.OOtt Pfund Sterling aew.dm«. Nun erfährt man anS Pariser und Londoner Wänern, daß L l v y d G e o r g e seinerzert Clemcnceau wissen ließ, daß dre englische Reg,erung sich glücklich fühle« würde, dem Marschall F o ch den Dank der englischen Nation in derselben Werse bekunden zu können. Clrmenceau habe damals dankend abgelehnt, da in Frankreich eine Ehrung von Generälen in dieser Form nicht üblich sei. Lloyd George drängte Nicht weiter/machte jedoch Marschall Foch von der Abficht der englischen Regierung und von der ablehnenden Haltung ClemenceauS Mitteilung. Foch habe darauf geantwortet, daß ihn dre Liebe der Engländer sehr gerührt habe, wäre ihm die Enischeidung über die Annahme der engllschrn Nationalwidmung anhermgestellt gewesen, so hätte er die Spende wobl nicht für sich, jedoch zur Berlrilung an französische Hilfsorganisationen für 5krirgSbesch8digre verwendet. * Dev Südwestsriedhof Vev Gemeinde Wie«. Stadtrat Dr. G r ü« legte in der gestrigen Stadiratsfitzung einen Bexickt über die sanitären und geologischen Verhältnisse im Gelände des projektierten Südwestfrtevhofes vor, aus dem h-rvorgeht, daß d e in Aussicht genommenen Gründe unter jene», dre für Friedholzwecke überhaupt in Betracht kommm, d e geeignetsten find. Dre Einsprüchemehrerer Anrainer werden abgewiefr» und daS Bauamt cheauftragt, entert endMtkgen Entwurf über dre Ausgestaltung deS im Wiener Gemerndcgebiete gelegenen Teiles des SÜdwcstlriedhvfeS ausmarbritcn. * Holländische Liebesgaben. Die holländische Mission, welche am letzten Sonntag unter Führung des Barons Pan Do rt h einen Liebesgabenrug «ach Wren brachte, erschien gestern bei Bülgermeister R e u m a n n, um ihm von dem Inhalte der Zuges Mitteilung zu machen. Bürgermeister Reumann, der den Mitgliedern der Mission die Lage der Wiener Bcvölkernng emgrbrnd schrlderie. sprach in Worten der Anerkennung der holländische» Devölker»»g de« wärmsten Dank jür die Hilfe aus. * Richtpreise für Toiletteseife. Die ZentralpreiS- Prüfungskommission hat mit Beschluß .vom 10. d. M. nachstehende Richtpreise für 80*/o fett'äuredältige, trocken^, varlümierte and adjustierte Kerntoiletteseife festgesetzt: Für 1 K logramm, ohne Verpackung gewogen, jedoch unier Tolerierung einer 6%taen GewichtSdisserem a) für dm Erzeuger K 200.—, b) für den Wirdrrvrrkäuser n 240.—. * Tschecho-flowakksch« A«««a«dererzöge. Au« dem Amte deS diplomatischen BerirererS der tschecho-slowakilchen Republik in W:en wird mrtgeterlt: Die Einschreibung, beziehungsweise Anmeldung für die Auswanderrrzüge findet vom 12. b,S 20. d. M. täglich zwischen 10 bis 1 Uhr rn der UnterstützunaSabteilung. l.» Wallnerstraße 3. statt. Dre Versammlung der Anaemeldcten, in welcher d e notigen Jnformationm und di« AhsabrtStagr der Züge bckanntgegrden werden, ist auf den 23. d. M , 8 Uhr nachm'tlagS, in die Schelleiauer B,erhalle, X., tze'bnitz« gasse 26. einbernfen. Ohne Nachweis Über die HeimatSzustandigkfit in der tscheclio-slowatischen Republik, ferner obne Bestätigung über den neuen Wohuungssiy und ohneMeldezfitel wird niemaud ausgenommen werden. Zugleich wird dekannigegeben, daß dre ÄuSwandcrerzüge auch im April und Mai abgeferligt werden. « Die Ueberstedlmrg ungarischer MiUtärpersonen aus Oefterreich. Das unaansche Krteg-mmistermm bat ver» -12. März 1VM Nr. «0» fügt, daß die von Oesterreich heimkehrenden, nach Ungar« Heimat^ berechtigten Otst'iere »nd «onstrge M-litärpersonen sowr« der«» Familien samt ihren UeberfiedkungSessekten in ernem geschloffene» T'ansvorl am letzten emes jeden Monates nach Ungarn ad» gelendet werden. Nähere Mitte lungen m der Ervositm der vng«« rischen TranSvortleüung xn Wien, TU., Hofstallstraße 7. i * Grosier Einbruch. Am 7. d. M. nachts drangen vom Kanal auS Schränker in das Damenwäschegeschäft der Firma G l a s e r K W e i st. IX.. Aberbachstraste Nr. 10; sie erbrachen die enerne Kasse und stahlen Juwelen. AnS dem Lager nahm« sie Waren mrt. Der Gesamt» chade beträgt X 800.000.—. i * Hofgastein. AnS Hosgasiein wird gemeldet: Di« Km kommission teilt mit» daß in den fa der letzten Reit tagendest Sitzungen deS Gemr'ndeanSschrrsses, der Knrkommrision und deS SVrrtschaltSmteS einstimmig dre E r ö t f n u n g der diesjährig» Sai on beschlossen wurde. Die Kursarson dürfte am 15. Mai be« ginnen. Es ist zu e> warten, daß bis m dieser Zeit dre Verband« jungen mit den Ländern wegen Avssassung oder wenigsten» M i i d «r n n g der Einreiseverbot« und AufenihaltSbrstrmmrm« gen zu einem befriedigenden Ergebnis führ» werden. * Eine Vriefmardenfammlnns «« X 200.90» gestohlen. Im Hotel ,Goldenes Lamm" aut der Wieden wurde g-stern dem E"hd nS K v b a u eine Gencrassammlung m ran» Schanbekalbum. bestehend aus ungefähr 600 Satze» Briesmarkest der ganzen Welt. K 200.000 wett, gestohlen. j * Selbstmord eine» Desrairdante». TuS W ar« r« d o r s w,»d g meldet: Aus der Henastw ele wurde der 20jährige, rn einem Geldinstitute bedrenstet gewesene Erwin Tippe! mit dm ehschosiener Schläfe tot aulgeiunden, T i p v e l hatte größeri Geldsummen unterschlagen und sie in der Faschingszeit verjubelt, nnd da feine Verhaftung bevorstand, entzog er sich ihr dm« Selbstmord. } * F^psrßsEWgSver^hr «uf tot Weststsh«. Asti Montag den Io. März verkehrt ausnahmsweise vow Wien-Westbahnhof bis Salzburg der Fernpersouenzug Nr. 11 ab Wien-Westbahnhof'7 Uhr früh. Da zu be«. .'- um 5 Uhr nachmsittagS von. Wien-Westbahnhvf abgehen.« den Fernpersonenzug der Miseandrang besonders stark ist. wird auf den ausnahmsweisen Verkehr des ob» genannten Zuges aufmerksam gemacht und gkeichzaitig ganz besonders darauf hingewiesen, daß infolge der Kohtenknappheit die Führung eines EntlastungSzugeß Montag nachmittags gänzlich ausgeschlossen ist. * Loh»bemeg««g km Vatikan. .Ekoile Belge" wird anS Rom benchlrt: D»e Teuerung macht sich im Vatikan genau so fühlbar, wie rn den übnqen Teilen der Stadt und deS KSnigrercheS. Die subalternen Beamten, besonders aber di, Schweizer Garde und die päpsifiche Gendarmerie scheinen von X den Folgen der Teuerung besonders bedrückt zu sein, denn sie entschlossen fick vor einiger Zeit, rhrem Obersten Herr« ein, Anzahl von Memoranden übermitteln zu lassen, m dme» sie, unter Androhung von — horribil« dictu — Streik und äffentltchen Versammlungen, bedeutend, Lohnerhöhungen forderten. Eine durste Amwort deS Papste« blieb zunächst auS. aber der Chrf drr Gendarmerie mußte sich schließlich doch eurfchlußen, dre Führer der Bewegung zu Verhandlungen eimuladen und die Forderungea der vat'kamscheU Trappen dem Pap» vorzurragen. Die Forderungen wurden schließlich bewilligt und nunmehr erhalten die Schweizer und die Gendarmen einen monatlichen Sold von 400 Lire — genau dasselbe. .- erhalten die Lnbgürdisten Brktvr Emanuels — und überdrrS gebührt ihnen nach zwanzigjährigem zusriedenstellende» DreNft eine Jahrespension von 1500 Lire. Auck die Forderung, daß dr, erste Uniform vo» der Berwalwng deS Vatikans beizustellr» wurde bewilligt. . Kleine Chronik. Ei« nationales Gesundheitsamt. In der dom skandinavisch-jüdischen ZentralhilfSkomitee herausgegebenen Zeitschrift «VolkShilfe" finden wir folgende« Aufsatz von Dr. David Friedmann» welcher eine brennende sanitäre Frage grundlegend lösen will: Schon vor dem Kriege haben die sanitären Zustände unter den Breibett Massen der europäischen Länder den Hhgi.'nikrn und Eugenikern große Sorge bereitet. Tuberkulose und Geschlechtskrankheiten waren schon damals so verbreitet, daß man daran denken mußte, den Kampf gegen diese Infektionskrankheiten öffentlich aufzunehmen. Der Krieg hat nicht nur die ersten Bemühungen dieser Art zerstört, sondern auch die Beding gungen für die Verbreitung dieser Itrankheiten noch vermehrt. Das jüdische Volk hat auch in dieser Hinsicht mehr als alle übrigen Völker gelitten. Schon vor dem Kriege war die Zahl der sogenannten Konstitutionskrankheiten bei den Juden weit größer als bei anderen Völkern« Auch die Nervenkrankheiten waren bei uns furchtbar verbreitet. Dazu sind nun in den letzten Jahren im stärkeren Maße als vorher Tuberkulose und venerische Krankheiten hinzugekommen; durch den Krieg, welcher im Osten wütete und vorwiegend die, Städte mrd Flccken mit jüdischer Bevölkerung heimsuchte, wurde die Zahl der zumeist unschuldig — von der Lues angesteckten vermehrt. Auch der Hunger und die furchtbaren Leiden, welche unser Volk in der Ukraine, Pole» und Rußland zu ertragen hat, rufen eine völlige- Schwächung des Gesundheitszustandes hervor und schon, die nächste Generation muß dadurch alle Zeichen der Entartung an si b trage». - Unsere Ma sen benützten in . sehr geringem Maße hie staatlichen Anstalten zur Bekämpfung der Tuberkulose und venerischer Krankheiten. Sie lesen auch nicht die fremdsprachige populäre Literatur über Infektionskrankheiten und Hygiene. Sie haben keine» Begriff von hygienischer Kindererziehung, Säuglingspflege- Schuh der Eltern vor Infektion, richtig angewandtes Schul-, Familien-, Eintel- und Gemeindehyglene mit einem Wort: Die Masse ist hiljlos in diesen Dingen und sich selbst ganz üxr a sen; die jÄ. iiche Intelligenz aber kümmert sich wenig um diese Bvlksfragen. So leben wir heule in einer besonders kritischen Kpcipde: denn der iüdische Körper g?:hL SMizude.