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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-12 · Heft 409 (12.3.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 409 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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/ M m Ären. Freitag Il.antfi.i.»«i .I.V ... ..WM..,!,.,. _ M, .7 |.HM|M«|W<-V!nir WienevMorgrnzeitung 127MUÄ2Y ---— . D?y Betzeckttrrg für -ie neue« AttS-qaben. - Es wird viel über dis Art geMwchen. in welcher die Finanzverwaltung die neuen Milliardsnaushilftn an die Swatsangestellten budgetmäßig hereinbringen wird. Dr. Reisch hat Erhöhüng>Ln der Eisenbahntarife., der Postgebühren und des Täbakmonopols augekündigt. Sein Amt arbeitet gegenwärtig die notwendigen Borlagen an die Nationalversammlung aus. lieber die Höhe dieser neuen indirekten Steuern ist bisher nichts Authentisches, bekannt geworben, einfach deshalb nicht, weil die Finanzverwaltung sich selbst darüber noch nicht , iitt Älaten ist. Parlamentarische Kreise schätzen die Erhöhung der Gütertarife auf etwa 60 bis IVO Prozent Die Nsgierurig glaubt, hier so hoch greifen zu können, weil sie bei der ) für Mitte April zu gewärtigenden Verbesserung des Eisenbahnverkehres mit einer starken Zunahme des Waren- und Personentransportes rechnen kann. Für Personen soll eine Preiserhöhung von 50 Prozent geplant sein. Die Gebühren, im Postwesen sollen ebenfalls um 60 Prozent hinaufgeseht werden, was-aber nur im Jnlandverkehr wirksam werden kann. Das Telephon soll «nt 80 Prozent verteuertwerden. Ausschuß für Heerwesen. - Der Ausschuß fihr Hrerwesen sctzte gestern vormittagdie Spezialdebatte über die Wehrvorlage fort. Es wurden die 88 24 biS SS des ReferentenentwurfrS in Verhandlung gezogen. Nächste Sitzung am 16. d. M. Die Warschauer KompensationSverhandluttgen Staatssekretär Z e r d i k traf Samstag de« 6. d. M. in Begleitung deS SeknonSckefS Riedl von Leipzig kommend m Warschau ein und übernahm die Leitung der zwischen Polen und Oesterreich schwebenden Bechandlungert wegen Liquidation dcS vorjährigen pvlnssch-österreichischen BerttagkS und wegen Errichtung eines neuen KomvensationsverlragrS zwischen den beiden Staaten. Die Liquid.rttonSverhandlungkn führten bereits zu einem beide Teile beiriedigenden Abschluß. Die Vertrags!) er Handlungen dürften im Laufe dieser Woche beendet werden. Telegramme. Der militärische, Administrator Palästinas über die jüdische Einwanderung. London, 11. März.. (Privat.) General B o ls, der militärische Administrator Palästinas, hat in einer Rede in Haifa erklärt, daß England beschlossen habe, die T v r e P ata st i n a s der j Ldi sch en Einw an d etung zu öffnen. »Ich hoffe" sagte General Vols — „daß" der Friede mit der Türkei in ungefähr einem M o na t unterzeichnet werden wird und daß, da dem Lande große finanzielle Stütze durch Anleihen usw. gewährt werden wird, überall' die A u s b a u a r b eit - beginnen wird. Wir müssen das Land für diefenigM vorbereiten, welche bereit sind, sich hier anzusiedeln. Wir haben Gott sei Dank genügend Atbeitsm ö glich L eit en f ü r j e d e r m an n. Der Militärgouverneur von Haifa erklärte bei dieser , Gelegenheit, daß die Ortsbevölkerung einer /neuen Einwanderung gegnerisch gestimmt sei. Darauf ciinwortete General Bols: >Die Oeffnung der Dore Palästinas für die Einwan d. e r u n g ist beschlossene Sach e, meine Herren". j B*sorgniserregende Lage in der Türkei. Bo» k»ir;schen Ereignisse«. Amsterdam^ 11. März. Der „Telegraaf" meldet, daß sich die Konferenz der Alliierten neuerdings mit der i türkischen Fr a-g e beschäftigt habe. An den Beratuügen nahmen Sachverständige des Heeres und der Marine teil. Die -Lage .in per. Türkei scheint-besorgniserregend zu sein. Nach der „Times" stehe man am Vorabend knt'scker Ereignisse. Mustapha K e tn e l Pa^cha soll versucht haben, mit den Arabern in Syrien: in Verbindung zu treten. - London, 11. März. (Reuter.) Der Oberste Rat prüfte > die Maßnahmen, die zu ergreifen sind, urn den S ch ü tz der Armenier Uttdder anderen Minoritäten im der Türkei zu silbern. - - „ ' Paris, 11. März. (Havas.) General Fra n ch e t d'E.f per e y dürfte Donnerstag inKonstant'. :wpel einireffett. wo er das Oberkommando über die alliierten- Truppen überrehmen wird. ■ twrtnqiefische Kabknstt. - Lissabon, 10. März. (HavaS.) Mvaro Castro hat gleich nach der Kabinettsbildung feine - Demission ekngereicht. Der fMhere Äriegsmmister Oberst Antonio Malta Battlstm hat em anderes Kabinett gebildet, in welchem Javier Da' Silva daS/Portefeuille des Äeußern übernonuuen hat. . : TWrfchtzrin gegen dis japMschö ' ./ Bofetz'ünq SachalW. - ' Moskau, 11. März. iFunkfpruch.) Der Volkskommissar des Auswärtigen, Tfchitfcherin, hat sich mit einer Note aä. das japanische Ministerium des Auswärtigen. gewendet, »vorin er Beschwerde dagegen, erhebt, daß 'die japanische Ne. gerung neue Verwicklungen zwischen den beiden Staaten dadurch, schaffe, daß sie den Nordteil der Insel Sachalin besetzt habe, Diese» Lebtet sei ein wichtiger.Lei! Ostsibtrien- und die feindseligen Absichten Japan» würden dar Friedens, xcr! von neue« verzögern. SLandrechL Im Teschener Gebiet. Tote rmd Verwundete. , Prag, 11. März. Das „Prager Tagblat^ meldet aus Mähr.-Ostrau: Im.Descheuer Gebiet kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Tschechen und Polen. In mehreren Gemeinden gab est auf beiden Seiten Tote.'und Verwundete. Die Menge schlug mit Stöcken und Eisenstangen aufeinander los, Auch Handgranaten wurden geworfen und Revolverschüsse abgegeben. 600 polnische Soldaten sind in Zivilkleidung in'Dzieditz eingetrofsen. Beim Einschreiten von Entente- Militär wurde ein Offizier mißhandelt, ein Soldat einer französischen Abteilung durch einen Revolverschuß getötet. - Mähr -Ostra«, 11. März. (Tschechv-sivw. Poeßbur.) Heute hielt die sozialistische Partei, in Mähr.-Ostraw zwei zahlreich besuchte Volksversammlungen ab, in denen eine Resolution angenommen wurde, in der betont wird» Laß die Arbeiterschaft im Ostrauer Revier die Verwirklichung ihrer Ideale anstreben werde. Dies sei aber keines» Wegs auf dem Wege eines geinaltsamen Umsturzessondern nur auf dem Wege der'Demokratie möglich. Die Regierung wurde aufgefördert, Mit Sowietrußland b ald Frieden zu schließen, mir ihm Begehungen anzuknüpfen und bei. den Wirt- . schaftfichen Verhandlungen die Genossenschaften heranzuziehen. Mähr.-Ostvan, 11. März. Die „Deschener Korrespondenz" meldet, daß die interalliierte Ententekommission in Tefchen angesichts der Ereignisse in Karwin das Stvndrecht über da s Teschener Gebiet verhängt hat. Gleichzeitig wird eine Wafsenrevision Vvrgenvmmen werden, da festgestellt wurde, daß die Polen, besonders in Skarzecz„n und Poremba, von der Rada Narodvwna und der polnischen Plebiszitkommission bewaffnet worden sind. - Die gestrige Abendausgabe des „Ostravsky Dennis veröffentlicht über die Ereignisse im Karwiner Gebiet folgenden Bericht: Die Bevölkerung des Gebietes von Karwin hat heute eine der schrecklichsten Nächte durchlebt. Polnische Soldaten, mit Maschinengewehren, Getvehren und Revolvern bewaffnet, durchzogen die Straßen und schossen bis Mitternacht. Es war ein planmäßiger Angriff auf Orlau beabsichtigt. Er würde durch französische und italienische Ententetruppen verhindert, die sich vor 'Karwin zur' Wehre setzten; hierbei wurde ein. französischer Soldat getötet. Minister Dr. DerreM über die BorgLnge itt Tefchen. Prag, 11/ .WLH-xMimster..' des ' ZheüßeM/-MkM Beiiesch beauttvorbetö ifi^er heUtigrn Sitzung der Nationalversarnmlung eine Interpellation bezüglich der. Vorgänge im Teschener Abstimmung?gebiet und erklärte unter anderem: Ich weiß, dgß in der Mehrzahl dieser Vorfälle die Warschauer Regierung nicht ve^ntwortlich! sein will und bin überzeugt, daß sie selbst heute noch über viele Dinge nicht informiert ist. und sie anders aullegt. als sie auszulegen wären. Ich richte deshalb an die Warschauer Regierung den Appell, derartige Dinge, die sich in Tefchen tagtäglich wiederholen und im Namen dieser Warschauer Negierung getrieben werden, nichßzu dulden. Redner erwähnte ferner, daß polnische Pamphlete gegen das Haupt'des tschecho-slowakischen Staates v«:- öffentlicht werden. Er bringe von dieser Stelle aus gegen dieses Vorgehen das tiefste Bedauern zum Ausdruck. Wie immer, schließt der Minister, so wünschen wir auch heute ein vernünftiges Einvernehmen und. Zusammenarbeiten mit den Polen. Mehr denn je sind wir auch heute zu einer lohalett. Politik sowohl gegenüber der polnischen Nation als auch gegenüber der Warschauer Negierung bereit, aber ich muß von dieser Stelle aus die gesamte Deschener Bevölkerung versichern, daß wir unser Recht auf bas ganz« Teschener Gebiet nicht äusgeben werden und nicht aufgeben können. Wir wollen, baß der Kampf der Volksabstimmung, den wir nur ungern angenommen haben und der uns von den Polen , und den Alliierten ausgezwungen worden ist, mit anständigen und ehrlichen Mitteln geführt werde. Wir wollen den Polen und den Alliierten nicht mit den Waffen drohen, wir warnen aber vor einer Fortsetzung der bishetigen Taktik. Wir wollen, baß die Situation im Teschener Gebiet schleunigst geändert werde, und ich -teile der Nationalversammlung mit, daß wir im Sinne dieser Kundgebung einen neuen Schritt bei der Friedenskonferenz in Paris unternehmen werden. Bvlschervikischer Kampfbericht. Moskau, n. -März. (Funlspruch.) Frontbericht dom .10. März: An b:r NvibsroM wurde im Mmmangrbiet die Bnlmstai'vn Kaudrlowka bricht. An der Westiront gröbere Kämpfe bn Leiuichew und sehr bcfligs Kärnpie bei Mogilew» PvdolZk. Am Dvjessr ohne Beiärrderung. Im Abschnitt Perekop htitige Kämpfe. An der KcrirkasnSiront silblich von RoÜow Mrtercr Borrütrisch der Aori>uppcn längs der Elsnibnhtt nach Ekalrriucdar. ' Frievrich endgüÜig erledigt. Budapeft, N. März. (W. K.) Die 'Brrbandtungen über die Ntubilbung dt» ungarsschen Kabinetts sind im Gange. Soviel sieht biLlier scsi, daß KriegZminrsier Friedrich endgültig anS der Regierung auSscheidet und an scme Stelle der frühere Keine tschechisch^ Kohle für Budapest. Budapest» 11. März. Wie der „Pesier Lloydmeldet, ist der Generaldirektor der kommunalen Gaswerke, Dr. Franz Nipka, der vor drei Wochen' nach Prag abgereist war, um die dortigen zuständigen Kreise zu bewegen, ihrer vertragsmäßigen Verpflichtung die ' Budapester Gaswerke mit einer bestimmten Menge von Möhrisch-Ostrauer Gaskohle zu versehen, nachzukommen, unverrichteter. Dinge nach Budapests Das Stelgstt -es Markrkurfes und der.^ Berliner Markt. - Beelin, 11. März. /Tel.» Komp.) Dir fortschreitend^ Besserung der Markvaluta hat auf dem Berliner Warenmarkt eine große Zurückhaltung gezeitlgt. Man kann von einem geradezu verändertem Aussehen des Marktes sprechen. Die Zurückhaltung, die natürlich durchaus spekulativen. Charaktev trägt, machte sich besonders am gestrigen Tage bei dev sprunghaften Steigetnng des MarkrverteS im Auslands bemertbar und tritt auch heute am kräfligsien in der Berlin^ Konsektionkbranche zutage. Zahlreiche Aufkäufer, habe» Berlin bereits verlassen, woraus zu schließen ist^ daß sie mit einem Rückgang deS Ausfuhrgeschäftes rechnen^ Mötzlich ist auch wieder Ware vorhanden, die schon fest Monate« auch zu de« fortgesetzt steigenden Preisen kaum noch', ^rhöltlich war. Die- Preise fite Maschrnen im Kettenhandel sind sogar um 300 bis 400% gesunken und fanden selbst zn. diesenj nredrigrn Preisen keine Käufer. Tagesbericht. Ns«e Morde der Horthybandett. . . Wie dem „Abend" aus Budapest gemeldet toTrtfJ werden wieder zwei Leute vermißt, die von der Brachial^ gewalt auS dem Wege geräumt wurden. Der eine ist de« Weinhändler Äbeles, der andere ist der Eigentümers einer der größten Pelzwrrenfirmen Budapests, JuliuÄ Elkan. :] Tagtäglich rvtten sich einige Offiziere der BrachiaLj truppen zusammen, nennen sich „Pvgrompatrouille" un8 durchqueren die Straßen. Sie prügeln und Lerajubenf die Juden, denen sie vorwerfen, daß sie Gelder füü Militärzwecke sammeln. In der Kiralygasse entstand zwischen Offizieren und Juden eine Schlägerei, bisj eine „wirkliche" Patrouille kam, die beide Parteien ab'-i führte. Die Offiziere wurden in der nächsten -Gasi^ sreigelassen, die Juden im Wachzimmer verhauene- —-- r-’/.- \ Die Forderuttgen der städtische» Angestellten^ « In fünfstündiger Dauer wurden gestern im Rat-! Hause die Verhandlungen mit den Vertretern betj städtischen Angestellten fortgesetzt. Da sich bezüglich der Zugeständnisse der Regierung noch einige Fragen ergeben haben, die einer Aufklärung bedürfen, wurden! die Verhandlungen auf heute vertagt. Die Verhand^ lungen schreiten günstig fort. . . ' ■ ‘.f\ Der betrügerische Invalidenrar. / Semmeln für ein Tombola. — Gefaßter Tabak in de Schleichhandel gebracht. Aus Anlaß von Erhebungen, die vvm KriegÄ wucheramte im Kriegsspital Simmering ge^ pflogen wurden, weil der Jnvalidenral dies^ Spitales zwei von ihm widerrechtlich beschlagnahmt^ Säcke mit Mehl zu Stritzeln, Kipfeln, Sem meln und Salzstangeln verarbeiten lie die aber nicht den Patienten zugute kamen, sondernl ring vom Jnvalidenrale veranstalteten Wohltätigkeit^ von dem Jnvalidenrate veranstalteten Wohltätigkeit^ feste in einer Tombota ausgespielt wurden^ Es wurden in diesem Spitale auch gröbliche Miß-! bräuche gelegentlich der Fassungen von Rauchs« m.aterKll sestgestellt. Für die Invalidenkonnten! nämlich' bis Ende des Jahres 1919 pro Dekade jcj 50 Stück Zigaretten pro Mann. als Rauchzubußeiss gefaßt werden. Um höhere Fassungen zu erzielen, wurde von dem Jnvalidenrate der Ausweis über bey Krankenstand in den letzten Monaten um viele hu«^ dert Mann gefälscht und bei den Fassungen beisvielsweile vom 20. Dezember 1919 für 126 0 K.P tienten Ranchmaterial gefaßt, obwohl der Stand der Patienten nur 2 60 Mann betrug. EK besteht der Verdacht, daß die Zigaretten im Schleicht Handel verkauft wurden. Bei diesen Machenschaften! spielte der geschäftsführende Jnvalidenrat des Spitales, der vielfach wegen Betruges, Veruntreuung^ Diebstahls und anderer Delikte vorbestrafte Ludwig Haidbauer eine maßgebende Rolle. D.ie Anzeige an die Staatsanwaltschaft wurde erstattet. - , Eine diebische Wachmannschaft. Der Volkswehrleutnant als Initiator. Die Polizeibehörde ist kürzlich großen Verschleppung gen im Landwehrmontuvdepot in der Spengergasse aus die Spur gekommen. Mau kam darauf, daß Mannj-> schaftspersonen des Landwehrmontnrdepots die Verschleppungen' ausgeführt haben. Die Untersuchung hatta nun zur Folge, daß auf Anordnung des Sicherheits^' bureaus 16 Volkswehrleute der zur Bewachung des Land-, wehrmonturbepots bestimmten Mannschaft in Haft g«-i nommen wurdrn. Sir haben auch die Beteiligung an den Diebstählen eingestanden. Wie erhoben wurde, ist dev Dlan LN dev Dieb stä bleu von. Mav RnlkLmsbriputnä«»

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