Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 407 (10.3.1920)
- Date
- 1920-03-10
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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9b. 407 SBien, Mittwoch N»e Million Pesetas für die Wiener Kinder. San Sebastian» 6. M8r.^ lHavaS.) Der Slctttrat bat >rr spanischen Bot-chatt in Wien emeMilllon Pesetas zur llnler* kütznag armer Kmder übersendet. ' . Die Sonntagsruhe in Polen. ' Wärschan, k. März. (Privat.) Auf Grund einer eb gehaltenen Enquete, an der Vertreter der Regierung, der Muni ipalität und der kaufmännischen Organisationen teilgenommen haben,' besch.'os; die öemberger Handels- und Gewerbekammer bei der Regierung Schritte zu unternehmen, damit d'e Einführung der Sonntagsruhe in- Kleinpolen für ritt halbes Jahr verschoben werde. Der Landmärschall hät «ine von den vrthobvxen Organisationen und 304 Rcrbbrnern Polens und Litauens unterfertigte Petition erhalten, worin rnter Hinwckis darauf, daß das Sonntagsruhegesetz die Haüptgrundlagen der jüdische» Religion zu zerstören drvW'eine R e v i s i o n des Gesetzes verlangt wird. Der Landmarschall hat die Petition der Handels- und Gewerbe Kommission überwiesen. A«S Talmud und Midrasch. R. Jizchak: Wenn dir jemand sagt: „Ich habe mich — tel ©(ubmtti — bemüht, aber »ichts gefunden!" — glaube t® eicht; »ich habe gefunden, ohne mich bemüht zu haben!" — glaube es nicht .ich habe mich bemüht und habe gesunden!" — glaube. . Megilla 6b. . . (R. Jonathan b. Eleazar:) Zu Pf. 11.5. Der Töpfer «acht die Probe nicht an dm schwachen Topfen, welche brechen, iobqld er nur an sie schlägt, sondern an. den starken Gefäßen, welche er hundertmal anschlagm kann, ohne daß sie brechen; ebenso stellt Gott nicht die Frevler auf bic Probe, sondern Er peHst den Frommen." Gen. rabbah e. 82. Die sich beschimpfen lasten, ohne selbst zu schmähe», die hören, wie man sie beleidigt, ohne zu erwidern, die stets aus Liebe handeln «nd frohen Sinnes Leiden ertragen, aut die findet drr,, Schnftvers Anwendung: „GotteS Freunde gleichen der Sonne, wenn sie ausgeht m ihrer Kraft." (Talmud Sabb. 88 b.) M' - *'• , Wer dem Dürftigen rin Darlehen bietet, tut mehr als derjenige, der ihm eine. Gabe reicht. Wer ihn aber in sein Geschäft der Übt die größte Wohltat. (Talmud Sabbat 68».) .. * Den Deutschösterrekchische Sleichsverbsnd für Wohlfahrtpflege (Zentrale per freien Fürsorge) veranstaltet am 16. und 17. März 1920 >m großen Saale der «.*8!» Handels- und Gewerbekamnrer, Wien, I.. Stubenring 8—10, «me Tagung über organisatorische Fragen der Wvhlfahrtpf! ege. Programm: 1. Begrüßung-und Bericht über die NotstandshW des Auslandes und über dre Mastnahmm zur Selbsthilfe nach Aufhören der Auslandsaktion. 2., Yrgayisaüvnsfragcn her Wohlsahripflrge. 8. Sicherung de- Fortbestandes der privaten Für!arge. * Eine Konferenz für de« Wiederanfkan de» fübifchen WlrLfchaftsleHems i» Polen. Ende März wird m W a r f ch a u eine Kön'erenz ir, Angeleaenhcit der Wieder- Msbäues des jüdischen WirtsckastSledenI in P o len sta'tsinden, an der,-wie man erwartet, MV bis 1000 Delegierte reilli'hmeu düriterr. Das mit den Vordere lungrn beschäftigte Komitee hat beschlossen, die Assrnrilanten uichl zur Mitarbeit zulvlassrn. * Hebräische Lehrkurse in Litauen. Der Kownoer Korresponderlt der „Jüdischen Preßzeiiirale Zürich" berichtet, daß in ,St o w n o am t. Februar die seitens der Zeire Iisrorl mit h e h rä t s ch e r Unterrichtssprache ringerichietm Le h r e rku r s « feierlich eröffnet wurden. Im Namen des Oiganrsations-- komitees begrüßte Bizeminlster Dr.Rach m»lew iisch die Anwesenden und übrrgad die Leitung der Kurse dem Lehrerkollegium, an dessen Spitze Dr. Duttichländer steht. Namens des litaursckrn BllvnngSminlstki iumS.. butt Ministerialrat KuodeitiS eine Be- MüßüngSaufpräche. ' * SJeetbigunße»uo«hentiarnTage: Alter Friedhof.: 9 Uhr (vom Hauses Jakob Me»«« K.onfeld, I!., Sckrffamtsgaffe 7. N t u t r F r e e d h » f: S Ubr Sarah Gröbel, M.>;Tpube?gasie. 4; . 9 Uhr 40. Mm. Johann.Reiber-, Ui, Rernbxaqdtstratze 31; ly Ubr Kaivlipe vöwn. IX, Glasergaste 5;, 10Mr"90 Mml Hermann Cchullek. Vll.. Littdengasie ll; 10 Uhr. 10'Mm: Jakob Mandler, lX, Mckiannengässe 20; 1! Uhr Fsdmand Sperber. IX.. Pvrzellangaffe 8; N Uhr, .20 Min. Itzsgji lKtztdsirr. uAuHstektuugsstraßeM; 11 Uhr 40 Mm.'Sigmund..Rairchdergrr. XX., DenlSgaste 11, . .. - H * Z«e Berliner Perei« für jüdifche Geschichte und Literatur sprach der Leipziger Rrlpronshistoriker Pfarrer D. Dr, Alfred J e r e m i a S über „Dee R e'lrgio n Israels i«" R'ab m e n d e r allgemeinen ReligionSgef checkte". Er ging in den einleitenden Worten aus die noch b>S m die brunge Zeit vesiach nachwirkende Beduinemheone ein,, di« atsarnb.suie Zustände zugrundelcgt, um Ausgang »nv Entwicklung der lSraeluischen Religion aaszuzergen «nd wirS nach, daß birr mit' einem Anachronismus gröl beitet Wird, der nie und nimmer zum Ziele tühren kann. Den Rahmen zum tkerständnis der .Religion der .Kinder Jkrael", .die keine ethnographische Emhrrt bildeten, sondern eine Nel''tziynZgemeinschaft mit Virtglredetn der verschiedensten Rassen war'rn, kann nur der A l l e O r t e n t fofera. Bier Entwicklun»-- siuien lassen sich m>t semer Hilfe erkennen: erne Beemflnsfüng. durch .babvloursche PriesterwriSheit zur-Zelt AbrahamS eine Breinsluffung durch die ägyptische Religion.zur Zeit itd Moies, die scharte HrranSarheistmg der.Lehre'vom'rächenden nird stratenden Gott zur Zeit der Pi'ester und die ÄesetzeSrrl'gion in späterer Zeit. Dieser umiasiende Rahm n «m^pa.nni die zahllosen Einzelyelhen, die Licht und Farbe m da- Gesamtbild bringen. . 5 * Di« Kurtaxe r« Karl-bad. I« letztei; Zeit erschienen - Mrtieilungen über.die Kuria-:ei-ohuugen.in Karlsbad, wobei lediglich. em. außerordentlicher HöchstsaXgenannt. wurde. Bon amtlicher Stelle acht uns mm die MEeiluug .zu. daß b:c neuen KurtaxklckNn sich in Sätzen zü X 2«»^, . X'70.— und K 100.—^ gegen früher X io.-v k 2d K 8&;—,:X 50.— b wegen. Eine neue Klaße von K 200.— auswäikS b’i »um ansnabmSwcrsen Höckststwe von X ist nur fiiv solche Fülle, getackt, wo alisrergewöbiilickk Nmstände vvllieg n. lnkbewnrere dir Bnli»ndiffcren'r einen höheren Taxbetiag rkchsierliüt. Bei ri«em S8rägig-n Kuraufenthalte stellt sich nach ob gen Tmiätzrn der auf eine Person und einen Tag ry, Durchschnitts ttttfalleubr Kmtaxbetrag Livischen 71 Heller brS 3.50, Wiener Morgenzettuns Eiue hebräische Volks rniversttät in Jerusalem. Wie „Haal ^" meldet, ist nt einer unter Borsitz David Ucllrns abgebalrenen Sitzung jüdischer Gelehrter b.schlvisen worden, in Jerusalem Bolksunivelsitätskurse zu eröffnen. Das neue Kultur-- inffltut hat seine Tätigkeit bereits begonnen. Es lesen: David Nllm: Emle tung in dad Studium der brbrüischen Sprache; Dr. I. Klausner: Jüdische Pdiloiophre rm Mittelalter; S. Schiller: Allgemeine Li'era'urge'chichte; Dr. I. Lurm: Der neue Kurs m der Philosophie; N. Lipschitz: Geschichte der Volker des Orients, * Acne polnische Danlnoteu. DaS polnische TlmtSblatt ^Monitor PolSki" bringt eine Kundmachung der polnischen LandcsdarlehenSkasse (PotSla Krajowa Kasa pozyczkowat. daß am 25. Februar polnische Marknoten eines neuen TvpuS zu 5, 20, 100, 500 und 1000 polnischer Mark in Verkehr ge» setzt wurden. Diese Banknoten sind in Wien hergestellt worden. * Lebensmittelkarten in Italien. Aus R o m wird atmrldrt: Eine Vnortnurg fftzt dir LchenSmiNellorten für Brot, Mais. Ocl. Fett. Butter und Kä»e wieder m Kraft. * Bevorstehende Eröffnung des Touristenverkehrs in Palästlna. Zl'ie der «Doar Hayom" berichtet, wird ab März der Touristenverkehr in Palästina wre vor dem Kriege sie,gegeben wüdrn. < ' * Personalnachricht. Fräulein Erika D e! m a r hat sich mit Herrn Dr. Joses R o s e n f e l d veilobt. * Das Wasserzeichen in den tschecho-slowastischen Noten. Wir leien in den Prager Blättern: DaS Publikum wird aufnierNam gemacht, bei Annahme aller StaatSnoten von X io aufwärts aut das Waffer^eichen. welches bei. lOV-K-onennoten in starken, rhomboidal sich kreuzenden Lenien erscheint, zu achten. * Der Sozialismus im tsche^ischen Militär. Wie der Prager .Dm" meldet, wurden bei den jüngst wredrrhvl'en B r ü n n e e KemünderatSwahlen von den Soldaten 1330 Stimmen abgrg-'ben. davon 28 deutsche und 3 jLdische. Bon den tschechischen Stimmen erlangten die sozialisirschen Parteien 9>2 Summen. Die Besatzung steht also überwiegend im sozralistrschen Lager. * Schachmeister Winawer gestorben. NuS Warschau kommt die Nachricht, daß der Nestor der Schachmeister, Simon W i na wer, daselbst gestorben rst. Er hat rin Alter von über 82 Jahren erreicht. Winawer zählte seinerrrit zu den stärkstrn Spielern der Welt. Im Pariser Turnier 1867 war er zweiter Sieger, desgleichen in Par S 1878. In dem außerordentlich starken Wl<nrr Turnier 1888 teilte er nach unentschiedenem Stich- . kamps mit Sternrtz mrt dic-cm den ersten und zweiten Preis. Aus dem Nürnberger Turnier 1883 ging er als erster Sieger hervor. In den ketz'en zwei Jahrzehnten seines Lebens hat sich Wmawer nicht mehr an öffentlichen Schachveianstaltungen beteiligt. 9 Die Grazer Betrugsaffäre. Aus Gra z wirb uns aemeldet: In der bekannten BrtrurSaffäre, in der mittels grsäljchter Kontoauszüge der Stemschrn Eskomptebauk Werte im Betrage von 8*/» Millionen Kronen hcrausgelockt wurden, wurde heute der Dneltor der Steurmarklschen Laiidesemkaufsstelle Auaust C a s a v i c e o l a verha tet. Er ist brschuldrgt, dre Fälschung der Bantkontoauszüge veranlaßt zu haben. 9 Jüdische Kriegsgefangene iw Lager. AtschinSK kSibirie«), Der Pieffedicnft. der Drlegation des Jüdischen Nationglrairs lür O st g a l iH i e n meldet: Der soeben auS der sibirischen Kricgsgefänkenschast zurückgekebrte Oberstleutnant Rudolf Fr rs ch h a üS teilt uns mit, daß nn Lager A ts ch r ns k, Jenis ei er GouvSinemeak, noch folgende jüdische Kriegs- Öene auS Ostgalizun weilen, und sich wohl besinden: ije Zwirn auS Tysmirnica, MarkuS Gewürz auS einem Orte bei Brzerany, L r e b e r m a n «. Oekonom, aus r,nem Dorfe an der Bukowinaer Grenze, Kay aus einem Orte bei Sanok, T e n f e l a«S Tarnow, vor dem Kriege rn Berlm wohnhaft, Stöcke l aus Czorlkvw. * B«m srnloolffnerhaNS. In der Krankmpffegeschule im Roten-Kreuz-Spital Rndölstn''rhaus XIX., Blllrothstraße 78, können noch einige Cckülu'innen Ausnahme finde». Änmetdungcu sind an die Direktion zu richten. 9 Hechakuz-Organisatko». Sonntag den 14. d. M. findet die Generalversammlung dcr Chaluzim von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 v's 6 Uhr nachmittags im Lokale Börstplatz 7 fhtt. Alle Chaluzim werden auftzrsordert, vollzählig.'und pünktlich zu erschemm.' * Spende«. Wir erhielten' von R. S. VH. für jüdische KrirgSinval'de X 50.-, für jüdische Kriegsblinde X 50.-. Zusammen X ISO-. — Von Herrn S. Goldschläger, l., X-1M.— für den. armen Kriegsmvallden. (siehe Notiz, vom 4. d. M.);' biSher zusammen X 440.—. 5 Wkederanfnehwe der Arbeit bei de« SchiffahrtgesellschasLsn. Der Arbeit er ausstand bei den hiesigen Schiffabr tgeskllschaften ist mrt gestrigem Tage nack Erfüllung der Forderungen b e i g e l e g t worden. Die Arbeit wurdewieder ausgenommen. 9 Grstz« Exploffo«. AuS Benrath (Rbeinprvvm^ wird gemttdtt: Im rynursch-westsälsichm Eteltrizitäiswerk ist hmte früh ein großer Heizkeffel in die Lu-t geflogen. Etwa SO Arbeiter wnrderr unter seinen Trümmern begraben. Die Zahl der Tvirn und der' Brrwundeten wird aus mindestens 50 geschätzt. * Mrrfistsektisn veS Spnrtklnks Oakoah. Hrut< abends wegen technischer Schwierigkeiten keineOrchester' p r o b e. Nächste Probe Sonntag den 14. d. M., wie gewöhnlich. _; DereinSrrachrrchte«. (Nachrichten von BereinenerfcheinenanS- «ahmsLsSnuramTägederBeran-altuns.) Heute: Zionistische BerrrkSsektio« Leopoldstad t Jngendar nppe). 6 Ubr abends in-der Lesehalle der Volksbtt'liothek .Zion , TI., Glockenaaffe SO, DiSküssionsadend mit E'nl^itnng von Herrn Wolf F e r l e r über ..WaS 'st zur Schaffung einer strammm Organisation erforderlich?" — I u g e nd a r u v p e derzlonrstlschenBezlrksfektion XX. BereinSabrnd,. Referent: Aion Schwertfknger über ,Sor>a!iSmuS und MviarSmuS^. .Außerdem wichtige Mitreiluugen. — I n g e « d v e r r i n ,A h a w a t h Z r v n", W t e n. Einsckreibuugen in de» beginnende« hebräesche« KurS für Fortge'chiittrne werden täglich (5 bis 8 UbrI im Beremshrime, II., Stuwrrstraße 4S/3.' rntgrgengenommen. — Avolloneum l. Postaaffe 18. U. T a r t a r « g a über .Gavnrrttzprn der Großstadt . Beginn V-7 Uhr. Briefkasten der Redaktion. Rosenfeld. Jüdischer Nationalrat für Ostgrlizien, U.. Piaterstraßr S/4. — M. H.» Abonnent. Sie erfahren alles im Zionistischen Palästinaamt. II.. ZiriuSgassr 88. — Schomer. Dre SlÄMiaeu wurves x»tv mm fT„1 fe.krmiifc »etübrt. JO. Mätz 1920 Seife' Md [di inen” Größte Auswahl! Billigste Preise l Leopold Stelichart, Mm, >., Biberstraße 9°. 473/80 Die Ernährung. Der Marktbericht. D e ungünstige B e s ch i ck u n g d r r G r ü Warenmärkte hältunvermrndertan. Gemüse ist nur in ganz nnznre ckettden Mengen zugeführl worden. Aepfe^ zuiuhren hat gestern nur der Naschmarkt erhalten. { In der Grüßmarkthalle zeigte sich für Karpfen zü X pro Kilogranim lebhaftere Nachfrage. Dagegen blieben tas angebotene Corncd-Beef, da§ teuere Rindfleisch und italr nischö R ndfierschkonserven (die Vt-Kilo-Dose zu X 28.—) gänzlich unbeachtet. __ Erster Wiener Konsumverein. Die Abgabe der emgeteilten Artikel findet in dre'er WochL für die erste Gruppe der Mitglieder am Mittwoch, für dre zweite am Donnerstag und für dre dritte Gruppe am Freitag und'. Samstag statt. Zur Ausgabe gelangen Mehl, S chmal-, S alz,Apsel^ Marmelade, Cornrd Beef. In allen V'rschlcrßstellen: Lachs,' Kippered-Hcringe. Gurken. Senf. und Serrigurken, Rosinen^ Fergen, Tee und Kognak. , j Jene Mitglieder, welche noch nickt am Mchl bei uns rahöniert find, werden ouigesordert, die Umrayonrerung bis längstens 20. d. M. bei der zuständigen Brotlömmijsio« anzümelden^ W. I. W. Freitag den 12. März von 9 bis 11 Ubr gelb, von 8 biS 5 Uhr blau, Samstag den 13. März von 9 dis 11 Uhr rot, von 11 bis 1 Uhr grün. ___ *>| Kartoffeln-gäbe. Mittwoch bis Samstag werden in^ den Bezirken V bis VlU holländische Kartoffeln zum Preise vo«' X6.— pro Kilogramm, und zwar V- Kilogramm pro Kopf geger^ Abtrennung dr§ Buchstabens k der Kartoffelkarte abgegeben. * $ Warnung vor Ankauf nicht genehmigter Ersatzlebensmittel. Die Marktamtsdirektion teilt mit: Trotzdem der Verkehr mir Ersatzlebensmüteln durch Ministerialverordnuna vom 31. März 1918 gesetzlich geregelt ist, kommen noch immer Ersatz-? lebenSmittel rm Handel vor, d>e vom Ernähnmgsamte nicht ge-i nebmigt sind. Solche unzulässige Ersatzlebensmittel sind daran zm erkennen, daß auf ihrer äußeren Umschließung (Schachtel, Dose.i Flasche uirv.) die gesetzlich vorgeschriebrne Genehmigungsklausell .sowie die Nummer, unter der sie be?m Staatsamte eingetrage« sind, nicht vorhanden ist. Da solche nicht genehmigte Ersatz--^ lebenSmrttet zum allergrößten Teile ganz wertlos sins und die Käufer sonach geschädigt werden, wird die Bevölkerung gewarnt, derartige mchigenehmrgte Ersotzlebensmittrl (Suppen-? masten, Extrakte, Tee-Ersatz, Würzen usw.) zu kaufen. f, „Stafa" Staatsangestelltrn-Fürforgeanstakt, reg. Gen^ m. b. H. Der für Mitte März geplant gewesene Beginn neuer Warenverkäufe rm Zentralvalast hat wegen technischer Schwierig--- ketten eme Lersctucbm'g erfahren. Der genaue Tcrmur wird reckt-' zeitig durch di« Tagesblätter bekaun-gegeben werden. Bühne Md Kunst. Ein Brief Israel Jangwrkls an den Ungarischen Schauspielervsrband. - AuS Budapest wird unS geschrieben: Die Agentur deS «««-» garilchen Schaustzielerverbaudes hatte vor einiger Zeit ein neuen! Werk von Israel Zanpwill:. „Too mneb moDey" (..Zu viel Geld") erworben. Entiprechend den Uiancen hat der Chef der genannten Agentur dem berühmten Dichter einen bestimmten Boi schuß auf den festgesetzten Kaufpreis angeboten. Hierauf, erhielt die Schauspreleragenrur von Zangwrll den folgenden interessanten Brief: j »Ick halte es als eine Ungerechtigkeit gegen mich selbst, daß Sie die englischen Pfunde für mrr« neues Stück mit Kronen nach dem heutigen Kurs oder seM nach dcm MLrzkurs vom Jahre 1921 bczrhlen sollen. AlS englischer Bürger, dessen Land dre Schuld daran trägt, daß die Btockrde solange Zeit nach dem WastenstrllÜande aufrecht blieb, fühle ich mich, gleichfalls mitschuldig an der vielfachen Not, die durch die Blockade verursacht - wurde und gleichzeitig mitschuldig an der Demolierung Ihrer ' Valuta. Deshalb bin ich der Meinung, daß es ern viel ehre»- hafterrs Abkommen wäre, mir keinen Vorschuß zu zahlen, sondern bloß prozcntucsie Tani rmen in der Währung Ihres Landes, nicht aber nach dem Werte der englischen Valuta." Die NaÄrheiL auf Ler Vührre. Berliner Künstler gegen das „rrrteil" des Reichstheaterrntes. Wie wir gestern berichteten, wurde in einem Urteil des; Berliner ReichStheaterrateS dcm Tbcaterdirektor Robert wbt« sittliche Eignung zur Führung eines Theaters abgesprochen", weil er in Wcdekmds .Franziska" eine Schauspielerin völlig « a ck t auf der Bühne erscheinen ließ. Der Betroffene nimmt * gegen dieses Urteil in einer Erklärung Stellung, in welcher es heißt: „Ick muß ein« Rechtssprechung, die Ankläger und Richter in chrrselben Person vercint «nd dem Angeklagten zu irgendeiner Stellungnahme überhaupt keine Gelegenheit bietet, auf das entschiedenste a b l e h n e n. Es wird über dieses eigenartige ,Gericht" noch einiges zu lagen sein. Zunächst begnüge ich mich damit, ein anderes, memem Gefühle nach kompetenteres Urteil , vor zulegen." Dieses ganz anders lautende Urtrr! fei nachstehend wieder» gegeben: „Die Unterzeichneten haben in dem Theater »Die Tribüne" « der „Franziska"-Aufführung den von mancher Seite beanstandeten Austritt einer nackten Frau angesehen und sind der Urberzengung: Die Regie Eugen Roberts entspricht vollkommen dem Sinne derDichtung. Jede ander? Lv'nng würde auf diesen Sinn verzichten. Bo« der Nacktheit abgesehen» d e aus der Intention des Dichters sich ergibt, vermeiden Darstellung und Darstellerin alles, was die sittliche Empfindung verletz m konnte. ^Gez.) Viktor B a r n o w S k Max Deffoir. Enirl O r l i k, H. P c ch st e i n, Doktor Max ».Schillings, Ernst Stern, Dr. Bo l lmöll<r/ Theodor Wolfs." <r