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Wiener Morgenzeitung · 1920-03-07 · Heft 404 (7.3.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 404 (7.3.1920)
Date
1920-03-07
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Seite 4" . 3Bten, J*-.—--- . -- .. . Ssitz an Masaryf. Prag, 6. März. Präsident Mokarhk rrhick anläßlich seines bevorstrbmdcn Geburtstages vom P-äsidenten der. Nntronolvcrsammluna. Seitz folgendes TeieMmin: Anläilich Ihres Geburtstages ist es nur' eine her-lich «Wundem Pflicht' Euer Exzellenz meine aukrichiigsten Glückwünsche auszndrücken und Sie plnch-e t>a zu bitten, daß Sie d e bellen Wüu'che iür das Glück und Gedeihen der Ischecho-ilowakischen R pnbilk ent« gegennebmeri und das; es Ihnen vergönnt sei,' sich noch lange Jahre dem Wähle Ihres Volkes zu widmen. Möge ein gut gcs G:schick die die beiden Nachbarrepll 'i ken verknüpfenden sieundschasitiche Bande auirechterhalten und mehr und mehr befestigen. Die AeberwachungsKommissiv«. Die interalliierten militäri'chen Ausschüsse für die U e b e rwachungderDurchführung der Militär if ch e n B e ll i m m u n g e n deS SlaatsoerlraM von Saint- Germain entsenden rn den nächsten Tagen einen ersten Stallst nach Wen. der folgender mallen zusammengesetzt sein lvird: Urberwachungsanö''ch.iß für die Landll>e>tkrä te 22 Ofnznre und Personen des Mann'cha tsllairdcs, U.berwachungsausfchu) für die Cecstreilkrätie 3Ossiuere und 8 Personen d.-sMaimichaflsstandes, Ileberwichnngsausichu') für mckilärirche und Scelnstfahrt 9 Offiziere und 20 Personen des Mannschaftsstandes. Der Gesamtlland der mtcraQiicrtcn militärischen lieberwachringsausschüsse rst nach einer Mitteilung der Fr.cdenskonKirnz in Paus gegenüber den ursprünglich ins Auge gefaßten Zahlen vernngert worden. Dis DernsnstraLronen gegen die österreichischen Delegierten inOedenburg. Im Aufirage der ungaruchen Regie ung hat Baron Billanyi in Ocdenburg wegen der Voriälle dem Bedauern der Regierung über die Vorkommn sse Ausdruck g geben. Eine freiwiLi^e Volksabstimmung in Tirol. Innsbruck, 6. März. Die demschbeinokratische Gennnungsgemeirrschat in Tirol rnft heute rn den „Innsbrucker Nachrichten" das Tiroler Volk^unter Hinweis darauf, daß es keinen anderen Weg zur Net ung vor«völlger Vernichtung gebe, zur Durchführung einer freiwilligen VoIksad st i m-. mung für den Anschluß Ti r o ls au das Deutsche Reich auf. a^ Telegramme. Nitti entschuldigt sich. Paris» 6. März. (Havas.) Ministerpräsident Nitti hat heute nachmittags dem Ministerpräsidenten Millerand einen Besuch abgestattet. Im Verlaufe der herzlichen Charakter tragenden Unterredung legte Nitti Wert darauf, beruhigende Aufklärungen im Hinblick auf die Deutungen zu geben, die seine Häftling bei den letzten Beratungen in London erfahren habe. Er habe niemals im Sinne gehabt, dahin zu wirken, daß Deutschland von den Wiedergutmachungskosten, die es den Alliierten und namentlich Frankreich schulde, enthoben werde. Sein Bestreben sei bloß gewesen, Deutschland in die Lage zu versetzen, die Arbeit wieder aufzunehmen und jene Anstrengung zu leisten, die es ihm ermöglichen würde, sich von seiner Schuld an die Alliierten freizumachen. Rumänien verhandelt mit Nutzlarch. Berlin, 6. März. Dce „Volsiichc Zeitung" meldet aus London: Wie die „Times" berichtet, hat der rumänische Ministerpräsident V a j d a den. Vorschlag der Moskauer Sow elregteiung aw Anbahnung von Friedlnsverhandlmiam angrnommm. beeinflußt von benachbarten Kulturen seine nationale Eigenart ungehemmt entfalten und aus dem heimatlichen Boden immer wieder frische treibende Kräfte, in sich aufnehmen kann. Damit hängt der B sitz einer selbständigen nationalen Sprache auf das engste zusammen, die wiederum mit dem innersten Wesen der Nation geheimnisvolle Zusammenhänge aufweist. Die angeführten Dorauss.'tzungen für die Entstehung einer nationalen Musik sind bei den Juden nur teilweise vorhanden. Die musilalische Begabung und die Musizierfreudigkeic der Juden stehen wohl unzweifelhaft - fest. Im Zusammenhangs mit dem Verbote, das höchste Wesen bildlich darzustellen, haben die Juden die Plastik und Malerei arg vernachlässigt, auch die Baukunst und Architektur wenig gepflegt, so daß sich ihr ganzes künstlerisches Interesse auf Poesie und Musik 'konzentrierte. So wurde schon in' der 'Zeit vor den. ersten Königen die Musik in den Propheten-' schulen zu Gibra und Nama auf das eifrigste gepflegt und zahlreiche charakteristische Einzelheiten über die/. magische Gewalt und suggestive Kraft der Musik werden uns aus jener fernen Zeit überliefert. Bei heiteren wie bei traurigen Anlässen ertönte Gesang, Spiel und Tanz, ihre höchste Weihe erhielt aber die altjüdische Musik im Dienste des nationale r H.ilig u.re). Einen riesigen A pa at mit Tausenden von Musilern hatte König David zum Dienste im Heiligtum ausgeboteu, ihren Dienst in allen Einzelheiten geregelt, drei Priesterfamilien zu Hüterir der Tempelmusik für immerwährende Zeiten bestimmt. Diese alte Tempelmusik Ertönte in Prunkvoller Wcise beim nationalen Opfer im Tempel in Jerusalem unter feierlichen Tänzen und Aufzügen und unter märchenhafter Prachtentsaltung, bis zur Zerstörung deS Tempels durch Titus; dann trat an Stelle der Dempelmusik mit Ausschluß des nationalen Opfers der Gottesdienst in. der Synagoge. , Schon zur Zeit der Zerstörung deS Tempels war der Mische T mpelgesang mi zahlreichen f em'dlä.»bischen E m n fl«, wie nlli.unU'ich p.ch.ti,l,chrn, babylonischen Uttd griechi.cheu durchsetzt. In dieser Gestalt haben dann die alten Melodien Wiener Morgenzettrrng ■i ■'■■■■■:......... Japans Vückzua auS S'-birien. v Washington, 6. März. kFunlspruch.) AuS Honolulu wird gemeldet, daß nach' Kadeltelegrammen aus Tok o die japanisches e g i e r u n g beschlollen habe, sich der Politik der Brreinigten Staaten avzuichließm und die-militärischen Expeditionen in'Sibirien aufzülascker. Japan sei durch die Ausbreitung deS Bolschewismus sehr beunruhigt und wünsche, zwischen sich und Sowietrußland einen Pufferstaat gegründet zu sehen. Frqnlrreichs auswärtige Politik. Paris, 6. März. (Tchl/Komp? Barthou hat der Kammer eine E'Ngabe.' über die auswärtige Politik überreicht. Er bittet die Regierung darin, sich bei der Ausführung desFriedensabkommenSsiyrk zu zeigen und keine Aenderung zuzulalfen. Er wünscht, die Regierung möge ihren Freunden und Bundesgenossen Mitteilen, daß auch sie den Vertrag aus- IUhren müssen. Die Debatte übw dre Eingabe wird am 18. d. M. llattfiaden. AuS den-polnischen Mnisterien. . Krakau. 8. Mär;. (PrivM Wie der Warschauer Korrespondent d>s ^Ems" m'iteilt, haben die Sekttoncheis mt M>ni- 'sterinm des Innern U r b a n o w i c z und G i e n k i e w i c z 'lue Demission eingercicht. Die L-itnng .deS PreßbureanS im Ministerium des A-nnern hat an Stelle deS Dr.,S t r o n S t t. der von d-ekem Posten zurückgetrcten rst, provisorisch H. Guts w S k i übernommen. . Die deutsch-polnischen Verhandlungen. Warschau, 6. März. (Puvat.) ' Gras SulkowSki und Kaplap sind nach Paris zwecks Führung von finanziellen Verhandlungen mit Vertretern Dcuischlands delegiert worden. Die Bedingungen der Litauischen Regierung sür eine M litMonnsntion in Polen. Warschau, 6. März. lPrivat.f Dcr Wilnaer ^Tag" berichtet. daß die m K o w n v weilenden Ententrver rrter eine Anflüge an d'e l i t a u i s ch e Regierung gerichtet haben, unter welchen Bedmgungm sie bereit wäre, mit Polen eine M i l i t ä r k o n v e n t i o n zu schließen, welche sich gegen S o w i e t r u ß l a n d richten soll. Die Negierung in Kowno hat folgende Bedingungen gestellt. 1- Polen anerkennt die U na b h ä n g i g k e i t Vi anens m i t der Hauptstadt Wilna; 3. Noch vor der Unterz.ichnung deS Militärvertrages zieht Polen seine Truppen h nter die seinerzeit von Marschall Foch bdstlmmlc Demarkationslinie zurück.. 3. Sofort nach der Un'erzelchnnng des KonventionsvertrageS hat Polen W r l n a sowie die nördlichen Grb ctc von der Dwina., d'.e östlichen von der W i l e j k a aufwäriS, die iüdllchen von Lira an, an Litauen zürückzu geben. Die Grenze würde dann entlang der Eisenbahnlinie L.da-Wilejka—Polozk veilaufen. 4.,Palen schließt 'Mil Wanen elye D e r e i n b a r « n g über die l!tauisck/en Gebiete, welche umev polnischer Herrschaft verbleiben. - 5. Alle Abmachungen zwischen Polen und Litauen stehen unter Ausstcht und Kontrolle des V ö l k e -r b u n d e S. - - - -! VerLehrsftreik in Portugal. Unruhen und Zufammenstötze. Madrid, 6. Ätärz. (Tel.-Komp.) Laut Meldungen aus.spanischen ^Grenzorten hat bet «Streife der E i s e n bah ne r in Portugal am 1. März begonnen. Die Post- und Telegraphenbeamten haben ’ sich dem Streik angeschlossem .. In P o n t e v e d ra kam es zu einem Z u s a m m.e n st o ß. zwischen Truppen und Streikenden. Der Zug von Valencia nach Casjeiho wurde b e \ ch o s s e n und mit Bomben beworfen. Die Eisenbahnbrücke^ bei C a m i n h o wurde z e r st ö r t. > . .SB,"«.lü-.-lW '-UL.11D L'.LJB ... .!!■■■.!* 1 ■ ■■■■ I gerneinsam mit dem jüdischen Volke die Wanderung durch die weite Welt angetreten. So. mannigfach auch die späteren Veeinslussungen der. jüdischen Musik durch die. Herren- und Wirtsvvlker der Juden gewesen sind, so ist doch in den religiös.'n - synagogalen wie außersynagogaleu NezstaZonen und^ Gesängen .der^ jüdische Grundcharakter noch heute unver-- lnlnbar: . Eine- Musik,^ d!ie im Dsenste deSKultes, steht, wehrt sich bei allen Böllern gegen.äußere Beeiriflussungensie wird zu allen Zeiten mit einer gewissen Scheu und Aengstlichkeit behütet und betreut. •' So. wäre eine dankbare Aufgabe der vergleichenden Musilforschung, diese Melodien auf ihren jüdischen-Grundcharalter hin zu rßuersuchen. Dazu müßte eine umfassende Sammeltätigkeit bei den Ost- und Westjuden, im »Orient wie im Okzident, nicht nur in der alten Welt, sondern auch in der neuen Welt überall dort ' einsctzen, wo die Juden seit , längerer Zeit kulturell möglichst unbeeinflußt von ,ihrer Umgebung in.vorwiegend geschlossenen Siedelunge« leben. Nur auf Grund eines so gewonnenen, möglichst reichhaltigen Melodienmalertals könnte bann durch Sichtung und kritische Prüfung der alte Kern der jüdischen Musik auK der neuen Schale herausgelöst werden. Die Melodien der Synagoge sind ein reicher Schah, aber auch die einzige Quelle, aus der der Jude volkstümliche Melodien schöpfen kann. Schon seit längerer Zeit sind/ namentlich bei den Ostjuden, zahlreiche jiddische Lieder eiitstauden", die vielfach als Volkslieder betrachtet werden, es gber in Wirklichkeit nur teilweise sind. Denn es zeigt sich bei sorgfältiger Prüfung, daß zum Beispiel in den Liedern der polnischen Juden polnische Musikelemeute, ln denen der ukrainischen Jud^n ukrainische Musikelemente stark vertreien sind. Jedenfalls sind hier unverkeitnbare Ansätze zu einem späteren Volkslieds vorhanden, die mit »allen Kräften gepflegt und weiter ausgebaut werden müssen, wenn' sie auch vorderhand nur als sin gut gemeinter Versuch mit untauglichen Mitteln zu werten sind. Eine wahre jüdische Volksmusik kapn erst dann erstehen, wenn. daö. jüdische Kolk in seiner natioiralen .Eiaetv- 7. März 1920 rW. 40^» Der Prozeb Caillaux. , K» Park«, 6. Mär,. Zu Beginn der heutigen Berhandsun^ im P.ozeß C a i l l a u x wurde die Aussage deS jetzigen franzö^ sischen Gekand'en in Rio de Janeiro. Conly. verlesen. Er klagj Cackaux formell an, der d^ut'ck en Boischaft Mitteilung gemachj zu baden, daß die fianchstsche Regierung im Besitze des Schlüsielti lei. Der Generassta^sanwalt ließ Aeußerungen K i d e r l e W a? ch 1 e r S verlesen, der erklärte, unter welchen Bedingung^ d'rr deutschen Botschait Kenntnis von dem Besitz des CchlüsielE gegeben wurde. Der Advokat Ca'.llanx', Moutet. erklärte, daß bei Gesandte Conty de'im ge gewesen sei, der gewollt habe, daß.vV Kr.egsschlff nach Aberdeen gesandt werde. tzlndenburg — RriHspräsibentschastskanbldaV Berlin, 6. Mär^ Dem .Lokalanzeiger" wird geschrieben^ ^n weiten vaterländischen Krcnrn wird immer lauter der Wunsw zum Ausdruck gebl acht, 'den Generalfrldmarschall von Hindenburß als Kandidaten Ar die bevorstehende Neuwahl des NcichSj Präsidenten.arckzustellen. Schon in der nächsten Zert wild ein Auf« ruf von führenden Männern und Frauen auS allen Teilen des NcicheS sich an die deutschen Volksgenossen wenden und zur Wa^ Hrndenburgs züm RcichSpräsidenien ausiordern. - .^ , Rakowskrh nicht in Berlin. Berttn, 6. März. Die „Demlche Allgemeine ZeitunA meldet:. Die Nachricht des Berliner Vertreters der ^Baseler Nach^ > richten", wonach der bolschewikische Volksbeaustragte Ra ko w Sk» sich in Berlin besinde und bereits mit dem Minister des Aeußettj Müller eine-Untenedung gehabt habe, trifft, wie.»am Auswärtige» Am'e mitgctnlt wird, nicht zu. Von einem Aufenthalt RakowSktzl in Berlin ist an zuständiger Stelle jedenfalls nichts bekannt. - Eine deutsche A?rzteKommission nach Rutzlandc Berlin, 6. Märr. lWolss.f Aus Veranlassung einer Komitees, dem unter anderem Proieffor E i n st t i n und Ge« dcimer Rat Kraus von der ..Cbar tä" angehören, begibt sicks bli'n>-n kurzyn eine dcut-che Kommi'ston -mr Bekämpfung bei FlecksieberS nach Rn'ilarid. Die Sowictreg'rrung bat der Expe« dition dw Ernrriscerlaubnrs er e lt und ihr jede Hilfe zugesagt, -- Tagesbericht. Alltasiserlebniffe. Das KimpNm nk. In. der' Elektrischen. Ausnahmsweise in einem nichjs Überfüllten Wagen, wo man einander gemütlich gogenübersitzt und noch Zeit und Lust zu Höflichkeiten hat. Zwei Damen fahren aus der Stadt nach Pöhleins!- dorf, offenbar -»Nachbarinnen. Die Große, Rotblonde, hat gerade, der anderen das Geständnis abgelegt, daß sie ja „eigrnclich" Jüdin sei. Darob großes Staunen bei der Gefährtin, einer rassenreinen Wienerin. „Nesnj -üvissen S', Krau von W.,"-sagt'sie und markiert näihp drücklichft Staunen, ,>das hätt' ich it!e geglaubt! Daß Sie eins Jüdin sind, müssen Sie 'einem selbst sagen^ sonst hält man's für unmöglich. Sie schauen gar nicht so aus — — und auch die Sprache — — und das ganze Wesen — — nit eine Spur Jüdisches!" Es ist zwar durchaus nicht wahr, was hier so stürmisch bokundet wird, aber die also „Gefeierte"^ fühlt sich ofsenhar sehr geschmeichelt. „Ich muß ja sagen", meint sie gezi'rt, „wir haben gar keine jüdische Erziehung -genolsrn und immer mit Christen verkehrt. Ich fühl' mich, auch gar nicht als Jüdin." Die Wienerin lächelt unmerklich. Ich schämte mich. Der Bliind-e. Am Ende der Gasse, in der wir wohnen, ist eine Blindenschule und '-Beschäftigungsanstalt. Jeden art gesrstigt, seiner eigenen Kultur leben kann; eine national« Kunst wirb erst bann erwachsen, wenn das Judentum in i bie Lage versetzt wird, eine Auslese seiner körperlich Besten und geistig Tüchtigsten auf allen Arbeitsgebieten zur SchasstlNtz eiiies geistigen Mittelpunktes nach, Palästina zu entsenden^ Dort wirb sich der anthropologisch so verschiedenartige Typus der Juden, &te sich unter dem Einfluß von Bvdenbeschaffen- , heit und Klima «rwiestnermaßen ^asch verändern, allmählich' vereinheitlichen, Hand in Hand damit wird auch der jüdisch« Grundcharakter manche Veränderung eßsahren: Die Schwer», mut und die Nuhelvsigkeit des ewig Heimatlosen und manch« daraus resultierende vielfach mißverständlich ausgelegte Eigen« schüft wird vielleicht auf Heimatlicher Scholle an Intensität verlieren,-wogegen neue Eigenschaften in den Vordergrund treten mögen. So wird allmählich geistig und körperlich der nationale jüdische Typus ln Reinkultur treten. ES. wird dann an der Zeit fein, sich mit dem Problem dey jüdischen Nationalsprache auseinanderzusetzen und zur alte« Kultursprache, deS Hebräischen, zürückzulehren. An nationaler Stätte wird es dann Aufgabe der Jugenderzicher sein, durch Hebung d-s Interesses für Synagogalgesang und durch Pflege der Ansätze zuni jüdischen ÄokkSliede schon in den Kindern daS PsrstäildniS für nationale Musik zu erwecken. Auf diese Weise könnte auf der. Grundkäge deS alten; SynagogalgesangrA eine 'neue jüdische Musik erblühen und immer ticser im Volke Wurzel fassen.' Das letzte Glieds in dies:« Kette musikalischer Entwicklung wäre die Anbahnung einer nattoualen Künstmusik, die voraussichtlich eine Verbindung von abendländischer Technik mit jüdischem Geiste in sich schließen. würde. \ Eine solche ftunfc welche auf der Grundlage her a# jüdischen Musik, auf heimatlichem Boden unter dem Einflüsse nationaler Erziehung und nationalen GinpfmdenS litt Laufe vyn Generationen langsam und stetig «mporgewachsen ist. Würde durch die Macht de« Töne die Seele des jüdischen, s Volkes zum AliugLN bringen: Sie würde die wahre NativE mustk sein« ' (_ .;

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