Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 402 (5.3.1920)
- Date
- 1920-03-05
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6 SBtert, Freitag Wiener MorgenzettunK 5, Marz 1920 f4x. ^erbenden Frauen sich breit zu machen, den jetzt ist eS noch leicht, ilbhrlle zu schaffen. Zuerst einmal die Haartracht! Wenn rin Hocket/pikl beginnt, st die Frisur kunstvoll unbebaut, man hat stark taS Ge Ühl. daß »er Friseur eben d'-e letzte Hand an dyS kühne Geb (de gelegt hat^ )st das Spiel vorbei, dann ist auch die „Pracht" <!> verschwunden.' kine platte Frisur, ein am Hinterkovf ausgesteckter Zopf fleht wohl ieder Dame. Die Hiare müssen, während der vielen Bewegungen, iie man während des Laufens macht, fcßsitz n. Da sieht man da ruch nach dem Spiel noch ordentlich aus. Dann weiter! .Was ieht man nicht Uhr kostbaren Schmuck, - als da sind:'Armbänder, brillantringe, Broschen -und Halsketten mit rirfeugroUn Anfängern. Wer nur einmal vernünstig darüber nachdenkt. muß dajinter kommen, daß es em Unsinn rst, während einer sportlichen betätignng Schmuck zu tragen. Die größten Ge'chmacklosigke'^en sieht man aber zweifels» »hne in der Kleidung selbst. Da gibt es zum Bei'picl blaue und rote Blusen mit ungeheuren großen Vkrerysabzetchen, die man 'ast kilomeicrweit leuchten steht. Die Kleide, rocke sind im großen md ganzen meistens harmlos, wenn, ja wenn der Rocksaum nicht mch noch einmal mit den Verems'arben „geziertest! sei» mußte. Warum werden denn nicht nur schwarze oder dunkelblaue kurze Sportröcke und weiße,, schwane oder, dunkelblaue, »equcme Sportblasrn getragen? Die Untcrschiedlrchkett ms dem Spielteldr ließe sich" trotzdem leicht auf dem Wege der Vereinbarung lösen, zum Beispiel durch dir Bestimmung, daß der Platzvcrem jeweils in weißer Bluse. drr Bcsucher m dunkler anzutreten hat- Man!Lunte ja, um seihe VkremSzugehorigkeit zu zeigen, ein gesticktes Vcrernsabzeichen an der Bluse tragen. Einfarbige Kle düng wirkt stets, vorteilhafter, als wenn alle möglichen Farben darin vertreten sind." " . Und nun das Schub werk und die CtrümNe! Ich gebe gerne zu, daß diese beiden Gegenstände jetzt äußerst schwer und nur für trrnes Geld zu beschaffen sind; Aber gerade,, weil alles so uner'cknnyglich ist, sollte.Werl darauf gelegt werden, daß die Danken nicht mit seidenen oder durchbrochenen Florstrümpien und Lackichrrhen nr-.t unendlich hohen Hacken auf dem Wettspielseld ersche ncn. En Paar massive, alte Schuhe hat wohl jede Dame noch von früher. Niedrige Absätze, damit man nicht zu leicht stürzt. Und feste dicke Strümpfe, die wirklich die Beine vor äußeren Einflüssen, wie Waffe und Kalle, schützen. Diese Art Bein« und Fußbltleidung ist praktisch, vor allen Dingen bequem, und das rst ja auch ein großer Vorzug. Der ganze Körper soll sich doch während des Sportes frei bewegen können, nicht durch die Kleidung behindert werde. Dasselbe gilt mrt zweckmäßigen Einschränkungen von der Kleidung in anderen Sporlzweigen. Je eher und gründl cher sich die Berernsleitungen gegen derartige Fehlgänge in her Frauen» Iportbrwcgung wenden, desto weniger Schaden werden diese an» richten können und desto schneller und reibungsloser wird dre Entwicklung des Frauenshorts vor sich gehen. - Berbanvstag des österreichischen Hauptverbantzes für Körpersport. D-r österreichische Hcmplvcrband für Körper» spart Welt Sanistag den 2«. Februar fernen ordentlichen Ber» bandsiag ab. Nach Genehmigung des vom Generalsekretär Pfeister erstatteten Ncchen'chafisber'chtrs und des vom Reg»erungsrat Wehr vorgetragenen Kastenberrchles wurden die 'Neuwahlen er-! lrdigt. Zum Präsidenten wurde Rudolf Collorrbo-Vtannsfjld! wredergewählt. In die Leitung rnckendest die einzelnen M»ortzwetge j folgende Vertreter: Eislauf Hajck (Ersatz Fellners Eishockey-:! Schlesinger (Avselthaler), Fußball: Dr. Abtles-Müller), tzawn» Tmnis: CoUoredo Zboril), Ski: Cmr (Dr. RellW.. Leichtathletik: Dr. Fürrh lPichl), Landhockey: Alberlk lDr>. Kolüch', Rudern: W. Herz >Hubel-, Radsport: Wutte Kube, Schwerathletik: Kamrsckkr (Denmnger). Schw mtncn.: Dangl Zebetmayr'', Ringen: Graf lBartoschek-, Reit- und Faliriport-^Ono Wtudtich» gräv iRudoll Hojos . Der S'chüyenbund, .der Schl't.rnsport» verband und d-e Akademie der Fechtkunst hatten noch kerne Vertreter nominiert. — Durch Wahl wmdm'in die Leitung entsendet: Ingenieur Ast. Redakteur Bürger, Kojä. Dr. Matz. Mauihncr, Rtedmatlen. Kämmerer und Ingenieur Sebönecker. Nach Schluß des Vcrbandstagrs iand die eiste Lenungssttzung statt, m der grwabkt wurden: als DizeprSstdenten; Ingenieur Ast. Dr. Fürth und Roger de Rredmatten: als Kmsier: Dr. Abeles; ^als Schrifijührer r Felix Gral; als Beiräte : Ingenieur, H-rzel, Karl Kämmerer, Otto Wiridi'ckgrilv und. Mulle. Die nächste Direktor iurnsuLung des Hauptvk'dandcs findtt heute um 5 Uhr nachm'ltggs im Sekretariate, I-, Dorothcergasss 12. statt. Körpeefpopt'Kalettder 1020. Unter diesem Dstel rst ein bandltckes Bilchlem von Artur S t e t n e r, dem Hauhfschristlriter des „Sl'o»t-Tag^lat'es". er ch:rnen», das für zedtn Körpersportler eine Füllevon Nachschtageyraleual btetet. Ein internationales Turnier bringen zu Ostern die Vereine^A mattute, Sportklub und Hak o a b,zur Austragung. Bon Auswärts wurden zwer Budavester und t ric füddcnt che Mannschaft verpflichtet. Dre Sptele finden allstem Dornbacher Sportplätze statt. Rene englisch« Automobil-Steuer. Große Erregung bat die setzt in England vorgeschlagene hohe An omobüsteuer- Veranlagung in englischen Jndustnekleisen verursacht. Em Wagen von 2b Picrdekräflrn, der bisher Bt t 6 P'und 10 Schilling besteuert war, soll nnnmehr 25 Pipnd Sieuern tragen. Erne erhebliche Steuererböbung sollen auch die Motorräder mw. ersaht en. Sogar die GeichästSsuhiwerke, die bisher steuerirer waren, werden in Zukunft unter dte Sleuctlaxe lammen. S. C. tzakoah. Dos d'esjährige Hakoah-Kostümkränzchen findet am Mmwöch den 17. März in den Sophtensälen statt. Kartenoerkans sowie Loaenv"rmerkungt>r ,m Sekretariate,, I., Werdeitorgaffe 8. Casö City, zwischen 8 Und 7 Uhr. Kerne Abendkasse. Am 8. Marz d. I. findet im Kkubheim der Halo ah, Cakä Eily. I, WerdcrtorMe S, ein Bor trag des Herrn Ingenieur Frdor A ck e.r m a n n statt. Gerichlssaal.! Kspinge im Schlerchhandel. Der Kaufmann Jakob Feiler, der sich mit Geleaenherts» geschäjren besaßt, batte im Apr«l v. I. zwei Tonnen Salzheringe im Mege hrs Schleichhandels nach Wien gebracht und . diese Heringe an Wiederverkauscr zu einxm den amtlichen Marktpreis überstetgenden Preis weiterverkaust. Erhalle sich deshalb be>m Bezirksgerichte Josefstadt wegen Pi eistreiberei zu. verantworten. Er gab an. dotz er große Schwierigkeiten hatte.- dir Hcrrnge nach Wien einmiübren, da damals deren freier Verkehr verboten war, daß ftine GcstehnngStoftrn deshalb sehr bedeutende waren und er mnr einen kleinen Reingewinn.von 90 Heller pro Stück erneue. -Der Richter. LandeSgertchtsial Dr. W e ist verurteilte den Angrcklagten zu d r e r Da g e n A r r e st und zu e i n e r G e ld- -strafe v o n 1k 3200 mit der Begründung, daß^ dem Angeklagten dte durch den Schtctchbandcl' crwachseven höheren Gestehungskosten bei Festsetzung der Verkaufspreise vom Gericht Nicht zugebilllgt werden können. Einbruch am Tivoli. In die Wohnung des Bcsitzcrs d-:r Meieret am Tivoli Johann W a l l n e r drangen am 13. Juli v. I E-nbrecher etn, sprenstien-hie Kästen auf und stahlen Schmuck und Bargeld in he. Höhe von K 145.77«.—. . -- - Durch eine vertrauliche Mitle-lung erfuhr die Polizei, daß der 24jährige Kellner Wilhelm S p r't g e.l der Täter sei. Spiegel gestand, daß er mir dein 2Sj8hrrgen Kutscher Ludwig M a rß, der ihn dazu verleitet und als Gast in der Meierei verblieben war, um aüfzupassen, de» »Einbiuch ve-nbt habe. Die Beule wurde geteilt, man fand bet Sptegrl noch 10.210, bei Mach K 6850 vor. Im Verlauf der Erhebungen geständen die beiden noch, einen Embivch rm Gcischir'te des Max Blitz in der Kohprritcrgaffe verübt zu haben, :wobri ihnen Seife und Marmelade >m Werte von K 18.000 in idie HLnde fielen, die sie auf einem Strerfwageu fortgeschasft lhabeit. Vor dem Schwurgerichte unter dem Bor fitze deS O8cr» landrsgerichlSra'es Dr. Thönr hatten sich heute Spiegel und Maiß wegen- Diebstahles zu verantworten. Maiß erNärte, daß er K 15.(00 e,wm Unbekanmen als Schweigegeld gegeben habe. der m den Einbruchs» plan rmgeweiht war. ' K 25 C00 habe er vergraben. Spiegl behauptete.-das ganze Geld verspielt zu haben. Im weiteren Verlause der Verhandlung gestand Maiß zck, daß die Angabe, er habe ll 25.000'vergraben, eine Erfindung fei.-Er habe das ganze Geld aus der D'esbeme verbraucht. Auf Grund des WabrsprucheS der Geschwcrnm vemrteiltc der Gerichtshof W lbelm Spiegl zu drei Jahren und Ludwrg Mach zu>i e ch s Ja h r en schweren Kerker. Der Volkswirt. Ei«« Krone =, 2.30 Centimes. Gestern stellte sich in Zürich die österreichische Krone auf ... . . 2.30 (2.40 am 8. dir tschechrsche Krone aus. 6.80 6.80 am 8. die Mark auf . . . r .... . . .6.10 (6.80 a« 8. die offen*, gestempelte Krone auf ... 2.20 (2.25 am 3. die alte ungestempelte Krone auf . . .9.50 (2.50 am 8. Agram ........... .4.80 (4.40 am 3. Krakau » » v »»4«..»... 9.60 9.60 am 8. Budapest ,«.»4».».« 9*95 (230 am 3. M«r§> M«r0 M8ir> März) März) Marz) Marz) wim Dte neuen Steuer« — eine Besteuerung de» Schiebertnm«? , Boi, F«IK Satt«. , Die vom Staatssekretär Reisch in der SWngf feto Natioiialversammlung vom 26. Februar eingebrachten! n'uen Steuervvrlagen zeigen im großen und ganzen wohl! die geschickte Hand dos erfahrenen SteüertechnikerS«j Um so mehr ist es erstaunlich, daß so schwere Berstößa^ igegen Steuergerechtigkeit und Steuerklughett, wie st« in den Steuervorlagen sich tatsächlich vorstnden, nicht, vermieden worden sind. Ob die Nationalversammlung! fähig und gewillt sein wird, diese Fehler auSzugleicheu^ erscheint sehr zweifelhaft. \ Ein genauer Ueberbltck über die vvlkSwkrtschafi^ liche Wirkung bet geMuten neuen Steuern ist derzeitl noch ganz unmöglich, denn einmal ist die endgültig« Form der Steuergesetze Ja' noch nicht gegeben, bannj kommt es hier noch mehr als bei anderen Gesetzen au die Art der Durchführung an. Ueberdies find die derzeit' gen Gesamtlebensverhältnisse etwas nur vorläufiges, ei P r o v i s o r i u m, Erwerbs- und Preisverhältnisse sin! fortdauernden und einschneidenden Aenderungen unter warfen und die Möglichkeit, alle diese Verhältnisse! überhaupt zu beeinflussen, mag vielleicht in den Hände der Entente liegen, wie haben sie bestimmt nur 'sehr, geringem Maße. * Daß gerade ein starke Besteuerung deS Schieb'« tu ms dem Volksempfinden und dem GerechtizkeitS^ gefühl ebenso wie der Steuerklugheit durchaus ent-i sprechen würde, ist eine Tatsache, die yffen kaum jemand^ zü bestrckiten wagen wird. ES sott hier untersucht werden, ob durch die'neuen Steuern, besonderdurchs die W a r e n u m s a tz ft e u e r, eine Besteuerung deL SchiebertUMs erreicht werden dürfte oder nicht. i Der Handel von heute bringt die, Güter nichL dorthin, wo'das dringendste Bedürfnis darnach herrscht sondern dorthin, wo die kaufkräftigsten Abnehmer, von , allem/Käufer Mit höherwertiger' ausländischer! Valuta sich befinden.'Zweifellos beherrscht im Auslande ebenso wie bei uns Warenmangel und Warenhunger ebenfalls da8' ganze heutige Wirtschaftslebeu. sBei gleicb starkem Bedarfe ist dann eben die Frage! der valutarischen Kaufkraft entscheidend, nämlich fra# Verhältnis, in dem die Kaufkraft eine Valuta zu ber-l jenigen einer anderen Valuta steht. j Jeder Kaufmann liefert demjenigen, der ihm, tote er glaubt, am besten bezahlt, die Folge hiervon ist d;e Schleuderausfuhr und das verfehlte Gegenmittel bic^ Zen^"7.^'twirtschast. ' Ein sehr gu e3 Mittel Zegen die Schtebergeschäft« wäre »2s diese Art voU Geschäften derart energisch zu ieshenerU, daß sie einfach ihre Rentabilität verlieren würben allerdings in der Durchführung ein Pro.4 blcm von unerhörter Schwierigkeit. . i MenKcheM MenÄLl. Ein Briefwechsel. HerauZgegebcn von Schvlem-Aleschem. ' , . Aus d?m Jüdischen ühertrageu bo'n Siegfried' Schm i.tz.. Das vierte Bündel Briefe. Ein vornehmer Berufe ^Mn,crchrm Mendel als Schüststelltt.)- (89, Fortsetzung.) 10. Brief. Sch.'.n.-S i de! aus Kas il wie a« ihren Gatten Mcnachrm Mendcl ln J:h-:p5z. Dem hcchgechrten, edlen und Mächtigen. Herrn, dem weisen Kenner der Thora, dem hochgelehrte^ Reb. Menachcm Mündel chrsü-chtigen Gruß. .Erstens verntclde ich Dir, daßwjT alle, Gott sei Dank, beim besten Wohlsein sind; gebe GottMNs,, das Gleiche von Dir zu hören fürderhin urch^ nie Schlimmeres. * ■ _ Zweitens teile ich Dir mit^daß ich Dir nichts Mitzuteilen habe. Ich habe Deinen Brief der.Mutter' gezeigt! Sie sagt, daß ich allein an allem schuld bin., ,S)ie man sich beriet".— sagt sie — „so,liegt man".: Hättest Du mich — sagt Jiß -— mit ihm korrespondieren lassen,, mit meinem lieben Eidam aus dem Eden, ich hätte ihn schon längst — sagt sie — hergebracht. Ich. hätte es mich nicht verdrießen lassen — sagt sie —. und hätte ytic ihn geholt. Er hat Glück, —sagt stze — daß der Vater aus.dern. Tot^bett liegt und wir beide Uns kaum noch sortschl.'pp^n könnest. Das Geld, welches ich Dir jetzt schicke, gehört meiner Mutter — weißt.Du, wie gut sie ist? Ich flehe zum lieben. Gott: Nur keine Briefe mehr von Dir bekommen! Und. sowie Du Jehupez verlassen hast, möge sich die Erde sp-gltsn und die Stadt auäaL. m&itetuou: Sodom.mit »U. iären GoldLelckäitLn. Maklern- Vermittlern, Gasthöfen, Wirtinnen, Redak-' tionen, wie Dir wünscht viel Gutes' und dauerndes Glück für heut''und alle'Zeit Deine wahrhaft 'treue Frau 'x . . 1 - Scheine-Scheindrl. (Ende des vierten Bündels - Briefe.) : , ' Fünftes Buch: Es geht nicht zusammen. - (Menachem-Mendel als Schadchens Mwachem Mendel von d r R>?is!e m seine Frau Scheine» Schindel in Kasriliwke.. Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau Scheine-Scheindel meinen Gruß! . /lu.m ersten sei Dir kundgetan, daß ich — dank Seinem lieben Namen!—: gesund bin und mein Leben .das t«) Frieben^; der Herr, gelobt sei er, möge helfen, ldaß emes vom anderen nur Gutes höre in guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen. ' -r Z u m z w e i t e n wisse: Es - geht nicht zusammen, es. wird nichts — und wenn Du Dich zerreißen wolltest! Also gleich, wie .ich die paar Rubel erhalten habe, die Du mir geschickt hast, hübe ich vor allem das Quartier bezahlt und darnach gleich begonnen, mich zur Reise zu, rüsten. Was willst-Du mehr — ich bin schon im Zug gesessen, habe eine Fahrkarte, bis Chwastow und von Chwastöw düchte ich direkt nach Haufe/zu fahren, nach Kasriliwke. Aber Gott-ist Mächtig und nun sollst Du hören,, was er vermag. Neulich habe ich Dir geschrieben, daß in dem Gasthof, wo ich mein Quartier , habe,- auch ein Jude gewohnt hat, der Schadchen ist. Er heißt Leibe Lebelsti. und rühmt sich, daß er hei . sich , in der. Brusttafche bw. ganz« Welt trägt und. Berge Gold verdient. Eines schönen Tages hat er für ganz kurze Zi:it wegfahren müssen, einer großartigen Vermittlung wegen; «r habe — so bat cc.asiaat — ein DrinaendeS. TelLLramm. bekommen. alles stehen und liegen zu lassen und sofort zu kommenso hat er.sein ganzes Gepäck bei der. Wirtin gelassen und sie gebeten, es einstweilen zu behalten; bis ev die Heirat glücklich zustande, gebracht hat undzurückkommt, wird er — hat er gesagt —seine Rechnung begleichen. Nun — so wie Du ihn siehst, so haben wir ihn gesehen. Bevor ich weggefahren bin. kommt, die Wirtin, zu mir: „Sie fahren doch die gleiche Route! wie der Schadchen; vielleicht treffen sie irgendwo den Kerl, den Äbelski, dann geben Sie ihm seine siebenj Sachen!" Drauf ich: „Wozu" — sage ich — „brauche ich fremdes Gepäck?" Drauf sie: „Sie brauchen keine Angst haben, Geld ist da keines drin, nur Papier und! Fetzen." Wie ich schön im Zuge sitze, binde ich das Packet auf, aus purer' Neugier und werfe einen Blick hinein — ein Schatz: Briefe von SchadchoniM, Verzeichnisse von verschwägerten Familien und andere Schriften. Unter diesen Schriften — ein langer Zettel in hebräischer Sprache, ein' Verzeichnis aller heiratsfähigen Männer und Frauen, nach dem Alphabet igevrdnet; ich wiederhole es Dir wortwörtlich: Awritz: Chawe, Tochter des -vornehmen Nell Lewi Donkiner . . . vornehmste' Abkunft . . . Frqu: Mirjam Gitel . . . euch vornehme Abkunft . . . Tochter groß gewachsen ... Schönheit . . . Viertausend . . r Gewünscht: ein Studierter. . . ' Balta: Feitel, Sohn .des geachteten Josef Hitelmacher . . . Aufg-eklärt .Zion'st . . . Handelsschule 'beendet.... Gei der Assentierung zu schivach... Betet jeden Tag . .. Gewünscht: Geld ... Gluchow: Jcfim Boloeni . . . Apotheker, Christ, rasiert. . . Liebt die ' Inden . .. Verleiht Geld - an Krämer. . . Gewünscht: Tcmperatnent... Dubno: Lcah, Tochter des vornehmen Reb Majer Korsik. .. Zahlreiche Verwandtschaft . . Klein* gewachsen. . . Rotes Haar. Dibert srauzöliich... M.öLMAiel..G<elü zu rrwaen...