Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 402 (5.3.1920)
- Date
- 1920-03-05
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 402 " Wien, FreitaK. / Wiener MorgenzsskunK *8 genauen^ Zeitpunktes, an welchem der Streik einzusetzen jät, wurde dem Präsidium überlassen. ' Der Verband der städtischen Angestellten umfaßt ins» lesamt 90.000 Mitglieder, Beamte, Lehrer und Bedienstete, ne der Dienstordnung unterstehen. Außerhalb des Verbandes befinden sich jene Bediensteten, dexen Dienstverhältnis auf tzrund' eines Kollektivvertrages geregelt ist. Ausschreibung von BedarfsgegenftLnde« in den Schaufenstern. - . 1900 Anzeigen ^raen Geschäftsleute. Mit Rücksich darauf, daß die Bcstnnmung der Preistreibereiverordnung durch die Ausschrew.ung von Bedarfs» xegenständen in den Schaufenstern vielfach nicht. eingehakten werden, wurde, am Dienstag den 2. -d. M. und Mittwoch s »en 3. d. . M. von 120 Organen des Kriegswucheramres und i nner Anzahl von Arbeiterräten eine .Begehung sämtlicher Straßen Wiens vorgenommen. Bet diesem Anlässe wurden -rund 1900 Anzeigen, gegen Geschäftsleute, .welche die in den Auslagen ausgestellten Waren -nicht beschrieben hatten, erstattet. Die Genannten sind für 'die' nächsten Tage ins ktriegswucheramt borgeladen und werden der Bestrafung zuzeführt werden. Die Amtshandlungen sind im. allgemeinen , ohne ° Aufsehen verlaufen, nur der Messerschmied Michael Adler, 1. Bezirk, Schulhof 2,..verfolgte das in seinem Ge» 'schäfte die Nichtersichtlichmachüng der Preise beanständende polizeiliche. Organ in ein nebenanbefindliches Schuhmacher- Geschäfte, stieß dasselbe vor die Brust, entriß ihm sein Notizvuch.und verhinderte' hierdurch das polizeiliche Organ, die im Schuhmacherladen eben begonnen? Amtshandlung zu beenden.- Grgen den- Genannten würde wegen 'öffentlicher Gewalttätigkeit die Amtshandlung eingeleitet. ^- - Die ttttgaerfchen Kommunisten Ln Steinhof. Da das Schloß Karlstem für den Aufenthalt der internierten ungarischen Kommunisten sich als gesundheitsgefährlich erwiesen hat und die dortige Bevölkerung überdies gegen den weiteren Aufenthalt immer lebhafter Stellung genommen hat, wurden sie vorgestern abends in einem Pavillon „$Im Steinhof" interniert. Das neue Heim der Kommunisten liegt von den anderen Pavillons etwas abgesondert und ist in einem großen Garten gelegen, von dem sich ein herrlicher Ausblick auf die Hänge des Wienerwaldes und die Stadt bietet. Bela Kün. der bekanntlich die letzte Zeit in einem Spital untergebracht war, dürste heute oder morgen kn „Steinhof* eintreffen. Im ganzen werden dort 15 Kommunisten untergebracht sein. Drohende Einstellung des SpitalsbeLriedes der ^Barmherzigen Brüder". In einem.Äuftuie wendet sich die Leitung des^pitales der »Barmherzigen Brüder" an die Wiener Bevolterung um Spenden für die Erhaltung des Spitalrs, das durch die Verhältnisse in bitterste.Not geratep^ tst nnd vor dep G.xsah»> steht. seinen Betrieb chjMÜelle», weil cS nicht, mehr in der. Lage »st, aus eigenem die Mtttrl bereit zu stellen.' ES. ist innigst zu wünschen, daß Dieser Appell nicht ohne Erfolg, blecht, , denn diese selbstlosen . Menschenfreunde, die »Barmherzigen Brüder" haben ein Recht aus.weitgehmdste und ausgiebigste Unterstützung, die sie selbst jedem ohne Uuterschied der Nationalität oder Konfession zuteil werden lasse».. DaS, wfffenschaftliche Leben irr Palästina. Paläst»na ist schon heute ein literarisches Zentrum für die hebräische Welt. In Druck gegangen ist jetzt die sehr umfangreiche Uebersptzung'von Bachers Agada der Tanaiten uyk. Amoräer^ Diese Arbeit von A. S. Rabinowitz ist mehr als. eine gewöhnliche Uebersctzung. BucherS großes, Werk, kommt erst .im Hebräischen recht zur Geliuntz'. ' Derhebräi-fch« Stil, die- Originnlstellen, die Anmerkungen des Uebersetzers geben erst dem Werke seine ech.w.. Farbe- Diese. Uebersetzung wird dem . hebräischen Leser mehr s in als das'Original den dents^en Juden. . ' . ' Auch in'den Kreisen des-alten Jischuw ist manche literarische-Arbeit gediehen. - Wahrend' des Krieges erschien die umfangreichewertvolle, originelle,, vielleicht. zu originelle Palasti.n a-G e ograpHie\ bo.it.. Goldhor. Ebenso. entstand. im..Stillen.di^ sehr umfangreiche histprisch-geographrsche Palästina-Enzyklopädie von 'I. W. HoroWitz, die leider ein Torso geblieben ist. '• Alphabetisch geordnet ist hier das - gänze - Material > zur: historischen »' Geographie Palästinas aus. der gesamten jüdischen Literatur, mfi der.- Vollständigkeit' von Eoneordantien gesammelt, kritisch untersucht, geschickt ge-. " ordnet, in einem ansprechenden. Stil vorgetragen. Wie .es ist, wäde ^es ein' Standardwerk ' geworden. Der' frühverstorbene Verfasser hat es aber leider nnr bis^etwa mehr als-zur Hälfte / fertiggestellt. Für . die zweite Halste ist das gesamte Material vollständig gesammelt und geordnet,. Ein Verlag hierfür hat. sich leider noch nicht gefunden. - ' Auch I.'F rei m an n,-der ein Lexikon sämtlicher Per»- sonennamen aus der gesamten talmudischen Literatur zu» sammengestellt hat, findet des- Umfanges , wegen keinen Verleger. Ein solches Werk in . dieser Vollständigkeit wird. erst, die notwendige Unterlage für biographische Arbeiten abgeben. Im -Drucke befindet sich die sehr bedeutende und umfangreiche Mischna-Concordanz von ' I. K o s o w s k i. Geseüfchaftsnbend. Die zionistische Scktion für die. westlichen Bezirke Wicns-veranstaltet Samstag den 13. d. M. im. großen Saale d'S Bo'ksgartenrestaurants einen Geiellschaftsäbend mit. Tanz, der schon heute zu einem - künstlerischen und geselligen - Ereignis zu werden verspricht. r Unter bat Vortragenden befindet sich V lto'r Heim, der-' aus'rhließ'ich j ü d r s ch e Lieder singen wird, ferner Beda der aus eigenen Weilen, und Fcrdnand Onno. der aus Stephan Zweigs dranm'ischrr Dichtung Irrem as lV. Akt leien wird. Herr Dr, Destder Fx rdmann wird die Tendenirrde halten. Die Bort äge beginnen vünktl chst '/,? Uhr . Karten im Vorverkauf erhältlich am Schuld r der »Wiener Morgenzriiung". im nonisiischar -Lank eskomttee. U-. Zirkusgrsse 33 Buchhandlung R. Löwit, l.. Rotcitturmsiraße 22. Buchhanelung I. L- Pollak, XV.. Mar>ah lterstraße 140. und im Bezitlsheim /Vl., Amerlmgstraße 19, Hotstiege, Mez anin. / Aushttfe für Nabbiner. E n Kiers unserer amerikanischen B, über Hai - emm namhailen Betrag zur Beneilung an Rabbiner- F!ücl,'l'Nge> zu Händen des gefertigten Komitees überw'eien. Die Herien. Rabbiner, welche auf Undrnüvnng refleltttren, wollen sieb bei einem der gefertigten Kom'lee- M'tglteder bi» srätestrns Sonntag »en 7. Marz b. I. melken.' Rabblner I'rael Fncdmann. IX.. Nnßdorfrrstraße 14. Rabbiner fb-ximec, II,. Rembrandtsttaße 41, Rakbmer S. Fürst. ll.,-Große Schiffgasse 8, Rabbmer Chaim Schapira, ll., Untere Donaustraße 39, Rabbiner Jakob Tiunski, II. Novcuagasse 40, Rabbiner Dr. Samuel Rappaport. Baden bei Wien, Mozartstraße l<>. ^' Erhöhung des Brotpreises. Infolge Gewährung der gleitenden Lohnskala an die Angestellten der Broterzeugungsbetriebe mußte die Landesregierung eine der Lohnerhöhung entsprechende Erhöhung des Brotpreises zugestehen. In Wien wird sonach von Sonntag den 7. März d. I. an der Kleinverkaufspreis des Brotes für den Laib im Gewichte von 1260,Gramm K. 6.60 betragen. Außerhalb Wiens sind die politischen Bezirksbehörden ermächtigt, den Kleinverraufs» Preis für Brot, zu bestimmen. * Populär-wissensckaftliche Vorträge der Aerztegrüppr des Palüstinaamtos in Wien. Die unyhgienischen Zustände, in denen ein großer Teil des jüdischen Volkes gezwungen ist, sein Leben fristen, haben die Aerztegruppe des Palästmaamtes bewogen, durch.; eine Reihe populär-wissenschaftlicher Vorträge für die sanitäre "Aufklärung der Juden zu wirken. Die Vorträge werden teils im Nahmen rrnzelner Gruppen^ und Verbindungen,' teils allgemein zugänglich veranstaltet. Der erste allgemein zugängliche Vortrag findet am Samstag den 6. d. M. um 6 Uhr nachmittags rm Hör» saale der Ersten medizinischen Klinik Professor Wenkebach statt'.' Es wird Assistent Dr. Leopold K i r s ch n e r über Einladung der Palästinasektion. des jüdischen MedzineroereineS über die Verbreitung der Malaria im syrischen Küstenlands mit. , besonderer Berücksichtigung Palästinas sprechen. Anschließend daran werden Lichtbilderdemostrationen über die Schutzmittel gegen die Malariainfektton vorgeführt werden. * „Kinder und Narren . . Unter dieser Devise veranstaltet der Jungwiener Literaturverein „Amateurbühne" am 10. März seine diesjährige Redoute im Kursälon, die einen sehr animierten Verlauf zu nehmen verspricht.: Karten im Vorverkauf K. 20.— bei Kehlendorfer, an der Abendkasse K. 26.—, Begleitkarten K. 16.— nur an der Abendkasse. * Freie Stellen für Krankenpflegerinnen. Die jüdischen Krankenpflegerinnen, die auf eine besoldete Stelle hierzu» lande reflektieren, mögen sich ehebaldigst bei der Schwesternsektion der Aerztegruppe des Palästinaamtes inWien, 2. Bezirk, Zirkusgaffe 33, schriftlich anmelden. * Vorschriften für die Preisberechnung von Schuhwaren. Die gestrige „Wiener Zeitung" verlautbart eine VollzugSanweifung, enthaltend. Vorschriften für die Preisberechnung pon Schuhwaren. Die einzelnen Bestimmungen betreffen die Materialkosten, Arbeitslöhne, Regie, Gewinn und Berechnung des Kleinverkaufspreists usw.. Bei Schuhwaren darf der Erzeuger dem Gestehungspreis sechs Prozent, als Gewinn hinzurechnen, für handwerksmäßig angefertigte Maßware 25 his 35 Prozent, je nachdem ein Arbeitslohn für die Bodenarbeit bezahlt wird. Die Vorschriften gelten nicht für Verkäufe nach dem Ausland. Adolf Stand-Stiftung. Wir erhielten für die A d o l i S t a n d - Stiftung der „Wiener Motgerzeitung" von Herrn Lcmteibach K 60.—, Elfenbein K 50.—. Bisher emgeläusen K 22.805.--. Die Ernährung. Der Marktbericht. Da» unverkäufliche Rindfleisch. — Bevorstehende Erhöhung der Gemüsepreife. Gestern.hat wieder die Ausgabe des t e u e r e n R r n d» fl.eisches begomor. Nach einer abgelau'eneir sogcnannan ^b lligen" Fleisäiwoche stehen nunmehr wieder d v 11 t .e uere W o ch e n bevor, das heißt, der größte Teil der B>Volke»ung ist vom Genüße des Fl c och cs vollständig ausgcschaltet. Schon gesteln konnte man die Beobachtung machen, daß in der Groß- Markthalle mehr als d i e H ä l i t e des R i n df l e »s ch e S u n v e r k a u f k liegen blieb. Auch der Absatz der Würste ist ,«folge des enormen Ptciics überaus schwach. Das sonstige Angebot in der Großmarkrhalle bestand aus kleinen Mengen Mcrdewüistcn, Corn»d-Beef und e.nem kleinen Quantum Schweiysköpsen. chie zum Krlogrammpreis von ll 24.— zu je einem halbm Kilogramm abgegeben wurden Gestern ist für dre Giv^märkthalle « n Waggon amerllanisches Fletick angekommen. Aut den Gemüse markten macht sich der Mangel an frischem G müsr stark fühlbar. An Rüben aller Art herrscht ' Ueberssuß. Lebhaftere Nachträge war nach Wirsingkohl zu bcobach'en. von dem auf. t>m ^caschmarkt rin Waggon angekommen war. Von Obst siandcn steirische Aepf-l zu> Verfügung, a»tßerdem sind aui dcm Nufchluatkt lk.0 Kisten Zaronen emgelangt, die zum Slückvrcis von X 180 b.is ll 2.10 abgegeben werden. ffül G ä r t n e r a r t j k e l sicht eine neue P r e» serh^hung bevor Gegenwärtig w'id über die Prcisiätze beraten, die beieits am kommenden Montag m Krast treten dürften. . _, BÄlMS nnd Kunst. Der korvistierte Viktor tzngo. Die Parifw Comödie Francaise bereitet, wie wir im i „Temps" scsen, die Reprise von Viktor Hugos historischem Drama „Ernani" vor.. Während einer Probe wurde nun die Vorstellung durch, eine«, merkwürdigen Zwischenfall gestört. Am Schlüsse de/vierten Aktes, an der Stelle, wo Dgn Carlos zum König Karl V.. ausgerufen wird, hghen hie auf der Bühne brsinblichen Soldaten den neuen Herrscher begeistert zu feiern,, indem sie ausrusen: „Bitte Allemagne!" Korrekter wäre es wohl „Bitte. l'Allemagnet^, hat aber des Versmaßes wegen den Artikel weggelassen. Als es zu dieser . Szene kam, blieb' ein Teil bewegitngslos stehen und stimmte in das ,Mvat Allemagnel" nicht ein. In der Probe trat eineV Stockung ein, .der Oberregisseur zog die Schauspieler strenge zur Beraniw.ortuug,. diese aber erklärten indigniert, daß ihr patriotisches Gefühl sich dagegen sträube, Deutschland von der ersten Bühne s Frankreichs, hochleben zu lassen. Die Affäre kam vor den Disziplinarrat, der den Schauspielern recht gab. Vorläufig ist es wohl noch nicht mttschieden, aufwelche Weise diese heikle Szene in „Ernaui" umgangen werden soll. Der „Temps" aber rügt die Haltung der Schauspieler in schärfster Weise, denn, abgesehen^ davon, daß . die Harrdlung deS.Drarnas in einer längst entschwllndenen Zeit spielt ü,rd die mitwirkenden Soldater» nicht das heirtige Den!sch!and, sondern dasjenige der Epoche Karls V.. hochleben lassen, sind solche peliusche Spielereien auf der Bühne 'überhaupt nicht am Platze. Am allerwenigsten zulässig aber, ist es, daß einigen übertreibenden Schauspielern zuliebe, der Text Viktor Hugos gefälscht werbe. 8. März 1920 Seite maschinell Größte Auswahl! Billigste 6*0 Leopold SteinhachWien, I., Biberstraße 9. -4W3/KO —»> — >—. - Aus den Theatern. Im B ur g t h e a t er wurde die Premiere von Werfe lS ..D »eHT t o e r i n n e n".verlckoben. D-e nächste Premiere ist di: Uraufiühiung von Schnitzlers ..D »e S ck wefteru". Dann soll Sil B a r a s- Schau'piel ..D i t G i't a tt a“ folgen. „Die Giwna" behandelt' bckautrilich das ,Tarmru"-- Schicksal »»ach der Novelle Prosper Meumäes. Die G tana spielt Frau Marderg. In Berlin wird - Frau Kvnstamm die Rolle darstellen. Im O v e r n t h e a t e r g langt morgen Sqmstag z« erhöhten P^e sin «F i d e l i o" zur Aufführung. Lconorc Freulei» H<le«e W »l d d r n n n vom Berliner Opernhaus als Gast. , Im Wiener S 1 adttheater gebt allabendlich die franzöuschr Kvrnödie „Das Werk und derHamvel-- m a n n" mrt Leopoldine K o n st a n 1 i n als Gast m Szene. Sonntag den 7. d.>M.. 2 Uhr nachmittags, wird be» ermäßigten Preisen O h t S Schauspiel „Der H ü t t e n b e s i tz e V gegeben. Harry Walden spielt Sonntag den 7. d. M. nachmittaS. in der R e n a »s f a n c e - B ü k n e bei halben Preisen den Riccant de la Marltniö'/e m „M t n n a v o n B a r n Helm". , Für die ,.P f a r r h a u s k o m ö d i e" können Karte» nur in der Buchhandlung L a n y i, l., Kärtnerstraße 44, 6t». hoben werden. _ Die Dadaisten in Prag. Wir lesen im „Prager Tagblatt": Der Dadmsten-Abend in der P»oduk!enbörse hatte mehr als zweitausend Ultteihaltungsbedürstiae veranlaßt, rin sehr betiächtliches Emtrittsgeld zu zahlen. Die Leute brannten darauf, sich bluffen zu lassen und es wäre auch durchaus nicht schwer gewesen, diese kompakte, jnxlüstcrne Zübo ermasse in Stimmung zu halten. Jeder amerikanische Clow»» hätte das fertig gebracht. Aber die zwer mcnschgewordenen Beionale, Hausmann und Hilsenbeck. schläfertm sogar die Gynasiasienrudrl lanas der Wände ein. Diese hatten mit Pfe.fchert und Kinderirompeten wahrhaftig mehr fürs Publkum geleistet, als, d!e beiden langwelipen jungen Lerne auf dem Podum., Angesichts der dadaistischen Phlllstlosirät wurden zuguterletzt^ auch sie lethargisch lind hätten nicht einige Lausejungen Stinkbomben geworfen, wäre der Abend durchaus pointenlos verlmlfeMj Was die Dadaisten für dir Entfettung der Bü'.gersecle leisteten, war lediglich e»n Gäbnkrampf. Auch die jugendlich erfernden Füc-i und Grgemedner aus dem Publikum blieben kläglich m. „einer» und anderseiis" und ..sowohl — als auch" stcckem DaS Publilu« flehte ärmlich „Blufft uns doch, bitte! Die Karten waren ja so teuer!" und man merfte es -den beiden Dadaisten an, daß sie sich Mühe dazu gaben. Aber die Mittel »varen zu spärlich: ein paar Kneippzcitungsvcrse und monotones Plärren. Es war kein Bluff, es war kein Witz, es war kein Geist und es war nicht eiumal Geistlosigkeit. Es war — mit einem Woite —: langweilig. Tschechisches Theater in Pretzburg. Im Preßbmger Theater wurde vor kurzem die erste tschechische Theatersasson unter der Direktion Fr'cdrich Jerabek eröffnet. Es wurde „Hubiöka" vo« Smetana anfge'ührt. - , > Konzert Gerson Margulies. Jungst fand ein von Obcrkantor Herrn Gerson Margulies veranstaltetes Konzert in Flor dsdorf unter Mnwrikung der Opernsängemt Fräulein Schwarz, Pianistin Fräulein K o g a n und Cellistin ' Fräulein H e r s ch l statt. Herr Margulies, der über eine überaus weiche, wohl>ebildete Tenorstimme verfügt, errang mit seinen Vorträgen den Be fall des zahlreich erschienenen Pubsikunrs. ^Vom Gluck vergessen." In unserer gestrigen Besprechung der zu Ehren von I. Deutsch stattgefundenen Bor^ stcllung der Jüdischen Bühne ist durch. ein Versehen als Name des Autors des Einakters „Vom Glück vergessen" t. L- Pcrez angegeben. Es soll natürlich richtig David t n $ f t teilen. __ Sport. Deutsche und österreichische Fußballer in Italien. .Wie wenig sich das neutrake Ausland und sogar die Sportverbände einzelner alliierter Staaten nur den von England mit Hochdruck betriebenen Boykott "der Mittelmächte kümmern, gehs am besten daraus hervor, daß die bekannte Nürnberg-Fürth er Städtefußballmannschaft nicht nur mit den Schweiz, sondern auch mü Italien wegen mehrerer Wettspiele in Unterhandlung steht/ Die für Ende März und anfangs April geplante Wettspielreise soll die Bayern über Genf und Bern nach Mailand und Rom führen. Gleichzeitig unterhandelt auch der Wiener Sportklub „Wacker*- mit italienischen Vereinen wegen einer Gastspielreise, die vor ihrem unmittelbaren Abschluß steht. . England und Frankreich dürften mit ihrem blind wütenden Haß bald isoliert dastehen. Frauensport und Kleidung. Dem Berliner „Stadion" entnehmen wir den nachfolgenden' aktuellen Arttkel, der auch für unsere Verhältnisse manches Wahr-- wort enthält. In den Sportvereinen wird jetz^ anerkennenswerterweise viel für den Frauensport getan. Ucberall werden besondere Damen» abtrilnngcn für Hockey, Golf, Tennis, Fechten, Schwimmen und Lcichtarhletrk gegründet. Mit der Lritung dieser Abteilung werde«, jeweils die bewe» testen <^portleute betraut und. diese geben ihr- Bestes, um auch den Frauensport auf die Höhe zu bringen. Man bemüht sich also, den Fraucnsport in jeder Beziehung zu soider».- Fortgesctzt gibt e§ da neue Anregungen, wie ein Fcauevlörpcr ämvortcilhastesten trainiert werden kann; und — bei all den Neuerungen vcrgißt man ganz, einmal einen kritischen Blick auf reine Aeußcrlichkeitrn zu werfen. Der Fianensport ist noch wng und es ist darum verständlich, daß er nicht ,m»ner und überall das Rlchüge trifft. Biele Fehlerweiden schon durch kurze Praxis beseitigt. Ich will darum nicht alle möglichen Ung Hörigkeiten ansühren, die man auf den Sportplätzen beobachtrn kann, sondern nur einige grundsätzliche Geschmacklosigkeiten frstnageln, die jetzt anfange«,. bei de« ftjott}