Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 401 (4.3.1920)
- Date
- 1920-03-04
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«r. m /SBim, Kvmrerstt- ,$8f*tttt Morgerrzelktt«- .tmSfOBT ssttBsaBUttsaBsoaGMi pmr$ Ein Frauenmord in Sternberg. Am- 11. Februar wurde im Ale schwalbe bei Ste r «- auch wirklich Mord fest. Die Ermordete war unter 25 Jahre »lt, mittelgroß, stark entwickelt, hatte bunlelkastanienbraunes Haar, in einen einfachen Zopf geflochten, tadelloses Gebiß, dem nur der erste untere Mahlzahn fehlt, und die oberen iShettSzähne noch nicht durchgebrochen waren, gepflegte rgernagel, gepflegte Haut an Armen und Deinen.. Me ^Ug dunkelgrauweiße, kleinkarrierte Winterwollblufe, dunkelblauen Cheviotrock, weißen, feinen Spihenunterrock, geblümten »lauroten Wollunterrock mit dunkelblauem, aufgenähtem Band -ine Handbreit oberhalb des Saume», feine» weiße», mit Spitzen besetztes Medeclcibchen, feine weiße Spitzenunterhose, feine» Leinenhemd. Die Wäsche ist ohne Märke. Die Bluse hat gelblichweise Hornknöpfe. Die Füße waren ohne Strümpfe Und Schuhe. Um den Hal» der Toten war ein Telephondraht fest geschnürt und unter dem rechten Ohr durch ein fingerdicke» Aststück stark zusammengedreht. Die Leiche hatte weder Ringe und Ohrgehänge, noch sonst irgendwelchen Schmuck. Die Tote ist schon mehrere Wochen im Freien gelegen. Der Tod ist durch Erdrosselung mit dem Telephondraht ekngetreten.. Der Täter muß, da auch die Ermordet« auffallend kräftig war, sehr stark gewesen sein; die Tat ist mit Ueberlegung ausgeführt. worbe«. Die Oeffnung der Leiche spricht dafür, baß die Tote Alkohol ikerin war. Es wird angenommen, daß die Tote nicht der dienenden Klasse angehört hat. Ein Raubmord «scheint nicht ausgeschlossen. ES wird vermutet, dgß der rau auch Mantel und Kopfbedeckung weggeuommen worben fSI NeischiMSgabe In Wien to der Woche vom 4. bis 10. MLrz 1920. In bet Woche vom 4. bis mm 10. März 1920 wird an «fte Hausbaltimgrn in Wien Gefrier-Rindsteisch im Ausmaße von 10 Dekagramm pro Kopf auSgearben. Der Preis betrcigr K 98 für 1 Kilogramm Vorderes, K 102 für 1 Kiloaramm Hinteres und K 124 für 1 Kilogramm Bratenfleisch. Der Verkauf «folgt gegen Abtrennung der mit der Ziffer 17 bezeichnettn Äschnitte deS Rindfleifch-EinkauischeineS. Da diese» teure Fleisch Ndoch liegen bleibt, so dürfen die Rmdsleisch-Abgabestellen daS nübriatr Rindsterfch an die bei ihnen; rayoninten Kunden ob S. Man ohne Rücksicht darauf. 'ob diese ihre Quote behoben bäbe» oder nicht, verkaufen. Die Kopsquote beträgt auch in die'em Falle 10 Dekagramm. D e Abgabe geschieht ebenfalls zu den obangefübiten Preisen. Beim Bezüge drr Zusatzquole wrrd der ml dem Buchstaben *W" bezeichnet Abschnitt deS Rindffeisch- Elnkaufsche'ne» abgrttennt. ES wird also die Doppelveriorgung weiter geduldet. Den Zivil- und Mililarsprlaler» fowre VersorgnngSanstalten wird ebenfalls Gcsrer-Rindfteisch, de» Kriegs- und GcmemlchailSkvchen sowie Gastgewerbebetriebe» knochenloses Geftier-Rindfleifch zugewiesen. * Die Kohlenfitnation. Nach Mitteilung bkS staatlichen KoblenamteS sind die G e s a m t k o h l e»ei«läufe den letzten Tagen nicht alSsehr g ü « st t m -en letzten Lagen nicht alSsehr gü «st r a e za' bezeichnen und entsprechen kemtswegS den gehegtem Erwartungm. Insbesondere haben sich die Zmchttbe auS Oberschlesien gestern und vorgestern unter dem Durchschnitt gehüsten. Hingegen haben sich die E nläufe auS MährischOftrau wieder gebessert, so daß die Wiener Gaswerke ansrerchend mit GaSkvhle versehen werden konnten. * Ausnahme einebescheLnßie» SLadtsiahnveer tzehvao. Seit kurzer Zelt est zwischen, den Stationen Hütteldorf- Häcking—Praterster» nnrrseits und Westbahnhof lGürtell'nir — Präterstern andererseits «n beschrankter Persouenmgsverkehr eingerichtet. In der Frühe verkehren ab 7 Uhr drer Zugspaare, die in allen Stationen halten, sodann mittags 2 Uhr etit Zuaspaar ttitb abends ab ß Uhr wieder drer Züge in der Hin- und Gegenrichtung. Die genauen Zeiten find in jeder Station der betreffenden Strecke zu erfahren. * Von der Klausen bürg er Arriverfttat. An her Um eroffneten rumänischen Univerfiiät in Klausen bürst, die. eine juridische, medizinische und philosophische Fakultät w sich faßt, ließen sich I960 Hörer inskribieren, von denen 1829 aus de« eroberte» Gebieten Rumäniens stammen, wahrend 51 Ausländer sind. Der Nationalität nach verteilen sich dre Hörer in nachstehender Weise: 1896 Rumäne«, 878 Juden, 229 Deutsche und 77 Magyaren. * Vortrag über Malariabesiampfung 1» Valastina. Samstag den 6. d. M. um 6 Ubr abends spricht Dr. Leopold Kr r sch ne r. Assistent am Inst tut zur Erforschung der Infektionskrankheiten. Über «Dre Verbreitung der M ä l a r i a i n P a t a st i« a und dre Mittel zu ihrer Bekämpiung" mit Demonstration von Präparaten. Bildern urch Häu>er Modellen m t Mücken»chutzgitleru. Ort: Hörsaal der Klrnik Wenckebach. IX., Lazarettgasse 14. * Die UeberriahmL brlegabeschadigte« Berufsoffiziere. Zur Urberpruiung der Anmeldungen und Rangierung der k'iegSbelchädigten Berufsosfiziere, dre infolge rhrer Invalidität tür die Urbernabme m daS Ssterreichrlche Heer nicht >» Deiracht kommen, jedoch die Ausnahme in den HeereSv e r « a l t n « a S d r e n st anstreben, wurde am SS. v. M. bei der im ösieneichrschri, S'aatSamte für Heerwesen ausgestellte» Reichskvmmis'ion eine aus nachstehenden Mnglwdnn bestehende Unkerkommiision ausgestellt: Oberstleutnant Hugo Nedjela, Major August Fritz, Hauvtmann Adoli Syalenk a, Oberleutnant Bertold S t e i u d a ck, f rnrr Major Joses Kramer und Major Viktor R a d d a als Experten der kriegSbefchäd gtrn Ofsizrere. * Verhaftung deS Chauffeur« Bei». Der Chauffeur Ludwig Rein, der IN der letzten Zeit wiederholt Enthüllungen Über dre Entführung Bela Schön» vervsfentlichte und der rn polizeilichen Coimiiun'guöS als politischer Hochstapler bezeichnet wurde, rst gestern in Halt genommen worden. Er wird deS Betruges beschuldigt. * Verhaftete Giubrecherbaude. Am 25. Jänner l. I. wurde das KonseknonSge'chäst des Eduard Engel. Landstraße Hauptstraße 88/85 vom Kanal und vom Keller au» erbrochen. Die D.ebe erbeuteten Waren rm Werte von K 2nü.r0O. Am 1. d. M wurden dr« Schuldigen au-geforfcht und verhaftet. ES sind: Der SSjabrige Art st F<lix R o p a. der S4jähriae Kellner Theodor P o st r r h a c und der 81jährige Aitisi Rudolf P r i v o z n i k. Ein 5eil der Beute wurde bei dem SSjahiigen Maurergrhilfrn Franz Reumann gefunden. Als Hehler wurde» ermittelt: Der 45jährige Kellner Viktor S S ß und der S5jähiige Kauimann Alois H e r d e n r e r ch. Der letztere« wurde eu» Betrag von K 70.000 beschlagnahmt. * Ante* dem Verdachte de- Diebstahl«. Am SS. v. M wurde der Pr vaten Charlotte E l l r g. II., Schmelzgaffe 1> wobnhas!, durch Einbruch eine Anzahl Juwelen und Wens-ck » "u .U'va K 100.090 gestohlen. Als der Lat dringend na*, iu*« wnrde am l» b. M. der seit kurzer Zeit in dem be° treffenden Hause wohnhafte SSjahrkge Handelsangestellte Adolf B u ch w a l d verhaftet uud dem Landesgerichte eingeliefnt. Er stellt die Verübung deS DrebstahlS in Abrede. * Bombenattentat ans den Sofioter Polizeiprasebten. AuS Sofia wird gemeldet: Sonntag, nachts wurde« auf den P o l i z e i p r ä s e k t e n P r a u t k i n. ater den Platz vor der «euc« Kathedrale passierte, Bombe« geworfen und mehrere Revolver,schüfst abget e u e r t. Er wurde am Dein ziemlich schwer und am Kopie licht verwundet. Den Attentäter« ift es gelungen, den Verfolgungen der Polizerorgane m entkomm«. Der Zustand des Präiektm ist nicht lebensgefährlich. Das Verbrechen,st anschemeud auf ein« Racheakt zurückzusühren. * Paderewstt — Eigentümer de» Surfer PolSki" i AuS Warschau wrrd unS gemeldet: Wie dre .Nowmy Cvdzienne" berichtet, bat eine dem ehemaligen Ministerpräsidenten nahestehende Kavitalifiengruppe da< Warschauer Tagblatt ^Kurjer PolSti* angekauft. * Geldsendungen für KrieaSgefanaene in Sibirien. Amtlich wird verlautbart: Die Frist zur Einzahlung von Geldbeträgen für Kriegsgefangene in Srbirien beim KrieaSaefangenenamte zu Hand« der Srdirienkommlfsio» wird bis Freüag d« 12. d. M. verlängert. * Grippe in Linz Aus Lk«z,S.b. M., wird gemeldet: Wie die .Tagespost" berichtet, hat daS Stadiphhstkat wegen deS zunehmenden Umsichgreifen» der Grippe auch uuter der Schuljugend heute die Schließung sämtlicher BolkS- und Bürgerschulen beantragt. Nach d« Beobachtungen der Aerzte scheint sich die Grippe noch weiter auSmbrritm. Auch die Z a h l d e r T o d e S f 8 l l e ist im Zunehmen begriff«. * Die Technisier gegen die Kollegiengeld^rhöhnng. Gestern fand im Hofe der Technisch« Hochschule rme Protest- Versammlung gegen die Erhöhung der Kollegiengelder statt, an der dre gesamte Hörerschaft terlnahm. Als Vertretendes HochschulauSschusses eröffnte Herr R a d i ch e v i ch d'e Versammlung und führte auS, daß dre Erhöhung des Kollegr'engrldes von K 50 auf K 220 nicht nur im Ausmaße, sondern auch rn der Form völlig überraschend kam. Auch daS Profefforenkollegirrm wurde vor die vollendete Tatsache gestellt. Die Dersammlrmg beschloß sodann, im S o m m e r s e m e st e r noch keine Erhöh u n g zu bezahl« und eine solche überhaupt nur «ach «tsprechrnden Verhandlungen avzunchnren. c Hebräischer Kindergarten. Der Verein Jüdische Kinderfreunde hat in der TageSheimstÜtte. H., Obere Donaustraße 91, H. Stiege, l. Stock, ein« hebräischen Kindergarten unter Leitung einer bewährt« palästinensischen Kindergärtnerin eröffnet «nd werden Anmeldungen täglich daselbst in der Zeit von 9 bi» IS Uhr vormittags und 8 bis 6 Uhr nachmittags entgegmgmommkn. Alle Mittler werden hierdurch ausgefordert, ihre Kinder anznmeld«; ei» Beitrag ist nicht zu leisten. * Beerdignnge» a« hentigew Lage. Alter Friedhof: v,11 Uhr Melanie Hohenberg. VN., Kaiserstraße 41; 11 Ubr Karl Stern, VI, Hirschengaffe 17; 10 Uhr Güsanna Beck, VI.. Brauergaffe 2; VS10 Ubr Rudolf Lion, XXl., Gttahergaffe 18. — Neuer Friedhof: 9 Uhr 20 Min. Karolrne Feßler, VII., Burggaste 76: 9 Uhr 40 Mrn. Samuel Löwü. V., Storkbggffe 11; 10 Uhr 40 Mm. Berta Sucher, XX., Helvagstraße 16. 9 Es» Hilferuf. E » armer KriegS'mvalider, O. L., dr« in dm Karvaihmlämp^rn eine Granate beide Füße abgerist« hat und der außerstande rst. sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, Nagt unS seine Notlage. Wir empsehl« d« Bedauernswerten der Mildtätigkeit unserer Leser nnd sind gerne bereit, Gpeud« für «hu rutgegenzimehme«. * Redoute für die »Zudischeu Jugeudfteairde*' DaS Jugendkomitee der Vereine» »Jüdische Kinderfreunde" veranstaltet am G » n »t a a dr» 7. d. M., um 6 Uhr abends, eine Redoute unt r der Devise »Frühlingszanber* d'e in den Gophienjälen. Ul.» Marxergaffe, siattstndet. Restliche Kart« i» L 40.— sind im Sekretariate, N., Obere Donaustraße S1, U. Sttege, 1. Stock erhältlich. Als Schönheit»- und Tanzpreise sind wertvolle Lebrnsmittelkörbe bestimmt. , * Für Zuweliere, Aeezte «sw. sind beim Optiker Carl Müller. Marrahlieisiraße (6»»» piccola). extrascharfe Lupen fMikcoskoplupen) von 4brS 20-facher Vergrößerung am Lager. Auch Zeiß uud Reichert. Brisfkasten der Redaktto». Schomer. Wenden Sie sich au den Verein ^Frere Jüdische Volksbühne". — Brief licheAuSkünfte können nur in A u S n a b m S f 8 l l e» erterlt «erde«. RückportomarkenfiudstetSdeizulegen! , Adolf Stand-Stiftüttg. Wir erhielt« für die Adolf Stand-Dtiftmig der »Wiener Morgenzeitung*: Sammlung Fränlem Rozra Wahl nud Fräulein Nußbaum anläßlich Hochzeit Gpira-Stark am 29. Februar 1920 X 744.—. BrSher emselaufen X 22.708. BereinsnachrichLett. (Rachrich1e»vonBereine»erfcheine«a»S» »ahmrloSxnramTage der Veranstalt«« g.) Heute: Zionistische SektionfÜrditwestkichen Bezrrke Wiens. 7 Uhr abend» i« Bnband'heim. V!., Amerlingstraße 19, Hofstiege. Smanuel Reiß: ^P n r r m*. Eine heitere Bcttachtung. — Jüdischer Derer« »Nord- O st". Die große P n r i m - R e d o u t e findet Donnerstag den 4. M Ir» in de» G o p h i e n f L l e « statt. Zwei Kapellen unter persönlicher Leitung deS Kapellmeister» Max Geiger. Im Vorverkauf sind Kart« i X 20 »ar «och beschränkt zu haben. Elngesendet. vrM»»ten.pt,Hn,RÜri«e« Ferlo»1lsiro«, falaesie Lüsino» all« §i>dorxar«n»tLncke verkaufen Sie am besten dfreltt dem fttwelier und Goldarbefter S. Holsapftl Wien, VI., MarlthUfcrstrMse 79 oder Werkstitte: l, WoBzeile 17/13. Juwelier Better VII., Bwi»UVni(ruH 99. — Ttlifhta M0S9. ttXT&JSlJkXrT* VEIIlKr^LXjy Größte AuSwckhk! Billigste Preises Leopold Steinhart, Wien, l^ Mberstraße S. *nmo - ■ .. i... Purimsptele.?7 Bon Siessnied Schmitz. EiNMÄ sin Jahre befreit sich her Jusik fast gänz votzj bam Ernst, der feine Feste durchzieht, dem Ernst, welch«« daher stammt, daß der Jude in alle» Gedenktage» «twatz noch heute Wirkliche», immer ^wieder BerwirklichteS «mp» findet, daS auS der Allgegenwart ihre» göttliche» Vtan^: stammt. Der Purimtag aber löst von dieser BeschwenmM los. Und irgendwie kommen Strahle» de» Scherzes icki dieses Fest, während sonst die Feste der Jude» nur Fr oder Trauer knnen. Mögen auch die Geister de» jüdischen Ernstes selbst am Purim nie ganz gebannt — so zum Beispiel weiche» einige Zeilen de» EsthecbncheS den Rezitattven der Klagelieder vorgetragen — Purkm.W doch der einzige Gig, wo Scherz und Fröhlichkeit fei einewjj jüdischen Feste zu ihrem Rechte komme«. Sie dringe» «A diesem Tage sogar in die ernste, der göttliche» Lehr» dolkck Schul', wo beim Lesen der Megillach die lose Jugend de«! Name» Haman mit dem ohrenbetäubende» Lärm khr«E „Grazes, den man in manchen Gegenden auch „Scheajar^ nennt, begleiten darf; ja Haman ist so unbeliebt, 'daß vtj von da» halbwüchsigen Jungen in der Schn? «och heuftz manchmal ausgepfiffen wird im wahrsten Ginne de» Wortes Diese Lockerung b«S Ernstes, die vielleicht tn gewiss«tz unbewußte» naturmythischen Anklänge» des Purim festes ihre^ Grund habe» mag, hat i» diesem Feste eine» besonderer^ Ausdruck gefunden, der sonst dem traditionelle» Judentun^ als «»jüdisch galt, de« Raskenscherz und Mummeus und vor allem der dramatische» Darstellung. DieS nichts anderes sind die Purimsptele, freilich in prfeniii Form. AlS ältester Stoff der Purimsptele ist »etürttch Fabel anzusehe», welche dem Feste selbst zugrunde liegt: des Spiel von Ahaschwerosch. Schon der Talmud «wähnt, de zu Zette» der Geoni« in Babylon alljährlich ei» spiel ausgeführt wurde, bei dem zu« Schluß Ham« auf einem Schetwrhaus«» verbrannt wurde». Die Zahl Dramatisterunge»- der Efthergeschichte ist Legion. Der Purtn^ mummenschanz blühte besonders unter de» Jude» sir deuö» schen Landen, wohl nicht unbeeinflußt von de» Karmvalß^ festen, nicht unbeeinflußt auch in der sozusagen dramatisches Architektur von den deutschen Fastnachtsspielen; dies zeigt ßkk sonder» ein in der Leipziger Dtatbibliothek befindliche» „schötzj neu Purimlied", dar fe, deutscher Sprache mit hebräischen Letter« geschrieben ist. Sogar Anklänge an die Mysterienspiele an« die Passionen finden sich. Eharakteriftisch dafür ist et» ve» hältntSmäßkg alte» jüdisches Fragment eines Ahaschwerosch^ spiele», daö Arno Nabel veröffentlicht hat; eS hat epischtz Einschiebunge», in Versen wie die übrige» dramatisch« Stzl spräche, welche sozusagen de» verbindenden Text für fefö Handlung gebe». Diese Spiele hat daS Judentum dem Oste» mitgenommen und sie bis t» die treu, bewahrt. Der Weste» ist ihn« untreu gewordr». Nebst dem Ahafchtveroschspiel erfreue» sich auch Dramatisierungen biblischer Stoffe großer Beliebtheit fütz ein» Darstellung am Pnrimabenb. Das Josephspiel, welches de« Verkauf Josephs, feine staatliche Karriere in Aegtzptech und die Vereinigung mit den Brüdern und dem alte» Bataa darstellt, ist ebenfalls in unzählige« Variante» bekannt, tynixtfr essant ist eilte Ausgabe dieses Josephspiels dadurch, daß in ihtz erläuternde oder verbindende epische Sinschiebunge« hie Und dch auch einige besonders pathetische Stelle» in hebräischen NeiNw Versen abgefaßt sind, während der übrige Text jiddisch ist, Weit verbreitet ist auch die Dramatisierung der Opfenrnst Isaaks für die Pnrimdarstellung. AuS ' deutsch - jüdisches Quellen bekannt, anscheinend jedoch in die jüdische Massiv deS Ostens wenig eingebrungen, ist eine dramatische beitung der biblischen David-Goliath-Episode, die JubensiMunge» in Deutschland «och biS zur Wende 18. und IS. Jahrhundertam Purim dargeftellt wurde» Diese Stoffe wurde« für ihre» Zweck in fast völlig« tzbP lehmrng an die Bibel bearbeitet. Gewisse stofflich« Beetz änderunge» sind vielfach «idraschistische« Ursprungs; ftlio^ schaltet die Volksphantasie frei. Auch die» ist ein Zrichtz« baß der Jude seine Feste und seine Historie als Wirllichkeih erleben kan» und erlebt und für ihre ihm stets sinnvoll gottgegebene Verwirklichung fet seiner Vorstellung Deinen»»» formenden Phantasien braucht. Damit ist es auch zumToff zu erttären, daß da» Purimspiel nicht die Grundlage ein« sozusagen weltlichen jüdischen Dramatik wurde. Wohl wirb einmal im Talmud ho» weltlichen SchauspielaufführungM am Purim berichtet, doch kommt dabei keine klare Bow strllung von der Art dieser Spiele heraus und jedenfalB bleibt die Tatsache bestehen, daß eine profane jüdische matik sich erst in der Mitte d«8 Itz. Jahrhunderts ent« wickelte, aK die Haskalah, die Aufllärung de» Ostens, dft rein religiöse» Kulturgrnnblage» der Judenheit zu »»be«tz versuchte. Die Darstellung bee Purimspiele darf man sich sresifetz nicht im europäische» Theaterstn» denke». Sie enffprichf vielmehr ganz dem sozusagen improvisierte» Pharakter tetz jüdische» PurimscherzeS, der doch «ie blind i» die Welwchz kette» hinelngerät, dessen Symbol geradezu d« Purimrabsij! ist, jener Lustigmacher, der doch an die Nichtigitztt ollchl Irdischen, Taggeborns» «ahnt. Die Purimspiekt worbest, gewöhnlich von Jcschiwebachurtm aufgefühct, welche ihre A«' sührung«« l» jedem Bürgerhaus, wo sw wlllkotzmw, — «nd sie sind fast ürcrall willkommen, wo jüdische GM rrrrgebrsche» gvb.lisbq» ist - viMrtzol«r. gm*. MeLfM tut KW$ -g««w«E de». ‘ f f«ye Maffst ffchs BeaÄ' in einiges venbs de^