Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 400 (3.3.1920)
- Date
- 1920-03-03
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 , Mien. Mittwoch' Wiener Mörgenzelltuns' Der weihe Schrecken in Budapest. Unser Budapester Berichterstatter meldet uns: Der neue Neichsverweser Horthy bleibt Armceobcrkommandant; im reuen Kabinett soll der Innenminister einen militärischen NLaatZsikretär erhalten. Der Politische Berater Horthys ist »er Präsident der OssizierSorganisa'.ion „Möve", Julius NömböS. der ebenso wie Horthy selbst Schuld daran trägt, die Mörder der beiden Redakteure der „Nepszava" bisher iid)t sestgcnvmmen wurden. Als Hauptschuldiger gilt der s«r Pronaygruppr angehörende Oberleutnant Karikas, der tS nicht einmal fiir notwendig fand, zu fliehen; er treibt sich vielmehr gerade jetzt in den vornehmsten Hotels von Budapest Kerum. P r o n a y, Oberleutnant B i b o und der Kecskemeter Rittmeister HejaS ei s teinen als Urheber und Mitschuldige.. ^stgestellt. Die Regierung s5>eint sich dem terroristischen Hiltat der Generalstäbler, die einen eigenen Terror-Referenten hn Oberkommando haben, zu fügen. Die Verbrechen der Terrorvssizicre haben indes nicht aufgehört. Der Kaufmann h a k o n e r, der nicht ungarischer Staatsbürger ist, wurde jüngst von der Brachialgewalt grundlos ecgjrtffcit und unter furchtbaren Quälereien an der Stirne tätowiert. Man hat chm erst aus die Stirne einen Davidstern mit Kopiertinte gezeichnet und dann mit Nadelstichen die Tätowierung vollzogen. Auch den Banken gegenüber macht sich seit einiger Zeit der weiße Terror geltend. Das Armeeoberkommando hat jnsolge des Geldmangels in den Staatskassen Millionenfeträge bei den großen Finanzinstituten einfach anfordern iossen. Die Banken haben deshalb Schritte unternommen, gm die Grldzuslüsse von den ausländischen Filialen hintausuhalten. Die Einleger beheben in panikartiger Angst ihr jßeld in den Banken, neue Einlagen werden fast garnicht geleistet. In der Provinz, insbesondere in Transdanubien, »rechen infolge der Korruptionswirtschast der Gentrybeamten jne mit großem Kostenaufwand errichteten Einkanfsgcsekljchasten zusammen. Die Derlusttragenden sind fast durchwegs kleine Landwirte. Die Wut der Bauern macht sich in Exzessen Luft, die stellenweise mit Militärgewalt unterdrückt joerden müssen. Im Somogtier Komitat nimmt die Land- , ievölkerung wegen der beabsichtigten Verschleppung der Lodenreform eine immer drohendere Haltung ein. AuS Angst vor Vauernrevolten haben jetzt einige Großagrarier in die Aufteilung deS Bodens eingewilligt. Es ist fraglich, pb die Landbevölkerung sich mit den hingeworfenen Brocken gusriedengeben wird. L Indessen setzt die Regierung die Verwirklichung ihres semitischen Programms fort. Unlängst wurden vierzig Nach Ungarn zuständige und infolge des Krieges seinerzeit auS Palästina geflüchtete Judensamilien zum Verlassen von Budapest gezwungen. Die Familien haben die Reise nach } Palästina bereits angetreten. Die Juden verlassen übrigens ln großer Anzahl fluchtartig das ungarisch: Staatsgebiet, da sie wohl ahnen, wie sich ihr Schicksal nach der Wahl Horthys zum NeichSverwesec gestalten wird. Sonderbarerwipse billigen die in Budapest weilenden Ententemissionen die Politik Horthys, insbesondere scheint er sich der ofseuen Sympathien her Engländer und Italiener zu erfreuen. . Wie Müller ermordet wurde. r Die Korrespondenz Herzog meldet auS Budapest: Nach bet Ermordung der Redakteure S o m o g y l und B a c s o hieß es, daß noch eine Reihe von sozialdemokratischen Parteigängern verschwunden sei, worauf die Budapester Polizei geklärte, daß; „nur* fünf Personen »roch verschwunden seien, deren Ausenthalt aber bereits bekannt, fei, da sie wegen Aufreizung verhaftet und rn das Polizei« gesängnis in der Markogaffe gebracht wurden. Die Namen der Betreffenden wurden angegeben und darunter befand sich auch ein gewisser Stephan Müller. Zwei Tage später konnte man in sämtlichen Budapester Blättern folgeude zwei feilen unter der Rubrik „Todesnachrichten" lesen: „Ingenieur Stephan Müller aus S z e g e d i n ist vorgestern in Budapest gestorben." - Dieser Stephan Müller ist von Offizieren des Detachements P r o n a y ermordet worden. Er nachtmahlte eines LageS mit zwei Freunden, Defioec Major und dem Journalisten Julius Balassa im Hotel Bcitannia, dem Ditz des Osfiziersoetachements Pronay. An einem NeSäntische saß eine Gesellschast von Szegediner Herren und an einem drillen Tische eine Reihe von Offizieren, welche Mitglieder des Detachements Pronay waren. Die drei Journalisten hatten ihr Nachtmahl bereits eingenommen und waren im Begriffe, zu zahlen, als von der Ossiziersgesellschast ein Offizier ausstand und zum Tische der Szegediner Herren hinüberging und daselbst fragte, ob den Herren bekannt sei, welch« Nolle Stephan Müller während des Kommunismus in Szegedin gespielt habe. Die Szegediner Gesellsrbasi Erwiderte, es sei ihr über eine politische Rolle Stephan Mittlers nichts b.'kannt. Der Os,izier ging daraufhin zu seinem Tische zurück. Einige Minuten später standen die drei Journalisten auf und verließen das Lokal. Redakteur Balassa blieb noch im B:stibule zurück und sprach hier mit feinem Bruder Eugen Balassa einige Augenblick« und verließ sodann durch die Drehtüre daS Hotel. In diesem Augenblicke bemerltr der zurückgebliebene Eugen Balassa, daß drei Offiziere rasch durch die Drehtüre daS Hotel verließen und den Journalisten nacheiltr». Rügen Balassa luf, Böses ahnend, auf.dir Straße hinaus, sah aber niemanden mehr. Wie sich später herausstellte, wurden die drei Journalisten von den Offizieren iu die KelonsLld-Kasern: gebracht. Was mit Drsider Majo r und Julius D a l a s s a geschehen ist, ist bisher nicht bekannt. geworden. Stephan Müller aber wurde aus der Kaserne am nächsten Tag« in das Sammelgrsängnis gebracht, wo et später auch mit einem auSgestochenen Auge und schwarzen Flecken am Körper entmannt aufg'fnntze» Wtbe. In den Akten deS Gefängnisses befand sich ei« Protokoll, daS von der Polizei mit Müller ausgenommen worden war. Müller war erst am dritten Tage nach den erlittene» furchlbaren Mißhandlungen gestorben.. Die Nach- .richr von seinem Tode wurde in den Budapester Blättern. lÜ?AC. vtzMeMcht, doch dürft« die Art wib Weise MeL TodeS nicht publiziert werden. Die Mörder MüllerS sind bis heute noch nicht verhaftet worden. Wie drs Horthh-Leute das Parlament behandeln. Budapest, 2. Febrirar. (Nationalversammlung.) President Nakovszky eröffnet die Sitzung mit folgender Mitteilung: Als wir gestern dem Verweser von Ungarn den Eid abnahmen. ereignete es sich, daß das Parlamentsgebände ohne Zustimmung des Präsidenten von e i n e m Militärkordon gesperrt und den Abgeordneten die Möglichkeit des freien Ein- und Austrittes entzogen wurde. Das ist eine so schwere Verletzung der Jrnmvni» tat, daß sie nie und nimmer, besonders aber nicht in solchen Zeiten, von der Nationalversammlung geduldet werden darf. Es hat. sich ereignet, daß ein Mitglied der Nationalversammlung, Finanzmini st er Koranyi. nicht insHaus gelassen wurde und daher nicht in der Lage war, als Abgeordneter seine Stimme bei der Wahl abzugeben. (Rufe: Unerhört!) Hier hat das Osztbnrger Detachement ans eigene Faust Verfügungen getroffen, welche die Unabhängigkeit des Parlaments, die Immunität der Abgeordneten und . die Freiheit der öffentlichen Verhandlungen verletzen. (Rufe: So ist es!) Ich weise diese Vorgänge vom Präsidentenstuhl aus auf daS energischeste zurück. Ich wäre dieser Stelle nicht würdig, wenn ich es nicht täte. (Lebhafter Beifall auf allen Seiten deS Hauses.) Ich ersuche die Negierung, gegen diesen Herrn Osztbnrger oder gegen wen immer, der sich dies zuschulden kommen lieh, auf das energischeste auszutreten und dem Hause durch eine exemplarische Bestrafung Genugtuung zu verschaffen. (Lebhafter Beifall.) Abg. Jose^ Watz (christlichnational) teilt mit, daß er, als er sich gestern ins Parlament begeben wollte, auf der Straße von M i l i t ä r an gehalten worden sei. Es sei ihm nicht einmal die Möglichkeit gegeben worden, sich als Abgeordneter zu legitimieren. Ministerpräsident Hus-zar sagte: Ich mus; die gestrigen Vorgänge auf das schärfste verurteilen. Sogar in den Sitzungssaal siüd bewaffnete Offiziere gekommen. Das darf nicht geduldet werden. Solche Dinge dürfen sich unter keinen Umständen ereignen. Die Regierung wird alles unternehmen, um der Nationalversammlung volle Genugtuung, zu verschaffen. Die Negierung ist ' in diesem Sinne ' mit her Nationalversammlung tzinig. (Lebhafter Beifall.) Quästor L u k o v i ch (Partei der kleinen Landwirte) erklärt:, daß ohne seine Zustimmung das Hau? von einem Militärkordon umgeben worden sei; 150 Offiziere h'Irten die Korridore und verschiedene Räumlichkeiten besetzt. Am Sonntag seien Offizieren Eintrittskarten aubgekolgt worden, es sei aber nicht verfügt worden, daß uugelähr 150 Offiziere hie Wandelgänge besetzten. Präsent Nakovszky weist' die Immunitäts- Verletzungen ohne Debatte an den JmwunitätSansschuß und fordert den Ausschuß auf, mit Rücksicht auf die große Wichtigkeit der Angelegenheit mit der größten Beschleunigung dem Hause Bericht zu erstatten. Abgeordneter E r n st (christlichnational) unterbreitet einen von. 30 Abgeordneten unterfertigten Antrag al'.f Abhaltung einer geheimen Sitzung, die der P.äsident sofort anordnet. Drei irrxe pslitlsche Mertze in tttfgftttt? Budapest, 2. März. (Privat.) Das Äaschauer Dlgtt „Kassai Hirlap" berichtet, daß vorgestern in Budapest die bekannten Kaschauer Sozialisten Julius M o l n a r, J.ikob Ehrlich titib Al xander Szönyi ermordet worden seien. Die Nachricht ist, wie das zitierte Blatt erklärt, bis heute amtlich noch unbestätigt. Friedrich macht sich interessant. Das Ung. Tel.-Korr.-Bur. meldet aus Budapest vom 2. März: Gegen den Kriegsminister Friedrich wurde gestern abends ein A t 1 e n t a t S v e r s n ch unternommen, der jedoch mißglückte. Der Kriegsmintster fuhr nach Ä Uhr abends im Automobil auS dem Parteiklub in seine Wohnung nach Ofen. Auf der Elisabethbrücke standen drei gutgekleidete junge Leute. Als sich daS Automobil näherte, sprang einer von ihnen vor und gab aus . einem Revolver gegen den Minister einen Schuß ab, der sein Ziel verfehlte. DaS Automobil machte sofort Halt. Die Attentäter konnten jedoch im Dunkel der Nacht entkommen. (Die Friedrich-Leute weisen sonst eine bessere Schießausbildung auf. wenn es sich nämlich um Juden ' ober,Sozialdemokraten handelt. Hier dürfte ein Pendant zu der gegen Horthy gezückten Bakterienspritze vorltegen. Die Red.) Lehar erzüHlt von Graufamketttn aridere*. Budapest, 2. März. Wis di« Blätter nfelben, ist mit der B:s-rhung de- Gebietejenseits der,Theiß Oberst Lehar betaut worbcn. Dieser erklärte einem Zritu g^berichte stalter gegenüber, daß er Nachrichten über entsetzliche V causamkeiten erhalten habe, welche di« Rumänen vor der Evaluierung begangen haben. Go habe ihm der Nvtät von Gzajol berichtet, baß die Rumäne» 12) Leute unter dem Vorwände erschossen hätten, baß sie für die ungarische Armee Spionagedienst« geleistet hätten. — Heute hat die Räumung deS südlich von der KöröSmündung gelegenen Teiledes Gebietejeüseitder Theiß durch die Rumänen begonnen. Behufs Mitwirkung bei der Räumung ist gestern nachmittagunter Führung de» englischsn MajorL F o st e r eine EntsN.ts- Wminiliwn. aus. BubapeL M S^eüediu eingetrosse^ V März 1920 vm 400* Der christlichsoziale Parteitag. Von unserem Parlamentabe: ächterstatter, Vön S a m S t a g bis gestern mittags waren die Delogierten der christiichsozialen Partei aus Wien und den Ländern zu ihrem RcichSpartcitag in den Räumen deS christlichsozialen Klubs im Parlament versammelt. WaS über die Beratungen verlautbart wird, ist trotz der Ausführlichkeit in der Wiedergabe der einzelnen Reden sehr dürftig, was auS dem Umstande erklärlich wird, daß einen großen Räumen den Verhandlungen die Organisationsfragen einnahmen, daß ferner bei derartigen Veranstaltungen die Hauptarbeit in den Seltionen geleistet wird, und daß die Partei bestrebt ist, in ihpe Absichten die Gegner nur insoweit Einblick gewinnen zu lassen, als es ihr taktisch von Vorteil scheint. In der Organisationsfrage wurde daS Hauptgewicht darauf gelegt, die Partei nach dem Muster des deutsche« Zentrums, beziehungsweise der Sozialdemokratie einzurichten und die Mitgliedschaft auch an einen Parteibeitrag zu binden. Jntercstante^ wamn die politischen Auseinander s e h u n g e n, die sich im wesentlichen um die Koalition, die VerfassungS- und Wehrrcförmfr.age-drehten. Gegen die Koalition wurden alle Argumente, die von gewissen betriebsamen Wiener Mittag- und Spätabendblattcrn gegen das jetzt am Ruder befindliche System eingebracht werden, in breiter Ausführlichkeit wiedergegcben, als ob denn die christlichsozialen RegierungSmitglieder, die in der ganz stattliche« Anzahl von sechs Köpfen im KabinettSrate sitzen, an den Sünden und Unterlassungen der Negierung ganz unschuldig wären. Die Eristkichsozialcn stehen eben bereits, wie neulich in der Nationalversammlung gesagk wurde, mit einem Fuße in der Koalition, mit dem anderen schon in der Wahlagitation. Allerdings wurde di« von dem Abgeordneten Dr. J e rza bek vorgcschlagene Resolution abgelehnt, welche die christlichsozialen Kabinettsmitglieder für den Fall einer Verletzung der KoalitionSvercinbarungen durch die Sozialdemokraten auffordcrt, sofort auS der Arbeitsgemeinschaft auszutreten, und die bisherige Haltung der christlichsozialen Fraktion gebilligt, aber die Möglichkeit, mit dem Austritt weiter zu drohen, wurde offen gelasien. DaS Schaukelspiel in der Koalition kann also weiter gehen. Um die Verfassung-, und Wehrfrage drückte man sich in der Weise, daß die Herren aus den Ländern und an- Wien wieder alles das vorbrachten, was sie gelegentlich der Salzburger Länderkonferenz und in den zahlreichen Wählerbersammlungen als der Weisheit letzten Schluß in diesen beiden Fragen immer wieder erzählen. Bemerkenswert war die ablehnende Haltung des Staatssekretärs S t ö ck l e r gegen die Bürger- und S t ä n d erate, zu deren Schöpfern doch auch sein Parteigenosse, der Landeöhauptmannstellvertreter Steiner, der seinerzcitige Kronprinz der Partei, gehört. Die Christiichsozialen wollen sich offenbar in ihrem redlichen Erwerb von Wählern nicht durch eine Organisation, in der neben Leopold Steiner auch Die geistige Höhe der Diskussion deS Parteitages kan« am besten an der Behandlung der I ude n frage durch die einzelnen Redner ermessen werden. Den Reigen erösfnÄe hier der ehemalige Abgeordnete D'r. Jerzabek, der den so belirbt gewordenen Hepp-Hepp-Standpunkt mit gewohntem Elan vertrat. Ihm schloß sich der Wiener-Neustädter Landtags, abgeordncle Dr. - D e k r e r an, der sich überrascht zeigte, daß über die Juden frage nichts gesprochen werde. 'ES habe daS Landvolk ganz eigentümlich berührt, daß' bei der Volkszählung nicht die Zahl der Juden erhoben worden sei. DaS christlich: Volk wandrr« auS, man höre aber nichts davon, wie stark der Zuzng der Juden sei uud. anderes mehr. Auch der Abgeordnete Dr. Schöpfer bemängelt« «S. daß in den Referaten gar nicht oder nur sehr sachte die Stellung der christlichen Partei zur Judenfrag« berührt worden s?i. Er sei zwar kein solcher Antisemit w(e sein derstorbener Kollege Ernst Schneider, (der bekannllich iu seiner Sünden Maienblüte daS Aussetzen von Schußgeld aus die Juden in Vorschlag gebracht hatte), aber er betracht« doch das internationale Judentum als de, eigentlichen Sieger des Krieges. Der Parteitag könne an einer Stellungnahme zur Judenfrage nicht vorübergehen. DaS fei nicht gegen die Nächstenliebe, sondern christlich gebotene Selbsthilfe. Herr Schöpfer muß eS ja wissen, wak Nächstenliebe ist, trägt er doch den Priestecrock. DaS Markanteste an der ganzen Tagung liegt sicherlich in der Wahl Kun schakS zum Parteiobmann. Cr ist joetoif einer der Fähigsten unter den nicht mit den Hemmung«, einehöheren Bildungsganges belasteten Führern der christlich, sozialen Partei. Sein Vorgänger, der Präsident. Hausen ist, da tx auch die Obmannstelle deS christiichsozialen Klubi an den Vizekanzler Fink abgeben mußtz, ziemlich kalb gestellt. Hauser hat jederzeit der Aufrechterhaltung dm Koalition daS Wort geredet und es wurden ihm sog«» gewisse Schwächen gegenüber dem einen oder anderen sozial« demokratischen Staatssekretär nachgesagt. Zur besonderst Festigung der Koalition wird also der Leitungswechsel h der christlichsoziale» Partei kaum beitragen. Die Arbeit-« gemeinschast wird sofort nach Gesetzwerdung der DerfassungSceform gekündigt werden. Dann solle», die Neuwahlen kommen, von. denen sich bl« Christlichsozialen sogar die Mehrheit in der Nationülvcrsainmlung er« hassen. Dr. W e i S k t r chrr e r hat da ans seinem Herze, kein« > Mördergrube gemacht und recht auSsührlich de» StimmungLumschwung in der Wählerschaft geschildert, de, für die Chrisllichsozialen sehe günstig sei. Die Borbereitu»« gen auf die Wahlen durch Dchafsung einer straffen Partai. organisation dürfte auch die hauptsächlichste Üetstimg bei ganzen Parteitages gcwejen fein. Ift/