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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-22 · Heft 390 (22.2.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 390 (22.2.1920)
Date
1920-02-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Vir. Wien. Sonntag Wiener Morgen? ettrrnq 22. Februar 1920 Sette 9 ..•! Telegramme Das englische Oberhaus und der österreichische Friedens« ertrag. London, 19. Februar. (Privat.) In der Dienstagsitzung des englischen Oberhauses verlangten Lord P a r m o o r. bekanntlich Vorsitzender des Komitees zur Bekämpfung des Hungers in Europa. Viscount B r tj c e und Lord B u ck m a st e r eine R e v i s.i o n d e s F r i e d e n s v e r t r a g e s zwecks Beseitigung' der österreichischen Notlage. Die drei Genannten finbv b e fe a n n 11 P r o zi o n i st e n. Kardinal Dubais ge en die antiziouistische Agitation in Palästina. London, 16. Februar. (Privat) Kardinal D u b o i S bat auf seiner Reise durck Palästina auch Hacka einen Besuch abge-,. ssattet. Zu Ehren deS katholischen Knckrensttrsten fctitb «m Hause gfunb SaadiS eine Son^e statt, zu welcher die christlichen und moSlemitischen Notabeln der Stadt gelad'n waren. Der Mufri hielt zu Ehren der Gaste eine Ansprache, m der er den Kardinal bat, dem Pavste d« Bitte zu unterbreiten, daß er alles aüsbietcn möge» damit da- Heilige 9and nicht den IudenauSgelieiert werde. Andere Redner brachten denselben Wunsch vor. Kardinal D u b o i S erwiderte, wie »Palcstine Weekcr" berichtet, daß der Sieg der Entente in Palästina zum großen Te le d r n I u d r n m danken sei. d »eihr Blut für dre Sache der All«rerten vergoss en. Auch jetzt tun die Juden ihr Möglichstes und man habe allen Grund, ihnen danlbar zu sein. Aber abgesehen von alledem, »st die palästinensische Frage kerne Fra^e mehr, sondern eine erl ed r^ te T a t s a ch e. Konstituierung der jüdischen Gemeinde in Jerusalem. London, 16. Februar. iPuv.t.» AuS I e r u s a k "n wird berichtet: Soeben hab-m de Samten der jüdisch n Gemeinde rn Jerusalem die behördliche Genehmigung erhallen. Die wichtigste Best.mmungr« des Statuts sind: 1. Dre Gemeinde wnd als legale Körperschaft anerkannt n:it dem Rechte der Durchführung aller Vorschriften der jiid.fchen Religion und der Gründung und Verwaltung von religiösen, p-rtanthropnchen. sozialen und der Erstehung gewdmelen Anstalten. Dre jüdische Gemeinde wird im Stadirat durch ihren Oberrabbiner oder durch ihren Präsidenten vertreten se»n. 8. Die Zeugnisse der jüdischen .G memdMulen werdm genau so anerkannt, wir die Zeugnisse der staatlichen Schuten. 8. Juden, welche am Labbat ArbeitSruhe halten, körnen nicht verhakten werden, auch all Sonntagen und anderen nicht' jüdischen Feiertagen zu ruhen. Sir dürfen nicht za Arbeiten gezwungen werden, welche rhre religiöse Ueberzmgung verletzen. 4. D e Autoritär der Rabbiner wrrd aufrcchterhalten und unerkannt in allen Ehrschließungs-, Eheschcrdungs- und religiösen Angelegenheiten. 5. DaS Recht der Gemeinde zur Erholung von Steuern «id Taren rm üblichen Wege wrrd beM'gt. 6. Das Recht der Benützung der Hebräischen und svaniolischrn Sprache in der Buchführung und Korrespondenz wird anerkannt 7. Die Grmeindeschulen. die lelgiöc» und vb-lantropischen Anstalten genießen die Steuerfreiheit; religiösen Zwecken dienende Artikel sind zollfrei. 8. Die philaurroptschen. religiösen und Erziehungsanstalten der Gemeinde haben Anspruch auf Subventionierung seitens des Staate- und W Stadtgemeinde. Das Schicksal der Türkei. London, 80. Februar. (Reuter.) Dcr Oberste Rat besiißte sich in sc ner Heu igen Sitzung mit dem Friedens vertrag mit der Türkei. An de^ Bnalung der Frage nabmen Lloyd George. Curzon, Cambon, Berthelot. Rnti und Chlnda teil. Der Prozest Caktlanx. ^aris, 21. Februar. (Korr.-Bur) Der i^o^eß Caillaux bietet vorläufig keine interessanten Einzelheiten. Das Verhör vollzieht sich monoton und erstreckt sich auf die bekannten Momente der Anklagen. Insbesondere kommen die Beziehungen Caillaur' zu Minette und zu Liebscher zur Sprache/ Caillaur leugnet nicht die ihm zur Last gelegten Tatsachen, legt sie aber so aus, daß er sich nicht verbotener Wandlungen schuldig gemacht, sondern nur eine Polit'k der Annäherung vertreten hat". Bei dem ß"kannlen Telegramm Luxburgs, das die. Rückreise Caillaur' aus Südamerika avisiert hatte, machen die Rechtsanwälte Caillaux' geltend, daß ein Uebersetzimgsiehler die Depesche entstellt habe. Sie laute richtig: „Caillaux an Bord. Kapern Schiffes 'wünschenswert", während durch einen Ueberfetzungs'ehler das Gegenteil angenommen worden sei. Caillaur weist darauf Hin, daß Deutschland, wenn es Interesse an seiner Politik gehabt hätte, das Schiff hätte frei passieren lassen. Er nennt aber zugleich die d»"tsche Diplomatie ungeschickt und doppelzüngig., Sein Verschulden sei alhugroße Vertrauensseligkeit. Kabinettskrise in Spanien. 21. Februar. ltzava?.^ Das Kabinett bat nislkg-: er Haltung ve schiedener parlamentarischer Grrrppcn, die es itn-* möglich mach e. das Bndg t und - du Bo.tage be:ress nd die Er- N höblwg der Eckenb lbn ar rst zur Annahin' Ul bnrigen, seine Demiiston überreicht. Der König hat de Demission angenommen. Dls Bolschewil:c r in England. London» 2t. Februar. (Tel. K mp.) Im Uuicrha»se er-, klärte Minister Chorcit m Bealilwarrung einer Abfrage, er be>n4sichtige die Tängse t der Bol'ch.wrk nannten in G oßbriliinnien ganz genau. B'.S jetzt seren keine lat chen rnisisch'i B inknoten ,n England in Umlaut gebracht n-.rbcn, Es gebe aber doch en' ganz g'ringe Anzahl deutscher Bunä.eten, die tatsächlich aus Sow.crrußlrnd stammen. Die i*i v<?r Al?raüre. ÖHorlrtU, 21. Febrrrar. (Frmksp'.uclr.) Am 19. Februar hat die Svwictregirrung der Ukraine a'len Völkern und Regierungen m-rgeteilt, daß daS vorläufige Rcvolut onäre Komitee in der Ukrarne. das mötirmb der M'lnärrschen Operationen die höchste Z'vilmacht in der Ukraine verkörverte, nun nach Erfüllung seiner Aufgübe. der Vertreibung des GtgnerS, sich Mgetöst und seine Macht dem Z ntralkoMc^nE den Bölkskomm.ffären übergeben habe, .dre im März 1919 vom drillen allukraimschcn Cowret- Ivngreß gewählt worden wa rn.' Das Zentralexetürivkom tce hat nun den vierten allukrainrschen Kongreß für den 15. Avril rinde, usen und glechzetig meinem Aufruf an alle Völstr und Regierungen erklärt, daß es über die Unabhängigkeit der Ukraine wachen werde. <* Die Kämpfe In Sibirien. Wladiwostok» 21. Februar. (Tcl.-Komp.) Fnuf volnifche Rcginjenter und die Nachhut von Kolssckrak haben sich der Gasda den Bolschewiken ergeben. Die Ankünfl neuer lapatüjcher Truppen äßt die Znoersicht alle Kecke machen. ' Die Bolschewiken in Archangelsk. London, 20. Februar. (Reuter.) Aus Moskai wird gemeldet: Die Bolschewiken haben Archangelsk eingenommen. Moskau. 21. Februar. (Funkspruch.) Nach soeben/von der Nordfront eingelangten Telegrammen haben die in Archangelsk .durch die Entente zun Kriegsdienst gegen Sowietrußland gezwungener- Tmppen gemeutert. Das Ärbeitersyndikat vor Archangelsk hat die Sowietmacht ausaerufen uni sich . samt der Garnison unter die Befehle detz Moskauer Sowiets gestellt. Moskau, v F-b-uar. (FlMpriichck An der Nordsrock! iicken die Rottriwven in a.llen drer Abschnitten — Dwina Are! arg!sk nnd On-'ga — vor Tie Nott>uppen stehen IW Werß von Archangelsk. An der kaukasischen Front wurde östlich Rowot'rli'rkrSk die f e i n d l i ch'e F r o n t d u r ch b rochen R'-circr östlich baden sich die Rot>rupv<'n S t a v r o v o k brS au! ^0 '^erst gniabert. An der'ckimkiisclien Front wurden feindlich« Lt.e ck äste nach sie'l-nstünd gen Kämpfen 250 Werst südöstlich von Bi sk m t sehr großen Vcrlunen geschlagen und gegen Südep v"'t> «eben. Russische Truppen an dev polnischen Grenze. Warschau. 21. Februar. (Privat.) Aus beste! Quelle stammende Meldungen besagen, daß Sowiet. Ritßland seit dem letzten Friedensanbot en Polen msi fieberhafter Eile Truppen an d er Nordwest* Front konzentriert. Bisher stehen nicht weniger als neun russische Divisionen an der polnischen Grenze. Verhaftungen ukrainischer Minister durch &U! Polen. L mborg, 21. Februar. (Privat.) „Wpered* meldet: In Kamenetz-Podolsk verhafteten die polnischen Militärbehörden den ukrainischen Ministerpräsidenten M a z e p y a, den Obmann bei ukrainischen diplomatischen Mission in Warschau Lewiekyj, den Arbeitsminister Bezpalko^ den Bevollmächtigten der ukrainischen R.gierung Professor O h i e n k o und den Obmann des ukrainischen Nationaloerbandes Professor Korc z y n s k y j. Die Verhaftungen stehen im Zusammenhang mit dem Proteste der ukrainischen Regierung gegen die polnischen Forderungen in den Friedensbedingungen an die Bolschewiken» wobei die Polen die Grenze von 1772, das heißt den Dnjepr verlangen, als auch in Verbindung mit dem Proteste gegen das Vorgehen der polnischen MMärbehördev in den okkupierten Gebieten. * Wie die „Polnischen Stimmen" melden, wurden die Minister mittlerweile in Freiheit gesetzt. Polens Entfchädigungsansprüche an Rußlands Warschau, 2l. Ftbruar. (PrivM F.nanzministn G r a b 8 f i legte in der letzten Sitzung der LandtagStommtstoq die von der" polnischen Negierung' fo-mirlierten Entschädigung-» an'prüche an Rnßland vor. Polen ver langt eine Entschädigung lür alle von dcn Nustcn in Galizien angcstiNetrn Schäden, ferner für die R e q u i s i 1 i o n e n auf dem ganzen Gebirtß di-s vvln,seben Staates und schließlich die Rückvergütung d« Gel-sckmlren. s Deutsch - polnische Wirtschaftsverhandlungen. Berlin, 21. Februar. (Tel.-Komv? Die Sachverständiges! komm ision zur Besprechung deur'ch-volniseher Wlttschafrsverhäldi niste, die ihre Abr en'e Halle verichre'.'en müssen, ist nunmehr heute nach Warschau abgererst. D e Verhandlungen werden voiauSstchl» Ich Montag ihren Anfanr nehmen. Zur Charakteristik der hebrSifche« Poesie des Mittelalters. Jene ungefähr sechs Jahrhunderte währende Epoche relativer Blüte des jüdischen CxillebenS auf der Pvrenäenhallnnscl bedeutet insbesondere auch für die Entfaltung jüdischen Geistes eine glanzvolle Zeit. Denn abgesehen von den Vertretern einer gewissermatzen über alle Länder und Zeiten sich erstreckenden tälmudischen Gelehrtenwelt begegnen frir hier einer ganzen Schar jüdischer Philosophen, Dichter und Männer der Forschung, vielfach von der Gunst jüdischer Mäzetre getragen, wobei häufig genug jene dreifache Chärakleristrk, manchmal auch neben der der äugeren Rangstellung von der tälmudischen Gelehrsamkeit, in einzelnen Persönlichkeiten vereinigt erscheint. Nicht freiwüchsig allerdings zeigt sich das jüdische Geistesleben dieser Epoche, sondern, namentlich in seinen Anfängen, vielfach durch oen Charakter der umgebenden islamisch-arabischen Kultur mitbestimmt. Dies gilt namentlich für die ReligionSphilofophie. in bezug aus welche die Araber nach den Methoden der im Namen PlatonS und Aristoteles' übermittetten spätgriechischen Philosophie und nach den Tendenzen eines strengen Monotheismus,sehr alsstrakie Systeme ausgebildet hatten. Die Ueberzeugmig. auf getrennten Wegen des Glaubens und des Wissens an dasselbe^ Ziel zu gelangen, bildet eine Art gemeinsamen GrundtoneS für die gleichzeitige arabische und jüdische und sür die etwas spätere scholastische Philosophie, welch letztere zum Beispiel sich gerne auf den „Fons vitae" (..LebenSquell"' deS Aoicebron bericf,.von welchem'Werke erst vor einigen Jahrzehnten festgestellt wurde, daß es mit dem ..Mckor Ehaine" deS Salomo ibn Gabirol ldentiseh ist., So bildete denn euch die jüdisch-arabische R'.'t'g'ouch'bikosophie — jüdisch ihrem Wesen und ihren Trägern, arabisch ihrer Methode und cst auch der Sprache nach — den Hirnergrund für die jüdische Dichtung. Aber es bebeutet für diese selbst »cue-S ged.inlenhafte Elentent zunächst cir,c gr'.'isse Besthtocrtlng. Hierzu ioniinen sür die Entwicklung ' ders.'it>en noch andere beengende ksp.'kte: so der strenge FormaliSnruS des alabischen Muster-, daS oft »n die Vorliebe Aüp Künstelei und Soielerei ausartet. Ferner eine dem ganzen jüdischen Literaturleben eigene allzu treue Anlehtmng an Bibel und-Vergangenheit, eine fast ausschlietzlich nach rückwärts gewendete Volkssehnsucht. Auf dem Hebräischen lastet bereits der Fluch einer zwar nicht toten, aber nicht gesprochenen Sprache, und der biblische Wortlaut bildet wie rroch rn der yeueren Haskalahliteratur für diese Dichtung .einen-mosaikartigen Uütergrund, der den natürlichen Erdboden vertritt. Und auch der Inhalt derselben erscheint zunächst im Grundcharakter synagogaler Poesie enge an den gottesdienstlichen Zweck gebunden, wo er aber über dessen Grenzen ins Weltliche übergreift, durch die Schatten der Reflexion und das fremde Licht einer gewissen imitierten arabischen Nitterlichkeit in seiner Natürlichkeit gehemmt. Nur mühsam also ringt sich diese Dichtung zu erner kürzlebigen Höhe ihrer Eigenart. Aus dunklen Anfängen» welche sich zeitlich etwa bis m daS achte nachchristliche Jahrhundert, räumlich in den Orient verfolgen lassen, ragt zunächst Elsasar ha-Kalir tzerwr. wahrsebernlich aus Südrtalien stammend, dessen Sprache, beladen von Bildert? und schwer von Künstlichkeit, ein starkes Ringen verrät, einer Welt neuer, durch Midrasch und Mystik befruchteter religiöser Empfindungen und - Vorstellungen Ausdruck zu geben. Die eigentümliche Stellung der ^Prjutim/, wie die synagoga>n Drcktungen benannt werden, innerhalb t-es iitdischeN Gottesdienstes läßt uns für dieselben die Möglichkeit einer' Entwicklung erkennen. Es handelt sich nämlich Hier nicht um vorschristsrnähig fixierte Grundbestände des jüdischen Gebetritualö, sondern um freie Etnschaltutigen, wplche die rhythmische Weihe 'der Feste und den spezifischen Weihecharakter gewisser gottesdienstlicher Momente oder gleichsam Stationen zu erhöhen oder intimer und schwungvoller auszusprcchen bestimmt sind. Erst später werden die Pijutim selber wieder zur E ellung fixer Gebete normiert uno sm.den als smchc.zum Beispiel in den »Machsorren". den Gcbetsammlunaen der verschiedenen Feste, Aufnahme, ohrte welche sie vielleicht spurlos vergesi.'»» waren. ^Gewisse N'pksch.' inenn auch freie*, Ge! ets-. formen bieten die ticfonoerc A'üg!j-^eit t»-:*ritmcrii.;ritcu und beschwingten poetischen Ane-druckS: so,dic A iv odah: die Erinnerung an den alten TernpeltultuS des VersöhnuiigstageS. die Eelichoh, daS Gebet um Sündenvergebung, die Ke» du sch ah, der reine Hymnus der Gottesheiligung, fo . welchen Sphären und Engel mlteinstimmen, und das Klagt« l i e d des neunten Ab.! Es seien nun, ohne auf literargeschichtliche Einzelheiten einzugrhcn, nur die weiteren Hauptetappen und Hauptver» treter dieser maüchmal als neuhebräisch bezeichneten Dichtung. hervorgehZben, neuhebräisch deshalb, weil eine neue Gefühls« und Gedankenwelt sich hier eine eigene Sprache, zwar nichk des universellen, aber des dichterisch erhöhten Lebens geschaffen hat. Nach Josef ben Jsak .ibn Abitux und Jsak ben Jehuda ibn Giot erreicht sie den einen ihrer.Höhepunkte in Saloma ben Jehuda ibn Gabirol (1021 bis 1058) aus Malaga^ von dessen Leben bis auf die Andeutung vieler Wanderungen wenig bekannt ist und von dessen Tode die Sage geht, baft ihn ein arabischer Kunstgenosse erschlagen. unb seine Leichs unter einem Feigenbaum verscharrt hätte, der dann durch s» i Köstlichkeit seiner Frtüchte die Stelle des Dichtergrabes vev riet. Gabirols Größe liegt, von der bedeutenden Sprachvev» edelung abgesehen, in der eigentümlichen Art seines Gedankenschwungs und der individuellen Beseelung gerade seiner uni, , versell gerichteten Dichtung.' Seinem i philosophischen Werks reiht sich ein dichterisch-philösoWscher HymnuS an: Kethei' M a l ch u t-H, die Königskrone, in welchem, zum Preise deS Schöpfers die philosophische und. kosmische Betrachtung des Gründe des Daseins zpsammenklingen mit dem zerknirschtep Blick in die Schwachheit der eigenen Natur und mit des inneren' Durchdrungenheit von dem tragischen und doch hoffnurrgSvollen, weil gottgeführtcn Schicksal deS jüdischen .Volkes. Und icsclbcn Grundtöne begegnen unS in GabirolS kleineren Gedichten, von denen jene an die eigene Seele be*.' sondere Innigkeit, die Gebete tiefe Inbrunst und frömmste . Hitrgabe verraten, llnb ergänzend treten zu den religiösen Dichtrurgen dre weltlichen, in welchen mit einer gewisse« typischen Ucberschwänglichkeit die Grinst der Mäzene, die Ge>«. fühle der Freundschaft, hie ■ und da auch die Freuden des. Weines.vcrlrerrlichl werden. Wenn nur als Nebergänge n>.rch Namen wie Joses, i.b n ,ss a d d i k,. I o s c p h i V n S a h l nnb den als Moral« philosophct« belannrcn B a ch ja ibn P a k» d a nennen, erreichen wir die Hochblüte der jüdisch-spattischen Dichtung i>

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