Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 390 (22.2.1920)
- Date
- 1920-02-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Veile 2 Wien, «Sonntag tWiincr Vlorgenzerrnnz 22 Februar 1920 Nr. 390 Der Berkcht -er Staatssekretäre über die Pariser Verhandlungen. PolitischeNrmdschau. Der künstle ungarische M'.nifterpräsident« Bon unserem Budavester Berichterstatter. Dähn'nb bezüglich brr Wahl d«4 provisorisch'» CtantZob rlanptes völlige Cin'Nig'ei^ h reicht und Ob rb'fehlshaber Horthy schon alle A stal »n '.ei st. sich als en'eckii erwäh'er r.rov sori.'ch.'r H r scl-er von Ünzarn ein'ur-ch en. konnte be ü '.ich -eZ künst gen Min st rp ü,i «u en e ne cinniü ize G imm «z nicht gesct)asf n to erben. Das Amt eineunzart chen Mittisterpräii'xnten hat durch die histori'chen Wandlungen der l tzten 'wei Jahre an B deuning sehr ein eOiiüt. In der alt n Monarchie war dr uigaischi.' Miniftcrprä,ident gl ich>n auch Minister des Tleußern für Un'a.'n, der in Di N die äußere Politik der dualistisch n Mo.!a chini ht nur brrin'lußte. sondern leider oft auch b-eh? rich e Heute fehlt ihm diese Bedeutung und auch ii der li«-rcjt Po'itik hat sich Horthy solche D sugni.se gesi'e t. die den Mi.ii'tervräsiden'en in s iner Veweguni r i'jei* ii lo'en Matzi ein'kränken Die un a i-ch' Ne^iernni wird, nach dem vorgelegten Gesetze ü.er den WirknngZkr i) des provi'o.ischen tzö'aatkos-er'.a-ip ez. von diesen ernannt. Sch-u lei di sem Akt wird Horthy sich v.'r die Sch'viet'gkeit gestellt s hen, die dnrch den Wettstreit der beiden großen Part i?n, der Bar'ei d'r kl.inen Landwirte und derjen'gsn ter C rist'chna analen B rrü.i'.uuz. ge« jch.-..s n ist. Die L n wi.tepartei reUa i.rt u ter Berufung darau', daß »ir um drei Mandate stär.cc ist als kt'.' Clrist i' n-ti.'na.'eu. das Minist rr-atspraii iu.n und dir Hält' der Ministcrport.srni.leZ für sich Wird Ho thy M srn S andpuukt anerkennen. dann wird er Kr« gegenwä Ligen A.k.rbnu inister Julius Rubi ne k zum Miniswrprä,identen ernennen Soll e er aber sich de« Ministe prä,ide:,tm aus den Reihen der Christlich- Nation k n holen, fo ist der gegenwärtige Minister für AultuS und Unterricht. Stephan Haller, der Prädcstini.'rte Ministcrpräsid-.'nt. Vielfach hört man aber in Poti isch'n Kreisen die Meinung vertreten, daß es Ho t^'h g rade n i Nü'.ich auf die ölen gekrnn'.eichnele Delen.ung des Kabine.tsch.'fS gelingen wecde, beid-t Pa t i n von ihren Ansprüchen ab'ubringvu und für dt: E n naunz eines unpan ii,ch n Ministe pra iden en zu g Winnen, wodurch der Regierung.chrs, der ja mehr ein Sxrkurirorgau des Staa.solerlaupteS würde, dem Part i nzwist entrückt bliebe. F'ir dic,en Fall könnten Graf A p p o n y i. Graf Paul Teleki und auch der gegenwärt'ge Mini,terpro,ident. Karl Huszar, in Betracht kommen. _ Die antisemitische Verwaltung in -er Slowakei. Die Rechtslage der Juden in der Slowakei läßt f «och immer vieles zu wünschen übrig. Den mehr als eig-ntüm liehen Erlast der slowali'chrn Be ho de über Li-' Derlei'ung von Lizenzen für Kinotheater. in dem es hieß, daß die an'ustellenden Fachleute weder Juden noch Leute mit schlechter Vergangenheit sein dürfen, haben wir bereits seiner'eit befprvcli-on. Die ln P.cßburg erscheinende „Jüdi.che Vclkszeitlm " bri.-gt einen Aufsatz von Emil Waldstein, der sich mit dt ser Angclegrnh i: befaßt und aus dem man erfährt, daß diese Verordnung sich als der Uebcrgriff eines einfachen Ober'eutnants darstellt, der im Aufträge des Minist.rin 'S für ratw'-ale Bert i igun'l die Crt.iung der Klno'i en'en für Invalide Zicherznstellen hat. Es ist wohl ein auf die Dauer unmöglicher Zustand, daß irgendein erstbester Oücrl utuanr die Mög'i streit haben fall, im Remrcn der Ne i rung jeder geltenden Rechtsordnung ein Schnipvchen zu schlagen. Herr Sch ratz ar. der Minister für die Slowakei, hat neulich in einer Rede davon gesprochen, daß sich die Juden der Slonal i bemühen, ihre ang b ich schl. chte Ver^angenh it vergessen zu mach.«. Die slowakischen Juden haben sich auf dn Standpunkt der^Loya i.ät gestellt und gerade Herr Schrobar. unter d s en Regime die Juden aller mög ich n Willkür ausgc,etzt waren. Juden, die zwan ig Jahre im Lande lebten, eiu'ach ausgewiesen wurden, wobei ihnen eine so kurze Frist gestellt wurde, daß fie ihren Besitz gar nicht veräußern konnten, unter drs en Regime Pünd^r:n^en vorkauren. welche man sch i tz ich sog-r in ein Moralorium ein ube i hen waglc. wo turch privaten und a.ut.ichen Boykott tausende füdisck)« Fa? i.ien zugrunde gerichtet wurden, gerade Herr Schrovar hat am weni gst.'n dis Recht, von den Juden besondere Liebe zu heischen. Auf keinen Fall aber wird das gute Einvernehrnen. auf welches da-Z flolualische M'.nistrrinm solch n Wert l.'gt, durch R gie.nn^scr ä, e g? ordert, die den uneerl,AltenEeist eines rü.en Ai'tl,e.ni.ismus a.ifw.rsen. Der . Vo kSvrrl and der Juren für die S'owakei" hat ei« eigener Rechtsschutzbure.ru errichtet. daZ auch von der slowa.i ch n Grschä t-stelle d's amcri «iich «Jctnt-Commiltee ub enliv i r.' wir) und die An'gabr hat. die F a e d^'r Borgütnng der P ünde. rungtschäd.n und d-r Rückerstattung der Li m,en zu b-rtr.i'^en und dir N ch e jü'iicher Z.ö per.chasten so.rie von Einz<'lp.". so.ren zu wayren. In irr Slowakri herrscht die Preßzenfur nach wi« vor. In jüngst e Zeit hat die Zv-n,ur begonnen, fä t iche h"bräi ch'n Wo te in der jüdisch f onakischen Presse zu streictien Au» eine Beichverie. wrlcht der B-lk-verband an das Mi.nst rium richtete, hat die Ddcrstaotsanwalt'ch:ft sich bru ü'igt grsehrn. einen Dolmetsch ru berufen und &u erk»aren, daß die Kon- Jm KabinettSrat haben gestern die aus Pari» zurückgekehrten SkaaiSfekretäre Dr. Reil ch^und Dr. L o e w e ii* feld -Ruß über ihre D.'rl-andlunIeri iü Paris berichtet. Staatssekretär Dr. Reis ck teilte zunächst mit. in der Sitzung der Rcparationsfvmmifsion habe der amerkkanische Vertreter, wie bereitau» Pari» gemeldet wurde, tm. Auftragfei «er Regierung die Erklärung abgegeb-n. b«ß im Senat der Bereinigten Staaten der Antrag auf Gewährung eine» Kredites von SS Millionen Dollar für die am meisten not'eidcnden Staate» eingebracht wurde, wobei in Anssicht genommen sei, in erster Linie Oesterreich zu berücksichtigen. Der Vertreter Großbritannien» erklärte nalnenS seiner Negierung, daß, fall» Amerika den Kredit für die notleidenden Staaten Europa» -.'Willi;-. Großbritannien seinerieit» «inen Kredit für den gleichen Zweck in der Höhe von öy Prozent deam ri'anifchen Kredite-, und zwar bk» zum Höchftbetrage von m Millionen Dollar. auStversen werde. Den beiden Staa^ssekr-'tären wurde ferner mitgeteilt, daß Besprechungen im Znge s ien, «m andere alliierte Staaten sowie neutrale Mächte für die Ertveilerung dieser Kreditaktion, welche sowohl zur Beschaffung von Lebensmitteln als auch von Rohstoffen bestimmt, se', zu gewi^ren. * Die Dotsck'asterkonferenz und die ReparationSkommissio« haben, den Anträ.'.en der österreichischen Staatssekretäre entsprechend, die Absicht ausgesprochen, so rasch al» ««öglich die österreichische Sektion der NeparationSkommission in Wien zu konstituieren, um im Zufammeubang mit der Kreditgewährung einen iumfastenden Plan lür den wir»- schastlichen Wiederaufbau und die dadurch bedingten finanziellen Kontrollen au»,»arbeiten. Desgleichen soll der Liquidator für die Orsterreie' isch-ungarische Bank schon jetzt bestimmt werdcn; ihm wäre e» auch Vorbehalten, einen Antrag be» züg'.lch des holländisch'n 6r/z Millinoen-Gviden-Areditezu ste'.lrn. Den Anträgen der Staatssekretäre, ausländische Werte zur Beschaffung von LcbenSmitteln für die nächste Zeit herauszugeben, wurde insofern« Rechnung getragen, aldie amerila'.il.'chen und neutralen Wertpapiere, die sich in Oester- ^reich und den neutralen'Staaten befinden, der österreichischen Reg! rung zur Verwertung sreigegeben wurden. Gleichzeitig wurde von der ReparationSlomniifsion verlangt, daß die ges tzlich bereit» vorgesel)«n« Sicherstellung der gewährt« Kre ite durch die GlaarSsorste bücherlich durchgesührt werde. Die Verhandlungen über die Denvertung de» Tabakmoyopole» konnten noch nicht zum Abschluß gebracht werde», da in der Zusammensetzung der sich bewerbenden Korporationen Aenderungen eingetreten sind. Dir Berhandlüngen werd« dnrch die in Parts verbliebenen Vertreter der StaatSstnanzen jortgefept. «nf Grund der zur Verfügung gestellten Mittel und der in Aussicht gestellten Kredite hat der Staatssekretär für Bokkserriährung Abschlüsse auf Lieserungen von f'J.000 Tonnen W^i'en und 2 >.00«) Tonnen Roggen durchführen lassen; ferner.sind Verhandlungen w«gen Lieferung weiterer 10.000 Tonnen Mais ringeleitet. Die Lieferung dieser Mengen sott derart stattfinde«, daß die im Anschluss« ckn die bereit» auf dem Tkan»port befindlichen früher, «»geschassten Mengen riuttcsfen ^werden. Ueberdte» wurde der Kauf von st 1.000 Tonnen Kartoffel« abgeschlvssrn. Aus Grund besonderer Unterstützung durch de« englischen Delegierten bei der Reparatiön-kommission In Pari», Sir Goode. werden unS au» dem englischen Hilfsfonds 1300 Tonnen F.tt im Gesamtwerte von 800.000 Pfund Sterling, ferner größere Mengen KvndenSmilch. in der nächst« Zeit zu kommen. Der Staatssekretär für Bolkseenährung berichtet« zu« Schlüsse über seinen Besuch bei der Schweizer B«nde<- regirrung. der er im. Austrage der österreichischen Regierunden Dank für die wiederholte Unterstützung Oesterreich» to seiner bedrängten Lage und insbesondere für die warme Ausnahme der Ssterreichiiche» Kinder »»»gesprochen hat. Der Staatrsjlretär macht« Mitteilung von der überau» herzliche« Ausnahme, welche er beim Bund-sprästdenten und bei den anderen Mitgliedern des Bunde) gesunden hat. sowie davon, daß durch besonderes Entgegenkommen der Schweizer Rt> gierung neuerlich über 0000 Tonnen verschiedener Lebenßmktwl. insbesondere MaiSgrieh. Haserprodukte und Hülse«» früchtr, gegen einjährigen Kredit im Werte von über 0 Mi5 lionen Frank» zur Bersügung gestellt wurden, deren Atztra»Sport bereit» in den nächsten Tagen beginne, überdies habe die Schweizer Regierung dem Lande Tirol eine Mehb« auShi.se gewährt. siS i'rung hebräischer Worbe von keiner anti'üdischen Anitt^o,ität g'lci.et war. Mar^scheint in -er Slowakei noch immer sehr mißtrauisch und ängstlich zu sein, da nach d r neuesten PrariZ der in hebräische» Letter» gedruckten jüdischen Presse aus Pole« der Ci»laß verw.igert wird. ■ Die tschechlfck,en SoziakdemoLrate« u«d Svw'etrutzrrknd. - »Bravo L-du* 1r>li mn: U-ber Beickluß d^» Borstandrs drr fschrcho ilowitrschrn soz-üdemokranikben Pntei btg'bl üch in brn nächsten Tagm Dr. S m e r a l nach Sowir'rußland. um hier als Mitgl ed de» Paliripläüdmm» nach drr langen Kr egSzni unsere a l t e n B e z i e d « « g t n zn den luisischen Genossen w eder anznkuüpsru. Dr. Smnal wild sich in Rusrlaat» ungeläbr;wei Monate aulhal en. wo:aw rin« erwrilritr ofilziestr Abordnung unlner Parte, dorthin euifendet weiden wnd. Rölr>enf,,ÜS wird dieic Adoldnrmg noch irühcr nach Ruöiand abreitkn. Gleich ertlg recken wir mi'. daß stck unser Redakteur Zeman berrilS in Nusckand anfhlckl und dort zn litiraüfchen und vo1it«fch-snlt»,el!rs Lludiei, blri!>en w ll» um vor allem die An'klämngsiäti-ktll LunacarökyS lhcoraisch und v'-akti ch zn verjolgrn.. Inland. Parlamentarisches. Tie pn« t'i tische Lohnkommissio« hielt gestern unter dem Borst; dc» Al geordneten T o m ich»! emr Sttzung ab. StaatSkan ler Dr. N r n n e r gab rme Elkiö'nng ab. m dn er nu> d n bekannt n Ant'.ag der drei Paltlien vttwieS. der für Anltäge. die eine Brlustung deS S a nödnuHh.ck'eS n.'ch sich ziehen^ tzieichzeck ge Anträge betrestend d e Bedeckuna veckanot. Av^ der Tag Sordnung d<r gestrigen Sitzung re- Finanz» a « » i ch u f f e» st,nd d e Regelnng der B e r f o r g « n g S» grnüfie drrTtaatSangestellten. dtr«n Himer» bl rdenm nnd dr» ta tb o l > i ch e n S e e l i o r g e k t e r » ». iow e T e u e r u n g S m a ß n n d m e n für Pensionist«'«, lerne, eine Bo taoe bettsffcnd die votläustge Regelung der BerforaungSg nüste iür W twen und Wailen der Z vckna USl eamten. Sraats« lehipeii'onen. Unk rbeam en und Diener, die Himetdltcbenen Novelle, eine Bordige zm Ausscheidung der Überzähligen Milltärperivnen aus demMiti' tärdrenstverbaltniffe, klebe,n>ihme ron S'aarS» garantien n"d eine Abänderung de» GejctzcS bclreffend daS Dicnstdrrhäl'N'S drr Hoch>chnl,üststen!en: Be« Beann der Si;ung nahmen sowohl der B erschier Ü a t t« r a!» anch AkgeordN'ter Z e 1 e n s a vnd Doktor Wader graen wt Lä,tm >n der Bortaae h »reffend die Ruhe» penüffe und da» PenstonSgesey Stellung. Der Aue schaß be chloß aui Grün» der voraet-agenrn Beschwerde«, die Bo,lag n jenem §»'kom>t/e »tu B Handlung zu nwccken. da» auch über da» Be oldnnosiibergang-gckev beiair» hat. Sodann ging der A«S chust m di« Brh mvlm'g der weiteren Tagesord»ru"g ein. RumLni'n «nd Orsterrelch. Minist rpiästdent B a i d a richtete an e nen b {. W ener Rcda't ur» w t d w ihn lavsjadr re Bez buna n oer binden, einen Br, f. m prm -- nn>er andn ob <t: , Sobald unictt Gttrerökftutckri lataaeßilU fern mrd» hsße ich» daß wl geregelter Erp » rt nach Wie« und von nrt m Import nach Rumänien g-stchert werden kann. Dre Brr,:!?; errrng de» Krieden» m't Iknga'N erieiwerte bisher leider g,»ch Anbahnung »ine» baunnde« Berstäudurfsezwischen Ws mb Gr«. _ Mtllrra«d» Slechenschaftsberlcht über dl« Londoner Konferenz. 1 Bart», St. J-brnar. (Korr.«B»r.s Ir: degestrckssch Sitzung de» Kammerauofchuste» für auswärtige Angelegen» heilen erstattete Ml«iisterpräs,d-nt Milleraud den Rechen^ schaft-bericht über feilte Londoner Reise. Er sprach zunöchff über die Auolieserung der Kriegsschuldigen und setzte tzeK Mitgliedern de» Au-schusse» auseinander, wie die London«« Kmrferenz zu ihrer Stellungnahme in dieser Krage gelangt fei. wie Deutschland selbst de« der Apurteiiaug ter Sckmidigech werde vorzvgehen haben, und weiche Haltung die AMieerttt iu dem Falle einzunchmen gedenken, wenn die UrteilSsallunnicht unter voller Wahrung der Gerechtigkeit und bcfp Ernste» erfolgen sollte. Millerand wandte sich sodann der Kohlensrage M und betonte, daß die Kohlenförderung Deutschlarid» im SLickgen begriffen sei, daß im Dezember 10,$00.000 Tonnen gefördert worden seien, also bedeutend mehr, al» die im ProtokoS üm gesehenen 9 Millionen, und daß trotzdem nur 600.000 Torine« geliefert worden feien. Der Vertrag >sei in diesem Pankto den,nach von Deutschland nicht durchgesührt und die HroW fei der ReparalionSkommission nnterbreltet worden. ' Schließlich teilte Millerand die politischen Richtlinien m(i die er in der O r i e n 1 p o l i t,! zu befolgen gedenke. Tr werbt bestrebt fein, eine friedenstiftende Tätigkeit im Oricn^ zu falten, und wolle alle diplomatischen Mittel erschöpfen, bevor er zu militirischcn greife.!stn diesem Sinne seien auch Pie Jnstruküonen gehalten, die General Gouraud erteilt worden feien. Einige Mitglieder de» Ausschüsse» bracksten sodann de« Zwischenfall von Marach zur Sprrche, wo am 3. Februar nationalistische türkische und arabische Banden dir Franzosen angegriffen haben und wo nach Meldungen de- Korrespondenten der «Time»" unter der Bevölkerung el« Blutbad angerichtet und 1500 Christen getötet worden seien. Eine franzSsische Abteilung unter Oberst Normand könnt» Marach erreichen und nach Härten Kämpfen die Garnison entsetzen. Hierauf sprach Briand über die diplomatische Lage Frnnlreich». Er vertrat den Standpunkt, daß di« Türken in Konftanttnopel zu belassen seien, dock, hänge alles von den Un,standen ab, unter denen der neue Staat werde gebildet werden. Während Frankreich für die Aufrechthaltung de» türkischen Reiche» so warm eingetreten sei» würden französische Soldaten von regulären türkischen Truppen in der sranzösische« Zone angegriffcn. Die» sei ein nnmöglicher Zustand. Wenn die Türkei in ihrer Haltung verharre, würde sie von Frankreich ihrem Schicksal überlassen werden. Schließlich warf Briand die Frage ans, wer die Kosten der Wieder» crrichtnng des türkischen Reiches traf n werde, und trat dafür ein, daß nicht wie bisher Frankreich die Hauptlast tragen solle. Der Ausschuß sprach sich basür <ru». die Regierung mit äußerster Energie bei der Berteidkgunder sranzüsisch«« Anteresse« zn unterstützen.