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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-20 · Heft 388 (20.2.1920) · p. Seite 3

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 388 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German
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Jtfc 888 feien, Feevag Wiener Msrgenzettrrns r20. Febmar 1920 /8efte 8' ..• i -ift-i -r- Inland. (Sine Debatte über Westungarn in der Nationalversammlung. Bo« unserem Parlamentsberichterstattev. Die Großdeutschen hatten für die gestrige Sitzung ber Nationalversammlung eine dringliche Anträge wegen der Note der ungarischen Regierung vom 15. o. Ä. vorbereitet, in der sie unter Schilderung der österreichfeindlichen Agitation der ungarischen Negierung in dem Oesterreich zugesprychenen westungarischen GeösetSstreifen vom Staatskanzler verlangten, daß er seine Antwortnote der Nationalversammlung mitteile. Um den Grotzdeutschen nicht allein daß Feld zu, überlassen, ließen die Sozialdemokraten durch Dr. Bauer in derselbul Angelegenheit eine Anfrage an die Regierung richten, in welcher diese aufgefordert wird, unverzüglich ihren Standpunkt zur Note dermngarischen Regierung begannt zu geben. Staatskanzler Dr. Nenner beaMvonett die Anfrage sehr ausführlich, worauf das Haus bchch.lotz, eine gemeinsame Debatte über die dringliche Anfrage und über die Jnterpellattonsboaiäwortung abzu» führen. Die Wirkung der ganzen Debatte nach außen, die wohl eine einheitliche Auffassung der. Redner aller Barteten dahingehend ergab, daß Wepungarn keinen Gegenstand von Verhandlungen mehr zwischen Oesterreick und Ungarn bilden könne, da in Saint-Germain bereits endgültig über die Zugehörigkeit dieses Landes entschieden sei, dürfte kaum die gewünschte sein, dg in der Erörterung einen sehr breiten Raum die Austragung eines publizistischen Konfliktes zwischen dem Hristlichsozialen Abgeordneten Dr. Mataja und dchn Abgeordneten Austerlitz einnahm. Mataja Hatte sich nämlich beretts vorgestern über die VeröffeMichung seiner im Auswärtigen Ausschüsse gehaltenen Rede he» schwort und den christlichsosialen Klub veranlaßt, gegen diese vermeintliche Verletzung der Vertraulichkeit der Beratung durch die amtliche „Staatskorrespondenz" Stellung zu nehmen. Die gestrige „Arbeiter-Fettung" hatte diese Rede Matajas über die ungarische Note, die sich übrigens mit seiner im Hause vorgebrachten inhaltlich deckt/ mit der geschmacklosen Bemerkung verleben, daß diese anständige Rede im. Gegensätze zu Matajas' Charakter stehe. Das nahm nun Mataja Zürn Anläße um dem Abgeordneten'Austerlitz, dem Herauszeber^der „Arbeiter-Zeitung", eine längereVorlettmg über journalistischen Anstand zu basten, ' was Mesen wieder veranlaßte, das Haus mit einer dreiwerteb kündigen Replik zu langweilen. Die plötzlich an den Lsg getretene Empfindlichkeit des Dr. Mataja dürfte AMnen Zusammenhang zu. bM«M. sein,>.nK Nner jüngsten B u d a p e st e r Reise. Da . er in der - west- MßÄWm Frage den Bärenhäuter mimen muß. durste et den Zankapfel seiner gekrankten Ehre'mit Absicht in biß Debatte'geworfen haben, um ihre Wirkung, zu Paralysieren. Und das ist ihm mich gelungen. Ein politischer Mord in Budapest. Bubapift, 19. Februar. (Privat.) Gestern wurde in der Nähe von Budapest eine Leiche aus der Donau gezogen, in welcher man den seit Dienstag abgängigen verantwortlichen Redakteur des sozialdemokratischen Blattes „Nrpszava", Bela So mv g yi, erkannte. Die Leiche war schrecklich verstümmelt und scheint ein politischer Mord voxzrWgen Gerüchte besagen, daß Somogyi vvn Soldaten ermordet worden ist. Budapest, Ist. Februar. Wie die Blätter melden, weist die Deiche Somogyis alle Spuren eines Mordes auf. In der Mhe des Ortes, wo man die Leiche gefunden hat, waren Räderspuren eines Automobils Zu scheu. Die Blättex glauben, daß Sornögyi.. in einem Automobil entführt,,am Ufer her Donau; ermordet und sodann ins Wasser geworfen wurdet Die Leiche weist zahlreiche Verletzungen auf, das rechte Auge ist ausgestochen und das Nasenbein gebrochen. Blutlachen, in der Nähe des Fürwortes deute» darauf : hin, das; Sonwgyi hart -am Ufer ermvrdet worden . ist. Daß die Mörder as auf eine Beraubung Somogyis . abg"sebcn hatten, tvird für ausgeschlossen erklärt, da Svmvgyi mittellos ivgr und nur von seinem Gehalt als Journalist gelebt Mt.' Die Blätter «telden ferner, daß gleichzeitig mit Somogyi auch ein anderer Mitarbeiter der „Nepszava", - Bela Baeso, der sich Dienstag abends zusammen mit. Somogyi aus der Rcdattvon ontsernt Hat, seither spurlos Verschwunden ist. Der Ermordete gehörte tat gemäßigten Flügel der sozialdemokratischen Partei an. In der Regierung ' Karolyi war er Staatssekretär im Unterrichtsministerium. Während der bolschelrikilchen Aera hat Somvghi keine Rolle gespielt. Ministerpräsident H u sz-ar arNärte» eS harchle sich Hier nicht um ein einfaches Verbrechen. sondern um einen Mord, de« geeignet fei, die Grundlagen dar Mchtsvrdnuug zu erschüttern. Ec tverde nicht ruf seinem Posten verbleiben und nicht die Verantwortung tragen können, wenn nicht alles unternommen werde, um die strengste. Retorsion erzielen. Der Ministerpräsident b'crief die Mitglisder des Kabinetts Meinem außerordentlichen Minister rat, worin er über daS .Verbrechen Bericht erstattete. Der Ministerpräsident wird in der morgigen Sitzung der -Nationalversammlung im Namen btt Regierung "Erklärungen ab geben. / wahrrs Wort! EZ ist behmrplet worden, daß wir im Notfall die Tschechen iris Land rufen wollen — kein wahres Wort! Es wich behauptet, daß wir weiß -Gott welchen Wamwnspparai ausristmr, am ihn drüben .zu perforqen.. Auch . daran ist |? i n w hre s. W o r h.. Wir! wöueN dem Lande vvrrvegdie Derfassüng. eines 'österretchi?'! schon Landes geben, das sich selbst seine Vertretung und feinen Landtag wählt. E i ne.V o l ks&W.. weder unter ungarischer noch unter österperchischer BefeHung ' durchzusühren. Der Staatskanzler begrüßte das Anerbieten der ungarischen Negierung über jugoslawische Regierung geleitet und' eS ist zw erwarten, daß diese Verhandlungen nach allen Seiten nunmehr. ein, lebhafteres Tempo annehmen und zu rascherem Wirksamkeit gelangen werden. ß Der großbeutsche Abgeordnete Müller-Gu tten, b r u n n besprach ausführlich die M a gyarifier u n g 8» Politik der früheren und der gegenwärtigen ungarisches Regierung und erklärte sich namens seiner Parteifre/.'^e gegen jede Verhandlung mit Ungarn. Erst reülliche Scheidung, dann Freundschaft! * Der christlichsoZiale Abgeordnete Dr. Mataja' gab der Anschauung Ausdruck, düß hinsichtlich Westungarns nur büS Bestimmungen' des Friedensvertvages von Saint-Germain gehjen können. Die christlichsoziale Partei müsse sich bet ihrer Stellungnahme immer vor Augen halten, baß eS fichf llm Maßnahnren handelt, welche von der gegenwärtigen christlich n a ttonalen Re gier ung verfügt werde«, daher auch die gewisse Reserve, dre uns auferlegt ist. Hieraup beschäftigte er sich ausführlich in der oben erwähnten Weife mrt der „Arbeiwr - Zeitung" und dem ASgeordneiM Austerlitz. .;>. Dir Magyarische« Unttttche i» Wie«. Abgeordnetzw. Dr. B a u e r (Sozialdemokrat) verlaK MittK mkderem einen Pries eines vim Wiener LanveSgerichte m Untersuchungshaft befindlichen ungarischen Leutnants, ÄiU der an der Ve.r schl.eppung deS Flüchtlings Schä« beteiligt war. Der Brief, der an den ungarischen Sektionsrcht Machafovsky gerichtet Ist, enthält unter anderem de« PassuSr „Bis jetzt habe ich mich tapfer gehaltert u«d! nicht s verrate«! Ms Hauptmmm Aatzenberger? u«s den Befehl gab, antwortete er aus unsere Einwände, daß man uns gefangen nehmen werde: „Ihr werdet Mr ayr bis zwei Tage im Gesängnis bLÜ-e^, :4m Mtmmfte« Fall« marschiert H«My Ger ek».* «W '/ Die ungarische Regierung, fuhr Dr. Bauer styWhalje nicht nur hier ihre Spitzel, sondem auch zwei in. Graz und in Prag einen gewissen Hauptmann Klobucar. Mir können uikd werden eine ung arische Och ran« Huf unserem Boden nicht dulden. Bezüglich Westungarns stehen wir nach wie vor auf dem Stanopunkte, daß das Land frei über seine staatliche: Zugehörigkeit entscheiden soll. ' Dr. Gimpl (christlichsozial) Gedauerte es, daß die g- 6e«.w ärttge chrchstltchn atip na le R e.gcksr.u n,g in Ungarn über dem Aat:ionalrsmuH d.aH Christentum vergesse. ' . , Dann sprachen Parrer, Austerlitz und Dvttvn Gürtle r, worauf der Staatskanzler das -Ergebnis de« Debatte dahin zufammenfaßte, baß alle Abgeordneten der Meinung feien, ü b e r W e st u n g a r n als eine entschiedene Sache könne nicht mehr verhandelt werden» Die Frage des Selbstbestimmnngsrechtes WestungarnS fei nicht Zwischen Oesterreich und Ungarn, sorrdern zwischen unS mch dem Burgensand auszutragen. ' , Ohne Debatte wurde schließlich die ErhShuna d^x Unter ha l.LSbe i träge um 59 Prozent beschlossen. Nächste Sitzung^ Mittwoch, 4 Uhr nachmittags. : Dr. Loewenfeld-Nrrtz in Berts., Ber«, 19. Februar. (Schweizer Depeschrn-Agentur.) Der östrrrnchischr SlaatSsekreiär für Bolksernähmng Dr. 8 o e w e «* s e i d - R ü ß ist auf der Rückreise von Paris nach Men gestern v bier eingrtröüen und würde 4« - Begleitung deS Ministenalraletz Griwberger vom BundesprZGenten M o tt« empfangen. Der Wtantsfekretär sprach fiir die Hilfe-, dev Schweiz den wLrntstrv - Dank aus. BmidsZprMenk Ms ti a drüSte. dem Staatssekretär gegenüber btt volle Sympathie der schweizerischen Regierung für StaatSkanzlrr Dr. Renner bezeichneste es als ansgeschlossen, daß der österreichische Staat ober eine österreichische Regierung, auf Durchführung des Frkedensv-erttages, soweit er Westungarn bc> trifft, verzichten könnte. Wir müssen Verhandlungen darüber ablehnen, w«il das westungarische Gebiet schon nach dem Friodensverttag zu DeuLschösterreich gehört. Die bisherige Lei Lh« grenze ist für den Fall zweier souveräner Staaten ganz unmöglich. Ueber die Absichten, die die Staatsregiernng Mit Westungarn perfolgt, sind diesseits und jenseits der Leitha in der letzten Zeit die unglanblichsten Aüsstreuüngrn gemacht worden. Es ist behauptet worden, daß . wir das Land der tschechischen Besetzung preisgeben wollen — ksin Der mn i®Umtevie (Aufgeführt im Durgtheater am 18. Februar.) Eine vollständige .Macbeths-Aufführung. NMre Ueberfetzung des Originals (von Stephan Hock), neue Inszenierung, neue Bühnenbilder. Ein gewaltiges Stück kÜNstlrrifcher Arbeit, die höchstes Loh verdient und has Burgiheyter ehrt, wenn srch auch Sinwände melde«. Eine Ouvertüre leitet bei verfinstertem Saale den. Abend ein. Wir begrüßen die Neuerung schon aus Erziehungsgründen. Das neue Burgtheaterpublikum war verduzt, aber dafür mäuschenstill und artig. Nach den Schlußakkorden rauscht der Vorhang aus und in fast ununterbrochener Reihenfolge —> sine einzige größere Erholungspause wird gegönnt ziehen die sechsundzwanzig Szenenbilder an uns vorüber. Lückenlos und streng nach dem Urtext. Rur ein-r Szene da zwei Edelleute den ersten verdacht gegen Macbeth aussprechen ist recht zweckmäßig a«S dem dritten in den vierten M versetzt. Unheimlich rasch vie Verwandlungen. Sturmessausen, Fanfarenllänge oder Trommelwirbel Überdrücken die Bühnonverfinsterunge«. 1 Bis nun hat man am Burgtheater .Macbeths nicht nngeftrichen gespielt. Burckhard hat die Ermordung vanquos und den Mordüberfall im Schlosse Macduffs, fort» gelassen und Schlenther hat sogar auf die einleitende Hexenszene verzichtet. Bei aller Anerkennung des Geleisteten muß man doch Hock und Heine gegenüber einwenden, daß dlx großen Orgelpunkte der Dichtung: die Ermordung des Königs hinter der Szene, das Gaftmahl und dis Nachtwändelfzenx der Lady Macbeth dominieren müsien, aber durch Zwischengeschehnisse abgeschwächt werden. Wir vermeine«. daß sogar die Streichungen weitergehen sollten, es» sie sich Burckhard und Schlenther gestattet haben. Die neue vedertragung Hock» in einem Heitungß« Nftoote «dtun zu wollen, wäre anmaßend. Hn einem Ruf, fatze, den Hock in den »Blättern de« Burgtheater«" veriöÜeoMM und der durck keine Wichte Sachlichkeit wotzlürenü die Freiheit des wirLsHÄftlichs» Verkehres. . Es Nlüsse jedoch der Versuch «rrterrromraen werden» nach allen Frichtungen ruck nach allen-Seiten hin dis FreihM/bsS Mr-- ktzhxes berHnstellen.. DaS An geh or, das uns von ung arischer Seite hisr in Form einer Note gemacht Wurde, ist uns ja seinerzeit auch schon von dem tscheckische« Hand e l s m ( n i st e r H e i b l e r und der tschecho-slowakischen Nattoualv-ersaTttmlung gemacht worden. Gie wissen, daß die österreichische Regierung von diesem Anerbieten Gebrauch genracht hat. indem sie mit den Tscheche« in Verhandlungen emgetrssten ist, Van derselben U e b e r z e u g u n g, daß dir Freiheit deS Derlehres wiederhergestellt werden müsse, ist auch die berührtteilt er mit, waS ihn zu der neuen Uebersetzung bewsgey h«t. Schiller scheint ihm, wie er sagt, ^diese barocke Dichtung zu sehr in die Sprache des Klassizismus verwandelt'' zu haben und da die Bearbeitung der Dorothea Tieck anerkannt mangelhaft ist, die überaus rühmliche Friedrich Gundolfs dem Schauspieler zu schwere Aufgaben stellt, fühlte sich Hock zu eipex Nochmaligen Nachdichtung veranlaßt. Nicht immer sind hie Hockschen Verse rühmenswert. Wenn die Lady Macbeth mit dem Nachtlicht in ihr Gemach Zurückwankt, ruft (zum Exempel) der Arzt, der sie belauscht hat, auS: '„<53 hat. mir Herz und Sinn ganz matt yjrnracht." Auch Verse wie der folgende werden nicht;edermonn gefallen: „Nie schließ Schlaf zu nacht'ger Stund'? Seiner Lider Laden schwer." ES dünkt uns, baß Hock beim Dichten allzu sllitera» tionsbeflifsen war. Sachkenntnis, Forschergeist und Sinn für das Schöne find halt doch noch keine hinreichende Legitimation für eine Nachdichtung Shakespeares. Roller hat sich zu einem Kompromiß zwischen Shakespearebühne und modernem Kulissenzauber bekannt. Fordert man nicht für Shakcspearedranten unbedingt die historische Einheitsbühne, so wird man seiner Lösung zustimmen und die künstlerische Vollendung der Bühnenbilder bewundern. Permanente Seitenstücke, ein fixes Proszenium, dafür wechselnder Hintergrund in wunderbarer Mannigfaltigkeit. Sy lange dir Handlung im nebligen! Schottland spielt, bleibt die Bühne in grau«« Dunkel getaucht,! da« doch immer wieder nuanciert wird und niemals durch; Eintönigkeit ermüdet. Um so erfrischender dann die sonne«- helle, überaus anmutige englische Landschaft mit dem tiefen, farbenreichen Wiessnprospekt. Ueberaus prächtig, piäleicht allzu festlich in tzackelglanz «etauckt. die Sastmahlfzene. Di« ungrzählten flackernden Lichter dämpfen die Wirkung, wenn Macbeth daS Graue« vor der Erscheinung BanqvvS überfällt. . Das BuMurn wird, zu Wr aui he« FesteSvrunk afc&lßnfo 4 das österreichische Volk auS, s Staalßfikrriär Tr. Lvewenfrld-Ruß Md Mimstrrialrat Oründrrger statt««« huraAdrm Chrf der Abterlung für au^> wärtige Angelkgenhetten des pvlttischcn Departemenis D i » td) er t, dem Chcf d<S BollZwirtfchaftsdeparlements Bundesrat Sch »l t h e ß und dem Chef deS FinantdepartementS BundeZrat M u f y Besuche ab. An Me Besuche schloß fich eim längere Milche Unterredung mit ^em Lester des eidgenössische» EtyährunMmtrS Dr. K a e p p e! i. StaatÄekrMr Doktor Loewmjcld-Rnß äußerte sich sehr b r f rirdi § t über da? Ergebnis feiner BesprechMgen. Eine Augenweide die vornehm schweren Gehänge auS Golds brokat, welche lang herabwallend die Königsgemächer andeuten. Herr D e v r i e n f spielt den Macbeth, der sogar einem MitterwUrzer nicht gelingen wollte. Ein edler Held im Anbeginn der Tragödie, glaubwürdig, wenn ihm nach der Mordtat hie Reue befällt («ux glaubwürdig» nicht erschstttssrnd)'» aber vollig versagynh, sobald ex Maibeth den Furchtbaren, de« im Bttrte Watende« darzustellen hat. Frau MedelSky ach Ladtz Macbeth hat nur große Momente, erfüllt aber ( nicht die Erwartungen. Diese gewaltige Gestalt kann durch ihre Schönheit den Gatten zur Untat verführen oder durch Dämonie. Man sagt von der Wolter, die zunächst' alz Ludtz Macbeth vollständig abfiel, um einige Jahre später in dieser Rolle Triumphe zu feiern, daß sie das schönhsitsvolle Bilo der: Lady Macbeth schuf. Frau Medelöky versucht vom ersten Augenblick, das dämonische Weib zu sein. ES . ist abzuwarten» oh sie sich diese Rolle ganz erobern wird. Vo« den übrigen Mitwirkenden sei an erster Stelle Herr May'erhofer gonannt, o« dem das Burgtheater, wie sich zeigt, einaN Künstler gewonnen hat, der die seltene Eignung' besitzt Shakespeares komische Gestalten zu verkörpern. Sein Pförtner ist eine sehr bemerkenswerte Leistung. Her« Danegger bewährte sich als gewaltiger Sprecher und unter den anderen schottischen Edelleuten ragte Herr Siebert hervor. Die Hexenszenen wollten nicht recht wirken, trotz aller magischen Beleuchtung und mannigfachen Gekreisches. Gefährlich, sehr gefährlich für die. Sttmmung find die Männerkostüme. AuSgesvrochene Fußballdretz. Wenn diese Schotten unbewaffnet beisammen stehen, besorgt man beinahe, sie könnten am Ende im nächste» Augsnbttck zum Match antreten... Die Hauptsache: Die «vssührung hatte «eist und «ttl. D«S aUehrwürdige Burgtheater hat fich dieses Abends nicht 5« Wmeu. Otto

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