Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 386 (18.2.1920)
- Date
- 1920-02-18
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979464--03406-2989032- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 4 Wen, Mitwochs , ■ ■ ■ — >!!i> -*■ fl ^n'-frrr^i ermutigendes Lächeln ging auch über das Gesicht des Kindes ein Zug absolut reinen Lächelns, wie Frühsingssonnenscheirr. Dann stellte der Kleine die richtige Figur, die das Spiel zu seinem Gunsten entschied. Aus Wunsch der Zrüchauer wurde das Spiel bis zu Ende geführt, wobei die Sicherheit und Folgericht gleit der Züge des kleinen Meisters uns alle in Staunen setzte. Einiye Tage nachher spielte der Kleine im Deutschen Beamtenheim m Lodz gegen zwölf Gegner zugleich, von denen keiner siegte. Zuletzt gab der Kleine ein Blindspiel, bei dem er allerdings zwei ober drei Fehler machte. Immerhin war seine Leistung gegen einen starken Spieler staunenswert. Ganz Kind, freute er sich am Ende der Schokolade, mit der er beschenkt wurde. StreMbrecherrde BluMeferavten. »Figaro* erzählt die folgende bezeichnende Geschichte aus New»?)ork: Im Flower Hofpral wurden bisher solchen gesunde» Menschen, die ihr Blut zu Zwecken der Transfusion in die Adern lebensge^ühilich erkrankter Patienten hcrgebeu, 500 Franks für je eine solche Operation befahlt. Es war kem Mange! au solchen Leuten.- die ihr Blut für gutes Geld zu opfern bereit waren, denn es hatten sich in jedem einzelnen Falle nicht weniger als zwanzig Bewerber für dicken Bliltprers gemeldet. Bor emrgen Wochen nun , haben sich diese Bluilreseranten gerade brr einem schr kritischen Fall vereinigt und beschlosien. chr Blut unter Berufung auf d>e allgemeine Teuerung nicht unter 700 Franks herzugebeu. Der sonderbare Lohnkampf eirdete mit dem Siege der Streckenden denen die 700 Franks bewilligt wurden. Als aber vor einigen Tageu wieder für eine Translusion B(ut gebraucht wurde und schon alles für dre Operation vorbei ertet war, > forderte der in Aussicht genommene Kandidat tausend Franks für dre Urbertassung seines gesunden BlutcZ. Empört über diesen Wucherpreis und mit Rücksicht auf den gefährlichen Zusiaud des Kranken, bot sich eine Krankenschwester als Strerkbrecherin an, indem sie ihr Blut unentgcltl ch zur Retiung erneS Menschenlebens überliest. Zhr folgt n andere sieben Kolleginnen und so ist >m Flower Hospital der Streik der Blmsirferanlcu diesmal zusammengebrochen. _ Die Vskarrchfung der Grippe. Arzt und Krankenpfleger sind durch den Beruf gezwungen, sich immer wieder der Infektion auszusetzen. Man sieht aber oft genug, wie sich Angehörige Er-' krankter, ganz ohne Nutzen für diesen, ja öfter sogar zu dessen Schaden, in nächster Umgebung des Patienten aufhalten und so die Gelegenheit zu eigener Ansteckung herbeiführen. Am wichtigsten sind vorbeugende Maßnahmen, die strenge beachtet werden sollten. Liegt ein der Grippe verdächtiger Fall vor, so ist der Kranke nach Tunlichkeit zu isolieren. Besuche sind zu verbieten die Zimmer fleißig zu lüsten. Die Jnfektionskeime werden beim Husten. Sprechen, Niesen in die umgebende Luft ausgeworsen und gelangen so gewöhnlich in die Atmungsorgane anderer Menschen. Zur '.SBer?: meidung der Erkrankung sollte man sich öfter im Tage den Mund ausspülen und vor jeder Mahlzeit ^gut die Hände reinigen, um nicht die Krankheitskeime von hier in den Tarmtrakt zu überführen. Die Grippe tritt in drei Formen auf: als seltenere Erkrankung der Verdauungsorgane, häufiger affiziert sie die Lungen, in letzter Zeit tritt noch eine gefährliche Form mit Gehirnsymptomen auf. Bei leichtem Unwohlsein und geringer Teruperatursteigerung Ware jedenfalls bald ein Arzt zu befragen. Das Traurigste ist die Tatsache, daß nicht genügend Spitalsbetten für die Kranken zur Verfügung stehen. Bei engem Bersammenwohnen in ungeheiztem Zimmer, ohne Milch und andere notwendige Nahrungsmittel ist eine richtige Pflege des meist hochfrebernden Kranken fast unmöglich. Diesmal sind auch die wohlhabenden Patienten staick betroffen, da die Sanatorien die Aufnahme an Grippe Erkrankter äblehnen. Dr. Sanel Beer. Schlafkrankheit oder Grippe? Än dev Pariser medizinischen Akademie fand nmlich eine intcresiante Diskussion über eine neue Krarrkheitscrfchemüng. eine schlafkrarrkheitsartigr Gehirn ent" Zündung, statt. Die hauptsächlichsten Cympiome' dieser Krankheit sind: Verschärfter Jnfektionszusiand mit einer beiläufigen Temperatur von 39 Grad, in-- manchmal auch.bedcu>end hoher ist, tiefe Niedergeschlagenheit mu? ' wächezustanden, Schlafsucht, die tagelang und auch wochenlang wi-i ccu kann und auch den Charakter einer wahren Lethargie annimmt (ein Zustand, der jedoch weientsich verschieden ist von der Schlafkrankheit), schließlich eine Augenparallyse. In der Diskussion wurde daraus aufmerksam gemacht, daß diese Epidemie, die bereits im Jahre 1918 ausgetreten ist, auch diesmal mitdem Auftreten der Grippe zusammenfällt. Es läßt sich nicht feststellen, ob diese neue Krankheit auf das Grippengm zmückzusübren ist oder auf eine sekundäre Infektion. Diese schlassuchtähnliche Gehirnentzündung ist in Lille und Umgebung «nsgeörvchen und nimmt noch immer an Ausdehnung zu. und zwar, wir außer Zweifel steht, infolge Ansteckung durch Vermittlung der Rekonvaleszenten und durch Personen, die die Kranken ge* pflegt haben oder ihnen nahe gekommen sind.. . ES handelt sich, wre der Bericht über diese Epidemie scststellr, nm eine ernste Krankheit, die gegenwärtig noch nicht so stark verbreitet ist, deren Auftreten jedoch an verschiedenen Punkten festgestillr wurde, und die sich durch die Ausscheidungen von M u n d, Naseund ausdenr Schl und überträgt und ähnliche Vorsichtsmaßnahmen zu erheischen scheint, wie man sie gegen die Grippe empfiehlt, da sie mit dieser Krankheit eine mehr oder weniger unmittelbare Verwandtschaft zeigt. Tnrvm-MhH»-...-..... > ■»ViwrfigiiiBftlfMIBfi« Die neuen StratzenbahnpreLse. Von heute an kostet auf der Straßenbahn: eine gewöhnliche Fahrt K 2.—» außerhalb der Zonen» grenze IV K 9.50. Kinderkarten kosten 80 H eller, Sondert arrf strecke» (Groß-Neusiedl und L » sthauS an Richtrenntagen) K 1.50. (An Renntagen zum LusthanS dl 10.—). Hin- und Rückfahrscheine (Fahrtantritt vor 8 Uhr morgens, Rückfahrt zwischen 2 und S Uhr nachmittags) nur im Vorverkauf K 2.70. Nachtfahrschei n e ll 4.—. F r S h f a h r s ch 11 ne nach wie vor 70 H e l l e r, muffen jedoch ebenfalls iat Vorverkauf gelöst werden. Auf den A u t o b u s s t n kostet eine Zone ll S.—, welcher Preis mit jeder weiteren Zone um kl t.— bis zu K 7.— steigt. Kinder zahlen ll 150, beziehungsweise K 2.50. Die N a ch ts a h r p r e i s e betragen ll 6.—, K 9.— im b K 12.—. Von den Bahnen. Auf der Westbahnstrecks wird nunmehr jeden Donnerstag ein Schnellzug bis Feldkirch verkehren» und zwar Wien- Westbahnhofab 6 Uhr 40 Minuten nachmittags und Wien an Dienstag 9 Uhr 40 Minuten früh (Feldkirch ab Montag 3 Uhr 30 Minute» nachmittags). Der Zug, der. unter der Bezeichnung Sonderschnellzug Nr. 207 und 208 geführt wird, wird hauptsächlich im Interesse des Verkehres der staatlichen Behörden und der ausländischen Missionen in Betrieb gesetzt. Ein D-Züg Men—Ostende. Wie gemeldet wird, fanden in Würzburg Beratungen zwischen Vertretern der. Bahnverwaltungeu von Deutschland, (Belgien, Holland, England und Oesterreich statt, die auf die 'Einführung . eines täglichen D-Schrrellzuges Wien— O st M d e mit. direktem SchisfSanschluß . nach London und xiner^lbzwetgung Köln-Rotterdam abzielen. Die Züge sollen schon im Monats März in Verkehr trete». Schnellzüge auf der Sübbshm Am Donnerstag den 19. Februar wird der TageS- 'schnellzug Rr. 1 (ab Wien-Südbahnhof. 7 Uhr >45 Minuten vormittags) mit direkten Wagen erster und zweiter Klasse, nach Tarvis, Triest und Rom und mit direkten Wagen erster, zweiter und dritter Klasse nach Villach in Verkehr gesetzt und wie folgt benützbar sein: bei Reisen bis Bill ach ohne jede Einschränkung'» bei Reisen über Villach hinaus behält sich die italienische Mission bis einschließlich HÜrte Dienstag den 17. d.M. die Bewilligung znnr Karten- Vorverkauf vor. Diese Bewilligung wird in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis i/«l Uhr mittags und von 4 Uhr nachmittags bis i/z? Uhr abends erteilt. Ab Mittwoch den 18. d. M. w.Lden nach Maßgabe der vorhandenen Sitzplätze noch Karten ohne diese Bewilligung abgegeben. Mit dem Vorverkauf, der Fahrkarten wird heute Dienstag den 1'7. d. M. bei der Vorverkaufskasse in Wien-Sndbahnhos begonnen. Weiters wird besonders aufmerksam gemacht, daß unberührt von der allgemeinen Verfügung über die Einstellung des Schnellzugsverkehres die Expreßzüge Wien—Triest regelmäßig wie bisher verkehren. ELa TheatMLaydalim Deatschen VolksLheater. Anläßlich bvr -tzesirig^r . ErsiauffWung . der Komödie z.el.l eiLzf.^on ^Hemrich' SH'.m.i t't'Jm es .wieder zu einem der jetzt üblichen Theaterskändale. Zu Beginn des dritten Aktes wurden Plötzlich im Siehpafterre . Zwischenrufe karrt, dre sich zu erresteü'-^ Wechselredr»' .sirrsierten./'> Der Sinn "bft Ausrufe war jedoch nicht" .zu' entnehmend. Herr Wern si r - ß a h I e» ’ der. gerade , auf der Szcne stand, gewährte die Geistesgegenwart. Da dir Unruhe immer, größer wurde, mußte die Borstellüvg ü n k.e r b r e ch e n werden-. Nach 'Wiederherstellung 'der Ruhe und Entfernung der Störenfriede wurde das Spiel unter lebhaftem Beifall des Publikums fortgesetzt. * Menachem Nicndel und der „Telegraf". ^Der Telegraf'', hassillbendblatt des ^Deutschen Bokksblatt.es", welcher mit Rücksicht darauf, daß er aus den Kolportageabsatz speku» lrert, in Antisemitismus macht, während das am Morgen erscheinende Hauptblatt den Anschein größerer Reinlichkeit zu wahren sucht, veröffentlicht in seiner gestrigen Ausgabe ein Feuilleton, welches im wesentlichen den ersten Brief aus dem in unserem Blähte zur Veröffentlichung gelangenden Roman von Schalem Alejchem enthält. „Der Telegraf" will, wie er sagt, einem jüdischen Wünsche - willfahren und seinen Lesern diesen Beitrag zur Kenntnis .der ^jüdischen Psyche bringen. Die Absicht ist deutlich. Der arme Schlucker Menachem Mendel, der plötzlich in die große Stadt geraten ist, schildert seinem Weibe die neuen Geschäfte, an denen er hier zu verdienen hofft. Und da in diesen humoristischen Berichten natürlich viel von Geld dre Rede ist, spiegelt sich nach der alten Methode der Antisemiten hier sogleich die jüdische Seele in dem von ihnen gewünschten Sinne ab. ES fällt uns natürlich nicht ein, mit dem „Telegraf" uns in literarische Erörterungen einzulassen. Nur hätte er sich nicht noch dümmer stellen sollen, als er ohnedies ist mtb richtig bemerken sollen, daß eS sich hier mcht um eine» einfachen „Briefwechsel", sondern um das anerkannte Werk erneS jüdischen Humoristen handelt, „Der Telegraf" findet übrigens die Briefe äußerst lesenswert und von originellem Humor. ELngesendet« Rosa Fleischmann Karl Zweröüng BoEk*nrils empfehlen sich als Verlobte. Botkovlts im Febraa; 1SS0. 70M ZUR VERLOBUNG unserer Schwester Fräulein Saloml Adlerblam mit Herrn Julius Mesuse entbieten die herzlichsten Glückwünsche ii0i Jetti und Moses Adlerblum. Brillanten, Platin, Münzen Perlen.Uhren, falsche Zähne, alle Silbergcgenstände verkaufen Sie am besten direkt dem" Juwelier und Goldarbeller S. Holzapfel Wien, VI. MariahiPerotrasse 79 oder Wf:rkstättc: 1.. Wollzeiie 17,13. »♦» 2 rätt hiefentt« :Pr »4»c,6a fc&r «< «Y *¥iU'b«ft'aaa V ja: pgg«T9ar' ". ' M"«« . . . .. * V? Gr empfiehlt ihre Lektüre seinen Lesern «mgekegentllch. Wh haben natürlich gar nichts dagegen, daß die Leser des „Tele* graf" einmal auch etwas . Vernünftiges zu Gesichte bekommen. 9 AmAjubiliium des Badener Obevrabbiners. AuS Baden bei Wien wird uns benchtN: Am verstostenen Samstag fand hrer eine seltene Fett» in der festsich geschmückten Synagoge statt. Oberrabbtner W. Reich feierte das vierzigjähtige Jnbv läum skmer hnsigkn Amtstatigknt und die Gemeindemitglieder ' benützten den Anlaß, um ihrem Rabbiner ihren Dank für sei» fruchtbares und für die Gemeinde so segensreiches Wirken zu bezeugen. Oberrabbiner Rerch hat das größte Berdienst an de» Au'blühen der Badener jüdischen Gemeinde. Dem Jubilar, de» m voller Rüstigktklt wirkt, gingen von allen Seiten dre herzlichste» Glückwünsche m. * Die Jüdische Palästina-Reise- und Transportgesellschaft m. b. H. mit dem Hauptsitze in Wien, 2. Bezirk, Prater» ftraße 9, verdankt ihre Gründung ebenso notwendigen und nützlichen wie idealen und allgemein menschlichen Er» . Wägungen, welch letztere insbesondere für minder- und mt* bemittelte jüdische Auswanderer in Betracht kommen. Diese Erwägungen entsprangen zunächst den Wirkungen der Er* klaruüg BalfourS dom 2. November 1917, welche allein schon die Schaffung einer Institution für die kmnmende Emigration nach Epez Israel für wünschenswert erscheinen ließ. 3efcudj . gebieterisch und unverzüglich verlangten die Schaffung eines transporttechnischen Mittels zur Regelung der Auswanderung die Zustände besonders in Osteuropa. Mit Beendigung des Weltkrieges ist für das schon vor dem Kriege neu auf» 1 blühende jüdische Leben in Palästina eine neue Zeit angebrochen, die ebenso viel Energie als Vorsorge Genötigt. Letztere erscheint besonders geboten, da durch die Rachkriegs» crscheinnngen der Pogrome und andere Drangsale , der osteuropäischen Judenschaft die zu^ erwartende wilde Emigrafion aus diesen Ländern nach Palästina vor allem in geregelte Bahnen zu lenken, dringend notwendig ist, andererseits fehlt eine Zentralstelle, die es sich zur Aufgabe macht, den Emigranten in jeder Beziehung mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und speziell darauf zu achten, daß sie nicht in der in den Grenzvrten und ganz besonders in den Hafenplätzen lauernden Ausbeutungssucht unberufener und schwindelhafter Agenten zum Opfer fallen, ferner sie und ihre Habe in Sicherheit an ihr Reiseziel zu bringen und dort für ihre Weiterbeförderung in das Innere des Landes zu sorgen. Zu diese» Zwecke würde die Palästina-Reise-» und TranSpörtgesellschast im engsten Einvernehmen mit der zionistischen Organisation» und zwar vor allem mit der Londoner Leitung ^uub dem hiesigen Exponenten der Organisation, dem Palästil'.aamte. Wien mit dem Anfangskapital von 100.000 Kronen, ü elcheS bereits auf 1,000.000 Kronen erhöht ist, gegründet und als chr , Hauptsitz Wien gewählt, weil diese Stadt wegen ihrer zentrale«; Lage, durch ihre natürliche Verbindungsergenschaft zwischen West und Ost, Nord und Süd, und als Durchzügsstation zu . den Hafenplätzen von Südeuropa (Adria- und Mitt'ckmeer) . für die Mehrzahl der Emigranten in rester Linie hierzu prädesnnierr erscheint. * Tagung über die organisatorischen Frage« der Wohl», fahrtpflege. Auf Beschluß des Vorstandes der Zentrale des. Kreisverbandes Wien und des Landesverbandes Mederosterreich des Reichsverhandes für Wohlfahrtpflege beginnt am 16. und 17. März «n großen Saale der Handels- und Gcwerbekammer auf dem Stubenring eine Tagung über organisatorische Fragen der Wohlfahrtpflege. Die Einladungen . für die Tagung, bei >der sämtliche in Wien bestehende Missionen des Auslandes eine Vertretung zugesagt haben, werden in den nächsten Tagen versendet werden. * Karl MengerS Sv. Geburtstag. Am 23. d. M. vollendet Hofral Prosisior Dr. Karl M e n g e r sein 80. Lebens- - fahr. Aus diesem Anlaffe findet Sonntag den 22. d. M. um , 7,i i Uhr vmmittags im kleinen Fesisaal der Wiener Nnivelsitat e,ne Fesiversammlung der Nationalökonomischeu Gesellschafk statt, bei der der frühere Handelsmmrstcr Prostsior Dr. Fredrich Dieser über dre Bedeutung MengrrS für die natronalökonomische Wrsienschaft und Sektionsschet Prosesior Dr. Rtchard Scktüller über Menger als Lehrer sprechen werden. Alle Freunde, Verehrer und Schüler Karl MengerS sind als Gäste herzlich willkommen. * Einstellung des Güterverkehres. Amtlich wird vevlautbart: Der außerordentlich große Kohlenmangel hat zu der ■ unabweislichen Notwendigkeit geführt, den gesamten G üt e rv erk e d r für die Zeit vom 16. biS 25. Februar emzusicllen und außerdem die Annahme von Gütern, die in für den Kohleniransport geeigneten Wagen 511 verlade» wären, ausgenommen Kohle, Koks und Briketts, bis 21. Februar zu verb eten, so daß insbesondere auch Brennholz während dieser Sperre zur Beförderung nicht angenommen wird. Im übrrge« werden während der Sperre bis zum 25. ^d. M. überharrpt nur die notwendigsten Lebeosnüiiel. Brennstoffe.(ausgenommen Brenn- ' Holz), Petroleum, Benzm befördert. * Für Hundebesitzer. Der Wiener Tierschußverem macht alle Hundebesiirer. welche für 1920 noch keme Marke gelöst Habens aufmerksam, daß die Frist bereits abaelaufen ist und daß all« Hunde ohne gültige Marke vom Wasenmeister eingefangev werden. * Eine jüdische Vereinigung zum Wiederausbn» Rußlands. Als Kiew von Deumns Armee erobert worden war. wurde. dort e<ne jüdische Vereinigung für dev - W i e d e r aufbau Rußlands begründet, m welche sich Berti eter fast aller jüdischen Parteien befinden. Dem Exekutivkomit« gehören .unter anderen an : Die Herren E i s e n b e r g nntz Dr. B i cho w s k y von der V 0 l k s g r u p p e. die Herren M x z 0 r und S l 0 n i m von der zionistischen Partei. „ als Vertreter der B 0 l k s p a r t e i dre Herren L a tz k i und Goldenweiser, als Delegierter des „Bund" Her» Z a s l a w s k i, von der demokratischen Grupy« Herr B r am s 0 f, von den O r thodoxeuHor« st ei v und Rilbbiner A r a m. Die Bereinigung hat emen Aufruf veröff«nt-> licht, in welchem es unter anderem Hecht: Die jüdische Bevölkerung Kurlands , hat das größte Jntereffe daran, daß Ordnung und; Freiheit über die wilden Wellen des Terrors obsiegetr. Einheit ’ der Negierung und volle nationale Exrstenzmögsichkeit für all« - Böller Rußlands — das sind die notwendigen Bedmgungen für ein normales Leben deS jüdischen Volkes ... In uns lebt der Wunsch, unsere Wicht zu luu und nichts wird rhn aus unserrv Herzen verdrängen, auch die Pogrome nicht, welche jetzt dev großen Befreiungskampf Rußlands gegen den Bolfchew SmuS bestecken. Zn Verfolgung und Not gegen Lüge und Verleumdung wollen wrr das Ideal Hochhalten, das Land wieder auszubauen, in welchem wir durch vielhundertjährige Arbeit, Elend und Leide» unser Bürgerrecht erworben Haben." * Eine Spende her deutschen VLHnengenossenschnft. Der Präsident dev deutschen Bühnermenoffenschaft. R i ck e 11, erichrcn gestern in Deglettung des OberregiffeürS ReimorS beim Bürgermeister R t« m ö ti « und überbrachte ein« Spende von K 250.0<)0.—. welche den Zwecken der Hilssaktionev zugefübrr werden sollen. < Kampfe m Marokko. Nach Meldungen ans F e; haben starke Äbteilungen Marokkaner die sranwsiichen Turpverr, die in. Ostmarokko her Schi Buknadel ern Blockl aus errichteten, angegriffen. Die Ausftänbischen wurde» durch Gelchützicu?r und Abwüis von Bomben auß FlugzeugiN verscheucht, wobei sie groß«' ^--rlnstr erlitten.