Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 386 (18.2.1920)
- Date
- 1920-02-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Heue 2 ltncii, '-Atmwoch Wiener w{u»j*CMrtc*un<f 16 Februar lüLO Vit. oöi Politische Rundschau. Eine Organisation der Juden Spaniens. „Harlam" erhalt dun seinem Berichterstatter in AlgeciraS einen Bericht, aus dm h rvvrg<ht. La) die un'er spanischer H rrschaft lebenden Jud-m ein reges Gesellschaftsleben führen. Dar zwei Jal-r.'n wurde in der spanischen Zone von Marokko unter dem Namen «ss^eiati'.m H'spanu H bräa eine Gesttlschr't fl g üittct, welcher S an'er nnd Juden anghrn und in Langer, Tebuan. Abaeqr, A 'sila und anderen S ädten Zweig« stellen besitzt. Der Zweck dieser Gesellschaft, die heute bereits mehrep? tausend Mitglieder zählt, ist, eine Annäherung zwischen den Juden Spanien' zum Zwecke geme'nfamec Arbeit für das Land zu fördern und das Ansehen der Inden in der spanischen Oefs n lichk-ttt zu heben. Der stärkste Zweigverein der Gesellschaft ist in Tetuan, der Hauptstadt des ft-anischcn Gebietes von Marokko, woselbst auch der größte Zwei^vrrein b.-steht, dessen Präsident der jüdische Arzt Dr. Jakob Guet-a ist. Im Präsidium und den Aus'chüs.'eri der einzelnen Vereine sitzen auch viele angesehene Spanier, unter ihnen hohe Offiziere und Beamte. Dieser Umstand sichert der Gesellschaft das Ansehen und den nicht geringen Einfluß, den sie bei den Lokalbehörd-en und bei der Zenira r-gierung genießt. Dies geht ivchl am deutlichsten aus der Tatsache hervrr. daß König Alfons XIII. von Spanien das Ehrenpräsidium und somit das Protektorat über die Gesellschaft angenommen hat- Der Große Rat der Gesellschaft hat seinen Sitz in Madrid. Präsident die es Gran C on sejo ist der bekannte juden^eundlich; Senator und Publizist Tr. Arg l Pult do, der seit Jahren eine starte publizistisch: Agi.a i>>n für die Repatriier >.ng der spanioii'ch'n Juden führt. Sein inle.essaniestes und an h'storischem Ma-.rial reichstes Buch auf diesem Gebiete ist das Werk: „Espa- «oles gin Patria o la raza seferdi" (Spanier ohne Vaterland vier der sephardi che S.amm). Zu drn Mitgliedern dirses Obersten Rates gehören bedeuten'.? Sch.if steiler, P ttanen arier, G l hrte. un e: .ihnen auch die'Juden Dr. A. S- Jahuda und Dr. Leon Gutta- In di.sea Tagen findtt in Madrid ci.i g oßec spanisch-jüdisch:x Delegi-:d.'nt.rg b r G s'llschast statt, der laut Programm durch den Mlnist:r des Asußern, Marquis he Lima, eröffnet wir-). Auf dies:r Tagung stehen wich ige Fragen b:tress:nd die politischen und bürgerlichen Rcchle der Inden in Spanen sowie bezug. ich H.'ran.ich ng der,.v.rstoß nen SS.n: S, 6 . icn^". der im Orient und in Amerika zerstreut leüenocn fephardischrn Juden, gp B riiung. Auch ein Empfang des Teiegiert^n flies durch den König st h: auf dem F<sbp'.ogramm her hisurttsch interessanten Tagung. fe enz h.wangezogen werden. Schließlich erklären die Vertreter, daß. w.nn die Friedcnsvcrhandlnngen von E folg gekrön' sein sollen, sie sich auf das Selbstbcst'.mml'nzsrech' der Bö k r auf Ht Auerk nnung der vollkommenen Soureräni ät der Na ionalstaa en und auf die Festigung von deren Grenzen im Einklänge mit dem e hweg-aphischen P inz'p, fol lich auf die Anetten umg ter pettn eu soup rän'n ukrainischen Bo ksrepublik auf allen Gebieten, die von einer ukrainischen Mehrheit bewohnt sind, stützen mil'srn. Gemeinsame Tenttr'a'fragen sotten im Wege eines Plebiszi'S unter in erna iona e; Kon rolle ge öst werden. Ein« e ns itig« Lön'.ng ker ukrainischen Fra e ohne Teilnahme der of, z ellen Ber re er der souveränen ukrainischen Volksrepublik, lezi h ng weise t ec V'.r re er der inte.e'sier er Län er und Geb'e e des ukrainischen nationalen Territoriums würde lein: bildende Kraft für das ukrainische Volk besitz:». Das des aatWffan L^dtageS. Au§ Lemberg wird uns berichtet: Der „Dziennik Prow". das amtliche Gesetzblatt, veröffentlicht ein Gesetz vom 30. Jänner d. I., auf^Grund dessen der Landtag des ehemaligen Königreiches Galizien aufgehoben wird. GleiMeitiq werden feine Rechte und Befugnisse dem voln»schon Landtag übertragen und an Stelle des gleichfalls anfgehobenen LandescmSschusseS wird der „Provisorische ArttoiiomiEttKschuh* ins Leben gerufen. Inland. Die Auslieferung Wilhelms. AuS Paris wird gemeldet: In der Holland überreichtrn Note betreffend dis Auslieferung des ehemaligen deutschen Kaisers machen die Alliierten darauf aufmerksam, baß sie von der holländischen Negierung nicht verlangen, von ihrer traditionellen Politik abzustehen, aber sie weisen neuerdings auf die Verbrechen hin, für die der vormalige deutsche Kaiser verantwortlich sei, und beharren auf dem Standpunkt, daß man nicht das im Name» von L l Mächten, die den Friedensvertrag unterzeichnet haben, gestellte Ansuchen mißachten dürfe. Wenn Holland sich beharrlich am Schicksal der kaiserlichen Familie interessiert zeige, übernehme edie Beranlwortuirg für die Befchützung eines Verbrechers. Schließlich hegen di: Mächte den bringenden Wunsch, begreiflich zu machen, wie ernst die Lage würde, wenn di: Niederlande» nicht Zusicherungen geben würden, die die Sicherheit Europas geblelectsch fordere. Eine Kundgebung der Ukrainer für Ihre Unabhängigkeit. Wie», 17. Februar. Drr Ukrainische Pressedienst meldet aus Lemborg unter dem 15. d. M.: Die Vertreter der politische Parteien der Ukraine' beschlossen eine Kundgebung, worin sie gegen die weitere ziellose Fortsetzung des Krieges protestieren und erklären, daß der Fr'ede in Ostruropa. freundschaftliche Nachbarbeziehungen und normales Leben in all n Ländern des gerne,enen Zarenreiches und auf den nordöstlichen Geb'.e.en der früh r:n öst.'rreichisch-ungarischrn Monarchie und damit auch Friede uy.d Ruhe in Europa nur dann möglich selen. wenn alle Wtt.möchte dt? politische Unabh äng ig keit a'ler Böller des einst gen Rußland und einst gen Ott'terrttch-Ungaril onertttmcn und die nei'e standenen Nattonalstaaten das Recht erhalten, ih ' nee Ltten i ach i r -- c enrn Ai len un ei rnen Bedürsns, e.i zu organi.wrön. Sie erk.ärm wcicrs noch», mals öfs.n l ch. daß das vom gesamten ukrainischen Volk verfolge Zlel elM unabhängige, sslbständ'ge, demokratisch:, souverän: Republik des gesamten ukrainischen Volkes sei, wobei Ostgalizlcn. Nocdbukowina und die ungarische Ukraiiw in e r crtttde Bestandteile dieser vereinig en Republik zu Hilden hätten. Sie stellen an alle entscheidenden politischen Fasloren der Welt die Forderung, anstatt der elnzub.rufenden Fri.'denskc-nfereuz zwisch.'n Sowielruß aah und Polen <h ball igst e'ne attgeu.e n: Friedenskonferenz aller jct.ee Na io .alstaaten einzuberufen, deren Schick,al mit der Lösung der osteuropälsch-n Frage verknüpft sei; in erster Linie müßten die Verrretcr der ulraini,ch:n Vo'tt^repultt k auf Gruno der gleichen und vollen Rechte zu dlrser Kon- Ei»e zry^te Kammer ln ö sterrelch? Die Salzburge» LänderdoNfeeenz. Die gestrigen Beratungen der Salzburger Länderkouserenz endeten mit dem Beschlüsse auf Errichtung einer Länderdelegation zur Durchberatung der DerkassnngSsragen. Iw den Besprechungen zeigte sich eine starke Strömung für die Errichtung einer zweiten Kammer, für die sogar befürwortende Aellherungen des Präsidenten Seitz beigebracht wurden. Diese Länderkammer? wie man sie nennt, fand mir den Wideripruch oer in SaWurg anwesenden Sozialdemokraten. S«l?h-nrg, 17. Fsbruar. D n nächsten Punkt der Tagekortnung lildpien die V:rhandlungen über die Lande^sorgalre. . Skagic^krettzr Dr. Mayr leitete die Berhandttungcn mit aufklürenden Bemerkungen ein. , v Vor B'rhan^un-; über den letz en P nkt der Tagesordnung ..Wrte'lung der Kmipttenzen zw'schon Äund und.LLnderlr" wurde di« Beratung zweck) Erzielung ein^s Einver'ständnisfes.MnteL den Parteien unterbrochen. Nach Wi de-an'nahine de: V rhandlungen so g en die Erklärungen d:r einzelncm Parteienvertreter. Stadtrat Dr. Danneberg Wien) erklärte namens der Sozialhemokra en: Wir Sozinldrmolr t:n hakten an dem in unserer gestrigen Erklärung abgegebenen Standpunkt fest und sind der Meinung, daß die schwierige F age der Kon peten^ver^etlunz t n Zusamr.'.enhango mit der Fil.anzsrage erst eingehend erörtert werden muß. fiermit ist die Tagesordnung erschöpft- 0'-.ls'tz'lng der Verhandlungen einigten sich die Parttten auf einen abermaligen Zusammentritt der Ll'mderkonferenz. und zwar in Ltnl, und nahmen zum Geg:nstande folgende Entschtlestun^ an: Dis Lärwerkvnferenz wird vertagt. Die Elnbwu'unz d»r nächsten Sitzung hat durch d-n LandeZ^at von Oberöstcxreich auf Mitte März zu erfolgen. Dlesrr LandeSrat hätte all' für die nächste Sitzung dienlichen Vorbereitungen zu tresfen. - . , < Telegramme. i M nhr über L8»derro«s?re«h. Dasburg» 17. Februar. (Tel.'Komp.) Neber baS Ergebnis der Lä»iderko»lferenz äußert sich Staatssekretär Mayr in der „Salzburger Chronik" unter anderem: Die Verhandlungen der ersten Länderkonferenz wurden heilte mittags nach Erschöpfung des vereinbarten Arbeitspensums programmäßig geschlossen. Wir sehen nunmehr klar den künftigen Allfbau unserer BnndeSstaatSveriassung in ihren wichtigen Elementen gegeben und damit ist auch ein großer Fortschritt in der Lösling dieser schwierigen Frage erzielt. ES bleiben allerdings eine Reihe sehr wichtiger Probleme, wie zum Beispiel die Gestaltung unserer künftigen Bundesregierling. der Aufbau des DerlvaktlkngS- und DorfassungSgerichtShofennd vor allein auch das schwierige Thema über die Grund- und Freiheitsrechte der nellen Republik, das Derlmltnis von Kirche zu Staat zu erörtern. Für diese Fragen und jene Kleinarbeit, welche sich mit der Steller- Verteilung zwischen Bund «nd Ländern und der lleber» Weisung der Konipetenzen im einzelnen an den Bund beschäftigt, brailcht es noch sehr viel Ginzelarbeit und Beratungen, die längere Zeit und Geduld erfordern weroen. Der LandeSrat von Oberösterreich, dem die Vertreter aller Parteien augehören, wlirde daher einvernehmlich als eine Art Permanenzkomitee für die verfaffungSfrage erklärt. Es besteht, soweit sich die Sachlage überblicken läßt, gute Hoffnung, daß bas VrfassungSwerk noch in diesem Frühjahr oder wenigstens bis zum Souuner zum Abschluß gelangt. Der Auslieferungskonflikt beigettgt. ' Aburtett««, der Schuldigen tu Petztschinnd. Paris, 17. Februar, ftzavas.) In der der deutscheg Regierung zur Frage d e r A n »lleseruu-der Schuldigen übergebenen Note wird gesagt r Die Alliierten nehmen Kenntnis von der durch die deutsche Regierung abgegebenen Erklärung.daß sie bereit sei. vor dem Obersten R e t ch s y e r i ch 1 t n L e i p z i g ein mit den vollständigsten Garantien versehenes Vtrafyerfahre* gegen alle Deutschen ein-uzettßch deren Auslieferung die atliisrte« und assoziierten Mächte SU verlangen b e a b s i ch t i g e n. Die von der deutschen Negierung selbst vorgeschlagene und von ihr unverzüglich in die Hand zu nehmende strafrechtliche Versolaung ist vereinbar mit der Durchführung des Artikels 228 des Friedensvertrages und ausdrücklich am Ende b« vierten Absatzes dieses Artikels vorgesehen. Die Alliierten werden sich hüten, sich irgendwie in das Verfahren, in die gerichtliche Verfolgung und in das Urteil e i n z u m i f ch r n» um so der deutschen Regierung ihre volle und ganze VerantworUichkeÜ zu überlassen. Gleichzeitig haben die Alliierten heschlosien» eine internationale Kommission zu braus* tragen, eingehend und im einzelnen die Straftaten eines jeden, dessen Schuld durch die Untersuchung dm Alliierten sestgestellt wurde, zu sammeln, zu verdssenSo lichen und der deutschen Regierung mitzuteile«. Die Mächte behalten sich das Recht vor. zu prüfen, ob das von Deutschland vorgeschlagene Verfahren nicht schließlich daraus hinausläust. die Schuldigen des "gerichtlichen Bestrafung für ihr Vergehen z« ent* ziehen. Die Alliierten werden in einem solchen falle voll «nd ganz ihre Rechte aus* den und die Schuldigen vor ihre eigenen richte stellen. Gez. Lloyd George. L^ndone« Konseren*. . Pari-, 17. Februar, ttzunkspruch.) Die yonbonog Konferenz hat gestern zwei "Sitzungen abgehaktrn. Eg wurde zunächst die Lage der kleinen Republiken, wie Armeniens, die auf dem Gebiete der ebemaligen Türkei errichtet werden sollen, besprochen, Hieraus sprach AenizeloS für die endgültige Zuteilung Thraziens «nd SmyrnaS an Griechenland. Für das Gebiet der astatischen Türkei scheint der Grundsatz der Anfrschthaltnng der türkischen Souveränität vorznlierrschyn. Während der Beratungen der Diplomaten tagte gleichzeitig ein militärischer Rot, an dem die Maricl)ölle Foch und Wilson und General Franchet d'Esperey teil'mhmen« Der Zweck der Beratung ist die Sckraffung einer W«* alliierten Armee, die die Meerengen besetzen und ihren Schutz aufrechterhalten soll. Sie wird der interalliierten BerwastungSkommisston der Meerengen zur Verfügung stehen. Di« Nvran Wilson. Paris, 17. Februar. (Havas.^ Der Text her Antwortnote des Obersten Rates an Mlsyn ist noch nicht ganz fertlggestellt und es ist zweifelhaft, ob dieselbe heute schon unterzeichnet und abgesandt werden dann. Die italienische Presse «nd Frankreich. M-m, 17. Februar. Die »Idea Razionale* wurde gestern abends beschkaanahmt, weil sie einen Artikel der gegen das französische Dementi bezüglich der iugo* slawisch-französischen Verhandlungen gerichtet war. abgedruckt hat. Außerdem veröffentlichte das Blatt eine Nachricht, die von der Anwesenheit französischer Flug« zeuge sprach, die zur Hilf« für die Jugoslawen w* stimmt wären. Der Enittanrvrszrtz. Paris, 17. fH>nuv. Heute nachmbeginnt vor de« Senate die nevettiche Verhan-luno des Cmiawp'SAiiiS. Rach rmer kurzen BffrtitHäm SenatSfiyuno, in der de Abschiedsbotichatl Poiuear«- bcfannt-eßcken werde« wird, «sohlt die V^Nppng der Verhandlnnflr« mit der Verlckuns der ftttta« sch» ft' b'W Feugrnmifnlst und de« Brrhör von Eaillanr, hft, wie re tau et, r ne groste Rede zn dakren beabllckitigt. Dagenoenverbör allein dürite Nwa red» S'tznnoen auSiüllen. da. dr» Antläfler nicht wen'ger atl M Zwflru. dm «nur auch den Gefondte» Ä l l i -«nd d>e Vttttldignng M Zeuge« geladen hat. Denikiw an dis Kofake«. Pari», 17 Februar. ^Nunkipruch.f ÄuS Vkateri noda» w.'rd gemeldet, daß Gmrral D e u t k i n aus der soeben begonnenen Tagung der itihmssischen Ko^aftn nllärt hat, die Rattruppen seien am Don und gm Mantziich geWagen worden. Z» politische» Ausführungen ttberaehrnd. iübrte Denikin ovS. daß alle G'birte. d,e gegen die Bolschewiken lämvsen, wettest» gebeubk Autonomie «basten werden. Der K.lmps «KR iotlgetetzt wetten. Der Zweck des Kampfes gegen tue Bolschewist» W die Vrederschaffung e>«e» Unteilbaren Rußland. Geb'et-setblläurigs« t für die Kos iken und tür die anwvhnende» Völker, e ne alllMsche Hauptreg'emng MN BeUretnng dt» autonomen Gebiete. Das Vaud toll den Bauern und Kosaken zv-ewend«t werden. SchlMch soll d e gesetzgebende Versammlung etnbrrnfen werden. Tschechisch« Nfltionalverfamm*ttug. Prag, 17. Februür. In der heutigen Sitzung bei Nationalversammlung wurde der Antrag aus Vereinigung. eventuell aus Aufhebung der über-