Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 383 (15.2.1920)
- Date
- 1920-02-15
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Stetm Men, Tonntag Wiener Movgenzeltüng^ 15. Februar 1920 Jette ielttftjiert habe und es doch' nicht als ganz ausgeschlossen ietrachtet werden könne» daß gewisse hypnotische Zustände sine gewisse Rolle gespielt, haben. Die Angeklagte nahm den Freispruch vollkommen gleichsültig auf. Ihre im Saale anwesende Schwester Leopoldine Kat vor den Gerichtstisch und sagte: „Ich banke dem Berichte für den Freispruch meiner Schwester." — Dann , ährte sie daS noch immer ganz teilnahmslos um sich «lickende Mädchen aus dem Gerichtssaale hinaus. Aus der Welt der Spielsalvns. Bor dem Ziv-llandesgerickte unter Vorsitz des OberlandestencklSrates Dr. Haucke fand gestern die Verhandlung über nne Klage der Schauspielerin Hilda Radnay geaen den ehenaligen Baron Wilhelm v. O f s e r m a n n auk Zahlung eines Darlehens von K 50.000 statt. Der Geklagtenvrrlretor wendete rin. eS handle sich um ein dem Geklagten zum Zwecke des öasardsp iels in ihrem Salon gewährtes, daher unklagbares Darlehen. Offermamr lerde au verrodrsch austretender Trunksucht md habe in einem solchen, durch Schnapstrinken noch gesteigerten Zustand in der Nacht vom 26. auf den 27. Juni im Sä'on der Äellaglen mit dem ihm von derselben geliehenen Gelbe Hasard gespielt und verloren. Wegen seiner ziemlichen Bewußtlosigkeit lsnne er sich gar nickt erinnern, wieviel ihm geliehen wurde. Tatsache sei, daß se n Beolester. Graf M e r w i g l i a. Fräulein Radway gewarnt habe, Offcrmann etwas zu leihen, weil er vermögenslos sei und an Trunksucht leide. Aus dem zu requirierenden Akt des ehemaligen Mrlitärzerichtcs Belluno.ist zu erweisen, daß Offermann wegen Trunkdrcht superarbitriert wurde. Der Klagevertreter erwiderte, Fräulein Radnay habe dem Geklagten das Darlehen nicht zum Hasardspiel, sondern vre Begleichung von Honl-imd anderen Schulden »ud nur deshalb gewährt, weil er stch als Chef der Wellst»ma Offermann L Co. und als vermögend ausgeaeben habe. Wegen dieser Vorspiegelung und weil er aus Wien verschwunden iei, habe Fräulein Radnah gegen ckn beim, Landesgenckt die Letrugsanzeige erstattet. Mit der Bewnstkosigkeit des Geklagten könne es nicht weit her sein, weil er w'ffe, daß er Hasard svrelte and verlor. Ucbrigens stehe er nicht unter Kuratel. Der Senat beschloß, den Strafakt des LandesgerichteS und den Akt vom Militärgerichte Brlluno im Wege des liquidierenden Kriegsminlsterlums zu requirieren sowie die von beid-'n Seiten geführten Zeugen vvrzuladen. Dre Verhandlung wurde daher e r t a g t. Die verschwundenen 245.000 Kronen. Vor dem Schwurgerichte wurde gestern ein bemerkenswerter.. Jndizieuprozeß dmchaeführt. D>e Anklage beschuldigte den Maschinisten des Motorbootes „Lütz" der Süddeutschen Dorrau- Damplschiffahrtgt'ellschast Ludwig N. des Diebstahls von zwei ledernen Handtaschen mit dem Jnhalie von 215.000 Kronen. Sie waren Eigentum des Kapitäns Rudolf' Martini, dem der. Maschinist des am Handelskai verankerten Motorbootes „Linz" aus Gefälligkeit die KavitänSkabine zur Verfügung gestellt hatte. Martini erhielt am 26. September v. % das Bargeld von dem Budapester Rechtsanwalt Dr. Johann Opler im Hotel Bristol zur Uebergabe an den Betriebsleiter der genannten Sch ffahrtgesellschcstt Paul Opler iu Budapest eingehcirtdigt. und verwahrte in einer der Ledertaschen unter dem Futter im Doppelboden der Tasche. Hierbei war der Angeklagte anweiend. Am Abend des 27. September begäben stch Martini mtd der Beschuldigte zu einer Tänzunterhaltung in. das kl. PrätrrcM In der neunten Stunde entfernte stch der Maschinist und kam. erst nach einer Stunde wieder, wobei seiner Gesellschaft fein ungemein erregtes Wesen ausstel. Bald stellte stch heraus, daß er in der Zwischenzeit auf dein Schiffe ..Linz" gewesen war. Die Anklage bHeichnet rS nun als einen gewichngemVerdachtsgrurid.- daß er diesen Besuch aus dem Schiffe nach der Entdeckung des Diebstahls m Abrede stellte. Das gestohlene Geld konnte bis heule nicht. zustande gebracht werden. Der von Dr. T e i r i ch verteidigte Angeklagte erklärte, daß er dem Diebstähle vollkommen fernestche. ’ Die Geschwomen ver n e i n 1 e n mit acht Stimmen die Schuldfrage, worauf, der Vorsitzende Oberlandrsgrrrchtsrat Dr. Jacob den F r e i s p r u ch . des Angeklagten verkündete. ßan!«gc»(h§ft z Wien« I. Maria Theresienstr. SO l Telephon 20-3-63 j empfiehlt sich zur kulantesten Durchführung aller! banjcmäsßigen Transaktionen, Belehnung von Waren, z Finanzierungen etc. | Speslalabfiellung für Polen?c691 Der Volkswirt. Eine Krone --- 2.05 Centimes. Gestern stellte sich in Zürich die österreichische Krone auf ........ . . . .. . . 2.05 die tschechische Krone auf ................ 5.50 die Mark auf ...... ... 6.10 Amerikas finanzielle Hilfe für Europa. Bier Milliarden Dollar. Wnfh'ng'vn, 13. Februar. .Der Schatzsekretär hat ÄNgeküttdigt, das; die finanzielle Hilfe der Vereinigten Staaten für Errrvpä .wahrscheinlich Me Summe von toi et Millia r d e ir erreichen, werde. Die Meldrmg ist »licht klar, da nicht, gesagt ist, für welche Staaten Europas der Vier-Milliarden- Kredit gelben soll. (In Kronen würde dieser Betrag über 1200 Milliarden aitsmacheit, von denen ans uns ein Teil entfiele.) .Gestern, wurde berichtet, Eirgland mache die Bewilligung eines Kredites bis zehn Millionen Pfund Sterling Volt der Haltung Atneritas abhängig. Falls sich die vorliegende .Meldung aus Washington bewahrheiten sollte, fv tväre eine Anleihe von seiten Großbritanniens als gesichert zu betrachten, doch läßt sich über deren Höhe,, die ebenfalls von den Bereinigten Staaten abhängig gemacht werden soll, vorläufig n'cksis Bestimmtes .sagen. Um großen. Enttäuschungen vvrzubeugen, wird man jedenfalls gut tun, die offiziellen Beschlüsse abzuwarten. DleNach?- richt, daß /für Oesterreich, Polen und Armenien Washington nur 50 Mi.lionen Do.llar vorzustrecken gewillt ist, steht in krassem Gegensatz zu der jetzigen Reuter-Meldung von vier Milliarden (das wäre a ch tz ig m a l so vielEs ist also geboten, diese Meldung mit Vorsicht aufzunehmen. Der tschecho-slowakische Ledermarkt. Von unserem Prager Kärrefpsndenten. Die Lederindustrie befindet sich nach wie vor in einer ä u ß e r st schwi e r i gen Lage. Von größter Wichtigkeit ist die Frage der Äohm aterialbe s ch a f f u n g. Das Aufkommen von Rohhäuten ist, wie .schon aus dem geringen Fleischverbrauch hervorgeht, ganz unbedeutend» so daß die Lederindustrie auch nur zwecks teilweiser Ausrechterhaltung der Betriebe auf die Einfuhr von Rohhäuterl angewiesen ist. Für inländische R i n d s h ä u t e, die nur in sehr geringen Mengen vorhanden sind, verlangen heute die Händler K 38.— für das Kilogramm. In einzelnen Fällen werden auch schon K 40.— gezahlt. Für Kalbfelle werden K 270— Ms K 300.— verlangt. Stegen feile werden mit K 170.— für das Kilogramm gezahlt. Ausländifche Häute in vorgenamrten Gattungen stellen sich infolge der schlechten Valuta um ein beträchtliches teurer. Trotzdem sind die Fabriken gezwungen, auch diese erhöhten Preise zu bewilligen, um die Betriebe nicht stille stehen zu lassen und um dem heimischen Bedarf an Schuhen und Ledersorten wenigstens halbwegs nachzukommen, wenn auch infolge der erschwerten Valutabeschaffung mit einer starken Lieferung von Einfuhrware nicht allzusehr zu rechnen ist. Außerdem hat die Lederindustrie wegen der S ch wie r i g k e i t der Kohlen- und Waggonbeschaffung mit einem stetig wachsenden M ang el an ©erb» stoffen (Lohe und Extrakte), die zum allergrößten Teil aus dem Ausland (Küdflawren) bezogen werden, zu kämpfen. In letzter Mt liefern die Lederfabriken bedeutende Ledermengen für Volksbekleidungszwecke zu einem billigen Preise. Die Regierung hat Vorsorge getroffen, Volksbekleidungsschuhe in möglichst genügender Menge zu erfassen. Auf. diese Weise erklärt es sich, warum der Luxusfchnh im Preise' so gestiegen ist. Zur . Der Unterausschuß der Ratrorralvirsanimlung für die große Vermögensabgabe erledigte, g e st t r u die M 5 h,s einschließlich S des Gesetzes. Diese Paragraphen handtln von den Personen, die der per s ö n I r ch e n A b g ä b 'e Pflicht unterliegen. Darnach sind vermögensabgabepfirchtig von. ihrem.wo immer befindlichen Vermögen Staatsangchörigeder Republik O e st e r,. r e i ch, Personen, die.in der Zeit vom ^12^ Nohember 1918 bis zum Stichtag die Staatsmgehörigkeü' zur Nepiiblik Oesterreich a n f g e g e b e n haben-, und ferner' Personen, die ohne eine ausländische Staatsangehörkgkeit zrn besitzen, im Gebiete der Republik dauernden Auf e n 1h a 11 0en6tnmett haben. Die Zeichnung der Prmniennnleitzs^ Wie uns nntgetrilt wird,. soll'dje^HtÜmievanWe;ötn 26. d. M. zur Z eich n u n g anfgesigt .werben. Die Eubskrivtronsfi ist soll stch b i s 21. M- 8r z erfirEn.—• Dre Ausgabe der Lose dürste in Stücken ' zn.li '1060,- und L 30y.^- rrsolgen. - '' - *-■ ■ - Geschäftsverkehr mit Amerika. Wie die Exportnbterlung der rriedcrvstcrrerchischen Handrls- und Gewerbekarnrner milteilt, wird'Mitte dieses Mvnatks Herr Eduard S reger, Direktor der mitteleuropäischen Niederlasinngen. der Rm-Nvrker FiNna F. C. L n t hi-LC o Pr p a n \j Ine, behuis Anknüpfung direkter Ges ch ä fts v e r b r n d u n g e rr i rr W i e n erpressen. Die Firnra denkt, wie die fernerrrnige Persönliche Fühlnngnahuie mit diesem'Herrn ergeben hat, an einen, Güteraustarlsch, eventuell im Sinne eines V e r e d l u n g s- Verkehres oder an K o m p e n s a t t o n s g c f ch a f t e; Ein umfangreiches Offert von jenen Artikeln, welche die Firma zu liefern im Stande wäre, das alle Arten vw Lebens--und Genußmitteln, indnstriellen Oclen und Fetten sowie andere industrielle Rohstofie und Halbfabrikate''enthält, ist von der Düstcldorser Niederlage' dieser Firma bereits eingetrofsm. Dagegen interessiert sich die Firma für den Ankauf folgender Artikel: Knöpfe,' Perlmutterknopse. Hüte, Bier, Konfektion. Möbel, Klaviere, Galantene«. waren, Sensen, Feuerzeuge, Beleuchtungskörper für' elektrischcs Licht, larrdwirtschaftliche Maschinen, Sägen, Aexte, ' Hälllurer, Werkzeuge, Lastautos, 'Traktoren.' Lokomotoren, Zünder für Autos, Motoren, Räder, Schienen, Haus- und Küchengeräte, Eßbestecke, Spielwären, Koffrrbeschläge' überhaupt alle jene Artikel, in denen Oesterreich nachgewiesenermaßen vor dem Kriege bereits erportrert hat, wobei das Bestimmungsland gleichgültig ist, da die Fmna Niederlastungcn in allen Weltteilen besitzt. Jene Firmen, welche ihr Interesse für Geschäftsverbindungen bereits bekaUntgegeben haben, werden nach Elntresfen des Herrn Direktor Serger zu rrner Konierenz mit ihm eingkladen werden. Sonstige Offerten sind für Herrn Dirchior Sceger bei. der niederösterrelchischerr Handels- und Gewerbekarnmer abzugeben. Auskünfte an Interessenten erteilt innerhalb' der Annsstundcn Dr. Drexler, Handclskammergebäude, l.,Stubep^i ring 8/10, 2. Stock. Ausgleich von Lfchecho-flowakifchen Privat-' schulden in Angarn. Preßburg, 13. Februar. (Privat) Die Stadt Preß-, b u r g hakte bisher bei verschiedenen Budavester Banken über 12 Millionen Kronen Schulden, über deren Konversion erst nach- Neujahr zu verhandeln begonnen wurde und das Resultat der Verhandlungen ist, daß die Stadt Preßburg durch Vermittlung der l o v e n s k a Bank a" (Slowakische Bank) sechs Millionen ihrer Budapester Schuld beglich. D>e Verhandlungen gingen nicht glatt vor sich, da die magyarischen Getdinstrtute entweder eine ge'etzl che Lt'ündignngssrist oder die Begleichung der Schuld in tschecho-slowatischer Valuta foidern. Es mußte schließlich die Regierung emschrrrtrn, die im Bervrbnungswege die Entscheidung traf, daß nickt bloß Preßburg. sondern auch a 1 l e S ck ul d e n v o n B u dapester Banke» in der Slowakei dasReckt haben, ohne Kündigung der Frist ihre Schuldner nach dem Kurse der ckchecho-slowakrschen Valuta und der magyarischen Krone augenblicklich zu begleichen. Sollie sich der'ungarische Gläubiger weigern, dre Zahlung, amunehmen, so steht dem Schuldner das Recht zu, seiner Verbindlrchkcit durch Erlag des betreffenden Betrages bei der Lande-- gewerbebauk rn Bu dapest nachzukommen. Absatzmöglichkeiten in Rumänien. Die ^Schweizer Epvort-Revue" berichtet: Folgende Artckn sind in unbeschränkten Mengen m Rumänien abzusetzen: Seife, Droaen und medizinische Waren, Alurnrniumsulphat. eisensrei» fiw^ dre Papieiindusti ie, Anilin zum Färben von Bmdsaden und ^Kordel. E'fig'äure (Eisessig), Chlorammoniak. Bleiacetat, knstallisterte koblen'aure Magnesia. Salveteriäure, Welnstemsäure. Borsäure. Glyzerin. An Jnsiallationsmalerialien lür elektrische Be«,' leuchiungsanlagen werden gesucht: gummitsolierle und blanke Kuvfcrdrähle, Isoliermaterialren aller Art, wie Porzellan-' und Glasiollen. Isolierrohre, armert und schwarz. Abzweigdosen, Isolierband, ferner Stabldübel und Royvschellen zur Bescstigung der Jsolierrollrn. bezrehunaswens Jivlierrohre. alle Systeme von Sicherungen samt Kontaktichrauben und Sicherungspatronen, Steckkontakte samt Stecker,' Drehschalter, Umschalter. Fassungen und Nippel aller Art undi viele ander«'. An Beleuchtungskörpern werden besonders Bureanritchlampen. Rohr-, Zieh- und Schnurpenden samt den zugehörigen^ Armaturen (Glastulven, Mktallfadenlamvcn usiv ) begehrt. Alle Arten Meßinstrumente, wie Amperemeter, Voltmeter, Zähler und Hebelchalter, antomattsche Schalter usw. bilden ebenfalls Gegenstand estriger Nackfrage. Ter Bedarf an elrkrnschen Kocher«,. Bügeleisen und Wärmeplatten nimmt besonders in den größeren Stadien stetig zu. ebenw sind Ventilatoren, sowohl lür Kmos, Vergnügungslokalttäten und Bureaus als auch für bessere Wohnungen ein, gesuchter Artikel. An elektriscken Maschinen kommen für den Erport nach Runränren hauptsächlich lleinere und mittlere bis etwa 30 PS in Betracht, und zwar für Gleich-- und Wechselstrom; die Bestände an elektrocherapeutstchen Bebclsen der rumänstchen Kliniken sind ebensalls^erschöpst. so daß auch m«t einem diesbezüglichen größeren Bedarf zu rechnen sein wird. Für elektrische Klingel- und Srgnalanlageu sür Dahnen, Hausglocken, Austugseinrichtungen für Personen- und Lastenbeförderung bestehen ebenfalls größere Absatzmöglichkeiten, ebenso für Motorwagen, Leitungen u'w. .der bestehenden und neu zu,er» richtenden elektrischen Bahnanlagen. .Die jetzigen Schwrerigterte» . valurarstcker Natur ' dürften anfangswohl dem Export nach Rumänien etwas hindesiM im. Wcäe^stchen, doch werden gerne höhere Preise 5/conto erstllasstgtt- Qualität bewrllrgt werden. * il Heber die Geld Verlegenheiten Rumäniens schreibt daß bekannte Londoner Blatt „Financial News": Der rumänische Wechselkurs fiel in Paris (Parität 1 Sei ---- 1 Frank), nachdem er am 1. Oktober, 1919 noch Ull0 «iifan6ö November noch o6.— notiert hatte, irr der ersten H8l te Jänner zrrtwrrse bis aus unter 20.—. Im November 1919 wurden noch umfangreiche spekulative Leikäufe m der Erwartung einer Kursvefferung ge-, tätigt, wobei man aus die wohltätrge Wirkung der rumänische» Getreide- und Petrolrumaustuhr, auf die Zahlungsbilanz des Landes rechnete. Inzwischen genehmigten jedoch die rumänische» Kammern dre unbegrenzte Ausgabe äußerer und. rmrerer Anleihen. Das rumänische Schatzamt' verausgabt monatlich übee 800 Millronen Lci, vcrsügt dagegen über verhältnjsuräßrg nur ger inge Einnahmen; der m o n a't l i ch e Fehlbetrag wird auf mlndeslens^ 9^0'Millionen Ler geschätzt. Meldungen aus Paris besagen, daß dort große Posten rumänischcr Schatzscheme . frelhändlg zu so lächerlichen Preisen nüsgebotm werden,' daß der Maikt.berrtts an der Echtheit des Papieres zu zweifeln beginnt. Außerdem glaubr man rn Paris, den Umlauf falscher Leinote« seststellcir zn können. WirLschafLLiche Nachrichten. (Origlnalbcrichte der „Wr. Morgenztg.") .Libcrtä" schreibt über die Fimrnzlage Frankreichs,, daß man nach den Projekten. vor» Klotz drei Staatsvoranschlägc untersch'cidLn müsse: den ordentlichen mit 17 Milliarde» Franken, den außerordentlichen mit 7 Milliarden^ und den Sondervocanschlag, der die. durch die Kriegsentschädigung zn ersetzenden ArrSgaben umsafl'e. Die beiden letzten Voranschläge stellten die Erledigung einer austergewöhnlrckiLN Lage dar, tvürden daher - auch mit außergetvöhnlicheu Hilfsmitteln in.OrdnUlia gebracht werden. Wichtig sei nur der erste Voranschlag. Nach den'Steueremgängrn, die im Jänner^ allein 885 Millionen Franken ergeben hätten,! könne iru»> angenommen werden, daß die Bestreitung des ordentliche» VorarrschlageL keinen Hindernissen begegnen würde. Wenn, man noch die unmittelbaren Steuern und alle anderen' Staatseinkünfte dazu schlage, werde man mit Leichtigkoit 17 Milliarden erreichen. ‘ ■•■■■■>■ > „Petit Parisien" regt an, daß die deutschen Zahlungen für die französischen Reparationen eskompttert werden solle-r. oder doch daß die Älliiertcir Frankreich die Wiederherstellung^ der zerstörten Gebiete gewährleisten. Der Wirtschaftsrat beim deutschen Reichswirtschaftsministerium nahm zürn Wirtschaftsplan des Reichswirtschafts- Ministers für das kommende Erntcjahr endgültig'Stellung., Nach eingehender Aussprache, bei der auch -Vertreter der Landwirtschaft wiederholt zu Worte tarnen, beschloß der Wirtschastsrat, der Neichsregierpng vorzuschlagen, -daß die Zwangswirtschaft sowohl für Getreide als auch für Katztosselu anfcechterhalten und Hafer wieder in die Bewirtschaftung cinhezogeu werde. Trotz erheblicher Bedenken der ' indüstrielle» Arbeitervertretcr wurden die Mindestpreise, wi^ sie das- Wirtschastsrnillisterium vorgcschlagen. hatte, als nugemessen. anerkannt. ." ' - Zu einer Abordnung deö Deutschen SchntzverbanbeS. für die Kriegsanleihe in Böhmen, Mähren und Schlesien LomMvrL.->i.M8k«»ro MML-A.8. LMlraiv PrasSmrga Filiale Wien, I., Wcppiingersliasse 24-2&'DTfllea!io.i 12358,18296,17408 Hosorpmig aller bimk^osciiäfil. Transaktionen. Ent« ^c^enftahme ton (Tn'Meinlagen. Ausgabe ron FlnlapbUchern. Uebcrnahmc von Vermögensvcrwaltaugen* Warenabteilung. Export von Sevlenmöbcln u. lnt-d’fvirtscliaffl.GerHtc»* “n Import von ilcutscbcn Helüinaterialien otc. q