Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 382 (14.2.1920)
- Date
- 1920-02-14
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 4 * Wien. Samstag r „ m Das Änsgleicliskomitee der Gläub'ger des Bankliooses julius Kons $ Co. ladet hiermit alle Interessenten ein, in ihrem eigenen Interesse zu der am Sonntag den 15. Februar präzise 9 Uhr vormittags im Souterrainlokal des Cafd Adler stattfindenden VERSAMMLUNG pünktlich zu erscheinen und einen spezifizierten Auszug ihrer Forderung an Bareinlage bezw. Gewinn mhzubringen. Für das Komih e: Sigmund Schwarz Abraham Schaplra! Lasar Rokach I 3381 Die Wahlkreise in der Tschecho-Slowakei. Prag» 13. Februar. lTcl.-Konip.) Der Nationalversammlung til ein abgeänderter Entwurf für die Wahlen in d'e Konüituanie viflfflanflen. Darnach raub Böhmen in lim? Wahlkreise, Mähren und Schlesien cimchließlick des Hnldschiner Bändchens in drei, die Slowakei in siel"-»'Wähltreise eingeteilt. Während ,m alten Entwurf, der siir Böhmen acht Wahlkrei'e vori'ah, zw er davon rein deutsch waren, wird es jetzt, da dm deut'chen Gebieten überall tichechifche B-zirke zngefchlagen werdm, keinen emsigen rein deutschen Wahlkreis mehr geben. Im Prager . Wahlkreis 'bür ten auf die Deutschen zwei Kandidaten entfallen. Was die ungarische chriftlich-nationale Liga der Welt einreden will. Budapest, 13. Fcbrnar. (llng. Tel-Korr.-Dnr.) Die vereinigte chnstl ch-naiiönale Liga ticbtct an die gesamte Presse der Welt einen Ausruf, worin erklärt wird, daß in Ungarn ein weißer Terror weder bestanden h a t ck) noch jetzt besteht (!) und daß es einen Pogrom weder gegeben hat noch gibt!?p. Der Aufruf protestiert' weitere! dagegen, daß die ungarische Justizpflege beschmpft werde, als ob sie im Dienste einer Paite-poluik stünde, und erhebt Verwahrung dagegen, daß gewöhnliche Mörder und Verbrecher als politische Märihrer gepriesen werden. Schl-eßlich protestiert der Aufruf dagegen, das die Rernheit der vor kurzem vorgenommcnev' Wahlen angezwetsrlt werde. | Dieser Aufruf ist der Gipfel der Unverfrorenheit der HuSzarschen Clique. Gl'U'en die Budapcster Machthaber, daß die Welt ein so kurzes Gedächtnis hat, um alle Schandtaten ru vrrgesten. welche die «chrsil'chen* Magyaren am Gewissen haben. Das jetzige Rcgierungssystcm in Ungarn ist etn System des Verbrechers und der Niedertracht. Darüber ist sich die ganze Preffe der Welt klar und kein Ausruf kann an dieser Ueberzeugung rütteln. _._ Tagesbericht. Die klassischen Sprachen «nd die neue Zeit. > Ueber diese Frage, der heute im Hinblick auf die geplante Schulreform ganz besonderes Interesse zukommt, sprach jüngst Regierung?rat Professor Doktor Jerusalem in der sehr gut besuchten Versammlung des „Vere'nes der Freunde des humanistischen Gymnasiums". Der Vortragende legte dar, wie durch Anwendung der soziologischen Methode und der von ihm gefundenen und formulierten soziologischen Grundeinsichten der Unterricht in den alten Sprachen und die Lektüre der antiken Auboren ein tieferes Verständnis für die Aufgaben der neuen Zeit gewonnen werden könne. Das nach psychologischer Methode betriebene Studium der Sprachen sei der Weg zur vertieften Einsicht in die Einzelseele und auch in die Volksseele. Die Soziologie lehrt ferner, daß der Mensch als sozial gebundenes Herdentier begonnen und sich erst allmählich, zu einer selbständigen, eigenkräftigen Persönlichkeit hinaufentwickelt habe. Daraus erklären sich die zwei antagonistischen und doch zusammengehörend'en Entwicklungstendenzen, die individualistische und die audoritLtive. Beide lassen sich nun an den geistigen Bewegungen des fünften und des vierten vorchristlichen Jahrhunderts, die uns in den Werken der griechischen Dichter, Geschichtsschreiber, Redner und Philosophen entgegentreten, mit besonderer Anschaulichkeit zuM Bewußtsein bringen und machen es wiederum dem Lehrer möglich, diese Autoren lebensvoller in der Schule zur Wirkung zu bringen. Die individualistische Entwicklungstendenz führt, wie der> Vortragende anderswo nachgewiesen hat, zum Universalismus und zum Kosmopolblismus. Daraus ist dann schon im Altertum die Idee der ganzen Menschheit als einer großen Einheit und die Forderung der H u m a n i t ä t entstanden. So führen uns die alten Sprachen und die darin ab ge faß ten Werke zum tieferen Verständnis des menschlichen Zusammenlebens und lassen uns so die Aufgaben der neuen Aeit richtiger erfassen. __ Znsarnmenschlutz der orthodoxen Iudenschaft Wiens. Aus orthodoxen Kreisen wird uns berichtet: Seit vielen Jahren gehen die Bestrebungen der in Wien wohnhaften orthodoxen Juden dahin, eine Organisation zu schaffen, welche ihre Interessen vor der gesamten Oeffentlichkeit vertreten soll. Alle diese Bestrebungen scheiterten aber an dem Mangel an Disziplin und dem sich daraus ergebenden Zusammengehörigkeitsgesühl unter den gesetzestreuen Juden; infolge kleinlicher Meinungsverschiedenheiten in bezug aus Nebensächlichkeiten konnte eine gemeinschaftliche Organisation nicht geschaffen werden. So kam es, daß viele Tausende orthodoxe Juden keiM Vertretung im. amerikanischen Hilfskomitee habe». Wiener Morgenzeitün- und ihre Wünsche bei der Verteilung der Mazzoth, des Koschersleisches, in Fragen des rituellen Bades und des Tempeldienstes unberücksiHtigt blieben. Diesem unhaltbaren Zustande abzuhelsen, vereinigten sich am 10. b. M. die Vertreter von 19 orthodoxen Bethaus- und Tempelvereinen im Lokale deS Vereines Machsikeh Hadath, 2. Bezirk, SchiffamtZgasse Nr. 30, und beschlossen in einer Resolution die Wahl eines Komitees, das «ine Organisation aller gesetzestreuen Juden schaffen spll. Die Resolution lautet folgendermaßen: . Die gesehestreuen Juden Wiens haben keine offizielle Vertretung, weil sie keine Organisation haben. Die Notwendigkeit einer solchen Organisation erscheint aus dem Grunde geboten, weil ein großer Teil der Wiener Juden ein besonderes Interesse daran hat, daß die jüdischen Institutionen im. echt jüdischen Geiste auf Basis des Schulchan Aruch geleitet und erhalten werden, und daß die Vertreter einer zu schaffenden Organisation der gesetzestreuen Juden in Angelegenheiten, wie Erziehung, Religionsunterricht, soziale Fürsorge, ^FriedhofSwesen, Tempelsührung und 'Beschaffung von"'Ritualien mitberaten und mitbestimmen. / Die heute versammelten ^Vertreter von. 19 Dethaus- und Wohltätigkeitsvereinen verschiedener Richtung streben die- Schaffung einer solchen Organisation an und werden zu diesem Zwecke ein Vorbereitungskomitee aus ihrer Mitte wählen, welches die Grundlagen zur Zusammenfassung und Vereinigung der gesetzestreuen jüdischen Elemente Wiens . schaffen soll. Die Versammelten erklären gleichzeitig, daß die von einigen Leuten eines Bethausvereines für sich in Anspruch genommene Führung der Wiener Orthodoxie nicht zu Recht besteht,, denn diese Leute vertreten bloß einen Teil ihres Vereines und haben entschieden kein Recht, im Namen der gesamten Wiener Orthodoxie, welche aus vielen Zehntausenden gesetzestreuen Juden besteht, zu sprechen. Ueber» dies droht das Vorgehen dieser kleinen Gruppe die Ein- ■ heitlichkeit der Diener Juden zu stören, da ihre Politik . auf den Trennungsstandpunkt eingestellt ist, welchen wir mit aller Entschiedenheit perhorreszieren. * Ein Mord in Hietzing. Gestern früh um V-b Nhtze winde die Mischmeierin Fanny Schlagen haufer in ihrer Wohnung. Hietzing. Firnnangaste 17, von ihrem Knechte Alois M a i d l durch Messerstiche getötet. De Frau hat sich zur Wehre gesetzt, rst aber in dem fürchterlichen Kampfe unterlegen. Der Täter ist g eflohen. Die Ermordete ist die 28jährige Nichte der Milchmeier n Fra« Elisa Schlangenhauser, Firmiangasie 17. Die beid u Frauen versahen die Arbeit mit einem Knechte und den Mägdin Knecht war vor dem Kriege der 2-jäbrige Alo s Ma,dl, e n Bauernbuische aus der Gegend von Neulengbach. Er dien e während des Krieges beim Militär. Vor vier oder fünf Monaten wurde er von Frau Schlangenhaufer wieder a.ufgeno.mm e n. Ausgefallen ist der Nichte, du ein hübsches Mädchen war, daß er*ihr gerne schön tat; da! Mädchen hat ihn nicht geradezu abgewicsen und dies scheint tu U:m falsche Hoffnungen erweckt zu haben. Seine Enttäuschung war furchtbar, als das Mädchen sich lützltch mit einem jungen Mann'verlobte. Die^ Hochzeit sollte schon demnächst statisinden Maidl wurde von da ab streitsüchtig und unzufrieden. Ob die Tat em Mord ist, ob ihr titr Streit vorangegangen ist und sie als Totschlag zu beurteilen ist, weiß man noch nicht. Die Unglückliche hatfcchsStichwundenirnRücken. Drei davon sind unbedingt tödlich. Maidl wird verfolgt. Beschrieben wird «r als klein, mit rötlich blondem Schnurrbart, bekleidet mit grauem, weichen, spitzen Hut, abgetragenen, kuizen, schwarzem Winterrock, Militär- - grauer Hose, Wickelgamaschen, schwarzen Kommisschuhen. , Der Raubmord auf der Wiese«. Die Mörder der Frau Slesanska-Weingart, Viktor Stern i s ch a und der Fletschhauergeh lse Karl Gebauer, sind gestern dem Sicherheitsbmeau eingeliefert worden und wurden sogleich dem ersten Verhöre unterzogen, das in der Hauptsache die bereits bekannten Tatsachen der Ermordung bestätigte. Die näheren Untersuchungen über die Sp elbolle, in der der Caketter TatrS den Mördern das geraubte Geld deS Opfers abnahm, und den Juwelier, der die gestohlenen Schmuckgegenstände unbedenklich an" gekauft hat, werden erst morgen durchgeführt werden lönnen, da die Pvltzei .inzwischen auch dem Juwelier auf die Spur gekommen tst. Er beißt Ignaz E hr e nb erg und wohnt im X. Bezirx jn der Columbusgaffe. Ehrenberg wird sich ebenfalls wegen dringenden Verdachtes deS Einverständnisses und jedenfalls wegen des Ankaufes und der Vcrheiml chung des Schmuckes der Ermordeten zu verantworten haben. Dte Polizei, verhaftete als Mitschuldige die WLfcherin'Marie Drescher «nd ihren Geliebten, den Skonttsten Emtl T o g n o 1 t i. Alle Verhafteten haben gestanden. Die Komorner Mörder. Aus dem ungarische« Rechtsstaat. Am 23. Jänner der ichtcte» wir nach dem „Abend" über die Ermordung und Beraubung des polnischen Staatsangehörigen Batuch Reich durch ungarische Soldaten. Er ist von den Soldaten in Komorn unter dem Vorwand der Paßrevision aus Eingesendet. Ina Schleifer Heinrich Blöder Lemberg Krakau Verlobte. Wien, im Februar 1020. S366 Brillanten. Platin. Münzen Perlen Uhren, falsche Zähne, alle Si'bergegenstände verkaufen Sie am besten direkt dem Juwelier und Goldarbeiter S- Holzapfel Wien, VI., Mariahil'erstiasse 79 oder Werkstätte: L, Wollzelle 17,13. c** Zutat höoh«t«??oifie,da fbrelgone Verarbeitung '14. Februar 192f Är. 382 dem Zug geholt, dann seiner Barschaft beraubt und als dies ge» schehrn war, getötet worden. Am 29. Jänner lenkten wir neuerlich die öffentliche Aufmerksamkeit aus diesen Fall. Die Wtenei Zeitungen, dte in Fällen, wie dem Streik in der Ankerbrotfabrif ein ko zartes Rechtsempfinden zeigen, schwiegen,' Am 9. Februai richtete ein Wiener Rechtsanwalt in dieser Angelegenheit em Teleg'amm an den ungarischen Ministerpräsidenten. Auf dieses Telegramm bat Hnszar mit dem Ersuchen ge» antwortet, die vorliegenden Beweise vouulegen. Die Antwort des Rechtsanwaltes verlangt die unverzügliche Verhaltung des am 15. Dezember 19:9 diensttuenden Lemnants Nekem. des damaligen Bahnhoiskv!'. mandanlen in Komorn, OberleulnanU. Tonihs und dev Unlerofstz.ere Takacs und Reiß, die den Reich auS dem Elsenbahnzug heruntergeholt haben. Sie alle stehen i> dringendim Verdacht, den Mord verübt oder sich an ch« i> irgend welcher Weise beteiligt zu haben. * Koltschak erschossen? Aus London wird tele« graphiert - Nach einer Meldung des .Da ly Heralv" soll Admiral K o l t s ch a k bere;t§ erschossen worden sein. * ftile Juweliere. Aerzte uf«. sind beim Optik« Carl Müller, Mmiahillerstraße (Casa piceola), extrascharft Äipen lMikrolkovluvenl von 4- bis LOfacher Vergrößerung an Lager. Auch Zciß und Reichert. * 1V Lire in Gold für ein Patzvis«« «ach Südtirol. Wie die „Innsbrucker Nachvchtrn" melden, werden Geruch, um EmrelscbewlN'gung nach Südtirol und Erteilung deS Paß« Visums nur mehr vom italienischen Konsulat in Innsbruck be» willigt. Für das Visum ist «ine Konfularaebühr von 10 Lire ti Gold zu entrichten. Ueber Emschrriten der Tiroler LandeSregrerunz wurden einige Erleichterungen gewährt, insofern« als das PaK vilum bei kurzen Reisen in dringenden Familten- und Vermögensangelegenhetten unentgeltlich rncitt wird, wenn die Dauer des Aufenthaltes in Südtirol fünf Tage nicht übersteigt. * Todesfälle. Gestern früh ist um 1 Uhr nach' kurzes Krankheit der langjährige Verwalter des Allgemeinen Kranken» Hauses Karl Et dl im 62. Lebensjahre gestorben. — Dis Aschenurne mit den Ueberresten Josef Jose pH iS wurde am 13. d. M. unter zahlreicher Beteiligung der Theatev» kreise auf dem Hietzinger Friedhofe beigesetzt. ' \ * Die Paßstelle des Jüdischen Hochschulauschussee beginnt am Montag den 16. d. M. ihre Tätigkeit. Amtsstnnvev vom 16. bis 23. Februar Samstag und Sonntag von 11 bis y8t Uhr mittags. Spater Mittwoch und Samstag. Jed« üockschüler bat zwecks Erlangung eines P a s s e s den Melde-' >'itel, Heimatschein» xwei Pholographien. die Hochschullegitimativ« Jndexl und die Verbandskarte beizubiingen. Zur Eilangung eines V i s u m s ist die Vorlage des Meldezettels, der Hochschckllegitrmativn und der Verbandslarte notwendig. Wer keinen Heimat« schein polni'chen) besitzt, kann denselben durch die Vermittlung der Paßstelle mit Hilfe der polnischen Gesandtschaft ln eine« Zeitraum von zirka bret Wochen erlangen. Die ausgegebene« polnischen Reisilegitimationen sind ungültig und können geg» Pässe eingetauscht werden. Zwecks Befreiung von de« vorgeschriebenen Taxen sind Mittellosigkcitszrugnrste beizulegen. Ab 16. d. M. können auch Pässe für Palästina beschafft werde». 0 Die MieLzinsstener. Das Gesetz betreffend die Gin« lührung einer Abgabe von höheren Mretzinsen im Gebiete der Stadl Wien findet auch am die in Betracht kommenden Benützer von Gagisten und Nnterofstziersnaluralwohnungen Anwendung. Parteien, die rn Betracht kommen, müssen die Mietzinssteuer ab I. d. M. an die Kasernkommandanteu abführen. * Französische Pässe für die oberschlestsche Ab» stimmungszone. Während der Dauer der Verwaltung Oberschlestens durch dir interalliierte Kommission rst für die Einreise in dieses Gebiet die Vorweisung erneS ordnungsmäßig ausaefertigten Paffes vorgcsch, Leben. Da die Präsidentschaft der Kommission von Frankreich ausgeübt wird, werden diele Passe mit einem sranzosi'ch''n Visum versehen sein muffen. Die nach Obrrschlesien Zuständigen, die ihre Zuständigkeit nachwetsen, werden mit einem französischen Paß versehen sein müssen, wenn ihre Reise die Ausübung ihres Stimmrechtes zum Gegenstände habm wird. In den anderen Fällen werden sie über chr Ansuchen französische Päsie erhalten können.! * Die Kohlenfituatiou. AuS Oberschlefie« ist wieder etwas mehr Kohle gekommen, so daß die äußerste Gefahr für die Bahnen mt Augenblick gebannt ist. Aus den übrige» Anlicferungsaeb.eten kam gestern Kohle in dem gewohnten Ausmaß. Das Elektrrzilätswerk hat gestern 84 Wagen bekommen nnd 94 Wagen verbraucht; eS mußte also wieder zusetzen. * Razzia fm Caf6 Kommerzial. Vorgestern wurde im Cafs Komme« pal,!., Rudolfvlcitz 7, eine Razzia vorgcnommen« Bei der Razz a wurden -auch die vor dem Caf6 wie gewöhnlich angesammelten Schleichhändler angehalten und mit den übrige» Gästen» zusammen etwa 250 Personen, von Organen deS KrtegSwucheramtes einer eingcheuden Pcrlnstr«erung unterzogen. Bei den Angrhaltenen wurden K 200000 in gestempeltem und K 87.000 t« ungestempeltem Geld vorgesunden. * Sckneestürme iu Amerika. „Daily Mail" melde! aus den Bereinigten Staaten Schncestürme m* einer Ausdehnung, wie ste voiher noch nie beobachtet worden waren. New-Z)ork befinde sich in einer überaus schwierigen Lage. Der Verkebr sei vollkommen unterbrochen und selbst bei einem Wetterwechsel würden di« Ausräumunssarbeiten m ndesi«ns zehn Tage in Anspruch nehmen. Ter vereine Hafen mache dte Schiffahrt gefäkA ch. Der Schade werde auf 2b Millionen Franks täglich grfchätzr und betrage bereits jetzt 17b Millionen FranlS. * Herreulofe Aktie«. In der Br'gittenau wmde am II. d. M. eine Rolle gefunden, welche 2b Aktien der Cchuckertwerke, 25 Aktien der Ei enbahnverkehrsanstalt und 12 Tnres österreichischer Kriegsanleihe enthielt. Die Wellpapiere dürften entweder von einem Einbruch stammen oder bat sie der Eigentümer selbst, verloren. Sie wurden beim Polizerkommiffauate Brigittenau hin erlegt. * Stvaßenkot statt Zucker. Zwei Burschen im Mer von etwa 20 Jahren haben am 12. d. M. dem Champagnersabrikanten Josef S o y k a in der Nähe deS Cafs Heumarkt in der Reinprechtsdorferstraße für die Lieferung von sechs Säcken Zucker 36.000 Kronen herausgelockt. Sie Übergaben dem Soyka die Sacke; hinterher stellte sich heraus, daß die Säcke statt Zucker Straßenkot enthielten. Die Gauner waren kschon über alle Berge. * Die Mirstkfcstwoche in Wien. Der Gemeiitderat hat gesterrr einstimmig die Abhaltuirg eines Musilfestes im Frühjahr oder Sommer 1920 beschlossen. Bei den unmittelbar darauffolgenden Wahlen in den vorbereiterchen Ausschuß, der sich noch durch Kooptierungen ergänzen wird, wurden entsendet: Musikschriftsteller Dr. D. I. Bach, die Gemeinderate Hugo Breitner, Dizebürgermeistex Emmerling, Josefine Kurzbauer, Karl Paulutschka, Adelheid Popp, 5karl Schmid» Proseffor D.r. Julius Kandler und Direktor Georg Philp.