Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 382 (14.2.1920)
- Date
- 1920-02-14
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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%. 382 Wien. SamstaH iw I r.Mn .».,. , .»-...mh.immjf. >inirthi'i‘li«>-' Wienve MvvsenzettttttL rÜ. Februar #m' —*** Inland. Die WehrvvvtaFe. vtt von den EhristkichfoMen als Referent des HetzttS» SNsschnsses Über die Wehrreform bnrchgedrücktö Abgeordnete Ok. Matai a hat gestern eine austevordentlich scharfe Kritik lM Sorlage geliefert, in der er hauptsächlich die Institution der V-ldütenrLt-e alS Organe der sozialdemokratischen Partei Mehnte. Der GtaatSsekretär Dr. Deutsch bezeichnet« es wotz «Nt» Bedenken gegen ein Söldnerheer als unmöglich, Ms eine Wehrmacht zu verzichten. Der Ävrschläg, die Kendar «erie zu verstärken, sei nach dem FriMnS- «ertrag undurchführbar. Wir müssen im Gegenteil nach den Hestimmungeu des Friedensvertrages die Stände der Itenbatmerte reduzieren. In den weiteten Ausführungen verteidigt der Redner die BolkSwehr, die ihren Aufgaben SetS entsprochen habe» nicht nur bei Plünderungen, sondern such Lei politischen Anlässen. Bezüglich der Soldaten» eLte. deren Abschaffung so dringend verlangt wird, meint ott Redner, auch bet Reichsdeutsche Wehrgesehentwurf nehme Hit Soldadenrät« auf. Wir haben uns an das deutsche System gehalten und brauche« nicht noSkescher. zu Sein «II R«»k« selbst. Das Hauptgewicht wurde beim Entwurf deneuen OehrgefetzeS darauf gelegt, daß die Idee der neuen Wehr» Macht der Hort und der Schütz der Republik hei» müsse. Ebenso müssen die Wehrmänner zu geordneter Arbeit herangezogen werden. Oberst Körnet erklärte, daß Deutschösterreich durch ft» tzkiedenSvettrag von Saint »Germain zur Ausstellung eines Söldnerheeres gezwungen sei. (?) Gr wiederholt^ Mtz auch die deutsche Wehrvtztfassung das System der Solbatenrüte beibehalt«. Was die Beschäftigung der Soldaten ««lange, sA man auch dem deutschen Muster gefolgt. MederöfterreichlscheLandeslehrerernennttngskommission. Die niederösterreichische LandeskehrereruennungSkommststvn hat sich gestern in ihrer neuen Zusammen setzarm ionßttuicrt und zum Borsitzenden den ÄandtagSabgeordnetett Fram.Thrtstoph gewühlt. Die Konimission wird Ihre Wirksamkeit in der nächst?« Woche aufnehmen und an die rasche Ausarbeitung res an» ßtsammelte« Materials /(Üehrerernennungen) Schreite«. Ä»r der gestrigen Sitzung wurde einmütig "der Äustcht Ausdruck gegeben, daß persönliche t und schriftliche Vor» Üelluugen bei einzelnen Mitgliedern der Kommission tu Frage der Ernennung von Lehrpersonen nicht Notwendig stnd, da die Kommission mit größter Gewissen» Kafiigkeit und Beschleunigung ihre Aufgabe erfüllen wird. O« hollä«»i!ch- Gesandt« bei Präsident Seitz. Der «iederläudische Gesandte Jbnkheer Werde von Gere neu mp ist gestern beim Präsidenten der Rational» Versammlung erschienen und hat seine Beglaubigungsschreiben überreicht. zwischen Qestervetch ttttb ÜttFarn. Budapest, iS. Februar Minister des Aeutzern Gros Samssich äußerte sich gegenüber eine»« Redakteur des »Prstdr Llvhd" über da- Verhältnis zu Oesterreich unter »«derer« folgendermaßen: Ich fürchte sehe, daß die Abtrennung deS von Oester» «ich beanspruchten Grerrzstreifens uns jedwede freund-" kchaftltche' Verständigung für absehbare Zeit u n m ö g U ch Muchen würde. Die österreichische Regierung wird übrigens svn uns sehr bald in die Lage verseht sein, der Frage nach einer günstigen Gestaltung ihrer Beziehung zu Ungarn m konkreter Weise näher treten zu können. Wir gedenken, ihr binnen wenige« Dagen V o r s ch l a g e z u u n t $1 b t * i t4 % vis, Wie Wir glauben» geeignet sind» den frLuudschustlichöw bsrhältnijse zwischen den beiden Staaten in politischer Wie wirtschaftlicher Hinsicht eine dauernde und feste Grundlage *ü gLben. Ich kann sagen» daß wir UNS in Formulierung UNsersr Vorschläge von der Erkenntnis haben leiten lasset», daß fteutldnachbarliche, gute Beziehungen der beiden Länder and ihr harmonische« Nebeneinattderleben auch in Zukunft, vielmehr noch atü dies in der Vergangenheit der Fall war. im beiderseitigen Interesse gelegen sein werden, tzedtzttfalls voren wir bestrebt, mit unseren Vorschlägen eine Der» ständiguttgSbaslS zu bilden, aüf welcher unseres Er» achtens sich die wirklichen Lebensinte ressen des üsterröichische« ÄslkeS am vorteilhaftesten wahrnehmen lassen. Die ungarische Note über den Friedensvertrag. Parts, r.A.FebMÄr. (Hauus.) Dir ungarische Dcle-» gation überreichte Donnerstag nachnjitbags dem Gekre« täriat der Friebenökott^renz eine lange Röte mit den Bemerkung!« Ungarns zu d«n Frirde»lSbeding»tngsn Mt Alliierten. s Dies? Note ist begleitet von einer Reiste von"Dvktt'< metiten. deren Vervollständigung sich die Delegation innerhalb einer Frist von 14 Tagen vorbehält. Dle Delegation besteht in ihrer Rote auf her Notwendigkeit der Erhaltung des geschichtlichen Un» gar«, verlangt eine Volksabstimmung für die. umstrittenen Gebiete und schlägt die Sicherung tzeS Schutzes der Minderheiten in Siebenbürgen vor. Die ungarische De legal ton scheint also die von der F i ben?k n.erenz getwf,vimn Klameltt wicht tu Betracht zu ziehen. In einer bfs§nd^n Note über Westungarn wird daraus yingewiesen, daß in dieses uudtut utagya-- An die geehrte» Leser der Wiener Tageszeitungen! Die fortgesetzt anwachsenden tzerstekluttgtzkosten der Wiener Tageszeitungen haben eine derart große Betastung jedes Betriebes geschaffen, daß zwischen den Herstellungskosten und dem Berkaufspreis ein unerträgliches Mißverhältnis besteht. Um ihren Fortbestand zu ermöglichen, find daher alle Wiener Tageszeitungen gezwungen, ihre Bezugs- Und Verschleitzpreise vom i6. Februar 1920 an gemeinsam zu erhöhen. Die gefertigte Vereinigung hofft» dutz die geehrten Leser der Wiener Tageszeitungen die Gründe für die notwendig gewordenen Preiserhöhungen würdigen werden und ist davon überzeugt, daß jeder Leser feiner gewohnten Tageszeitung treu bleiben wird. Hie Bereinigung der österreichische« Tageszeitungen. Entsprechend dem oben verlümbatten Beschluß der Vereinigung der Wiener Tageszeitungen sieht sich auch die «Wiener Morgenzeitung" veranlaßt, die Bezugs» gebühren zu erhöhen. Vom 16. Februar werden die Bezugsgebühren wie folgt festgesetzt: Einzelexemplar....... 80 Kelter Kür Wien zum Abholen in den Trafiken und Verschleißstellen oder mit Postversendung monatl. Kr. 20.— Für Oesterreich mit Postversendung monatl. Kr. 20.— Für die Tschecho-Glowakei monatl... . Kr. 8.— tschechv-jlowakischtt Währung Für JttSöstawien monatl. ..Kr. 12.-*-* jugoslawischer Wahrung Für das übrige Ansland monatl. ... Kr. 25.— Die Verwaltung der „Wiener Mvrgenzeitung" Wie», 2. Bezirk, Tabokstratze 1 bis s Postspnvkasienkonto 158V3. Tel. 44-V-S8, 4S-S-1S. rische Gebiet die 'Deuischen erst später ei»gewandert seien. Der Beitrag zur Ernährung Oesterteichs, heißt es itt der Note weidet, ist sine Illusion. Was bisher von hier aus u»ch dem Westen exportiert wurde, hat dieses Gebiet zum größten Teile selbst aus dem Osten^ erhalten. Hwei Dtiitel der Rüdeustlder der Zuckerfabrike»» tznifatten' auf ungarisches Gebiet. Die sonstigen Industrieanlagen waren bloß Filialen österrel-* chischer Fabriken. Die Städte zu'beiden Seiten der Grenze werden zugründegehen. Bezüglich dieser Gebier haben die Oesterreicher selbst die Bvlksabstimmung verlangt. Ungarn tut dasselbe. Sämtliche gcplautcn neuen Gren'tn UngarttS sind ohne die geringste Äennittis des Lebens des' L-aNdes festgesetzt worden. Ungarn bildet eine so Mlständige .geographische Einheit, daß sie nur durch rohe^ Gewalt zerstört iEden kann. 'Der ungarische Staat kann nieö inals freiwillig in die Äufteilnng seines Gebietes ein» willigert. G8 wird daher die Wiederherstellung der/ tausendjährigen natürlichen Grenzen Ungarns' verengt. Gollte-die Friedenskonfevettz an dem diesbezüglichen Witten der Bevölkeöung zweifeln, so möge sie in den fragtichen Gebieten Volksabstimmungen anordnen. I Telegramme. Vom Obersten Aar. London, 13. Februar. (Korr,-Bur.) In feiner estrigen Sitzung fetzte der Oberste Bat oen Wortlaut er Noten an Deutschland betreffend die Auslieferung der Schuldigen und an Holland betreffend die Auslieferung des früheren deutschen Karsers fest. Die zu diskutierenden Fragen werden in folgender Reihenfolge vorgenommen r Ausführung des Fried enso ertrüges durch Deutsch»^ l a n d, Aussprache Über die Antwort der holländischen Regierung, die baldigst erwartet wird» die Adriafrage, bie Beratung Über die noch üusstehende A n t w o r t U n a a r n s, die Grundsätze eines Vertrages mit der Türkei und die russische Frag e. Darauf prüften der englische und iranzösische §inanzminister die Frage des B e l d k u r s e s. Die esamtsttzung des Rates wird ungefähr 14 Tage dauern. Millerand, der nach Paris zurückkehrt, wird durch (S a m b o n ersetzt. Dw öster-elchischen Vertreter vor der Re-» helranonsLommifstvn» Psrls, 13, Februar. Die Staatssekretäre Doktor Reis ch und Dr. L o e w e n f e l d-R u ß sind für heute V26 Ilhr nachmittags zu einer neuerlichen Sitzung des Organisationskomitees der Reparationskvmmisflon eingeladen worben, aus deren Tagesordnung 'die von den Staatssekretären eingebraHen Anträge stchen. Die Botschafterkonsttenz. die ebenfalls heute hätte i stattfinden sollen, wurde aus Montan vertagt, Frankreich Brüssel, 13. Februar. (Zavas-Äeuier.) Der? internationale Bergürbeiterkongreh hat eine Tagesordnung angenommen, die besagt: Angesichts der wiederholten Weigerung ber französischen Regierung, die gemäßigtes Foxderutttzen der Bergarbeiter nach Revision des Penflonsgrsetzes anzunehmen,. macht es der Kongreß' allen Bergleuten der Kohle erzeugenden Länder zuy Pflicht, sich jeder Mehrlieferung an Fra nk-z reich gegenüber der jetzigen Lieferung zu^ w i d e r s e tz e n. Im Falle eines Streiks dev französischen Bergleute soll man sich weigern, tzeber^ stunden zur Kohlenförderung für den französischen' Verbrauch zu machen. , Kein Abbau des HaffeZ? Amsterdam, 13. Februar. Wie die englisches Blatter . melden, hat der Gemeinderat von Bradfordj den Vorschlag, tausend Kinder aus Mitteleuropa in Bradford aufzunehmen» verworfen. Ein Mrtglied nannte dm Vorschlag ^abscheulich", da es in Bradford! Kinder gebe, , deren Eltern von den Vätern der v"bzunehmenden Kinder ermordet worden feien. * Gtzneralsteeik in Bulgarien. Berlin» 13. Februar.. Der ^Abend" meldet aus' Basel: Wie aus Sofia berichtet wird, ist in gün» Bulgarien der Generalstreik ausgm brachen. Der Bahnverkehr ist eingestellt. Die gefaiM Lage.ist außerordentlich ernst. Bvlschewikifche Erfolge» SNoskatt, 3. Februar. (Funksprnch.1 Att der N 01 b f 10 nl hat vvr «ittigen Tagt« der A « g r i s s der S 0 W t e fc truppe« b «ft 0 «tt t«, der bisher zu grdtze« GrsvlgtL «esührt hat. Iw Gebiet der Dwim uvd im Gebiet vo« Zabar Skala ht'tige Nmpfe. I« derRichwng Ar ch a g e l s k haben wir uns der feiudlichen Stellungen bei, Kilo-« Meter 813 bemächtigt und verfolge« den weichenden Feind. Iw der Richtung D e n i s l a w P l i e s e t S k a ist der Feind üüS mehreren Stellungen vertrieben worden. Kämpfe bei P o l o z tj Die Stadt wird d v n d r n P 0 l e« b e s ch v s s e n. An der Südwestsront, im Gebiet von Odrffa, haben die Äottruppen dik Stadt O w i d i v p 0 t am Dttjrstr erreicht. Die AttLwort Polens an Sotvietrußland. Warschau, 13. Februar. (Privat.) Die »Noviny Codzienm" bringt die offiziell noch nicht bestätigt^ Nachricht, daß die Antwort Polens an die russisch^. Sowietregierung angeblich schon im Laufe diese» Woche fertiagestellt sein wird. .Die Antwort soll eine ganze Reihe von Bedingungen formulieren, nach deren Erfüllung die D e r b a n d l ü n g e n über dew Friedensschluß -eröffnet werden Könnten. Die Antwort Polens wird weitgehende Forderungen enthalten. Dse AttsliefeeuugsKvuftiKt» Frankreich zu Konzesstonen bereit- MÜnchen» IS. Frbryar. (Tet.»Komp.) Die Deutsche Telk» tztaphen-Juformativn meldet! Die „Müncheiree Zeituüg" erhiest eine MiUeilnnft von besonderer Seite, die hier großes Au ft' fetzen erregt. Das Blatt meldet! Mr ersah««» die deutsch« Regierung unterhaMe mir Frankesth Über die tzSsnug der Autz» ^rferunftöftage auf einer Linie, die man füglich als mititerr Linie be;eichm« könne, die aber inhalNich n i ch t dem blshev ringenommtnen entschieden ablehnenden^ Standpunkt entspricht.? Die sranzösischttt Blatter Mächen kein Hehl daraus, daß Frankreich geneigt wäre, Kon, esf i vn en zu machen, ja daß cd seine Forderungen mit einer gewisim Absichtlichkeit gestellt hatte, nm eine Gegenleistung zu erzielen, die außerhalb der Beröffentlichungen des Friedensvertrages liege. ES werde in Paris in erster Reihe an die U n t e r st ü tz « n g PalenSduech deutsche Soldaten gegen bolschr» wikische Angriffe gedacht. Aehnlich« Propösitionen seien inossizirll i n B u d a p e si, PeagundWien andeutungsweise gemacht wörden. Deutschland wi-d die SchttldiAeu üburteilen. . London, 13. Februar. (Tel.-Komp.) Der Berliner. Korrespondent des ^D a i! y Expreß^ erklärt aus Grund einet Unterredung mit Herrn von Simson, die deutsche Regierung gedenke unter allen Umstanden dir Verfolgung gegen die von den Alliierten verr langten Schnldigen e l n z u! e i t e n. Unruheu in Snarbrücken, chßnvs«. 13. Februar. (ru.-Köktp.) .Daily Mail' meldet a«S S a a r b r ü ck e», daß es dort zu Unruhe« gr^ komme« sei. Der Stadtkotnutäudant habe sich genötigt gesetzt«,'" für cheu ÄirdeckolungSsaÜ die Berhänguüft deS Belägernngs^' znstäNdeS üNzudwheü. Dr. Neurath enthaftet. MLnchey» 13. Februar. lKorr.^Bur.) Den durch liit if dcs Standgerichtes München Wege« Beihilfe z«m Verbrechen des Hochverrates zur FtstungShaftstrast von 1 Jahr und S Monaten verurteilte« Dr. N r« r a t h wurde auf Ansuchen und Übe»! JnlSrventio« de« ssierreichischen NegiUunft rl« S t k a a u s s ch u S für lmbestimmt« Zeit gewährt. Aüslaffung der MMärpülizLi in der Tschtcho« Slowaker. 1 Grag» 13. Ftbtuar. (TtkKdMp.) Air ^tdove Rövini^ iiuß L)lmütz berichtet, wird die Mllitärpolizei in der ganze«' Tschechü'Slvwükki allMÜHitch ausgelassen. In Proßnitz «mft Sternber« iollm di, kÄvositmen bereita«l»rlök l«».