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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-13 · Heft 381 (13.2.1920) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 381 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 Wien. Freitag Bühne und Kunst. Aus den Theatern. Im Burgtheater wurde Mar D e v r i e n t zum Oberregisseur ernannt. Seit dem Tode S o N n enthüls war die Stelle unbesetzt. ' , Im W i e n c r Stadttbealer findet beule Freitag die Elstauffnknuug der Komödie „D er Genera f» fc t r e f t o t" von Ririmrd Pete r statt Die Haupirolle »tnelt Hons Marr. D'e neuen Dckorat oncn find vom akademischen Maler Eduard Stella entworfen. Beginn lJsG Uhr. In der V o l k s o p e r oelanat DienZtag den 17. d. M.. «-endS V37 Uhr, zugnnsten de? Fenalionds bei vierfach erhöhten Preisen Johann Strauß' „Fledermaus" zur Auffubmrg Die Vorstellung dirigiert Direktor Felix Weingartner. InderKonzerteinlage fingen die Damen Wring 'rtner-- Marcel und Debitzka und die Kammersänger-William Mister, «nd Fleisebner. Nach dem zweiten Akt :st in den Fovers eine ein» Kündige Ersrischungspaüse mit humoristischen Vorträgen mt Buffetraum. Im Carl-Tbeater findet am Samstag den 14. d. M.. nachmtttags Ustr. eine einmal ge W'kde holnna des u st i g e n N a ch m > t t a a s f it t d i e Jugend" statt und am Sonntag, nachm-t'-raz hfi Uhr, gelangt d>e E v s l e r sche Operette i e Schützc « liese l" zur Aus» Mrung. In der R e n a i s s a n c e» B 2 b n e finden Falching' samstag, -sonntag nn^--niontag zwei Abendvolstcstnvg-'n statt; nm 6 Ubr mit Hrrrh Walsen in der männlichen Hauntrolle „Die PeAen der Eleopura". um 10 Ubr H'mrich E »mbach inlf dem Posfenentemdle van Mir nnd Mon'st. Fa''chlngmbrttag: „Eine vaschrnamontag-Jredoute der Harry Laltzeu". Rs^aud-Machar-Matrnse. Eine VeranstalLuug des freien Bundes Lultureller Vereine Oesterreichs. Die Nollaud-Macbar-Mat n-^e. die der Freie Bund kultureller Vereine Oesterreichs vei anstastet, findet Sonntag den 15. d. M. nm V»ll llftr vormittags im mittleren KonzcrlhauZfaale statt. Nach dem r.r.lcitenben Vortrag des Dramaturgen Heinrich Glücksmann bringen Frau" Erlka- Wagner und Herr -Ferdinand Onno vorn Deutschen Vollstheater die Hanpl'zene aus Rollands noch unanigesübrtcm Drama ..Die Zeit wird kommen" in der Uebrr'chung Stephan Zweigs und eine Reihe von Ge» , dichten aus MaebarZ Werk „Das Gewisstn der Zeiten" in der Verdeutschung Ernst Mandlers zum Vortrag. Dadaismus in Wien. In Wiener Kiin.stse>kre>srn bereitet sich eine Bewegung vor. die daraus abzi tt. dem Berliner Dada'smus in Wien eme Heimstätte m schaffen. Nanchasle Künstler, insbesondere eM Schrttistest-er von brdeutend'Ml Ansehen nnd einige exzentrische Maler b mühen nch beretts» Säle rn m rten und Per'ona! zu engagieren. Im Zusammenhang m>t dieser Namuchl wird verbreite?, das der Maler K o k o s ch k a du Abficht habe, stch demnächst wieder dauernd in Wien niedei.zulasten. Moisst übco dir Hamburger Skrmdattzene- Alexander Moi'fi cnlärt über die bekannten Hamburger Vorfälle folgendes: ..Ich gebe me-.ne Kaust jedem, der sie will, ohne nach «einer politischen Memung zu fragen, und ichkann verlangen, daß das Publikum mich nur als Künstler wertet. Ich bm kein praktischer Politiker und habe nie den Ehrgeiz gehabt, einer zu werden. Aber ich habe das Recht — wie jeder andere Deutsche — eine persönliche liebe'zmgung zu haben, so rabifai sie auch sein mag. Alexander Mogsi." Sport. '■ Die EislaufmeifterschLften. D e Meisterschü't.-n von Orstenckch im Srlrnellausen auf dem Eile kamen letzten Sonntag in Klageusurt zur Austragung. Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde auch der Länderwettkampf Oesterreich—Detitschland durchgestihrk. den die Oesterrcicher überlegen gewannen. Die Beteiligung an den Wettbewerben war eine sehr starke, auch Wiener Läuffr gttigen an den Start. Ten VerbandZmeisiertitel 'ür das Jahr 1030 errang Helmut Koller (Eislausverein Wörthersee), der die Meutre schatten über 500 Meter und 5vst0 Meter gewann, über 15-0 Meter winde er von dem Wiener Rudolf -Schmidt geschlagm. Die Zeiten waren: 500 Meter 511 Sek.; 1500 Meter 2 Min. ifr-2 Sek.; 5000 Meter 10 Min. 4'4 Sek. Der Ländenvettbewwb ergab folgende Resultate: 5(X) Meter Bombig (Wörthersee) in 52 9 Sek.; 1500 Meter Koster (Wörthersee) in 2 MtN. 48-5 Sek; 5000 Mrter Bombig (Wörthersee) in 10 Min. 15 Sek. — Die Deutschen blieben m allen drei Wettbewerben unplaciert. _ Wiener Sportklub III- Hecharser Komb. 3:1 (8:1)* Hechawer, ohne Duidig. Dnngler, WachSmann und Böitfer II völlig untrainielt anrre'.end. war dem prächtig sp.elenden Gegner nicht gewachsen. In der Verteidigung debütierte mrt viel Eriolg Heller. Ausgezeichnet waren auch Seidlcr -Tor) und Schwarz im Sturm. In der ersten Halbze t war das?piel noch offen, in der zweiten brach der Mittelläufer und mithin d'e Mannschaft rusammen. Das Tor erzulie Schwaiz. — Sportklub IV—H e ch a w e r Res. 1:0 (0: 0). In die'em Wettspiel unterlag die Reserve als dre bessere Monnsebatt. Der S.'urm vergab zahlreiche Chancen vor dem lügnerischen Tore. Sehr gut war das Bcrteidiaerpair Anderl-Mrsffnger sowie Lanttr l m der Deckung und Falle: weit nn Sturm. Das Tor entstand kurz bor Schluß aus einem Durchbruch. Die Wettspiele des Sonntags. Am Sonntag kommen durchwegs Freundschaftsspiele zur Anstraguna. die von folgenden Schiedsrichtern geleitet werden: W. A- C.-—Ciicketcr. 8o Vater. Rapid-Hakoah. S. G r ü n b a u m. Sportklub-Gersthof, Galle. W. A F.—Slovan. Wagner. Hertha—Simmering, A d e n s a m. Nn^olfshiizel—istnnweg, H ö b a r t. Bienna— Bewegung. M a k o v : c k a. Fkondsoor^-Ostmark, K o c e n y. Admira—Team, Strauß. Wackir—Bewegung, Rosen- 3 m «1 g. Amateure - Obcr-St. Beit, S k o p. Di« nächst« Rnnde de» Tnp. Dm Propofitioner,' 8«mäß wurde bereitdie Auslosung drr nächsten Cuprui.de vor» tMvrmuen, dre am 14. Riärz staufindet. Dre meisten ersttlaistgen Wiener Morgenzeitung Vereine und auch die Ha'oah erfuhren eme günstige AnSloiung. D>e Paarmig lauktt: Blue Star—F A. C-, Sturm-Donaustadt. W A. C.—Wi-ner Tportklnb. Elickct—Haloah^ Rndoltsbiigel-G'nnanii, Rußdois—Wacker, Amateure — St. Pölren, Rapid-Red Star. StiederNfterreich-Süddeutschlandi Das. österreichische Team reist beute nachmittags nach München ab. Die endgültige Aufstellung lautet : P w ska; Povov ch. Beer; Kurz, Neubauer, Pntzendoplcr; Korner, Fischera. Gansl. Bauer, Köck; Ersatz: Ister. Gerichtssaal. Die Liebe der Fobriksbeamt n. Eine berblühte, abgehärmte Frauensperson, die 36jahrtge Laura Prokop, hatte sich gestern vor dem Schwurgerichte unter dem Vorsitze deS OberlandesgerichtSrates Dr. T h ö n l wegen Verbrechens des Diebstahls zu verantworten. Neberi ihr auf der Anklagebank saß der Sstsährige Handolsangestettte Friedrich F e u ch t i n g e r, angetlagt wegen Mitschilld. Wie die vom Staatsanwalt Dr. Bayer vertretene Anklage aus» sührte, stand Larira Prokpp als Beamtin 12 Jahre hindurch in den Diensten der Farbwarensirma Wülfling^ Dahl L Co., die ihr Hauptgeschäft in Barmen hat und °/m Wien am MargareLrngüriel eine Nie'cerlag: besitzt. Als im Februar 1918 der bisherige Leiter der Firma wegen Krankheit aus seiner Stellung schied, wurde Laura Prokop, der man großes Vertrauen erctgegenbrachte, zur Filialleiterin bestellt und es' oblag ihr dir Buchführung, der Warenverkauf und die Kassengebarung. Dies benützte die Angeklagte, um sich im Laufe der Zeit Farbrvaren und Barges in der Höhe von rund 150.000 Kronen anzueignen. Um die Abgänge zu verdecken, schrieb sie anfangs des Jahres 1919 an das Hauptgeschäft in Barmen, daß in der Wiener Filiale ein Einbruch verübt worden sei. Dies und der Umstand, daß dre Chefs der Angeklagten inzwischen erfahren hätten, Waren ihrer Fabrik würden in Wien im Schleichhandel verkauft, veranlaßen die Entsendung eines Beamten aus Bärmen und nun kamen die Diebstähleauf. Den Erlös aus der Beute soll Laura Prokop zum größten Teile ihrem Brautigain, dein mrkangeklagten Feuchtinger, zugewenbet haben/ von dem die Anklageschrift behauptet, daß er volle Kenntnis davon Chatte, aus welcher Quelle die ihm zugewendeten beträchtlichen Summen flößen, sich aber trotzdem von seiner Braut ganz attshalten ließ.. Die. Staatsanwaltschaft folgert aus dem Verhalten der Laura Prokop, daß« sie die' Diebstähle nur darum beging, um mit i4 r’n- Geldzuwendungeil den jüngeren Bräutigam dauernd an sich zu fffsein. Die Angeklagte Laura Prokop war vollkornen geständig und bestritt nur die Schadenshöhe. Feuchtinger erklärte auch gestern, leine Ahnung dai/on gehabt zu haben, daß die ihm zugewcndeten Beträge aus einer verbrecherischen Handlung stammen. Aus Grund des Schuldspruches der Geschwornen, die einen Schaden unter 4000 Kronen annahmen, verurteilte der ( Gerichtshof Laura Prokop zu sechs Monaten und Friedrich Feuchtinger zu einem I a h r e- 's ch w e r en. 9t tt 1t r?. Dada Vor Gericht. G rrf. 12. Februar. Bei der hier stattgefundenen Gerichisyerhandlung wurde der bekannte Dadaistenführer Dr. S e r n e r. der gelegentlich des dadaisüschen Weltkongresses durch Mgabe blinder Schüsse e'me Panik heworgerusen hatte, zu einer Geldstrafe von 8000 Franks verurteilt, im Nrchtzahlungsfalle zu drei Monaten Gefängnis. Nach der Urteilsverkündung hielt Dr. Serncr eine kurze Ansprache, in der er unter anderem äußerte, daß er, trotzdem zu jeder besseren. Biographie etwas Gefängnis gehöre, leider gezwungen sei» die Geldstrafe zu erlegen, daß er aber diesem Umstand gleichwohl dankbar sei, da eine längere Einzelhaft der Kontemplation und ähnlichen UngezogenhSttettzu sehr Vorschub leiste. Unter wildem Beifallsgeklaische der anwesenden Dadaisten und unter allgemeiner Heiterkeit des Publikums leerte sich der Saal. AKUonär und Vankdirtektor.. Ram webr als einjähiigcr Unterbrechung fand gestern beim Bezirksgericht IoseistM die Fonsetznng, der Verhandlung über eine Ebxrnhrs'-idtt-.iingsllcig^ statt, Welche vor nahezu vstr Jahren der Private Mathias v. Lobt argen - den Generaldirektor des Wiener Bankvereines B rnhard Popper angchrengt hatte. Dcr Kläger hatte als Aktionär des Wiener Bankvereines im Verlaufe dcr le'tten Jahre w edeiholt die Bemerkung gemacht, daß d>e Gelchä tSstihnnig des Wiener Bankvereines, insbesondere in Bezug auk dre Bilanzierung ''ehr re)ormbedürst'g ist und daß die Interessen der Aktionäre von der Berwattting der Bank sticht genügend geivahrt w-rden. Die Verhandlung wurde zur Einvernahme weiterer Zeugen vertagt. „ Ser Volkswirt. Eine Krume --- 1.75 Eentimes. Gestern stell'e sich in Zürich dre östeneichische Krone auf ... ... 1.75 die tschechische Krone aus ....... ..6.75 die Mark auf.. . . 6.10 Die internationale Arbertskonferenz. Mit Artikel 13 deS Persailler- Frie'dcnSbertrageS ist eine Institution geschaffen worden, die auf sozialer Grundlage mithelfen soll, den ständigen Frieden zu erhalten. Mitglieder dieser Institution sind die Völkerbundstaaten, deren /Delegierte Vollversamntlutigen (internationale ArbeitS« lonfcrenzen) abhalten. Der Delegierte der tschecho«jlowaki° IS'Februar 1920 _ Nr. 38L schen Unternehmer, Dr. H o d a e, Generalsekretär des tschechoslowakischen Jnduftriellenverbandes, tsilt im ^Prager D-g» blatt" über die Arbeiten dieser Institution mit: Die erste ArbeitSkonferenz tagte, wie bekannt, im Washington unter Beteiligung von 83 Staaten, ohne tzaH Amerika vertreten war, ha-'es den Friedensvertrag noch ntchK tatifiziert Hatte. Es wurden BorschlSge zu einigen Kon«- ventioneN gemacht, wie über die achtstündige Arbeitszeit, hiff! Arbeitslosigkeit, die Beschäftigung-der Frauen vqr und nach der Entbindnng/die Frauennachtarbeit« das Mindestaltev der arbeitenden Kinder und die Nachtarbeit der Kinder. An« regungen wurden gegeben betreffend die Arbeitslosigkeit, dich Reziprozität der fremden Arbeiter, die Lsssntkiche Hhgiener und anderes. Bon allen Konventionsvorschlägen und An« regungen wurde nur die Frage des Achtstundentckg.es ein« gehend durchgearbeitet, die nach allgemeiner Debatte einep engeren Kommission unter Vorsitz des englischen- Vertreters abgetreten und mit einem einstimmig angenommen Kompromiß beendet wurde. Am Sitze des Völkerbundes, gegenwärtig London,, besteht als ständige Einrichtung das Arbeitsamt. Dieses hat die Administrative auszuübett, M Durchführung der Konventionen zu überwachen, Nachweise ultd Sttttistiksn, wie die der Arbeitslosen, auSzuarbeiten und ändcrSK» Dem Amt sieht ein Verwaltiingsrat vor, der auS 34 MitgliederM besteht^ von Irenen 12 Regierungsvertreter sind, imfc zwar acht Virilmitglieder der .'größten Industriestaaten und vier gm wählte Mitglieder; ferner auS je sechs Vertretern der Untrr* nehmer und der Arbeiterschaft, die von den Vollversammlungen der Arbeitgeberverbände und ArbeiterorgmüsaliuNM gewählt werden. Für den Fall der amerikanischen FrredenS» unterfertigung sind, irr allen drei Gruppen Sitze für die Delegierten Amerikas freigeblieben. Der Verwaltungsrat wurdfiin Washington mit Artur Fontaine als provisorWem Direktor, ins Leben gerufen; in der ersten Sitzung« die anr 26. Jänner in Paris'stattfand, wurde der frühere fran*- zösische Minister Albert Th om,as zum Direktor gewählt. An dieser. Sitzung» nahmen' zum erstenmal auch Deutsche, Legten und ^)r. Le'umann, teil. Da die Sitzung der Arbeiterkonferenz nach Washington einberufcn worden war» ohne daß damalsder . Friedensvertrag ratifiziert gewesew Ware, haben die, seinerzeit gefaßten iBeschlüsse der Rechtsgrundlage entbehrt. E§ wurde dies aber umgangen durch die Erklärung, daß die Konferenz nicht geschloffen und der Ber- .waltungsrat das für die Gültigkeit der Besäjlüffe Nötige verfügen werde. Die Konferenz ist deshalb erst am 26. Jänner formell in -Paris geschloffen worden. In der letzten Beratung des Verwaltungsrates wurde beschlossen, im Februar eine Konferenz nach Genua einzuberufen, wclcbe über die iw ' Washington angenounncnen Resolutionen über die Seeschiff« fahrt verhandeln wird: Die nächste Konferenz für allgemeine Fragen ivird im Frühjahr 1921 in Genua stattfind.en. Die. Tagesordnung der Konferenz wird in der nächsten Sitzung deS VerwaltungsratcS. am 23. März in London beschloffen werden: Unter den zu berätc.iden GegeustondeN wird stch die Regelung der Llrbeit'dfragen in der Landwirtschaft befinden. - . --s; Dis Lage ver tschecho-slowakischen Schuhindustrie. Von «nserem Vraaer Korrespondeutr». Dank dem ständigen) Experimentieren mit der Sch.rb» iitdilstrie ist, wie die „Tribuna" ausführt, die Situation dieses. Industriezweiges in der Tschecho-SlowakeiMi eine Sockgaffe geraten,. auS der ohne Erschütterung esu Ausweg schwer nurglich sein wird. Es fehlen Rohstoffe. Au Rohleder herrscht absoluter Mangel und dürfte in absehbarer- Zeit fertiges Leder ai»S dem Auslande kaum eingeführ.t werden, da dcr niedrige Stand der Valuta, die Einfuhr, spi eS von rohem, fei cs von fertigem Leder, unmöglich macht. In den Schuhfabriken wird die Produktion langsam reduziert werden, vielleicht werden fogar größere Unternehmungen zur Einstellung der Produktion gezwungen sein. Die AuSsuhr von Schuhen will die Negierung nicht gestatten, da nur in den östlichen Ländern, die eine schlechte Valuta best gen» Absatz für bicjc vorhanden ist, während fertiges Leber nur irr den Westländern, in denen die Valuta bei weitem besser ist, viwgekauft werden kann. Bei uns wirv in den Geschäften durchwegs erstklassige Luxus wäre verlangt. Ein gewöhnlicher guter Lederschuh wird hellte nicht verlauft, weil ihn Niemand selbst zu ängemessenen Preisen will. Nachfrage herrscht nur nach LuxuSwäre. Gewöhnliche Kommerzgattungenliegen in den Fabriken und finden nur schwer Käufer. Diese Ware ließe sich schnell gegen Rohleder austauschen, und eS wäre den Lederfabriken, die dann arbeiten könnten, und gleichzeitig den. Schuhfabrikanjön geholfen, denn diesen geht heute mit Rücksicht darauf, daß die Erhaltung eines größeren Lagers unter den gegenwärtigen Verhältnissen ein riesiges Betriebskapital . erfordert, fast der Atem aus. Die Schuhindustrie ist zur Selbsthilfe geschritten und hat sich bereits ihr« eigene Import- und Exportgesellschaft, in der 99 tschecho- ' slowakische Schühwarenfabriken vertreten sind, errichtet. Diese Gesellschaft wird demnächst otfe größeren FabrikUUternehntuk- Öcrt dieser Industrie zu Gesellschaftern haben. Sie Macht sich zur Aufgabe, Kompensationsgeschäfte zu vermitteln. Kapitalsvermehrungen. Die Ver-einigte Schafwollwarenfabrikt« A.-G. vermehrt ihr Aktienkapttal um 50.000 neue, ab I.Jänne» 1920 dividendeliberl-chtigte Aktien"zu ll soo.—, das ist um lOMil« 1 vnen, von 10 auf 20 Mill ouen.' Auf 2 5.0 00 dieser neum ' Aktien w>td bis 25 d. M. tn BezugSrecht. und zwar nach je 2 alten Aktien auf 1 neue Aktie zum Preise von K 8 0.— zuzüglich 6°/o Zinsen vo« diesem Bclrage ab 1. Jänner 1980 für baß Stück aewäbrt. Auf einzelne Stücke «ulsällt Um Beinaßrtcht. 4

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