Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 381 (13.2.1920)
- Date
- 1920-02-13
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 331 Wien. Freitag Wiener Morgenzeitung 13. Februar 1920 Seite t D>e Ungarische Lundes-Zrntralsparkas s a ueuncljrt ihr Aktienkovitol vorerst um 12.'00 Akrirn zu K 600.— nm D'videndenb'rechtigung ab t. Jcinnrr I. daS ist um 7 5 Mislionrn Kron-n. Ai«1 diese neuen Alk en wird vom 9. bis einschl esiliäi 16. d. M e u Beulisrccht, und znnr nach je 4 astcn Aktien aus ene neue zum Prerse von ll 1620.— daS Stück einichlicsilich Zinsen gewährr. — Die A. E. G. U n i o n Elektrizitäts-Gesellschaft vermehrt ihr Ak'ien» kapital nm 80 00'' neue Aktien zu K 400.—. daS tft ans 86 Millionen Kronen. Ans 22.500 dicker neuen Aktien wird bis einschließlich 25. d. M. ein Bezngsrrcht, und zwar nach je 8 nlren Ak'ien ans 3 nene Aktien zum Preise von K 1200.— bnS Stück, einschließlich Zinsen, gewährt. Aus wniger als 3 Aktien wird kein Be;ngörecht gewölnt. — Die Steyrermühl Papierfabrik s- und Verlags-Gesell schalt vermehrt rhr AN'rnkavckal um 15,000 neue Akt en zu K 2 0.- von K 7,t<'O.O0O — auf K KUOOOOO—. Aul 7400 dieser neuen, ab I. Jänner 1t>20 dividmdenberechl gten Akiien wud vom 16. bis 23. d. M. ein Beulgsecht. und zwar nach ie 5 alten Aktien aui eine neue Aktie zum P eise von 1K0 — (ohne Vcrgü ung von latenten Zinsen' gewäbrt. Auf einzelne Stücke emsM kein Beuigä, echt. Die N r ° s r l s d o r s e r Wagenb a n - F a b r i t s - G e s e l l f ch a f t erhöht ihr Aktienkapital zunächst durch Aulstempeluna der bisherigen 1t 2 0 Aktien zu K' 4'0 aut K 800 von 4*5 Millionen aui 9 Millionen Kronen. Der hierzu ei fordert. >che Betrag von 4*5 Millionen Kronen wird ans dem Ne'ervesonds III aus Kapitalkonto übertragen. d e Frrst zur Autstempcluna läuft bis rin^chlestltch 80. d. M. Feinerem» den weitere 7500 Aktien zu K 800 mit Dividendenberechtignng vom 1 Oktober 1910 neu ansgegeben, wvduich daS Aktienkapital weiter um 6 Mistionen Kronen, das ist aus 15 M.II'vnen Kronen erhöht wird. Aus 562'» dieser neuen Akten wird rn der glichen Fr ft ein Be ugsrech', und zwar nach se 2 alten Aktien ans 1 neue zum Preise von K 4t00 daS Stück »imchlicßllch Zinsen gewährt. Tschechisch-italienische Verhandlungen. Triest, 12. Frb'iiar. H.er 'and am 7.d.M erne Konferenz zwischen tschecho-i'lowakischen und italienischen D'legierten über den Warenverkehr statt, deren Eraebnis unter anderem dann bestand, daß der Bor schlag gemacht wurde, ene neue Kouserenz rinzn'erusen. die sich m t dun TurchgangSveikrhr von Waren zu befassen haben wird. An dieser Konteren; sollen auch östenelchtsche und jugoslawische Vertreter teilnchmcn. Tnsar über die tschechischen Finanzsragen. Rotterdam» 11. Febrnar. Puvat? In dem bereits ansznasw^sc wledelgeg benen Gc'vräch de"« Briliner Berlreiers des ,N enwe Nattttamsche Co» aut" mit dem tschechischen Mmsterpiäsid inen Tnsar sprach sich b:ef«*r über daS B a l n t avrablcm 'olg.udermosren aus: Enige rurovm'che Börsen führen ganz c,g«'"wrlliae Finanzmarröver auS. Vergebens suchen jyir n'ch den Gründ-n. wainm b ute der ungcündcrten VerbäUnrssen und Voraussetzungen die Krone wieder um so viele Centimes wen-ger notie r als gestern DaS M y st e r > n m d e r D e v ' s c n k n r s e ist vw-itorschl ch. Es bandelt sich hier um em B a l u t a k o m v l o t t, hinter w lchm nfftt bloß die kleinen, jungen m:d Ml tleren Stia eu. sondern auch mehrere Großmächte le-den. Beralt ten Ge'.'äuchen gemäß gilt der Metalllchav als '-lirch maß für den Wert der Währung anoei'on'men. Das »st e>nc M tbode. bie sich sich eil rb schon iibnlcbt hat. Aus der amtlichen S atistik entnehmen wir: Jm^Jahie 1881 birua der ge!rnue Ban Notenumlauf rn den zw Itucttot Staaten bloß 15602 Millionen F>a»ken. Im Avr l MH t wa.en m den zwölf curoräffchen H uwtstaattn. in Nordamenka und in Javan insgesamt siir 30.71B Mistionen Franten Piv'kigeld »m Umloub Im Oktober 1*»19 wei'en dieselben Länder k'ne No enemissjon von 177.720 Mistionen F»anken auf Dam komnit Nu'isgnd. das. wie angegeben wird »ngesäbr 4 0 Mist aiden Papi r>übel im Umlaut bat. Wenn tür diese Papt-'iaelbmtnac nm ene telwe-se Deckung m Gold und Sckbex herbcigescham werden sollte, so würde h'kizn die Weltprodiiktion von der Geburt Cbristi d s auf den beutigen Tag nicht genüeen Wird die Gesamckröhe de- Nationalvermögens, unsere HmdelSb'lanz unsere AuSitchi möglich» ke,t und nufere erheblich sorckchrrilende pol ti'che und wnt'chastliche Konsolidimma in Betracht gezog-n. dann inuü man zugrben. daß d»e niedr ge No lerung unse'er K-one ,m AnSlande eine voll»- komm n unbegründete Schädig» ng unsere- Wut» scha'tslcbenS b deu'e. g gen die wir machtlos sind. Nur tut gemr,nsameAktionallerMrtbetroffenen kann dieser Biln averschwönmg die Sv tze b«e en. welche immer mehr zu einer wahrhaften Weltgetahr heranwächst. Balntenkurfe. Im gestrigen freien Verkehr bestand qesteigerte Nachfrage nach Nubelnoten im Einblick auf die Nachrichten aus Sowietrukland. dagegen waren Marknoten abermals offeriert.Es notierten Leinoten K 4.65, Marknoten, grün, k 3.98. Marknvten,rot. K 4.08, Rubel stiegen bis 113.17. Lire K 19.25, Dollark 346— und tschechische Noten K 3.25. Privatverkehr. Nach E ledigung der Esiettenprolongation (Geld war allerdings ä lß rst knapp, doch konnte die> bnveikstelligt werden) machte sich im g-stiigen.Brivatveikehr eme freundlichere Tendenz geltend. Beoor ugt waren A l v i n e- A k t i t n, die bis K 4070.— gegen den letztgem lecten Stand um 270.— in die Hobe gnarn, ferner prvsiticnen Skoda-Attzen biö 3640.- K 80.—. Wirtschaftliche Nachrichten. (O'ig nilbcr chte der ^Wr. Moroenzka.") Ans Brüs sel wird uns berichte»: DieAusfuhrli-enzen für E^elm tall sind wisderhergestellt worden. DaS Pariser „Journal" glaubt, heute die Nachricht bestätigen zu kön-en, daß eine Gruppe amerikanischer Finanzleute das frmrz7f s> Tr'bakm-n"iol für 40 Milliarden und das ZÜndhälzchenmonopol für 20 Milliarden zu erwerben wünsche. Es scken' vier große Tabaksirmen in den Bereinigten Staaten, von denen vor mehreren Monaten die Initiative zu diesem Vorschlag ausgegangen war. Das gegenwärtige Erträgnis werde mit einer halben Milliarde jährlich berechnet. — „Chicago Tribüne" spricht aitch von der Veräußerung beS Tabastnonopols. DaS Blatt will überdies wissen, daß ein Projekt eines Gefrierfleischmonopols in Frankreich von Chicagoer Firmen vorliege. und erzählt sogar von Kaufanträgen Amerikas für Martinigrle. Guadeloupe und einzelne andere westindische Inseln. Eine Bestätigung von irgendeiner anderen Seite liegt nicht vor. Die Firma NyS und Balley hat in Hussinetz (BShmerwald) eine neue Fabrik zur Erzeugung von Möbeln und Hiol f-i-rttaten mit einer Wasserturbine von 68 Pferdestärken orösfnet. Der Gödknger Fabrikant Karl Klecka bat in Gödlug eine moderne Fabrik zur Erzeugung von Kanditen und Schokolade errichtet. Die Prager Baufirmen Barta und Tichy und Max H-rget haben sich zur Gründung einer neuen Mktiengesellftkjait unter der Firma „Vereinigte Prager Fabriken für Baumaterialien A.-Ä." vereinigt. Der Handel mit Dowietrußland wird, wie die „Tribuna" von wohlinformlerter Seite erfährt, in alkernächster Zeit auch von der tsch^cho-slowakischen Republik sreigegeben werden. Die Glasfabriken der Firma Josef Rindskopf und Söh«»e in Teplitz-Schönau werden in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Die konstituierende Generalversammlung der neuen Gesellschaft findet am 23. Februar in T'.'plitz statt. Die Firma besitzt drei Glasfabriken in Dux, Kosten und Tischau. Die Fabriken erzeugen Luxus- und Hohlglas. Tschechischen Blattern zufolge kursiere» in letzter Zeit Nachrichten über Kch'ei,Vorkommen im Gebiete von Nachod. Laut fachmännischen Urteilen ist dort Kohle tatsächlich vorhanden, jedoch zirka 700 Meter unter der Oberfläche. Die Mähr f fische Bank in Brünn errichtet demnächst eine Filiale in Mährisch-Ostrau. AuS London wird uns gemeldet: Das Parlamentsmitglied Bigland hat den Antrag eingchteicht, eine Gesellschaft unter dem Titel „Deleocdere" zu gründen, die mit einem Kapital von einer Million Pfund Sterling ausgestattet werden soll. Diese Gesellschaft soll in aNen Fällen!. Jlti denen Handelsgeschäfte zwischen Deutschland und «mderett Staaten abgeschlos'en werden und die ZahlungS» oder Leistungssähigkeit nicht genügend feststeht, die Garantie übev» nehmen. Bigland erklärt, es werde sich vielleicht alS »obwendig erweisen, daS Kavital von einer auf fünf. Milltoivm Pfund Sterling zu erhöhen. Am-rika hat zuviel Gslv. In em r Rede, die Sir Auckland GeddeS dieser Tage an ferne Wähler hielt, beschäftigte er sich auch! wie uns aus Lon-don berichtet wird, mit den UrsachöU der Prci^stcigerungen in den einzelnen Staaten. Mav dürfe nicht glauben, daß es den Amerikanern besser gehe, Dort haben die Preise nahezu dieselbe Höhe crti ht wie in England. I-teressant sti bloß, daß während in Cnikand die Teuerung deshalb entstanden ist, well zu viel Paricrgeld ausgegeben wurde,.die Ursache der Teuerung in Amerika umgekehrt darin gelegen sei, daß Amerika zuviel Gold besitze. Der Goldbcstarch der Vereinigten Staaten pflegte vor dem Kriegs ungefähr 60 Million? n zu betragen, während heute der amerikanische G^ldbesitz sich auf ungefähr 437 Million-rn beläuft. Es hat sich in Amerika so viel Gold! angchäuft, daß sein Wert gegenüber der Vorkriegszeit um die Hälfte gesunken ist. Die Konzentrierung von Gold in Amerika hat bereits jenes Matz überschritten, in dem man davon befriedigenden Gebrauch machen kann. DaS Problem für England und auch für die übrigen Staat"» bestehe darin, aus Amerika nunmehr möglichst viel Geld herauSzuholen- Dies könne - natürlich nicht über Nacht geschehen, da diese- Ziel nur durch ein?n Export von Waren erreicht werden könne, für welche Amerika in Gold zu zahlen bereiii ist. In dieser Bez'ehung müsse England mit dem übrigertz Europa zusammengehen. selbst mit Deutschland, d« Europa sonst erdrückt werden würde und England kein« Aussicht hätte, zur normalen Versorgung mit Sete«** Mitteln, Kleidern und Hausgeräten zurückzukehreu. 's i Arrangement-Einteilung der Wiener Börse« Für die zwcue Halite deS Monates Februar wird die Einteilung w-e iolqt fest gesetzt: 13.; Kaffaausg'abe, 17.: Mcldungen,; 18.: Enekteurimelchung, 23.: Kassaaufgabe. 25.: Meldunge»,. 26.: Esfcklenemrrichung. 1. März: Kassaaujgabe. Nächste Kalla-; ausgabe am 8. März. _ Schatzung der nächsten Aurkerrübenernte in derj Tschecho-Slowalrei. Die Prager Blätter weisen aus die Not-»! wenv'gk il der kontmenden Saat von Zuckerrüben hin. Lanll. Schävungen wird die Zuckerpioduk ion in der tschecho-slowak«scheu Nevnbtck m ndcstens 525 000 Tonnen Rohstoff betragm. ES ist noch N'ckt bekannt, welche Preise für die Rübe der kommende« Enite iestciesrtzt weedrn. Man nimm an. daß zirka K 25.— pro 100 K'lacnamm angeboren werden, aber feste Preise könne» erst dann bestimmt werden, b»s der Preis für Rohzucker und Weißwarr festgesetzt scm wird. Deutsche AuS- und Durchfuhrverbote. Unter diese« T'tel ist vom Berkehrsbureou der Handelskammer zu Bcrlrn 6 2. Klosteestrai'e 41. die 7. Auflage einer Sammlung von auf die Aus- und Durchfuhr in Deutschland bezughabenderBestimmungm nach dem Stande vom 15. Dezember 1919 helansgegebenworden. Die Dutcktchrift kann zum Sklbstkostenpeeis von 5 Mark gegm Boieinsendung des Betrages von der genannten Stelle bezöge«, werden, J Snnshvudtev Warenbörse. Innsbruck» 12 Februar. An der heutigen Ware»-' borke waren angebvten: Garne, Kerzen. Paraffin. Nüffe, Fvtirn'erhol-. Tafelglas, Cchüffrln. Medizinflaschen, Hufeisen, Packpaprer. Nachfrage bestand nach: Textilwaren. Hülsen« srüchten. Oclen, Fetten, Kaffee, Fetnblech, Zmn. Zcnk, Kupfer» Messing und Bandeisen. < J Menachem Mendel. Ein Briekwechsel. Herausgrgebcn von Scholem-Alejchem. Aus dem Jüdischen übertragen von Sregfritd Schmitz. DaS dritte Bündel Briefe. „Millionen." (Händler, Makler und Spekulanten.> (21. Fstlfetzung.) 6. Brief. , Dch?tti.oS h i d'l a rs K S il wke an ihrrn Galten M-nach m Mend. l ln J<h> p. z. l /Dem hochgeehrten, edkn und mächtigen Herrn, dem weisen K n rer der Thora, dem hochgelchrtru Neb Menachenl M.ndel chrfürchllgcn G.uß. Erstens verrnelde ich Dir, daß wir alle, Gott sei dank, beim besten Wohlsein sind: g^be Gott uns, das gl'iche von Dir zu hören und nichts Schlimmeres. .Zweitens teile ich Dir mit, daß ich vrn Deinen süßen Briefen so wahr ich lebe, eine „Herzschwellung" habe; anschwell.n niögen meine Feinde berghoch! Vor kurzem erst warst Du, glaube ich, ein Zuckermacher; jetzt bist Du auf einmal e'n Geldverleiher, — wrhcr hast Du. G.'ld genommen? Und wenn Gott Dir wirklich einmal zu ein paar Rubel verholfen hat, mußt Du sie sofort in alle Winde verstreuen- Du hast mir doch selbst erst vor nicht langer Zejt geschrieben, daß Du da? erste bißchen Geld, zu welche,» Du kommst, mir sofort mit Postanweisung einschi.'kst. Wo ist das Brrsprechen? Doch die Mutter, sie soll lehrn und. gesund se:m rjrtt. wahrhaftig recht; sie sagt: „Liebe Tochter, auf G<ld von dort warte n'cht; denn" — sagt sie — „vytn Friedhof trägt man nichts zurück und besonders" — sagt sie ~ „von der schönen, lieben Stadt Jehupsz, brennen möge sie! Ich habe Dir schon längst" sagt sie — ,chaS G"rich ro t gckagt: G 'tt schütze mich vor Äerdit.'chewec N icheNt vo«: U .ckner Clia.'siöim, vor ä Konste nchner Tienstbo en, vor Mohilewer Aufg! klärten, vor Jehupezer. Hurern . . ." Sag' Mendel, hat die Mutter nicht recht? Doch was schert ihn Weib und Kind? Und Tag und Nacht bald das, bald jenes; nicht genug, was wir auszustehen hatten vor einem Jahre (nicht denken soll man daranl) mit der Kopeke, welche Mojsche-Herschele, wie wir meinten, verschluckt hat, — da denkt er diese Woche etwas Neues aus (das ist ein böser Geist, kein Kind!) und ist schon halb auf der ander'» Welt. Das. Kind war immer gesund und kräftig: Plötzlich sehe ich: das Kind ist kein rechtes Kind; es hält den Kopf nach einer Seite hin und schreit wie am Spieß. „Was ist Dir, mein Goldkindchen, sag', was tut dir weh'?" Er deutet mit dem Händchen nach dem link.n Ohr und schreit; ich küsse ihn, ich würge ihn, ich streichle ihn, ich prügle ihn, — er schreit unaufhörlich. Erst am dri.t n Tag habe ich den Doktor geholt und er fragt mich, der Obergescheite, ob ich^ dem Kind in) Ohr hineingeschaut habe?! Ich antworte: Nicht nur geschaut, ich habe sch^n mit einer Haarnadel horumg.'stochert, doch es ist nichts zu sehr»! Da fragte er mich, was wir am letzten Sabbat gegessen haben! Ich antworte: WaS essen Juden am Sabbat? — Nrttich, Zwiebel, Kugel — was wollt Ihr noch? Da sagt er: Haben Sie nicht Bohnen oder Erbsen oder etwas ähnliches gekocht? Ich an Worte: Großartig! Wenn wir Erbsen gegessen haben, so muß das Kind den Kopf nach ein r Seite halten und schreien? Da sagt er: Wenn Erbsen im Zimmer waren, so hat das Kind wahrscheinlich mit rohrn Erbsen gespielt und im Spiel eine Erbse in) Ohr gesteckt und die Erbse hat nun im Ohr angefe.ngeu zu keimen und zu wochsen... Kurz und gnr, er hat eine verrückte Maschine mitgebracht, hat das Klnd eine halbe Stunde geplagt und ans dem Oür beinahe ein) ausgewachsene Erüsenranke hrrauSgezogcn! DaS ist die Geschichte; ist daS nicht genug? D e gan^r Welt frißt angesetzte Erbsen und es geschaht nichts und bei mir müssen sich Wunder zutragen! Wie sagt die Mütter» fic sott leben: „Ein Pechvogel fällt aufs Gras und zerschlägt sich die Nase." Darum^ mein teurer Gatte, wozu brauchst Du Geldgeschäfte?. Wozu mußt Du mit Berditschewer Schwindlern und' Plaitegängern zu tun haben? Steck' lieber die paar Rubel ein und komm' nach Hause. Du wirst auch hier ein Geschäft finden. Wie sagt die Mutter: „Für Geld' kriegt, ma:. alles außer Fieber." So wünscht Dir viel Gutes und andaurrnd Glück Deine wahrhaft treue Frau Scheine-Scheindel. Um eines bitte ich Dich noch Mendel: Schreibmir nicht von Deinen Jehupezer Scharlatanen mit' ihren Kabsw.'iüern — ich will nicht einmal ihre unrcinrn Namen hören. Sie mögen ausgelöscht werden wie böses Feuer! Hör' lieber zu, was sich bei unK sü: eine Geschichte »»getragen hat: Levi, Mojsche-AronS nettes Söhnchen, Boris wird er gerufen nach seinem Großvater Neb Berisch, er ruhe in Frieden, dieser Boris, ein feines Früchtel, kommt diese Woche mit zwei Schamoßim ins Geschäft zu Libe, Mojsche-Mvkdechais Tochter und läßt sich LibeS Tochter Feigekrufen („Fanuitschka" hat sie sich selbst benannt!). „Fannitschka, meine Seele, zeig' mir einen Finger!" Fannitschka überlegt nicht lang und zeigt ihm einen Finger; und er zieht ihr einen Ring an und ruftüen Schamoßim zu: „Meine Herren. Ihr seid Zeugen, daß ich mich ihr verlobt habe nach dem Gesetz! Natürlich gab'-' Geschrei, Lärm und Getümmel. Libe ist in Ohnmacht gefallen, die gan e Stadt hat sich versammelt, die Leute haben sich in die Sache hincingemischt, es kam vor den Rabbi. Der Rabbi sagt, daß der Lump ihr ein?» Schetdebr!ef geben muß; da sagt aber Fannitschka, daß sie keiiun Schndebrief will; sie hat sich ihm scho» lange v7L'pro.h.n. Das ist also eine Liebschaft zwischrzz ihnen und dir ganze Sache war längst abgekartet. «** Was sagst Du zu diesen Leuten? Soll nicht all meitzr Unglück aut ibren Kopf fallen? iSom'Ltuma. iolal^