Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 381 (13.2.1920)
- Date
- 1920-02-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Re SSI Mm. Freitag ' t.i >>« > >> »», . ..-— - ..■ NMe von Existenzen, die eigentlich keine Existenzen find. W hat sich jetzt -er Bevölkerung eine gewisse Stimmung des Pessimismus bemächtigt. Dieser Stimmung dürfe« wir nicht nachgeben. Wann wir zugrunde gehen, ist es unsere eigene Schuld, diy Schuld Oller, weil sie es nicht verstanden, in der ge* Kührlichen Stunde und zur rechten Zeit zusammenzuhalten. Bir leben in einer neue» Zeit, OK tvich nicht so gehen, wie eS früher gegangen ist, aber gehen, wich es, wenn alle und wenn wir unsere Pflicht -UN. Was mich so erfüllt, uch um was ich Sie dringend Men möchte, ist, daß Sie überall einwirlen, baß das gwie Wt-verstLn.dni» zwischen Stadt und Land aufgeklärt werde. Die Leute verstehen sich nicht. Am Lande hat «um vielfach keinen Begriff von der Lage, in der wir «ns befinden. Es ist für jeden schwer, hier durchzukommen. Ich würde Me bitten, Hatz diese Kluft zwischen Stabt und Kund unsererseits nicht erweitert werde. Me Fspdenmlqo« der Staatsanaesteüte». r\ Gestern nachmittags fand eine vom Bunde der fozialisti» schenStantsantztzstellten veranstaltete Versammlung in der Volks- Halle hes Rathauses statt, in der die Forderungen der öffentlichen . AngestÄlten erhoben wurden. Sämtliche Redner besprachen die Rotlage der Staatsangestellten und die Unmöglichkeit, unter den gegenwärtigen Verhältnissen auch nur Halbwegs aMommen zu rönnen. Zn der einstimmig angenommenen Resolution wird erklärt, daß die bisherigen Bezüge vollkommen unzureichend §ind. Angesichts der täglich größeren Teuerung aus allen Ge- «eren wird et» Existenßrnimmmn von 3000 Kronen monatlich »Nd Unentgeltliche Abgabe der auf Karten lautende» Lebensmittel an die öffentlichen Angestellten, gefordert und die schleunigste Stattgrburig dieser Forderung -en verl«»gt. Die interalliierte Kontrollkommission. Zu der Meldung von der Entsendung der interalliierten Kontrollkommission nach Wien wird uns von informierter Veite noch mitgeteilt: Die Liste, die ursprünglich für die KoEnandiecung fremdländischer Offiziere nach Wien aufgestellt wurde,' umfaßt ungefähr 102 Offiziere. . Die Zahl der Mannschaftspersonen war aus dieser Liste nicht ZU ersehen, doch dürften ungefähr WO Mann inS Auge gefaßt worden sein. Iw der Offiziersttste waren jedoch die sogenannten administrativen Kontrollosfiziere nicht inbegriffen, so daß sich bei Einrechnung dieser, wohl annähernd die gemeldete Zahl von 200 Ententeofftziercn ergeben würde. Ueber die Zusammensetzung der Kontrollkommission schweben gegenwärtig twch Verhandlungen; diese dürften jedoch bald zum Abschluß gelangen und. man hofft, haß die interalliierte Kontrollkommission aüf, ein den tatsächlichen Berhältniffen Oesterreichs entsprechendes Ausmaß begrenzt wird. Telegramme. Die' Berhandlnngen betreffend dis Kreditbeschaffung für Oesterreich und Polen. Paris, 12. Februar. Die Blätter bringen in Londoner Meldungen den Wortlaut des Antwortschreibens Chamberlains auf die Einladung zur internationalen Finanzkonferenz. Chamberlain hält es für notwendig, auch Ausnahmen von dem Grundsatz zu machen, daß Regierungsanleihen tunlichst einzuschränken sind. Gr teilt mit, daß er gegenwärtig mit den Regierungen Kanadas, der Vereinigten StaatelMFrankreichs und anderer Länder unterhandle, , um^D e st e r r eich und Pol eu Kredite zum Ankauf von Lebensmitteln und Rohstoffen zu gewähren. Chamberlain weist weiters darauf hin, daß die Lage überaus schwierig sei, und i daß die englische Regierung kern Mittel von der Hand weisen werde, das eine Besserung herbeifiihren könne. Wenn ein neutrales Land oder der Völkerbund England zu. einer Konferenz einlade, die tatsächlich alle in Betracht kommenden Interessen zu vertreten geeignet fei, werde h.ie englische Regierung teilnehmen. Beratungen der interalliierten Donaukommisfion. Budapest, ig. Kebrnar. Die intevalliieröe Donaukommission, die bis -tum Zustandekommen des allgemein 7 n F.iedenS die Donaunngelegenheiten erle^izt, hat gestern in Budapest ihre Beratungen abgeschlossen. Die Leitung führte der P Z'idrNt der Kommission, Admiral Tr0ubrid ge. An d.n Beratungen nähmen die Vertreter der folgenden Staaten teil: England, Frankreich, Italien, Belgi:n. Iugoslawren und Rumänien. Deutschland, Oesterreich, Ungarn nmd Bulgarien werdenau den Arbeiten erst tettnehmen, wenn her Friede mit sämtlichen Landern ratifiziert sein wird, worauf dann die interalliierte Donankomwi'sion zur Internationalen Donaukommisswn uingestaltet tverden wird. Die Beratungen dauerten eine Woche. Gegenstand der Brratungen bildeten die Richtlinien, die bet der im D-e^ zember m Belgrad ab gehaltenen Konferenz sestgestellt worden waren. Die Kommission stellt« fest, daß als die höchste Ausgabe die Sicherung der freien Schifffahrt auf dev ganz?» Donau für jeden Staat und für jedes Bott zu betrachten ist. Es wurde beschlossen, den hydrographisch n Dienst der Donau zu zentralisier n sowie eitt An'tSölätt h.'rays',ugsben. das di? Hydro* graphtjchen Meldungen sowie sämtliche die Donau be» tveffendcn Berlehrssrageu und alle Mitteilungen der ^onaukoyrnrEion verlarNbaren soll. Gegenstand Wiener MoegenzettunA SOEBEN ERSCHIENEN Nt\ $ der „Jüdischen Zeitung“ AffS DER nsHALT: Die Innere Krise in der deutschen Assimilation. Erwachen und^Erstarrung. Die, MIsrachi'Wöltkonferenz. Ifidische Universität In Palästina. Die jüdische Qemetndekonferen* in Litauen. Der Kampf d neuen jischub um d. Selbstbestimmung Aus Palästina. Rundschau, Zionistische Bewegung. Veretnsnachrichten. Jüdischer Nationalfonds. Preis der Nummer K l —. ln allen Trafiken, Buchhandlung R. Löwit, L, Rotenturmfitr&sse 23, und in der Administration der „Jüdischen Zeitung“ * iL, Taborstrasse i— 3. «nr eingehender Beratungen war auch die Frage der Remorquage durch dds Eiserne Dor sowie die Frage der Instandhaltung d^S DonaubeckettZ- Die Jnstaadhaltungsarbeiiett werden von den Üferstaaten ducchgeführt werden. Die Kommission wird darüber wachen, daß jeder Staat dieser Verpflichtung nachkonnnt. Bezüglich der van jeder Schiffsladung zu bezahlenden Gebühren wurde .festgeftellL. daß diese nicht den Charakter von Zöllen haben, sondern nur den Gegenwert der Leistungen darstellen werden die die Donäukommissbon im Jntercsss der'Schisfahrt und Zur Dockung der administrativen Tätigkeit der Kommission einheben will. Der internationale Gerichtshof. Poris, 12. Februar. Die Blätter berichten aus London, daß bei den Beratungen dc§ BölkerbundrateS die Frage des internationalen Gerichtshofes einen breiten; Raum cimtcfimnt werde. Es sei beabsichtigt,, die Befugnisse dieses Äenchlßhoüs sehr weil zu ziehen und ihm alle Angelegenhetten zuzuweisen, dir früher dem Haager Schiedsgenchtöbos zustanden. Vom Rate fei bereits ein'Komitee m» der Ausarbeitung des Statuts sowie tmt der Auswahl der Persönlichkeiten, die Mitglieder des, Gerichtshofes sein sollen, betraut worden. Der Gerichtshof werde Schiedsrichter in allen internationalen Rechtsfragen sein, doch werde in Stieitigkciten, die zu einem Kriege führen könnten, die Entscheidung vom Rate des Völkerbundes selbst getroffen werden. Die Entscheidungen des Gerichtshofes, besten Sitzungen in Permanenz stattffndcn, werden inappellabel sein. Gefecht zwischen Engländern und Türken in Konstanrinoper. London, 7. Februar. (Privat.) Vor kurzem wurde eine britische Mi l i 1 ä r a b t e i l u n g, die im Begriffe war, das nach dem Waffenstillstand von den Türken abgelieferte Material fortzuschaffen, auf dem Verladeplatz Akbaschi Liman in den Dardanellen von einer Bande türkischer Irregulärer angegriffen und unter Feuer genommen. Wie nun aus Konstantmopel hierher gemeldet wird, haben am 2. Februar britische Truppen als Vergeltung für diesen Angriff dasMatschka-Arsenal in Konstantmopel ohne jeden Zwischenfall besetzt. Bei dieser Gelegenheit j wurde festgestellt, daß der Volksglaube, wonach dieses! Arsenal durch einen langen unterirdischen Korridor mit dem Bosporus verbunden sei, den Tatsachen entspricht.- DenMrr festen England. Wien, 12. Februar. Der Ukrainische Preffedienst berichtet: „Bobrujski Kuryer" meldetdaß Denikin aus der Krim ein Telegramm versendet, in welchem et in! schärfer Form gegen das Verhalten Englands protestiert! und von England Antwort fordert, ob es noch weiter! das „große unteilbare Rußland!' unterstützt, j Im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch Denikins haben die russischen Blätter „Welika Rossija". das Organ Struwers, und „Weczernoje Wrmja", das Organ Suworins, einen deutschfreundlichen Ton angeschlagen und sich in heftigen Ausbrüchen gegen die Eiitente, besonders aber gegen England, wegen „dessen Kokettieren mit den Bolschewiken gewendet. Englische Berichte über Rußland. London, 12. Februar. iKorr.-Bux.) Bericht des 5triegsministeriums vom 8. Februar Über die Lage in Südrußland : Die Roten Truppen haben ihren Vormarsch in der Richtung des Dnjestr fortgesetzt. Die bolschewikischen Streilkräste, die durch die Meerenge in die Krim eingedruugen waren, sind nach ihrem Ausgangspunkt zurückgeschlagen worden. , Die Bolschewiken versuchten neuerdings, den Don zu überschreiten, doch war ihr Bemühen erfolglos. Sie erlitten hierbei schwere Verluste. Westlich vom Kaspischen Meer schlugen die Truppen Denikins den Feind weiter zurück. Die organisierte Arbeiterschaft Amerikas gegen den Kongreß. Berlin, n. Fkbrnar. Der „Loknlanzrifltr" meldet aus dem H-wg i Wir aus Wnihmsitvn pi-tneldet wird, baden die orgarnsteucn Arbeiter der B reinigten Smaten» 3 Millionen an der Zahl, einen polüischm Feldzug bcabnnm und e«e Erklüruna erlasten, worin heftig gegen btt BrstWsse deS KonsnestrS pioteft'.nt wüd.. Es wurde eme Kounmfswn rinnnul zur Bekämpfung derjknigrn Präsidcntschailskandidaten. die den Forderungen der Arbelter feindüch geaenübrrstehe«. 13. Februar 1920 mni Der neue französische KamrnerprLstdent.^ Paris» 12. Februar. fHaoas.) Raoul Per e'jj ist mit 372 von 405 abgegebenen Stimmen zum Präsidenten der Kammer gewählt worden. %. Llohd George kündigt einen Kampf gegen die direkte Aktion an. Ä London, 13. Februar. (Reuter.) JJm Laufe der Unterhaus debatte über die Antwortadresie auf die Thronrede sagte 8l Otzdj George, als er auf den Antrag der Arbriterpariei bekestendi die Verstaatlichung der Bergwerke zu spreckm kam, er lehne daq Grundsatz der Berstaatlichung ab. Auf die Drohung mit «mttj direktrn Aktion erkläre er, eine direkte Aktion bedente die Herrschaftz einer bevorrechteten Minderheit. Dagegen werde die Regierung bis ...... Der Auslieferungskonflikt. Berlin, 12. Februar. Die «Börsenzeitung^ meldet aus Hamburg: In der Frettagsfitzung des Völker-» bundrates soll ein Antrag zur Diskussion gestellti werden, einen ständigen internationalen Gerichtshof einzusetzen, der sich mit der Aus-i lieferungsfrage beschäftigen soll. In Pariser polttischeiL Kreisen werde angenommen, daß durch die Einsetzung! eines internationalen Gerichtshofes die Auslieferung-^, frage eine für alle Parteien befriedigende Lösung erfahren solle. „Rucksackspartakisten." München, 12. Februar. Die hiesige PoNze:- direktion hat eine Verordnung erlaffen, in der sie vor den in letzter Feit um sich greifenden Straßen^ demonstrationen warnt und darauf hinweist, daß biej nationalen Demonstrationen von unlauteren Elementen,! sogenannten Rucksackspartakisten, dazu benützt werden,! um arge Ausschreitungen und Plünderungen zm begehen. Die ungarische Friedensdelegation in Paris^ Paris, is. Februar. Die ungarische Friedensdelegation ist heute-unter Führung des Grafen A p p 0 n h i hier ein^etroffe»^ sie wird morgen früh dem Sekretariat der Friedenskonferenz ihre Bemerkungen zu de» von den Alliierten vorgefchlagenm Be^ dingungen überreichen. Der Weiße Terror in Ungarn. Budapest, 13, Februar. Auf Grund der durchgeführten Disziplinamntelsuchung hat der Ünterrichtsmin'rster IS Profestoxm und 13 Profestorinnen wegen ihres Verhaltens während der. Proletarierdiktatur zum Verluste ihrer Stellungen verurteilt. Sie können 6 Fahre hindurch an keiner unganschm Nnterrichtsanstalt an gestellt werden. .■ v , Nikolaus von Wasstlko soll ausgettefert werden. MLHr.-Ostra«, IS. Februar. (Privat.) Wie polnifchk Blätter melden, befindet sich auf der Auslieferungsliste der Entente an Oesterreich auch der gewesene ruthenische Abgeordnete Baron Nikolaus von W a s s i l k 0. — B r l r n s k i-L Name» sei durch einen Racheakt P a d e r e w s k i S, der M Todfeind isi. auf die Liste gelangt^ * Am polnischen Meer. Danzig, 10. Februar. (Privat.) Heute haben die poluiichck Truppen mit General Haller ander Spitze die Stadt' Putzig m der Nähe von Danzig cm der Meeresküste beietzt. Diese Ortschaft beherrscht die den Polen durch den Versailrr Friedensoertrag zugesprochene Meeresküste. Die B e s i ye r g r c i f u n g d e r K ü ft e fand in feierlichster Weise statt. Die polnischen Kavalleriesoldatcn ritten einige Schritte in dir Ostsee hinein und übernahmen auf diese symbolische Art hie Meeresküste in polnischen Besitz. Auf Veranlassung der Regierung wird dieses Ereignis in ganz Polen gefeiert. In allen Stadien werden die Kirchenglocken geläutet. In Warschau fand aus diesem Anlaffe km.' feierliche Sitzung des Reichstages statt. In ihr . wurde beschlossen, einen eigenen polnischen Nativnalhasen z» .errichten, um sich von der Abhängigkeit de§ Danziger Hafens fvet zu machen. Die Vsrfafsunftsfrage in der Tfchecho- Slowakei. Prag, 12. Februar. Bei den Verhandlungen des Ministers Sv ehla mit den Parteien über bie Verfassung^ e n t w ü x f e ist noch immer kcme .Einigung erzrelt worden. Dagegen fei daS Sprachengesetz fast schon fertiggestellt. Bayrische Waffen- und MunitionSlieferunge« an die Tschecho-GlowaKek. Prag» 12. Februar. (Tel.°Komp.) «Pravo Lidu" meldet» daß die tschecho-slomakische Regrerung derzeit nach Bayern Z n ck e r und Kohle liefert und dafür Waffen und Munition eintauscht. Im bayrischen Kabinettsrat, so meldet das Blatt, wurde beschlossen, daß im ganzen an die Tschecho- Slowaker 16.000 Mausergewehre, 10.000 Karabiners 2000 Maschmgewehre mit je 10.000 . Schuß, 100.000 Artilleriegeschoffe und 5000 Reflektoren geliefert werden. Bayern erhält dafür als Kompensation 40.000 Tonnen Kohle und 30.000 Zentner Zucker.' Eingesendet. Brillanten, Platin, Münzen .Perle n Uhren, falsche Zahne, alle Sllbergegenständc verkaufen Sie am beeten direkt dem Juwelier und Goldarbeiter 8. Holxapfe! Wien, VI., MariahiKerstrasse 79 oder Werkstätte: I., WoUzeile 17/13. «** I