Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 381 (13.2.1920)
- Date
- 1920-02-13
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 83% known words query
- IRI
…/2979076-2979416-2979459--03359-2988980- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Baku 1× ep/1000527
OCR text
Seite 2 Wien. Freitag Wiener MorgenzektuniS Februar 1920 Nr. 881 Her STöniflSfrofle schlüssig 5» werden. Dem Oberkonnnandanten Hortliy wird diese Wenning der Dinpe nicht ungelegen kommenseine Gegner bezichtigen ihn ohnehin. daß er an keinem anderen Thronvrätendenten als an sich selbst Interesse habe. Jedenfalls bat er es bereits so weit gebracht, daß man Non seiner Ernennung znm Gonvernenr dnrch die Nationalversammlung als einer vollendeten Tatsache spricht'.; Er hat sich auch bereits um einen Ministerpräsidenten nmgesehen, natürlich einen politischen Schwächling, den Bischof P r ohaZzka, der ihm bei der Verwirklichung seiner politischen Aspirationen kein Hindernis in den Weg legen durfte. Daneben ist sich Horthy auch der Gunst des Großagrariers Nnbinek bcw"ßt, der noch iminer damit rechnet, daß die Landwirte nach den Stichwahlen und nach der Durchführung der Wahlen in den von den Numänen zu räumenden Gebieten jenseits der Theiß die absolute Majorität im Parlament erlangen werden. Friedrich bingegen, der seht selbstverständlich alles daran setzen wird, um die Plaue seines Todfeindes Hortby zu durchkreuzen, läßt kein Mittel unversucht, um durch die Aufrollung der- Boden reform frage * eine Bresche in das ohnehin nicht mehr.feste Gebäude der Partei der kleinen Landwirte und der Großagrarier zu schlagen. Einer, den sie als ihren Nationcilberos l)'m> stellen und von dessen Wirksamkeit in Neuilln sie sich eine Verbesserung des schlechten Friedens erhoffen, hat sich ganz in den Schmollwinkel zurückgezogen: Graf Albert A p P o n y i. Seine Rückkehr zu den Friedens« Verhandlungen dürfte, wenn nicht alle Anzeichen trügen, der letzte politische Schritt, den Apponyi für Ungarn getan hat, sein. Indes spielen die Magnaten ihren letzten Trumpf aus: Sämtliche Generale -- Horthy allein, aus« genommen — haben um ihre Pensionierung angesucht, weil Friedrich bleibt. Und er wird , ruhig weiter bleiben. jßfottH : Di» W **vn*tl Dcr „Tcmps" veröffentlicht Jefct den ausführlichen Text der Reden Lloyd Georges and Eurzörrs im englischen Umerhause. Lloyd George erklärte zur russischen Frage, alle britischen Truppen seien aus Rußland zurückgezogen worden mit Ausnahme von Baku, von wo sie trotz Einspruchs Georgiens und Asorbeidschans nachKonstantin« o p e l gebracht werde, wo ihre Gegenwart notig sei. Europa könne nicht Wiedererstehen, wenn cs der Hilfsinnrel, die Rußland zu bieten habe, beraubt bleibe. Es sei ein« leuchtcnd, daß man Rußland nicht mit Waffengewalt besiegen könne, selbst wenn die Randitnaten sich an dem '-vor, marsch beteiligen wollten. Weder Frankreich noch die Vereinigten Staaten, noch auch England könnten die Kosten tragen. ES bleibe also dre Alternative des F r i e d e n S s ch l u . 1 e S mit Sowietrußland. Hier aber müsse,erst die Beobachtung ein Urteil ermöglichen, ob Rußland aus.sein barbarisches Vorgehen verzichte und ob die bolschcmrkrsche Regierung sich zum Prinzip der Zivilisation bekehrt habe. Der Handel sei geeignet, Rußland zur Vernunft zurückzuführcn. Uebrigens könne Europa nicht auf die Hilfsmittel Rutz.audS verzichten. Vor dem Kriege habe Rußland ein Viertel des gesamten Weltgctreidebcdarfes-und ein Drittel deS Weltbuttcrbedarfes geliefert. Die von Rußland gelieferte Getreide« menge habe 6 Millionen Tonnen betragen. Dicke Z'sfern sprachen genug. Während in Frankreich, England und Italien die Teuerung fortschrelte und in Zentraleuropa Hungersnot herrsche, seien die russischen Speicher überfüllt. Es sei aber unnröglrck, aus Rußland Getreide zu holen, während Armeen über die russische Grenze dringen. Die Lage in Europa sei ernst. Er spreche in voller Kenntnis der Verhältnisse und müsse dem Hanse eröffnen, daß es nur ein Mittel gebe, die Ereignisse sicirmch zu überwinden, die vielleicht noch bevor stehen, nämlich der Anarchie kraftvoll entgegenzutreten. Die Stelle in der Rede Lord CurzonS über die Not» Wendigkeit einer Nevksion deS Frrcd -»nS- Vertrages lautete: Keiner der Männer, die den Vertrag ausgearbeitct haben, hat sich der Meinung hinge,,eben daß dieses Werk vollkommen fei. Dickes hat sich im Laufe der Zeit geändert. Wenn Deutschland seine Absicht kuudgeben sollte, die Verpflichtungen des-Vertrages getreu zu erfüllen, dürften ihm die Alliierten ihre Hilfe n i ch t v e r s r a e n, um cs ihm zu eriilöglichcn, seinen Platz in der Gemei'ckhakt der zivilisierten Völker wieder einzunchmen. Leider vcrur» fachen uns die Abkommen, die wir in der ersten Je t deS Krieges mit Frankreich, Italien und anderen All'icrtrn ge« schlossen haben, heute mancherlei Schwierig? c-ten Ihre Wirkung war nicht vorauszuschen und muß als D>uck ernpfurrden werden. Das Londoner polnische JnformaNonsdureau über di"; Laos dev Inden in Pol^n. Das po^n'sche Jnformasionsbureau in London hat in der Presse eine lange Er'lärnnq übr die polnisch» jüdisch n Best h ingen peröffen licht. Ss,' sch i it im Zu« sammenhing mii te-n Berich: Sir Siuar.- Samuels üb.'r fe'n: M fcko.» in Po en zu stehen. Ire ch r wohl noch nicht veröfsen i ch: ist. aber nach Sa uuelö drsh.r gen A.uße« rungen süc Poen mch: güistig ist. Die-polni'ch? E kä.ung gibt e'ne Uebcriht über die poli ilchr S eckunz der Juden in P cken und verweist auf die U sch n dcr .best'e wen Sch.oi'rigc! eu". Als Kaup^urrache. per Sch.o.eriglecken für hio LötU.rg deS fo.'n'!ch iildi'chm P oülems bezeichnet die Erklär ng die Par ei n ersp istcr -ng unter den Jn^en P.'len^, durch welche es der Negierung unmöglich ist. fest'»stellen, tre che Par ei den weh eu Wicke r d'r Bevölkerung au-;-« drückt mV mit we ch?r sie (die Reg'rrnng) zu rechnen habe. H'e."uf w7v'cn die einzetnen 'üd'sch'n Par ei m in Pv'n (Schlvire Emnnei Js ael, Mi rachi, Zionist n, Vo k sa. e', Unckhän-ige rolr.iich' Juden, Fö eration rer Tp 'tn mo'a! ch r Ko frssion, Poale-Zion. Vcr.'nlg'e sü i-ch' Co 'a istrn und - er Tu V) aufgewühlt und ihre Ziele erörtert. Die Erklärung schließt mit folgenden Morten: „Eines kann wenigstens gesagt werden, das vielleicht in der Zukunft die Angelegenheit erledigt wi id: daß die Polen und ihre Regicrnng den wahrhaften Wunsch h'gen, den gerech en Fordernnzen der Juden nachzu vmmen. B'ele polnisch - jüdische Konferenzen wep en a^gehal e : uwd"d-'r Laud.'az hat e'n bcsvndr:s Komi ee e n di tz', M chrs sich mit der ist Ischen F age zu bcschäfstgen HU, ferner auch ein Subkomi.ee. welches zur Un ersuchuug der ganzen Frage bereit ist." ' Der letz'e Cad der Erklär,nz soll wch" -um Ausdruck br'nze.i, daß «3 nur aus die Iu en a koinmsi die ich velen e r F ageu" zu ..uniersucheu". Das v.rcheöt de wi-k ichen. Ta s'chen: daß es nämlich n'cht auf Untersuchungen, sondern aus den Wicken 5?ir Lö>u:g ankommt. Er ist bei der Mehrheit der Juden — trotz alt.r Parteienzer,-plitt-.'rung — einheitlich. Die Erklärung besagt, daß die polnische Neg-ecunz und das Volk den geroch en F.'r erung.'n der Juden nachzukommeu wünschen. Das ist rin Wog. Die Reg'eri-ng Po'ens braucht nur Grafit zu machen. Der Wicke der Judcn ist vorhanden. Die Drrentfrage. »P e t l t Pa r i s i r n" schreibt über die Orientfrage, daß dicke sckrr behrrtirun behaodctt wrrdcn müßt, daß man j'doch honen könnr. üe m ab'e' b.rrrr Zeit erledigt zu lchcn. Als ln luär ichrr Dcrikh:erstat1cr für die 1 ü r k r s ch e Frage ser Gckreräl Fr an ch et d'Eipere^ nach London gegrngrn. Zn London würde die rürtische F.age nur >n großen Umrissen erledigt werden, die endgi'l -ge Lösung und der FrredcnLvrrtrag mrt der Türkei wü'dm in Pr-iS mstaildekonunen. Jnr Unterhaus sprach Lloyd George Über denFrrcdensvertrag mrt der Türkei, Über den in Paris hö re verbandUt werden sollen Er irtbst und se ne M.uistukollcpen hauen sich mu grötz cn Honnungcn nack Paris begeben, oder polrtrsche Ereignisse, inöbciondere der Rücktritt Clunrnceaus. den der M Nisterpräüdeiit au'richug beklage, hätten währcnd des P arier A'ifenthältcS den E n'ritr in Berh rndlungen über dre Türkei unmöglich gemacht. In der Londoner Konferenz werde nun dre Frage w eder gufgegriffen werden. ^Messagcero* schreibt über die London'k N'isr N i 1 t i s. daß Ztal cn in türkrschen.F.aae d n G und'atz der rr-rirorialen JrUkgrität dcr Türkei verteidige und ihn als Grurrdlage bei den Londoner Be.h mdlnngen brnüyen werde. Bor seiner Abreise nach London ^hat M niü'iPräsident M ill erand der Senatskomiu ision tür aukwärtig' Angclegen« heten die Berlcki.ie zwischen Frankreich nnd England vom Jahre 19lß de üstich Syriens nMgetcilt. D.cke Bcrtii'g: würd n als Grundlagen der j:pt m London ab'.urchlictzenden Bcreinbarungrn dren-'n. Frankreich be.'bsrch'igi', ,n Tycien st n Mandat im Arcktrag des Pölkk l i'Ndes dnrch-nführen. Zn der Küüenzone sei die fvan3 zönsch - Buwal ung ringerichtct. Dre brn»'chen Dnppen seien rückbeur cn und durch 3.i(HK> Mann Iranzösi'cher Truppen ersetz' wo'den. Was Konstantinopel anbrlrikst, so seen zwe, Meinungen vo: tmnten. Die eine Gruppe wolle die Türk n in Kenstanüuoprl belassen, die andere sie aus Emova vcrtre bm. Fiankruck sei mrbcdmgl für den Bcrblrib der Türken in Konstantmopck. Paris, 12. Februar. D:r Kammrransschuß sü: anSwäitige Augckcgeuhertcu hat e ne Taaesvi dnung aug.nommrn, worin zum Ausdruck gctrachr wird, daß die Neü-te Fcankrerchs m Konsianun« opck, Kle-nasi n. Shricn nnd B a l ä si i n a im Sinne dcs im Jahre 1916 gelrosfene» Ablonnnens pevahrl werden sollen. Der VAlrsrbundrat. Ans London. N. d. M., wird berichtet: Heute mittags >si der Rat deS VStkerbundcs im St JamcS-Palast un'er dem Vorsitz B o u r g t o t S. der b e Erosinungsansprache h etk. z«. jamnungctletm. woraus der Rat das Programm Mu r Beratungen fcsisetzte. RachmrltagS 'owre morgcn siaden geheime Sitzungen sia'1. Frriiag hält der Rat eine ofseniliche Sitzung ad, um Ve« sichre über verschitdene Fragen enig'gcnznnrhmen. FerrarS cJlalen) «st Berichter stauer tür dir einzuisihrmde Gerichtsordnung, beim BLlk.rt'iind. ZaklamanoS lGr echenian^ ,ik die Be wal ung d S Saugcb'ctes. Hymans (Belaien) über das Ctg'u: von Danz g. Qnmoncs de Lcon lSpanicn) über die Tiansi.srage. Bourgeois lpub Freitag die Frage der Errichtung des permanknicn internationalen Gerichtshofes behandstn. In dufer Fiagc wird der Bölterbnnd ein Koni'tee ernennen. daS e>nen Bericht über eine rmhe-lliche Lö ung dem Völkrrluude nu'erbreiten werde. Balfour werde d>e Frage der Schweizer Rcu'ralitäk und M a tf ui (Iwan) Hw F r a ge der Minder« Helten in Polen best rechen. Foch kommt nach Polen. Berlin» 12» Februar. Der ..Lokalanzeiger^ meldet an- Paris; De> Koirespondent der..T'meS* meldet g«SWarschau» daß nach einer Mtit^lung des ChcfS der trau ösit'chen Militär« m ssion Mai schall Fach in den nächsten Tagm nach Polen ' fOiiune» wude WcNers e>klärte d r Chef dcr «ran ösist! en Mtli'är* mssion. daß der französische Gne ilstib beim votnkchen Heer ausgedehnt und daß- Frankeich den PoUg in ibttu» Kampfe gegen dre Bvstchewürn l.chm «erde. Inland. N<^tronalvcr''ammfunq. Für dir heu i-e Srtz'inz der NationilvrrfammlunA ist eine aussührlichr Ecö.terunz d.LS SwcikS in der A u k e r b r o t f a b r t k zu erwa cken wo au) zu er ehen ist, daß bis öst:rretchi'che Konstitrtanw kaum dringendere urch gcwichsigere po'i i'che Sorg'N hat, als der Gemein'eaus'ch'lß v n Aroß-Mugl. Die Christlich''-zial^v haben sich niimlich noch gestern cntsch'ossen, in dcr er« wähnt-"» Angelegcnh rt eine dringliche Anfrage av die Regü'runz zu richwu. über die iu der HauSsitzung verhandelt werd n wll. Im Zusamm-.'nhange damit wurde gestern im Parlament davon gesprochen, daß die Koalition wi'der einnral vor ihrem End« stehe, man wollte in.der Salrburger Länderkonfer/nz, dir So: n ag ihr: Beratungen über die Versassungsreform au'nimmt, ein: Art Gcaenparlament erblicken. daS die Nctionalver'ammlung beiseite schwben und selbst dl« Staatsgwalt übernehmen könnte. Man hörte auch das schon seit M niten boiportierte Gerücht wieder, daß dcr Wi ner Poli'.eiprä'id.'nt Schober an der Spitz« eines Beamten >^snetts, dem von jed.'r ded"-r! große« Part i n e Nationalve.'a mtung je «i i Si ats.'ckrc lli ohne .Portese.z^.e als parla!:!en'arifch!.'r Vertrauensmann beigegeben werden solle, die gegenwärtige Regi rung ablö n würde. Hier handelt es sich n?/ ürl ch wi.der nur um Stimmungsmache und Couwir« g schwätz. Die großdrut'che Verciuiguni hat gcste-n über dt« Wehrvorlage beraten und festgostellt, es wäre das beste, von d-.r Mshaffuni einer Ariueo überhaupt ab Zusehen. Die Fassung des RegicrungscnrwurfcS ent« spr ch; dem Rätesystem und sei schon deshalb unannehmbar. Auch sei die Vorlage technisch verfehlt. -» Wir n öcht-cn da an erinnern, daß Abg. Stricker als erster in der Nati^nalver ammluug g.'gen die Schaffung einer Beruföarmee Stellung genommen hat. Unterausschub das Finanz- und Bndgetansschusses. In der grsirigen Sitzung de- UnterauSfchusieS zur Vor« berastma dcr großen BeunSgenSabgabe stelltt der Bolsirende zn« näctrst f.st. d rß >m Commu« qus über dre 4. Sitzung dre Fasiung des § 9 irrkümlich aufgenommen wurde. Dieser Paragraph wurde v elmckir vom Nmerausichusse mrt folgendem Woulaute «»Hell a ancrcnommen: 8 3. Den Gegenstand der Abgabe bild't daS Neinvermöge» d'S Abg rb.pflich« gen. das ist die Gesam Heck seiner abgabe« psl chl gcn Bermogen'chaflen. vermindert um die abzugölahrgm Schuld-n. Lrsten und der foustigrn z-.üä sigen ÄbzngSvosten. Dre 88 6 brs S der Negrcrungcvorlage wurden grund« kätzl'ch rn der Frfsuug der Vorlage angenommen. Bezüglich der 88 5 un) lv w rd di« Negierung auf Grund der rm Verlaufe der Debatte geäuijenen Anregungcn neue Formulicrungsvorschläge vorlegeni Präsident Hauser über die Lage. (Origmalbericht der ,Wr. Morgen tg?) L < n z, 11. Februar. In der letzten Sitzung deoberösterreichischen Land« tageS hielt LarkdeZhanPtnrann Hauser eine Rede, in der er unt^r anderem anSsührte: „In dieser Zeit haben sich verschiedene Ereignisse abgespielt. Ich nröchte nur mitteilen» daß die Ernährung im allgemeinen eine nicht befriedigende ist. ES haben sich Schwierigkriken herausgestellt, wo wir solche Schtvierigkeiten nicht vermutet haben. Oberöstcrrelch wird iu Wien und auch anderswo ganz falsch beurteilt. Man geht ln den andere,» Ländern von der Annahme au», bah wir in Obecösterreich im Uebersluß leben und söcmlich in Fett schwiirrrnen. Es hat sich daS neuerdings wieder heranügestellt der der Entsendung einer Da,»»e in die Ferienaktion. Sogar vom Anslande, von Schweden und verschiedenen anderen Ländern haben wir die Auskunft erhalten: Ihr braucht nicht-, ihr habt genug i,n Lande und eilte Hilfe ist deshalb nicht notwendig. Es war znm Beispiel notwendig, gerade in der Weihnachtszeit, daß in Wien infolge von Verkehrsstockungen die Mehlquote verkürzt worden ist. Um dl« Sottdarität ausrecht zu erhalten, hat die StaatSregierung uns verpflichtet, daß wir diese Kürzung auch in Oberösterreich durchführen. Viele haben eS eingesehen, manche aber auch nicht. Bei diesen Anlassen ist ezu gatiz bedeutenden Störungen der öffentlichen Ruhe gekommen. Ich leg« großes Gewicht darauf, daß jeder Beamte da- Gefühl hat, er ist wegen deS Volkes da. Ich lege großes Gewicht darauf, daß jeder Beamte weiß, die Macht und die Stellung, die er hat, die hat er vom Dolle hekomnl-n. Sr ist der vraustragte der Republik. Jetzt haben wir die unhaltbare Lage, daß -um Beispiel das Fleisch ln Nlsderösterreich und Wien 15 Kronen und bei unS 5 Kronen kostet, in Salzburg 9 oder 19 Kronen, also auch mehr alwie bei uns. Ich möchte es den anderen Läubecn begreiflich »nachen, daß man die Preise gleichmachen sott, aber nicht nach oben. UnS bringt der Schleichhandks um. Ich muß ean dieser Stelle wieder sagen, daß ich «s sehr bedauere, daß bei unserem ke r n b r q v e n oberösterreichischen Volk her m a t e r i a l i st i s ch e Geist d«r MammouiSmuS in seiner Seele Eingang gesunden hat. Ich nmß «S bshauer», baß manch« Heut« durch «inen großen Stoß blauer Zctwl glücklich zu werden meinen. Und der Scläetchbandcl zeitigt wieder aiwere Dtnae. W Ltbt «in»