Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 376 (8.2.1920)
- Date
- 1920-02-08
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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(Seife 2 Wien. Sonntag Wiener Mörgerrzektrmg §. Fsorüar NM 5tt. z ns Körte ..es mutz waZ geschehen" charakterisieren läßt. Cs ind also Gründe genug vorhanden, welche eine tat- -."ästige Opposition unbedingt als Siegerin in dem Kampfe um die Vermögensabgabe wahrscheinlich nachen mühten. Aber dem, was in der Nationalversammlung durch 'en MachtsPrnch Dr. Renners zur Opposition verdammt ist, mangelt e§ sowottt an der Führung, wie an!)er Tatkraft. Die Herren gedachten zunächst das Gesetz '.nt Nnteransschutz nach bewährten Mustern ans der Gechichte der Snbkomitees des österreichischen ReichS.-ates rn begraben. Das wäre ein Weg zur Verhinderung der Vermögensabgabe gewesen, der wenigstens so lange üangbar gewesen wäre, bis die Mebrl.eitsvärteien sich iber die Behandlung des Gesetzes geeinigt haben, 'nierdes bat aber Dr. Bauer im Unterausschüsse seine bekannten Anträge gestellt. Flugs änderte die Opposition ihre Taktik, suchte eine ablehuends Erklärung des ^inanzanites gegen die. Vanerschen Vorschläge zu ex-;ielen und so den Sozialdemokraten die Lust an der unteren Behandlung der Vermögensabgabe zu benehmen. Zu diesen: Aehufe wurde ein Gutachten der ürcditsektion des Finanzamtes eingeholt,, das Hofrat ^ckwarzWald im NnterauZschutz erstattete und in 'er gewichtigen: Zweifel darüber Ausdruck gab, ■b es möglich sei, die auf Kronen lautenden Pfand-' 'riefe und Gratisaktien des Baue eschen Vorschlages im Anstande an den Marin zir bringen und dafür Lebensniitel einzutauschen. Dr. Bauer dürste schon bei Eruattnlrg seiner Vorschläge von denselben Zweifeln gequält worden sein, da er ja auch in der Begründung einer Anträge den eventuellen Verkauf dieser Papiere m Inlands in Aussicht genommen hat. Die Haupt- Macht im Unterausschüsse ist, da die Sozialdemokraten che Erklärung des Hofrates Schwarzwald als nicht für che Regierung bindend hinnehmen wollen, auf die Svezialdebatte verschoben worden, die Dienstag im Unterausschüsse beginnen wird. Die Klärung bei den Regierungsparteien über ihr Deiters Verhalten zur Vermögensabgabe wird jedoch, einessalls mehr lange auf sich warten mssen. Bei den Sozialdemokraten ist sie bereits erfolgt. Diese haben Ich — nach dem Erodus der Kommunisten — in der rtertrauensmsnnerversammlung der Wiener Arbeiter 'der sogenannten Arbeiterunion) im Wesen auf die Lauerschen Anträge geeinigt und in gleicher Weise ist che? in ihrer Parlamentsfraktion geschehen. Tie Ehristlichiozialen werden schon in den nächsten Tagen ibre Taktik gegenüber der Vermögensabgabe fesilegen. Gestern abends war ihr Parteirat versammelt, von dem Beschlüsse hierüber zu gewärtigen sind. Es -lebt dann nur noch aus, das die schwarz-rote Arbeitsgemeinschaft sich über die strittigen Punkte des zu schallenden Neichsnotopscrs einigt. Das wird gewiß gercnnic Zeit brauchen,' zumal bei einem - Kompromiß- »:oor die Vermögensabgabe, materiellen Opfern auf der rechte!: Seite dach nur Opfer des Intellekts auf der linken Seite als Gegenwert geboten werden können. war mit Rücksicht auf die Zukunft und im Interesse der Alliierten selbst klug erscheint. Dre Zustände in Zentraleuropa sind hoffnungslos verworren. Dre Verkehrs- und Transportmittel sind zum groben Teile.Zerstört und ihre Herstellung wird, lange Zeit beanspruchen. Furchtbare .Hungersnot, am stärksten in Oesterreich, wütet in Zentraleuropa. Die Industrien können, mangels Rohmaterials mcht wiederdelcbt werden — abgesehen davon, daß in manchen Ländern die Bevölkerung durch den Hunger zu sehr geschwächt und durch ihre Notlage zu sehr demoralisiert ist, um zur effektiven Arbeit zürückzukehren. Ost- und Zentral-; eurona gleichen beute einem Riesensvital, angefüllt mit Vor- Mundeten, rn dem es an Aerzten, Instrumenten und Medikamenten mangelt und die Patienten der V^Zweiflung anheim fallen. Da? sind, wenn man so sagen kann, die materiellen Seiten der gegenwärtigen Situation, aber der ge ist: g e Zustand des europäischen Kontinents istr nicht weniger beunruhigend. Die erregten Sinne der Menschen haben sich von der »Gänsehaut de? Kriege?" noch nicht 'erholt.' Die überstürzten, fürchterlichen Ereignisse seit Juni 1914 haben sie aus dem Gleichgewicht geworfen. Der Intellekt ist abnormal geworden, zugänglich den seltsamsten Abrrrütrgen, bereit, .sich Doktrinen anzn.eignen und ein Verhalten an den Tag zu legen, wie eS noch vor sieben Jahren undenkbar gewesen wäre. Zu diesen Kriegsergebnissen kommt noch die' durch den Bolschewismus hervorgerüfene Jdeenverwirrung, welche die Grundreste der sozialen Ordnung in Ost und West, vom Rhein bis Aftzhanistäü und Indien zu erschüttern droht. -Nun beginne man in "England, sich der wahren Lage Europas bewußt zu werden, und auch rn Amerika müsse daS Bewußtsein der grotzen Gefahr erweckt werden,,die nicht nür Europa, sondern in nicht geringem Matze ^guch Amerika drohe. Wohl sei die neue Welt noch weit weg von der alten, aber Man werde sich auch jenseits deS Ozeans darüber klar werden müssen, daß Leiden und Not keine Grenzen kennen, und daß die Welt heute im Guten und im Bösen, eine große Gemeinschaft ist, in welcher sich die Leiden deS einen Mitgliedes allen anderen mitteilön. Srr Smart Samuel über die Lage der Juden 'in " Weiß AmsrrLa, was Europa heute ist? Am *27. Jönnrr hat der „Manchester Guardian" eine Cit-jitif'-a>i e i a' i,chen F.ennd'chait :t: i'Mr.c'c Pr»',a2audanamm?r hrrausge zeben.. U>*ter den Beitra-en sä'lt besonders 'ür üriitel der englischen Staatsmannes Lord Brhce auf, \,aunu’u obigem Titel eine sckarse Kritik an den Arbeiten ui-ö Lrgebniss.'n der Friedenslonserenz übt. Die Friedensü'nferenz batte mit der Uneinigkeit unter ihren Mitgliedern 3u lütt,v,'en, arbeitete in einer Atmosphäre von Rachedurst ui.o Leiunter dem Einflüsse einer Presse, die von allen möglichen Interessen geleitet war. Mscomt Brhce' ÜM chigrnde iuci,?:j..-mcni!rndL Bilanz der durch die Friedens oeträge geschasienen Lage: Die Aussichten für einen künftigen Frieden und die -/'Ziederhecstellung normaler Verhältnisse sind äußerst trübe. In bzr, Ab?in,> men fehlen alle Elemente der Dauerhaftigkeit. In mancher Beziehung stehen die Dinge schlechter als vor dein Ärirge. An vi'leu Stellen sind zu den alten noch neue 'Zireif'ynqen biu.iugösügt worden urtbdaS hat nicht der Krieg au'eiu, sondern auch die Friedenskonferenz verschuldet. Die :>:ci:auit:uunc( der &e bitte hat in einigen Fällen das Natioualilüisprinriv und das Selbstbestimmungsrecht osfen-- lnndig nutzer acht gelassen. Neue «Jrredentismen" s'.nd geschaffen worden. Die Bestimmungen über den M i n o r i t ä t e n s ch u tz sind von zweifelhafter Wirkung w.vj nurbcu von manchen Staaten nur mit Widerstreben ang, nommr-n. Die den besiegten Mächten auferlegten Z a hlangen und Gutmach ungen gehen über die Bestim» «-iuiigcn les, Waff^nsiillstandsabkommens hinaus und sind solch?rorl. daß ihre Erfüllung unter den vorgeschriek^nen Bedingungen unmöglich ist. Die alliierten Machte haben sich vergriffen und würben mehr erreicht haben, wenn sie sich mit weniger begnügt hätten. Dm meisten in die Augen springend ist dies der Fall bei Oesterreich, das jetzt ein Hemer 'Slacvt mit einer Bevölkerung von sechs Millionen Mc.ns.sten in und in den Bankerott getrieben würde. Kann jemand annehmest, daß Deutschland, bei allem Fleitz seiner Bevölkerung, in der Situation, in die eL gebracht wurde, imstande sein wird, all das zu zahlen, wao von ihm gefordert wird, und daß es diese' ungeheuren Zaschuugcn während der nächsten dreißig Jahre auch wirklich leisten werde? EL handelt sich hier nicht um die Strafe, welche die Verbrechen der deutschen Regierung verdienen — diese können nicht hart genug sein — sondern darum, Die Rückkehr S t u a r t SaM.uels aus Polen wurde in Irr. bekannten Londoner Vereinigung „Board vf Deputies", offiziell gefeiert. .Lord Rotsschild wies in seiner Begrüßung auf die historische Bedeutung von Samuels Reise hin und betonte, daß zur selben Zeit, als Smart Samuel den Juden in Polen Hilfe bringen sollte, Herbert Samuel im Aufträge derselll..: Regierung delegiert wurde, um das jüdische Heim in Palästina vorzubereiten. Sir Stuart S,q m u e l erklärte, daß «r seinen Bericht demnächst d?rI)regierung überreichen wird. Die Lage der Juden in Pawn sei ohne Zweifel sehr ernst.. Die B e v ö lke i uh g fest durch und durch a n tise m i t i sch und wcrde-syIematisch von der polnisch?» Presse ausgehetzt. Diepolnische Regierung habe Verständnis sü - die Lage-und. dis höheren Beamten seien bemüh I den Inden-.ihr Dasein in- Polen erträglich , zu gestalten. Jedoch würden alle Besehie von den subalternen Beamten -unbeachtet gelassen. Auch der Reichstag fei antisemitisch. Er beschließe Gcs tzs, die dicekt gegen die Mischen Jnt'tressen gerichtet sind.-Die Polen trachten di-r Juden au-s den von ihnen jetzt eingenommenen Berufen zu v e r d r ä n g e n. Es Werdo ihnen dies jedoch nicht gelingen, da ihnen jüdisch Intelligenz und Fähigkeit aögehen. Zur Charakteristik sei erwähnt, .daß znm Beispiel ln der jetzt zu Polen gehörenden S labt Minsk die I u den die einzigen sind, die polnisch können- Das polnische Rote K'cuz, das aus Antisemitismus keine jüdischen Krank.-nschmesiern anstellen wollte, war aus oen angeführten svrachlichen G.ünden in Minsk da'U ge^wuilgen. Stuart Samuel erwähnte sodann die verschiedenen Aniworten, die er höheren polnischen D.'awLen und unter anderem auch Pilsudski gegeben Hobe. P i l s u d s f i anerkenne auch, datz den Juden U n r e t g e sch ehe, aber die Regierung sei noch jung und habe wenig zu befehlen. Den Juden stünden noch schwere Zeiten in Polen bevor. Neuerliche Beratung der oftaattzlscheu Frage. „CM" berichtet aus WarschbU: Anläßlich eines Besucheim kanvwgsklub hat der Minister des Aeaßern P a t e k bei der Besprechung der ostgadzischen Frage einen Brnf Cimrnecaus an die polnische Delegalivn in Paris zur Derlrsung gebracht. Der Brief lautet * : „Der Höchste Rat der all irrten und assoznerien Mächte hat hente den Be'chluß geiaßt, dir Änssühumg de: Rtsolution, mittels tbclcher Polen das Mandat über Ostgalizien hätte anverttaut werden sollen, h i n a u S z u s ch : e b e n und dir ganze Angelegenheit einer neuerlichen Beratung zu unterziehen." Patek gab der Ueber-eugung Ausdruck, daß die Frage OstgalizlenS in kurzer ljeit aut bte Tagesordnung zii:K<kleh:en werde, weshalb man auf neue Ucberraschungen m dieser Angelegenheit gefaßt sein müsse. ' Die Erfolge der lettischen Jriden. Die Juden in Lettland,' ungefähr 10.000, bet- ^ewigen, zusammen mit den anderen Minoritäten, ihr Recht auf nationale Vertretung in, den Staatseinrichtun- C|Cti. Sie haben einen bedeutenben Erfolg zu verzeichnen. IhreknlturclsLn Institutionen (Primär- und Mittelschulc n) sind von d.:r Stadtre-waltung von Riga su bventioniert worden, während dis Verwaltung der Schulen auSMietzlich von den jüdischen Parteien selbst kontrolliert wird. Die einzige Fordenrng, die die lettische Regierung ausstcllt, lautet, daß die lettische Sprache als Landessprache sn den Schulen gelehrt werden soll. Bezüglich der Unterrichtssprache ist man zu dem Kompromiß gelangtdaß der Unterricht in den unteren Klassen der Privatschulen iti $ i b b i | dj, . itt den hö heren "Klassen dagegen ' ins Hebräisch erteilst werden soll. In dtn ' Mittelschulei: 'wirst j die Nntwrichtssprachö aus „technischen Gründen" in-ist Russisch sein. . ' - ' MMerands Kammerrede. AuS Paris wirb gemeldet: Ministerpräsident raub erklärte in der Kammer in Besprechung. der Lage, in Rußland: . Die Wiüwraufnahme der Handelsbeziehungen! mit den russischen WirtschaftSgenossenschaften bedingt keines^' Wegs die^Viederanfnahkne det'-B'eziehnngen mit den-Sow.iets.; Falls die nach Rußland ' gelangenden- Rohstoffe zur Vey»' pflegung der Roten Armee verwendet würden, müßten die Sendungen eingestellt werden. Die Verbündeten sind den hinsichtlich der Sowi-'ts eingegangeneuAerpslichtuugen treu ge» gebli-l-en. Sie werden Polen im Falle eines ÄngrisseA -der Bolschewiken unterstützen.. Sobald das russische Volk auf der Friedenskonferenz den ihn: gebührenden Platz ein-» ' genommen haben wird, werden wir nichts . verabsäumen/ um zu Abkommen zu gelangen, die dem tatsächlichen Zuftanh. "Rechnung "tragen. . •. / Der Ministerpräsident, erklärte sodann, dis Regierung werbe den. Frievensvertrag von Versailles mit unentwegter - Festigkeit - im Einvent-hmeU mit den Verbündeten -zur Ausführung bringen. Der -Ministerpräsident bedaure, daß die Vereinigteir Staaten den Vertrag noch nicht ratifiziert Habens aber bezüglich ihrer Entscheidung hege er keine Besorgnis. » - Redner legte sodann klar, baß Deutschland, bl« ' im Vertrag vorgesehenen Kohlenwengen nicht geliefert Hab«, unjb sagte: Dies ist eine unannehmbare Lage. Wir werdest die Hereinbringung dieser Forderung betreiben, wobei wir die Verbündeten über das. was wir tun, aus dem Laufendest erhalten werden. Die' Verbündeten behalten sich vor, zst" militärischen oder anderweitigen Zwangsmaßnahmen zügreifen. Meiner Ansicht nach ist also der Zeitpunkt ge*" kommen, sich aller durch den Vertrag ermöglichten Schritt« zu bedienen, und ich erkläre ohne die geringste Drohung, einfach damit, die Frage klargeftellt sei und wohl begriffen^ werde, daß wir nichts von Deutschland zu verlangen wünschen-' wozu es nicht auf Grund des Vertrages verpflichtet ist.! Aber was es schuldet,. das werden wir verlangen. l Rumänien und die Minoritätsrechte. Der Bukarestor B.-Korrespondent der „Jüdischen' Preß'en'rale Zürich" berichtet: Bon Rumänien wird jetzt eine Preßkampagne nach einer neuen Methode betrisbeu, deren innerer.5lern wi?der dir I u d e n f rage bildet. Ashnlich wie nach dem Berliner Kongreß, wer«- den jetzt nacheinander alle Register aufgezogen, utttf; die internationalen Verpflichtungen den Judpn gegen», über nicht erfüllen zu müssen. Erst erklärte Rumänien trotzig, stark zu sein, niemand könne ihm diktieren,^ weshalb m:an ihm Konzessionen machen müsse, wenn man wünsche, daß es den Friedcn^vertrag unterschreibe. Jetzt erklärt es, schwach, von inneren Unruhen bei droht und von den Bolschewiken ge-ährdet zu. sein, ohne daß die Regierung-die Kraft habe, die unpoppläreu Minoritäten rechte durch^uführen. Die Nachricht, daß die Zensur und der B e* lagerungszustand aufgehoben sind, muß richtig verstanden werden. Die Aushebung erfolgte nur beschränkt für Alt-Rumänien, die Kriegsgerichte funktionieren aber auch dort Weiher, so daß die Zivilpersonen in alten ihxen politischen Aeußerungen den Kriegsgerichten unterstellt sind. In den neuen Gebieten herrscht die Gendarmerie-Willkür, Prügelstrafe u'w. und steigert die Erbittenmg der ganzen Bevölkerung. Die Moli-aucr in Beßarabien sind während der hundert Jahre russischer Herrschaft nicht so russifiziert, so zu Feinden Rumäniens geworden, wie ist , einem Jahre durch die Herrenlaunen der rumänischen Beamten und durch hie Uebertragung der gewalttätigen Methoden der Bauernbehandlung Alt-Rumäniens auf Beßarabien. Während jn Ruß fand seit Stolypin kräftig für daS Erstarken der Bauern gearbeitet wurde, sitzest die Bojaren noch immer auf dem Rücken des Bauer» in Alt-Nu .^ ä. ien. In der Bukowina und in Transsylvanien wurde die Bauernbefreiung bereits durch Josef II. durchgesührt. Wie hier die allrumänische Methode wirkt, läßt sich denken. In dieser Lag« sucht die Regierung Kredite im Auslande um den Unzufriedenen im Innern des Landes den Mund verstopfen, zu können und Konzessionen in der Judenfrage, um sich über die politische» Unannehmlichkeiten hinwegzuhslfen. Der rumänische Minoritätenvertrag ist nämlich nur provisorisch von General Coarrda untersch.ieben, jedo.h noch, nicht von den Großmächten. Rumänien hat sich ausdrücklich Vorbehalten, wei ere Verhandlungen zu führen, so daß die Minoritätenrechte noch nich> gesichert sind. Eine völkerbrrndfeindliche Preisausschreibung. Obzwar die bishmge Zusammensetzung des Völkerbundes England e>ne St'mmenmehrbeit sichert, gibt rim Britische« Reiche eine starke Presse, die gegen den Völkerbund agitiert und ihn unter dem Vorwände unpopulär zu machen trachtet, daß die Jnstitutrsn deS Völkerbundes für England nachte lig sei. Zu dieser Presse gehört auch die angesehene »National Rew:rw", die eine Preisausschreibung über das Thema: »Die Na ch t e i t e und Gefahren des Völkerbundes sür das b r r t r s ch e Reich" veranstaltete. ES waren drer Preise zu holen, und zwar ein PxeiS von hundert Gmneen. um den jeher in Großbritannien geborene Staatsbürger sich, bewerben konnte; ein Fünfng-G« «renpreis iür die beste Arbeit von Schülern einer öffcntlrchtn Schule, und ein Preis von zwanzig Guitteen für Arbertm von Mädchen unter 18 Jahren. Die Prcisaiisschrrkbung scheint z-emlichen Erfolg gchabi zu haben, denn die Preise wurden verlichen nnd die Leser der »National Rewicw* werden die WeiShertcn der völkerdündstuüpchrn Schulbankpolitrk über sich ergehe» lassen wüffm.