Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 375 (7.2.1920)
- Date
- 1920-02-07
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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Nr. 378 Men, Samstaff Wkeyop Wörgtztszeftimg Wirtschaftliche Nachrichten. Aus London wird gemeldet: Der Goldpreis stieg gestern auf 127 Schi.'ling 4 Penoe die Unze. Das Pfund notierte 3,26 Dollar. —. ,>Telegraaft berichtet aus London* daß die-Unruhe über das weitere Sinken d e s S t e r l i n g k ü r s e s in den Vereinigten Staaten in Londosi von Dag zu Tag zunehme. — Wie „Nieuwe Courant aÜS Washington meldet, erklärte Senator Thomas, im Seilat, der Tiefstand der ausländischen Währung bedrohe b?te!««t'e ri ka nt sch« Ausfuhr mit dem Unterg a n g o:' Thomas kündigte an, daß er nächste Woche einen Antrag betresftnd die Schaffung eines Ausschusses unterbreiten werde, der damit betraut Mrden soll, Maßnahmen zit erwägen, um den. Wechselkurs ins Gleichgewicht zu bringen. — Der vom Schatzamt beschlossenen H e r a b s e tz u ng d<s^ Umlaufes , an Vapiergeld um 3 0 Millionen P M n d sollen w e i re re Vermi» dyrungen des Notenumlaufes folgen. Die Bankkredite weiden sehr knapp ge- Elten werden,-bis eine Kreditverbesserung durch, eine erhöhte Erzeug ungStätig.keit und durch Ersparnisse eingetreten 'ist. — Nach Stockholmer Meldungen wird Schweden in den Vereinigten Staaten eine ftchsprozentige. Staatsanleihe von 26 Millionen Dollar aufnehmen.- — Nach/AmsterdamerMeldungen wirdHolland Belgien 200 Millionen Gulcheu zur Festigung der Wahrung und Wissderaüsnahme der Kandelsverbindnngrn leihen.. — Wie die' Berliner: Blätter berichten, hat der schwedische Reichstag die Gewährung eines Kredites ast. 5u t u | j ch l a » b zum Ankauf von..-Heringen aus staatSstpanzieltru Gründen/ a b g e l e h n t.' Aus B erli n wird uns gedrahtet:' Mittels Verordnung' wurde her bisherige Preis des von . den Rohzuckerfabriken zn i liefernden. Roh» z u,'ck e r s .um .38 P fnrnige jf; 50. KilEramm erhöht, der Preis für Verbrauchszucker gb .Zuckerfabrik um 1,3 Mark für je 50 Kilogramm und dev Handelszüschlag um 1,12 Mark für je 50 Kilogramm? — Nach einer» Mitteilung der „Böhemia"; wird demnächst die Z ü cke r an o te in dev Tfchecho-Slowakei auf 8/4 Kilogramm pro Person herabgesetzt werden- Dadurch würden 300.000 Meterzenter für die Ausfuhr frei werden. --..Me der Brünuer Mar.'Hosp." erfährt. Würde'am 33. Jänner eine Verordnung unterfertigt, gemäß welcher in der Slowakei-der Handel in Textilwaren (Rohstoffe,- Halb« und Ganzfabrikats, .Wolle), ferner in Metallen und Eisen freigegeben wird. Die betreffende Abteilung der Appvohisionierungs-Anstalt wurde aufgelöst und' damit- -entfallen alle Transportbescheinigungen und Manipnlationsgebühren. — Znnr Betriebe sämtlicher Geschäfte .>. der. .D. a-n e k sch e n Maschinenba u -A. - G. in Oesterreich wurde eine Vertretung errichtet, welche, aus den Herren Ingenieur Karl Smita und Moritz Pluhar mit dem Sitze iü W i e n besteht. Der enMche Kredit für Oesterreich. Zürich, ß. Februar. i Privat.). „Matin* besiiiligt die Meldung, derzu^olge Großbritannien Oesterreich einen Kredit von e i n e r M i l l i a r d e K r 0 n e n rinr Lumen werde. M soll sich dabei ausschließlich um. die Vcisorgung der österreichischen Industrie mit Rohmaterialie » handeln. . Die Verhandlungen zwischen uns und der Tfchecho-Slowakei. Prag, 6. Februar. Ber den gestrigen Verhandlungen kam eih,U"e b.p reinkommen über die Lieferung von Loht und Ähparaien für die P ostverw a l t ung zustande. Bezüglich der Lieferung von Chemikalien wurde vereinbart, daß diese noch nach dem allen Verklage kompensiert werden sollen. Ueber elelttische Apparate, Sensen und Sicheln, wird noch verhandelt. Kurssturz aus der Neiv-BorKer Baumwollbörse. Nack Li tzerpooler Meldungen haben wegen dek Üe15 stpkchdrn Wechselkurses die dortigen Lammvollhändlcr ihre En-- faMl«.m den Vtrenrigten Staaten eingestellt. L vrr-vüol ist lür/die BedüriNlsse der Laneaihu'cspinner des zum Hochsommer tzusrc>ck>en,d mit 'Vorräten eingedcckt. / Auf der N e rp - D 0 r k e r B a u nr w ö kl b 0 r s e trat nach Besänntm"'.dm der Melduna, daß die britische» Händler kechk-weiteren Käufe vornehmen werden, e>n noch nrcht dag e-w eseUer Sturz ein.. Die Noneung ging um <68 bis 186 Püsikte gegen jene des Vortages zurück. Aufhebung der Sperre kür Devisen der Nationalstaaten. Lewa, Rubel und türkische Pfund. Der Siaalskorie'vondenz wird m'taeteilr: Da die Dlv»'enzentra'e Devisen auf Natu »Maaren 'Gosizeir, die ischecho-slowMci'e Nepw lik uiw.^ nicht in ihren Verkehr einbewaen bat und diele daher völl'g ft«i und inikonrrollielt gebandelt werden, besteht kein Grund, die im 8 t3, Zl. 2 der 1H VofzneiSanwe'simg des Staa'samtes Hit Finanzen vom 14. flmit 1019 für Wechsel, Schecks und Aiiweilunam nul daS Ausland anaeordncteSverre auch für die elivi'ibnten Nntionatstaatsdevisen ausiechUirerbalttn. Das Staa'samt iür Finanzen hat daher kii-zbth diese Sperre rücksichtl'ch der NwianMaa<s"tv»sen, oleich^itsq aber auch rlicksichtl'ch der aul . Nnbek, Lewa nnd türkische Pfund lautenden Wechsel, welche für unsere valutarische Sitnation von keinem erbebk'chen Besänne sind, ansgehoben. Die Fre'gabe >m konkreten Fall kann natürlich nur insoweit, e, folgen.. als nicht eme Sperre nach § 17 der zitierten Ul. BollzugSanwesiung entgegenßeht. Zum Zusapepten^rrtche des Banstgescktaftes Altnrpnn & Comp. Die Börsekam m e r legt Wert dararck. iestzicheNen. daß der steck>'ricfl'ch verfolgte „Bankgeschäfis^nhaher* Wolf Vinkus A! t m a n n sowie kein verhafteter Komvagnon Karl .P r a a e r ke'n'n ffntritt znr Wiener Borle bat'en. Die Börsi'kammer hat bereis aut 18. Juli 1016 geaen die Tatiakeit der Firma W.Alrmann. insbdtondert gegen ihre imuktlchreierischen Z rknlnc nnd ibreu Kundenfang durch Werbung in der Provinz eine.Auzeiäe an die Polüeidirekkion. erstattet..Der verhaftete an-- Wlpfufit Korrespondent der Firma, Be'ubard L i n k S. . ist frfb* ständiger Börfebe^icher. Von feiner Ar^. 'uua bei der Firma Altmann war der Börsekammer nicht? bekannt. Gegen ihn wird das Disziplinarverlahren eingeleitel werde». Die yewertiinq ' «rüslandMer Geldsorte» sür E^mpelgebühren. Eine Bollzugsanweisunq des StaatSamsts M Finanzen fetzt neue Sätze für d»e Bewertuna ausländischer Geldiorten rmd attZländ'fcher Haudeksmlinren bei Bemestung her Stemvelachübren fest. Im Fälle ausländische Valuten oder lnkändische Hand^lsmünzen-nachgelast'n oder geschenkt wurden oder in einem der Prozentuglgebühr unterliegenden Rechtsgeschäft als Entaolr dienen, muß ihr Wert zwecks Stempel- und Gebttbrenbemessnng durch geiich'liche Schätzung ermittelt werden: hak jedoch innerhalb von drei Monaten vor E'ntrstt der GebührenMcht eine Kursnotierung an der Wiener Börte ffattgefunden, so 'st die letz'e Kuisuvrieruna der GPüh'enbemessung zugrunde zu legen, Bis am werteres sind solaende Umrechnunaswcrte anzuwenden: 100 Mark -- d' 365. lon doßändische Gulden --- K 5078.-. 100 Schweizer Franks K 2977.—, 100 französische Franks -« K i4zy.—, Ino italienische L'r« ----- K 1200—, FO Lei *=* K 481.-, 100 Leva ----- K 310.—, 100 Dinar --- K soo.—, 10Y Drachmen --- K 23.’0~, 100-Pese'as « K 2950.-, JOo schwedische Kronen ----- K3677 —, 160 »orweaische Kronen ----- 3l03.—, 1<iodänischeK>onen --- 8 3177.-^^1 PsimdSterling— 6 0.--, 10 Dollar — K lö’O.^, 100 Rnbel (Romanow) « K 260.—, .1 türkisches: Pfund ----- *K;'i80.<-, 1 indisch« Rupie ---- 60.—, 1 äghvtische L ra (ägyptisches PfundV— kl 600.—, 1 peruanisches Pfund ---- K 557.—, 1 argentinischer Peso « K 67 —, l javanischlw Jen ----- K 89.—> 100 ungestempelte österreichisch-ungarische Kronen ----- K 125.—, 100 ischechv-stvwaNsche Kranen --- L 278.—, 100 maoflawische Kronen — L 150.—, 1 Goldoulden --- H 71.13, 1 Dukaten ----- K 352.77. Die Kriegsanleihe« in der Hiowakei, Die Vrünnrr .Lidoyä Novinh" berichten über die Unzufriedenheit in der Slowakei infolge der Zeitungsnachrichten» daß d«e Kriegsanleihen nicht übernommen wer den. Die slowa'ifchen »Nat odn'ie Novinh . veMrstzn,. daß sw izicht. zweifeln, daß des.Staat, sobald er dio sinanziellm Brrhalnsiste -errgelt haben wird, die Kriegsanleihen nach der Vermögenslage der Betroffene» übernehmen werde. Balutenkurfe. Stärkere Abgaben bewirkten im gestrigen freien Verkehr eine Abschwächnng der fremden Zahlungsnkittel. Es notierten: -L e x Note n 4.80, Rubeln 0 »en 3.04, M d r k n 0 t e « d t ii n 4.60,- M a r f Noten rot 4.70, Lire 19—, D o llür 845.—, Pfund 1100.— und ts ch e ch i s ch^e R 0 t e n 8.45. Garnfchmnßgel ans Deutschland «ach. Böhme». Rack deutschen Berichten herrscht, wie die »Text'l-Zcitung" schreibt, lebhafter Grrnschmuflgel über die böhmische Grenze In dem Grenzyrt Reuth der Brambach- B. war unter anderem ein - großer Posten mrt Wollgarn ansaestappelt, der nach Böhmen geschmuggelt wurde. Während Transportes flfrcv die'Grrnz« gingen 178 Kilogramm-Gar» mr Werte von K 60.C03 verloren. Eine neue ZAndhSlzchenfadrik. Dem Besitzer eines bei Wjssn liegende chemischen Fabriksunternchmmö wrirde. wie wir erfahren-, die Konzession zur Errichtung einer ZündholWnfabrik erte'lt- ES schweben nunmehrBnHandlungen mit dem Wiener 7. Februar "lS2S mm Bankverein, welche die Umwandlung des Unternehmens in r», Aktirngtsellschaft und ferne Ausgestaltung durch Angliederung de zrl errichtenden Zündböl'chentabnk zum Gegenstände haben. Das Akiienkapual wird mit etwa zehn Llrillionen Kronen in AtiSsil genommen. Eine Fusion in dev chemisch-pharmazentische Branche. Wie wir erfahren, werden sich die bndm große» chemisch-Phal mazeuirschen Unternehmungen der Vereinigte» Drogen«? großhandlnng G. L R. F r r tz - P e tz 0 l d t & <5 äh A.'G.> und der Ph'k'vp Röder-Bruno Raabe A.*G. 0, einer ©cfcOfdiah vereinigen. Zu diesem Zwecke wird dieLritz»? Petzoldt & Süß A -G. ihr Aktienkapital von Z*U auf 15 MiM«! vnen Kronen erhöben und ihre neuen Aktien in Tausch gegen? Aktien der Röder-Raabe A-G. geben. Diele Fusion ist deShM 'kvon großem Fntercsie, weil gerade diese Branche auf derLlste zunächst zur Sozialisierung gelangenden Industrien stand. Es»« neue Seifenfabrik in Galizien. AuS Swa kani wird uns gemeldet: Dre Kau'leute Jan und Broniölaw R 0 s e e l h» haben in Gemeinschaft mit der galizischen Kndustrrebank dir Ge-i ncbnnanng für die Errichtung einer Aktiengesellschaft mit dem Sitze? ist D r z r b i n i a unter der Firma «F e t l w a r e n f a b r i ß i n T r z e b i n i a" erhalten. D«e Aktiengesellschaft, deren Grunds kapital 5 Millionen Kronen beträgt, wnd die Erzeugung VM Waschseife, Toilettescise, kosmetischen Artikeln und Feltwareu bÄ treiben. Glasindustrie in Polen. Aus Warschau wird miG berichtet: Mar.van Btlipskt in Warschau, Dr. Michael Berlowiez,? Advokat in Kiosno, Witold Lovnskt in Poiok und Eugew Szanear in Krakau haben die Genehmigung zur Errichtung rlntL Alttengesellschafr mit dem Sitze in K r 0 S u 0 unter der Firma! „Polnische Glashütte" erhalten. Ihr Kapital wird! 5 MrÜiouen Mark betragen. Ausgleich. Vom LandeSaerichte Wien wurde das Ai gleichSversatren über daS Vermögen des Ratenhändlers Le Sturm, Untere Auaartenstraße Nr. 33. «»geleitet. Ar. gleichskommWr: Dr. Ludwig Laub. Ausgleichsverwalter: Ms Goldhammer, Franz Jokefskai Nr. 47. Anmeldejrist 3. Mär AuSgleichstagsatzung 9. März, V-12 Uhr. &i D Wiener BSrse. Ungünstigen Einfluß aus die Tendenz her gestrige« B8fÄ übte die deut che Auslieferungskrise, welche» wie man oelürchM volitrsche Schwierrgleiten nach sich ziehen könnte, ferner die AK ä'rderungSnntläge Dr. Bauers zur Vermögensabgabe, die EreigK Me in Gleiwitz und Besorgniste hinsichtlich der Gestaltung dn! Geldverhältneffe. ES landen Ser wesentlich reduziertem Berkrvr iw den führenden Kuliffewerren EntlastungSabgabm statt, die bei de« Srr'ngiügigen Au'nabmsfäh,gleit des Marktes auf einzelnen Gtt Uten zu größeren Rückgängen führten. Stärker rcagretten StaaAz bahn, deren Genußscheine, Oesterreichischer Kredit, Alpine «ich Salgo-Kohlen, welch leh'ere K 600.— billiger erhNllrm wach«! Auch ,m Schranken war das Geschäft gmngfügiger als in dew letzten Tagen und - in manchen Effelrengatlunaen war weseMich billrger anzukommen. So sielen Adna um L 300.-«', Aussig« Tevliöer um 1500.—, Dampfschiff um K 790.—. Bon de» Jndnsiriewerten gaben Aussig Cbemstche L 1098.—, Holzhandel-4 ßefcUldraft K 250.—, Prager Esten K 350.—, Karpathen-Pchnw lenm K 750.— und Galiz a ff 800.— im KurS ab. Lediglich tziß Aktien der Allgemeinen Elektrizität, Schorller--Zucker und Türkttch loke verließen den Markt zu höheren Kursen. Eine cmpsindliche Einbuße erlitten die Renten bis auf Ungarilche Kranmrent^ welche 2"/« gewann. Im übrigen verweisen wer ans nachstehende Schlußkmse: 5 Jnvuftrie-Unternrhmunge». Allgemeine Baugstelll schüft 1380.— (+ 90.—), . Wiener Baugesellschaft 948.-j (-Wienerberger Ziegel 2900.— (— 50.—), Liesing«? Brauerei 1790.— (4- 145.—). Aussig Chem. 7900.— (— 1098.—t Brosche Spiritus 8°00.— (— —), Holzhandelsgefellscha» 2400.— (-250.-), A. E. G. Union Elektr. 2200.- (+ 200.-8 Siemens Schucken 2220.- l— 10.—), Alpine 4320.-, (+ 255.—), Austria Cmart 3198.— (4- 408.—). Pold,Hütte 3695.— f— 100.—), Prager Esten 9000.— >— 350.—X Runa« muranv 4090 — (-s- 30.—), Skodawerke 3585.— (4- 5.—)' Wasfenkabrik 6505.- (4- 140.—', Salgo Tarjaner 7100.- (— 600.-1, Trifarler Kohle» 4096.— (— 2.—), Ung. Alle Kohlen 8350.- (— 40.—), Urckanh 4820.— (— 180.—) Westbohm. 5595.— (4- 95.—), Brünner Maschinen 3390»" (- 190.-), Heidt 1345.- (— 5.-). Lokomotiv Sigl 197^ (— 25.—), Simmeringer 1675.— (— 75.—), tzeykam 2478," (— —.—), Karpathen 13M0.- (— 750.—), Gaftzm 14.400.-. (— 800.—), Fezsabufrn 4U0,— (4- 100.—), Schoeller Zucker 64G0,— (4- 100.-). Türkenlose 3770.- (4- 69.-). Krupp Menachem Mendel. Ein Brkefwechs«l. Herausgegeben von Scholem-Alekchem, Au8 dem I tt d i s ch e n übertragen von Siegfried Sch m i tz. Das dritte Bündel Briefe. „Millionen.- (Händler, Makler und Spekulanten.) (16, Fortsetzung.) - 1. Brief. Menajchrm Mündel aus Jrhnp^z an seine F-rg» S^e n -Gch ^del in KaS ^liwks. Der-teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehefrau- Schein^Scheindel meinen Gruß! . ' Zum ersten fei Dir kundgeian, daß ich — dank tzle'nzm^-liebe» Rainen!^ .gesund, bin und nr-e'.n Leben -das -'es.Friedens; der Herr, gelobt sei er, möge Helsen, daß e iQs vom anderen nnv Gujes höre in guter Botschaft zn Trost und He'l —Amen. ' Z u in zwei t e n wisse: Ich bin nicht mehr „Spi-egnlani". Ich hc.l« die „Spiegulation" zum Teufel goworfen;. kein Jude möge von ihr etwas wissen! Sie hat mich aucgemergelt wie das F'.eber und mich alt und grau gemacht! Ist es denn zu erzählen, was wir her mi^gemacht haben?! ES war das Ende van Jehupez; auf der Börse <ri»s Panik, überall Unglück und Ve.zwe!si'ung, wie nach einem Kr'eg; es war noch är^H: als damals in Odes'a (nicht gedacht sei seiner!). Wir all« waren geschlagen unh nieder geh sigelt/ Die Leate haben angefangen, in der Eile zu bankewtticren — und ich mit. eil Tag war van einer neuen Pleite zu hö .en. P.'eite — wurde geradezu Made! Was brauche ich Dir wehr sagen: Große Battkiers, Geldlöwen, haben an^e äugen, Pleile zu" machen. Den Anfang hat der Ban e: gemacht, durch welchen wir alle unsere Geschä e in den Papieren in Peterlchurz und Marschau bat.en beiargen lassen.. Eines schönen TageS lonrme. ich am Hellen Morgen'm fein Kondor;. ich hatte näm- ' lich bei ihm einiges stehen' von ein paar „Maltzewer" und elichm „Putilow", dabei hatte er von mir eine i'tjxi Differenz zu kriegen.^ Ich frage herum, wo mein Mann strikt? Und da'höre ich: Er hat seine Lenden gegür >- — und ist schow längsten Amerika! Kurz und gut, eZ gab natürlich viel Lärm, sie haben sich sofort an die eiserne Kasse gemacht .uyh dort war zu finden: e'ne Flasche Tinte uK ein alter, abgegriffener Gulde», durchlöchert guch noch! Em anderer hat in der Kasse ein großes Packet jüdische Kalender, v-m Jahre 6633 bis zum heutigen Tag zurückgelassen und war weg — nach - E'-e; Israels Ein Dritter, ei» ...fchi gwßer Ban i e:, hat nicht ^aykry'tttrpt, sondern er ~i|t einfach mit e n gen MilttonM in einer Wache fertig geworden und feiilieben ist ikM"— sein Name.' Nur die Bvodzki, die find, wie durch' ein Wunder,' ganz und unversehrt -avongekommen. Da Hab' ich's ein für allemal gesehen: Wenn es nicht beschieden ist, hilft alle Klugheit nichts! Ein Glück noch, daß ich mich beizeiten nmgesehen und auf ein anderes Geschäft geworfen habe. Ein ehrsames, anständiges Geschäft. Ich bin nämlich jetzt ein Makler, ganz einfach ein Makler hier in Jehupez an der Börse. Makler gibt es in Iehupez unle:ufen so viele wie Sterne am Himmel; hin ich sch «hier als sie? Ich habe schließlich auch Hände und Füße, eine Nase und zwei Augen wie alle Juden; und so vornehme Leute wbe ich gibt es hier überfenug und es tut ihnen gar nichts, den'Stecken zur Hand zn nehmen und Makler zu sein. Und die großartigen Kenntnisse, welche man dazu braucht! Wenn man nur lüge 1 kann und dazu ein Stück Frechling ist, kann man schon Mak e: sein.... Im Gegenteil: Je größer der Lügner, je ärger dev Frechling, desto besser l«: Makler. Du kannst es mir glauben: Es gibt hier in Iehupez Makler, bei denen hätte es in Kasriliwke gerade gelangt, um Be.fsr ober Fnhclellte zu werden; sie köm.en kaum ordentlich ichreiben; und Dn siehst doch; wie sagt Deine Mutter: „Wenn Gott totttj sch'eßt ei« Besen." Man braucht nur ein weißes Hem« und e'nen fchöNW Hut.anziehLn, herumkriechen, herumspü'en, ein Wort auffangen, einen Satz ein. Spznmgj dazu und — „MUe.um die Provision!" „PvodiswM he tzt, das Maklergeld, so wie bei Euch das Geld sürSj Schäch en. O, es ist ein süßer Groschen, so eine „PU4 Vision") Be dient ohne Kopfzerbrechen und ohne Herz«j A'M: Gerade sefdern erst habe ich einen Fünfziger! Provision eingesteckt und ich will mein Lebtag zusammen mit Dir so von einem Unheil wissen, wie'ich weiß, wofür!. Ich ha^e zchniausend > Pud Zucker'Verkauft, "eS hat nicht so lang, gedauert,-wie man eine Zigarette ausraucht;"v'eimehr: verkauft haben ihn andere, ich - bin inmi ei hineingefprungen. Kurz und gut. ich HM mit Gotie) Hilfe einen Fünfziger erwischt! Wenn GW hilft und das re)t so ein halbes Jahr lang, dann komme ich bald wieder auf die ,Füße zu stehen und werdet was ich ge.vsfen. Denn Du mußt wissen: Bei uns' in Jehnpez spsslt das Geld die größte Rakt;; der Men,ch selbst gilt keinen Pfifferling; von Vornehmheit' will »ran he: nichts htzr-n; Du magst sein, wer uM was Du willst und welcher Mkunft immer w«nw Du nur Ce.d hast! Doch da ich stark beschäftigt bin und. ie'.ne Zeit habe, fasse ich mich kurz. So Gott will, we:de ich Dir im nächsten Brief alles ausführlich! leichten, Jetzt gebe Gott nur Gesundheit und Glücke Grüß' die Kinder, sie sollen leben, und Schwiegervater und Schwiegermutter und jeden Einzelnen sehr herz^ lich Von 1 Deinem Gemahl! ' ^rv Menachem Mndck.^ Richtig: das Wichtigste! Schreibe mir ich bitie Dich sehr darum was tzs bei Euch MuöZj. gibt, vb es regnet und was die Rüben mache» und ob! e-' viele Käser gibt. Ich muß das sehr genau wissen^ je eher, je liebirr l ., Dex Qb\fr%J itfortfcüutt# (offttl