Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 375 (7.2.1920)
- Date
- 1920-02-07
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seiten Wien. Samstag Wiener Morqenzeltun-f tU. 3T5 7. Februar 1920 khläge einbrachten und dadurch die Verhandlungen obstrucr5n wollten. Ein groß angelegtes Referat hielt Minister voloweitschik über die politische Arbeit. Heber die Orramsation der Gemeinden sprach zunächst der Orthodoxe kühnemann, der aber in Wirklichkeit fast ausschließlich ne religiösen Forderungen der Orthodoxie vorbrachte. Das Korreferat erstattete sodann Rechtsanwalt Rosenbaum- »essen Vorschläge über den politischen ^tnd organisatorischen Ausbau der Gemeinden der.Beschlußfassung zugrundegelegt l-urde. Es wurde ein National rat gewählt, dessen krekutibkomitee ans zehn Personen besteht, dje hutn größten keil ihren Wohnsitz in Kowyo haben. Das Präsidium besteht' ,us Rechtsanwalt Rosenbaum (Präsident) und den Herren Rachmieliewicz (orthodox) und Nechtsa»rwalt v.ink elfte in (Demokrat). Im Nationalrat sind alle-Par- «ieu vertreten, und zwar die Orthodoxen und die Zionisten mt gleicher Mandatszahl und dis Demokraten mit der. Hälfte dieser Zahl. Die Exekutive hat bereits eine Sitzung rbgehalten, in welcher Organisations- und Wiederaufbau» iragen bebandelt wurden. Es wurdet die Errichtung .von twei Sektionen beschlossen, und zwar einer ökonomischen und äner Schulsektion. Die ökonomische Sektion beränstctltet jetzt' -ine Enquete über wirtschaftliche Fragen und befaßt sich ängehend mit dem Problem des Wiederaufbaues. Die Schul» ektion betrachtet als ihre erste Aufgabe die Beschaffung von Lehrbüchern; demnächst soll auch ein Lehcerseminyr gegründet verden." „Wie steht es mit' dem jüdischen Schulwesen in Ziwuen?" „Es gibt in Litauen gegenwärtig drei Typen von irdischen Schulen: 1. hebräische Schulen mit au sich ließ» iich hebräischer Unterrichtssprache oder doch nit starker Präponderanz des Hebräischen, 2: jiddische' Zchulen, in denen dem Hebräischen.ein verschiedener Grad «m Raum im Lehrplan zugemessen ist, 3. orthodoxe schulen, die zum Teil hebräische, zum . Teil jiddische Unterrichtssprache haben. Schulen mit fremder Unterrichtssprache Tistieren in Litauen nicht., Der Nationalrat steht auf dem Standpunkt, daß er sich in den inneren Streit bezüglich tet Kulturfrage nicht emmengen soll. Alle Typen von Schule« werden gleichmäßig unterstützt und es bleibt. .den Eltern »verlassen, welche Schule in einem Ort gegründet werden soll. An der litauischen Hochschule sollen demnächst einige Lehrstühle für jüdische Gegenstände errichtet werden." - ' Alles in allem war aus dem Gespräch der Eindruck;u gewinnen, daß die jüdische Autonomie in Litauen erfolgreich ausgebaut wird und daß dieses Werk -besonders »urch den Gemeindekongreß und die Einsetzung des Nationalcates sehr gefordert wurde. Das jüdische Ministerium wird «nt dem jüdischen Nationalrat in enger Fühlung zusammen- »rbeiten. Politische Rade? über das Verhättirrs des Bolschewismus *it den 9b r^en Staaten. ' Der Berliner Vertreter des .Manchester 'Guardian" ' satte eine Unterredung mit Radek Mer das Verhältnis des Bolschewismus zu den übrigen Staaten außerhalb Rußlands. ' Robe! schilderte die Situation wie folgt: „Der Orient befindet sich in großer Erregung, aber' Towietrußlond sei für diese Unruhe nicht verantwortlich, die hre Ursache zum Teile in historischen Entwicklullgserfcheinunjen, teils im Ententeimperialismus hat und zum Teile'die ’ natürliche Folge des Weltkrieges ist. So zum Verspiel hat ' »ie Teuerung im fernen Osten ein verhältnismäßig höheres Naß erreicht als in Europa. Unter anderen Ursachen erwähnt rr auch die Tatsache, daß Semenow mit seinen Kosaken sich - »uf die Seite der Mandarinen gegen das verhungernde Volk gestellt habe. In Persien richtet sich die Bewegung gegen die Fremdherrschaft. In jüngster Zeit ist in ANatolien eine' Bauernbewegung entstanden, denen sich die Jungtürken ge» iwungenermaßen anpaßten. Der mittlere Orient ist wegen »es Anschlages der britischen Admiralität auf die' Oelselder at den Gebieten Bagdad-Kantkin-Baku in Unruhe geratene Nadel gibt zu, daß sich in Moskau Emissärs aus dem ganzen '■ Osten befinden. Dieselbe Erscheinung zeigte^, sich auch zur Zeit der ersten Revolution im Fahre 190S, die ^gleichfalls iber den. ganzen asiatischen Kontinent ausstrahltel Die . Haltung der Bolschewiken' sei. .einfach die, daß sie wohl mit' nescn östlichen Völkern sympathisieren, aber weiter gehter nckt. Sowietrußland hat keine imperialistischen Ziele. Imperialismus bedeutet entweder die. Unterjochung anderer Nationen mit Waffengewalt oder ihre Ausbeutung, im Inter«. nie der Kapitalisten. Von keinem dieser Motive wird Sowietmßland geleitet. Unsere. Angriffspolitik ist eine. Zeitungs»^ rrfinbung. Im Gegenteil, unser einziges Sehnen, ist.der' »aldige Friede. Rußland ist. durch den Transportmangel: ruiniert." ' ..... -1 . ' Auf die Frage, welche Bewandtnis es mft einer propq-:;andistischen Invasion Indiens habeantwortete Radek: ' . i „Die russische Negierung führt'keine solche Propaganda, 8m Gegenteil, sie ist bereit, jedem Lande, das friedliche Be»' liehungen herstcllt, jede denkbare Garantie zu biktey. Aster»', »ings, der Vormarsch von Ideen kann nicht aufgehalten. rerven, aber wir sind bereit, Garantien zu geben, daß wir. oeder. mit Geld noch durch unsere Agenten, weder in Fndi-n »och anderswo im britischen Reiche Propaganda betreiben werden. Wir brauchen zu sehr den Frieden mit, England, alsr Mtz wir mit ihm in Streit leben wollten. Wir lassen Unsicht von Illusionen beirren: Der britische Imperialismus ft nicht nur eine Intrige der Kapitalisten, er hat vielmehr iciuc Wurzeln in der Psychologie der .Massen. Wünschen wir »uch, daß die englischen Massen sozialistisch werden,, so können rir doch von außen nichts tun. Eine Rettung der-englischen stroleiarier und der unterdrückten Völler des Reiches Nluß durch eigene Anstrengung kommen. Das ist ihre eigene Angelegenheit und rstcht Sachen SowietrußlandS. Wir können nur unsere Sympathie bekunden, alleweitere würde sich einem Lande gegenüber, rüit dem wir in Frieden leben, von selbst verbieten." E j.Sowietrußland würde sich also inmitten einer nicbtysosi.alistischsn Welt als ein Staat, unter anderen einrichton i '* ^lauset«' nun dis' Frgge des Interviewer». „Warum denn nicht?" erwiderte Radek. „Die russische i.Regkerung steht, auf dem Standpunkt, daß es ebenso möglich sei, zwischen sozialistischen und, kapitalistischen Staaten, gute Beziehungen zu unterhalten, wie es zwischen kapitalistischen und Feudalstaaten möglich istr So lebte zum Beispiel das imperialistische England in sehr guten Beziehungen zu dem zaristischenfeudalen Rußland in den Tagen der Knechtschaft. Ich persönlich bin überzeugt, daß der Kommunismus nur durch guie.Beziehungen zu kapitalistischen Staaten gerettet werden .kann. Aste kapitalistischen Staaten bewegen sich in der Richtung kW Gozialitznvis, allerdings auf ihren eigenen Wegen uyd im ihren eigentümlichen Abstufungen, und der Friede wird. beschleunigt durch die Kriegssteuern, die Hetzen Preise.' und" -M: Herabdrückung, der . LebenZmöglichkerten. Aber in den einzelnen Ländern selbst wird der Kampf zwischen Regierung, und Volk im- Lande selbst aüSgetragey." Im weiteron Verlaufe der Unterredung erklärt Radek, daß seinen Ausführungen nicht bestimmte' Pläne zugrunde liegen, sondern bloß 'die Möglichkeiten bezeichnen, zu deren Versuch Rußland gezwungen sein, könnte. Rußland ist heute zu schwach, um sich in eine Weltpolitik oder in einen Zug nach Indien einzulassen, es ist aber stark genug, um in seiner Selbstverteidigung Wundenauszuteilen.' Die Arbeiter sind des Krieges äußerst müde, Uber sie wissen, daß ihnen die Entente den Frieden vorenthalte. Wenn sie keine Arbeit ugd nichts zu. essen haben,, so wissen sie auch, daß dies dem Einschreiten det Entente zuzüschreiben ist, und diese Kenntnis allein ist.es, dre ihren Kampfeswillen stärkt. Unser Kampf ist kein, von der Megierung .befohlener Kampf und kann auch nicht auf .Kommando - der. Regierung eingestellt werden, er ist ausschließlich von dtzr Verzweiflung der Massen getragen. Mit einem Wörter Wenn, die Northcliffepresse von einer roten Invasion .in Indien erzählt, tut sie das mit bewußter Unaufrichtigkeit Und um Sowietrußland zu verleumden. Aber immerhin 'gelingt.es der.Northcliffepresse, die englische öffentliche Meinung! irrezuführen, dann, könnte .leicht da», was heute noch.Phantasienästzur.Wahrheit werden.. Auf die.Bemerkung, haß. her Sowietregierung politische Expansion, ein Imperialismus , der Revolutionzum Vorwurf gemacht werde, wendete Radek ein: „Imperialismus ' und . Revolution . sind , zwei einander widersprechende. Begriffe, Revolution, bedeutet.die vollkommene Selkstregierung d«r Massen.. Die französische. viepolutton ist aus zwei Gründen imperialistisch geworden. Erstens war sie eine ausschließlich bürgerliche Revolution und zweitens war sie der letzte Akt im. KMrpfe zwischen England und Frank» reich um .den Kolonialbesitz, Wie. 1 einer Ihrer Historiker sagte: : Pitt. bat Napoleon gemacht. Ich führe hierzu die Aeußerung Lenins^ quf dem letzten Parteikongreß im März 1919? an: . „Das Schwert ist-, nicht das Mittel, mit dem der ’ Sieg des Kommunismus errungen werden kann." Sind wir «her zu Kämpfen -gezwungen, dann - suchen wir uns selbstverständlich das Kampfgebiet aus, auf dem der Erfolg am leichtesten, erzielt werden -kann. ES ist. nicht, wahr,, daß wir nichts tun können. Das Tor zum Osten steht offen und dort gibt es für uns grüße Möglichkeiten. Würde eine zaristische Negierung.beschlossen hgW,.in Indien einzudringen, so hätte sie Bahnen gebaut, Armeen errichtet, kurz, die Hilfsmittel einer kapitalistischen Kultur tu Anwendung gebracht. Bei uns steht t»lc. Sacke anders. . Wir haben nichts anderes zu tun, als usisere 'aktivsten ' Arbeiter 'hinzuschicken und hie Unruhe unter den^ Völkern zu schüren, und, meint'Radek, zehn Agitatoren sind gleich einer Armee." Die IMPenWen Dinieren r»"d die Pogrome. (Origknalbencht der „Wiener .Morgenzeitung".). . Nom, 28. Jänner. Die italienische öffentliche Meinung ist von neuem wegen der Pogrome während der Donikinschen Okkupation und in. Ungarn, alarmiert. Die jüdischen Organisationen haben i erst vor kurzem angefangen, die Zeitungen über die neuen'Greueltaten zy informieren, da sie mit Sammlung und Kontrolli?tung des Pkaterials beschäftigt waren. Kurt» mehr haben sie eine Broschüre von Tatsachen und einen «Aufruf, an .has italienische Dolk^ herausgegeben, der van Felics Ravenna für die zionistische Organisation, von Angeld Sereni für das Komitee der jüdischen Gemeinden Italiens und von Francesco- Ar ca für den nichtjüdischen Pe.rein für die Verteidigung' der Rechte des jüdischen Volkes, »Pro Israesie", unterzeichnet ist. Trotzdem Italien jetzt viel mit. seinen eigenen, inneren und äußeren Angelegenheiten zu tunhat, hat der Aufruf seine Wirkung nicht verfehlt.. Das Organ der extremen Sozialisten „Avanti" hat schon öfters von Judenmetzeleien geschrieben; jetzt haben sich ihm auch »Azione Sozialista" und „Giornale del Popalo", Zeitungen her gemäßigten Sozialisten, angeschlossen, indem sie ausführliche Artikel über die Pogrome unter Dcnikin veröffsntlichten; auch die bürgerliche Presse hat den Aufruf .nachgedruckt und sich der Protestbewegung ängeschlossen. Di« Ulnione Cocialista Jtalrana", hie gemäßigte^ sozialistische Partei, die schon auf ihrem letzten Parteitag im September 1919 eine Resolution für den Zionismus angenommen hat, veroffentlrcht nun' folgende Resolution : Die „Ugione Socialista Italiana" erhebt angesichts der furchtbaren Metzeleien, in. welchen Tausende von Juden umgekommen sind und. Hunderte von Frauen vergewaltigt wurden, angesichts der Plünderungen und der Zerstörungen, welche während mehr als eine- Jahre» die Pogrome in der Ukraine, m Ungarn, im Rußland; iinliiiluaiä uuü S&uuiuä bLSl^ile.r» if^o XcJiiv'iWtÄ» 1 Bratest gegen diese Barbarei; sie fordert vom italienischen Volke eine Verteidigung des jüdischen Volkes; sie verlangt von der Regierung, daß mit aller Energie durch die diplomatischen Missionen den Negierungen und Vertretungen der Ukraine, Ungarn? und Rußlands ein» geschärft werde» daß die Menschheit nichts mehr vom unschuldigen Blut« wissen wolle und daß jede Gewaltsam feit den unbewaffneten jüdischen Minderheiten gegenüber die Regierungen, welche diese vollziehen, entehrt mck» sie von der zivilisierten Menschheit ausschließt. Die italienisch« republikanische Partei (Bartito Nepublicano Jtaliano) hat folgende Resolution angenommen:. Der Vorstand der republikanischen Partei stellt fest,^ daß unbeachtet der Versprechen der Regierungen in gewissen Teilen von Rußland und in dem reaktionären Ungarn die furchtbarsten Metzeleien der Juden fort» dauern; er erhebt dagegen lebhaftesten Protest.und lenkt die Auftnerksamkert aller zivilisierten Regierungen der - Welt auf die Notwendigkeit, das Fortdauern dieses unerhörten Martyriums," das von neuem diesem Unglück« lichsten aller Völker auferlegt wurde, zu verhindern. Die Protestbewegung steht erst in ihren Anfängen und man muß abwarten, bis die Frage im Parlament aufgcrollt wird. Es wird schön wieder nach jüdische« Wählern g-angelt. In der Tschecho-Slotvakei, auf deren Gebiet gegenwärtig alle Dorber itungrn für die Wahlen zur Na'icnalversammlung getroffen werhen,' spt-.len die jüdischen. Bürger, wie,, stets vor den Wahlen, eine sehr umworbene Rolle. Einige Parteien . Üherfließen von liebenswürdigen. Lockrufen, andere ergehensich in finsteren Drohungen. Unter den ersteren stehen dis Deütschen obenan. Dagaus, tagem überschüftet ihre Presse die Juden mit Schmähungen, veriückmmt sie in Bausch und- Botzen als Drückeberger und .Preistreiber. Die Sprache der dentschnatmnalen Presse-' Vepsammlüngsred er und AbgÄrLneien. gitgPrübsr dk« Juden ist vielfach an. Gemeinheit kaum, zu übe.rbieten. Aber jetzt, wo. man auf den Wählerfaüg auszieht, redet man plötzlich von KnWrzölidarität. Ist es schön an und für sich sonbMar, einen DeMschnationalen von Kultur reden. zu so. wirkt dies bei solchen Antezcdenzieu noch lächsrlichertt .Wer chie Juten haben aus früheren Ztziten hoch das eiste tzelernt, daß - sie für ihr eigenes! Volk.und dessen Interessen einzutreten.Habeni.Dies.E ble'.et vor allem e'n: vealpolitifche. Erwägung der Vex« hältUisse' ln der Republik. 'D^e.'.Juden childen'' keina' ^5 sch osseste S'e'.elung,"sondern wohncn als- Mino^i D unter.' den einzelnen Na^ionrü, '.weshalb sie gera',e bei' Wahlen aufeinLnber Rück sicht nehmen müssen.' Dann aber liegt die Organisation der jüdischen Wähler ans jüdischer Basis im Zuge der positiven Politik, zu der sich.das ganze Mische Volk entschlossen hgt. Wie irr. einer kürzlich -, abgeMlenen deusisDn Wähkerversammlüng in Prag nntgeteilt wurde, erreichten bei den letzten Gemeindewahlen in Prag die Juden drei Prozent der abgegebenen StiMmen. Im ganzen zählen sie 14.QÖ0 nationale Wähler, dia Deutschen etwa 16.000. Benesch gegen Kramapsch. . Wie sck on kurz gemeldet, bat letzten Samstag im AuS« wärtigen Ausichuü der tscknchi'chen Rationalveüammlmm der Minister B e n e s cd eine N.de über die auswäuige Politik der Revudllk arhalt-n. Er benützte, wie wir dom „Pravv Lidn" entnehmen. die Gelegenheit »u einer ousiührl chen Auslegung der beid n Mcikodkn der auswärtige« Politik, der Vorlr'egöme lwd« des. alten Regimes und der 'modernen Methoden des. neuen Nachkriegstkg'mes. Dadurch wurde seine N de eine Polemik gegen di« Änichauungkn, welche Dr. K r a m a r s ch h:»vaglert. Dr. Benrich hat in seiner Erkläntng über Rußland auch dl« sentimentalen.Worte ül-er die ilawiiche Pol-tik abgelehnk, Heren Lebensunfähigkeit aber durch den iförltkrieg bewiesen wo>den ist. Dr. Kram.n sch ergriff sodann das Wort und polemisi rir in hestiger W,se gegen Dr. Benrich. Er beendete feine Polemik nicht und verkprack. seine Rche sortzusttzcn. Dr. Bcnesch wird daraus antworten, ueber Amiaa der Nat'onaldemoktaien wurde bcschtoffen. die R de Dr Benesch' noch nicht zu vublizieren. sondern eist gleschze tia mit der Antwort des Dr Kramarkch am Dienstag. Dtsdalb wurde über die samstägige Sitzung dcS auswärtigen AuSlchusics nur rm kurzer Be icht herausgegrden. Inland. Erbauliches aus dem niederösterreichischeu Landtag. - In der gestrigen Sitzung des Landtages wurde die Debatte über das Kapitel IV des Voranschlages (Landeskultur) fortgesetzt. Hierbei kam eS zwischen den Christlichsozialen und den Sozialdemokraten ^zu regen Auseinandersetzungen., die bei der Rede des Abgeordneten Helmer den Kulminationspunkt erreichten. Abgeordneter Helmer sprach den Wunsch aus, daß endlich die alten Vezirksschulinspektoreii, die als Geßmannsche Geißel über bi« freiheitliche Lehrerschaft geherrscht haben, Männern Platz machen, di« den Geist der Zeit begreifen. Der Geßmannsche Geist herrsche aber, noch viel ärger in den Mittelschulen. Diele solcher Professoren und Direktoren seien von Geßmann aus Tirol uno Vorarlberg importiert worden, darunter auch bet Abgeordnete Betrer. In Wiener-Neustadt werde jeder Erlaß dev Unterrichtsverwaltung planmäßig sabotiert und vor den Schülern einer Kritik unterzöge«. Während dirs« Herren früher vor jedem Pfelfendecket de« UnterrichtSministerS auf dem Bauche lagen, machen sie jetzt den Unter/taatSsekretär bei jeder Gelegenheit vor den Schülern lächerlich. Gegenüber dem Abgeordneten Pr. Beir«r, der behauptet habe, daß er. Redner, bet den Pfaffen in Neuklostcr wohne und keinen Zins zahle, konstatiert Redner au« einem Briefs des Priors an ihn, daß er den Zins für die Wohnung, die ihm das Wohnungsamt zugewiesen habe, im Betrage von 46 Krouen monatlich zahle, seinen Verpflichtungen jederzeit nachgekommen fei und den Wohml,lgSzins nie schuldig blieb. (Lebhaft« Rufe: Hört! Hört! Pfui, wo ist jetzt der Doktor Beirer?) Er müsse jedoch seinerseits dem Dr. Sipär-, *x als