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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-06 · Heft 374 (6.2.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 374 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Wiener MorgenzeitnnA Seite 2 Wien. Freitag Der erste jüdische Volkstag in der Slowakei. Bo« nuferem Spezialberichterstatter. R { ft ti 'i ii. 2 5?^'itir. Der am 1. und 3. Februar in Pi st Han abgehaltene Dolkstag des slowakischen Judentums bedeutet den ersten eNt-' schlossenen Schritt dieser durch ihre jüdischen Werte wie durch Zahl beträchtlichen jüdischen Gruppe zu aktiver jüdischer Volkspolitik. Die Tagung ist ein entschiedener Erfolg der unermüdlichen Arbeit des jungen ..Jüdischen VoklsverbandeS für die Slowakei" und seines Prctzburger Bureaus. Mit dem einstimmig angenommenen Beschluß der Delegierten, eine zusammenfassende Organisation aller sich auf den Boden des positiven Judentums stellenden Gruppen unter dem Namen «Bereinigte jüdische Parteien" zu bilden und diese als «wahlwerbende Parte!" in den Mahlkamps cintreten zu lassen, i{t der alte verderbliche Grundsatz einer schädlichen Anpassungsvolitik zugunsten der allein mögliche« aktiven jüdischen Volkspolitik endgültig verlassen. ' Die neugegründete politische Vereinigung der slowakischen Charakter, aber sie entwickelt sich in einer Richtung, die un- Charakter, aber sie entwickelt sich in euer Richtung, die unfehlbar die politische Zukunft des slowakischen Judentums in nationalem Sinne zu gestalten berufen ist. / Die Tagung, auf welcher mehr als fünfzig Gemeinden durch mehr als hundert Delegierte vertreten waren, machte einen durchaus erfreulichen Eindruck. Der erste Verhandlungstag brachte neben den verschiedenen Eröfsnungs- und Begrüßungsansprachen — im Aufträge bcS Jüdischen Nationalrates für Oesterreich übermittelte Professor A. Freud den Ausdruck brüderlicher Solidarität — ein interessantes Referat von Dr. Langer (Trstena) über die Frage der Plünderungen und der Lrzcnzen. Der Redner fand scharfe Worte für das Ministerium für die Slowakei, welches ein Moratorium verhängt habe, das sich auch auf Angelegenheiten de? Raubes erstreckt. Man behauptet, das Volk habe die Juden geplündert, weil diese das Volk gemeinsam mit den Ungarn unterdrückt hätten. Dies entspricht keineswegs den- Tatsachen Denn dir ausgeraubten Dorfjuden haben mit dem Volke im größten Frieden gelebt. Die wahren Gründe der Plünderungen seien andere, sie seien das Ergebnis einer systematischen Hetze, wie schon die Beobachtung deS seinerzeitigen Verlaufes der Plünderungen beweise. Nicht nur, daß also die Ausdehnung deS Moratoriums auf Angelegenheiten deS Raubes eine vollständige Aufhebung deS Eigentumsrechtes bedeute, sei aber auch gemordet worden, ohne daß bis heute die Täter zur Rechenschaft gezogen worden wären und der Staatsauwalt von Rosende r g lasse verlautbaren, daß iu diesen Mordfällen eine allgemeine Amnestie verkündet werden solle. «Der Staat nimmt mehr Rechte in Anspruch, als einst der russische Zar. Die Heiligkeit des Eigentums ist aufgehoben, das Moratorium hindert uns, jeden Schadenersatz zu verlangen, selbst freiwillig bei Bauern deponierie Sachen können zufolge deS Moratoriums nicht zurückgefordert werden, und so kommt es oft genug vor, daß die letzte Habe eines ruinierten Dorfjuden vor seinen Augen verschleppt wird und er selbst außerstande ist, zu dem Ueberrest seines einstigen Besitzes zu gelangen, während das Moratorium jene schützt, die sich seiner bemächtigen. Auch in der Frage der Vergebung der Lizenzen, die gegenwärtig neu geregelt werden soll, gehe die Regierung in einer parteiischen Weise vor, die die begründete Befürchtung erwecke, daß man die Juden ihrer Lizenzen einfach berauben wolle. Die Forderungen des Referenten wurde in einer entsprechenden Resolution zusammengefaßt, welche unter anderem die Bereitwilligke.t der Regierung, den Geplünderten staatlichen Ersatz zu leisten, begrüßt, bei der kommisstonellen Feststellung der Schäden die Teilnahme von Vertrauensleuten des „Jüdischest BolkSverbandes" als notwendig erklärt, die Aufhebk ng des Moratoriums, Vorschüsse aus der StaatSkassa für die Geplünderten und sntsprecheiwe klebe gangsbestim:n: ^en für bisherige Lizen^'nhaber enthalten. Der hauptsächliche Teil der Verhandlungen galt der Schaffung der politischen Plattform für die künftigen Wahlen. Dr. Eisler (Galgocz) referierte zu diesem Punkte. Der Redner beleuchtete die Notwendige.- eine e.Q«r cn jüdischen Politik, die es gleichzeitig ermögliche» solle» beim Kampf der Völker in staatspolitischer Hinsicht neutral zu bleiben. Schon au? diesem Grunde sei ein Anschluß au eine bestehende Partei zu verwerfen. Die jüdische Partei werde imstande sein, die eigenen jüdischen Interessen kraftvoll zu vertreten, ohnr sich in den Kamps der Völker' einzumengen. Die Verschlimmerung der' jüdischen Wirtschaftslage mache eine eigene Wirtschaftspolitik erforderlich. Man müsse eine gemeinsame jüdische Plattform finden, deren einzige Voraussetzung das bewußte Judentum zu bilden habe. Die Notwendigkeit der Gründung der «Vereinigten jüdischen Parteien" wurde von verschiedenen Rednern übereinstimmend hervorgchobcn. Dr. Hajdu (Szenitz) besprach das vielfach unerfreuliche Verhalten der Ortsbchorden gegen die Juden und den herrschenden Terror. Nur eine politische Organisation könne dagegen ankampfen. Der Redner bespricht das künftige Minoritätenwahlsystem und die jüdischen Forderungen und findet starke Worte für die jüdische Pflicht zur Solidarität und Selbsthilfe. Der Programmenlwurf der „Vereinigten jüdischen Parteien", den Dr. Ringwald vorlegte. betont die Notwendigkeit, für die jüdische wahlwervende Partei zum Zwecke der Wahlen mit den jüdischen Parteien in Mähren, Böhmen und Schlesien gemeinsam vorzugehen und enthält als wichtigste Punkte den Kampf um die jüdische Emanzipation in politischer, wirtschaftlicher und religiöser Hinsicht, Kampf gegen Boykott jeder Slrt die Frage der Regelung der Lizenzen und Vergütung der P! ü n d e r u n g S s ch ä d e n, d ie unbedingte A u frechterhaltumg .der jüdischen Schule und deren Ausbau und die Erhaltung des Re! i» gionSunterrichtes. Dr. Goldstein, Sekretär drs Jüdischen Nationalratcs in Prag, hielt einen überaus instritktiven Vortrag über das künftige Wahlsystem, dessen allgemeine Verbreitung beschlossen wurde. Die Konstituierung der neuen jüdischen Partei wurde einstimmig mit großem, Enthusiasmus beschlossen. / Der erste ValkStag deS slowakischen Judentums zeigte einen starken jüdischen Willen und hinterließ die besten Eindrücke. Die Art, wie hier Zionisten und Nichtzionisten sich auf der gemeinsamen Basis.jüdischer Volksarbeit begegneten — eigentliche Reibungen wurden nur durch daS Eingreifen des undisziplinierten Außenseiters Samuel B e t t e l h e i m provo. ziert — bedeutet eine erfreuliche Prognose für die künftige jüdische Entwicklung in der Slowakei. Politische^undschau. Die Ostirrdenfeage fit Deutschland. Der Artikel Professor Einsteins im „Vertiner Tageblatt" gegen biß? Ausweisung oder Internierung d«r ostjüdischen Zuwand^rer hat nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland großen Eindruck gemacht. Die englische Presse hat den Artikel zum T.il wörtlich veröffentlicht. Auch die Prager „Narodni Listh" hat davon ausführlich Notiz genommen. Der unsinnigem Plan, die Ausländer in Konzentrationslager zu sperren, stößt aber nicht nur auf politische, sondern auch auf technische Hindernisse, die gar nicht zu überwinden'sind. Die deutsche Regierung muß selbst zügeben. daß es sich dabei nicht" um ernsthafte Absichten handelte, sondern um eine jener unbedachten Aeußerungen, di« nur nach außen Eindruck machen sollen, ohne wirklich ernst gemeint zu sein. Leider ist der Eindruck solcher Enunziationen weift dem erwarteten entgegengesetzt. Die deutsche Regierung hat daher .auch schon Rückzug geblasen. Die offiziöse „Deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht nachstehende Notiz: «Durch verschiebt ne Blätter ginn kürzlich die Rach- * richt, die preußische Negierung plane die Errichtung von Konzentrationslagern für Ausländer. An zustündiocr Stelle wird uns erklärt, daß diese Frage sich noch im Anfangsstadium der Erwägung befindet, und daß es nicht zutreffend sei, daß di-'se Lager schon sehr bald und in irgendeiner bestimmen Form g-schaffen würden. Das Staatsministerium hat sich mit dieser Angelegenheit noch nicht besaßt, doch wird daraus hingewiesen, daß alle Maßnahmen, die das preußische Ministerium des Innern bisher in der Ansländerfräge getroffen hat, auch der viel diskutierte Erlaß des, Enisters .Heine, durchaus im vollsten Einvernehmen mn der Reichsregierung erfolgt sind. Wenn nun in der polnischen Presse eine große Erregung darüber inszeniert wird, daß im «freien sozialistischen Deutschland und Preußen" Ausländer in Konzentrationslager gesperrt werden sollen, so muß doch erklärt werden, daß gerade die polnische Regierung und die polnische Presse den geringsten Anlaß haben, sich über diesen Plan auszuhalten, da wir auS rein menschlichen Gründen die zahlreichen unerwünschten Elemente, die aus dem Osten einwandern, nicht zwangsweise über die polnische Grenze zurückschieben können, weil sie dort wahrscheinlich totgeschlagen oder zwangsweise wieder an die deutsche Grenze befördert werden. Gerade die unmenschliche Politik Polens zwingt uns dazu, Leute in unserem Lande zu belassen, auch wenn sie uns unerwünscht sind. Diese Heuchelei^, der polnischen Presse sei hiermit festgestellt:". Andererseits hat die preußische Landesregierung auf eine demokratische Anfrage wegen der „durch die Ausländer entstandenen Wohnungsnot folgende Antwort erteilt: „Es werden Vorkehrungen getroffen, die ungehemmte Zuwanderung zu verhindern. Ferner müssen für einen.Teil der Ausländer Fremdenkolonien eingerichtet werden, bis ihre Abschiebung erfolgen kann." Was man sich unter „Fremdenkolonien" vorzustellen hat, bleibt dabei schleierhaft. Natürlich ist dieser Plan genau so undurchführbar, wie der der Konzen- LraLionslaier.. Aber rechte Stcratskunst muß alle Querulanten befriedigen können, und so findet man immer neue Ausdrücke. _____ MoraeiEaus über feilte Mission Ut Polen. Warf hau, ß. Februar. (Privat.) Die Polnisch Tekegraphenagentur meldet, daß am IS. Jänner der Bericht deS Senators Korgenthau über feine Mission in Polen publiziert wurde. Er stellt fest, daß in Polen kein« Pogrome stattgefunben haben, sondern spricht von Exzessen und berichtet, daß solche Exzesse in acht Fällen festgeftellt wurden, und zwar in Kielce, Lemberg, PinSk, Lida, Wilna, KolbuSzowa, Czenstochau und Minsk. Die Zahl der jüdischen Opfer in dieser stürmischen Zeit der ersten Monate der polnischen Selbständigkeit, wobei hauptsächlich daS Kriegsgebiet derlei Exzesse zu verzeichnen hatte, Hab« in ganz Polen nicht mehr (!) als 28E"Perfonen betragen. Ueber die Lage der Juden in Polen äußert sich Senator Morgenthau dahin, daß wohl einige polnische Parteien für den Boykott der Juden agitieren, baß aber seiner Ansicht nach der festgefügte und demokratisch^ Staat Polen mit Erfolg die polnisch-jüdischen Beziehungen regeln werde. Diese angebliche Inhaltsangabe des schon so oft versprochenen und so oft in jüdischen Kreiftn Amerikageforderten Berichtes Morgenthaus über feine Mission in Polen macht sich schon durch ihre sonderbare Unklarheit, besonders aber dadurch verdächtig. daß nicht angegeben wird, wo der Bericht publiziert ist. Es wird sich daher empfehlen, vorerst abzuwarten, ob eS einen Originalbericht MorgenthaüS gibt und wie dieser aussiehtj, ehe ein Urteil darüber gefällt wird. (Die RedJ 6 Februar 1920 _ -K.M4 Die amerikanisch-jüdische Kommission Ukraine. , Aus P aris wird uns geschrieben: Am 2% Jänner empfing das Komitee der 'Mischen Delegationen -die ameri*anisch-'ü^We HssfSkommlssiön, welche sich im AizfWge' des Joint Distribution Committee äüS Amerika nach der Ukrain.e begibt und,auf der Durchreis« in Paris weilte. Diese Wmmifsion besteht vorläufig ans drei 'Mitgliedern, dem Richter Fischer äus Chicago, Professor. Friedländer aus Retv-Aark und dem Sekretär der einigwn jüdischen Getyerkschäften, Pin«. Sobald größer« Aktionen M den Gebieten der. Ukraine möglich sei» werden^ wird diä KomWssion vermchvt.werden. * In der Sitzung des Komitees der jüdischen Ddliegatidn»» erklärte Richter Fischer (Chüyßo). daß irte' KockMtKH über ausreich«n be Mittel verfügt.unddi- Wege eu '- findig machen will, um der schwer heimgesuchten jüdischen Bevölkerung in der Ukraine Hilfe zu bringen. - Der Vorsitzende, S o k o l o w, und der GeNeMftkretä» Mvtzkin äußerten ihre Freude .darüber, daß sich endlich eine.Kommission der amerikanischen Juden nach der Ukraine begibt. Dies sei eine Forderung, welche daS Komitee der jüdischen Delegationen an das amerikanische Judentum seit dem Juni vorigen JahveS unausgesetzt gestellt und Wiedenholt durch Beschlüsse, Telegramme und Briefe zum Ausdruck gebracht hat. — Dr. Kogan-Bernst«in(Kischinew) entwickelte sodann «in Bild der großen in Beßarabien geleisteten Hilsstätigkeit sowie der Versuche, die von dort aus mit Bezug auf die Ukraine unternommen wurden. Doktor Bernster n (Kopenhagen) berichtete über die Tätigkeit deS skandinavischen Hilfskomitees. DaS Projekt der allg« meinen jüdischen Hilsskonferenz wurde von den amerikanischen Gästen mit großem Eifer und Sympathie begrüßt. Der Gewerkschaftssekretär Pine versicherte, daß die großen jüdischen VolkSkreise Amerika S der Idee eines ZufammenarbeitenS der amerikanischen und europäischen Hilfsorganisationen mit Freude zustimmen und restlos für die Basis dieses systematischen ZusammenarbeitrnS. die allgemein« HilfSlonferenz, eintreten. Der der Sitzung beiwohnende Herr Abrahams ans Johannesburg (Südafrika), der soeben von dort als Vertreter des südafrikanischen Judentums in Paris angelangt ist. übermittelte die Grüße des südafrikanischen Judentum-, wekcheS gleichfalls der Idee des solidarischen Vorgehens aller jüdischen HtlfStnstitute und großen Organisation uneingeschränkt zustimme. Die tschechische Kirche exkommuniziert. AuS Rom wird gemeldet: Dir. .,Aet* Sedis Apostolic«e;* verUseritlrche» ei« Dekret deS Sani'Ofsiei». worin dir reformistische Brwcpung unter dem tschechischen JKernft vermteilt wird. Die Kongregation des Sam'Ofsiew tadelt, vermteilt «nd t jy k o m m unirirrt mit Dekret vom kV. Jänner 1920 die tschechische Kirche, die sich von der römischen Kirche getrennt h,ik. Die »Aeta* veröffentliche« ferner ein Schreibe», daß der Papst im Hmblick au! die Verhältnisse in der katholischen Küche m Böhmen an den Erzbischof von Prag gerichtet hat. Der Papst ermahnt dt» Erzbischof und den Klerus, die gegenwärtige Lage mit gi oster Aufmerksamkeit zu prüfe« und erteilt den Rai. eine Versammlung nach Prag einzubrrnsen. um rin Einvernehmen anzubahmn. Ter Papst bemerkt in. seinem.Schreiben weiter, die kirchl che Dssiplm müsse aufrechterhaltcn und grresset und das kirchlich« Zölibat als he.lig und unverletzlich gewahrt weiden. Der päpstliche Stuhl werde niemals ein derartiges Gesetz aucheben oder mildern. Was schließlich den Anspruch betrifft, die Wüide drg ErzbiichosS von Prag zu erhöht«, so gehöre dies zn de» Prärogative» des Papstes. Inland. Niederösterreichischer Landtag. Sitzung «« S. Febnua*. Fortsetzung der Budgetdebatte. In Fortsetzung der Debatte über daß Kapitel .Humauitätswesen" bemerkt LandeSrat Brlkert, daß man in absehbarer Zeit werde darangehen müssen, Trinker- Heilstätten zu errichten. In Zukunft werbe man auch, nach dem Gutachten der Aerzt«, und zwar in 5 bis zehn Jahren, damit rechnen müssen, baß ein starker Zufluß in die Irrenanstalten eintreten werde, weil sich die Wirkung der Syphilis' in größerem Ausmaße äußern wird. Der Redner bespricht weiters die traurige Lag« der Krankenanstalten auf dem Land« nnd betont dke Notwendigkeit der Gesetzwerdung des Entwurfes über die Kranleiianstalten. Er teilt weiter mit, daß die italienische Regierung die Anstalt Lussingrande geräumt habe und daß die Aussicht wieder besteh«, unsere sivophulösen Kinder dorthin zu senden. LandeSrat Dr. Nepustil erklärt, daß die bestehenden BesokdungS- und Pensionsverhältnisft der Gemeindeärzte unhaltbar seien und kündigt diesbezüglich eine UebergangSvvrlage an, die aus Grund der Beratungen mit den Aerzteorganisattonen die größten Härten aüsheben soll. Abgeordneter P o l z e r bespricht daS Armenwesen und di« BerpslegSverhältnisse in den Bezirksarmenhäusern, die sehr traurig ftieii. worauf das Kapitel ,Dumanitäts- und Krankenanstalten" mit den Anträgen Dr. Lutz und Winter angenommen wird. ES gelangt hierauf da» Kapitel »Landeskultur »ur Beratung, in welcher die zahlreichen Redner hie verfchiedensten Anregungen und Anträge zum Wiederaufbau der landwirtsck)«ftlichen Produktion auf allen Gebieten stellten, worauf die Sitzung abgebrochen wird. — Fortsetzung: Heni« um 10 Uhr vormittags. Die Forderungen der öffentlichen Angestellten. Ein« ErAlarnna de» Sta»r-Sdn!N',kers. Gestern erschienen Vertreter der Gemeinde Wien beim Staatskanzler Dr. Renner und brachten die mit den bekannten Forderungen der Angestellten der städtischen Betriebe (Gas» und Elektrizitätswerke, Straßenbahn) im Zusammenhänge stehenden Forderungen der sonstigen Angestellten der Gemeinde Wie» in Gegenwart der übrigen Mitglieder des Exekutivkomiteeder paritätischen Lohnkommission zur Sprache. Der Staatskanzler betonte einleitend, daß die Staats« regierung die harte Bedrängnis, m welche dry öffentlichen Angestellten infolge der fortwährenden Preissteigerungen geraten, ohne eine UeberwälzungSmöglichkeit zu besitzen. Um# und voll würdige. Die Staat-regierung hat bisher jedk auf* gestellte Forderung auf daß wohlwollendste geprüft und astes»

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