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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-05 · Heft 373 (5.2.1920) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 373 (5.2.1920)
Date
1920-02-05
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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jt& 873_!Wien» Donnerstag lefforS «nt bemerkenswerter Einfachheit gab. Gehr gut, ja ogar charakteristisch (bei der ihm zugedachten Rolle ein Kunsttück) Herr Paulse». Die Damen Mayer und Mayen md Herr E. Reimers fanden sich mit ihren unmögliche» sollen ab. Der Dichter konnte nach dem zweiten und dritten Akt viederhelt vor der Rampe erscheinen. Es gab auch Wider? pruch. , . _ L>. A.. Philharmonisches Konzert. Die Brahms'scheu Variatwffen über den Sankt llntoni-Choral von Haydn erschienen, dankbarst aufge-- wmmen, im Programm des letzten Svnntagskonzertes. Sie sind ein Wunderwerk jenes Meisters, der Beetzwven in der Kunst der Variation am zachsten gekommen st und erst in llöeger wieder seinen bedeutendsten Nachiolger gefunden hat. Ohne Prätention in der Wahl des Lhemas wie in der Anlage der Komposition sind sie gleichwohl ein Stück vollendeter Kunst, auch im kleinsten Öetail die Signatur des Autors tragend. Wie jene altgriechischen Bildwerke, die auch an den Stellen, die der Beschauer niemals erblickt, feinste Ausarbeitung zeigen, sind verborgene Stimmen hier lebendig, die der Hörer nur ahnt und die sich erst beim Studium der Partitur enthüllen. Dennoch gibt das ganze ein so farnges, frischbewegtes Bild musikalischen Lebens, daß nuh der naivste Hörer daran seine Freude hat. Die Ausführung durch die Philharmoniker machte das Aören »ollends zum erlesenen Genuß. Ein Werk Felix Weingartners schloß sich an. Die „Sturmsuite" ist der hmphonische Auszug einer von ihm komponierten Bühnenmusik yu Shakespeares „Sturm". Gegen Rendels schns „Son:n:ernach!stranm"-Musik gehalten, »ie ihr in mancher Hinsicht zum Vorbild gedient hat, erscheint Weingartners Arbeit als die schwächere. Wenn wrt wirkliche Romantik in Tönen lebt, der die Bühnen-- »vrgänge nur schwer gerecht werden kann, hat sich hier ne Musik scheinbar von höchst materialistischem Theater inspirieren lassen und der Bühnenpraktiker den Tondichter vollkommen an die Wand gedeckt. Diese Geister ranzen weniger phantastische Reigentänze als vielmehr?me Art Polka, wie sie auch dem irdischen Tanzboden siemt. Eine Liebesszene zwischen Ferdinand und vttranda wird von empsindnngsreicher Thematik genügen. Das Scherzettirw aber — es gefiel so gut, »aß Weingartner es wiederholen ließ — fit eine zu veitgehende Konzession an den schlechten Geschmack des Publikums. Diese Spielnhrenscherze gehören zu den Niesten Kalauern des musikalischen Humors und man ^at sie auch schon in feinerer Aufmachung gehört. Der irische Zug des Finales dieser Suite mußte den Eindruck des Borhergegangenen verwischen. Alles wurde rber wieder gut, als Weingartner die C-Moll-Sym- »honie Beethovens folgen ließ. Mit diesem Werke gab «nd gibt er immer sein Bestes und man folgte ihm ivillig in die erhabene.Gedankenwelt Beethovens, die * in ihvex ganzen Größe erschloß... Dr. K. M. Mvttöre als Strohmann. Dm Baconianenl, die sich von den gewöhnlichen nüchternen Lienschenkindern dadurch unterscheiden, daß sie Shakespeares Bühnenstücke und Sonette dem Philosophen nud Staatsmannvöflina Bacv vo» Berulom zuschrrlbrn. haben in Frankreich ein Gegenstück gefunden. Wer hat den Misanthrop-, den Avare, den Malade Imaginaire, den Tartuffe geschrieben? Nun, das ist doch 'eine Frage, wird der Leser antworten, wer anders als Moliöre? Rem, belehrt ihn Monsieur Pierre Lands; alles, was unter dem Kamen Mond« umläuft, stannnt aus Corneilles Feder. Grundbeweis: 1643 schrieb Corneille in einer Borrede, er ziehe eigentlich das Lustspiel vor; 1660 ließ er in einer zweiten Auflage diese Bemalung weg. Inzwischen hatte :c nämlich selbst, abgesehen von einigen früheren Lustspielen, zum Beispiel dem Menteur, neben seinen zahlreichen allbekannten Trauerspielen auch jene große Reihe von Lustspielen verfaßt, denen :r feinen Namen vorenthielt, und da doch ein Urheber genannt werden mußte, den unwissenden Schauspieler Molwre vewogm seinen Namen dazu herzugrben, einen Mann, der ebegsowenig unstände war, eine Handvoll anständiger Berfe zu schreiben, wie iach Ansicht der Baconianer William Shakespeare. Diese Täuschung setzte Corneille von 1613 bis zum Tode des Schauspielers im Fahre 1678 fort. Moliöre könnte man demnach die ganze Lustspielcrnte als ein Besitztum der toten Hand erNärrn. Die Beweisführung stützt sich im französischen wie im englischen Falle hauptsächlich aus allerlei zufällige oder aus dem Zusammenhang gerissene Bemerkungen, dunkle Ausdrücke und vermeintliche Anspielungen. Wenn man nun den Baconianrrn zugute haften kann, daß Shakespeares Leben und Wirken noch vielfach in Dunkel gehüllt ist, so laßt sich diebei Motiöre, der im vollen Lichte der Orffentlichkeit wirkte, vielen persönlichen Angriffen ansgesetzt war und wegen seines Tartuffe nicht eines Begräbnisses in geweihter Erde gewürdigt wurde, nicht zur Entschuldigung aujühren. Dagegen bat Pierre LonyS schon einen literarischen Schwindel auf dem Kerbholz: die Herausgabe emer angeblichen Ueberfetzung der von ihm erfundene« griechischen Dichterin Biliri-, deren auf einem Papyrus geschriebene Werke er in einem Sarkophag entdeckt haben wollte. Aus de« Theater«. Jm Buratheater gelangt morgen Freitag »F rau G i t t a s S ü y n e" zur Aufführung. Beginn '/»6, uhr. Jn der BolkSoper gebt morgen Freitag, neu einstudiert, ,FraDiavolo*m Szene. Harry Walde« spielt in der R ena:s, an e e- Bühne täglich abends 6 Uhr die männliche Hauptrolle m der Lustsvielnovitat „DiePerlen derKleopat r a". An derselben Bühne gastiert S o « «t a g, uachnnttaas 3 Uhr bei ermäßigten Preisen Heinrich E i s e n b a ch mit dem Ensemble vou M ax und Mo ritz. •ftftfpiel dar «ßchechffchen Dprr i» Pari». D,e «wr tschechische Over bereitet ein umfangreiches G a st. i ff t e I ParrS vor. Auf besonderen Wunsch deS Präsidenten a f a r v t sollen die tschechischen Künstler auf der Hinreise Borstellungen inHambura veranstalten. Es handelt dabei um die Ausführung zweier Dpern. von S me tan g. mter »Die verkaufte Braut" und eine blSher m Deutschland Jim VIUUHIIC VlfUUI M.IV »»»IV bisher ... Kammerspiete das Deutsche« Brlkstheater» im Akademietheatcr. Die Kammerspiele drS Deutschen Volkstheaters im Atademietbeater werden bereits nächsten SamStag beginnen. An diesem Abend um %7 Ufa wird im Akademietbeater Georg Kaisers Schauspiel rand im Opernhaus" in Szene geben. Sonntag finden zwei Vorstellungen statt, und zwar «achmittags „Einsame M e n s ch t n" und abends ,K i« d e r t r a g 8 d r e*. Geelenlieder für Singstimme und Klavier von Heinrich Schallt. Von Iehuda-ha-Levl-Dichtungen in derUebertroaunavon Emil Cohn erscheinen hier fünt kleinere Stücke im musikalischen Gewände. Ein Musiker von schöner Begabung hat sie geformt. Geistlicher Ernst und religiöse Weise strömt aus der sanabar gehaltenen und reichem polyphonen Klavierersatz gestützten Melodiekübrung. Paul Bender bat dieses Heft schon mit vollem Erfolg gesungen, die Wiener Aufführung dürste dann wohl nicht mehr lange aus sich warten lasten. Besonders den Veranstaltern jüdischer Liederabende seien diese Kompositionen «achdrücklichst empfohlen. kl. Borttrag über jüdische Musik. Ueber die Frage ..Gibt es eine jüdische Musik?* sprach Prof. H. E h r l i ch vor einem studentischen Publikum. Der Vortragende, ein gründlicher Kenner der synagogalen und Volksmusik des Ostens beschränkte sich im Grunde daraus, die wesentlichen CbarakterzÜae der Svnagoaalmelodik und einen, geschichtliche» Abriß der jüdischen Musikpflege zu geben, ohne die Frage apodiktisch mit ja oder nein zu beantworte«. Er behandelte von der biblischen lleberlirfcruug ausgehend den Teutpelgesang und seine Assimilierung durch die Sulzerscke Reform sowie die Tätigkeit der Kantoren und gab schließlich ein Zukunftsproaramm iür die Gesundung der rituellen Müsikvstege. Bon besonderen: Jntereffe waren seine Ausführungen über das Volkslied, über seine Durchdringung mit slawischen Elementen und über die Volksdichtung. Auch was Ehrlich über die Entwicklung der iüdischen Overette zu sagen weiß, ist neu und aufschlußreich. Dpr blinde Gelehrte, besten fesselnde Ansstibrungen lebhaftes Jntereffe fanden und die er selbst anl Klavier musikallsch illustrierte, schloß mit dem Zukunftsbild der palästinenstschen Musikvfteae, die allein die Entwicklung einer nationalen E'genart der Musik zu fördern imstande sei. Mufikblättrr deS Anbruch. Heft 1/2 des neuen Jahrganges ist als Sonderheit Franz Schrekers erschiene»: und enthält Beiträge von Paul B e k k e r. Otto Schneider. Paul Stefan. Joachim B e <f,. Eugen Schm: tz, Franz Schreker. Max B r o e s i k e - S ck o e n. Emst L e r t, ferner «in Porträt des Komponisten. Bühnenbilder, Faksimile einer Partitursrite und eine Rötende: läge aus »Das Spielwerk", Verlag Universal-Eoition A.-G., Wien. ' Schalom Alejchem-Abend. Heute findet in der I ü d : s ch e n B ü h n e, II., Taborstraße 12, ein S ch a l o m Alejchem-Abend statt. Das Programm besteht aus einer Ansprache, gehalten von Herrn Mendel S i n g e r, Borke s u n g des Herrn I. S ch w q g e r aus den Werkm des Dichters und G e s a n g S v v r t r ä g r n der Damen W e i ntraub-Graf, Glücksmann sowie der Herren Deutsch. P o d z a m c z; e und Streng. Hierauf gelangen zur AuMmug die beiden Emakter Ejze" uud ^Agenten" von Schalom Alejchem. Beginn Uhr. Sport. Die Lupspiele. Sonntag findet die erste Hauptrunde in der Konkurrenz um den Niederösterreichischeu Cup statt.' Sämtliche erstllassigen Vereine treten bereits in Aktion. Die Auslosung hat folgende Paarung ergeben: Rapid gegen Admiro, Hakoah gegen Simmering, Helsort gegen Sturm, Merdüng gegen RudoliSbügrl, Favoritnrr Äihleiimuv gegen Douaustadt, Abertas gegen Red Star, St. Pölten gegen Mödling, Germania gegen Artaria, Spvrtttub gegen Vienna, Sturm 1214 gegen Floridsdorfer Athletiker, Amateure gegen Hertha. Wieder: gegen Blue Star, Wacker gegen W. A. F., W. A. C. gegen Vorwärts und N«ßdorser Athletiker gegen Sportfreunde. Die erstgenannten Vereine haben Platzwahl. Da» Gastspiel der Prager Slavia verschöbe«. DaS für den 7. d. M. projektierte Wettspiel der Prager Sfav:a gegen den WienerSvortklub Slovan wurde auf einen späteren Termin verschoben. Sportklub Hakoah. Heute, 7 Uhr abends. Klnbleitunassitzung. Die Generalversammlung, bte am 18. b. M. infolge der Sparvorschriiten nicht stattstndett konnte, wird am Samstag den 7. d. M. um 4 Uhr nachmütags im Klubheim, l., Werderthorgasse 3 (Cas6 Citys, abgehalten. Tagesordnung wie bereits, verlautbart. — Heute Training der ersten und zwttten Mannschaft ans dem W. A. C.-Platz. Gerrchtssaa;. Der Dank für das Freiquartier, Bor dem Schwurgerichte unter dem Borsitze des OberlandesgerichtsrateS Dr. M a g e r hatte sich gestern der 36jährige Kellner Georg L e t t e u b a u e r wegen Verbrechens des Diebstahls zu verantworten. Die Autlaae vertrat Staatsanwalt Dr. H u b x n a c v, als Verteidiger fungierte Dr. A u g e u f e l d. Der Beschuldigte war in russischer Kriegsgesanaemchast und kam im Februar vorigen Jahres nach Wien zurück. Er wmde brer im GarnisonSspital Nr. 1 ausgenommen. Dort lernte:hu Frau W a l t e r s k i r ch e n kennen, die oster im Svitale erschien und Pfleglinge mit Zigaretten beteilte. Anfangs August wurde der Beschuldigte mit achtwöchenlllchem Urlaub ans dein Spitale entlasten und damals machte ihn Frau Walterskircheu den Antrag, einen Raum in ihrer Wohnung, l., Weihburagastr 23, zu beziehen und die Wohnung zu beaufsichtigen, da sie selbst nnt ihrem Gatten nack Karlsburg in Salzburg abreise. Der Beschuldlgte nahm das Anerbreten an und erhielt ein Zimmer angewiesen. D:e andere» Zimmer warm versperrt und i« denselben befanden sich in gleich all§ versperrten Kaken und Koffer« die Kleider, Wäsche und Schmucksachen des Ehepaares Walterskircken. Am 18. August v. I. erschien eine Fra« bei dem Hauswart Karl Wilfch und wagte ihn, ob der im ersten Stock wohnende Soldat berechtigt sei, Herren- und Fraueukleider zu verkaufen. Es stellte sich heraus, daß diese Frau von dem Beschuldigten eingeladen worden war, in die Wobuuug zu konmien und hier Kleider zu brsichtiaen, die er ihr verkaufen wollte. Willch ahnte sofort, daß rö sich um einen Diebstahl handle m:d verständigte die Polizei. Als ein. Beamter derselben in die Wohnung kam und fragte, ob der Beschuldigte etwas zu vnkaufm habe, B;e ihm dieser 3 Hrrrrnar^üge und 2 seidme Frauener und gab an, es feien die Kleider seiner Eltern, die er veräußem könne. Etu« Durchsuchung des Zlmmers, in dem Lettenbauer wohnte, ergab, daß sich dort noch andere Kleider befanden und überdies wurden bei seiner LeibesdM'chsuchung eine Ne»ne silberne Kassette, eine goldene Damenuhr, ein Armband, ein Rmg und verschiedene andere Wertsachen vorgefunden. Lettenbauer gestand, -die Kleider und die Schmucksachen aus der Wohnung der Frau Walterskirchen entwendet zu haben. Er hat Kasten und Koffer aufgrdrochen und daraus eine große Anzahl ) von Kleiden^ Wasche und Schmvcksacbeu gestohlen «Z. Februar 1920' g, ,1, .1 . .... i.wfi.-.y.i.». mWm Größte Auswahl! Billigste Präses- Leopold Steinhart, Wien, l., Biberstraße S. 407S/ft 3 Es wurden bei einer werteren Hausdurchsuchung auch_ Pfandscheine über Schmucksachen vorgetunden und au8 den 8$«* satztagen auf diesen Schemen ergab sich, daß Lettenbauer aleichj nachdem er in die Wohnung Zutrüt erhielt, mit dm Diebstahl begann. Die Geschwornen sprachen den Angeklagte« schnldrg. üb mit Einschränkung der Schadensziffer aus einen Betrag von u»t K 4000. Der Gerichtshof verurteilte hierauf Lettenbaue zueiuemJahreschwerenKerker. Der verkanste Fußballklub. Der Einzelrichter des Zivillandesgerichtes OberlaudeSgerichtSrat C a p e f r u s verhandelte über bte von dem Sportklub Fortuna gegen den Gastwirt Franz Schwänzer über» reichten Klage auf Schadenersatz von K 4000 wegen Verletzung eines VerwahrungSvrUrages. Der Sportklub Fortuna ist er» Fußballklub, der bei dem Beklagten seine Requisiten, di« Fußbälle. Schuhe usw. m drei Körben in ernem Kabmrtte steh« hakte. Die meisten Mitglieder des Klubs waren emgnücktn Der Zcugwart M a k o w i c z und ein zweites Mitglied namens Labout beschlösse v, da es nicht bester ging, unter Afsistmz des Schusters Alexauda H o l z e r dre drer Körbt samt ihren^Inhalt zu verkaufen.^ Die beiden Erstgmannten trugen die Körbe aus dem deponiert« Raum und verkauften sie dem Sportklub Akademie uw den Betrag von K 900.—. K 100.— wurden dem beklagt« Gastwirt für rin Darlehen. K 74.— dem Schuster für früher« Reparaiurrn bezahlt, io daß Makowicz und Labout noch K 740.— bw hielten. Der Sportklub Fortuna.dernachseinemWiederzuiammrnrritt weder Fußbälle noch Fußballschuhe mehr vorfand. Nagte den Gastwirt auf Schadenersatz, da er den ausdrücklichen Auittag von eine« Mitglrede erhalten habe, niemandem' etwas auszusolgrn. D« Beklagte bestritt, jemals einen solchen Auftrag erhaltin zu hadeu, übrigens war rö ja ein Vorstandsmitglied selbst, das' die Körbe wegschaffte. Der llägerische Klub trat schließlich von der Klage zurück, nachdem sich Makowicz — Lahout war inzwischen ae< storbrn — zur Zahlung der K 740 verpflichtete. — Damit tft bte Angelegenheit noch nicht erledigt, denn der Svorlllud Fortuna gibt sich mit dem Verkaufspreise von K 900 nicht zufrieden und wird an den Klub Akadenue wertrre Forderungen stellen, da N den Wert der Sachen mit K 4000 bis K 5000 beziffert. Zwischensa« bei her 'Beeidig««- der Ae» schworne«. £ In der ersten Verhandlung der zweiten außerordmtlich« Session erklärte der Geschwome Anton Oesterretchev Privatbeamter, bei der Beeidigung, er sei konfessiouSlos und » . - seine Ueberzeugung. einen Eid abzulegen »md Go« ' ' " ' " urteil« wir dir ........ J, Herrn Anton Oesterreicher unter Handschlag zu verpflichten,'nach drri» Eid ausgesprochenen Formel fern Amt als Volksrichter aa8m> üben. Der Vorsitzende Hofrat Dr. H a n d l nahm Ocsirrreichg den Handschlag ab, woraus die Verhandlung begann,! Der Volkswirt. Deutschlands Wirtschastsnot. Don nnsersm Berliner lA.-Mitarbeiter. Allenthalben sieht man der wirtschaftlichen Ent-, .Wicklung des Deutschen Reiches mit Sorge entgegen^ Zwar ist es der Regierung gelungen, die Ruhe im Landes zunächst stcherzustellen. Die sinnlose Aktion anlählich der Beratung des Betriebsrätegesetzes, die mit dem Stunwi auf das Parlament endete, ist blutig aber wirkungslos verpufft, sie hat nur ein ganz geringes Echo geftmdenu während sie der Regierung die Möglichkeit gab, ein« Reihe verschärfter Srcherungsmatznahmen durchzuführen» Systematisch ist eine „unabhängige" Zeitungnach d«s anderen verboten worden und zahlreiche der. einflußreichsten Agitatoren bfinden sich bereits wieder in Schutz-' Haft. Man spürt so etwas wie die eiserne Faust — untz' man mag zur gegenwärtigen Regierung stehen wie mcntz Will, man mag all ihre Schäden und Schwächen noch s« fühlbar empfinden: daß Deutschlands Gesundung vo« einer ganz gleich wie erreichten Sicherung der öffentlicher: Ruhe und Ordnung' abhärrgt, ist nicht zu bezweifeln. Die Härte und Schärfe, mit . welcher die Regierung hierbei vorgeht, würde auch zweifellos bek weitem nicht so aufteizend wirken, wenn man nur auch auf dm anderen, vor allem den wirtschaftlichen Gebieten, eine ähnlich energische und zielbewußte Kraft spüren könnte. Aber hier versagt das Können vollständig, das wirtschaftliche Chaos wird immer schlimmer und so erhält man natürlich den Eindruck, daß die ganze« Unterdrückungsmaßnahmen lediglich die mUitärisch» Machtposition der gegenwärtigen Gewalthaber stützen^ dem Bolksganzen aber nicht sonderlich zugute komme«, Solange die Grenzen gesperrt waren, hoffte mä« sehnsüchtig darauf, daß die Wiederermöglichung des Portes die Handelsbilanz verbessern, die Valuta wied« aufrichten werde. Es hat sich herausgestM, daß geradl der Export Deutschland in den Abgrund treibt Gewiß, die Exportindustrie erzielt unsagbare Gewinn« aber diese stärken keineswegs die wirtschaftliche Volk-- kraft. Zunächst hat sich gezeigt, daß trotz der Riese«, exporte die Valuta werter sinkt. Verlangt man Bezahlung in Mark, so wird der Jnlandsmarkt erst recht mit deutschen Zahlungsmittel überschwemmt, ohne daß im Ausland, wo sich viele Milliarden Mark Herumtreiben» der Abfluß bemerkbar werden würde. Verlangt man. um Devisen in die Hand zu bekommen. Bezahlung « ausländischer Valuta, so sinkt die Nachftage nach Maris im Ausland noch mehr. Wie man es macht, ist e» verkehrt. Die Valuta hat aufgehört, ‘ vom Import und' Export abhängig zu fein. Sie ist ein reines Spekul«, tionsobjekt geworden und als solches schlecht

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