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Wiener Morgenzeitung · 1920-02-05 · Heft 373 (5.2.1920) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 373 (5.2.1920)
Date
1920-02-05
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Serte^ Wien» DönneiÄag/ ■ 1 1 1 » . ... 11111 .. in allen Breülaa«n. Neparetuee« unter Garantie. Farbbänder für alle Stzstemr,' crftflaffigcs Material. LelA.,Knrzer, Wien, UH«, WeDichnstraße 23. Telehpou 31&8T. ' > J> ' s« r. t ...—--—---— losenunterstützung, sondern als Dell der Besvldüng anznnehmen ist, die nur aus budgettechnischen Grürrden dem Fonds beim StaatZarnt für soziale. Verwaltung entnommen wird. Nach Äushörcn der ^lrbeitslosenunterstützung wird die Besoldung vom Staatsamt für Justiz auf'700 Krönen monatlich ergänzt werden. Bezüglich anderer Forderungen, wie Einbeziehung in die staatlichen Wirtschaftsverhände, Fortsetzung der Praxis übrr das Pflichtjahr ufio.. wurden gleichfalls billdende Zusagen gemacht. — Ji»i allgemeinen ist es auf das wärnlfte zu begrüßen, daß dicrch die Erfüllung dieser bescheidenen Ansprüche ein Ansstand, der bei der heutigen lieberlastlmg der Gerichte die unangenehmsten Folgeerschei-- nllngeu erlvurten ließ, hintangehalten wurde. .... SiLLlichkeitsttttentat eines Fiakers. Die Wiener Fiaker hatten es bisher nur auf die Börse der Fahrgäste abgesehen, wobei sie allerdings oft 511 recht drastischen Mitteln griffen. Diesmal wird jedoch riu Fall gemeldet, der die Empörung der Oeffenölichkcit Hervorrufen muß. Eitle junge Dame mietet einen ' Fialer zu einer Fahrt. Ans einsamer Stelle hält der Wagen, der Ruscher steigt ins Cöupo und sucht die Dame zu vergewaltigen. Da ihm dies nicht gelingt rmrft er die Dame aus dem Coupe, und fährt Mt dem Wagen über die am Bodxrr Liegend« hinweg, wobei ihr eine schlvero Ä^unde zugeführt wird.' « lieber den Borfall meldet hie PolizeiKsrresPondenz: Die 22jährige Private Anna K. fuhr vorgestern abends in einen: Fiaker über die Alszeile. Beim Hernalser Friedhof stieg der Fiakerkutscher vom' Bock und tarn zu ihr ins Coupe. Er traf.Anstalten, an ihr «rn Ättent-at zu begehen. Sjmw K. wehrte sich aus Leibeskräften und schrie um Hilfe. Der Fiaker pactte varaufhiu die K, zerrte sie aus dem Wagen- und warf sie auf die Straße. Dann fuhr er mit dem Wagen über die auf dem Boden Liegende. Sic erlitt eine schwere klaffende Wunde'am Schädeldach, Verletzungen der Wange und im Munde illid Quetschungen der Beine. Djie Rettungsgesellschaft leistete der Armen erste Hilfe und brachte sie ins Äepkmuiespital. Die Strafamtshändlung ist eingeleitet. Aus der Meldurrg ist nicht zu ersehen^ ob der Fiaker' eruiert ist. Stu diesem gemeinen Patron müßte ein Erempel statuiert werden, damit den Herren Fiakern' die Lust vergehe, ihre Fahrgäste als Objekte ihrer brutalen Instinkte anzusehen. >; . * Das Drama einer glüMchen Ehe. Unter wahrhaft tragischen Umständen rst gestern nachmittags der in den westlichen Bezirken sehr bekannte und geachtete praktische Arzt Tr. Emil Wechsler, Mariahilferstratze 64 wohnhaft, aus dem Leben geschieden. Dr. Wechsler war in glücklichster Ehe verheiratet und hing an ferner Wjahrigen Gattin AgueS mit tiefer Liebe. Frau Dr. Wechsler erkrankte vor einiger Zeit schwer ata Grippe und ihr Zustand gestaltete stch ungünstig. Gestern nachmittags hat sich nun Dr. Wechsler aus e-.nem Fenster feiner im zweiten Stockwerk gelegenen Wohnung auf die Straße gestürzt und war in kurzer Zeit verschieden. Als man dann in seine Wohnung kam, fand Man Frau Agnes Wechsler tot. Offenbar ist sie einem Herzschlag erlegen und ihr Gatte hat sich aus .Schmerz über das Ableben der Frau getötet. * Ltrsßimräuber. Gestern abends um 3 Uhr wurde vw Ä2iährige HilfsarbLitersgatti» Ernestine Bürgert, LI. Bezirk, Schmidguutsgasse 39 wohnhaft, auf einem Felde in Simnwring, Lfteherstraße, nächst der Mühlsangergasse, von zwei ungefähr 18jährigen Burschen überfallen. Sie wollten sich ihres Rucksackes n:it Kartoffeln bemächtigen. Ms die Hran um Hilfe rtef, bedrohten die Strolche sie. am Leben; sie flohen unter Mitnahnre einer Jack?. * Raubmordverfuch. In der Kirchstetterngasse 44 in Ottakring wurde gestern an einer Konditoreibesitzerm, drr im bezeichnetrn Haufe ihr Geschäft hat, ein R a u b m 0 r d versucht. Ein junger Bursche, der in das Geschäft gekommen war, hatte die Ge'chäfkZeigeniüw.erin durch Stiche mit emem s P i tzen I n st r u m e v t mehrfach verletzt und dann die Flucht «griffen. * Dienstdiebin. Eine ungefähr 20jahr'me Frauensperson die iim 3. d. M. bei Frau Klara Krieg!, HC, Löwengasse 39, vorgesprochen hatte, um in den Dienst zu treten, hat zwei in Silber gefaßte Rautenboutons im Werte von K 60.000 und eine ungestempelte Benote zu K 20 entwendet und die Flucht ergriffen. >. Letzte Nachrichten. Dr. Benesch über die Neuorientierung -er tschechischen Politik. Pvag, 4. Februar. Minister des Aeußern Dr. Beuefch hrrtt heute im Ausschuß für auswärtige Angelegenheiten eine ausskhrüchr Rede über die russische Politik. Er sagte mtter anderem: Hinsichtlich der slawischen Poljtik lchurn wir die Konzeption einer Politik ab, wie sie seinerzeit vor dem Weltkriege propagiert wurde. Das war eine romantische Politik. Es versteht sich von selbst, daß die tschecho-slowalische Mpublik eine andere Politik machen muß. Unsere slawische Politik wird darauf beruhen, daß wir uns mitten Slowaken, Ruthenen und Polen verständigen. Ich glaube, es ist bekannt, -atz wir gewiffe gemeinsame Interessen mit unseren Nachbarn haben, und daß wir in diesem Sinne eine zentraleuropäische Politik treiben müssen. Auch hier verkündige ich das Losungswort: Ein neues Regime gegenüber dem alten Regime. Unsere Politik Oesterreichs gegenüber ist nichts anderes als der Ausdruck dieser neuen Ideen« die Hfe aöc kommenden Zeiten in ganz Europa eine Politik der Ruhe und Besormeuheit und eine konstruktive Politik bedeute». .Es gibt Loste, die diese Politik nicht billigen und die «ns heute schon gegen Wie«, Warschau. Budapest, wo wir eine Reihe von Frage» bereits htS Reine.gebracht hohen, attfteJKn wollen. Wir ii. WienerMorgenzettung Das Problem der Deutschen in Böhmen ist auch ein Problem der slawischen Politik. Wir müssen in unserem Staate dieses Problem lösen. Auch diese Situation verlangt eine Politik des neuen Regimes m allen nationalen Angelegenheiten. Wir sind nun einmal ein selbständiger Staat, wir sind in diesem Saate eine Mehrheit von mehr als zwei Dritteln der Bevölkerung, aber wir sind auf dem Sprunge, die alten Methoden der nationalen Kämpfe im früheren Oesterreich, nachzuahmen.. In der nationalen Politik müssen wir einen ftaren, rechtlich begründeten Standpunkt 'haben und eine klar ausgeprägte Theorie besitzen, genau begründet durch die Friedens- Verträge und den Miuoritatenvertrag.' Eine tschecho-slowakische Realpolltikdarf nicht vergessen, daß ihre ganze Konzeption vom Weltkrieg nicht bestätigt wurde und daß wir vor . uns, Kämpfe haben werden, um Rußland z« einem neuen nationalen politischen Ziel zu bringen. Rußland wird bestimmtnach einer gewissen Zeit zu sich kommen. Aber wir leben in Zentraleuropa und haben als Nachbarn die Deutschen. Polen ist schwach und wird eine schwere Existenz zu führen haben. Wir wollen den Frieden, wir werden eine Politik des Friedens, treiben zu Oesterreich, Deutschland, Ungarn und Polen. -—-K&J;,' Adolf Stand-Stiftung. ,.r/ _ Wir «hielten für die Adolf Stand-Stiftung der „Wiener Morgrnzcitmig" von Herrn M. Hammer, II., K 10V.— und von Frau Felicie Medliiiger, HL, K 40.~, Bisher anZgrwiesen K 17.421.-. . v _ Vereinsnachrichten. (N a ch r echte n v 0 n V e r e i n e n e r s ch e i n e n ausnahmslos nuramTageder Veranstaltung.) Hestte: ■'i?/ U x a"n i a. Vs7 Uhr abends, Universitätsdozent Dr. Paul Kämmerer: Das Gesetz der Serie (mit Lichtbildem). ZioiriüischeSektiousürdiewestlichenBe-- zirkeWiens (Verbandsheim, VI.. Amerlingstraße 19, Hofstiege, Mezzauin). V,7 Uhr abends, Vortrag Dozent Dr. Felix Deutsch: Rassenmerkmale der Juden. Der Autor wiederholt diesen Vortrag am 7. d. M. mn 6 Uhr abends im Jüdischen Hochschulansschnß als Gast der Lese- und Redehallt jüdischer Hochschüler, i.e V . > .< e 1*. .■ —.. . ... . Mf-SV. Dyr Marktbericht. '■•‘A, Der.Veftehr hielt sich gestern aus allen Märkten,iu mäßigen Grenzen, wenn auch das Angebot aus einzelnen Gebieten bester war als in den letzten Tagen. In der Groß Markthalle fand die Ausgabedes Rindfleisches statt, die noch zu den sogenannten billigen Preisen erfolgte. Heute beginnt btt Ausgabe des teueren Rindfleisches, die bekanntlich mmmehr durch drer Wochen and.auern wird. Außerdem gab es in, der Großnmrkthalle eine größere Menge von W ü r st e n, die jedoch wegen des h 0 h e n P r e i s r s kaum beachtet wurden. Die Beschickung der G r ü n w a r e n m ä r k t e .mit gutem Gemüse ist noch immer mangelhaft, .dagegen war der Naschmarkt mit Rüben aller Art wehr als ausreichend versorgt. Besonders stark waren die Zufuhren von Wirsingkohl overösterreichischer und Zwiebel itabevischer Herkunft. < . . Auf dem D b st mark t waren wieder Aepftl »\ haben. f »• * t ---—>— y FleiWausgabe in Wien in der Woche vom rf6. dis 11. Februar. ' In der Woche vom ö. bis zum 11. Februar wird an alle Haushaltungen in Wien Rirwfleisch im Ausmaße von 10 Dekagramm Pro Kops abgegeben. Der Preis beträgt K 98.— für 1 Kilogramm Vorderes, L 102. - für 1 Kilomamm Hinteres und. 1124.- für' 1 Kllogrannn Bratenfleisch. DerVerkans erfolgt gegen Abtrennung der mit Wer 13 bezeichneten Abschnitte des Niudfleischeinkausscheines. Ab Samstag den 7. d. M. dürfen die Rmdfleischabgabestellen das erübrigte Rindfleisch an die bei ihnen rahvniertrn Kunden ohne Rücksicht darauf, .ob diese ihre Ratio» bekommen haben oder nicht, verkaufen. Die Kopsquote beträgt auch in diesem Falle 10D«agramm. Die Abgabe geschieht ebenfalls zu dem oben angegebenen Preise. Beim Bezug der Zusatzquote wird der mit dem Buchstaben H bezeichnet« Abschnitt des Rrndfleischemkausscheines abgetrennt. Die Zivil- und Militärspitäler Md Versorgungsanstaltelt sowie .die Ltcieas- und Gemeinschaftsküchen und Gastgewerbebetriebe erhalten m dieser Woche Rindfleisch zugewiesen. '' 1 / Die erste teuere Fleischwoche. > Heute treten die neuen erhöhten Preise für R i n d s l e i s ch in Kraft. Sie betragen bekanntlich K 98.— bis K 124.— für das Kilogramm. Die abgelaufene Woche war die sogenannte „billige"'Fleischwoche, die erst nach Ablauf von drei Wochen wiederkehrt. Das teuere Fleisch wird nämuch jetzt drei Wochen hindurch zur Abgabe gelangen. Die Ration beträgt nach wie vor 10 Dekagramm für den Kopf. Wenn auch bic Fleischversorgüng Wiens nach Mitteilungen maßgebender Stellen. momentan sichergrstellt ist, so bedeutet für viele Tausende von Wienem das Inkrafttreten der.teueren Preise für Nmdsieisch den vollständige nVerz ich taufdenGenußvon R i n d f l e i s ch, denn der Kreis derfenigen, die in der Lage sind, für 10 Dekagramm Rindsteisch K 10.— bis K 12— zn bezahlen, wird angesichts der enormen Steigrrnllg der Presse fÜ» alle Lebensinittel und Bedarfsartikel leider von Tag zn Tag kleiner.' Die ErnNrUg. Eingesendet. Wir gratulieren herzlichst Herrn Max Roth zur Vermählung mit Fräulein Rosa Uri. rr» H«rsch Thalenffeltf und Frau. Brillanten, Platin* Münzen, Perlen,Uhren, falsche Zähne, alle Silbergegenstände verkaufen Sie am besten direkt dem juy/elier und Goldarbeiter 8. Holzapfel Wien, VI.» Mariahilferstrasse 79 oder Werkstätfe:!.. Wollzeile 17/13. Zaliitbfiohat« Prellte,äafarttigeueVdrarbaltaagr Juwelier Better VH., MarlahllferntrM»« 08. — Telephon 32009. . BIXsTKLA-XJF VBEKAUP y TÄfflloh 4}eZ0.Kex>helMk&qfet . c:; 5?FrLruar^192(1/ Kartoffelabgabe. Donnerstag bis Sonntag' werden. XX. und XXI. Bezirk holländische Kartoffeln zuur Presse vt X S.10 pro Kilogramm, und zwar 1 Kilogramm pro.KoZ die Abschnitte l. und M der Kartoffelkarte abgegeben. $ (Wien, . folgendes mit: Durch die Hilfsbereitschaft des American Foü Distribntion Committee sowie der holländischen und englische Judenschast dürfte eg — wenn nicht besondere, unvorhergesebir Hindernisse eintreten möglich werden, ohne irgendwelche 5ki anspruchnahme der für die allgemeine Ernährung der. Be völkcrung bestimmten Lebensmittel die Juden jn Wien "ni Oesterreich mit einem bescheidenen Quantum Mozzoth zu versehe Die ans ben Bezug von Mazioth Anspruch erhebenden Persone haben ' — um eine Dovvelversorgung anszuschließen — cn den ihnen zustrheuden Brotbezug während der Passahzei das ist vorn 4. bis 10. April zu verzichten, so de durch die Abgabe von Mazzoth an die jüdische Bevölkerung »hi nur keine Belastung, sondern vielmehr eine Entlastung der al gemeinen Ernährungslage sich ergibt. Die Abgabe von Mazzo erfolgt auf Grund von Bezügskarten, die von der Mazzot versorgungSstrlle über Anmeldung der betreffenden Personen Haushaltungen ausgestellt werden. Anmeldungsformulare, n alle näheren Bestimmungen enlhalten, sind der Zeit vom 9. bis 13. d. M. bet folgenden Stellen beziehen: 1., Scitcnsteltengnsse 4 und 1l., Tempelgasse 3 von 9 , 12 Uhr und von 2 bis 6 Uhr; U., Große Schissgaffe 'lj Hl., Untere Biaduktgasse 13, V., Siebenbrunuengaffe '1 VI., Schmalzhofgasse 8, V1H., Neudeggergaffe 12 und IX., gasse 9 von 2 bis 6 Uhr nachmittags; X.. Hmnboldtgaffe 2’ XV., Turnergasse 22, XVI., Hubergaffe 8, XVIII., Schopenyau« straße 89, XX., Dcnisgaffe 33 und XX!., Holzmeisterggsse 18 »ä 2 bis 6 Uhr na^mittags.__ w . Äühne und Küiist. Burgtheater. Zum erstenmal: »Frau Gittas Sühne", Schauftzie . in drei Akten. Bon Siegftied IreVitsch. Wer immer strebend stch bemüht, den können wir '«v lösen. In diesem Stück mit seinen fatalen Banalitäten u«1 Schwächen wirkt doch ein ernstes und lauteres Streben wir schätzen es weit höher ein als so manche Burgtheate» Premiere in der letzten Zeit, Hans Müllers «Die Sternei natürlich nicht ausgenommen. D<^ Grundmotiv: Eine ehq brecherische Frau büßt nicht den Ehebruch. Aber datz sts den Geliebten in seiner Todesstunde aus Angst vor den! Skandal im Absteigquartier liegen läßt und davonläuft, das ist ihre tragische Schuld, und der Büßgang, den der Dichtes dieser Frau Gitta auferlegt, ist überzeugend und ergreifend ersonnen. Sie weiß die Gattin des toten Geliebten damss zu trösten, datz jene unbekannte Gefährttn seiner letzten Stunde doch nur ein unbedeutendes, hergelaufenes Franertz zimmer gewesen sein muß, das. wohl nicht einmal den Nametz des Mannes kannte, der sie einer Liebesstunde im Msteigj quartier würdigte, denn sonst hätte sie ihn nicht so schmählich verfassen. Und es gelingt tatsächlich der büßenden Frau Gittck mit dieser Selbsterniedrigung die Witwe ins Gleichgewicht zu bringen. Der Tochterder Witw.ie aber wird sie zur löserin auf ihrer qualvollen Suche nach der Unbekam in deren Armen ihr Vater gestorben ist, indem fir sich ein heroisches Harldeln — dem jungen Mädchen eröf «nd ihm die Gewißheit gibt, datz sein Vater wahrhaft liebt hat, unendlich geliebt wurde und durch, diese Liebt glücklich war. Und der Familie des^Toten zuliebe --- dsi Witfrau wird die Wahrheit nie erfahren — bleibt sie, eird Mgria Magdalena, im Hanse ihres Mannes, dem sie detz Ehebruch gestanden hat, gestehen mußte und der sie. ve» achtet. ' ‘ * § Aber die zahlreichen Nebenwrndungen dieses PafstorÄs Weges der schonen Frau sind leider sehr mrißraten. Vieles ist herbeigezerrt, mit einer geradezu kindlichen Unbeholftcü heir anSgeborgt. Da ist eine, merkwürdige Geschichte vos einem wissenschaftlichen LedcnSwerk, das der Geliebte m? dem Namen des Gatten der Frau Gitta als Autor hinteq lätz, um ihm als Entschädigung dafür, daß er ihm dH Kran gestohlen hat, seinen Forscherruhm zu schenken, drolliger Einfall, der, da er von dem Herzkranken Her Professor gleich im ersten Akte der schönen Frau Gitta umständlich angekündigt wird, im Publikum ein bedenkli Kichern aufieimen läßt. .Man wird aber später beruhig! Die Geschichte hat nur den Zweck gehabt, d§m Pferd vot einem Gatten die Augen zu öffnen und die wirksamste Dzenj der zweiten-Aktes (Abrechnung zwischen Mann und Fra^ irgendwie vorzubereitern Peinlich ist auch diese für die Zwecks der Tragödie mühsam konstruierte Gestatt der Tochter, einet Panoptikumfignr, die alle erforderlichen Bewegungen pünkt sich ausführt. Verschwommen hie Physiognomie des betra genen Gatten, Und eine höchst fragwürdige Jammergestav hie Frau des Ehebrechers, wirklich geeignet, auch einen soltdßl Mann in fremde, angenehmere Arme zu treiben. Aber trotz alledem: die Hauptfigur der Frau Gitfl steht da, lebensvoll, und wir geleiten sie teilnahmsvoll btz zu dem Augenblick, da sie ihre Schuld getilgt hat und ttoflj los, wesenlos geworden, in die eheliche Gefangenschaft wank! an die Seite ihres Mannes gurückkehrt. Und da man dal Stück auf der Bühne sieht, vergißt man alle Ungereimt heilen und Banalitäten, weil FMulein Marberg die Gittt spielt und einen der größten Eindrücke vermittelt, den Wh je von einer Frau auf der Bühne empfingen. Jede Bs wegung edelste Selbstbeherrschung, jeder Blick hoheitSvollel Leid. Unvergleichlich im Spiel, wenn bei den Berührungel ihres Mannes leise ihr Leib erschauert oder wenn sie mii gebändigter Erregung die Hinterbliebenen des Geliebtem begrüßt. Und man folgt mit vvrgeneigtem Haupt ihren Bq Wegungen, wenn sie stumm, mit halbgeöffneten Lippen be| Tochter des geliebten Toten die Arme breitet und ihr unvergeßlichem Blick deutlicher als mit tausend Worten M erkenn cm mbi . voau sie angehorte. Von den übrigen Da«!,i iv:-r att-.'!N Herr Tretzler zu nennen, der dtz ben■ ■ -Vf!;cr,iitans der Szene sterbenden

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