Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 372 (4.2.1920)
- Date
- 1920-02-04
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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/ \ Sette 6 Wien. Mittwoch Wiener Morgenzeitun- 4. Februar 1929. Rr.E rktossen betrat der Komponist die Bühne mid führte die Partie j üs zum Schlüsse durcb. Die Aufführung war gerettet, aber ' Ichreker mernte. er schriebe lieber eine ganze Oper, als daß er ^lb/t eme Rolle daraus kreier« wolle. Wie verlautet, wurden i 'erichiedentllch B-rinchc gemacht, den Komponisten dauernd an Deutschland zu fesseln. Gerichtssaal. Das Große Theater in Madrid niedergebrannt. . '.iuö M a b v t b wud aemrldet: Das G'-'os;c Tdemer in Madrid | id nud) dcr Vorstellung cin?m Brande zum Op'n. j Der Diolinvirtnose Orel in Sibirien gefallen.! L/c^B'.oltnv,rtuote Dshuslav Orel — sein bürgert che>. Raine! n L-lappf Zdarzil ans Teschrtz, wurde wie setzt bekannt wird,! ormes Jahr Lei Petrovawlvwsk erschlagen. Er entwich aus dem /cgwuarla^Lv und wollte nach Wladiwostok gelangen. -.Aus dem <bege Tw'-de er aber von den Bolschewiken gefangen genommen unter Mißhandlungen gezwungen, «nter de« erste« Reihen Men die Legionäre zu kämpfen. I» einem dieser Gefechte irl Orel. Schals« Alejchem-Nbeud. Donnerstag den d. M. um */,7 Uhr abends findet in der Jüdischen Bühne, H.. Taborstraße 12, em Schalom Alejchem- Abend statr. Das Programm besteht aus einer A n s p r a ch e, Phallen von Herrn Mendel Singer, Vorlesung des Herr» I. S ch w a g e r ans den Werken des Dichters und Ä e s a n n s v o r t r ä g e n der Damen W e i » t r a u b- 8 r a f. Glücksmann sowie der Herren Deutsch, Podzamcze und Streng. Hierauf gelangen zur Auf- 'ubrung die ' beiden Einakter „A E j z e" und „Agenten" ,on Schalom Alejchem. Der Kartenvorverkaus hat an der Theaterkaffe bereits begonnen. HUTREPflRflTUR-JINSTflLT Herrenn. Damenfiüte werden nach neuest. _Mode prompt und billigst modernisiert XVili^"Willringer Qürtol ai und vll., Marlahilforstranae 86 Sport. Do« Grazer SportkEi Hakoah. Das Grazer »Deutsch-alpenländische Sportblattschreibt Wer den Svorttlub Hakoah, Graz: Im Fmhiahr 1919 war die Grazer Hakoah an die Oeffentllchkeit getreten und mau muß sagen, der Start der MaMchaft war gut. In zielbewußtem, eifrigem Training, wie uw es^ nur bei „Sturmsahen, vermochte sich die junge Hakoah m Frühjahre auf . eme beachtenswerte Höhe hinaüfzuschrauben, ^ou der erst dann wieder ein kleiner Abstieg erfolgte, als es die ZeLumsleitung, durch einige überraschende Ergebnisse rm wenig wvflos gemacht, mit ^Umstellungen, Nmaufstellung« vm'uchte, die rÜe jedoch kerne glückliche Hand verrieten. Doch, die iu der bemusterten, stets das „fairplay" beherzigende Mannschaft ruhende Stammkrait hielt schließlich die junge „Elfauf einer ständig« Höbe, die sie die Senk der Herbstmeisterschaflsi'viele an dritter Stelle brendigen ließ und für die kommende Spielzeit die bei echtste Hoffnmm offen läßt, daß die Manuschast noch erheblich m Spielstürte gewinnen werde. Im allgemeinen fehlt es der Mannschatt an einigen dmchschlagssähigen Spielern» vielen war •‘5 oit in enncheidcuden^Moment« nicht möglich, das sonst ort zezeigte rübmenswerte Spiel, gevaart mit verständnisreicher Entschlußfähigkeit. mit einem Erfolge für die blau-weiße» Farben ab- -uichüeßen. Ganz besonderes Augenmerk wendet der Verem dem Nachwuchs zu. so daß mit Recht die kommende Spielzeit zu schönen Hoffnungen Raum läßt. Erwähnenswert ist. daß die Mannschaft in zwei Spicken in Eien gegen eine kombinierte Hakoah-Manuschaft nur knapp Z : 4 unterlag, während sie Hechawer überlegen 5:1 ab fertigen konnte. Von den Grazer Vereinen, von denen G. A. K. l und die Amateure l kein Spick mrt der Hakoah austrugeu, siegte Sturm n zwei Spicken mit 9 : 0 und 5:6, desgleichen vermochte nur toch der Arb.-A.-S. «nrn 3 :1 (2 :6) Seeg zu erringen. Rapid »rrlor mit 2:3 (1:1), German a mit 0: 6. der Grazer Sportklub mir 1 : 3 fO : l) die Göstinger „Weißen Eis" unt 1:4 (o: 2). Bon Mrlitärmanuschaften wurden dcr Troßstaffck 4:1, ö:e Bolkswehrarüllerie 10 :0 abgefertigt. Iu de» Olyorpiasale» findet am 26. ober 21. März dre große Maskenredoute des I. Sp. B. Hechawer statt. Hechawer. Heute, präzise 6 Uhr abends. Leitungssitznng m Jndustriellencase. 7 Uhr abends erste Runde des Schachturniers. Ein Grotzfuhrroerker wesen Holzdrebstahts an der Gemeinde Wien verurteilt. Die Gemeinde Wien "besitzt auch im Heiligen kreuze r Forste im Gememdezebiete Gaaden ausgedehnte Waldungeil. Auch hier haben die Wicnerwald-Berwüster arg gehaust. Insbesondere ivurde ftstgestellt, daß der GroßfuhrwerkSbesitzer Josts Bergauer aus Gaaden aus diesen Waldungen mit rinem zweispänuigen Fuhrwerke zirka fünf Raummeter Holz weggeführt hatte. Dieses Holzquantum hatte er sogleich einer Wirtin in der Vorderbrühl tun 2080 Kronen verkauft, obwohl der Schätzwert bloß 900 Kronen betrug. Bergauer wurde : deshalb beim BezirKgerichte Mödling wegen Diebstahls an der Gemeinde Wien und wegen Preistreiberei mit dem gestohlenen Holze angeklagt. Der Richter, Landesgerichtsrat De. Bombrnro, verurtellte de« Angeklagten wegen beider Delikte znv ierzehn TagenArrest und 2600 K r o n e u Geldstrafe. Eröffnung der Schwnrgerichtssesfionen dieses Monats. Gestern fanden die ersten Verhandlungen der drei für den Monat Februar anberaumten Schwurgerichtssessionen statt. Der Saal 2bc 14 im zweiten Stock des Sttaflandes-- gerichtes wurde zur Durchführung von Schwurgerichtsprozessen eingerichtet. Der Saal, in dem bisher Erkenntnisverhaudlungen stattgefunden haben, ist sehr klein, und bietet für nicht mehr als etwa rin Dutzend Zuhörer Raum. Die zwei Geschwornenbänke sind an der rechten Wand angebracht, links steht ein Tischchen für Sachverständige, eine Barriere und vor ihr ein kurzes Bänkchen für Zeugen schließen den Gerichtsraum vom Auditorium ab. Für große« Prozesse wird dieser Saal nicht verwendet werden können. Für die drei Sessionen wurden fünf toeibliche Geschworne ausgelost, von denen die Modistin Frau Katharina Kratochwil, die in der ordentlichen Session tätig sein sollte, um die Enthebung ansuchte, die ihr auch bewilligt worden ist. In der ersten außerordentlichen Session werden die Porzellanhändlersgattin Frau Fanny Hladkh und die Private Frau Kamilla Wilhelm, in der zweiten außerordentlichen Session die Geschäftsinhaberin Frau Karoline Sajizek und die Private Frau Antonie Mar schal ihr Amt als Geschworne versehen. _ Der Volkswirt. Liquidierung und Finanzen. In dcr heutigen Sitzung des Finanz- und BudgckcmsschuffeS erklärt vor Eingehen in die Tagesordnung Abgeordneter Hei« l : Während der letzten Sitzung des Budgetausschasies wurde vom Abgeordneten Schiegl auf Grund eines Artikels in der „Arbeiter- Zeüunggegen de» Präsidenten des WirtschaftsverbarrdrS der erverar beit enden Gewerbe, Knöpfelmache r. der Vorwurf erhoben, daß er ei«« großen Einfluß auf. die Lederzentrale ausübe Md die Schuld an den hohen Schuhpreiseu trage, da er semerzeit die Einfuhr von Leder auf jede Weise z« verhindern gesucht habe. Es wurde mm w dieser Angelegenheit seitens des StaatsamtrS für Handel, Gewerbe, Industrie und Bauten eine Untersuchung schon semerzeit eingckeitet mib aus Grund dicker Uvieckuchung hat Slaatssekretär Dr. Ellenbogen dem Präsidenten Knöpfckmacher einen Brief geschickt, in welchem er die Nichtigkeit der ihm vom Präsidenten übermittelten Darsiellunq des Sachverhaltes auf Grund der aunliche« Urdervrüfnng bestätigt Mb dem Präsident« d« Dank dafür ausspricht, daß er mbn leitenden Vertrauensstellung«, welche er in den Organisation« der ledcrverarbeitende» Industrie «folge Berufung durch dasHaudelSamtinnehabe, stets iu objektiver Weife durch Ausgleich der vorhandenen Gegensätze md damit unter schwierig« Berhäüuiffm i« öffentlich« Interesse ersprießlich wirke. Der Ausschuß setzte hierauf die Spezialdebatte über die Liquidierung fort. , Admiral B u ch m a h r gibt Aufklänmgen über die Liquidierung der Marinesektiou. Für die Sachliquidterung war die Feststellung aller Verbindlichkeit« und Aktiven, letztere nur insoserne, als ste tm Hinte, lande und tm alt« Auslaude greifbar war«, erforderlich. Die Aktiv« an der KMe könnt« mangels einer «dgAtigeu zwifch«fiaaUich« Basis bisher nicht erfaßt werdm. Dw von Lieferfirmen angemckdet« Forderungen wurden eingehend überpiLft und bereits zum größt« .....——-s. Teil liquid gestellt. Wenn dir Bll'ricdigung von Ansprüche» für fertiggesttlltesi jedoch infolge d"s Umsturzes nicht «ehr ab-» geliefertes oder nur zum Teil eingcarbciteUs Material, dann nur i^iliveise sertiggestellte Bauten in Frage /amen, mußt« dicke Forderungen durch zu entsendende Komliiissionen, bestehend aus technisch« - Md administrativ« Organen, an Ort und Stellq festgestellt werden. . Seltionschef Dr. G r i m in pflichtet den Ausführung« 'des Berichterstatters bei. daß die L:qi!id!erung lusber nicht den Erfolg ßclna lit l:a! f, den wir tan allem Anfang an von ihr c'wartet lmbeu. Die österreichisch'' Regicrung müsse aber eipe Berantwocnmg für den bisherigen Gang der Liquidierungstatigkeir a b l e b n e n, da sie unr den . a l l e r geriri a st e it Einfluß auf eine geregelte L'auidiernugstätigkeit Hab« konnte^ Der Zusammenbruch im Jahre 1Y18 hat uns einen großen Stock an Aktiven nnd einen^noch größeren au Verbindlichkeit« hinter* lasten, bei denen eine territoriale Teilung damals uicht möglich war. Es blieb daher nur die gemeinschaftliche Liquidierung übrig, die ja schließlich auch die Nationalversammluug auf gesetzlich« Grundlage akzeptiert bat. , , i Hier ist es gerade die Art der gemeinsam« Liqmdienmg, die uns jeden Einblick in die Liquidierung cntzoqen hat. Nur mit den äußerst« Austrengungen baden wir manches wenige durchsetzen können, was im Äntereffe Oesterreichs gckeg« war. Was den personellen Abbau anlangt, ist schon sehr viel geschehen. So ist zum Beispiel im liquidierend« KriegSministrriM.der P e r s o n a l a b b a u soweit dnrchgcki'chrt Word«, daß der jetzige Stand nur 4700 Personen gegenüber dem anfängliche» Stand von 26.000 Personen beträgt. , 4 Erst der Friedeusvertrag hat uns die Möglichkeit gegeben^ uns bis zu einem gewiffen Grade auf eigene Füße stell« z» Wunen. Das Gckctz vom 18. Dezember har jedes Kontrollrecht der zwischenstaatlich« Organisation« für aufgehoben erklärt. Bo» dickem ZeitpMkt an kann die osteireichische Regierung für de» Gang der Liquidierung verantwortlich gemacht weiden. Sie wird selbstverständlich alles daransetzru. um dm sachlich« und personell« Abbau der Liquidierung so rasch als möglich dnrchzufuhren. . . Angar« und die Liquidierung. J Hofrat Keßlitz erklärt: In der nächst« Zukunft werde» folgende Arbeit« des liquidierenden gemeinsamen Oberst« Rechnungshofes notwendig werd«. um brauchbare Grundlagen für die definitive Auseinandersetzung mit Ungarn zu gewinnen:! 1. Die Bermstung einrs RechimngSabschlnffeS fiw das Dev- ' ,hr 19k6/l7. 2. Die Aufstellung ckner Kaffmbilanz vom 1. Mai 19U bis 31. Oktober 19 lS. ' i 3. Eine Rechnungslegung über dm Kriegsauswand. 4. Die Verfassung 'ein.rS bckonderen Rechnungsabschlusses^ eine Art „Llquidationßrechnungüber die vom 1. November, ISlS bis 31. Dezember 19 IS vorgmoulm«« Geldgebamug«, die «wf Anordnung der iutemationalen Liquidierungskommisfio» voll»! zog« ward«. Den Ergebnissen dieses RechnMgsabschlusseS kammt besondereBedeutung zu, weil die Kost« der Liquidation bis Ende ISIS von Oesterreick v o r s ch « ß « e i s q bestritt« wurde», daher von Ungar« Md d« S n kz e s s i o » t» staate« nach Ouotenanteiken zrrrüazu« fordern find. . . Abgeordneter Dr. Bauer bemerkt, daß btt Entstehung des komplizierten LiquidierungSapparates ein Prod»kt unserer Schwäche gegenüber d» Sukzessionsstaate» gewesen sei. Die soeben gehört« Anslührung« wvllm Glaub« mach«, als ob unser Verhältnis zn Ungar« ei» Grund fei, de» gemeinsamen Liquidierungsapparat aufrecht bestehen zu lass«.' Geg« dicke Auffassung mußte sich die sozialdemokratische Pmctckj auf das allerentschiedmste verwahr«. t Wir müssen alles tun, um mit Ungarn eimn gemeinsam« Liquidierungsapparat zu vermeide«, weil er für «nS ei» ganz unettäglichcr Zustand ist, daß auf unsere« Bod» irgend^ wckche ftemde Staaten FMktion« vornehme», weil feruer zu de» Kosten des LiqmdienmgSäpparateS Ungarn mtb die (mbaai SukzeffionSstaat«, abgesehen von der erst« Zckt, garuichtss b e i g e t r a g e n haben. . ' Ungarn ist eS nie «ngefall«, ein« Anspruch Orsternichss aus die Sachdemobilisienmgsgüter, die sich aus Mgarischrav Bod« befind«, anzuerkmn«. Die Ungam Hab« vielmehr üta diese Güter von Anfang an eigenmächtig versLgt.ES ist also absolut gegen unser Interesse, daß die SachdewodilifienmaS-, guter zwischm ms und Unyarn aufgeleilt werden. Wir müsse» verlang«, daß der Liauidationsapvarat bei «nS ausschließlich von deutschösterreichisch« Organ« geführt werde, die vou früher her gewohnt find, deutschösterreichische,Interesse» zu vertreten. Wir müff« aas finanziell«, fachlich« and polittzi sch« Gründen die vollständige und aller» scheuuigste Entfern»» g aller Personen vom öfter- Menachem Mendel. Ein Briefwechsel, Heransgrgeb« von Schvlem-ÄleZchem. üuidrm Jüdische» übertrag« von Siegfried Schmitz. Das zwckte Bündel Brief«. „Poviere". (Die Börse in Jehupez.) (13. Fortsetzung.) 9. Brief. VUdayrim aus Jehupez mr feine Fra» Scheins-' Sche'ndck in Kasriliwke. Der teuren, edlen, tugendhaften und klugen Ehescau Scheine-Scheindel meinen Gruß! Z u m e r st' t n sei Dir kund getan, daß ich — dank seinem lieben N.irneu! — gesund bin und mein Leben das des Friedensder Herr, gelobt sei er, möge 'helfen, daß eines vom andern nur Gutes höre iu guter Botschaft zu Trost und Heil — Amen. Züm zweiten wisse: Ich bin die.ganze Woche in Bobrisk krank gelegen; es war — Gott behüte — nichts gefährliches, nur ein elendes Unwohlsein: ich diu nämlich auf den Rücken gefallen und konnte mich nicht rühren vor Schmerzen; jetzt geht es mir schon ein wenig besser. Die ganze Woche habe ich geglaubt, ich werde wahnsinnig: denke Dir — acht geschlagene Tage nicht an der Börse sein, keine Kurse kennen! Ich s)abe geinemt, die Welt gehe unter! Ab^r, so Gott uiill, fahre ich morgen oder übermorgen schon wieder in die Stadt; indessen schreibe ich Dir einen Brief. Ich will die Dinge ein wenig mit Dir durchbesprechen und Dir genaue Rechnung legen, wie es. mit mir steht, vamit Du nicht meinst, daß ich flunkere, daß ich — Gott behüte — närrisch bin oder zum Narren gehalten u-erdr. Äein „Portefeuille" besteht j^tzt alles in allem ans 150 Stück „Putilvw", 100 Stück „Transport", von den „Promessen". Also — „Putitow" und „Transport habe ich schon für später verkauft (mit drei Hundert:rn als Angabe); iu dem Augenblick» wo der Käufer sie mir abnimmt — und abnehmen wird er sie doch bestimmt — bleiben mir als reiner Bedienst nach Abzug aller Spesen etwa vier- bis fünftausend Rubel. Außerdem habe ich einige Dutzend „Hausseschlüss^ auf „Putilvw" und auf „Maltzewe^, prima Schlüsse, und ich denke an ihnen so siebzehn — achtzehnhundert Rubel zu verdienen; da hast Du schon zusammen gut siebentausend Rubel. Do» den 5 „Maltzewer", die ich bar gekauft habe, erwarte ich, wenn es schlecht geht, viertausend Rubel; denn es wäre doch Schmach und Schande, wenn sie nicht bald wenigstens auf 200 Rubel pro StüH stehen würden, obwohl stein den letzten Tagen ein klein wenig zurückgegangen sin!-; doch da ist nichts anderes als ein Manöver der »Mankmänn^ in Petersburg, damit sie sich „fctdbt" können. Jetzt bleibt also noch der zweite Teil — ich meine die Liliput" mit samt den »Magen"; das gibt eine einfache Rechnung: bis zunr „Ultimo" haben wir nvch^ckoviel wie achtzehn Tage und da die „Liliput um hstndert Rubel täglich steigen, so hast Dü bloß achtzehn mit hundert und mit fünf zu multiplizieren, und das gibt genau neuntausend Rubel. Und die »Magen"? — fragst Du jetzt. Die steigen jeden Tag um 15V Rubel. Da hast Du 18 mal 150 tnal 5; sind das nicht dreizehntausendsünshundert Rubel? Und wo bleibt »Molga"? Und „Dnjepr"? Und „Don"? Und das AufgeK»? Kurz und gut, ich nähe ntir ja keinen großen Geldsack und ich rechne alle S'. e.'en ab: die „Courtage und „Gauwantage" da und dort und dies und das — und es bleiben nahezu fünfundvierzigtausend! Er, gepriesen sei sein Name, möge helfen, daß der „Ultimo" glatt abläust, daun will ich. so Gott will, alle meine Papiere „rcaliilere.i" und die Sache „von der anderen Seite. jaM". Das. .heißt: will la baisse" gehen und drauf los verkaufen, loas mir geht und Geld verdienen „von links her"; dann will ich mich , wieder auf ,-r la Hausse werfen und wieder einmal einen guten Zug tun. So können, wenn der Herr im Himmel mir hilft, aus den fünfzigtausend auch hunderb« tausend werden, aus den hunderttausend ziveihmtdertz-- tansend, aus dorren fünfhunderttausend mtbs so weiter bis zur Million. Me wird man anders, Närrchen/ ein Millionär, ein Brvdzti? Und schließlich : was ist Brvdzki? Ein Mensch von Fleisch und Blut, der ißt und trinkt und schlaft. Ich habe ihn selbst gesehen, so wahr ich alles Gute sehen tvill! . . . Kurzum, Du inachrr Dir keine Sorgen, meine teure Gattin, ich habe mich , gut umgeschaut in der „Spiegulation" und bin auf der Börse schon so gut bewandert, daß man mich, auf Ehre, schon ein paar Mal um Rat gefragt hat; mit Gottes Hilfe — ich verstehe das Spiel! Und daß Du mir nicht glaubst und mir rätst, ich soll das aufgebeu —> davon ist keine Rebe. Soll ich es machen wie Hinles? Es gibt nämlich hier bei uns einen Spiegulanwn, der heißt Hinkes. Eilt Riesenspek.nlant und ein schreckttcher Kartenspieler; bei Tag spielt er an. der Börse und bei Nacht Karten. Dem ist — vorige Woche erst — folgendes passiert: Er hat bei Nacht von ei nein schlechten Blatt geträumt — das bedeutet „Baisse" —; und da ist er sofort nach Petersburg und nach Warschau und hat in einem Tag sei^r ganzes „Portefeuille" realisiert: jetzt rauft der Arme sich natürlich die Haare! Geschieht ihm recht! Warum glaubt er an Träume? Ich karm den morgigen Tag kaum mehr crtvarten, damit , ich. inieder die Kurse nachselM kany. Ich habe übrigvils beschlossen, sofort, ivie ich nur in die Stadt konune, beim Juwelier ein^utreten wegen Deiner Bwsche samt den Brillantohrringen; und lvenn ich nur ein wenig Zeit habe, gehe ich hinunter aus die „Tuchlauben" und kaufe Dir ein wenig Wüsche, Tischtücher und Hand-i tücher urch den Kindern Lehren M Hemden, stpfc, wG