Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 2 (1920)
- Issue
- Heft 369 (31.1.1920)
- Date
- 1920-01-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Weites Wien. Samstag Wiener MorgenzennnK ffi. ^nniter irar sftr. umr —.■■■.■i.n.j y bihunßl ahgahälterr hat und voraussichtlich auch in der kommenden Woche zu einer Sitzung emberu,en werde» wird. WaS Lie. kelehrung der Magistratischen Bezirksämter anlangt, so konpen hiermr" «ür ditz Llnsuchen unr frernnlirge Ausnahme iw Oeträcht' »mpren.^ - ' 4 ' . ..-- Hw Eiqhchqug her erhöh tm Mqabe yon gcSraunwn gelstitzeu s . , Getränken. , t . Nach einem Berichte des Stadtrates B r eit n e r (Dözial- Zemqkrat)' wird als Tag des Beginnes der Einhebung dev uhöhten Abgaben von gebrannten geistigen Flüssigkeiten, Bier end.Wein, sowie der Gemeindeabgabe von Schaumwein, der »uch. als Stichtag für die Nachversieueruilg zu gelten/hat^ Ner 9. Februar 1920 sestgesetzt. Nach einer längeren Debatte, an der sich Redner dev beiden großen Parteien beteiligen, wurden die Anträge betresftznd die Wiederherstellung des FtoridSdorser Autarkes, -re Erhöhung der B g d e r p r e i s e, angenommen. Ebenso gelangten die Anträge betressend die Dicnstzeitanrechnung für llngestelltr der städtischen Straßenbahnen, die während der Kriegsjqhre Präsenzdienst geleistet haben, weiters betreffend )ie Wi e d.c r a u s n a h m e der politisch gemaßregelten Be- -iensieteil der städtischen Straßenbahnen und der Kollektiv-- -ertrag zwischen dem B r a u h a u se^ der Stadt lLien und dem Zentralverband der Lebens- und Genußmittel» rrbeiter und -Arbeiterinnen zur Annahme, worauf die Sitzung zeschlossen wftd. Die ErnähruNg. Der Mapkthericht. Infolge der schlechten Wrttcmng sind gestern die Zufuhren »n M ä r t n e r g e m ii s e f a fl gänzlich ausßei l i e b e n. Es waren nur Rüben zu haben, die übrigen? auch zur ih fiemer-n Mengen als sonst ewgelausen waien. Da aber inch her Malstbesuch schwach war, konnte der Bedarf an Rüben znd A-°pfxln nur den Gi ünwar enmäl kn'n so z emlich gedeckt werden: Wr heute werden auf dem Na'ckmarkt größere Mengen 8 ep.f^el zupr Piene von K 8.4'> pro Kilqgramm erwartet. ... der., G r v ß m a r k 1 h a l l e warn nur das mvanrerje Riichsieuckli und Würste zu habest. Der Fischmarkl wrsWe'ühep kri« Prjgebof. ' •' ’ ’ V ' ‘ > : , . Kiydeszuhützev. Bock Staatsamt für PolkS''inär>rltNg jvir^verlgqtbcrrt: In Fortsei-nng .der vor» Craalsamt für Volksrrnähxqyg! sipgelrirenn Zub,iß "gknon für die.jdndxr.werdeu jn »er rtzklj vpyl 8. bis mm F bruar an die Kinder, in Wim fei de«, Nährmittela'.'gabestest p und Konsumentenorganifalionen iolgkub'e Zttbusren abgegeben: a) an d e Kinder bis zum vyllrndrtky zweiten Lebensjahr 1 Kilogramm Feinmehl zum Preise son L11.2.0an d:e Kinder vom vollendeten zweiten bis z«m rolleuheten sechsten Lcbcnsi.ihr je l. enasisches Pfund (zirka 15 Dekagramm) Quäker Oats (Haselflocken) zum Preise , von L 7.80. ..... Bülme und Kunkt. ZMkttzeater.Z s^shtst Wale r.^D e r großeK ü n st l e r", Komödie in . i ... ■ vier Akten von Arnold B e n n e t t.) ■ .DjeseZ Stück steht im großen Schatten Bcinard Shaws imb« donüt M sein «üWe^n.RM<MAstNt eben schon slle diesiWchwächen 'des In elvolkes^ diemerkwsird gm englischen Kunsivfthälin sse, das Londoner Pastorentnm, die britische LigMe^e,'die'Moral der löblichen Lordschaft und man kennt sie non einem,. in dessen Komödien plötzlich der Spottvogel ver' Aurmnt, einem Erzieher das Wort gibt, dem eS um die sittlich? Forderung* bitter ernst ist, um dann emrn reinen, einzigartigen Dichter herzergreifend sprechen zu lassen. Gelingt .es, m Shaw zu vergessen, mag man sich immerhin diese Travcstl« gefasten, lassen, die insbesondere im letzten Akt recht amüsant »st. Eingeklerdet ist die Satire in die Geschichte eines berühmlen Masers- - der. seinen Tod überlebt, indem sein Kammerdiener an sein« statt in der Westminsterabrei feierlichst bekgesetzt wird. Mitunter lM ein Zip sil der Oskar Wilde-Tragödie hervor. Nicht ohne Witz'Mgt der Autor, wie sich der Künstler an der Seite einer Witwe woWrchtt, die. den Kammerdiener hätte kriegen sollen und die er nun heimsühit. Er fühlt sich im warmen, kleinbürgerlichen Nest ferner Jamtt ganz kannibalisch wohl und wehrt sich mit Händen gnd Füßen dagegen, e,kannr zu werden. Der recht düyne Abguß Shaw'schen Geistes wird durch I a r n o S übeilegen humvipolle verständKlÄnnigL Deikörperuug des Malers gcpießhar. Frau N i e s e als feine Partueiiu »st, wie immer, höchst' tthesternd, - sche'nt uns aber doch in diesem Falle den Ton zu verfehlen. Das dickblütige Phlegma der englischen Frcm aus dem Volke geht verloren.' Bon den anderen M»twirkepden, die dmchaus mit kleinen Ausgaben bedacht sind, war Herr M a r i ch sehr chalakleristiich. Herr F l e m m i ch als Pastor in einer wichtigen Sz ne recht unverständlich und Herr H q r t b r x g ein nwt sehr glaubwürdiger Lord. Rascheres (bedeutend rascheres! Tcmvo bekäme der Novität sehr ßut. Das Publikum zollte reichen Beifall. ' Ät Mn hebräisches Theater in New-Dorb. , London, 30. Jänner. (Privat.) Vorige Woche würde in N e w-B o r k das hebräische Theater ^Äim a.h" eröffnet, in welchem ausschließlich in hebräischer Sprache verfaßte Stricke gegeben werden sollen. . Demnächst wird von der „Histodruth Jwith" in Amerika das zweite hebräische Theater Köffnet werden. Morsfis Erlebnis in Hamburg. Eine alldeutsche Demonstration. A.uS H a m b u r g wkd telegraphiert: Ech Vortragsabend von Alexander M o i f s i wusde durch Anhänger der nakionqlen .Partei gcsprmgt. Sie begrüßten Moissi mit Pseckcn und Johlen, warfen' mit a u s g e r i ss en en S tu h l- 1 r i st nach ihm. schossm mit Platzpatronen a u S R e v'o 1 d e r n, fv daß er das P o d « u m v e»! a s s e n mußte^Dek Boriiag M,ßie fchließl ch abgebrochen werden. Herrn Wilhelm Klnsch haben die Deutschradikalen in Salzburg mit ViSfm- und „Abzug" beglück, weil sie »bn — tltr einen Juden hielten. Was den Reisigen Angriff der Hamburger Alldeutschen aus' den großen Mimen Mm'fi veranlaßt hat, wird nicht näher mitgete!t. Wahrscheinlich ist der trwoni'che Zorn gegen ihn losgezogen, weil ec wel'chrs Blut m den Ade»« hat odejoell er tommumftiscker Gesinnung verdächügt wird. Aus Mn TsteatEVu, * - ‘ Im Burgtheater gelangt am 8.Februar dar drei- ..aktige-Schaufpi?! /Frau Gittas Sühne" vyp Siegfried Lrechitsch zur Ürauffuhpupg. JM-Deutschssn Volkstheater wirb gegenwärtig hqS dreiaktige Lustspiel »Exzellenz" von,Harry Schm i h t als nächste Neuheit vorbereitet. Spielleiter: Dr. Heinz Schuld« ur.; Jrn W»en er Stad 1 th e ater wirb Myntast bey 2. Februar, nachmittags 8 Uhr. chas Schauspiel »Der D'ü ttenbesltz e r** gegeben. Die Hauptrollen und alle neu b setzt, und zwar spiel» A n n v M a g d a zum ersten Male die C'aile, F e l r x N o x f o l.k den Deiblay, F l i g y r B r i n k e n die Sumnye, Irene Kraus die AsthenaiS, P a u l R i ch 1 e r dtn Herzog Bl'gny, Viktor H a r tb c r g den Moulinet. M t k a W a l d h e ft» die Baronin Melont; m den übnam Rollen sind beschä'tigt die Damen Rosa Fässer, Josesrn«' Joseffy, die Herren Fritz Fl em mich, Ivo Alexander, Franz W e i ß m ü,l l e r. H r l m u 1 h E b d s. HapsPildorss und Bernhard P a n k l. Diese Vorstellung wmdvon dem Negiffen'- Franz Weißmüller einstudiert. Mitte Februar soll Ipt Wiener Stadttheater ein.Schauspiel, betitelt »Der Generaldirektor", das in Wiener Finan-zkreisen spielt und esne bekannte, diesen Kreisen angehörende Persönlichkeit zum Verfasser hgt, zur ersten Aufführung gelangen, W o ck, e n s p i e lck l a n btt 9le« e n Wiener B ü b n e. S nimag d?n 1. Februar, ygchmitiags %Z Uhr, zu ermäßigtn» w eisen: „Per Frldberrnbügel^ abends 6 Uhr: „Hapstcles. H imntlsyhrt-,^,Das Bermcimtnis^. Maytag dm 2, v 'chnntkags lfJ\ lihr. zu ermäßigten Preisen: »Die Sendung Semaets", abends ^6 Uhr: »Dpktar St'egl'tz": D«ens'-g hen 8., abends '/z6 Uhr: »Doktor Stleglch";" Mittwoch den 4., abends 6 Uhr: „HannelcS Himmelfahrt-. »Das VexmächMls-; Donnerstag den 5., abends '/,ß Uhr: -Doktor Sriegl'tz-; Freitag den 6., V-6 Uhr' abends r »Doktor S ieglitz"; SamStag den 7.. abends 6.Uhr: »HannM Himmelfahrt", »Das Vermächtnis^; Sonntag dm 8.. nachm'ttrgs llS Uhr, zu ermäßrg.en. Pressen: »Der Feldhexrnhüget", abends '/,6 Uhr: ,Dystpr Stieglitz". . " Harth' W alden spielt in der R e« a i s s a n e v B ö h p e beutt Samstag, morgen Sonntag und ü'.'e> morgen Mon'ag ^Feicitag) die männliche Hauptrolle, in dem Lustsprel »Dle'Perl'en bet Cleopatra^. Sonurag und Montag, nachmittags Uhr, gastiert Heinrich E i f e n b a ch mir seinem Possenensemble von »Max und Montz" in der N e n a i s s a n c e - B ü b n e. Im Komödien ha «8 gelangt am 1. Februar. %% llbv nachmuiags, zum erstenmal »Leichte K a v,a l l e r i e" von Fran; von Cupps und »S ch w a r z e M a l i" von NveS Mirande und Henry Caen, neu inszeniert vom Oberregisseur Aitnr Gutrmann, zur Darstellung. In den Hauptrollen Adda Corty,' Haust Frühwirt, Artur Guttmann. . S a m s t a g den 7. Februar. 6 Uhr abends, liest Doktor Paul lLamill P y y d a l l rm mederösterrttchsschen Gewecbevere-nssaal ..ged' uckte pnd ungedruckte Dichtungen von Oskar P h i l i p p. Ludwig Michael Fuchs und Bruno Frei. ÄaMN M Kebtendorftr, Bureau des Bühnenveirmes, I., Kar 65, und beim Hauswart, l.» Efchenbachgasse 11. Der Kollekttvvertras der. deutschen Theater in der Dschecho-Slowakei. Aus P r aF wird uns berichtet: Dieser 5^age. fand hier eine . Konferchlz. der . deutschen Theater« dirKtöreNjtt., ded >Dfchecho-Siöwaköi. Patt; welche in Ber« , tretsing deN- Pröponenten-Komitees des in Bildung begriffenen »Bundes deutscher Bühnenangestellter in der tschecho-slowaki, schen Republik mit dem Sitze - in Brünn" Sekretär Adolf Eisler einberufen-hakte. Es > waren sämtliche deutsche Theaterdirektoren der Tschecho-Slowakei teils persönlich, teildurch Vollmacht vertreten. Gegenstand der Beratung war ein Kollektivvertrag^ welcher das^Rechtsverhältnis der Bühnenanqestellten zu den.Theatexhirektoren für hie Zukunft regeln soll.. Im Prinzip.fand eine'Einigung statt und der Kollektivvertrag wird wahrscheinlich bereits am 1. Februar in Kraft treten. Die Direktoren werden in Hinkunst nur Mitglieder des genannten Bundes engagieren. Sie werden ferner entgegen den bisherigen Pestimmnngen die Hälfte der Agenten-Provision auf .sich, nehmen, ber Doppelbeschäftigungen die halbe Tagesgage bezahlen, fn Krankheitsfällen das garantierte Spielgeld Nicht in Abzug bringen. Außerdem wurde die Frage der Probendauer und die Wzahsung der Porproben, tage hurch ein Uebepeinkommen geregelt. Gibt e« eine jüdische Musik - Ucber dieses Thema spricht Herr Profcssor Ehrlich über Einladung des Jüdischen Hochschulausschusses Montag den 2. Februar im Borftagssaale des Wisstpscha tlicken Klubs. Vt., Gelrechemarkt 7 (Eingang Drelhufessengasse). Beginn 6 Uhr. Theaterbrand in Madrid. Aus Madrid wird gemeldet: Das Große Tbeater in Madrid siel nach der Vorstellung einem Brand zum Opfer. ' >>WW>>MWWMW»WWM>M»»>Wß»WU»WWjWaW»WWWWWWWW müsien Sie r« -er «Lchste« Trafik das Abonnement auf die „Syiener Morgen- / zeitung" erneuern ) ( .; ) > ( de WWW ▼ Sport. Bsrtritge --er Sport. . Die Wiener Niania plant d ePerqnstaltttng emerBortrqgssme iil'er Sport. Zu ckffcm Zwecke hatdleDkest'on an eme Reche namhuf.er Sportleute die E nlqdung ergehen lassen, sich mit ihren recken Erfahrungen zur Verfügung zu stellen. Die Borktzge sollen mit der Vorführung rnlereffanter Lichtbilder verermch werden. Für den Zyflus, der neun Borträge umfassen soll, wurden folgende bekannte Svv'tleute gewonnen: l. Schnvesport: Fel'x Schmal. 2. E s'port: Otio Bohatfch, 8. Tennis und Golf: Nolt Kin-el, 4. Fußb.rll: Dovn Dr. M. Haudek. 5. Radfahren: Dael.or vomaczek, S. Schwrmmrn: Franz Schuh, 7» Rudery und StjÄn; Hgns Plcchex, 8. Olympische Sports: AktG Steiner. 9. Schweraihlettk: Charl. Kamnierer. Der erste Bo, trag wird schon lm März d. I. stattstndt^ Ein« große A«te»ltiahyie des Publikums ist sicher. . 8st Milftnnra Kronen wurden am ersten Spselkflgr um hen englischen Pokal eingenommen, wobei mehrere wichtige Eupwetikämpfe wegen hoher Schneedecke nicht zur Austragung gelangen konnten. Den Kampf Carpentier-Dempsey in Ameeida« D't Boxwelrmtisterfckafk im Schwergewicht zwckchm dem gmerie kanifchen Weltmeister Jack Dcmvsey und dem französitckey Europamristex Uegrgcs Carpent'er wstd nun dock ly Amerika, und -wax volqusfichtlsch am 6. September in New Ucrsey stattstnden. Drmpfeh will den Kamps nur mit einem amerikanischen Kampf« ricktev rm R ng und vor eimm ame' ckanischen Pubs,kum austrage«. Diesen Bedingungen wird sich Carpenuer wohl oder übes fsiae« müssen, wenn er mss Dcmpsey überhaupt zusammen" treffen will. Dollar wurden dem amerikanischen Gslänser Me. Loan »n Chicago, der den norwegische» Eisläufe« D. Matkiefen in U vpn 12 Rennen geschlagen hgt. tzy» «iyeuß norwegische» Unternehmer gebaren, wenn er am 7. und 8. Februar fünf Rennen von fron ins tv.ooo Meter m Rorwege« absolviert; es w>rd auf 30.000 Zuseher gerechnet. Dse Mitglieder der Boxsektion der Ha-oah sowie jene Herren, die den Boxsport ausüben wollen, haben sich am SamStag den 81. d. M. Um 7 Ukr abends zu eine« dringeydru Besprechung im Klublokal rinzusinden. Die erste Mannschaft der HaKoah fpiklt morgen kn folgender Aufstellung gegen drn W. A. C.: Halperp; Trtzmer, Lewitus; Sckeuer» Nußbaum, Juhn; Kutz, Häusler, Jszo Gansl, Grünscld, Pollak. Gerichtssaal. Kinder des Elends. , f3etm man pon Ven rayonierten Lebensmitteln keht. Es wurde oft behauptet, daß man, wenn man ausscklicklich von den rayonierten Levensmitlesn leben müßte und nickt auch anderes sich , verschaffen würde, verhungern müßten. Gestern präsent erte sich vor dem Bessrksgerichte Josefstadt eine Familie die ausschließlich vpn rationierten Lebensmitteln lebt. Die Familw ist nicht verhungert, aber die Kinder besindrv sich m einem derart'am Zustand, daß die Jugendgencktshilfe zu sofortigem Erngretten sich entschloß, um weiterem Unhess vorrubeugr». Augttlagt wegen Bettelns war der ibjährige Franz T o m a n «. wftl er von Haus zu Haps und Wohnung zu Wohnung »m Brot gebettelt hatte. Er er hielt keines, weck bekanntlich memanb in Wie« Üb« entbehrliches Brot verfügt. Mit dem Angeklagten, der wie em zehnjähriges Kind au-sieht. «sch«« seine Muiter, eine abgehärmt außiebende Frau mit lcichenfahftm Gesicht, und eine feiner Schwestern. Auf die Frage des Richters; »Wie alt ist dmn dre Kleine?" antwortete die Mutt«: »Me- Klein«? Na ja. klein ,st sie. aber 17 Jahre ,st Ke gst/ wt Richter («stäupt): 17 Jahre! Ich habo sie für «»elf" bis zwölfjähriges Madel gehalten. — Die M y t t k r: Eigentlich muß man fagm, sie ist achtzehn, denn sie ist schon ein .vayr Monate über siebzehn. —' R r ch 4 er : Was haben Sie den« zu essen? Die Mutter: Was man hast auf hi» Lebensmittelkarten kriegt. — Rrckter: Sie leben My tckUMch yp« den rayonierten Lebensmitteln? — Die Mutter; Freilich. Wr haben nw was anderes gehabt. Woher sollen wir das Geld nehmen, »ns waS'anderes zu kaufen? Ist unS das schon zu teuer. Wir sind unser achte, mcm Man« und tch und sechs Kinder. Klein und mager sind's alle, hie Kinder. Der Richter, Landesgerichlsxat Dr. F j a l a. svrych den UngkslaOO f r e i uyd beschloß, die Pfleafchaftsbehörde davon zu verständige«, daß die Jugendgerichlshilfe sofort helfend tt«# greife « werde. Bei der Volkstvehr. Herausgelockte Monturen. Durch «ne zufällige Begegnung, die der ZugöMrer Oskar H o f m g n n beim deutfckböhmischey Polkswehrbatgillon Nr, st rm Kaffeehaus mit einem lbm unbekannten Volkswehrmapn hfltte, erfuhr er yon zahlreichen Diebstählen, d e Angehörige ves genannteu Bataillons begangen hatten. Hofman» verqnlaßte die Festnahme einiger diebischer Polkswehrmänner und m der 2üpti vntersuckuna wurde ein Berrng aufgedeckt, den der Feldwebel Alyis P a s f a u e r, die Koiporäle Friednch S ch i l l e r und Anton W i l k a sowie her Jnsanimst Joses N h (i * b«8 dp nannten Vplkswehrbataillons mit dem Vertreter Ignaz W l e d x r an dem Landwehrmonturdeppt in Wien pirii« haben. Sie fälschten Anweisungen auf das genannte Depot, hie sse mit der Post einsandte«, und holte« dann zahlreiche Unrform« forten, Lederschuhe,.Gamaschen, Blusen, Mantel ufwim Werte von zirka L 40 000 ab. An dem Betrüge war auch der Bäckergehilfe Anton W»l k a beteiligt; ein De>l der Mäntel wurde dej hem Bäckermeister Wessely eingelagert und dort beschlagnahmt. Sckiller. Wilka und Wieder hatten sich gestern vor hem Schmmgericht unter dem Vorsitz des OberlandesgktichtSrates Dr. S ch a u p p wegm Betruges. Schiller a«ck weg« Diebstahls zu verantworten, weil ihm Entwenduuam bei Privqt« zur. Lqst liege». Pie Angeklagten waren des Tatsächlichen «• ständig, oehflnyteten aber, ,m guten Glauben gehandelt zu haben. Der Angeklagte Wieder ist zur Verhandlung «icht erschiene , weshalb das Ver'ahren gegen ihn ausgeschieden wurde. D.e übrigen Volkswehrmänner konnten bis heule mcht ausgeforscht werden. Nach mehrstündiger Dauer beschloß der Gerichtshsf, dp Verhandlung zum Zwecke mueüichee Erhebungen im StastsgMtt für Heerwefm zu vertage». Fshlkuar» ,. Für die Mite außerordentliche SchwurgenchlSfesfion wmch» folgende Berhandlnnaen angcfetzt: Am 3. Ferdinand Ruf, Bermrtreuung; am 8. Johann PzohaSka. Diebstahl; am 4. Emilie Natbesser und fynf Mitangeklagte Diebstahl; am S. Siegmuud Bader, schwere Körperverletzung; am 6. Rudolf Melde u«d Johann Talps, Betrüg und Erpressung; am 7. Josef Petzer und zw« Mitangeklagte Deebstahl; am 9. Gustav Wittowetz u«d Wilhelm KrauS. Betrug; am 10. Karl LulaS, Betrug; üm tt. Fceedrrch Breck, Betrug; qm ist. ^«ura Prokop und Friedrich Feuchtmger. Deebstahl:^am 13. LudwmKuh«. Diebstahl; a« U, Franz Srytmeyer und Robert Nowak, Diebstahl; qm lß. JAq«« Knotz, Dnbftahl; «m \ 7. Paul Preßlauer, Dikbttahl; am Ist, Johann Mb^ek, Dwbstabl und Betrug; ym 19. Moritz Freud, De!rUsi._UNd LMwtg Petter. Diebstahl.; am M GÄnch beihÄ Drebstahl; am 21. Upts Strlcker und Angela Stricker, Dredstahl; am 23. Georg Spangeubcra, Diebstahl.' und Franz Bamnko und Albert Ach. Diebstahl; am 24. Paul Haas, Pernntr euung; am Georg Mglgin. Totschlag; am 2g. Mwia und Franz Unger. Diebstahl; am 27, Joier Kaap, Betrug, yntz uJ;*,, mlttr, Veruntreuung; qm 88. Amv« Sobvletzltz. Drevflghu