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Wiener Morgenzeitung · 1920-01-31 · Heft 369 (31.1.1920) · p. Seite 2

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
2 (1920)
Issue
Heft 369 (31.1.1920)
Date
1920-01-31
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 , Wien, Samstag Upottnam-n Beintte^n. „Abge-i'sen", „Aff?ng'sicht" uvb ähnliche geistreiche Namen waren keine Seltenheit. In solchen Fällen bedeutete die Aend-rrung, wie der jüdischnationale Abgeordnete Stricker dies in der österreichischen Nationalversammlung so überzeugend aus'ührte, die Beseitigung eines ältest Unrechts. Aber " nur' e'.n sehr geringer Br::chteil der Namensänderungen entsprang diesen Motiven. In den meisten Fällen war die Verwischung des Judentums, das Verstecken vor sich selbst der Zweck, sie wad die erste Stufe zur Taufe, hätte diese amtliche Magystri'ierungZaktion wirkl'ch nur »eir Zweck, dadurch magyarisch zu werden, so würden such die christlichen Träger solcher fremdklingender Namen diese in solchen Massen abgelegt haben, wie es vie jüdischen Assimitanten getan haben. Es kann nicht üngenommrn werden, daß diese weniger patriotisch gesinnt gewesen wären, als diejenigen, die ihre Namen nragyarisiert haben. Wir hätten es sehr gerne gesehen, wenn die Juden von. selbst «mf diese Gedanken gekommen umreit und nicht gewartet hätten, bis sie durch die schrosfe Haltung des Ministers des Innern aktuell'geworden sind. _ .. _ j . . .. Polttische^rmdschau. Admiral SrorfcHfoije über die Doriaukonfererrz. Mmiral Trouibridge, der vor sechs Wochen von Budapest nach London gereist ist, hat nach seiner Rückkehr einem Berichterstatter des „Est" re^nüber über die bebv stch'nde Donaulonfecenz solgende Mitteilungen gemacht: Die große Ausgabe, welche die Donau auf dem Gebiete des in'.erna-ionitten Bertehr^s zu erfüllen haben wird, wird heute bereits von alten Völkern und Regierungen anerkannt und gewürdigt. Europa, da^ nach dem furchtbaren Weltkriege behuss Kräftigung seir.er geschwächten Konstruktion nach produktiver Arbeit schwächet, erwartet von dem reichen Boden Asiens eine »Teil der zu seiner wirtschaftlichen Regeneration notwendigen Rohmaterialien. Nach der Neu.ra i, e .u g der Dardanellen werden die am Tore Europas erscke'nenden Waren auf der Donau nach Europa kommen. Sind e n rat der Nhei r—Donau- und der D nau- Otter Ka.-al fertiggrstellt, so werden die europäische: sch fsbaren Ströme etn großes, zusammenhängendes Wa's r.hsen darstellen und dte Donau in dem mächtigsten wirtschaftlichen Organismus der Welt das den Rohstosfaüstausch vermittelnde Blutgefäß bilden. D-en aus drei Weltteilen. Europa, A,ien und Afrika, bestehen'en wirtschaftlich n Kö per werten drei gigantische Schlagadern mitetnänder verbinden: der Suegkanal, dte Darba. e len und die Donau. Die Donaukommisfion wird der Vorkämpfer jener Be.regung sein,' die sich die Ausführung dieser Pläne zur Aufgabe gestellt hat. - - Die am 28. Jänner in Paris 'begonnene' Donaukonferenz wird über btelVerfügungen beraten. welche infolge der seit den Be grober Besprechungen eingetretenen Ereignis e sich als notwendig ergeben haben. Zu dieser Konferenz haben zunächst^löß die Alliierten eine Einladung e-rhattechfda jere Staaten, mit denen die Entente und. die ihr ässozite.ten Staaten früher im Kriege standen, e r st nach dem allgemeinen Friedensschluß am den Agent er der Donankommis.ion tei nehmen können. - Nun steht nur noch der Abschluß und die Ratifizierung des Friedens mit Ungarn aus. Nachdem dies erfolgt sein wird, wird sich die jetzige Donaukomintssion zu einer internationalen Donaukommission erweitern und dann werden die Völker, die infolge eine) traurigen Fatums einander J-Hre hindurch als Todfeinde gegen::.'e> stanben, nunmehr mit vereinter Kraft, mit dem von neuem aufs lammenden G lauben an die Solit ari ät der Menschheit im Herzen, nebenemanl e: zustrehen dem gemeinsamen Ziel: der besten Wohlfahrt aller Naiione.ru tzorthh kündrqt der Konzentrationsreaierung. Budapest, L9. Jänner. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Ein Teil der ungarischen Presse macht seit Abschluß der Wahlen zur Nationalversammlung. Propaganda, für. eine Aenberung .im Rahmen-der bisherigen Konzentrationsregierung. Das Armeeoberkommando, hat, um seinen Standpunkt sowohl den unterstellten Truppen als dem Publikum gegenüber zu kennzeichnen, folgenden Befehl, erlassen: „Ich habe die Bildung der Konzentrationsregisrung seinerzeit als. Oberöommandanj: der nationalen Armee mit dem Verirrter der En e rte vermittelt und schriftlich die Verantwortung.für die Aufrechterhaltung der Rechtsordnung übernommen, mit der entschie'eren Bedingung, daß diese K' n'entrationsreg erung die Angelegenhei en des Landes bis zur Konstituierung der nach Vornahme reiner Wahlen zusamm-enire e rben Nationa.Versammlung leite. Diese Vereinbarung kann ich nur so interpretieren, daß die Nationalversammlung nach ihrer Konstitui-'rung ein provisorisches Staatsoberhaupt wä stt, in dessen Hand dis. Konzentrationsregi.r mg ihr Mandat zurück.egt, und daß dieses provisorische Staatsoberhaupt den neuen Ministerpräsidenten ernennt. Ich halte es für notwendig, diesen Standpunkt des Oberkommandos bei den Kommandön und Truppen zu vertautbarm und auch dem Publikum zur K-nnlnis zu bringen, weil es mein entschiedener Witle ist. diesem r. e'.n'n Standpunkt gegenüber ieder weder, immer kommenden Bestrebung,, die Wiener MorgenzeltunK »1 ISnnek'iSA» Skr. SS» An die p. t. Abonnenten der „Wiener Morgenzeitung"! Oeftevr. Postftmrkasienkonto Nr. 150.R93, Tschecho-slow. Postsparkasseukonto Nr. 15. .693. .Wir Bitten, daS Abonnement der »Wiener Msrgkmest,mg* rechtzeiriq zu emett->in, damit in der Zusendung derscibrn keine Uiucrdrechnng eintntt. Abonnementspreise ab 1. Februar 1920: Für Wien: zum Abbalm im Ervedst. kl.. Taborstraße 1-3. oder in den Vechchleißstellcn (Trafiken) monatl. K 12.— . . öieitclj. K 36.— Für die Provinz: mit Postveisendung monatl. L 13.— vrertelj. K 39.— Für die Dchecho.Slowarei: mit Postversmdung monatl. tlbecbo-ssow. kl b.— _ Merlelj. tschecho-slow. K 15.— Für Ungarn: mit Pvsivnsendung nwnack. nngar. K 13.— _ . viertel! Ungar, ll 39.— Für Jugoslawien: mit Postvcrsendung monatl. ingeslaw. kl 9.— v ertelj. jutzo law. il 87.- Wir b'tten. uns die Monnementsbttrö'ge durch die bezüglichen Pvüsparkassen 8 m ter und dort, wo dieser Vorgang nicht möglich ist. im Wege einer Bankverbindung mit Wien zukommen zu lassen. Administration der „Wiener Moraenzeitung* der urs'rt'ng^'chm Vereinbarung wi^er^rch^, Geltung zu verschaffen. Ich halte es nämlich für im Interesse des Landes gekegen, daß bas Konzentrationskabinett nur un'er Einhaltung der geschlichen Fermen sei er Platz dem neu zu bildenden Ministerium überge e. damit so je''e die a"ß n' v'i ischr -Lagr und das wirtschaftliche Leben des Landes gefährdende Erschü ier mg verm'eden werden könne. Die Disziplin der nationalen Ar u-ce und der Brachialgewalt sowie ihr Patriotismus sind mir eine Gewähr, daß ich meine enischie'eie Absicht unter allen Umständen Vurchführe. H o r t h y." Die NentraUtat der Schweiz. Aus Paris wird gemeldet: Die schwe'zetische Abordnung nwer Fulnung A d o r s. d?e am 13. d. M. vor dem Obersten Rat. ettchienru war. um wegm der ewigen Neutralität der Schweiz zu vtihandcln und eine Bci'ängeiung der First iür den Bei rin -um Volke,bund w:gm der notwendiaev Volts» abstimmuna ,u erkalten, bat am >36. d. M. «m W ge der i Schweizer Gemn-rtschm vom Borstvestden'der Kor leien,, dem Mi'usteiplMdentrn M'lleiaAd, lolgende Antwort erhalten: Der Oberste tftat, an bem/bic Häupter der französischen, der brmschen und der italienischen Regiernnr tc'lgenommen haben, hat c,nst mm g iestgestellc, daß d'e vrrbiindelm und deirennderen Mächte m Ani'elegenheit der e w i g e n N e u t r a l i t ä t der s Schwei; g e Hunden find und gebunden bleiben durch den 'z Artikel 485 des. Veisa'ller Vertrages Der Oberste Rat ist der Ansicht, daß sich nur 8er Rat des Völkerbundes ü'. er die Bemerkungen der Schwerrer Regierung ausirrechen könne, woraus 'sich, ergibt, daß die vom Schweizer Bundesrat gest.'lltcn Fragen eist vom Rat des Völkerbundes eme endgültige Beantwortung erhalten können. D r Rat des BölkndundrS wud m der erstm Februarhähle in London zufammentreten. Inland. N^t?yr«arV«r^ammsnn». Das Gesetz über die Verpfandung des TabakMonopolS wurde vom Härrse in zweiter und dritter Lesungfangenommeri. In der Debatte wiederholte Staatssekretär Dr. Reisch seine l im Ausschuß gemachten Mitteilungen. Der ' Berichterstatter Dr. G ü r 11 e t lieserte den Größdeütschen ' eine' blutige Schlacht. Er warf unter dem lebhaften Beifall des HauseS ihnen pclitifche Ignoranz und. Inkonsequenz vor uild es' gab bie und " ha 'sößar" NuZbrüche. von Temperament, die man in dieser sonst so langweiligen Versammlung bisher'nicht gekannt. Die ssziakdemokratische Abgeordnete Frau Tusch, eine Kärntner Tabalarbeiterin» vertrat die Forderungen der Arbeiterschaft gegenüber der holländischen Kapitalistengruppe, die nunmehr für 30 Jahre in den Besitz des Tabakmonopols .gelangt.. Der christlichsoziale Abgeordnete Gpalowsky führte Klage über die schlechten Nauchsorten, die in Wien ausgegeben werden, und erklärte, er wünsche nicht, daß der ganze Wienerwald als Tabak verraucht werde. (Heiterkeit.) Das Haus trat sodann in die Beratung des Journalistengesehes ein. Der Referent Abgeordneter Austerlitz leitete die Verhandlung mit einer längeren Rede ein, in der er unter anderem ausführte: Der Journalist verknüpft mit seiner Arbeit eine Ge- ' s t n n u n g, ec überträgt diese Gesinnung in Form der , journalistischen Arbeit in oaS Blatt und diese besondere Eigenschaft des Journalisten bestimmt auch das Maß seiner Frei- 'zügigkeit. Er kann picht, wie irgend jemand, der Lohnarbeit zu verrichten hat, seine Arbeit frei suchen, und deswegen hat er das Recht, vom Gesetzgeber zu erwarten, daß er drese Bedingungen seiner Arbeit berücksichtigt und ihnen Schutz angedcihen läßt. Der Gesetzgeber will hier vor allem die Bestimmung tres' n, daß in dem Falle, daß eine Zeitung veräußert wird, der Erwerber besondere Lasten auf sich nimmt, wenn er nicht in den Vertrag mit den Journalisten eintritt. So wird der Journalist vor der Willkür eines neuen Unternehmers gesichert, der eine Zeitung in einer anderen Auffassung führen will. Der Berichterstatter erörtert sodann die durch das Gesetz vorgesehene Altersversorgung der Journalisten, die nicht eigentlich als Versorgung gedacht ist, sondern als ein Mittel, den Journalrjten in einem bestimnrten Augenblick aus der Abhängigkeit von dem Verleger zu befreien. Das gayze Gesetz durchzieht überhaupt der Gedanke — und daS ist sein wertvollster kulturelles Element — den Journal: st en wieder zum Träger und Mittelpunkt des journalistischen Schaffens zu machen. Die Bedeutung des Gesetzes zeigt sich am faßlichsten darin, daß für den Schutz der Journalisten beim Wechsel der politischen Richtung eines Blattes Vorsorge getroffen wird, ein Schuh, der außerordentlich not« wendig ist, für den Fall,. wenn eine Zeitung verkauft wird und damit ihre Gesinnung und ihre politische Richtung wechselt. Die Tatsache, daß eine Zeitung verkauft wird, mit allen Maschinen und allem technischen Zubehör, von der Nedaktionsschere bis zum Chefredakteür und daß die Journalisten den Meinungswechsel, der in 'ihrem Innern viel Gram und Zorn erregte, aus rnatericllcn Gründen mitniachen müssen, hat die Oeffentlichkeit mit einem hoben Grade, von Geringschätzung gegen die Journalisten erfüllt und ev ist daher ein wertvoller Bestandteil dieses Gesetzes, daß eS dein Journalisten ermöglicht. Würde zu'wahren'und ehrlich -zu bleiben. . > - Der JustizauSfchuß hat den von' den Journalistenvereinigungen gewünschten Schutz der Joumalttten mch verstärkt. Cr hat vor allem in das Gesetz den Zwang ausgenommen,, daß zwischen Zeüungsunternehmung und Journalisten ein Arbeitsvertrag zustandekommt. Urlaub und Kündigungsfrist werden durch das Gesetz als bindende Be,ummungen erklärt. Die Leistung der Pensionsbeiträge wird etwas rückwirkend gemacht. Das Gesetz gibt schon ein Bild einer gewissen geistigen Wandlung, das nicht unbeachtet bleiben kann. Die Journalisten find schon längst daraufgekom«:en, daß sie ihr Arbeitsverhältnis, seinen Umfang und seine Art, durch das fördern können» wodurch arbeitende Menschen allzeit gewirkt haben und wo- Organisation. Und so ist dieses Gesetz nichts als eine durch sie wahrscheinlich noch lange wirken werden: durch Widerstrahlung der Tatsache, daß das Gesetz der Gleichheit der arbeitenden Menschen vor dem Unternehmer die Journalisten ebenso ergreift, wie alle anderen Menschen, ihnen deren Kampfformen aufzwingt und sie dazu veranlaßt hat, von der Gesetzgebung eine Vorlage zu ihrem Schutze zu erbitten, obwohl sie bis vor kurzem, vielleicht wenn auch nicht finanziell, so doch yeistig die Stärkeren des A r b e i t s v e r h ä l t n : s s e s waren. Die Gesetzgebung schwankt gar nicht, dieses Gesetz für die Journalisten zu beschließen und ganz unabhängig von unserer politischen Parteirichtung» ganz unabhängig. von der Art und Bestimmtheit des UrteilSs, das wir über-einzelne Zeitungen oder das wir selbst übeo die Gesamtheit dieser geistigen Erscheinung, als die sich die Presse darstellt, haben könnten, haben wir dennoch die Empfindung, daß eine verkehrte Richtung sie gezwungen hat, ihren Geist dem Kapital in Abhängigkeit zu verlausen und daß sie mit Unrecht die Acht trägt, die vielleicht viele Zeitun g cn verdienen. Wir halten dieses Gesetz auch deswegen für notwendig, weil wir nicht übersehen können, baß sich di« Lage der Wiener Tagespresft in ganz außerordentlicher und wahrhaft beängstigender Weise erschtvert. Sie hat vor allem durch den Zusammenbruch. gelitten. Wir hab.en in Wien viel zu viel Zeitungen. Diese Zahl bringt es mit sich, daß di« Lebensbedingungen. für alle Zeitungen schwerer werden und daß auch die Qualität der. Blätter natürlich schlechter wird. Seit dem Umsturz sind in Wien nicht weniger als 237 Zeitungen, gegründet worden. (Hört! Hört!), von denen allerdings 34 ..ihr Erscheinen wieder eingestellt haben. Aber jede dieser Zeitungen mutz von der Fräge des PapiereS üuS betrachtet werden. . Das unhssbruckte Papier, -das zur Herstellung einer Zeitung notwendig ist, kostet heute viel mehr als früher dir ganze Zeitung, ins Haus geliefert,, gekostet: hat. Die Papierpreise überschatten alle übrigen Kosten.' Nun können wir als Vertreter der Interessen der Allgemeinheit nicht zu dem Schlüsse kommen, man solle kein Papier ausführen>- denn wir brauchen diese Ausfuhr wie jede andere, weil wir von der. Ausfuhr leben. Wir.müssen also mit dem Verbrauche von Zeitungen sparen. Wenn man jedoch hört, daß in einem Jahre 237 Zeitungen gegrülidet wurden-- so kommt ntan wohl zu dem Ergebnis, daß hier eineganz, unökonomische Gebarung besteht und es muß mit. allem Nachdrucke an die. Regi.rung die Forderung gestellt wer.den, haß. ..die Möglichkeit des Bestehens .einer Zeitung nicht von hew wahn'si.ün'i'gen Papierpretse beeinträchtigt, ja gcr-adezu äusgelöschtwir d. - Die Kosten einer Zeitwig könnet: heute überhaupt nicht erfaßt werden. Der Wert, einer.Zeitungin.Oesterreich würde vor allem in einer ernsten Information über die Verhältnisse im Aüälänbe "besteh"'t, tzid "Natürlich! nur durch die Beobachtung des' Lebens in diesem Staate-an Ort und Stelle zutage gefördert werden kann. . .. Aber kann sich eine Wiener Zeitung bei dem heutigen Balutad.erh.ältnisseN überhaupt noch einen Korrespondenten halten? So reich ist. keine Zeitung mehr, um sich einen Korrespondenten iU .Parks zu halten, dem 'sie 30.000 Franks zahlen'müßte, wozu noch die Depeschen kommen, die-ganz unermeßliche Kosten bereiten. ES würde von großer Unvernunft sUtens der Staatsr^-ecung zeugen, wen«, sie an dem ernsten Problem, das die Erhaltung einet. geistigen und ernsten Presse darsteM, gleichgültig, vokttberginge. und glaubte, unbeteiligter Zuschauer fein zu können. So >steht die Sache nicht. . Die Erhaltung ' einer finanziell solventen Presse ist ein unerläßliches Erfordernis und es geht nrch: an, daß wir die Vorstellung haben, wie sie der Staatssekretär für Handel im Budgetausschuh entwickelt hat, die Kosten auf die Bevölkerung zu überwälzen. Es wäre wohl nicht eine Verfestigung der moralischen Tatsachen, aus denen sich das gesellschaftliche Leben bildet, wenn die.Möglichkeit, sich Zeitungen zu halten, und. Zeitungen zu lesen, eingeschränkt würde. Was füri ein gewaltiges Problem ist doih die Verteuerung der Bücher! ES zeigt die Fremdheit der gesetzgebenden Körper ihr Losgelöstsein von dem geistigen Aufbau der Gesellschaft, daß sie stör alle Dinge ein größeres Interesse h rben als für eine Frage, die geradezu den ganzen Entwicklungsgang unserer Jugend und unserer Zukunft bedroht. Wir bewilligen dieses Gesetz gerne, weil wir daS Geistige in den Zeitungen, das Moralische und das EntwicklungSfähige mit aller Kraft. fördern wollen und glücklich wären»; wenn der Zustand, der heute besteht und der der Entwicklung der Presse so starken Abbruch tut, beseitigt würde, wenn die Zeitungen wieder die Verkündigung von geistigen Auf. fassungen und Anschauungen wären und aufhören würden, ein Geschäft zu sein. Nächste Sitzung Mittwoch den 11. Februar, 3 Uhr nachj mittags.

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